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Valedonis 50 mg filmtabletten



Gebrauchsinformation Valedonis 50 mg filmtabletten

GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FUR DEN ANWENDER

Valedonis 50 mg Filmtabletten Sildenafil

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfaltig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses Arzneimittels beginnen.

-    Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht mochten Sie diese spater nochmals lesen.

-    Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

-    Dieses Arzneimittel wurde Ihnen personlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

-    Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Diese Packungsbeilage beinhaltet:

1.    Was ist Valedonis und wofur wird es angewendet?

2.    Was mussen Sie vor der Einnahme von Valedonis beachten?

3.    Wie ist Valedonis einzunehmen?

4.    Welche Nebenwirkungen sind moglich?

5.    Wie ist Valedonis aufzubewahren?

6.    Weitere Informationen

1. WAS IST Valedonis UND WOFUR WIRD ES ANGEWENDET?

Was ist Valedonis?

Valedonis gehort zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die Phosphodiesterase-Typ-5-Hemmer genannt werden. Valedonis ermoglicht eine Erektion, die ausreichend lange anhalt, um die sexuelle Aktivitat befriedigend zu vollenden. Es verringert die Wirkung des naturlichen chemischen Stoffs in Ihrem Korper, der Erektionen verhindert. Dieses Arzneimittel wirkt nur, wenn Sie sexuell erregt sind.

Wofur wird Valedonis angewendet?

Valedonis ist ein Arzneimittel zur Behandlung von Mannern mit einer Erektionsstorung, die gelegentlich auch als Impotenz bezeichnet wird. Diese liegt vor, wenn ein Mann keinen fur die sexuelle Aktivitat ausreichend harten, aufgerichteten Penis bekommt oder beibehalten kann.

2. WAS MUSSEN SIE VOR DER EINNAHME VON Valedonis BEACHTEN?

Valedonis darf NICHT eingenommen werden,

-    wenn Sie uberempfindlich (allergisch) gegen Sildenafil oder einen der sonstigen Bestandteile von Valedonis sind.

-    wenn Sie Arzneimittel einnehmen, die Nitrate (z. B. Glyceroltrinitrat) oder Stickstoffmonoxid-Donatoren (z. B. Amylnitrit, auch „Poppers“ genannt) enthalten. Diese Arzneimittel werden oft zur Linderung einer „Brustenge“ (Angina pectoris) angewendet. Die gleichzeitige Einnahme dieser Arzneimittel mit Valedonis kann schwerwiegende Auswirkungen auf Ihren Blutdruck haben. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie irgendeines dieser Arzneimittel einnehmen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

-    wenn Sie an einer schweren Herzerkrankung leiden.

-    wenn Sie kurzlich einen Schlaganfall oder einen Herzanfall hatten.

-    wenn Sie niedrigen Blutdruck haben.

-    wenn Sie an einer schweren Lebererkrankung leiden.

-    wenn Sie bestimmte seltene ererbte Augenerkrankungen haben (z. B. Retinitis pigmentosa).

-    wenn Sie jemals einen Sehverlust wegen eines sogenannten „Schlaganfalls des Auges“ hatten (nicht-arteriitische anteriore ischamische Optikusneuropathie, NAION).

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Valedonis ist erforderlich,

-    wenn Sie Probleme mit Ihrem Herzen haben. In diesem Fall sollte Ihr Arzt sorgfaltig prufen, ob Ihr Herz der zusatzlichen Anstrengung durch sexuelle Aktivitaten gewachsen ist.

-    wenn Sie unter den folgenden Krankheiten oder Beschwerden leiden, da vermehrt Nebenwirkungen auftreten konnen:

•    eine krankhafte Veranderung der roten Blutkorperchen (Sichelzellanamie);

•    Blutkrebs (Leukamie);

•    Knochenmarkkrebs (multiples Myelom);

•    Erkrankungen oder Verformungen des Penis.

-    wenn Sie unter den folgenden Krankheiten leiden, informieren Sie bitte Ihren Arzt daruber. Er wird sorgfaltig uberprufen, ob Valedonis fur Sie geeignet ist:

•    wenn Sie zurzeit an einem Magengeschwur leiden;

•    wenn Sie an einer Blutgerinnungsstorung (z. B. Hamophilie) leiden.

-    wenn Sie an Nieren- oder Leberproblemen leiden. Bitte informieren Sie Ihren Arzt daruber. Moglicherweise wird er sich in diesem Fall bei Ihnen fur eine niedrigere Dosis entscheiden.

Sie sollten Valedonis NICHT einnehmen,

-    wenn Sie bereits andere Behandlungen von Erektionsstorungen anwenden.

-    wenn Sie keine Erektionsstorung haben.

-    wenn Sie eine Frau sind.

Valedonis sollte Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren NICHT gegeben werden.

Wenn Sie eine plotzliche Abnahme oder einen Verlust Ihres Sehvermogens bemerken, brechen Sie die Einnahme von Valedonis ab und benachrichtigen Sie SOFORT Ihren Arzt.

Bei Einnahme von Valedonis mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

In einer medizinischen Notfallsituation mussen Sie jeden, der Ihren Zustand behandelt, daruber informieren, dass Sie Valedonis eingenommen haben.

Nehmen Sie Valedonis NICHT ein, wenn Sie Arzneimittel einnehmen, die Nitrate (z. B. Glyceroltrinitrat) oder Stickstoffmonoxid-Donatoren (z. B. Amylnitrit, auch „Poppers“ genannt) enthalten. Diese Arzneimittel werden oft zur Linderung einer „Brustenge“ (Angina pectoris) angewendet. Die gleichzeitige Einnahme von Nitraten oder Stickstoffmonoxid-Donatoren mit Valedonis kann schwerwiegende Auswirkungen auf Ihren Blutdruck haben.

Die Einnahme von Valedonis zusammen mit bestimmten anderen Arzneimitteln kann problematisch sein. Bitte informieren Sie deshalb Ihren Arzt, wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel anwenden:

-    Ritonavir oder Saquinavir (Arzneimittel zur Behandlung von HIV-Infektionen);

-    Ketoconazol oder Itraconazol (Arzneimittel gegen Pilzerkrankungen);

-    Erythromycin (ein Antibiotikum);

-    Cimetidin (Arzneimittel zur Behandlung von Sodbrennen und Magen-Darm-Geschwuren);

-    Alphablocker (Gruppe von Arzneimitteln zur Behandlung von Bluthochdruck oder einer VergroBerung der Prostata [benigne Prostatahyperplasie]).

Bei einigen Patienten, die Alphablocker einnehmen, kann es beim Aufstehen zu Schwindel oder Benommenheit kommen. Dies sind Beschwerden eines Blutdruckabfalls bei raschem

Aufstehen aus dem Sitzen oder Liegen (orthostatische Hypotonie). Diese Beschwerden treten meist innerhalb von 4 Stunden nach Einnahme von Valedonis auf. Um die Wahrscheinlichkeit des Auftretens dieser Beschwerden zu verringern, sollte die Dosierung Ihres Alphablockers bereits stabil mit einer gleichbleibenden taglichen Dosis eingestellt sein. Erst dann sollten Sie mit der Anwendung von Valedonis beginnen.

Wenn Sie eines der genannten Arzneimittel einnehmen, wird der Arzt Ihre Behandlung wahrscheinlich mit der niedrigsten Dosis (25 mg) von Valedonis beginnen. Wenn Sie Ritonavir einnehmen, durfen Sie eine Maximaldosis von 25 mg Sildenafil in 48 Stunden nicht uberschreiten.

Bei Einnahme von Valedonis zusammen mit Nahrungsmitteln und Getranken

Wenn Valedonis mit einer Mahlzeit eingenommen wird, kann es etwas langer dauern, bis Valedonis seine Wirkung entfaltet.

Trinken Sie keinen Grapefruitsaft, wenn Sie Valedonis einnehmen. Der Saft kann die ubliche Wirkung dieses Arzneimittels beeintrachtigen.

Der Genuss von Alkohol kann die Erektionsstorungen verschlimmern. Um den groBten Nutzen aus Ihrem Arzneimittel zu ziehen, wird Ihnen empfohlen, vor der Einnahme von Valedonis moglichst keinen Alkohol zu trinken.

Verkehrstuchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Valedonis kann bei einigen Personen Schwindel hervorrufen oder ihr Seh- oder Horvermogen beeintrachtigen. Wenn Sie sich nach der Einnahme von Valedonis schwindlig fuhlen oder Ihr Seh-oder Horvermogen beeintrachtigt ist, durfen Sie sich nicht an das Steuer eines Fahrzeugs setzen und keine Werkzeuge oder Maschinen bedienen.

3. WIE IST Valedonis EINZUNEHMEN?

Nehmen Sie Valedonis immer genau nach Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die ubliche Dosis ...

Nehmen Sie oder 1 Filmtablette Valedonis wie von Ihrem Arzt verordnet etwa 1 Stunde vor der sexuellen Aktivitat ein. Schlucken Sie die Filmtablette im Ganzen mit einem Glas Wasser.

Nehmen Sie nicht mehr Filmtabletten ein, als Ihr Arzt Ihnen genannt hat.

Nehmen Sie Valedonis nicht haufiger als 1-mal pro Tag ein.

Valedonis verhilft Ihnen nur zu einer Erektion, wenn Sie sexuell erregt sind. Die Zeit bis zum Eintritt der Wirkung von Valedonis ist von Mann zu Mann verschieden. Sie betragt aber normalerweise eine halbe bis eine Stunde. Moglicherweise werden Sie feststellen, dass die Wirkung dieses Arzneimittels spater eintritt, wenn Sie es mit einer uppigen Mahlzeit einnehmen.

Falls Valedonis bei Ihnen nicht dazu beitragt, eine Erektion auszulosen, oder die Erektion nicht lange genug anhalt, um den Geschlechtsverkehr zu vollenden, sollten Sie mit Ihrem Arzt daruber sprechen.

Wenn Sie eine groBere Menge von Valedonis eingenommen haben, als Sie sollten

Bei Mannern, die zu viel Valedonis einnehmen, konnen mehr Nebenwirkungen oder starke Muskelschmerzen auftreten. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie eine groBere Menge von Valedonis eingenommen haben, als Sie sollten.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Wie alle Arzneimittel kann Valedonis Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten mussen.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Haufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

sehr haufig:    betrifft    mehr    als 1 von 10 Anwendern

haufig:    betrifft    1 bis    10 von    100 Anwendern

gelegentlich:    betrifft    1 bis    10 von    1.000 Anwendern

selten:    betrifft    1 bis    10 von    10.000 Anwendern

sehr selten:    betrifft weniger als 1 von 10.000 Anwendern

nicht bekannt:    Haufigkeit auf Grundlage der verfugbaren Daten nicht abschatzbar.

Bedeutsame Nebenwirkungen:

-    Schmerzen in der Brust:

Wenn Sie wahrend oder nach der sexuellen Aktivitat Schmerzen in der Brust (haufig) verspuren, sollten Sie KEINE Arzneimittel, die Nitrate (z. B. Glyceroltrinitrat) enthalten, einnehmen. Bitte benachrichtigen Sie SOFORT einen Arzt.

-    Allergische Reaktionen:

Allergische Reaktionen wie Hautausschlag, erhabene, juckende Hautbereiche und schwere allergische Reaktionen mit Schwache, Blutdruckabfall, Atemnot und Schwellung der Augenlider, des Gesichts, der Lippen oder des Rachens wurden selten berichtet. Wenn Sie das Gefuhl haben, dass es bei Ihnen zu derartigen Reaktionen gekommen ist, mussen Sie die Einnahme von Valedonis abbrechen und SOFORT arztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

-    Sehstorungen:

Wenn Sie eine plotzliche Abnahme oder einen Verlust Ihres Sehvermogens (Haufigkeit nicht bekannt) bemerken, brechen Sie die Einnahme von Valedonis ab und benachrichtigen Sie SOFORT Ihren Arzt.

-    Anhaltende Erektion:

Nach der Einnahme von Valedonis wurde uber anhaltende und manchmal schmerzhafte Erektionen (Haufigkeit nicht bekannt) berichtet. Wenn es bei Ihnen zu einer derartigen mehr als 4 Stunden anhaltenden Erektion kommt, sollten Sie SOFORT einen Arzt benachrichtigen.

Daruber hinaus konnen folgende Nebenwirkungen auftreten:

-    sehr haufig: Kopfschmerzen;

-    haufig: Benommenheit, Ánderungen des    Sehvermogens (erhohte    Lichtempfindlichkeit oder

Verschwommensehen), Storung des Farbensehens, Gesichtsrotung, verstopfte Nase, Verdauungsstorungen;

-    gelegentlich: Schlafrigkeit, verminderte Beruhrungsempfindung,    blutunterlaufene    Augen,

Augenschmerzen, tranende Augen, abnorme Empfindungen im Auge, Schwindel, Ohrgerausche, Herzklopfen, rascher Herzschlag, Erbrechen, Ubelkeit, trockener Mund, Hautausschlag, Muskelschmerzen, Mudigkeit, Messung eines raschen Herzschlags, Penisblutung, Blut im Sperma und/oder im Urin;

-    selten: Schlaganfall, Ohnmacht, plotzliche Einschrankung oder Verlust des Horvermogens, hoher Blutdruck, niedriger Blutdruck, Herzanfall, unregelmabiger Herzschlag, Nasenbluten;

-    nicht bekannt: vorubergehende Abnahme der Durchblutung von Teilen des Gehirns, Krampfanfalle, Wiederauftreten von Krampfanfallen, Verschluss der Blutgefabe im Auge, teilweise, plotzliche, vorubergehende oder andauernde Abnahme oder Verlust der Sehkraft in einem oder beiden Augen, abnormer Herzschlag, Brustenge (instabile Angina pectoris), plotzlicher Tod, schwerwiegende Hautreaktionen mit Ausschlag, Blasenbildung,

Hautabschilferung und Schmerzen, die eine sofortige medizinische Versorgung notwendig machen.

Die meisten, aber nicht alle Manner, die Nebenwirkungen im Herz-/Kreislauf-Bereich erfahren haben, hatten bereits vor der Einnahme dieses Arzneimittels Herz-/Kreislauf-Probleme. Es ist nicht moglich festzustellen, ob diese Ereignisse in direktem Zusammenhang mit Valedonis standen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie konnen Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, konnen Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen uber die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfugung gestellt werden.

5. WIE IST Valedonis AUFZUBEWAHREN?

Arzneimittel fur Kinder unzuganglich aufbewahren.

Sie durfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton nach „Verwendbar bis“ und der Blisterpackung nach „Verw. bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Fur dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benotigen. Diese Mabnahme hilft die Umwelt zu schutzen.

6. WEITERE Informationen

Was Valedonis enthalt

-    Der Wirkstoff ist Sildenafil.

Jede Filmtablette enthalt 50 mg Sildenafil (als Citrat).

-    Die sonstigen Bestandteile sind: mikrokristalline Cellulose; Hypromellose; Croscarmellose-Natrium; Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich]; Calciumhydrogenphosphat; Talkum; Macrogol (6000); Titandioxid; Eisen(III)-oxid.

Wie Valedonis aussieht und Inhalt der Packung

Valedonis sind weibe bis gebrochen weibe, langliche Filmtabletten mit Steg und Bruchkerbe auf einer Seite.

Valedonis ist in Packungen mit 2, 4, 8 oder 12 Filmtabletten in Blisterpackungen erhaltlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

TEVA GmbH Graf-Arco-Str. 3 89079 Ulm

Hersteller

Merckle GmbH Ludwig-Merckle-Strabe 3 89143 Blaubeuren Deutschland

HBM Pharma s.r.o. Sklabinská 30 036 80 Martin Slowakei


Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt genehmigt im November 2013.

Versionscode: Z08

Valedonis 50 mg Filmtabletten

Fachinformation Valedonis 50 mg filmtabletten

F achinformation

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Valedonis 25 mg Filmtabletten Valedonis 50 mg Filmtabletten Valedonis 100 mg Filmtabletten

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Valedonis 25 mg Filmtabletten

Jede Filmtablette enthalt Sildenafilcitrat entsprechend 25 mg Sildenafil.

Valedonis 50 mg Filmtabletten

Jede Filmtablette enthalt Sildenafilcitrat entsprechend 50 mg Sildenafil.

Valedonis 100 mg Filmtabletten

Jede Filmtablette enthalt Sildenafilcitrat entsprechend 100 mg Sildenafil. Vollstandige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Filmtablette

Valedonis 25 mg Filmtabletten

WeiBe bis gebrochen weiBe, langliche Filmtablette mit Steg.

Valedonis 50 mg Filmtabletten

WeiBe bis gebrochen weiBe, langliche Filmtablette mit Steg und Bruchkerbe auf einer Seite. Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Valedonis 100 mg Filmtabletten

WeiBe bis gebrochen weiBe, langliche Filmtablette mit Steg und Bruchkerbe auf einer Seite. Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

4.    KLINISCHE ANGABEN

4.1    Anwendungsgebiete

Valedonis wird zur Behandlung von erwachsenen Mannern mit erektiler Dysfunktion angewendet. Das ist die Unfahigkeit, eine fur einen befriedigenden Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zu erreichen oder aufrechtzuerhalten.

Sildenafil kann nur wirken, wenn eine sexuelle Stimulation vorliegt.

4.2    Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Anwendung bei Erwachsenen:

Die empfohlene Dosis betragt 50 mg, sie ist ungefahr 1 Stunde vor dem Geschlechtsverkehr einzunehmen. Entsprechend der Wirksamkeit und Vertraglichkeit kann die Dosis auf 100 mg erhoht oder auf 25 mg verringert werden. Die empfohlene Maximaldosis betragt 100 mg. Die Einnahme darf nicht haufiger als einmal taglich erfolgen. Wenn Sildenafil zusammen mit Nahrung eingenommen wird, kann der Wirkungseintritt im Vergleich zur Nuchterneinnahme verzogert sein (siehe Abschnitt 5.2).

Spezielle Patientengruppen:

Áltere Patienten

Dosisanpassungen bei alteren Patienten (> 65 Jahre) sind nicht erforderlich.

Patienten mit Nierenfunktionsstorung

Die Dosisempfehlungen unter „Anwendung bei Erwachsenen“ gelten auch fur Patienten mit leichter bis maBiger Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance = 30 bis 80 ml/min).

Da bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) die Sildenafil-Clearance vermindert ist, sollte eine Dosis von 25 mg erwogen werden. Entsprechend der Wirksamkeit und Vertraglichkeit kann die Dosis bei Bedarf schrittweise auf 50 mg bis 100 mg erhoht werden.

Patienten mit Leberfunktionseinschrankung

Da bei Patienten mit Leberinsuffizienz (z. B. Leberzirrhose) die Sildenafil-Clearance vermindert ist, sollte eine Dosis von 25 mg erwogen werden. Entsprechend Wirksamkeit und Vertraglichkeit kann die Dosis bei Bedarf schrittweise auf 50 mg bis 100 mg erhoht werden.

Kinder und Jugendliche

Valedonis ist nicht fur die Anwendung bei Patienten unter 18 Jahren angezeigt.

Anwendung bei Patienten, die andere Arzneimittel einnehmen:

Mit Ausnahme von Ritonavir, fur das eine gleichzeitige Gabe von Sildenafil nicht angezeigt ist (siehe Abschnitt 4.4), sollte bei erstmaliger Anwendung bei Patienten, die eine begleitende Behandlung mit CYP3A4-Hemmstoffen erhalten, eine Dosis von 25 mg erwogen werden (siehe Abschnitt 4.5).

Um die Moglichkeit einer orthostatischen Hypotonie bei Patienten, die mit Alphablockern behandelt werden, moglichst gering zu halten, sollte die Alphablocker Therapie vor Beginn der Sildenafil-Behandlung stabil eingestellt sein. Daruber hinaus sollte eine Initialdosis von 25 mg Sildenafil in Erwagung gezogen werden (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

4.3 Gegenanzeigen

Uberempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

Entsprechend seiner pharmakologischen Wirkung auf den

Stickstoffmonoxid-zyklisches-Guanosinmonophosphat-(cGMP)-Stoffwechsel (siehe Abschnitt 5.1) konnte gezeigt werden, dass Sildenafil den blutdrucksenkenden Effekt von Nitraten verstarkt. Daher ist die gleichzeitige Gabe mit Stickstoffmonoxid-Donatoren (wie beispielsweise Amylnitrit) oder jeglichen Nitraten kontraindiziert.

Bei Patienten, die aufgrund einer nicht arteriitischen anterioren ischamischen Optikusneuropathie (NAION) ihre Sehkraft auf einem Auge verloren haben, ist Sildenafil kontraindiziert, unabhangig davon, ob der Sehverlust mit einer vorherigen Einnahme eines PDE5-Hemmers in Zusammenhang stand oder nicht (siehe Abschnitt 4.4).

Mittel zur Behandlung der erektilen Dysfunktion wie auch Sildenafil sind bei Patienten, denen von sexueller Aktivitat abzuraten ist (z. B. Patienten mit schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie instabiler Angina pectoris oder schwerer Herzinsuffizienz), nicht anzuwenden.

Bei folgenden Patienten wurde die Sicherheit von Sildenafil nicht untersucht, daher ist die Anwendung kontraindiziert: schwere Leberinsuffizienz, Hypotonie (Blutdruck < 90/50 mmHg), Patienten mit kurzlich erlittenem Schlaganfall oder Herzinfarkt sowie mit bekannter erblich bedingter degenerativer Retinaerkrankung wie beispielsweise Retinitis pigmentosa (eine Minderheit dieser Patienten hat eine genetisch bedingte Storung der retinalen Phosphodiesterasen).

4.4 Besondere Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen fur die Anwendung

Bevor eine medikamentose Therapie in Betracht gezogen wird, sollte die Diagnose einer erektilen Dysfunktion gestellt und zugrunde liegende Ursachen mittels Anamnese und korperlicher Untersuchung ermittelt werden.

Kardiovaskulare Risikofaktoren

Vor dem Beginn jeglicher Behandlung einer erektilen Dysfunktion sollten die behandelnden Árzte den kardiovaskularen Status ihrer Patienten berucksichtigen, da mit sexueller Aktivitat ein gewisses kardiales Risiko einhergeht. Aufgrund seiner vasodilatatorischen Eigenschaften bewirkt Sildenafil eine leichte und vorubergehende Blutdrucksenkung (siehe Abschnitt 5.1). Vor der Verordnung von Sildenafil sollen Árzte sorgfaltig erwagen, ob Patienten mit bestimmten Grunderkrankungen durch diese gefaBerweiternde Wirkung beeintrachtigt werden konnten, insbesondere in Kombination mit sexueller Aktivitat. Zu Patienten mit erhohter Empfindlichkeit gegenuber gefaBerweiternden Substanzen gehoren Patienten mit einer Obstruktion des linksventrikularen Ausflusstrakts (z. B. Aortenstenose, hypertroph-obstruktive Kardiomyopathie) oder Patienten mit dem seltenen Syndrom der Multisystematrophie, das sich in einer schweren Storung der autonomen Blutdruckkontrolle manifestiert.

Sildenafil potenziert die blutdrucksenkende Wirkung von Nitraten (siehe Abschnitt 4.3).

Schwerwiegende kardiovaskulare Ereignisse, einschlieBlich Herzinfarkt, instabile Angina pectoris, plotzlicher Herztod, ventrikulare Arrhythmie, zerebrovaskulare Blutung, transitorische ischamische Attacke, Hypertonie und Hypotonie wurden nach der Markteinfuhrung im zeitlichen Zusammenhang mit dem Gebrauch von Sildenafil gemeldet. Die meisten dieser Patienten, aber nicht alle, hatten vorbestehende kardiovaskulare Risikofaktoren. Fur viele Ereignisse wurde gemeldet, dass sie wahrend oder kurz nach dem Geschlechtsverkehr auftraten, und fur einige wenige, dass sie kurz nach dem Gebrauch von Sildenafil ohne sexuelle Aktivitat auftraten. Es ist unmoglich zu entscheiden, ob diese Ereignisse direkt mit diesen Faktoren oder mit anderen Faktoren zusammenhangen.

Priapismus

Die Behandlung einer erektilen Dysfunktion, auch mit Sildenafil, sollte dann mit Vorsicht erfolgen, wenn anatomische Penismissbildungen wie Angulation, Fibrose im Bereich der Corpora cavernosa oder die Peyronie-Krankheit vorliegen sowie bei Patienten mit fur Priapismus pradisponierenden Erkrankungen (wie Sichelzellanamie, Plasmozytom, Leukamie).

In der Post Marketing Uberwachung wurde unter Sildenafil Behandlung von verlangerten Erektionen und Priapismus berichtet. Im Fall einer langer als 4 Stunden andauernden Erektion sollte der Patient sofort medizinische Hilfe aufsuchen. Wenn ein Priapismus nicht sofort behandelt wird, kann dies zu Gewebeschadigung im Penis und dauerhaftem Potenzverlust fuhren.

Gleichzeitige Anwendung von anderen PDE5 Hemmern oder anderen Behandlungsmethoden _fur die erektile Dysfunktion

Es liegen keine Studien zur Unbedenklichkeit und Wirksamkeit von Sildenafil in Kombination mit anderen PDE5 Hemmern oder mit anderen Sildenafil haltigen Arzneimitteln zur Behandlung einer pulmonalen arteriellen Hypertonie (PAH) oder mit anderen Behandlungen einer erektilen Dysfunktion vor. Die Anwendung solcher Kombinationen wird daher nicht empfohlen.

Auswirkungen aufdas Sehvermogen

Falle von Sehstorungen sind in Zusammenhang mit der Einnahme von Sildenafil und anderen PDE5-Hemmern spontan berichtet worden (siehe Abschnitt 4.8). Falle von nicht arteriitischer anteriorer ischamischer Optikusneuropathie (NAION), einer seltenen Erkrankung, sind in Zusammenhang mit der Einnahme von Sildenafil und anderen PDE5-Hemmern berichtet worden, sowohl spontan erfasst als auch in einer Anwendungsbeobachtung (siehe Abschnitt 4.8). Patienten mussen daruber aufgeklart werden, dass sie beim Auftreten einer plotzlichen Sehstorung jeglicher Art Sildenafil absetzen und sofort einen Arzt aufsuchen sollen (siehe Abschnitt 4.3).

Gleichzeitige Anwendung von Ritonavir

Eine gleichzeitige Gabe von Sildenafil und Ritonavir wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).

Gleichzeitige Anwendung von Alphablockern

Wenn Patienten unter Alphablocker-Therapie Sildenafil erhalten, ist Vorsicht geboten, da eine gleichzeitige Anwendung bei einigen wenigen empfindlichen Personen zu symptomatischer Hypotonie fuhren kann (siehe Abschnitt 4.5). Am wahrscheinlichsten tritt diese innerhalb von 4 Stunden nach Einnahme von Sildenafil auf. Um die Moglichkeit einer orthostatischen Hypotonie moglichst gering zu halten, sollten Patienten, die mit Alphablockern behandelt werden, vor Beginn der Behandlung mit Sildenafil hamodynamisch stabil eingestellt sein. Eine Initialdosis von 25 mg Sildenafil sollte in Erwagung gezogen werden (siehe Abschnitt 4.2). Daruber hinaus sollten Arzte die Patienten daruber aufklaren, wie sie sich beim Auftreten von Symptomen einer orthostatischen Hypotonie verhalten sollen.

Auswirkungen auf die Blutgerinnung

Studien an menschlichen Thrombozyten haben Hinweise darauf erbracht, dass Sildenafil die antiaggregatorische Wirkung von Nitroprussid-Natrium in vitro verstarkt. Es liegen keine Daten uber die Unbedenklichkeit der Anwendung von Sildenafil an Patienten mit Blutungsstorungen oder aktiven peptischen Ulzera vor. Daher sollte die Gabe von Sildenafil an diese Patienten nur nach sorgfaltiger Nutzen-Risiko-Abwagung erfolgen.

Frauen

Fur die Behandlung von Frauen ist Valedonis nicht indiziert.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Wirkungen anderer Arzneimittel auf Sildenafil In-vitro-Studien

Der Sildenafil-Metabolismus wird grundsatzlich durch die Cytochrom-P450 (CYP)-Isoenzyme 3A4 (Hauptweg) und 2C9 (Nebenweg) vermittelt. Die Sildenafil-Clearance kann folglich durch Inhibitoren dieser Isoenzyme herabgesetzt und durch Induktoren dieser Isoenzyme gesteigert werden.

In-vivo-Studien

Die Analyse pharmakokinetischer Daten aus den durchgefuhrten klinischen Studien wies auf eine reduzierte Sildenafil-Clearance bei gleichzeitiger Gabe von CYP3A4-Inhibitoren (wie Ketoconazol, Erythromycin, Cimetidin) hin. Obwohl bei den Patienten, die gleichzeitig CYP3A4-Inhibitoren erhielten, keine Zunahme von unerwunschten Ereignissen beobachtet wurde, sollte hier eine Anfangsdosis von 25 mg in Erwagung gezogen werden.

Die gleichzeitige Gabe des HIV-Protease-Hemmstoffs Ritonavir im Steady State (zweimal taglich 500 mg), der ein hochpotenter P450-Hemmstoff ist, und Sildenafil (100-mg-Einzeldosis) bewirkte eine 300%ige (4-fache) Steigerung der Sildenafil-Cmax und eine 1.000%ige (11-fache) Steigerung der Sildenafil-Plasma-AUC. Nach 24 Stunden betrugen die Sildenafil-Plasmaspiegel noch etwa 200 ng/ml im Vergleich zu 5 ng/ml, wenn Sildenafil alleine gegeben wurde. Dies entspricht den ausgepragten Effekten von Ritonavir auf ein breites Spektrum von P450-Substraten. Sildenafil hatte keine Auswirkungen auf die Pharmakokinetik von Ritonavir. Aufgrund dieser pharmakokinetischen Ergebnisse ist von der gleichzeitigen Gabe von Sildenafil und Ritonavir abzuraten (siehe Abschnitt 4.4), und in jedem Fall sollte die maximale Sildenafil-Dosis unter keinen Umstanden 25 mg innerhalb 48 Stunden uberschreiten.

Die gleichzeitige Gabe des HIV-Protease-Hemmstoffs Saquinavir, eines CYP3A4-Hemmstoffs, im Steady State (dreimal taglich 1200 mg) und von Sildenafil (100-mg-Einzeldosis) bewirkte eine 140%ige Steigerung der Sildenafil-Cmax und eine 210%ige Steigerung der Sildenafil-Plasma-AUC. Sildenafil hatte keine Auswirkungen auf die Pharmakokinetik von Saquinavir (siehe Abschnitt 4.2). Bei starkeren CYP3A4-Hemmstoffen wie Ketoconazol und Itraconazol durften groBere Effekte zu erwarten sein.

Bei Gabe einer Einzeldosis von 100 mg Sildenafil mit Erythromycin, einem maBigen CYP3A4-Hemmstoff, im Steady State (zweimal taglich 500 mg fur 5 Tage) wurde die systemische Sildenafil-Exposition (AUC) um 182 % gesteigert. Bei gesunden mannlichen Probanden konnte ein Einfluss von Azithromycin (500 mg taglich uber 3 Tage) auf die AUC, Cmax, tmax, Eliminationsrate oder die sich daraus ergebende Halbwertszeit von Sildenafil oder seinem Hauptmetaboliten nicht nachgewiesen werden. Cimetidin (800 mg), ein Cytochrom-P450-Hemmstoff und unspezifischer CYP3A4-Hemmstoff, bewirkte eine 56%ige Steigerung der Sildenafil-Plasmaspiegel, wenn es gesunden Probanden gleichzeitig mit Sildenafil (50 mg) gegeben wurde.

Grapefruitsaft ist ein schwacher Hemmstoff des CYP3A4-Stoffwechsels in der Darmwand und kann eine geringe Steigerung der Sildenafil-Plasmaspiegel bewirken.

Durch die Einmalgabe eines Antazidums (Magnesiumhydroxid/Aluminiumhydroxid) wurde die Bioverfugbarkeit von Sildenafil nicht beeinflusst.

Obwohl spezifische Interaktionsstudien nicht fur alle Arzneimittel durchgefuhrt wurden, erbrachte die Analyse pharmakokinetischer Daten aus den durchgefuhrten klinischen Studien keine Veranderungen der pharmakokinetischen Parameter von Sildenafil bei gleichzeitiger Behandlung mit CYP2C9-Inhibitoren (wie Tolbutamid, Warfarin, Phenytoin), CYP2D6-Inhibitoren (wie selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern, trizyklischen Antidepressiva), Thiazid- und ahnlichen Diuretika, Schleifen- und kaliumsparenden Diuretika, ACE-Hemmern, Calciumantagonisten, Betablockern oder Substanzen, die den CYP450-Stoffwechsel induzieren (wie Rifampicin, Barbiturate). In einer Studie an gesunden mannlichen Probanden fuhrte die gleichzeitige Anwendung des Endothelin Antagonisten Bosentan (einem Induktor von CYP3A4 [maBig], CYP2C9 und moglicherweise auch von CYP2C19) im Steady State (zweimal taglich 125 mg) zusammen mit Sildenafil im Steady State (dreimal taglich 80 mg) zu einer Verringerung der AUC und der Cmax von Sildenafil um 62,6 % bzw. 55,4 %. Daher wird bei gleichzeitiger Anwendung von starken CYP3A4 Induktoren wie Rifampicin erwartet, dass sie eine groBere Abnahme der Plasmakonzentration von Sildenafil verursachen.

Nicorandil ist ein Wirkstoff, der gleichzeitig als Kaliumkanaloffner und als Nitrat wirkt. Aufgrund der Nitratkomponente besteht die Moglichkeit, dass er zu einer schwerwiegenden Wechselwirkung mit Sildenafil fuhrt.

Wirkungen von Sildenafil auf andere Arzneimittel In-vitro-Studien

Sildenafil ist ein schwacher Inhibitor der Cytochrom-P450-Isoenzyme 1A2, 2C9, 2C19, 2D6, 2E1 und 3A4 (IC50 > 150 qM). Angesichts der maximalen Plasmaspiegel von Sildenafil nach empfohlener

Dosierung von etwa 1 gM erscheint es unwahrscheinlich, dass Sildenafil die Clearance von Substraten dieser Isoenzyme verandert.

Es liegen keine Daten hinsichtlich Wechselwirkungen zwischen Sildenafil und unspezifischen Phosphodiesteraseinhibitoren wie Theophyllin oder Dipyridamol vor.

In-vivo-Studien

Entsprechend seiner pharmakologischen Wirkung auf den Stickstoffmonoxid-cGMP-Stoffwechsel (siehe Abschnitt 5.1) konnte gezeigt werden, dass Sildenafil den blutdrucksenkenden Effekt von Nitraten verstarkt. Daher ist die gleichzeitige Gabe mit Stickstoffmonoxid-Donatoren oder jeglichen Nitraten kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Wenn Patienten unter Alphablocker-Therapie gleichzeitig Sildenafil erhalten, kann dies bei einigen wenigen empfindlichen Personen zu symptomatischer Hypotonie fuhren. Am wahrscheinlichsten tritt diese innerhalb von 4 Stunden nach Einnahme von Sildenafil auf (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4). In drei spezifischen Interaktionsstudien wurde der Alphablocker Doxazosin (4 mg und 8 mg) zusammen mit Sildenafil (25 mg, 50 mg oder 100 mg) an stabil eingestellte Doxazosin-Patienten mit benigner Prostatahyperplasie (BPH) gegeben. Bei dieser Studienpopulation wurde ein zusatzlicher mittlerer Blutdruckabfall von jeweils 7/7 mmHg, 9/5 mmHg und 8/4 mmHg im Liegen und 6/6 mmHg,

11/4 mmHg und 4/5 mmHg im Stehen beobachtet. Bei gleichzeitiger Gabe von Sildenafil an Patienten mit stabil eingestellter Doxazosin-Dosis gab es gelegentlich Berichte uber eine symptomatische orthostatische Hypotonie. Gemeldet wurden dabei Schwindelgefuhl und Benommenheit, jedoch keine Synkope.

Bei gleichzeitiger Gabe von Sildenafil (50 mg) wurden keine signifikanten Wechselwirkungen mit Tolbutamid (250 mg) oder mit Warfarin (40 mg) gezeigt, die beide durch CYP2C9 verstoffwechselt werden.

Die durch Acetylsalicylsaure (150 mg) bewirkte Verlangerung der Blutungszeit wurde durch Sildenafil (50 mg) nicht gesteigert.

Die blutdrucksenkende Wirkung von Alkohol (maximale Blutalkoholspiegel im Mittel 80 mg/dl) wurde bei gesunden Probanden durch Sildenafil (50 mg) nicht verstarkt.

Bei gepoolter Analyse der Patientengruppe, die eine antihypertensive Medikation mit folgenden Substanzklassen: Diuretika, Betarezeptorenblocker, ACE-Hemmer, Angiotensin-II-Antagonisten, andere Antihypertensiva (direkte Vasodilatatoren und zentral wirksame Antihypertensiva), Ganglienblocker, Calciumantagonisten und Alpharezeptorenblocker erhielten, ergab sich kein Unterschied des Nebenwirkungsprofils zwischen Patienten, die zusatzlich Sildenafil und Patienten, die zusatzlich Placebo erhielten. In einer gezielten Interaktionsstudie erhielten Hypertoniker Sildenafil (100 mg) zusammen mit Amlodipin. Es zeigte sich eine zusatzliche Senkung des Blutdrucks im Liegen um systolisch 8 mmHg und diastolisch um 7 mmHg. Das AusmaB dieser zusatzlichen Blutdrucksenkung war ahnlich der Blutdrucksenkung, die beobachtet wurde nach alleiniger Gabe von Sildenafil an gesunde Probanden (siehe Abschnitt 5.1).

Sildenafil (100 mg) beeinflusste nicht die Steady-State-Pharmakokinetik der HIV-Protease-Hemmstoffe Saquinavir und Ritonavir, die beide CYP3A4-Substrate sind.

In gesunden mannlichen Probanden fuhrte Sildenafil im Steady State (80 mg dreimal taglich) zu einer Erhohung der AUC von Bosentan um 49,8 % und zu einer Erhohung der Cmax von Bosentan um 42 % (Bosentan: 125 mg zweimal taglich).

4.6 Fertilitat, Schwangerschaft und Stillzeit

Fur die Behandlung von Frauen ist Valedonis nicht indiziert.

Es liegen keine geeigneten und gut kontrollierten Studien mit schwangeren oder stillenden Frauen vor.

In Reproduktionsstudien bei Ratten und Kaninchen wurden nach oraler Sildenafil-Applikation keine relevanten unerwunschten Wirkungen festgestellt.

Bei einmaliger oraler Gabe von 100 mg Sildenafil an gesunde Probanden waren keine Effekte auf die Motilitat oder die Morphologie der Spermien festzustellen (siehe Abschnitt 5.1).

4.7    Auswirkungen auf die Verkehrstuchtigkeit und die Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstuchtigkeit und die Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen durchgefuhrt.

Da in klinischen Studien mit Sildenafil uber Schwindel und Sehstorungen berichtet wurde, sollen die Patienten darauf achten, wie sie auf die Einnahme von Sildenafil reagieren, bevor sie Auto fahren oder Maschinen bedienen.

4.8    Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Das Sicherheitsprofil von Sildenafil beruht auf 9570 Patienten aus 74 doppelblinden placebokontrollierten klinischen Studien. Die am haufigsten beschriebenen Nebenwirkungen bei den mit Sildenafil behandelten Patienten in klinischen Studien waren Kopfschmerzen, Flush, Dyspepsie, verstopfte Nase, Schwindel Ubelkeit, Hitzewallung, Sehstorungen, Zyanopsie und verschwommenes Sehen.

Aus der Post-Marketing-Uberwachung liegen gesammelte Berichte uber Nebenwirkungen fur einen geschatzten Zeitraum von > 10 Jahren vor. Da nicht alle Nebenwirkungen an den Inhaber der Zulassung gemeldet und so in der Sicherheitsdatenbank erfasst werden, konnen die Haufigkeiten fur diese Nebenwirkungen nicht zuverlassig bestimmt werden.

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

In der nachstehenden Tabelle werden alle medizinisch relevanten Nebenwirkungen, die in klinischen Studien mit einer hoheren Inzidenz als mit Placebo beschrieben wurden, nach Systemorganklassen und Haufigkeit (sehr haufig [> 1/10], haufig [> 1/100, < 1/10], gelegentlich [> 1/1000, < 1/100], selten [> 1/10 000, < 1/1000]) angefuhrt. Zusatzlich wird die Haufigkeit von medizinisch relevanten Nebenwirkungen, die aus der Post-Marketing-Uberwachung berichtet wurden, mit „nicht bekannt“ angegeben. Innerhalb jeder Haufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.

Tabelle 1: Medizinisch relevante Nebenwirkungen, die in kontrollierten klinischen Studien mit einer hoheren Inzidenz als unter Placebo beschrieben wurden, und medizinisch relevante Nebenwirkungen, die aus der Uberwachung nach Marktzulassung berichtet wurden.

Systemorgan-

klasse

Sehr haufig

(>1/10)

Haufig

(>1/100, < 1/10)

Gelegentlich

(>1/1.000,

< 1/100)

Selten (>1/10.000, < 1/1.000)

Infektionen und

parasitare

Erkrankungen

Rhinitis

Erkrankungen des Immunsystems

Uberempfindlich

keit

Erkrankungen des Nervensystems

Kopfschmerzen

Schwindel

Somnolenz,

Hypasthesie

Schlaganfall,

transitorische

ischamische

Systemorgan-

klasse

Sehr haufig

(>1/10)

Haufig

(>1/100, < 1/10)

Gelegentlich

(>1/1.000,

< 1/100)

Selten

(>1/10.000, < 1/1.000)

Attacke,

Krampfanfall*,

rezidivierende

Krampfanfalle*,

Synkope

Augenerkrankung

en

Veranderungen

des

Farbsehens**,

Sehstorungen,

verschwommenes

Sehen

T ranenflussstorun

gen***,

Augenschmerzen,

Photophobie,

Photopsie,

okulare

Hyperamie,

visuelles

Leuchten,

Konjunktivitis

Nicht arteriitische

anteriore

ischamische

Optikusneuropath

ie (NAION)*,

retinaler

Gefassverschluss

*,

Netzhautblutung, arteriosklerotisch e Retinopathie, Erkrankung der Retina,

Glaukom,

Gesichtsfelddefek

t,

Doppeltsehen,

Sehscharfe

vermindert,

Myopie,

Asthenopie,

Mouches

volantes,

Iriserkrankung,

Mydriasis,

Farbsaume,

Augenodem,

Schwellung des

Auges,

Augenerkrankung

Bindehauthypera

mie,

Augenreizung,

anomale

Sinnesempfindun g des Auges, Augenlidodem, Skleraverfarbung

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Vertigo, Tinnitus

Taubheit

Herzerkrankunge

n

Tachykardie,

Palpitationen

Plotzlicher

Herztod*,

Herzinfarkt,

ventrikulare

Arrhythmie*,

Vorhofflimmern,

Systemorgan-

klasse

Sehr haufig

(>1/10)

Haufig

(>1/100, < 1/10)

Gelegentlich

(>1/1.000,

< 1/100)

Selten

(>1/10.000, < 1/1.000)

instabile Angina pectoris

Gefasserkrankun

gen

Flush,

Hitzewallung

Hypertonie,

Hypotonie

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Verstopfte Nase

Epistaxis,

Sinus-

Sekretstauung

Engegefuhl des Halses, Nasenodeme, trockene

Nasenschleimhau

t

Erkrankungen des

Gastrointestinaltr

akts

Ubelkeit,

Dyspepsie

Gastroosophageal

e

Refluxerkrankun

g,

Erbrechen, Schmerzen im Oberbauch, trockener Mund

Orale

Hypasthesia

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgew ebes

Ausschlag

Syndrom

Stevens-

Johnson*,

toxische

epidermale

Nekrolyse*

Skelettmuskulatu r-, Bindegewebs-und

Knochenerkranku

ngen

Myalgie,

Schmerzen in den Extremitaten

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Hamaturie

Erkrankungen der Geschlechtsorgan e und der Brustdruse

Penisblutung,

Priapismus*,

Hamatospermie,

prolongierte

Erektion

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am

Verabreichungsor

t

Brustschmerzen,

Mudigkeit,

Warmegefuhl

Reizbarkeit

Untersuchungen

erhohte

Herzfrequenz

* Wurde nur wahrend der Uberwachung nach Markteinfuhrung beschrieben

**Veranderungen des Farbsehens: Chloropsie, Chromatopsie, Zyanopsie, Erythropsie und Xanthopsie ***Tranenflussstorungen: Trockenes Auge, Erkrankungen des Tranenapparates, Tranensekretion verstarkt

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grober Wichtigkeit. Sie ermoglicht eine kontinuierliche Uberwachung des Nutzen-Risiko-Verhaltnisses des Arzneimittels. Angehorige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9 Uberdosierung

In Studien erhielten gesunde Probanden Einzeldosen bis zu 800 mg. Die hierbei beobachteten Nebenwirkungen waren ahnlich wie die bei niedrigeren Dosen, lediglich Inzidenz und Schweregrad waren erhoht. Dosen von 200 mg fuhrten nicht zu einer starkeren Wirksamkeit, jedoch zu einem Anstieg der Inzidenz von Nebenwirkungen (Kopfschmerz, Flush, Schwindel, Dyspepsie, Verstopfung der Nase, Sehstorungen).

In Fallen einer Uberdosierung sollten je nach Bedarf die ublichen unterstutzenden Mabnahmen eingeleitet werden. Da Sildenafil in hohem Mabe an Plasmaproteine gebunden ist und renal nicht eliminiert wird, ist durch eine Dialyse keine Beschleunigung der Clearance zu erwarten.

5.    PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1    Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Urologika, Mittel bei erektiler Dysfunktion, ATC-Code: G04BE03

Wirkmechanismus

Sildenafil stellt eine orale Behandlung der erektilen Dysfunktion dar. Auf naturliche Weise, d. h. durch sexuelle Stimulation, wird die gestorte Erektionsfahigkeit durch eine Steigerung des Bluteinstroms in den Penis wiederhergestellt.

Der fur die Erektion des Penis verantwortliche physiologische Mechanismus schliebt die Freisetzung von Stickstoffmonoxid (NO) im Corpus cavernosum wahrend der sexuellen Stimulation ein. Das Stickstoffmonoxid aktiviert das Enzym Guanylatcyclase, was zu erhohten Spiegeln an zyklischem Guanosinmonophosphat (cGMP) fuhrt. Hierdurch kommt es zu einer Relaxation der glatten Muskulatur im Corpus cavernosum, was den Bluteinstrom ermoglicht.

Sildenafil ist ein wirksamer und selektiver Hemmstoff der cGMP-spezifischen Phosphodiesterase,

Typ 5 (PDE5) im Corpus cavernosum, wo sie fur den Abbau von cGMP verantwortlich ist. Sildenafil wirkt peripher auf Erektionen. Sildenafil ubt keinen direkten relaxierenden Effekt auf isoliertes menschliches Corpus-cavernosum-Gewebe aus, es verstarkt jedoch die relaxierende Wirkung von NO auf dieses Gewebe. Wenn unter sexueller Stimulation die Aktivierung des NO/cGMP-Stoffwechselweges stattfindet, bewirkt die PDE5-Hemmung durch Sildenafil erhohte cGMP-Spiegel im Corpus cavernosum. Daher ist eine sexuelle Stimulation notig, damit Sildenafil den beabsichtigten gunstigen pharmakologischen Effekt entwickeln kann.

Pharmakodynamische Wirkungen

In-vitro-Studien zeigten, dass Sildenafil fur die PDE5, die am Erektionsprozess beteiligt ist, selektiv ist. Es wirkt starker auf PDE5 als auf andere bekannte Phosphodiesterase-Isoenzyme. Gegenuber der PDE6, die an dem Phototransduktionsprozess in der Retina beteiligt ist, hat Sildenafil eine 10-fach hohere Selektivitat. Bei den maximalen empfohlenen Dosen zeigt sich eine 80-fach hohere Selektivitat gegenuber PDE1 und eine uber 700-fach hohere Selektivitat gegenuber PDE2, 3, 4, 7, 8, 9, 10 und 11. Sildenafil hat insbesondere eine mehr als 4.000-fach hohere Selektivitat fur PDE5 im Vergleich zu PDE3, dem an der Steuerung der kardialen Kontraktilitat beteiligten, cAMP-spezifischen Phosphodiesterase-Isoenzym.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

In zwei klinischen Studien wurde gezielt uberpruft, innerhalb welchen Zeitfensters Sildenafil auf sexuelle Stimulation eine Erektion auslosen kann. Eine Untersuchung mittels Penisplethysmographie (RigiScan) bei nuchternen Patienten zeigte, dass bei den Patienten, die eine 60%ige Rigiditat des Penis (die einen Geschlechtsverkehr ermoglicht) unter Sildenafil erreichten, im Mittel innerhalb von 25 Minuten (Bereich: 12 bis 37 Minuten) die Wirkung eintrat. In einer weiteren RigiScan®-Untersuchung konnte Sildenafil noch 4 bis 5 Stunden nach oraler Einnahme auf sexuelle Stimulation eine Erektion auslosen.

Sildenafil bewirkt eine geringe und vorubergehende Reduktion des Blutdrucks, die in den meisten Fallen keine klinisch relevanten Erscheinungen zur Folge hat. Im Mittel betrugen die maximalen Blutdrucksenkungen im Liegen nach Einnahme von 100 mg Sildenafil systolisch 8,4 mmHg, diastolisch 5,5 mmHg. Diese Blutdrucksenkung spiegelt den vasodilatatorischen Effekt von Sildenafil wieder, moglicherweise aufgrund erhohter cGMP-Spiegel in der glatten GefaBmuskulatur. Orale Einzeldosen von bis zu 100 mg Sildenafil zeigten bei gesunden Probanden keine klinisch relevanten EKG-Veranderungen.

In einer Studie zu den hamodynamischen Effekten einer oralen Einmalgabe von 100 mg Sildenafil bei 14 Patienten mit schwerer (> 70%ige Stenose mindestens einer Koronararterie) koronarer Herzkrankheit (KHK) nahmen der mittlere systolische und der mittlere diastolische Blutdruck in Ruhe gegenuber dem Ausgangswert um 7 % bzw. 6 % ab. Der mittlere pulmonale systolische Blutdruck nahm um 9 % ab. Sildenafil beeinflusste weder das Herzminutenvolumen noch beeintrachtigte es die Durchblutung in den stenosierten Koronararterien.

In einer doppelblinden, placebokontrollierten Belastungsstudie wurden 144 Patienten mit erektiler Dysfunktion und stabiler chronischer Angina pectoris untersucht, die regelmaBig antianginose Medikation (auBer Nitraten) erhielten. Unter Sildenafil traten im Vergleich zu Placebo keine klinisch relevanten Unterschiede in der Zeit bis zum Auftreten einer zum Abbruch zwingenden Angina auf.

Leichte und vorubergehende Veranderungen des Farbsehens (Blau/Grun) wurden bei einigen Studienteilnehmern durch den Farnsworth-Munsell-100-Farben-Test 1 Stunde nach Einnahme von 100 mg beobachtet, 2 Stunden nach Einnahme waren diese Veranderungen nicht mehr nachweisbar. Der vermutete Mechanismus fur diese Veranderung des Farbsehens bezieht sich auf die Hemmung der PDE6, die bei dem Phototransduktionsprozess der Retina eine Rolle spielt. Sildenafil ubt keinen Einfluss auf die Sehscharfe oder das Kontrastsehen aus. In einer kleinen, placebokontrollierten Untersuchung bei neun Patienten mit dokumentierter, altersbedingter Makuladegeneration im Fruhstadium zeigte Sildenafil als 100-mg-Einmaldosis in den durchgefuhrten Sehtests (Sehscharfe, Amsler-Gitter, Lichtertest, Humphrey-Perimeter und Photostress-Test) keine signifikanten Veranderungen.

Bei einmaliger oraler Gabe von 100 mg Sildenafil an gesunde Probanden wurden keine Effekte auf Motilitat oder Morphologie der Spermien festgestellt (siehe Abschnitt 4.6).

Weitere Informationen uber klinische Studien

Sildenafil wurde in klinischen Studien an mehr als 8.000 Patienten im Alter von 19 bis 87 Jahren gegeben, wobei folgende Patientengruppen vertreten waren: altere Patienten (19,9 %), Patienten mit Hypertonie (30,9 %), Diabetes mellitus (20,3 %), ischamischer Herzkrankheit (5,8 %), Hyperlipidamie (19,8 %), Ruckenmarkverletzungen (0,6 %), Depressionen (5,2 %), transurethraler Prostataresektion (3,7 %) und radikaler Prostatektomie (3,3 %). Folgende Patientengruppen waren nur unzureichend vertreten oder wurden aus den Studien ausgeschlossen: Patienten nach Operationen im kleinen Becken, nach Radiatio, mit schweren Nieren- oder Leberfunktionsstorungen sowie mit bestimmten Herz-Kreislauf-Erkrankungen (siehe Abschnitt 4.3).

In Studien mit festgelegter Dosis berichteten 62 % (25 mg), 74 % (50 mg) und 82 % (100 mg) der Patienten uber eine Verbesserung ihrer Erektion gegenuber 25 % unter Placebo. In kontrollierten klinischen Studien war die Sildenafil-bedingte Abbruchrate niedrig und mit der unter Placebo vergleichbar. In allen klinischen Studien lag die Rate der Patienten, die uber eine Verbesserung unter

Sildenafil berichteten, je nach Patientengruppe bei: psychogene erektile Dysfunktion (84 %), gemischte erektile Dysfunktion (77 %), organisch bedingte erektile Dysfunktion (68 %), altere Patienten (67 %), Diabetes mellitus (59 %), koronare Herzkrankheit (69 %), Hypertonie (68 %), transurethrale Prostataresektion (61 %), radikale Prostatektomie (43 %), Ruckenmarkverletzungen (83 %), Depressionen (75 %). Die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit von Sildenafil blieben in den Langzeitstudien erhalten.

Kinder und Jugendliche

Die Europaische Arzneimittel-Agentur hat fur das Referenzarzneimittel, das Sildenafil enthalt, eine Freistellung von der Verpflichtung zur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen padiatrischen Altersklassen bei erektiler Dysfunktion gewahrt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Sildenafil wird schnell resorbiert. Die maximalen beobachteten Plasmaspiegel werden innerhalb von 30 bis 120 Minuten (Mittel: 60 Minuten) nach oraler Gabe im nuchternen Zustand erreicht. Die mittlere absolute orale Bioverfugbarkeit betragt 41 % (Streubreite: 25 bis 63 %). Nach oraler Einnahme von Sildenafil nehmen AUC und Cmax dosisproportional uber den empfohlenen Dosisbereich (25 bis 100 mg) zu.

Bei Einnahme von Sildenafil zusammen mit einer Mahlzeit ist die Resorptionsrate reduziert, die tmax verzogert sich um 60 Minuten, wahrend die Cmax im Mittel um 29 % verringert ist.

Verteilung

Das mittlere Verteilungsvolumen von Sildenafil im Steady State betragt 105 l, was auf eine Verteilung in die Gewebe hinweist. Nach einer oralen Einmalgabe von 100 mg betragt die mittlere maximale Gesamtplasmakonzentration von Sildenafil ca. 440 ng/ml (CV 40 %). Da Sildenafil (und sein wichtigster, im Blutkreislauf zirkulierender, A-desmethylierter Metabolit) zu 96 % an Plasmaproteine gebunden ist, ergibt sich hieraus eine mittlere maximale freie Sildenafil-Plasmakonzentration von 18 ng/ml (38 nM). Die Proteinbindung ist unabhangig von der Gesamtkonzentration des Arzneimittels.

Bei gesunden Probanden wurden 90 Minuten nach Gabe von Sildenafil (100-mg-Einzeldosis) weniger als 0,0002 % (im Mittel 188 ng) der gegebenen Menge im Ejakulat gefunden.

Biotransformation

Sildenafil wird uberwiegend hepatisch durch die mikrosomalen Isoenzyme CYP3A4 (Hauptweg) und CYP2C9 (Nebenweg) metabolisiert. Der wichtigste zirkulierende Metabolit resultiert aus A-Demethylierung von Sildenafil. Das Profil der Phosphodiesterase-Selektivitat dieses Metaboliten ist ahnlich dem von Sildenafil und weist in vitro eine Hemmwirkung fur PDE5 auf, die rund 50 % derjenigen der Stammsubstanz betragt. Die Plasmaspiegel dieses Metaboliten betragen rund 40 % der fur Sildenafil beobachteten Werte. Der A-Desmethyl-Metabolit wird weiter verstoffwechselt, die terminale Halbwertszeit betragt rund 4 Stunden.

Elimination

Die gesamte Clearance von Sildenafil betragt 41 l/h mit einer daraus resultierenden terminalen Halbwertszeit von 3 bis 5 Stunden. Nach oraler oder intravenoser Gabe wird Sildenafil nach Metabolisierung hauptsachlich uber die Fazes (rund 80 % der gegebenen oralen Dosis) und in geringerem MaBe uber den Urin (rund 13 % der gegebenen oralen Dosis) ausgeschieden.

Pharmakokinetik bei speziellen Patientengruppen

Altere Patienten

Gesunde altere Probanden (65 Jahre oder alter) zeigten eine herabgesetzte Sildenafil-Clearance, wobei die Plasmaspiegel von Sildenafil und des aktiven A-Desmethyl-Metaboliten ungefahr 90 % hoher

lagen als bei jungeren gesunden Probanden (18 bis 45 Jahre). Aufgrund der altersabhangigen Veranderung der Plasmaproteinbindung lag der entsprechende Anstieg der Plasmaspiegel von freiem Sildenafil bei rund 40 %.

Nierenfunktionsstorungen

Bei Probanden mit leichter bis maBiger Nierenfunktionsstorung (Kreatinin-Clearance =

30 bis 80 ml/min) war die Pharmakokinetik nach einer oralen Sildenafil-Einzeldosis von 50 mg unverandert. Die mittleren Werte fur AUC und Cmax des N-Desmethyl-Metaboliten stiegen um 126 % bzw. 73 % im Vergleich zu Probanden gleichen Alters mit nicht eingeschrankter Nierenfunktion. Aufgrund der hohen interindividuellen Variabilitat waren diese Unterschiede nicht statistisch signifikant. Bei Probanden mit schwerer Nierenfunktionsstorung (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) war die Clearance von Sildenafil herabgesetzt und resultierte in Erhohungen von AUC (100 %) und Cmax (88 %) im Vergleich zu Probanden gleichen Alters mit nicht eingeschrankter Nierenfunktion. Zusatzlich waren die AUC (79 %) und Cmax (200 %) des N-Desmethyl-Metaboliten signifikant erhoht.

Leberfunktionsstorungen

Bei Probanden mit leichter bis maBiger Leberzirrhose (Child-Pugh-Klassen A und B) war die Clearance von Sildenafil herabgesetzt, was zu Erhohungen von AUC (84 %) und Cmax (47 %) fuhrte, im Vergleich zu Probanden gleichen Alters mit nicht eingeschrankter Leberfunktion. Die Pharmakokinetik von Sildenafil bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstorung wurde nicht untersucht.

5.3 Praklinische Daten zur Sicherheit

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizitat bei wiederholter Gabe, Reproduktions- und Entwicklungstoxizitat, Genotoxizitat und zum kanzerogenen Potential lassen die praklinischen Daten keine besonderen Gefahren fur den Menschen erkennen.

6.    PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1    Liste der sonstigen Bestandteile

Mikrokristalline Cellulose Hypromellose Croscarmellose-Natrium Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich]

Calciumhydrogenphosphat

Talkum

Macrogol (6000)

Titandioxid

Eisen(III)-oxid

6.2    Inkompatibilitaten

Nicht zutreffend.

6.3    Dauer der Haltbarkeit

4 Jahre

6.4    Besondere VorsichtsmaBnahmen fur die Aufbewahrung

Fur dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5 Art und Inhalt des Behaltnisses

PV dC/PV C/Aluminium-Blisterpackungen.

Valedonis 25 mg Filmtabletten

PackungsgroBen von 1, 2, 4, 8 oder 12 Filmtabletten.

Valedonis 50 mg Filmtabletten PackungsgroBen von 2, 4, 8 oder 12 Filmtabletten.

Valedonis 100 mg Filmtabletten PackungsgroBen von 2, 4, 8 oder 12 Filmtabletten.

Es werden moglicherweise nicht alle PackungsgroBen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere VorsichtsmaBnahmen fur die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7.    INHABER DER ZULASSUNG

TEVA GmbH Graf-Arco-Str. 3 89079 Ulm

8.    ZULASSUNGSNUMMER(N)

Valedonis 25 mg Filmtabletten

76163.00. 00

Valedonis 50 mg Filmtabletten

76164.00. 00

Valedonis 100 mg Filmtabletten

76165.00. 00

9.    DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLANGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 10. Marz 2011

10.    STAND DER INFORMATION

November 2014

11.    VERKAUF SABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

Valedonis 50 mg Filmtabletten