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Xifaxan, 200 mg filmtabletten



Gebrauchsinformation Xifaxan, 200 mg filmtabletten

GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FUR DEN ANWENDER

Xifaxan,

200 mg Filmtabletten

Zur Anwendung bei Erwachsenen Wirkstoff: Rifaximin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfaltig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthalt wichtige Informationen.

-    Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht mochten Sie diese spater nochmals lesen.

-    Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

-    Dieses Arzneimittel wurde Ihnen personlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Symptome haben wie Sie.

-    Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

1.    Was ist Xifaxan und wofur wird es angewendet?

2.    Was sollten Sie vor der Einnahme von Xifaxan beachten?

3.    Wie ist Xifaxan einzunehmen?

4.    Welche Nebenwirkungen sind moglich?

5.    Wie ist Xifaxan aufzubewahren?

6.    Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.    WAS IST XIFAXAN UND WOFUR WIRD ES ANGEWENDET?

XIFAXAN ist ein Antibiotikum aus der Rifamycin-Gruppe, das ausschlieblich im Darm wirkt, da es nicht in den Blutkreislauf aufgenommen wird.

Es wird zur Behandlung von Reisedurchfall (Reisediarrho) bei Erwachsenen ab 18 Jahren angewendet.

Bei Reisedurchfallen, die mit Fieber oder blutigem Stuhl einhergehen, ist das Arzneimittel nicht anzuwenden.

Unter Reisedurchfall versteht man ein Krankheitsbild, bei dem mehrere wassrige Durchfalle pro Tag begleitet von Ubelkeit, Magenkrampfen, Erbrechen und/oder Fieber auftreten. Reisedurchfall wird meist durch Nahrungsmittel oder Getranke verursacht, die mit bakteriellen Krankheitserregern verunreinigt sind. Reisedurchfall tritt meist wahrend oder unmittelbar nach Reisen in die Tropen oder Subtropen oder in Lander des Mittelmeerraumes auf. Das Auftreten von Fieber oder blutigen Stuhlen weist auf eine invasive bakterielle Infektion hin, gegen die Rifaximin nicht wirksam ist.

2. WAS SOLLTEN SIE VOR DER EINNAHME VON XIFAXAN BEACHTEN?

Xifaxan darf nicht eingenommen werden,

- wenn Sie uberempfindlich (allergisch) gegen Rifaximin, Rifamycin-Derivate oder einen der sonstigen Bestandteile von Xifaxan sind.

-    Wenn Sie an Darmverschluss leiden (dies ist eine mechanische oder funktionale Verstopfung des Darms, die die normale Passage des Darminhaltes verhindert)

Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, Apotheker oder dem medizinischen Fachpersonal, bevor Sie Xifaxan einnehmen,

-    wenn Sie Fieber oder Blut im Stuhl haben.

Clostridium difficile assoziierte Diarrho (CDAD) wurde mit dem Einsatz von fast allen antibakteriellen Substanzen berichtet, einschlieBlich Rifaximin. Ein moglicher Zusammenhang einer Rifaximin-Behandlung mit CDAD und der pseudomembranosen Kolitis kann nicht ausgeschlossen werden.

Rifaximin kann zu einer rotlichen Verfarbung des Urins fuhren.

Informieren Sie bitte Ihren Arzt, falls Sie unter einer Nierenfunktionsstorung oder einer Leberfunktionsstorung leiden.

Frauen im gebahrfahigen Alter

Auf Grund der Wirkung von Xifaxan auf die Darmflora konnte es nach Einnahme zu einer Wirkungsabschwachung ostrogenhaltiger oraler Kontrazeptiva (der „Pille“) kommen. Diesbezugliche Wechselwirkungen sind bisher jedoch nicht bekannt geworden. Dennoch ist es ratsam, zusatzliche alternative empfangnisverhutende MaBnahmen anzuwenden, insbesondere wenn der Ostrogengehalt des Arzneimittels, wie bei der so genanten „Mikropille“ sehr gering ist.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob eine der oben genannten Informationen auf Sie zutrifft, sprechen Sie mit Ihrem Arzt, Apotheker oder dem medizinischen Fachpersonal vor der Einnahme von Xifaxan.

Einnahme von Xifaxan zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen kurzlich eingenommen haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker falls Sie eines der folgenden Arzneimittel einnehmen:

-    Antibiotika (Arneimittel, die Infektionen behandeln)

-    Warfarin (Arzneimittel, das die Blutgerinnung verhindert)

-    Antiepileptika (Arzneimittel, die Epilepsie behandeln)

-    Antiarrhythmika (Arzneimittel, die Herzrhythmusstorungen behandeln)

-    Cyclosporin (Immunsuppressivum)

Falls Sie medizinische Kohle (Aktivkohle/Carbo medicinalis) einnehmen, sollten Sie Xifaxan fruhestens 2 Stunden nach dieser Verabreichung einnehmen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, Sie denken, dass Sie schwanger sind oder planen schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt um Rat.

Es gibt keine ausreichenden Daten uber die Anwendung von Rifaximin bei schwangeren Frauen.

Als VorsichtsmaBnahme sollte auf die Anwendung von Rifaximin in der Schwangerschaft verzichtet werden.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Rifaximin in die Muttermilch ubergeht. Bei Sauglingen kann das Risiko nicht ausgeschlossen werden. Vor der Einnahme sollte unter Berucksichtigung des Vorteils des Stillens fur das Kind und des Vorteils der Therapie fur die Mutter eine Entscheidung getroffen werden, ob das Stillen unterbrochen oder abgestillt werden sollte oder ob die Einnahme nicht begonnen wird.

Verkehrstuchtigkeit und Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen

Sie durfen kein Fahrzeug fuhren oder Werkzeuge oder Maschinen bedienen, weil Ihre Erkrankung oder die Einnahme von XIFAXAN Schwache, Benommenheit, Kopfschmerz, Schwindel oder andere Symptome hervorrufen konnen, die das Fahrvermogen beeintrachtigen konnen.

3. WIE IST XIFAXAN EINZUNEHMEN?

Nehmen Sie Xifaxan immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die empfohlene Dosis betragt 1 Filmtablette (200 mg) alle 8 Stunden, bzw. bis zu 2 Filmtabletten (400 mg) alle 12 Stunden.

Xifaxan kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden.

Nehmen Sie Xifaxan mit einem Glas Wasser ein.

Nehmen Sie nicht mehr als 4 Filmtabletten Xifaxan pro Tag ein.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Xifaxan zu stark oder zu schwach ist.

Soweit arztlich nicht anders verordnet, darf die Behandlungsdauer drei Tage nicht uberschreiten. Dauern Ihre Symptome langer an, suchen Sie bitte einen Arzt auf.

Áltere Patienten

Die Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit von Xifaxan zeigten keine Unterschiede zwischen alteren und jungeren Patienten. Daher ist keine Dosisanpassung notwendig.

Leberfunktionsstorungen

Eine Dosisanpassung fur Patienten mit Leberfunktionsstorungen ist nicht notwendig. Nierenfunktionsstorungen

Eine Ánderung in der Dosierung ist nicht vorgesehen.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Rifaximin fur Kindern unter 12 Jahren sowie Jugendlichen wurde nicht hinreichend untersucht. Es kann daher keine Empfehlung zur Dosierung gegeben werden.

Wenn Sie eine grofiere Menge von Xifaxan eingenommen haben, als Sie sollten

Informieren Sie ihren Arzt oder suchen Sie sofort das Krankenhaus auf, wenn Sie eine groBere Menge Xifaxan eingenommen haben, als in dieser Packungsbeilage empfohlen worden ist oder als Ihnen Ihr Arzt verschrieben hat. Nehmen Sie die Arzneimittelpackung mit.

Im Falle einer Uberdosierung werden eine symptomatische Behandlung sowie eine unterstutzende Versorgung empfohlen.

Wenn Sie die Einnahme von Xifaxan vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Xifaxan abbrechen

Die Symptome Ihrer Erkrankung konnen sich moglicherweise wieder verschlechtern, wenn Sie die Behandlung mit Xifaxan vorzeitig beenden.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal.

4. WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MOGLICH?

Wie alle Arzneimittel kann Xifaxan Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten mussen.

Die am haufigsten beobachteten Nebenwirkungen im Zusammenhang mit der Einnahme von Xifaxan waren Beschwerden des Magen- und Darmtrakts, Mudigkeit und Fieber, die alle auch auf das Krankheitsbild Reisedurchfall zuruckgefuhrt werden konnen.

Andere Nebenwirkungen:

Haufig: kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

-    Benommenheit, Kopfschmerz

-    Bauchschmerzen, Verstopfung, plotzlicher Stuhldrang, Durchfall, Blahungen (Flatulenz), Blahbauch (abdominale Aufblahung), Ubelkeit, Erbrechen, fehlende und schmerzhafte Darmentleerung oder Schwierigkeiten bei der Darmentleerung

-    Fieber

Gelegentlich: kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

-    Candidiasis (infektiose Pilzkrankheit), Lippenherpes, Nasenrachenentzundung, Infektionen der oberen Atemwege

-    Anormale Ergebnisse bei Blutuntersuchungen (Lymphozytenvermehrung im Blut, erhohte Monozytenkonzentration im Blut, Verminderung der neutrophilen Granulozyten im Blut)

-    Appetitlosigkeit, Flussigkeitsverlust im Korper (Dehydration)

-    Abnorme Traume, depressive Verstimmung, Schlaflosigkeit, Nervositat

-    herabgesetzte Beruhrungs- bzw. Schmerzempfindung, ein Gefuhl von Prickeln oder Kribbeln, Migrane, Kopfschmerz durch Entzundung der Nasennebenhohlen, Schlafrigkeit, Geschmacksstorung einschlieBlich Ausfall der Geschmackswahrnehmung

-    Doppeltsehen

-    Ohrenschmerzen, das Gefuhl, dass sich der Raum dreht (V ertigo)

-    Herzjagen (Palpitation)

-    Erhohter Blutdruck, Hitzewallungen

-    Husten, trockene Kehle, Atemnot, verstopfte Nase, Rachen- oder Kehlkopfschmerzen, Nasenschleimabsonderung

-    Oberbauchschmerzen, trockene Lippen, Verdauungsstorung,Storung der Darmentleerung, harter Stuhl, Blut im Stuhl, schleimiger Stuhl

-    Erhohte Leberenzymwerte (Aspartat-Aminotransferase)

-    Hautausschlag, makulare Hautflecken, Sonnenbrand

-    Ruckenschmerzen, Muskelkrampfe, Muskelschwache, Muskelschmerzen, Nackenschmerzen

-    Blut im Urin, Harnzuckerausscheidung (Glukosurie), haufiger Harndrang, vermehrte Harnausscheidung (Polyurie), Eiweihausscheidung im Urin (Proteinurie)

-    Haufigere Regelblutung (Polymenorrho)

-    Erschopfung, Kraftlosigkeit, Frosteln, kalter SchweiB, vermehrte Schweihbildung, grippeahnliche Erkrankungen, Odeme der Extremitaten, Schmerzen und Missempfindungen

Nicht bekannt: Haufigkeit auf Grundlage der verfugbaren Daten nicht abschatzbar

-    Bakterieninfektionen (Clostridium difficile)

-    Anormale Ergebnisse bei Blutuntersuchungen (verminderte Blutplattchen, Leberfunktionsstests ausserhalb der Normwerte, Abweichung der INR-Werte (Parameter zur Bewertung der Blutgerinnung))

-    Allergische Reaktion einschlieblich anaphylaktischer Schock

-    Gefuhl bevorstehender Bewusstlosigkeit

-    Kreislaufkollaps (Synkope)

-    Kehlkopfodem

-    Schwellungen von Haut, Schleimhaut und der angrenzenden Gewebe, entzundliche Reaktionen der Haut, schuppenartige Entzundung der Haut (exfoliative Dermatitis), juckende Hautentzundung (Erythem), Juckreiz, Hautblutungen (Purpura), erythematoser Hautausschlag, masernahnlicher (morbilliformer) Hautausschlag, Nesselsucht

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische

Fachpersonal. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie konnen Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, konnen Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen uber die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfugung gestellt werden.

5. WIE 1ST XIFAXAN AUFZUBEWAHREN?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel fur Kinder unzuganglich auf.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

Sie durfen Xifaxan nach dem auf dem Umkarton nach <Verwendbar bis > angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Fur dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6. INHALT DER PACKUNG UND WEITERE INFORMATIONEN Was Xifaxan enthalt:

-    Der Wirkstoff ist: Rifaximin

1 Filmtablette enthalt 200 mg Rifaximin.

-    Die sonstigen Bestandteile sind:

Poly(O-carboxymethyl)starke, Natriumsalz Glyceroldistearat (Ph. Eur.)

Hochdisperses Siliciumdioxid

Talkum

Mikrokristalline Cellulose

Hypromellose

Titandioxid

Natriumedetat (Ph. Eur.)

Propylenglycol

Eisen(III)-oxid

Wie Xifaxan aussieht und Inhalt der Packung

Rosafarbene, runde, bikonvex geformte Filmtablette mit 10 mm Durchmesser. PVC/PE/PVDC/Aluminium-Blisterpackung mit 12 Filmtabletten.

Pharmazeutischer Unternehmer

Norgine B.V.

Hogehilweg 7

1101 CA Amsterdam ZO

Niederlande

Hersteller

Alfa Wassermann S.p.A. Via Enrico Fermi, 1 65020 Alanno (PE) Italien

Vertrieb duch

Norgine GmbH Im Schwarzenborn 4 35041 Marburg

0 64 21 / 98 52 0 0 64 21 / 98 52 30 www.norgine.de info@norgine.de


Telefon

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Internet:

E-Mail:

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt uberarbeitet im Marz 2015

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Xifaxan, 200 mg Filmtabletten

Fachinformation Xifaxan, 200 mg filmtabletten

Fachinformation

(Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels/SPC)

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Xifaxan, 200 mg Filmtabletten

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Filmtablette enthalt:

200 mg Rifaximin

Vollstandige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe, Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Filmtablette

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Behandlung der durch nicht-invasive enteropathogene Bakterien verursachten Reisediarrho bei Erwachsenen im Alter von > 18 Jahren (s. Abschnitte 4.4 und 5.1).

Eine Reisediarrho im Sinne der Indikation ist eine in einem mediterranen, subtropischen oder tropischen Land erworbene Diarrho bei Reisenden.

Es sind die offiziellen Richtlinien zur sachgerechten Anwendung von Antiinfektiva zu beachten.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Die normale Dosierung fur einen erwachsenen Patienten ab 18 Jahren betragt 1 Filmtablette (200 mg) alle 8 Stunden. Diese kann bei Bedarf auf 2 Filmtabletten (400 mg) alle 12 Stunden erhoht werden. Die maximale Tagesdosis betragt somit 800 mg.

Behandlungsdauer:

Soweit arztlich nicht anders verordnet, darf die Behandlungsdauer bei Reisediarrho 3 Tage nicht uberschreiten. Dauern die Symptome langer als 3 Tage an, muss ein Arzt hinzugezogen werden.

Áltere Patienten:

Eine Dosisanpassung ist nicht erforderlich, da Sicherheits- und Wirksamkeitsdaten von Xifaxan keine Unterschiede zwischen alteren und jungeren Patienten zeigten.

Leberfunktionsstorungen:

Eine Dosisanpassung fur Patienten mit Leberinsuffizienz ist nicht erforderlich (siehe Abschnitt 5.2). Nierenfunktionsstorungen:

Eine Dosisanpassung ist nicht erforderlich (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Xifaxan bei Kindern unter 12 Jahren wie auch bei Jugendlichen wurde nicht untersucht.

Derzeitig verfugbare Daten sind im Abschnitt 5.1. beschrieben, jedoch kann keine Empfehlung hinsichtlich der Dosierung gegeben werden.

Art der Anwendung

Oral einzunehmen mit einem Glas Wasser.

Xifaxan kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden.

4.3 Gegenanzeigen

Uberempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, gegen andere Rifamycin-Derivate oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

Uberempfindlichkeitsreaktionen umfassen exfoliative Dermatitis, angioneurotisches Ódem und Anaphylaxie (siehe Abschnitt 4.8).

Falle von Darmverschluss.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsma&nahmen fur die Anwendung

Xifaxan, ist nicht anzuwenden bei Patienten mit klinischen Zeichen einer invasiven Enteritis wie z. B. bei Fieber oder blutigem Stuhl.

Clostridium difficile assoziierte Diarrho (CDAD) wurde mit dem Einsatz von fast allen antibakteriellen Substanzen berichtet, einschlieGlich Rifaximin.

Ein Zusammenhang einer Rifaximin-Behandlung mit CDAD und der pseudomembranosen Colitis (PMC) kann nicht ausgeschlossen werden.

Eine Therapie mit Antibiotika verandert die normale Darmflora, was zu einer Uberwucherung mit C. difficile fuhren kann. C. difficile produziert die Toxine A und B, die zur Entwicklung von CDAD beitragen. Eine CDAD muss daher bei allen Patienten in Erwagung gezogen werden, bei denen nach einer Antibiotika-Anwendung eine Diarrho auftritt.

Bei gleichzeitiger Einnahme von Rifaximin und einem P-Glykoprotein-Inhibitor, wie z. B. Cyclosporin, ist Vorsicht geboten (siehe Abschnitt 4.5).

Trotz der minimalen Resorption (weniger als 1%) kann Rifaximin ebenso wie alle Rifamycin-Derivate zu einer rotlichen Verfarbung des Urins fuhren. Der Patient muss diesbezuglich gewarnt werden.

Bei Patienten mit Nierenfunktionsstorungen wurde die Pharmakokinetik von Rifaximin bisher nicht untersucht. Auf Grund der geringen gastrointestinalen Resorption von Rifaximin wird nur ein extrem niedriger Prozentsatz von Rifaximin im Urin ausgeschieden (Wiederfindungsrate im Urin nach oraler Anwendung: < 0,3%) (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2).

Aufgrund der Wirkung auf die Darmflora konnte es nach der Einnahme von Rifaximin zu einer Wirkungsabschwachung ostrogenhaltiger oraler Kontrazeptiva kommen. Jedoch ist von solchen Wechselwirkungen bisher nicht haufig berichtet worden. Zusatzliche kontrazeptive MaGnahmen werden empfohlen, insbesondere wenn der Óstrogengehalt der oralen Kontrazeptiva unter 50 p.g liegt.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Es liegen keine Erfahrungen vor bezuglich der Einnahme von Rifaximin bei Patienten, die ein anderes antibakterielles Rifamycin-Praparat zur Behandlung einer systemischen bakteriellen Infektion einnehmen. /n-v/tro-Untersuchungen zeigen, dass Rifaximin die Arzneimittelverstoffwechselnden Enzyme (CYPs1A2, 2A6, 2B6, 2C8, 2C9, 2C19, 2D6, 2E1, und 3A4) des Enzymkomplexes Cytochrom P-450 nicht hemmt. In /n-v/tro-Studien induzierte Rifamixin die Enzyme CYP1A2 und CYP2B6 nicht, fuhrte jedoch zu einer schwachen Induktion von CYP3A4.

In-vitro Rifaximin ist ein mittelgradiges Substrat von P-Glykoprotein (P-gp) und wird durch CYP3A4 metabolisiert. Es ist nicht bekannt, ob die systemische Exposition von Rifaximin durch eine P-gp- und/oder CYP3A4-hemmende Begleitmedikation erhoht werden kann.

Bei gesunden Probanden fuhrte die gleichzeitige Gabe von Cyclosporin (600 mg), einem potenten P-Glykoprotein-Inhibitor, mit einer einzelnen Dosis von Rifaximin (550 mg) zu einem 83-fachen und 124-fachen Anstieg der durchschnittlichen Rifaximin-Cmax- und -AUC«- Werte von Rifaximin. Die klinische Relevanz dieses Anstiegs in der systemischen Exposition ist unbekannt.

Das AusmaG von Arzneimittelwechselwirkungen, die im Zusammenhang mit Transportersystemen auftreten, wurde /n-v/tro gepruft, und die Ergebnisse deuten an, dass eine klinisch relevante Wechselwirkung zwischen Rifaximin und anderen Substanzen, die uber P-gp oder andere Transportproteine (MDR1, MRP2, MRP4, BCRP und BSEP) ausgeschieden werden, unwahrscheinlich ist.

Aufgrund der vernachlassigbaren systemischen Resorption von Rifaximin stehen die Auswirkungen auf Cytochrom-P450 und die Transportersysteme lediglich mit geringen, klinisch unerheblichen bioverfugbaren Anteilen des Produktes in Zusammenhang (siehe Abschnitt 5.2).

Bei gesunden Probanden zeigten Studien zu klinischen Wechselwirkungen keinen signifikanten Einfluss von Rifaximin auf die Pharmakokinetik von CYP3A4 Substraten. Jedoch kann bei Patienten mit Leberfunktionsstorungen nicht ausgeschlossen werden, dass Rifaximin, aufgrund der hoheren systemischen Exposition im Vergleich zu gesunden Probanden moglicherweise die Exposition gegenuber gleichzeitig eingenommenen CYP3A4 Substraten reduziert (z.B. Warfarin, Antiepileptika, Antiarrhythmika) (siehe Abschnitt 5.2).

Wechselwirkungsstudien zur gleichzeitigen Einnahme von Xifaxan mit anderen Arzneimitteln, die gegebenenfalls bei Reisediarrho angewendet werden (z.B. Loperamid oder Aktivkohle) wurden nicht durchgefuhrt.

In einer Wirksamkeitsstudie, in der Loperamid und Aktivkohle gleichzeitig eingenommen wurden, war das Sicherheitsprofil (Haufigkeit und Art der Nebenwirkungen) vergleichbar mit entsprechenden Resultaten, bei denen ausschlieGlich Loperamid, bzw. ausschlieGlich Rifaximin eingenommen wurde.

Xifaxan darf fruhestens 2 Stunden nach Verabreichung von Aktivkohle eingenommen werden.

4.6 Fertilitat, Schwangerschaft und Stillzeit Schwangerschaft

Es liegen keine oder begrenzte Daten zur Anwendung von Rifaximin bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien zeigten vorubergehende Auswirkungen auf die Verknocherung und Veranderungen des Skeletts beim Fotus (siehe Abschnitt 5.3). Die klinische Relevanz dieser Erkenntnisse beim Menschen ist unbekannt. Als VorsichtsmaGnahme ist die Einnahme von Xifaxan wahrend der Schwangerschaft nicht empfohlen.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt ob Rifaximin/Metaboliten in die Muttermilch ubergehen. Ein Risiko fur das gestillte Kind kann nicht ausgeschlossen werden.

Es muss eine Entscheidung daruber getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die Behandlung mit Rifaximin verzichtet werden soll.

Dabei ist sowohl der Nutzen des Stillens fur das Kind als auch der Nutzen der Therapie fur die Frau zu berucksichtigen.

Fertilitat

Tierexperimentelle Studien zeigen keine direkte oder indirekte schadliche Auswirkung auf die mannliche und weibliche Fertilitat.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstuchtigkeit und die Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstuchtigkeit und die Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen durchgefuhrt. Es sollte auf das Auftreten von Schwindel und Mudigkeit bzgl. der Verkehrstuchtigkeit und dem Bedienen von Maschinen geachtet werden.

4.8 Nebenwirkungen

Die am haufigsten beobachteten Nebenwirkungen in klinischen Studien waren gastrointestinale Symptome, Mudigkeit und Fieber, die alle auf die zugrunde liegende Krankheit zuruckgefuhrt werden konnen. Gastrointestinale Symptome wurden in klinischen Studien unter Behandlung mit Xifaxan mit derselben Haufigkeit festgestellt wie bei Patienten, die mit Placebo behandelt wurden. Alle anderen Nebenwirkungen traten gelegentlich auf.

Erfahrungen nach Markteinfuhrung

Alle neuen Nebenwirkungen, welche nach Zulassung gemeldet wurden, sind unter der Haufigkeit „nicht bekannt“ aufgefuhrt, da die Haufigkeit auf Grundlage der verfugbaren Daten nicht abgeschatzt werden kann.

Bei den Haufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr haufig: (> 1/10)

Haufig:    (>    1/100, < 1/10)

Gelegentlich:    (>    1/1.000, < 1/100).

Selten:    (>    1/10.000, < 1/1.000)

Sehr selten: (< 1/10.000)

Nicht bekannt:    (Haufigkeit auf Grundlage der verfugbaren Daten nicht abschatzbar)

Systemorganklassen gemaG MedDRA-Datenbank

Haufig

Gelegentlicht

Nicht bekannt

Infektionen und

parasitaere

Erkrankungen

Candidiasis,

Herpes simplex, Nasopharyngitis, Pharyngitis,

Infektionen der oberen Atemwege

Clostridien-Infektionen (C. difficile)

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Lymphozytose,

Monozytose,

Neutropenie

Thrombozytopenie

Erkrankungen des Immunsystems

Anaphylaktische

Reaktionen,

einschlieGlich

anaphylaktischer

Schock,

Hypersensitivitat

Stoffwechsel- und Ernaehrungsstoerungen

Anorexie, Dehydration

Psychiatrische

Erkrankungen

Abnormale Traume,

Depressive

Verstimmung,

Schlaflosigkeit,

Nervositat

Erkrankungen des Nervensystems

Benommenheit,

Kopfschmerz

Hypasthesie,

Migrane,

Ageusie,

Sinusitis-Kopfschmerz, Somnolenz Dysgeusien inklusive Ageusie

Prasynkope

Synkope

Augenerkrankungen

Diplopie

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Ohrenschmerzen,

Schwindel

Herzerkrankungen

Palpitation

Gefaesserkrankungen

Hypertonie

Hitzewallungen

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Husten,

Trockene Kehle, Dyspnoe,

Verstopfte Nase, Rachen-

/Kehlkopfschmerzen,

Rhinorrho

Kehlkopfodem

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Bauchschmerzen,

Verstopfung,

Plotzlicher Stuhldrang, Diarrho,

Flatulenz, Blahungen und Spannungsgefuhl Ubelkeit und Erbrechen, Tenesmus ani

Oberbauchschmerzen, Trockene Lippen, Dyspepsie,

Storungen der

gastrointestinalen

Motilitat,

Harter Stuhl, Hamatochezie, Schleimiger Stuhl

Leber- und Gallenerkrankungen

Erhohte Aspartat-Aminotransferase-Werte

Anomalie bei Leberfunktionstests

Erkankungen der Haut und des

Unterhautzellgewebes

Ausschlag,

Makularer Ausschlag Sonnenbrand1

Angioodem,

Dermatitis,

Exfoliative Dermatitis,

Ekzem

Erythem,

Pruritus,

Purpura,

Morbiliformer

Ausschlag,

Erythematoser

Hautausschlag,

Urtikaria

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Ruckenschmerzen,

Muskelkrampfe,

Muskelschwache,

Myalgie,

Nackenschmerzen

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Blut im Urin, Glykosurie,

Pollakisurie,

Polyurie,

Proteinurie

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdruese

Polymenorrho

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Pyrexie

Asthenie,

Frosteln,

Kalter Schweiss,

Hyperhidrose,

grippeahnliche

Erkrankungen,

Periphere Odeme,

Schmerzen und

Missempfindungen

Untersuchungen

Abweichungen der INR Werte (International Normalised Ratio)

1 Die Meldung, „Sonnenbrand“ des Prufarztes bezieht sich nicht generell auf Photosensitivitat sondern auf „Sonnenbrand“.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grower Wichtigkeit. Sie ermoglicht eine kontinuierliche Uberwachung des Nutzen-Risiko-Verhaltnisses des Arzneimittels. Angehorige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9 Uberdosierung

In klinischen Studien an Patienten mit Reisediarrho wurden Dosierungen von bis zu 1800 mg/Tag ohne schwerwiegende klinische Anzeichen vertragen. Auch bei Patienten/Probanden mit normaler Bakterienflora fuhrte Xifaxan in Dosierungen bis zu 2400 mg/Tag uber 7 Tage nicht zu klinischen Symptomen einer Unvertraglichkeit.

Im Falle einer Uberdosierung werden eine Magenentleerung sowie eine geeignete unterstutzende Behandlung empfohlen.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Das Arzneimittel Xifaxan enthalt Rifaximin (4-Deoxy-4’-methylpyrido[1’,2’-1,2]imidazo-[5,4-c]rifamycin SV) in der polymorphen Form a.

ATC-Klassifizierung

ATC-Code: A07AA11

Pharmakotherapeutische Gruppe: Intestinale Antiinfektiva Wirkmechanismus

Rifaximin ist ein halbsynthetisches Derivat von Rifamycin SV; ebenso wie andere Antibiotika der Rifamycin-Gruppe bindet es irreversibel an die Beta-Untereinheit eines bakteriellen Enzyms, der DNA-abhangigen RNA-Polymerase, und hemmt dadurch die RNA-Synthese des Bakteriums.

Rifaximin besitzt ein breites antimikrobielles Wirkungsspektrum gegen die meisten grampositiven und -negativen, aeroben und anaeroben Bakterien, die Darminfektionen wie z.B. bakterielle Diarrho verursachen.

Auf Grund der sehr geringen Resorption aus dem Magen-Darm-Trakt wirkt Rifaximin lokal im Darmlumen und besitzt keine klinische Wirksamkeit gegen invasive pathogene Bakterien.

Resistenzmechanismus

Bei der Entwicklung von Resistenzen gegen Rifaximin liegt meist eine Einpunktmutation der bakteriellen DNA-abhangigen RNA-Polymerase vor. Die Inzidenz von resistenten Subpopulationen unter den Bakterien, die von Patienten mit Reisediarrho isoliert wurden, war sehr gering.

In klinischen Studien zu Veranderungen der Empfindlichkeit der Darmflora bei Probanden mit Reisediarrho konnte die Entstehung wirkstoffresistenter grampositiver (z.B. Enterokokken) sowie gramnegativer (E. coli) Organismen im Rahmen einer dreitagigen Behandlung mit Rifaximin nicht nachgewiesen werden.

Die Entwicklung von Resistenzen in der normalen Darmbakterienflora wurde anhand hoher Mehrfachdosierungen von Rifaximin bei gesunden Freiwilligen sowie bei Patienten mit entzundlicher Darmerkrankung untersucht. Es entwickelten sich gegen Rifaximin resistente Stamme; diese waren jedoch instabil und es kam weder zu einer Besiedlung des Magen-Darm-Trakts noch zu einem Verdrangen der Rifaximin-sensitiven Stamme. Ein Absetzen der Behandlung fuhrte zum raschen Verschwinden der resistenten Stamme.

Experimentelle und klinische Daten weisen darauf hin, dass die Behandlung von Reisediarrho mit Rifaximin bei Patienten, die mit Stammen von Mycobacterium tuberculosis oder Neisseria meningitidis infiziert sind, nicht zu einer Auslese von resistenten Stammen fuhrt.

Grenzwerte

Es stehen keine klinischen Grenzwerte fur Rifaximin als lokal wirksamem Antibiotikum zur Verfugung.

Rifaximin wurde in vitro an Erregern untersucht, die von Patienten isoliert wurden, welche in vier verschiedenen geografischen Regionen der Erde an Reisediarrho erkrankt waren. Diese Erreger sind im Einzelnen: ETEC (Enterotoxische E. coli), EAEC (Enteroaggregative E. coli), Salmonella spp., Shigella spp., Non-Vibrio cholerae, Plesiomonas spp., Aeromonas spp., Campylobacter spp. Die MHK90 der getesteten Bakterienisolate lag bei 32 gg/ml; dieser Wert kann im Darmlumen aufgrund der hohen Konzentration von Rifaximin in den Faeces leicht erreicht werden.

Auf Grund der sehr geringen Resorption aus dem Magen-Darm-Trakt besitzt Rifaximin - trotz nachgewiesener in-vitro-Empfindlichkeit - keine klinische Wirksamkeit gegen invasive pathogene Bakterien.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Klinische Studien bei Patienten mit Reisediarrho zeigten die Wirksamkeit von Rifaximin gegen ETEC (Enterotoxische E.coli) und EAEC (Enteroaggregative E. coli). Diese Keime sind uberwiegend fur die Auslosung der Reisediarrho bei Personen, die in mediterrane Lander oder tropische und subtropische Regionen reisen, verantwortlich.

Kinder und Jugendliche

Die Wirksamkeit, Dosierung und Sicherheit von Rifaximin in Kindern unter 12 Jahren wie auch bei Jugendlichen wurden nicht hinreichend belegt.

Die Literatursuche ergab 9 Studien zur Wirksamkeit in der padiatrischen Population, welche 371 Kinder umfassten, wovon 233 Kinder Rifaximin erhielten. Die Mehrheit der einbezogenen Kinder war alter als 2 Jahre. Das Charakteristikum aller Studien war Diarrho bakteriellen Ursprungs (vor, wahrend oder nach der Behandlung untersucht).

Die Daten (der einzelnen Studien und einer Meta-Analyse) zeigen einen positiven Trend hinsichtlich der Wirksamkeit von Rifaximin bei bestimmten Zustanden (akute Diarrhoen (hauptsachlich rezidivierend), ausgelost durch identifizierte oder vermutete nicht-invasive Rifaximin-sensitive Bakterien wie Escherichia coli).

Die am haufigsten verwendete Dosierung bei Kindern zwischen 2 und 12 Jahren in diesen begrenzten Studien mit wenigen Patienten lag im Bereich von 20-30 mg/kg/Tag in 2 bis 4 Einzelgaben (siehe auch Abschnitt 4.2).

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften Resorption

Studien zur Pharmakokinetik bei Ratten, Hunden und Menschen haben gezeigt, dass bei oraler Anwendung von Rifaximin praktisch keine Resorption stattfindet (weniger als 1%). Nach Verabreichung therapeutischer Dosen von Rifaximin zeigten sich bei gesunden Freiwilligen sowie bei Patienten mit Schadigungen der Darmschleimhaut (entzundliche Darmerkrankung) minimale Plasmaspiegel (weniger als 10 ng/ml). Die klinisch nicht relevante systemische Resorption von Rifaximin ist sowohl im nuchternen Zustand zu beobachten als auch bei Verabreichung innerhalb von 30 Minuten nach einem fettreichen Fruhstuck. Vergleichende pharmakokinetische Studien haben gezeigt, dass manche andere polymorphen Formen von Rifaximin zu einem deutlich hoheren AusmaG resorbiert werden als die polymorphe Form a.

Verteilung

Nahezu das gesamte oral verabreichte Rifaximin ist im Gastrointestinaltrakt verfugbar, wo es eine hohe Konzentration erreicht.

Der zu vernachlassigende Anteil von Rifaximin, der resorbiert wird, bindet sich maGig an menschliche Plasmaproteine. In-vivo war das mittlere Proteinbindungsverhaltnis gering, 67,5 % bei gesunden Probanden und 62 % bei Patienten mit Leberfunktionsstorungen, die mit Rifaximin behandelt wurden.

Es wurde kein Zusammenhang zu den verschiedenen Stadien der Leberschadigung festgestellt.

Biotransformation

Durch Analyse von Stuhlproben konnte nachgewiesen werden, dass Rifaximin als intaktes Molekul in den Faeces auffindbar ist. Dies legt nahe, dass Rifaximin wahrend seiner Passage durch den Gastrointestinaltrakt weder abgebaut noch metabolisiert wird.

In einer Studie mit radioaktiv markiertem Rifaximin betragt die Wiederfindungsrate von unverandertem Rifaximin 0,025 % der verabreichten Dosis, wahrend <0,01 % der Dosis als 25-Desacetylrifaximin wiedergefunden wurde, dem einzigen Metaboliten von Rifaximin, der beim Menschen entdeckt wurde.

Elimination

Die durchschnittliche Rifaximin-Konzentration im Stuhl lag wahrend der 3 tagigen Einnahme einer Einzeldosis von 400 mg bei 670 gg /ml.

Eine unter Verwendung eines radioaktiv markierten Praparates durchgefuhrte Studie zeigte, dass die Ausscheidung von 14C-Rifaximin beinahe ausschlieGlich und vollstandig in den Faeces erfolgt (96,9 % der verabreichten Menge).

Die Wiederfindungsrate von 14C-Rifaximin (unverandertes Rifaximin inklusive seiner Metabolite) im Urin betragt hochstens 0,4% der verabreichten Dosis.

Linearitat/Nicht-Linearitat

Die Resorptionsrate und die Hohe der systemischen Exposition des Menschen gegenuber Rifaximin scheint durch eine nicht-lineare (dosisabhangige) Kinetik charakterisiert zu sein, die moglicherweise gleichbedeutend ist mit einer loslichkeitsabhangigen Resorption von Rifaximin. Aufgrund der niedrigen Resorption von Rifaximin haben diese Resultate keine klinische Relevanz.

Besondere Populationen

Beeintrachtigung der Nierenfunktion

Keine klinischen Daten zur Anwendung von Rifaximin bei Patienten mit Nierenfunktionsstorungen. Leberfunktionsstorungen

Klinische Daten, die fur Patienten mit Leberfunktionsstorungen vorliegen, zeigen eine hohere systemische Exposition als bei gesunden Probanden.

Die systemische Exposition von Rifaxmin war in den Patienten mit milder (Child-Pugh A), moderater (Child-Pugh B) und schwerer (Child-Pugh C) Leberschadigung 10-, 13- und 20-fach hoher als bei gesunden Probanden.

Der Anstieg der systemischen Exposition gegenuber Rifaximin bei Patienten mit Leberfunktionsstorungen sollte im Kontext der lokalen gastrointestinalen Wirkweise von Rifaximin und der geringen systemischen Bioverfugbarkeit sowie der verfugbaren Sicherheitsdaten fur Rifaximin bei Patienten mit Leberzirrhose bewertet werden.

Eine Anpassung der Dosierung ist nicht zu empfehlen, da Rifamixin lokal wirkt.

Kinder und Jugendliche

Die Pharmakokinetik von Rifaximin wurde bei Kindern und Jugendlichen jeglichen Alters nicht untersucht.

5.3 Praklinische Daten zur Sicherheit

Praklinische Daten ergeben auf Basis konventioneller Untersuchungen zur Sicherheitspharmakologie, zur Toxizitat nach wiederholter Verabreichung, zur Genotoxizitat und karzinogenem Potenzial kein besonderes Risikopotenzial fur die Anwendung am Menschen.

In einer embryofetalen Entwicklungsstudie an Ratten wurde eine leichte und vorubergehende Verzogerung der Knochenentwicklung bei 300 mg/kg/Tag beobachtet, die aber die normale Entwicklung der Nachkommen insgesamt nicht beeinflusste. Bei Kaninchen wurde ein Anstieg der Haufigkeit von Skelett-Veranderungen nach der oralen Verabreichung von Rifaximin wahrend der Schwangerschaft beobachtet.

Die klinische Relevanz dieser Erkenntnisse ist unklar.

6.    PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1    Liste der sonstigen Bestandteile

Poly(O-carboxymethyl)starke, Natriumsalz Glyceroldistearat (Ph. Eur.)

Hochdisperses Siliciumdioxid Talkum

Mikrokristalline Cellulose

Hypromellose

Titandioxid

Natriumedetat (Ph. Eur.)

Propylenglycol

Eisen(III)-oxid

6.2 Inkompatibilitaten

Nicht zutreffend.

6.3    Dauer der Haltbarkeit

In Originalverpackung:    3 Jahre

6.4    Besondere Vorsichtsmaftnahmen fur die Aufbewahrung

Fur dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5    Art und Inhalt des Behaltnisses

PVC/PE/PVDC/Aluminium-Blisterpackung fur 12 Filmtabletten.

6.6    Besondere Vorsichtsmaftnahmen fur die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

Norgine B.V.

Hogehilweg 7

1101 CA Amsterdam ZO

Niederlande

8.    ZULASSUNGSNUMMER(N)

57595.00.00

9.    DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÁNGERUNG DER ZULASSUNG

15.01.2008

10.    STAND DER INFORMATION

Marz 2015

11.    Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig gemaG § 48 Abs. 2 Nr. 1 AMG, da dieses Arzneimittel einen Stoff enthalt, dessen Wirkung in der medizinischen Wissenschaft noch nicht allgemein bekannt ist.

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Xifaxan, 200 mg Filmtabletten