+ iMedikament.de

Xylocain 1 %



Gebrauchsinformation Xylocain 1 %

Seite 1 von 12

Gebrauchsinformation: Information fur Anwender

Xylocain® 1 %

Injektionslosung

Xylocain® 2 %

Injektionslosung

Lidocainhydrochlorid 1 H2O

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfaltig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthalt wichtige Informationen.

•    Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht mochten Sie diese spater nochmals lesen.

•    Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

•    Dieses Arzneimittel wurde Ihnen personlich verschrieben und darf nicht an Dritte weitergegeben werden. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese das gleiche Krankheitsbild haben wie Sie.

•    Wenn eine der aufgefuhrten Nebenwirkungen Sie erheblich beeintrachtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

1.    Was ist Xylocain und wofur wird es angewendet?

2.    Was sollten Sie vor der Anwendung von Xylocain beachten?

3.    Wie ist Xylocain anzuwenden?

4.    Welche Nebenwirkungen sind moglich?

5.    Wie ist Xylocain aufzubewahren?

6.    Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Xylocain und wofur wird es angewendet?

1.1    Xylocain ist ein Arzneimittel zur ortlichen Betaubung (Lokalanasthetikum vom Saureamidtyp).

1.2    Xylocain wird zur Betaubung (Anasthesie) bestimmter Korperteile bei Operationen und auch zur Linderung von Schmerzen angewendet.

Die Hauptanwendungsgebiete sind:

Xylocain 1 % wird angewendet bei Erwachsenen und Kindern ab 1 Jahr, um • bestimmte Korperteile wahrend einer Operation zu betauben,

•    Schmerzen nach einer Operation oder nach einem Unfall zu lindern,

•    bestimmte chronische Schmerzen zu behandeln.

Xylocain 2 % wird angewendet bei Erwachsenen, um:

•    bestimmte Korperteile wahrend einer Operation zu betauben,

•    Schmerzen nach einer Operation oder nach einem Unfall zu lindern,

•    bestimmte chronische Schmerzen zu behandeln.

2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Xylocain beachten?

2.1    Xylocain darf nicht angewendet werden

wenn Sie allergisch gegen

•    den Wirkstoff Lidocain,

•    bestimmte andere Mitteln zur Schmerzausschaltung (Lokalanasthetika vom Amid- und Estertyp),

•    Methyl-4-hydroxybenzoat (Konservierungsmittel),

•    Para-Aminobenzoesaure (PAB, Abbauprodukt der Lokalanasthetika vom Estertyp und der Konservierungsmittel) oder

•    einen der in Abschnitt 6 genannten sonstigen Bestandteile sind.

AuRerdem darf Xylocain nicht angewendet werden

•    bei schweren Storungen des Herz-Reizleitungssystems,

•    bei akutem Versagen der Herzleistung,

•    bei Schock,

•    in der Geburtshilfe

Xylocain enthalt Konservierungsmittel (Methyl-4-hydroxybenzoat). Es darf daher nicht bei einer intrathekalen, intracisternalen oder einer intra- oder retrobulbaren Injektion angewendet werden.

Zusatzlich sind die allgemeinen und speziellen Gegenanzeigen fur die verschiedenen Lokal- und Regionalanasthesieverfahren zu berucksichtigen.

2.2    Warnhinweise und VorsichtsmaRnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bevor Xylocain bei Ihnen angewendet wird, wenn Sie

•    an einer Nieren- oder Lebererkrankung leiden,

•    an Myasthenia gravis (neuromuskulare Erkrankung) leiden,

•    alter und in einer schlechten gesundheitlichen Verfassung sind,

•    unter Erregungsleitungsstorungen am Herzen leiden oder

•    falls die Injektion in ein entzundetes Gebiet vorgenommen werden soll.

Wenn Sie an einer Storung des blutbildenden Systems (Porphyrie) leiden, darf Xylocain nur unter arztlicher

Uberwachung angewendet werden. Moglicherweise kann Xylocain auch eine Porphyrie auslosen.

Vor einer Lokalanasthesie ist grundsatzlich auf eine ausreichende Volumensubstitution zu achten.

Bestehende Hypovolamien mussen behoben werden.

Ist eine Allergie gegen Lidocainhydrochlorid bekannt, so muss mit einer Kreuzallergie gegen andere

Lokalanasthetika vom Saureamidtyp gerechnet werden.

Bei Anwendung im Hals-Kopf-Bereich besteht ein hoherer Gefahrdungsgrad, weil das Risiko fur

zentralnervose Vergiftungserscheinungen erhoht ist.

Zur Vermeidung von Nebenwirkungen sollten folgende Punkte beachtet werden:

•    Bei Risikopatienten und bei Verwendung hoherer Dosierungen (mehr als 25 % der maximalen Einzeldosis bei einzeitiger Gabe) einen intravenosen Zugang fur eine Infusion legen (Volumensubstitution).

•    Die Dosierung so niedrig wie moglich wahlen.

•    Zur Verwendung eines gefaRverengenden Zusatzes siehe Abschnitt 3.2 „Dosis“.

•    Die korrekte Lagerung des Patienten beachten.

•    Vor der Injektion sorgfaltig in zwei Ebenen aspirieren (Drehung der Kanule).

•    Vorsicht bei einer Injektion in infizierte Bereiche (aufgrund verstarkter Resorption bei herabgesetzter Wirksamkeit).

•    Die Injektion langsam vornehmen.

•    Blutdruck, Puls und Pupillenweite kontrollieren.

•    Pramedikation vor groReren Regionalanasthesien nicht vergessen! (In der Pramedikation sollte, besonders wenn groRere Mengen des Lokalanasthetikums injiziert werden mussen, ein kurz wirksames Beruhigungsmittel, z. B. Diazepam, enthalten sein). Die Bereitstellung von Atropin ist bei allen Lokalanasthesien erforderlich.

Bestimmte Methoden in der Lokalanasthesie konnen, unabhangig vom verwendeten Lokalanasthetikum,

mit einem vermehrten Auftreten von schweren unerwunschten Wirkungen verbunden sein:

•    Zentrale Nervenblockaden konnen eine kardiovaskulare Depression verursachen, besonders im Falle einer Hypovolamie.

•    Retrobulbare Injektionen konnen in sehr seltenen Fallen in den Subarachnoidalraum gelangen und eine vorubergehende Blindheit, einen kardiovaskularen Kollaps, Atemstillstand, Krampfe etc. verursachen. Dies muss sofort diagnostiziert und behandelt werden.

•    Bei retro- und peribulbaren Injektionen von Lokalanasthetika besteht ein geringes Risiko einer andauernden Fehlfunktion des Augenmuskels. Zu den Hauptursachen der Fehlfunktion gehoren Verletzungen und/oder lokale toxische Effekte an Muskeln und/oder Nerven.

Der Schweregrad der Gewebereaktionen ist abhangig vom AusmaR der Verletzung, von der Konzentration des Lokalanasthetikums und von der Einwirkzeit des Lokalanasthetikums auf das Gewebe. Aus diesem Grund sollte, wie bei alien Lokalanasthetika, die niedrigste erforderliche Konzentration und Dosis genommen werden. Vasokonstriktoren und andere Zusatze konnen Gewebereaktionen verstarken und sollten deshalb nur bei einer entsprechenden Indikation verwendet werden.

• Es wurde bei Patienten, die nach Operationen Dauerinfusionen von Lokalanasthetika in ein Gelenk erhalten haben, uber die Auflosung von Knorpelgewebe berichtet. Bei der Mehrheit der berichteten Falle war das Schultergelenk betroffen. Xylocain ist nicht fur Dauerinfusionen in ein Gelenk zugelassen.

Vor der Injektion eines Lokalanasthetikums ist darauf zu achten, dass das Instrumentarium zur Wie-derbelebung (z. B. zur Freihaltung der Atemwege und zur Sauerstoffzufuhr) und die Notfallmedikation zur Therapie toxischer Reaktionen sofort verfugbar sind.

Es ist zu beachten, dass unter Behandlung mit Blutgerinnungshemmern (Antikoagulanzien, wie z. B. Heparin), nichtsteroidalen Antirheumatika oder Plasmaersatzmitteln nicht nur eine versehentliche GefaRverletzung im Rahmen der Schmerzbehandlung zu ernsthaften Blutungen fuhren kann, sondern dass allgemein mit einer erhohten Blutungsneigung gerechnet werden muss. Entsprechende Laboruntersuchungen sind vor der Anwendung von Xylocain durchzufuhren. Gegebenenfalls ist die Antikoagulanzientherapie zeitig genug abzusetzen.

Eine Anasthesie bei gleichzeitiger Vorsorgetherapie zur Vermeidung von Thrombosen (Thromboseprophylaxe) mit niedermolekularem Heparin sollte nur mit besonderer Vorsicht durchgefuhrt werden.

Bei gleichzeitiger Gabe von Antiarrhythmika der Klasse III, z. B. Amiodaron, sollten die Patienten genau beobachtet und gegebenenfalls ein EKG aufgezeichnet werden, da sich die Wirkungen auf das Herz addieren konnen (siehe Abschnitt 2.3 „Anwendung von Xylocain zusammen mit anderen Arzneimitteln“).

a)    Kinder

Fur eine Anwendung zur Anasthesie bei Kindern sollten niedrig konzentrierte Lidocainhydrochlorid-Losungen (0,5 %) gewahlt werden. Zur Erreichung von vollstandigen motorischen Blockaden kann die Verwendung von hoher konzentrierten Lidocainhydrochlorid-Losungen (1 %) erforderlich sein.

b)    Á/tere Menschen

Bei ihnen ist besondere Vorsicht erforderlich. Generell ist bei alteren Menschen individuell unter Berucksichtigung von Alter und Gewicht zu dosieren.

2.3 Anwendung von Xylocain zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kurzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Die gleichzeitige Gabe gefaRverengender Arzneimittel fuhrt zu einer langeren Wirkdauer von Xylocain.

Bei gleichzeitiger Gabe von Xylocain und Secale-Alkaloiden (wie z. B. Ergotamin) oder Epinephrin konnen sowohl ein Blutdruckabfall als auch ein ausgepragter Blutdruckanstieg auftreten.

Vorsicht ist geboten beim Einsatz von Beruhigungsmitteln, die ebenfalls die Funktion des Zentralnervensystems (ZNS) beeinflussen und die schadigende Wirkung von Lokalanasthetika verandern konnen. Es besteht ein Wechselspiel zwischen Lokalanasthetika einerseits und Beruhigungsmitteln andererseits. Die letztgenannte Medikamentengruppe hebt die Krampfschwelle des ZNS an.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Lidocain und anderen Lokalanasthetika oder Arzneistoffen, die eine chemische Strukturahnlichkeit mit Lidocain aufweisen, z. B. bestimmte Antiarrhythmika wie Mexiletin und Tocainid, ist eine Addition der Nebenwirkungen moglich. Es wurden keine Untersuchungen zu Wechselwirkungen zwischen Lidocain und Antiarrhythmika der Klasse III (z. B. Amiodaron) durchgefuhrt, jedoch ist auch hier Vorsicht geboten (siehe auch Abschnitt 2.2 „Warnhinweise und VorsichtsmaRnahmen“).

Arzneimittel, die die Clearance von Lidocain herabsetzen (wie z. B. Cimetidin, Diltiazem, Verapamil oder Propranolol bzw. andere Betablocker), konnen dann potenziell toxische Plasmakonzentrationen hervorrufen, wenn Lidocain wiederholt in hoher Dosierung uber einen langeren Zeitraum angewendet wird. Daher sollten derartige Wechselwirkungen klinisch nicht relevant sein, wenn Lidocain kurzfristig in der empfohlenen Dosierung angewendet wird.

Die Wirkung nicht depolarisierender Muskelrelaxanzien (bestimmte Arzneimittel zur Muskelerschlaffung) wird durch Xylocain verlangert.

Wichtigste Inkompatibilitáten

In alkalischen Losungen konnen Niederschlage auftreten, da Lidocain bei alkalischem pH-Wert schwer loslich ist.

2.4 Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie bevor dieses Arzneimittel bei Ihnen angewendet wird Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Die Anwendung von Xylocain in der Schwangerschaft sollte nur erfolgen, wenn dieses absolut notwendig ist.

Eine Gefáhrdung des Sáuglings bei Anwendung von Lidocain in der Stillzeit erscheint unwahrscheinlich. 2.5 Verkehrstuchtigkeit und Fahigkeitzum Bedienen von Maschinen

Bei operativer, zahnárztlicher oder groRfláchiger Anwendung von Xylocain muss vom Arzt im Einzelfall entschieden werden, ob Sie aktiv am StraRenverkehr teilnehmen oder Maschinen bedienen durfen.

3. Wie ist Xylocain anzuwenden?

Xylocain wird durch einen Arzt angewendet.

3.1    Arten der Anwendung

Xylocain wird in Abhángigkeit vom jeweiligen Anásthesieverfahren intrakutan oder subkutan injiziert, in einem umschriebenen Bezirk in das Gewebe eingespritzt (Infiltration) oder in Abhángigkeit von den anatomischen Verháltnissen nach gezielter Punktion lokal appliziert.

Die Gesamtdosis sollte langsam oder fraktioniert in steigender Dosierung injiziert werden, wobei die vitalen Funktionen des Patienten unter dauerndem verbalem Kontakt streng zu uberwachen sind. Eine versehentliche intravaskuláre Injektion lásst sich durch die spezifische Toxizitátssymptomatik erkennen. Beim Auftreten toxischer Symptome muss die Injektion sofort gestoppt werden.

Bei Mehrfachentnahmeflaschen besteht ein hoheres Risiko einer mikrobiologischen Kontaminierung als bei Beháltnissen zur Einmalentnahme.

Um eine Kontaminierung zu verhindern, sollten folgende Hinweise eingehalten werden:

•    Gebrauch eines sterilen Einmal-Injektionsbestecks.

•    Benutzen einer sterilen Nadel und Spritze fur jede neue Entnahme aus der Flasche.

•    Das Eintreten von verunreinigtem Material oder Flussigkeiten in eine Mehrfachentnahmeflasche verhindern.

•    Niemals Kanule in angebrochenen Losungen belassen.

Xylocain darf nicht re-sterilisiert werden.

Xylocain sollte nur von Personen mit entsprechenden Kenntnissen zur erfolgreichen Durchfuhrung der jeweiligen Anásthesieverfahren angewendet werden.

Grundsátzlich gilt, dass bei kontinuierlicher Anwendung nur niedrig konzentrierte Losungen von Lidocainhydrochlorid appliziert werden.

3.2    Dosis

Grundsátzlich gilt, dass nur die kleinste Dosis verabreicht werden darf, mit der die gewunschte ausreichende Anásthesie erreicht wird. Niedrige Dosierungen sollten fur die Blockade kleinerer Nerven oder zum Erzielen einer schwácheren Anásthesie verwendet werden. Es ist zu beachten, dass das

Applikationsvolumen sowohl das AusmaR als auch die Verteilung der Anasthesie beeinflussen kann. Die Dosierung ist entsprechend den Besonderheiten des Einzelfalles individuell vorzunehmen.

Bei Applikation in Gewebe, aus dem eine schnelle Resorption von Substanzen erfolgt, sollte eine Einzeldosierung von 300 mg Lidocainhydrochlorid ohne gefaRverengenden Zusatz oder 500 mg Lidocainhydrochlorid mit gefaRverengendem Zusatz nicht uberschritten werden. Bei Kindern und alteren Patienten muss eine Dosisanpassung vorgenommen werden.

Fur die einzelnen Anwendungsarten werden folgende Einzeldosen von verschieden konzentrierten lidocainhydrochloridhaltigen Injektionslosungen empfohlen (die Angaben gelten fur Jugendliche uber 15 Jahre und Erwachsene mit einer durchschnittlichen KorpergroRe):

Oberflachenanasthesie

bis zu

150 mg

15 ml

1 %

bzw. bis zu

300 mg

15 ml

2 %

Hautquaddeln

pro Quaddel bis zu

20 mg

2 ml

1 %

Infiltration

bis zu

300 mg

15 ml

2 %

Infiltrations- und Leitungsanasthesie in der

bis zu

300 mg

15 ml

2 %

Zahnheilkunde

periphere Nervenblockade

bis zu

150 mg

15 ml

1 %

bzw. bis zu

300 mg

15 ml

2 %

Stellatum-Blockade

bis zu

100 mg

10 ml

1 %

Soweit die anzuwendende Menge von Xylocain das Volumen von 15 ml voraussichtlich uberschreitet, ist eine konservierungsmittelfreie Losung vorzuziehen, um die Applikation groRer Mengen des Konservierungsmittels zu vermeiden.

Da Xylocain Konservierungsmittel (Methyl-4-hydroxybenzoat) enthalt, darf es bei einer intrathekalen, intracisternalen oder einer intra- oder retrobulbaren Injektion nicht angewendet werden.

Lidocainhydrochlorid kann mit einem gefaRverengenden Zusatz, wie z. B. Epinephrin, zur Wirkungsverlangerung kombiniert werden; bewahrt hat sich ein Epinephrinzusatz von 1:100 000 bis 1:200 000. Besonders im Bereich der Zahnheilkunde kann die Verwendung eines Lokalanasthetikums mit gefaRverengendem Zusatz bei Einsatz von kurz- bis mittellang wirkenden Substanzen unverzichtbar sein. Lidocainhydrochlorid mit Epinephrinzusatz sollte nur fur Anasthesien im Gesichtsbereich (Zahn, Mund, Kiefer) eingesetzt werden.

Bei Patienten in reduziertem Allgemeinzustand bzw. mit veranderter PlasmaeiweiRbindung (z. B. bei schweren Nieren-, Leber- oder Tumorerkrankungen, Schwangerschaft) mussen grundsatzlich kleinere Dosen angewendet werden.

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz wird eine verkurzte Wirkzeit der Lokalanasthetika beobachtet. Dies wird auf einen beschleunigten Transport des Lokalanasthetikums in die Blutbahn, auf eine Blutubersauerung und ein gesteigertes Herz-Zeit-Volumen zuruckgefuhrt.

Bei Lebererkrankungen ist die Toleranz gegenuber Lokalanasthetika vom Saureamidtyp herabgesetzt. Hierfur wird eine verminderte Stoffwechselleistung der Leber verantwortlich gemacht sowie eine verringerte Proteinsynthese. Daraus resultiert eine niedrigere Plasmaproteinbindung von Lokalanasthetika. In diesen Fallen wird ebenfalls eine erniedrigte Dosis empfohlen.

Bei Patienten mit zerebralem Anfallsleiden muss verstarkt auf die Manifestation zentralnervoser Symptome geachtet werden. Auch bei nicht hohen Dosen von Lidocainhydrochlorid muss mit einer gesteigerten Krampfbereitschaft gerechnet werden. Beim Melkersson-Rosenthal-Syndrom konnen allergische und toxische Reaktionen des Nervensystems auf Lokalanasthetika vermehrt auftreten.

Bei Patienten mit Zeichen einer Herzinsuffizienz oder klinisch relevanten Storungen der Erregungsbildung und -ausbreitung im Herzen ist die Dosis zu reduzieren. Eine stete Kontrolle der Funktionsparameter ist auch nach Abklingen der lokalanasthetischen Wirkung erforderlich. Dennoch kann die lokale oder regionale Nervenblockade das anasthesiologische Verfahren der Wahl sein.

Anwendung bei Kindern

Fur Kinder sind Dosierungen individuell unter Berucksichtigung von Alter und Gewicht zu berechnen. Es konnen bis zu 5 mg/kg Korpergewicht verabreicht werden. Bei ubergewichtigen Kindern ist oftmals eine graduelle Reduzierung der Dosis notwendig. Sie sollte auf dem Idealgewicht basieren.

Siehe auch Hinweis unter Abschnitt 2.2 „Warnhinweise und VorsichtsmaRnahmen“.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Xylocain zu stark oder zu schwach ist.

3.3 Wenn eine zu groRe Menge von Xylocain angewendet wurde,

tritt die systemische Toxizitat 15 bis 60 Minuten nach der Injektion auf. Eine unbeabsichtigte Injektion in BlutgefaRe kann sofort (innerhalb von Sekunden bis zu wenigen Minuten) systemische Reaktionen auslosen.

Bei unsachgemaRer Anwendung einer zu groRen Menge von Xylocain kann es zu Erregung, Unruhe, Schwindel, Hor- und Sehstorungen, Kribbeln im Zungen- und Mundbereich, verwaschener Sprache, Ubelkeit, Erbrechen, Zittern und Muskelzuckungen als Vorzeichen eines Krampfanfalls,

Herzrhythmusstorungen, erhohter Herzfrequenz, erhohtem Blutdruck und einer Hautrotung kommen. Eine extreme Uberdosierung kann zu Bewusstlosigkeit mit Atem- und Kreislaufstillstand fuhren. Eine schwere Storung des Saure-Basen-Haushalts mit Ubersauerung des Blutes (Azidose), erhohte Kaliumkonzentration im Blut (Hyperkaliamie), verminderte Kalziumkonzentration (Hypokalzamie) und Hypoxie verstarken und verlangern die toxischen Effekte von Lokalanasthetika.

Bei Anzeichen einer Uberdosierung muss die Zufuhr von Xylocain sofort unterbrochen werden. Uber weitere erforderliche TherapiemaRnahmen entscheidet der hinzuzuziehende Facharzt.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind moglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten mussen.

Bei den Haufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr haufig:    mehr als 1 Behandelter von 10

Haufig:    1    bis    10    Behandelte    von 100

Gelegentlich:    1    bis    10    Behandelte    von 1000

Selten:    1    bis    10    Behandelte    von 10 000

Sehr selten:    weniger    als 1 Behandelter von    10 000

Nicht bekannt:    Haufigkeit auf Grundlage der verfugbaren Daten nicht abschatzbar

Mogliche Nebenwirkungen

Die moglichen Nebenwirkungen nach Anwendung von Xylocain entsprechen weitgehend denen anderer Lokalanasthetika vom Saureamidtyp. Unerwunschte Wirkungen fur den gesamten Korper konnen bei hoheren Blutspiegeln auftreten (uber 5 bis 10 Mikrogramm Lidocain pro ml) und betreffen das Zen-tralnervensystem und das Herz-Kreislauf-System.

Bei Blutspiegeln, wie sie bei regelgerechter Anwendung im Allgemeinen erreicht werden, wird der Blutdruck in der Regel nur gering von Xylocain beeinflusst.

Die sicherste Prophylaxe besteht in der genauen Einhaltung der empfohlenen Dosierung von Xylocain, deren Wirkung unbedingt arztlich uberwacht werden muss, sowie in sorgfaltigem Aspirieren vor Injektion der Losung.

Gefáderkrankungen

niedriger Blutdruck, Bluthochdruck


Haufig:

Selten:    Herzstillstand, Herzrhythmusstorungen

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts Haufig:    Ubelkeit, Erbrechen

Erkrankungen des Nervensystems

Haufig:    Kribbeln (Parasthesien), Schwindel

Gelegentlich:    Anzeichen und Symptome von ZNS-Toxizitat (Krampfe, Kribbeln um den Mund,

Taubheit der Zunge, akustische und visuelle Storungen, Zittern, Tinnitus, Sprachstorungen, Unterdruckung des ZNS)

Selten:    Nervenleiden (Neuropathie), Verletzung der peripheren Nerven

Herzerkrankungen

Haufig:    Bradykardie

Erkrankungen des Immunsystems

Selten:    allergische Reaktionen in Form von Nesselsucht, Gewebeschwellung und

krampfhafter Verengung der Bronchien, anaphylaktische Reaktionen/Schock (z. B. Atemnotsyndrom, Kreislaufreaktionen)

Erkrankungen der Atemwege

Selten:    Atemdepression

Augenerkrankungen

Selten:    Doppeltsehen

Ein Blutdruckabfall kann ein erstes Zeichen fur eine relative Uberdosierung im Sinne einer herzschadigenden Wirkung sein.

Die Auslosung eines schweren Fieberanfalls (maligne Hyperthermie) ist, wie bei anderen Lokalanasthetika, auch fur Lidocain nicht auszuschlieRen. Im Allgemeinen wird jedoch der Einsatz von Lidocain bei Patienten mit einer solchen Erkrankung in der Vorgeschichte fur sicher gehalten, auch wenn uber das Auftreten einer malignen Hyperthermie bei einem Patienten, der Lidocain zur Epiduralanasthesie erhalten hatte, berichtet wurde.

Methyl-4-hydroxybenzoat kann Uberempfindlichkeitsreaktionen, auch Spatreaktionen, und selten eine Verkrampfung der Atemwege (Bronchospasmus) hervorrufen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie konnen Nebenwirkungen auch direkt uber das nationale Meldesystem dem Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: http://www.bfarm.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, konnen Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen uber die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfugung gestellt werden.

5. Wie ist Xylocain aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel fur Kinder unzuganglich auf.

Sie durfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Etikett und dem Umkarton angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden.

Die chemische und physikalische Stabilitat nach Anbruch wurde fur 4 Tage bei Raumtemperatur nachgewiesen. Aus mikrobiologischer Sicht kann das Produkt nach erstmaligem Offnen maximal 3 Tage bei Raumtemperatur aufbewahrt werden. Bei anderen Aufbewahrungszeiten und -bedingungen tragt der Anwender die Verantwortung.

Aufbewahrungsbedingungen: Nicht uber 25 °C lagern. Nicht einfrieren.

Xylocain darf nicht re-sterilisiert werden.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

6.1    Was Xylocain enthalt:

•    Der Wirkstoff ist: Lidocainhydrochlorid 1 H2O.

Xylocain 1 %

1 ml Injektionslosung enthalt: 10 mg Lidocainhydrochlorid (als Lidocainhydrochlorid 1 H2O).

Xylocain 2 %

1 ml Injektionslosung enthalt: 20 mg Lidocainhydrochlorid (als Lidocainhydrochlorid 1 H2O).

•    Die sonstigen Bestandteile sind: 1 mg/ml Methyl-4-hydroxybenzoat (Ph.Eur.) als Konservierungsmittel, Natriumchlorid, Natriumhydroxid/Salzsaure 7 % zur pH-Wert-Einstellung, Wasser fur Injektionszwecke.

6.2    Wie Xylocain aussieht und Inhalt der Packung

Durchsichtige Mehrfachentnahmeflaschen aus Glas mit Gummistopfen.

Xylocain 1 % ist in Packungen mit 5 Flaschen zu je 50 ml Injektionslosung erhaltlich.

Xylocain 2 % ist in Packungen mit 1 Flasche zu 50 ml Injektionslosung erhaltlich.

6.3    Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

AstraZeneca GmbH, 22876 Wedel

Telefon: 0 41 03 / 70 80, Telefax: 0 41 03 / 708 32 93 E-Mail: azinfo@astrazeneca.com

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt uberarbeitet im Januar 2014.

Servicehotline fur Produktanfragen: 0800 22 88 660

Xylocain 1 %

Fachinformation Xylocain 1 %

S. 1

Fachinformation

(Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels/SmPC)

1.    Bezeichnung der Arzneimittel

Xylocain® 1 %

Injektionslosung

Xylocain® 2 %

Injektionslosung

2.    Qualitative und quantitative Zusammensetzung

Xylocain 1 %

1 ml Injektionslosung enthalt 10 mg Lidocainhydrochlorid (als Lidocainhydrochlorid 1 H2O). Xylocain 2 %

1 ml Injektionslosung enthalt 20 mg Lidocainhydrochlorid (als Lidocainhydrochlorid 1 H2O). Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: 1 mg/ml Methyl-4-hydroxybenzoat (Ph.Eur.) Vollstandige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.    Darreichungsform

Injektionslosung

4.    Klinische Angaben

4.1    Anwendungsgebiete

Xylocain 1 % ist bei Erwachsenen und Kindern ab 1 Jahr angezeigt zur lokalen und regionalen Nervenblockade.

Xylocain 2 % ist bei Erwachsenen angezeigt zur lokalen und regionalen Nervenblockade.

4.2    Dosierung und Art der Anwendung

Grundsatzlich gilt, dass nur die kleinste Dosis verabreicht werden darf, mit der die gewunschte ausreichende Anasthesie erreicht wird. Niedrige Dosierungen sollten fur die Blockade kleinerer Nerven oder zum Erzielen einer schwacheren Anasthesie verwendet werden. Es ist zu beachten,

dass das Applikationsvolumen sowohl das Ausmaft als auch die Verteilung der Anasthesie beeinflussen kann. Die Dosierung ist entsprechend den Besonderheiten des Einzelfalles individuell vorzunehmen.

Bei Applikation in Gewebe, aus denen eine schelle Resorption von Substanzen erfolgt, sollte eine Einzeldosierung von 300 mg Lidocainhydrochlorid ohne Vasokonstriktorzusatz oder 500 mg Lidocainhydrochlorid mit Vasokonstriktorzusatz nicht uberschritten werden. Bei Kindern und alteren Patienten muss eine Dosisanpassung vorgenommen werden.

Fur die einzelnen Anwendungsarten werden folgende Einzeldosen von verschieden konzentrierten Lidocainhydrochlorid-haltigen Injektionslosungen empfohlen (die Angaben gelten fur Jugendliche uber 15 Jahre und Erwachsene mit einer durchschnittlichen Korpergrofte):

Oberflachenanasthesie

bis zu bzw. bis zu

150 mg 300 mg

15 ml 15 ml

1 % 2 %

Hautquaddeln

pro Quaddel bis zu

20 mg

2 ml

1 %

Infiltration

bis zu

300 mg

15 ml

2 %

Infiltrations- und Leitungsanasthesie in der Zahnheilkunde

bis zu

300 mg

15 ml

2 %

periphere Nervenblockade

bis zu

150 mg

15 ml

1 %

bzw. bis zu

300 mg

15 ml

2 %

Stellatum-Blockade

bis zu

100 mg

10 ml

1 %

Soweit die anzuwendende Menge von Xylocain das Volumen von 15 ml voraussichtlich uberschreitet, ist eine konservierungsmittelfreie Losung vorzuziehen, um die Applikation grower Mengen des Konservierungsmittels zu vermeiden.

Da Xylocain Konservierungsmittel (Methyl-4-hydroxybenzoat) enthalt, darf es bei einer intrathekalen, intracisternalen oder einer intra- oder retrobulbaren Injektion nicht angewendet werden.

Lidocainhydrochlorid kann mit einem vasokonstriktorischen Zusatz, wie z. B. Epinephrin, zur Wirkungsverlangerung kombiniert werden; bewahrt hat sich ein Epinephrinzusatz von 1:100 000 bis 1:200 000. Besonders im Bereich der Zahnheilkunde kann die Verwendung eines vasokonstriktorhaltigen Lokalanasthetikums bei Einsatz von kurz- bis mittellang wirkenden Substanzen unverzichtbar sein. Lidocainhydrochlorid mit Epinephrinzusatz sollte nur fur Anasthesien im Gesichtsbereich (Zahn, Mund, Kiefer) eingesetzt werden.

Bei Patienten mit reduziertem Allgemeinzustand bzw. veranderter PlasmaeiweiRbindung (z. B. Niereninsuffizienz, Leberinsuffizienz, Karzinomerkrankungen, Schwangerschaft) mussen grundsatzlich kleinere Dosen angewendet werden.

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz wird eine verkurzte Wirkzeit der Lokalanasthetika beobachtet. Dies wird auf einen beschleunigten Transport des Lokalanasthetikums in die Blutbahn, auf eine Azidose und ein gesteigertes Herz-Zeit-Volumen zuruckgefuhrt.

Bei Lebererkrankungen ist die Toleranz gegen Saureamid-Lokalanasthetika herabgesetzt. Hierfur wird ein verminderter hepatischer Metabolismus verantwortlich gemacht sowie eine verringerte Proteinsynthese mit einer daraus resultierenden niedrigeren Plasmaproteinbindung von Lokalanasthetika. In diesen Fallen wird ebenfalls eine erniedrigte Dosis empfohlen.

Bei Patienten mit zerebralem Anfallsleiden muss verstarkt auf die Manifestation zentralnervoser Symptome geachtet werden. Auch bei nicht hohen Dosen von Lidocainhydrochlorid muss mit einer gesteigerten Krampfbereitschaft gerechnet werden. Beim Melkersson-Rosenthal-Syndrom konnen allergische und toxische Reaktionen des Nervensystems auf Lokalanasthetika vermehrt auftreten.

Bei Patienten mit Zeichen einer Herzinsuffizienz oder klinisch relevanten Storungen der kardialen Erregungsbildung und -ausbreitung ist die Dosis zu reduzieren. Eine stete Kontrolle der Funktionsparameter ist auch nach Abklingen der lokalanasthetischen Wirkung erforderlich. Dennoch kann die lokale oder regionale Nervenblockade das anasthesiologische Verfahren der Wahl sein.

Fur Kinder sind Dosierungen individuell unter Berucksichtigung von Alter und Gewicht zu berechnen. Es konnen bis zu 5 mg/kg Korpergewicht verabreicht werden. Bei ubergewichtigen Kindern ist oftmals eine graduelle Reduzierung der Dosis notwendig. Sie sollte auf dem Idealgewicht basieren.

Fur eine Anwendung zur Anasthesie bei Kindern sollten niedrig konzentrierte Lidocainhydrochloridlosungen (0,5 %) gewahlt werden. Zur Erreichung von vollstandigen motorischen Blockaden kann die Verwendung von hoher konzentrierten Lidocainhydrochloridlosungen (1 %) erforderlich sein.

Fur altere Menschen sind Dosierungen individuell unter Berucksichtigung von Alter und Gewicht zu berechnen.

Art und Dauer der Anwendung

Xylocain wird in Abhangigkeit vom jeweiligen Anasthesieverfahren intrakutan oder subkutan injiziert, in einem umschriebenen Bezirk in das Gewebe eingespritzt (Infiltration) oder in Abhangigkeit von den anatomischen Verhaltnissen nach gezielter Punktion lokal appliziert.

Xylocain sollte nur von Personen mit entsprechenden Kenntnissen zur erfolgreichen Durchfuhrung der jeweiligen Anasthesieverfahren angewendet werden.

Grundsatzlich gilt, dass bei kontinuierlicher Anwendung nur niedrig konzentrierte Losungen von Lidocainhydrochlorid appliziert werden.

Die Gesamtdosis sollte langsam oder fraktioniert in steigender Dosierung injiziert werden, wobei die vitalen Funktionen des Patienten unter dauerndem verbalem Kontakt streng zu uberwachen sind. Eine versehentliche intravaskulare Injektion lasst sich durch die spezifische Toxizitatssymptomatik erkennen. Beim Auftreten toxischer Symptome muss die Injektion sofort gestoppt werden.

Bei Mehrfachentnahmeflaschen besteht ein hoheres Risiko einer mikrobiologischen Kontaminierung als bei Behaltnissen zur Einmalentnahme.

Um eine Kontaminierung zu verhindern, sollten folgende Hinweise eingehalten werden:

-    Gebrauch eines sterilen Einmal-Injektionsbestecks

-    Benutzen einer sterilen Nadel und Spritze fur jede neue Entnahme aus der Flasche

-    Verhinderung des Eintretens von verunreinigtem Material oder Flussigkeiten in eine Mehrfachentnahmeflasche

-    Niemals Kanulen in angebrochenen Losungen belassen

Xylocain darf nicht re-sterilisiert werden.

4.3 Gegenanzeigen

Xylocain darf nicht angewendet werden bei bekannter Uberempfindlichkeit gegen

-    Lokalanasthetika vom Saureamidtyp oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile,

-    Methyl-4- und/oder Propyl-4-hydroxybenzoat (Methyl/Propylparaben) oder gegenuber deren Metabolit Para-Aminobenzoesaure (PAB). Lidocain-haltige Praparate, die Parabene enthalten, sollten bei Patienten mit einer Uberempfindlichkeit gegenuber Lokalanasthetika vom Estertyp oder deren Metabolit PAB vermieden werden.

AuRerdem darf Xylocain nicht angewendet werden:

-    bei schweren Storungen des Herz-Reizleitungssystems,

-    bei akut dekompensierter Herzinsuffizienz,

-    bei kardiogenem oder hypovolamischen Schock,

-    in der Geburtshilfe

Xylocain enthalt Konservierungsmittel (Methyl-4-hydroxybenzoat). Es darf daher nicht angewendet werden bei einer intrathekalen, intracisternalen oder einer intra- oder retrobulbaren Injektion.

Zusatzlich sind die allgemeinen und speziellen Gegenanzeigen fur die verschiedenen Lokal- und Regionalanasthesieverfahren zu berucksichtigen.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaftnahmen fur die Anwendung

Vor der Injektion eines Lokalanasthetikums ist darauf zu achten, dass das Instrumentarium zur Wiederbelebung (z. B. zur Freihaltung der Atemwege und zur Sauerstoffzufuhr) und die Notfallmedikation zur Therapie toxischer Reaktionen sofort verfugbar sind.

Xylocain darf nur mit besonderer Vorsicht angewendet werden bei

-    Nieren- oder Lebererkrankung,

-    Myasthenia gravis,

-    Injektion in ein entzundetes (infiziertes) Gebiet,

-    alteren Patienten und Patienten mit einem schlechten Gesundheitsstatus,

-    Patienten mit partiellem oder komplettem Herzblock, da die Erregungsleitung durch Lokalanasthetika beeintrachtigt werden kann.

Xylocain sollte bei Patienten mit akuter Porphyrie nur bei zwingender Indikation angewendet werden, da Xylocain moglicherweise eine Porphyrie auslosen kann. Bei allen Patienten mit Porphyrie sollten entsprechende Vorsichtsmaftnahmen ergriffen werden.

Vor einer Lokalanasthesie ist grundsatzlich auf eine ausreichende Volumensubstitution zu achten. Bestehende Hypovolamien mussen behoben werden.

Ist eine Allergie gegen Lidocainhydrochlorid bekannt, so muss mit einer Kreuzallergie gegen andere Saureamid-Lokalanasthetika gerechnet werden.

Bei Anwendung im Hals-Kopf-Bereich besteht ein hoherer Gefahrdungsgrad, weil das Risiko fur zentralnervose Intoxikationssymptome erhoht ist.

Zur Vermeidung von Nebenwirkungen sollten folgende Punkte beachtet werden:

-    Bei Risikopatienten und bei Verwendung hoherer Dosierungen (mehr als 25 % der maximalen Einzeldosis bei einzeitiger Gabe) einen intravenosen Zugang fur eine Infusion legen (Volumensubstitution).

-    Die Dosierung so niedrig wie moglich wahlen.

-    Zur zusatzlichen Verwendung eines Vasokonstriktors siehe 4.2.

-    Die korrekte Lagerung des Patienten beachten.

-    Vor der Injektion sorgfaltig in zwei Ebenen aspirieren (Drehung der Kanule).

-    Vorsicht bei einer Injektion in infizierte Bereiche (aufgrund verstarkter Resorption bei herabgesetzter Wirksamkeit).

-    Die Injektion langsam vornehmen.

-    Blutdruck, Puls und Pupillenweite kontrollieren.

-    Pramedikation vor gróReren Regionalanasthesien nicht vergessen! (In der Pramedikation sollte - besonders wenn gróRere Mengen des Lokalanasthetikums injiziert werden mussen -ein kurz wirksames Sedativum, z. B. Diazepam, enthalten sein). Die Bereitstellung von Atropin ist bei allen Lokalanasthesien erforderlich.

Bestimmte Methoden in der Lokalanasthesie kónnen, unabhangig vom verwendeten Lokalanasthetikum, mit einem vermehrten Auftreten von schweren unerwunschten Wirkungen verbunden sein:

-    Zentrale Nervenblockaden kónnen eine kardiovaskulare Depression verursachen, besonders im Falle einer Hypovolamie.

-    Retrobulbare Injektionen kónnen in sehr seltenen Fallen in den Subarachnoidalraum gelangen und eine vorubergehende Blindheit, einen kardiovaskularen Kollaps, Atemstillstand, Krampfe etc. verursachen. Dies muss sofort diagnostiziert und behandelt werden.

-    Bei retro- und peribulbaren Injektionen von Lokalanasthetika besteht ein geringes Risiko einer andauernden Augenmuskelfehlfunktion. Zu den Hauptursachen der Fehlfunktion gehóren Verletzungen und/oder lokale toxische Effekte an Muskeln und/oder Nerven.

Der Schweregrad der Gewebereaktionen ist abhangig vom AusmaR der Verletzung, von der Konzentration des Lokalanasthetikums und von der Einwirkzeit des Lokalanasthetikums auf das Gewebe. Aus diesem Grund sollte, wie bei allen Lokalanasthetika, die niedrigste erforderliche Konzentration und Dosis genommen werden. Vasokonstriktoren und andere Zusatze kónnen Gewebereaktionen verstarken und sollten deshalb nur bei einer entsprechenden Indikation verwendet werden.

-    Nach Markteinfuhrung wurde bei Patienten, die post-operativ intraartikulare Dauerinfusionen von Lokalanasthetika erhalten haben, uber Chondrolyse berichtet. Bei der Mehrheit der berichteten Falle war das Schultergelenk betroffen. Xylocain ist nicht fur intraartikulare Dauerinfusionen zugelassen.

Es ist zu beachten, dass unter Behandlung mit Blutgerinnungshemmern (Antikoagulanzien, wie z. B. Heparin), nichtsteroidalen Antirheumatika oder Plasmaersatzmitteln nicht nur eine versehentliche GefaRverletzung im Rahmen der Schmerzbehandlung zu ernsthaften Blutungen fuhren kann, sondern dass allgemein mit einer erhóhten Blutungsneigung gerechnet werden muss. Gegebenenfalls sollten die Blutungszeit und die partielle Thromboplastinzeit (PTT), respektive die aktivierte partielle Thromboplastinzeit (aPTT) bestimmt, der Quick-Test durchgefuhrt und die Thrombozytenzahl uberpruft werden. Diese Untersuchungen sollten bei Risikopatienten auch im

Falle einer Low-dose-Heparinprophylaxe (vorsorgliche Behandlung mit dem Blutgerinnungshemmer Heparin in niedriger Dosis) vor der Anwendung von Xylocain durchgefuhrt werden. Gegebenenfalls ist die Antikoagulanzientherapie zeitig genug abzusetzen.

Eine Anásthesie bei gleichzeitiger Vorsorgetherapie zur Vermeidung von Thrombosen (Thromboseprophylaxe) mit niedermolekularem Heparin sollte nur unter besonderer Vorsicht durchgefuhrt werden.

Bei gleichzeitiger Gabe von Antiarrhythmika der Klasse III, z. B. Amiodaron, sollten die Patienten genau beobachtet und ggf. ein EKG aufgezeichnet werden, da die kardialen Wirkungen additiv sein konnen (siehe auch 4.5).

4.5    Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Gabe gefáRverengender Arzneimittel fuhrt zu einer langeren Wirkdauer von Xylocain.

Bei gleichzeitiger Gabe von Xylocain und Secale-Alkaloiden (wie z. B. Ergotamin) oder Epinephrin konnen sowohl ein Blutdruckabfall als auch ein ausgeprágter Blutdruckanstieg auftreten.

Vorsicht ist geboten bei Einsatz von Sedativa, die ebenfalls die Funktion des ZNS beeinflussen und die toxische Wirkung von Lokalanásthetika verándern konnen. Es besteht ein Antagonismus zwischen Lokalanásthetika einerseits und Sedativa und Hypnotika andererseits. Die beiden letztgenannten Medikamentengruppen heben die Krampfschwelle des ZNS an.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Lidocain und anderen Lokalanásthetika oder Arzneistoffen, die eine chemische Strukturáhnlichkeit mit Lidocain aufweisen, z. B. bestimmte Antiarrhythmika wie Mexiletin und Tocainid, ist eine Addition der Nebenwirkungen moglich. Es wurden keine Untersuchungen zu Wechselwirkungen zwischen Lidocain und Antiarrhythmika der Klasse III (z. B. Amiodaron) durchgefuhrt, jedoch ist auch hier Vorsicht geboten (siehe auch 4.4).

Arzneimittel, die die Clearance von Lidocain herabsetzen (wie z. B. Cimetidin, Diltiazem, Verapamil oder Propranolol bzw. andere Betablocker), konnen dann potenziell toxische Plasmakonzentrationen hervorrufen, wenn Lidocain wiederholt in hoher Dosierung uber einen lángeren Zeitraum angewendet wird. Daher sollten derartige Wechselwirkungen klinisch nicht relevant sein, wenn Lidocain kurzfristig in der empfohlenen Dosierung angewendet wird.

Die Wirkung nicht depolarisierender Muskelrelaxanzien wird durch Xylocain verlángert.

4.6    Fertilitát, Schwangerschaft und Stillzeit

Eine Anwendung von Lidocain wáhrend der Schwangerschaft soll nur erfolgen, wenn es unbedingt erforderlich ist.

Kontrollierte Untersuchungen an Schwangeren liegen nicht vor. Daten uber eine begrenzte Anzahl von exponierten Schwangeren geben keinen Hinweis auf kongenitale Effekte durch Lidocain. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizitát gezeigt (siehe auch 5.3).

Lidocain passiert die Plazenta rasch. Bei Neugeborenen mit hohen Plasmakonzentrationen kann Lidocain eine Dámpfung des ZNS und damit eine Senkung des Apgar-Score bewirken.

Lidocain geht in geringer Menge in die Muttermilch uber. Eine Gefahr fur den Sáugling erscheint bei therapeutischen Dosen unwahrscheinlich.

4.7    Auswirkungen auf die Verkehrstuchtigkeit und die Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen

Bei operativer, zahnárztlicher oder groRfláchiger Anwendung von Xylocain muss vom Arzt im Einzelfall entschieden werden, ob der Patient aktiv am StraRenverkehr teilnehmen oder Maschinen bedienen darf.

4.8    Nebenwirkungen

Die moglichen Nebenwirkungen nach Anwendung von Xylocain entsprechen weitgehend denen anderer Lokalanásthetika vom Sáureamidtyp. Unerwunschte, systemische Wirkungen, die bei Uberschreiten eines Blutplasmaspiegels von 5 bis 10 Mikrogramm Lidocain pro ml auftreten konnen, sind methodisch (aufgrund der Anwendung), pharmakodynamisch oder pharmakokinetisch bedingt und betreffen das Zentralnerven- und das Herzkreislaufsystem.

Bei den Háufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt: sehr háufig (> 1/10), háufig (> 1/100 bis < 1/10), gelegentlich (> 1/1000 bis < 1/100), selten (> 1/10 000 bis < 1/1000), sehr selten (< 1/10 000), nicht bekannt (Háufigkeit auf Grundlage der verfugbaren Daten nicht abschátzbar).

Gefáíierkrankungen

Háufig:    niedriger Blutdruck, Bluthochdruck

Selten:    Herzstillstand, Herzrhythmusstorungen

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts Háufig:    Ubelkeit, Erbrechen

Erkrankungen des Nervensystems Háufig:    Parásthesien, Schwindel

Gelegentlich:    Anzeichen und Symptome von ZNS-Toxizitát (Krámpfe, Kribbeln um den Mund,

Taubheit der Zunge, akustische und visuelle Storungen, Zittern, Tinnitus, Sprachstorungen, Unterdruckung des ZNS)

Selten:    Neuropathie, Verletzung der peripheren Nerven

Herzerkrankungen Haufig:    Bradykardie

Erkrankungen des Immunsystems

Selten:    allergische Reaktionen in Form von Urtikaria, Ódem und Bronchospasmus,

anaphylaktische Reaktionen/Schock (z. B. Atemnotsyndrom, Kreislaufreaktionen)

Erkrankungen der Atemwege Selten:    Atemdepression

Augenerkrankungen Selten:    Doppeltsehen

Die sicherste Prophylaxe besteht in der genauen Einhaltung der empfohlenen Dosierung von Xylocain, deren Wirkung unbedingt arztlich uberwacht werden muss (visueller und verbaler Patientenkontakt), sowie in sorgfaltigem Aspirieren vor Injektion der Losung.

Bei Plasmakonzentrationen, wie sie bei regelgerechter Anwendung im Allgemeinen erreicht werden, wird der Blutdruck in der Regel nur geringfugig durch die positiv inotrope und positiv chronotrope Wirkung von Xylocain beeinflusst.

Ein Blutdruckabfall kann ein erstes Zeichen fur eine relative Uberdosierung im Sinne einer kardiotoxischen Wirkung sein.

Die Auslosung einer malignen Hyperthermie ist, wie bei anderen Lokalanasthetika, auch fur Lidocain nicht auszuschlieRen. Im Allgemeinen wird jedoch der Einsatz von Lidocain bei Patienten mit maligner Hyperthermie fur sicher gehalten, auch wenn uber das Auftreten einer malignen Hyperthermie bei einem Patienten, der Lidocain zur Epiduralanasthesie erhalten hatte, berichtet wurde.

Methyl-4-hydroxybenzoat kann Uberempfindlichkeitsreaktionen, auch Spatreaktionen und selten Bronchospasmen (Bronchialkrampf) hervorrufen.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grower Wichtigkeit. Sie ermoglicht eine kontinuierliche Uberwachung des Nutzen-Risiko-Verhaltnisses des Arzneimittels. Angehorige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung uber das nationale Meldesystem dem Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: http://www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9 Uberdosierung

Eine unbeabsichtigte intravenose Applikation kann sofort (innerhalb von Sekunden bis zu wenigen Minuten) systemische Reaktionen auslosen. Im Falle einer Uberdosierung tritt die systemische Toxizitát spáter auf (15 bis 60 Minuten nach Injektion), was auf den langsameren Anstieg der Konzentration des Lokalanásthetikums im Blut zuruckzufuhren ist.

a)    Symptome einer Uberdosierung

Bei unsachgemáRer Anwendung einer zu groRen Menge von Xylocain verláuft die Intoxikation in zwei Phasen. Zunáchst kommt es zu exzitatorischen zentralen und kardialen Symptomen: Erregung, Unruhe, Schwindel, akustische und visuelle Storungen, periorales Kribbeln, verwaschene Sprache, Nausea, Erbrechen, Zittern und Muskelzuckungen als Vorzeichen eines Krampfanfalls. An kardiovaskuláren Symptomen konnen Rhythmusstorungen, Tachykardie, Hypertension und eine Hautrotung auftreten. Bei fortschreitender Intoxikation kommt es zu einer Depression zentraler und kardialer Funktionen mit Koma, Atem- und Kreislaufstillstand. Erstes Symptom ist dabei háufig die Hypotension. Bei versehentlicher intravasaler Anwendung von Xylocain konnen exzitatorische Symptome fehlen. Azidose, Hyperkaliámie, Hypokalzámie und Hypoxie verstárken und verlángern die toxischen Effekte von Lokalanásthetika.

b)    NotfallmaRnahmen und Gegenmittel

Bei Anzeichen einer Uberdosierung muss die Zufuhr von Xylocain sofort unterbrochen werden. Die Applikation von Sauerstoff wird empfohlen. Die weitere Therapie erfolgt je nach Ausprágung der Intoxikation symptomatisch: Bei Krampfanfall ist die intravenose Gabe von Diazepam angezeigt, bei Atem- und Kreislaufstillstand sind die allgemeinen MaRnahmen der kardiopulmonalen Reanimation durchzufuhren.

Zentral wirkende Analeptika sind kontraindiziert bei Intoxikation durch Lokalanásthetika!

5.    Pharmakologische Eigenschaften

5.1    Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Lokalanásthetikum

ATC-Klassifizierung: N01B B02

Lidocainhydrochlorid 1 H2O ist ein Lokalanásthetikum vom Sáureamidtyp. Die Base hemmt die Funktionen erregbarer Strukturen, wie sensorische, motorische und autonome Nervenfasern, sowie die Erregungsleitung des Herzens. Lidocain hebt reversibel und ortlich begrenzt das Leitungsvermogen der sensiblen Nervenfasern auf. Nach der Schmerzempfindung wird in dieser fallenden Reihenfolge die Empfindung fur Kálte bzw. Wárme, fur Beruhrung und Druck herabgesetzt.

Lidocain wirkt auRerdem antiarrhythmisch. Es zeigt zusatzlich eine schwache antihistaminerge und parasympatholytische Wirkung. Im Gegensatz zu den meisten anderen Lokalanasthetika besitzt Lidocain keine gefaRerweiternde Wirkung.

Lidocain setzt die Membranpermeabilitat fur Kationen, insbesondere fur Natriumionen, in hoheren Konzentrationen auch fur Kaliumionen, herab. Dies fuhrt konzentrationsabhangig zu einer verminderten Erregbarkeit der Nervenfaser, da der zur Ausbildung des Aktionspotenzials notwendige, plotzliche Anstieg der Natriumpermeabilitat verringert ist. Lidocain dringt vom Zellinneren in den geoffneten Na-Kanal der Zellmembran ein und blockiert durch Besetzung einer spezifischen Bindungsstelle dessen Leitfahigkeit. Eine direkte Wirkung des in die Zellmembran eingelagerten Lidocain ist demgegenuber von untergeordneter Bedeutung. Da Lidocain jedoch, um an seinen Wirkort zu gelangen, zunachst in die Zellen eindringen muss, ist die Wirkung vom pka-Wert der Substanz und vom pH-Wert des Milieus abhangig (also vom Anteil an ungeladener Base, die besser als die Kationen in die lipophile Nervenmembran permeieren kann). Im entzundeten Gewebe ist die Wirkung aufgrund des dort vorliegenden sauren pH-Werts herabgesetzt.

Lokalanasthetika konnen auch andere erregbare Membranen beeinflussen, z. B. am Herzen und im ZNS. Falls zu groRe Mengen in die systemische Zirkulation gelangen, konnen dort toxische Effekte auftreten, die hauptsachlich das zentrale Nervensystem und das Herz-Kreislauf-System betreffen (siehe auch 4.9). Die ZNS-Toxizitat tritt im Allgemeinen fruher ein, da im Vergleich zur kardiovaskularen Toxizitat geringere Plasmaspiegel notwendig sind.

Nach intravenoser Gabe verteilt sich die Substanz schnell in stark durchbluteten Organen (Herz, Leber, Lunge), gefolgt von einer Umverteilung in die Skelettmuskulatur und das Fettgewebe.

Der Wirkungseintritt und die Dauer (ca. 30 Minuten) der lokalanasthetischen Wirkung hangen sowohl von der Applikationsstelle als auch der Dosierung ab.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Die Halbwertszeit der alpha-Verteilungsphase liegt bei 6 bis 9 Minuten.

Nach intramuskularer Injektion von 400 mg Lidocainhydrochlorid 1 H2O (Interkostalblock) wurde Cmax im Plasma mit 6,48 Mikrogramm Lidocain/ml bestimmt. Die W nach intramuskularer Applikation wurde zu 5 bis 15 Minuten ermittelt, bei Dauerinfusion wird der Steady-state-Plasmaspiegel erst nach 6 Stunden (Bereich 5 bis 7 Stunden) erreicht. Therapeutische Wirkspiegel stellen sich aber bereits nach 15 bis 60 Minuten ein. Im Vergleich hierzu lagen die Cmax-Werte nach subkutaner Gabe bei 4,91 Mikrogramm Lidocain/ml (Vaginalapplikation), bzw. bei 1,95 Mikrogramm Lidocain/ml (Abdominalapplikation). In einer Studie mit 5 gesunden Probanden wurde 30 Minuten nach maxillar-buccaler Infiltrationsanasthesie mit 36 mg Lidocainhydrochlorid 1 H2O in 2%iger Losung ein Cmax-Wert von durchschnittlich 0,31 Mikrogramm Lidocain/ml erreicht. Bei Injektion in

den Epiduralraum scheint die gemessene maximale Plasmakonzentration nicht linear abhangig von der applizierten Dosis zu sein. 400 mg Lidocainhydrochlorid 1 H2O fuhrten hier zu Cmax-Werten von 4,27 Mikrogramm Lidocain/ml bzw. 2,65 Mikrogramm Lidocain/ml.

Zum pharmakokinetischen Verhalten nach intrathekaler Applikation liegen keine Daten vor.

Die Bioverfugbarkeit nach oraler Aufnahme wurde aufgrund des First-pass-Effektes mit 35 % bestimmt.

Das Verteilungsvolumen betragt bei Gesunden 1,5 l/kg (Bereich 1,3 bis 1,7 l/kg), ist bei Herzinsuffizienz erniedrigt auf 0,8 bis 1,0 l/kg und bei Leberinsuffizienz erhoht auf etwa 2,3 l/kg. Bei Neugeborenen liegt VD bei 2,7 l/kg.

Lidocain und sein Metabolit Monoethylglycinxylidid passieren langsam die Blut-Hirn-Schranke. Lidocain wird an alpha-1-saures Glycoprotein gebunden (60 bis 80 %).

Lidocain wird in der Leber durch Monooxygenasen rasch metabolisiert. Hauptrichtung der Biotransformation sind die oxydative Entalkylierung, Ringhydroxylierung und Amidhydrolyse. Hydroxyderivate werden konjugiert. Insgesamt werden etwa 90 % der verabreichten Dosis zu 4-Hydroxy-2,6-xylidin, 4-Hydroxy-2,6-xylidinglucuronid und in geringerem MaR zu den noch wirksamen Metaboliten Monoethylglycinxylidid und Glycinxylidid metabolisiert, die aufgrund ihrer langeren Halbwertszeit besonders bei langer dauernden Infusionen und bei Niereninsuffizienz kumulieren konnen. Bei Lebererkrankungen kann die Metabolisierungsrate auf 10 bis 50 % des Normalwerts abfallen.

Lidocain und seine Metaboliten werden renal eliminiert. Der Anteil an unveranderter Substanz betragt etwa 5 bis 10 %.

Die terminale Eliminationshalbwertszeit liegt bei 1,5 bis 2 Stunden bei Erwachsenen bzw. 3 Stunden bei Neugeborenen. Sie kann bei schwerer Herzinsuffizienz auf 4 bis 10 (bis 12) Stunden, bei chronisch alkoholgeschadigter Leber auf 4,5 bis 6 Stunden verlangert sein.

Die Hauptmetaboliten von Lidocain sind Monoethylglycinxylidid (MEGX), Glycinxylidid (GX), 2,6-Xylidin und 4-Hydroxy-2,6-xylidin. Die N-Dealkylierung von MEGX erfolgt uber CYP3A4 und CYP1A2. Der Metabolit 2,6-Xylidin wird durch CYP2A6 weiter zu 4-Hydroxy-2,6-xylidin umgewandelt. 70 % der applizierten Dosis werden als 4-Hydroxy-2,6-xylidin im Urin ausgeschieden, wahrend nur 3 % unverandert ausgeschieden werden. Die Halbwertszeiten der beiden noch wirksamen Metaboliten MEGX und GX liegen bei 2 bzw. 10 Stunden. Die konvulsive Aktivitat von MEGX ist vergleichbar zu Lidocain, wahrend GX keine Krampfe auslost. Die Halbwertszeiten von Lidocain und MEGX verlangern sich bei Patienten mit Myokardinfarkt, ebenso die Halbwertszeit von GX bei Herzinsuffizienz nach einem Herzinfarkt.

Bei Niereninsuffizienz wurden Plasmahalbwertszeiten fur GX von etwa 10 Stunden, fur Lidocain von 2 bis 3 Stunden gemessen. Bei wiederholter intravenoser Applikation von Lidocain besteht in den genannten Fallen die Gefahr einer Kumulation.

Die Eliminationsgeschwindigkeit ist pH-abhangig und wird durch Ansauern des Harns erhoht. Die Clearance liegt bei 0,95 l/Minute bzw. 10,2 ml/Minute x kg beim Neugeborenen.

Lidocain passiert die Plazenta mittels einfacher Diffusion und erreicht wenige Minuten nach Applikation den Feten. Das AusmaR der Plasmaproteinbindung im Fetus ist geringer als bei der Mutter, was beim Fetus zu geringeren Gesamtplasmakonzentrationen fuhrt als bei der Mutter. Das Verhaltnis der fetalen zur maternalen Serumkonzentration liegt nach epiduraler Applikation bei 0,5 -0,7. Nach Infiltration des Perineums und parazervikaler Blockade wurden deutlich hohere Konzentrationen im Nabelschnurblut gemessen. Die Eliminationshalbwertszeit von Lidocain beim Neugeborenen nach Epiduralanasthesie der Mutter betragt ungefahr drei Stunden, nach Infiltration des Perineums und parazervikaler Blockade war Lidocain noch uber 48 Stunden im Urin der Neugeborenen nachweisbar.

Lidocain wird mit der Muttermilch ausgeschieden.

5.3    Praklinische Daten zur Sicherlieit

Es liegen zahlreiche Untersuchungen an unterschiedlichen Tierarten zur akuten Toxizitat von Lidocain vor. Anzeichen einer Toxizitat waren ZNS-Symptome. Dazu zahlten auch Krampfanfalle mit todlichem Ausgang. Die beim Menschen ermittelte toxische (kardiovaskulare oder zentralnervose Symptome, Krampfe) Plasmakonzentration von Lidocain wird mit 5 Mikrogramm/ml bis > 10 Mikrogramm/ml Blutplasma angegeben.

Mutagenitatsuntersuchungen mit Lidocain verliefen negativ. Dagegen gibt es Hinweise, dass ein bei der Ratte, moglicherweise auch beim Menschen aus Lidocain entstehendes Stoffwechselprodukt, 2,6-Xylidin, mutagene Wirkungen haben konnte. Diese Hinweise ergeben sich aus In-vitro-Tests, in denen dieser Metabolit in sehr hohen, fast toxischen Konzentrationen eingesetzt wurde. Es gibt derzeit keine Anhaltspunkte, dass auch die Ausgangssubstanz Lidocain selbst mutagen ist. Daruber hinaus zeigte 2,6-Xylidin in einer Kanzerogenitatsstudie an Ratten mit transplazentarer Exposition und nachgeburtlicher Behandlung der Tiere uber 2 Jahre ein tumorigenes Potenzial. In diesem hochempfindlichen Testsystem wurden bei sehr hohen Dosierungen bosartige und gutartige Tumoren vor allem in der Nasenhohle (Ethmoturbinalia) beobachtet. Da eine Relevanz dieser Befunde fur den Menschen nicht hinreichend sicher auszuschlieRen ist, sollte Lidocain nicht uber langere Zeit in hohen Dosen verabreicht werden.

Studien zur Reproduktionstoxizitat ergaben keine Hinweise auf teratogene Eigenschaften. Allein eine Reduzierung des Fetalgewichtes wurde beobachtet. Bei Nachkommen von Ratten, die wahrend der Trachtigkeit eine Dosis Lidocain erhielten, die fast der fur den Menschen empfohlenen Maximaldosis entspricht, wurde von Verhaltensanderungen berichtet.

6.    Pharmazeutische Angaben

6.1    Liste der sonsligen Bestandteile

1 mg/ml Methyl-4-hydroxybenzoat (Ph.Eur.) als Konservierungsmittel, Natriumchlorid, Natriumhydroxid/Salzsaure 7 % zur pH-Wert-Einstellung, Wasser fur Injektionszwecke

6.2    Inkompatibilitaten

In alkalischen Losungen konnen Niederschlage auftreten, da Lidocain bei alkalischem pH-Wert schwer loslich ist.

6.3    Dauer der Haltbarkeit

Die Haltbarkeit von Xylocain betragt 3 Jahre.

Die chemische und physikalische Stabilitat nach Anbruch wurde fur 4 Tage bei Raumtemperatur nachgewiesen. Aus mikrobiologischer Sicht kann das Produkt nach erstmaligem Offnen maximal 3 Tage bei Raumtemperatur aufbewahrt werden. Bei anderen Aufbewahrungszeiten und -bedingungen tragt der Anwender die Verantwortung.

Dieses Arzneimittel soll nach Ablauf des Verfallsdatums nicht mehr verwendet werden.

Darf nicht re-sterilisiert werden.

6.4    Besondere Vorsichtsmainahmen fur die Aufbewahrung

Nicht uber 25 °C lagern. Nicht einfrieren.

6.5    Art und Inhalt des Behaltnisses

Durchsichtige Mehrfachentnahmeflaschen aus Glas mit Gummistopfen.

Packungsgroien:

Xylocain 1 %

5 Flaschen je 50 ml Injektionslosung [N 2]

Klinikpackung mit 50 Flaschen je 50 ml Injektionslosung

Xylocain 2 %

1 Flasche zu 50 ml Injektionslosung [N 1]

Klinikpackung mit 50 Flaschen je 50 ml Injektionslosung

6.6 Besondere VorsichtsmaKnahmen fur die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7.    I nhaber der Zulassung

AstraZeneca GmbH

22876 Wedel

Telefon: 0 41 03 / 70 80

Produktanfragen: 0800 22 88 660

Telefax: 0 41 03 / 708 32 93

E-Mail: azinfo@astrazeneca.com

www.astrazeneca.de

8.    Zulassungsnummern

6077072.01.00

6077072.02.00

9.    Datum der Erteilung der Zulassungen/Verlangerung der Zulassungen

Datum der Erteilung der Zulassung: 05.08.1999 Datum der Verlangerung der Zulassung: 29.05.2009

10.    Stand der Information

Januar2014

11.    Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig

Xylocain 1 %