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Xylocitin 2% mit epinephrin (adrenalin) 0,001 % (1:100000)



Gebrauchsinformation Xylocitin 2% mit epinephrin (adrenalin) 0,001 % (1:100000)

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Gebrauchsinformation: Information fur Anwender Xylocitin® 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) Injektionslosung

Lidocainhydrochlorid 1 H2O und Epinephrinhydrogentartrat

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfaltig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthalt wichtige Informationen.

•    Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht mochten Sie diese spater nochmals lesen.

•    Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal.

•    Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

1.    Was ist Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) und wofur wird es angewendet?

2.    Was sollten Sie vor der Anwendung von Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) beachten?

3.    Wie ist Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) anzuwenden?

4.    Welche Nebenwirkungen sind moglich?

5.    Wie ist Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) aufzubewahren?

6.    Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) und wofur wird es angewendet?

Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) ist ein mittellang wirkendes Lokalanasthetikum (Arzneimittel zur ortlichen Betaubung) vom Saureamid-Typ (Carbonsaureamid des Anilin) mit Vasokonstriktorzusatz (zur Verengung der BlutgefaBe).

Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) wird angewendet

zur lokalen Schmerzausschaltung (Infiltrations- und Leitungsanasthesie) im Zahn-, Mund- und Kieferbereich.

2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) beachten?

Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) darf nicht angewendet werden

-    wenn Sie allergisch gegen Lidocainhydrochlorid 1 H2O, Epinephrinhydrogentartrat, Natriummetabisulfit oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind

-    bei bekannter Uberempfindlichkeit gegen Lokalanasthetika vom Saureamid-Typ

-    bei Bronchialasthmatikern mit Sulfit-Uberempfindlichkeit (aufgrund des Gehaltes an Natriummetabisulfit)

-    bei Schilddrusenuberfunktion

-    bei schweren Storungen des Reizbildungs- und Reizleitungssystems am Herzen

-    bei akut dekompensierter Herzinsuffizienz (akutes Versagen der Herzleistung)

-    bei Schock

-    zur intravasalen Injektion (Einspritzen in ein BlutgefaB).

Wegen der gefaBverengenden Wirkung des Epinephrin-Anteils darf Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) weiterhin nicht angewendet werden bei

-    Betaubungen in Endstromgebieten der BlutgefaBe

-    Glaukom (sog. gruner Star) mit engem Kammerwinkel

-    paroxysmalen Tachykardien oder hochfrequenter absoluter Arrhythmie (anfallsweise Beschleunigung des Herzschlages bzw. sehr schneller, unregelmaBiger Herzschlag).

Die Anwendung von Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) ist kontraindiziert bei der gleichzeitigen Behandlung mit trizyklischen Antidepressiva oder Monoaminooxidase(MAO)-Hemmstoffen (beides Mittel gegen Depressionen), da diese Wirkstoffe die Herz-Kreislauf-Wirkungen des Epinephrins verstarken konnen. Das kann bis zu 14 Tage nach Beendigung einer Behandlung mit MAO-Hemmstoffen zutreffen.

Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, Apotheker oder dem medizinischen Fachpersonal, bevor Sie Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) anwenden

-    bei Nieren- oder Lebererkrankung

-    bei GefaBverschlussen

-    bei Arteriosklerose (GefaBverkalkung)

-    bei Myasthenia gravis (krankhafte Muskelschwache)

-    bei Nervenschadigung durch Zuckerkrankheit

-    bei Injektion in ein entzundetes (infiziertes) Gebiet.

Zur Vermeidung von Nebenwirkungen durfen nicht mehr als 500 mg Lidocainhydrochlorid 1 H2O und nicht mehr als 0,25 mg Epinephrin verabreicht werden (siehe unter Abschnitt 3. „Die empfohlene Dosis betragt“).

Vor einer Lokalanasthesie ist grundsatzlich auf eine gute Auffullung des Kreislaufs zu achten. Bestehende Hypovolamien mussen behoben werden.

Ist eine Allergie gegen Lidocainhydrochlorid 1 H2O bekannt, so muss mit einer Kreuzallergie gegen andere Saureamid-Lokalanasthetika gerechnet werden.

Weiterhin sollten zur Vermeidung von Nebenwirkungen folgende Punkte beachtet werden:

-    bei Risikopatienten und bei Verwendung hoherer Dosierungen (mehr als 25 % der maximalen Einzeldosis bei einzeitiger Gabe) intravenosen Zugang fur Infusion anlegen (Volumensubstitution)

-    Dosierung so niedrig wie moglich wahlen

-    korrekte Lagerung des Patienten beachten

-    vor Injektion sorgfaltig in zwei Ebenen aspirieren (Drehung der Kanule)

-    nicht in infizierte Bereiche injizieren

-    Injektion langsam vornehmen

-    Blutdruck, Puls und Pupillenweite kontrollieren

-    allgemeine und spezielle Gegenanzeigen sowie Wechselwirkungen mit anderen Mitteln beachten.

Es ist zu beachten, dass unter der Behandlung mit Blutgerinnungshemmern (Antikoagulanzien, wie z. B. Heparin), nicht-steroidalen Antirheumatika oder Plasmaersatzmitteln nicht nur eine versehentliche GefaBverletzung im Rahmen der Schmerzbehandlung zu ernsthaften Blutungen fuhren kann, sondern dass allgemein mit einer erhohten Blutungsneigung gerechnet werden muss. Ggf. sollten die Blutungszeit und die aktivierte partielle Thromboplastinzeit (aPTT) bestimmt, der Quick-Test durchgefuhrt und die Thrombozytenzahl uberpruft werden. Diese Untersuchungen sollten bei Risikopatienten auch im Falle einer Low-dose-Heparinprophylaxe (vorsorgliche Behandlung mit dem Blutgerinnungshemmer Heparin in niedriger Dosis) vor Anwendung von Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) durchgefuhrt werden. Gegebenenfalls ist die Antikoagulanzientherapie zeitig genug abzusetzen.

Eine Anasthesie bei gleichzeitiger Vorsorgetherapie zur Vermeidung von Thrombosen (Thromboseprophylaxe) mit niedrigmolekularem Heparin sollte nur unter besonderer Vorsicht durchgefuhrt werden.

Im Zusammenhang mit der Anwendung von Lidocainhydrochlorid 1 H2O wurde uber die Auslosung eines schweren Fieberanfalls (maligne Hyperthermie) berichtet. Eine Anwendung von Lidocainhydrochlorid 1 H2O bei bekannter genetischer Veranlagung zur malignen Hyperthermie ist zu vermeiden.

Kinder und Jugendliche < 15 Jahren

Bei Kindern sollte man erwagen, ob nicht die Anwendung eines langer wirkenden Lokalanasthetikums ohne Epinephrin-Zusatz ausreicht, um den gewunschten Effekt zu erzielen.

Die intraligamentare Anasthesie mit Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) sollte im Milchgebiss wegen einer moglichen Schadigung der Zahnkeime bleibender Zahne nicht durchgefuhrt werden.

Altere Menschen

Bei Patienten im hohen Alter darf Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) nur mit besonderer Vorsicht angewendet werden. Auch bei alteren Patienten sollte man erwagen, ob nicht die Anwendung eines langer wirkenden Lokalanasthetikums ohne Epinephrin-Zusatz ausreicht, um den gewunschten Effekt zu erzielen.

Anwendung von Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kurzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Durch den Zusatz von Epinephrin ist die Wirkungsdauer von Lidocainhydrochlorid 1 H2O im Verhaltnis zur gleichen Menge des Lokalanasthetikums ohne den gefabverengenden Zusatz verlangert.

Bei gleichzeitiger Gabe von Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) und Secale-Alkaloiden (wie z. B. Ergotamin) kann aufgrund des Epinephrin-Anteils ein ausgepragter Blutdruckabfall auftreten.

Zur gleichzeitigen Anwendung von Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) und trizyklischen Antidepressiva oder MAO-Hemmern siehe unter Abschnitt 2. „Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) darf nicht angewendet werden".

Bei Gabe von Inhalationsanasthetika, insbesondere von Halothan, muss beachtet werden, dass diese das Myokard gegenuber Katecholaminen wie Epinephrin sensibilisieren.

Durch die Anwendung von Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) kann die Wirkung oraler Antidiabetika abgeschwacht werden, da Epinephrin zu einer Hemmung der Insulinfreisetzung in der Bauchspeicheldruse fuhren kann.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Aprindin und Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) ist eine Summation der Nebenwirkungen moglich. Aprindin hat aufgrund der chemischen Strukturahnlichkeit mit Lokalanasthetika ahnliche Nebenwirkungen.

Ein toxischer Synergismus wird fur zentrale Analgetika und Ether beschrieben.

Vorsicht ist geboten beim Einsatz von Beruhigungsmitteln, die ebenfalls die Funktion des Zentralnervensystems (ZNS) beeinflussen und die schadigende Wirkung von Lokalanasthetika verandern konnen. Es besteht ein Wechselspiel zwischen Lokalanasthetika einerseits und

Beruhigungsmitteln andererseits. Die letztgenannte Medikamentengruppe hebt die Krampfschwelle des ZNS an.

Vorsicht ist geboten bei gleichzeitiger Therapie mit bestimmten Herzmedikamenten (Propranolol, Diltiazem und Verapamil). Durch eine Abnahme der Lidocainhydrochlorid-1 H2O-Ausscheidung kommt es zu einer deutlichen Verlangerung der Ausscheidungszeit mit der Gefahr der Anreicherung von Lidocain im Korper.

Kombinationen verschiedener Lokalanasthetika rufen additive Wirkungen an Herz-Kreislauf-System und ZNS hervor.

Die Wirkung nicht-depolarisierender Muskelrelaxanzien (bestimmte Arzneimittel zur Muskelerschlaffung) wird durch Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) verlangert.

Besonderer Hinweis

Natriummetabisulfit ist eine sehr reaktionsfahige Verbindung. Es muss deshalb damit gerechnet werden, dass mit Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) zusammen verabreichtes Thiamin (Vitamin Bj) abgebaut wird.

Wichtigste Inkompatibilitaten

Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) ist inkompatibel mit alkalischen Losungen, wie Natriumhydrogencarbonat-haltigen Losungen, sowie mit Amphotericin B, Methohexital, Phenytoin, Sulfadiazinen, samtlichen Oxidationsmitteln und Schwermetallionen und darf daher nicht mit diesen gemischt werden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein, oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft

Die Anwendung von Lidocain und Epinephrin in der Fruhschwangerschaft sollte nur erfolgen, sofern die Indikation absolut notwendig ist, da kontrollierte Studien nicht vorhanden sind. Bislang gibt es keine Hinweise auf Missbildung nach Lidocain-Anwendung in der Schwangerschaft.

Stillzeit

Obwohl Lidocain in geringen Mengen in die Muttermilch ubertritt, erscheint eine Gefahrdung des Sauglings nach einer Lokalanasthesie der Mutter eher unwahrscheinlich.

Verkehrstuchtigkeit und Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen

Bei der Anwendung von Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) muss vom Zahnarzt/Arzt im Einzelfall entschieden werden, ob Sie aktiv am StraBenverkehr teilnehmen oder Maschinen bedienen durfen.

Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) enthalt Natriummetabisulfit

Dies kann bei empfindlichen Personen, insbesondere bei solchen mit bekanntem Asthma oder allergischen Erkrankungen, allergische Reaktionen mit anaphylaktischen Symptomen und Bronchialkrampfen hervorrufen (siehe unter Abschnitt 4. „Welche Nebenwirkungen sind moglich? / Besonderer Hinweis").

Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) enthalt Natrium,

aber weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Ampulle (2 ml Injektionslosung), d.h. es ist nahezu „natriumfrei“.

3. Wie ist Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) anzuwenden?

Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) wird im Allgemeinen durch einen Zahnarzt/Arzt angewendet. Fragen Sie bei Ihrem Zahnarzt/Arzt nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) sollte nur von Personen mit entsprechenden Kenntnissen zur erfolgreichen Durchfuhrung der jeweiligen Anasthesieverfahren angewendet werden.

Die empfohlene Dosis betragt

Grundsatzlich gilt, dass nur die kleinste Dosis verabreicht werden darf, mit der die gewunschte ausreichende Anasthesie erreicht wird. Die Dosierung ist entsprechend den Besonderheiten des Einzelfalles individuell vorzunehmen.

Es gelten folgende Dosierungsrichtlinien fur Jugendliche ab 15 Jahren und Erwachsene mit einer durchschnittlichen KorpergroBe bei einmaliger (einzeitiger) Anwendung:

Zur Infiltrations- bzw. Leitungsanasthesie sind in Abhangigkeit von der verwendeten Methode jeweils 1 bis 2 ml (entsprechend den anatomischen Gegebenheiten 0,2 bis 0,3 ml in palatinalen Bereichen) Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) zu applizieren.

Bei der intraligamentaren Anasthesie werden 0,2 bis 0,4 ml Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) jeweils mesial und distal (bei Molaren zusatzlich palatinal) in den Sulcus des entsprechenden Zahnes eingespritzt.

Da bei der Anwendung in der Mundhohle eine schnelle Resorption von Substanzen erfolgt, sollte eine Maximaldosis von 200 mg Lidocainhydrochlorid 1 H2O mit Vasokonstriktorzusatz nicht uberschritten werden. Zur Vermeidung Epinephrin-bedingter Nebenwirkungen darf bei einer Nervenblockade nicht mehr als 0,25 mg Epinephrin verabreicht werden.

25 ml Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) enthalten 500 mg Lidocainhydrochlorid 1 H2O und 0,25 mg Epinephrin.

Bei Patienten mit reduziertem Allgemeinzustand bzw. veranderter PlasmaeiweiBbindung (z. B. Niereninsuffizienz, Leberinsuffizienz, Karzinomerkrankungen, Schwangerschaft) mussen grundsatzlich kleinere Dosen angewendet werden.

Bei Patienten mit zerebralem Anfallsleiden muss verstarkt auf die Manifestation zentralnervoser Symptome geachtet werden. Auch bei nicht hohen Lidocainhydrochlorid-1-H2O-Dosen muss mit einer gesteigerten Krampfbereitschaft gerechnet werden. Beim Melkersson-Rosenthal-Syndrom konnen allergische, toxische Reaktionen des Nervensystems auf Lokalanasthetika vermehrt auftreten.

Art und Dauer der Anwendung

Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) wird in Abhangigkeit vom jeweiligen Anasthesieverfahren unter die Mundschleimhaut (Infiltrationsanasthesie) oder in den Sulcus eines Zahnes (intraligamentare Anasthesie) eingespritzt bzw. durch gezielte Punktion im Gewebe in die Nahe eines Nervenstammes (Leitungsanasthesie) appliziert.

Eine wiederholte Anwendung von Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) kann aufgrund einer Tachyphylaxie zu WirkungseinbuBen fuhren.

Die Injektionslosung ist nur zur einmaligen Entnahme vorgesehen. Die Anwendung muss unmittelbar nach Offnung der Ampulle erfolgen. Nicht verbrauchte Reste sind zu verwerfen.

Parenterale Arzneimittel sind vor Gebrauch visuell zu prufen. Nur klare Losungen ohne Partikel durfen verwendet werden.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) zu stark oder zu schwach ist.

Wenn eine groBere Menge von Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) angewendet wurde als empfohlen

Zeichen einer Uberdosierung

Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) wirkt in niedrigen schadigenden Dosierungen als zentrales Nervenstimulans, in hohen schadigenden Dosisbereichen kommt es zur Dampfung der zentralen Funktionen.

Eine schwere Uberdosierung verlauft in 2 Phasen. Die Anzeichen sind:

1.    Phase:

Sie werden unruhig, empfinden Schwindel, akustische und visuelle Storungen sowie Kribbeln, vor allem an Zunge und Lippenbereich. Die Sprache ist verwaschen, Schuttelfrost und Muskelzuckungen sind Vorboten eines drohenden generalisierten Krampfanfalls.

2.    Phase:

Bei fortschreitender Uberdosierung kommt es zu einer zunehmenden Funktionsstorung des Hirnstammes mit den Symptomen Atemdepression und Koma bis hin zum Tod.

NotfallmaBnahmen und Gegenmittel

werden durch den behandelnden Zahnarzt/Arzt entsprechend der Krankheitszeichen sofort eingeleitet werden.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal.

4. Welche Nebenwirkungen sind moglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten mussen.

Mogliche Nebenwirkungen

Die moglichen Nebenwirkungen nach Anwendung von Lidocainhydrochlorid 1 H2O entsprechen weitgehend denen anderer Lokalanasthetika vom Saureamid-Typ. Unerwunschte systemische Wirkungen, die bei Uberschreiten eines Blutplasmaspiegels von 5 bis 10 pg Lidocainhydrochlorid 1 H2O pro ml auftreten konnen, sind methodisch (aufgrund der Anwendung), pharmakodynamisch oder pharmakokinetisch bedingt und betreffen das Zentralnerven- und das Herzkreislaufsystem.

Methodisch bedingt

-    Infolge der Injektion (Einspritzung) zu groBer Injektionslosungsmenge

-    Durch unbeabsichtigte Injektion in ein BlutgefaB (siehe unter Abschnitt 3. „Wenn eine groBere Menge von Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) angewendet wurde als empfohlen").

Pharmakodynamisch bedingt

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen) kommt es aufgrund des Lidocain-Anteils zu allergischen Erscheinungen in Form von Nesselsucht, Schwellungen (Ódem), Verengung der Bronchien (Bronchospasmus) und Atemnot sowie zu Beeintrachtigungen des Kreislaufs.

Pharmakokinetisch bedingt

Als mogliche Ursache fur Nebenwirkungen mussen auch eventuelle abnorme Resorptionsverhaltnisse oder Storungen beim Abbau in der Leber oder bei der Ausscheidung durch die Niere in Betracht gezogen werden.

Nach Lokalanasthesie mit Lidocainhydrochlorid 1 H2O, vor allem bei Epinephrin-haltigen Zubereitungen, wurde gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen) eine trockene Alveole mit verstarkter Tendenz zur Nachblutung beobachtet.

Durch den Epinephrin-Anteil konnen Herzklopfen, Blutdruckanstieg, Kopfschmerzen, ventrikulare Herzrhythmusstorungen (unregelmaBiger Herzschlag) und pektanginose Beschwerden (Enge- und Druckgefuhl uber dem Herzen) verursacht werden. Dies gilt insbesondere bei Uberdosierung bzw. bei erhohter Empfindlichkeit des Patienten (z. B. bei Hyperthyreose).

Besonderer Hinweis

Aufgrund des Gehaltes an Natriummetabisulfit kann es, insbesondere bei Bronchialasthmatikern, sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen) zu Uberempfindlichkeitsreaktionen kommen, die sich als Erbrechen, Durchfall, keuchende Atmung, akuter Asthmaanfall, Bewusstseinsstorungen oder Schock auBern konnen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie konnen Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, 53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, konnen Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen uber die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfugung gestellt werden.

5. Wie ist Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel fur Kinder unzuganglich auf.

Sie durfen dieses Arzneimittel nach dem auf der Faltschachtel und der Ampulle nach „Verwendbar bis:“ bzw. „Verw. bis:“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Ampullen in der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schutzen.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) enthalt

-    Die Wirkstoffe sind: Lidocainhydrochlorid 1 H2O und Epinephrinhydrogentartrat (Ph.Eur.).

1 Ampulle enthalt 2 ml Injektionslosung.

1 ml Injektionslosung enthalt:

20,000 mg Lidocainhydrochlorid 1 H2O (entsprechend 18,80 mg Lidocainhydrochlorid) und 0,018 mg Epinephrinhydrogentartrat (Ph.Eur.) (entsprechend 0,01 mg Epinephrin).

-    Die sonstigen Bestandteile von 1 ml Injektionslosung sind:

0,5 mg Natriummetabisulfit (Ph.Eur.) (entsprechend 0,34 mg SO2), Natriumchlorid, Salzsaure 36 %, Wasser fur Injektionszwecke.

Wie Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) aussieht und Inhalt der Packung

Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) ist eine farblose Flussigkeit (Injektionslosung) in 2-ml-Klarglas-Ampullen.

Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) ist in Packungen mit 10 Ampullen zu 2 ml Injektionslosung und 100 (5x20) Ampullen zu 2 ml Injektionslosung erhaltlich.

Es werden moglicherweise nicht alle PackungsgroBen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

mibe GmbH Arzneimittel Munchener StraBe 15 06796 Brehna Tel.: 034954/247-0 Fax: 034954/247-100

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt uberarbeitet im Februar 2015.

Xylocitin 2% mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100000)

Fachinformation Xylocitin 2% mit epinephrin (adrenalin) 0,001 % (1:100000)

Fachinformation

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Xylocitin® 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) Injektionslosung

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 Ampulle enthalt 2 ml Injektionslosung.

1 ml Injektionslosung enthalt:

20,000 mg Lidocainhydrochlorid 1 H2O (entsprechend 18,80 mg Lidocainhydrochlorid)

0,018 mg Epinephrinhydrogentartrat (Ph.Eur.) (entsprechend 0,01 mg Epinephrin).

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung: Natriummetabisulfit (Ph. Eur.), Natriumchlorid.

Vollstandige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Injektionslosung

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1    Anwendungsgebiete

Lokale Schmerzausschaltung (Infiltrations- und Leitungsanasthesie) im Zahn-, Mund- und Kieferbereich

Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) wird bei Erwachsenen und Kindern angewendet, wobei bei der Anwendung bei Kindern unter 4 Jahren besondere Vorsicht geboten ist (siehe Abschnitt 4.2).

4.2    Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) wird bei Erwachsenen und Kindern angewendet.

Grundsatzlich gilt, dass nur die kleinste Dosis verabreicht werden darf, mit der die gewunschte ausreichende Anasthesie erreicht wird. Die Dosierung ist entsprechend den Besonderheiten des Einzelfalles individuell vorzunehmen.

Kinder

Besondere Vorsicht ist bei der Behandlung von Kindern unter 4 Jahren geboten. Die zu injizierende Menge sollte anhand des Alters und des Gewichtes des Kindes und des AusmaBes der Operation bestimmt werden.

Die Anasthesie-Methode sollte sorgfaltig ausgewahlt werden. Schmerzhafte Anasthesie-Techniken sollten vermieden werden. Das Verhalten des Kindes sollte wahrend der Behandlung sorgfaltig uberwacht werden.

Die durchschnittliche Dosis, die zu verwenden ist, betragt zwischen 20 bis 30 mg Lidocainhydrochlorid pro Eingriff. Alternativ kann die Dosis in mg von Lidocainhydrochlorid, die Kindern verabreicht werden darf, nach der folgenden Formel berechnet werden:

Gewicht des Kindes (in kg) x 1,33.

Eine Verabreichung von 5 mg Lidocainhydrochlorid pro Kilogramm Korpergewicht darf nicht uberschritten werden.

Jugendliche ab 15 Jahre und Erwachsene

Bei durchschnittlicher KorpergroBe und einmaliger (einzeitiger) Anwendung:

Zur Infiltrations- bzw. Leitungsanasthesie sind in Abhangigkeit von der verwendeten Methode jeweils 1 bis 2 ml (entsprechend den anatomischen Gegebenheiten 0,2 bis 0,3 ml in palatinalen Bereichen) Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) zu applizieren.

Bei der intraligamentaren Anasthesie werden 0,2 bis 0,4 ml Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) jeweils mesial und distal (bei Molaren zusatzlich palatinal) in den Sulcus des entsprechenden Zahnes eingespritzt.

Da bei der Anwendung in der Mundhohle eine schnelle Resorption von Substanzen erfolgt, sollte eine Maximaldosis von 200 mg Lidocainhydrochlorid 1 H2O mit Vasokonstriktorzusatz nicht uberschritten werden. Zur Vermeidung Epinephrin-bedingter Nebenwirkungen darf bei einer Nervenblockade nicht mehr als 0,25 mg Epinephrin verabreicht werden.

25 ml Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) enthalten 500 mg Lidocainhydrochlorid 1 H2O und 0,25 mg Epinephrin.

Bei Patienten mit reduziertem Allgemeinzustand bzw. veranderter PlasmaeiweiBbindung (z. B. Niereninsuffizienz, Leberinsuffizienz, Karzinomerkrankungen, Schwangerschaft) mussen grundsatzlich kleinere Dosen angewendet werden.

Bei Patienten mit zerebralem Anfallsleiden muss verstarkt auf die Manifestation zentralnervoser Symptome geachtet werden. Auch bei nicht hohen Lidocainhydrochlorid-1-H2O-Dosen muss mit einer gesteigerten Krampfbereitschaft gerechnet werden. Beim Melkersson-Rosenthal-Syndrom konnen allergische, toxische Reaktionen des Nervensystems auf Lokalanasthetika vermehrt auftreten.

Art und Dauer der Anwendung

Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) wird in Abhangigkeit vom jeweiligen Anasthesieverfahren unter die Mundschleimhaut (Infiltrationsanasthesie) oder in den Sulcus eines Zahnes (intraligamentare Anasthesie) eingespritzt bzw. durch gezielte Punktion im Gewebe in die Nahe eines Nervenstammes (Leitungsanasthesie) appliziert.

Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) sollte nur von Personen mit entsprechenden Kenntnissen zur erfolgreichen Durchfuhrung der jeweiligen Anasthesieverfahren angewendet werden.

Eine wiederholte Anwendung von Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) kann aufgrund einer Tachyphylaxie zu WirkungseinbuBen fuhren.

Die Injektionslosung ist nur zur einmaligen Entnahme vorgesehen. Die Anwendung muss unmittelbar nach Offnung der Ampulle erfolgen. Nicht verbrauchte Reste sind zu verwerfen.

4.3 Gegenanzeigen

-    Uberempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe, Natriummetabisulfit oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile

-    bekannte Uberempfindlichkeit gegenuber Lokalanasthetika vom Saureamid-Typ

-    Hyperthyreose

-    schwere Storungen des Reizbildungs- und Reizleitungssystems am Herzen

-    akut dekompensierte Herzinsuffizienz

-    Schock

-    intravasale Injektion

-    Bronchialasthmatiker mit Sulfit-Uberempfindlichkeit (aufgrund des Gehaltes an Natriummetabisulfit).

Wegen der gefaBverengenden Wirkung des Epinephrin-Anteils darf Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) weiterhin nicht angewendet werden bei

-    Betaubungen in Endstromgebieten der BlutgefaBe

-    Glaukom mit engem Kammerwinkel

-    paroxysmalen T achykardien oder hochfrequenter absoluter Arrhythmie.

Die Anwendung von Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) ist kontraindiziert bei der gleichzeitigen Behandlung mit trizyklischen Antidepressiva oder Monoaminooxidase(MAO)-Hemmstoffen, da diese Wirkstoffe die Herz-Kreislauf-Wirkungen des Epinephrins verstarken konnen. Das kann bis zu 14 Tage nach Beendigung einer Behandlung mit MAO-Hemmstoffen zutreffen.

4.4 Besondere Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen fur die Anwendung

Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) darf nur mit besonderer Vorsicht angewendet werden bei

-    Nieren- oder Lebererkrankung

-    GefaBverschlussen

-    Arteriosklerose

-    Myasthenia gravis

-    Nervenschadigung durch Diabetes mellitus

-    Injektion in ein entzundetes (infiziertes) Gebiet.

Zur Vermeidung von Nebenwirkungen durfen nicht mehr als 500 mg Lidocainhydrochlorid 1 H2O und nicht mehr als 0,25 mg Epinephrin verabreicht werden (siehe Abschnitt 4.2).

Vor einer Lokalanasthesie ist grundsatzlich auf eine gute Auffullung des Kreislaufs zu achten. Bestehende Hypovolamien mussen behoben werden.

Ist eine Allergie gegen Lidocainhydrochlorid 1 H2O bekannt, so muss mit einer Kreuzallergie gegen andere Saureamid-Lokalanasthetika gerechnet werden.

Weiterhin sollten zur Vermeidung von Nebenwirkungen folgende Punkte beachtet werden:

-    bei Risikopatienten und bei Verwendung hoherer Dosierungen (mehr als 25 % der maximalen Einzeldosis bei einzeitiger Gabe) intravenosen Zugang fur Infusion anlegen (Volumensubstitution)

-    Dosierung so niedrig wie moglich wahlen

-    korrekte Lagerung des Patienten beachten

-    vor Injektion sorgfaltig in zwei Ebenen aspirieren (Drehung der Kanule)

-    nicht in infizierte Gebiete injizieren

-    Injektion langsam vornehmen

-    Blutdruck, Puls und Pupillenweite kontrollieren

-    allgemeine und spezielle Kontraindikationen sowie Wechselwirkungen mit anderen Mitteln beachten.

Vor der Injektion eines Lokalanasthetikums ist darauf zu achten, dass das Instrumentarium zur Wiederbelebung (z. B. zur Freihaltung der Atemwege und zur Sauerstoffzufuhr) und die Notfallmedikation zur Therapie toxischer Reaktionen sofort verfugbar sind.

Es ist zu beachten, dass unter der Behandlung mit Blutgerinnungshemmern (Antikoagulanzien, wie z. B. Heparin), nicht-steroidalen Antirheumatika oder Plasmaersatzmitteln nicht nur eine versehentliche GefaBverletzung im Rahmen der Schmerzbehandlung zu ernsthaften Blutungen fuhren kann, sondern dass allgemein mit einer erhohten Blutungsneigung gerechnet werden muss. Ggf. sollten die Blutungszeit und die aktivierte partielle Thromboplastinzeit (aPTT) bestimmt, der Quick-Test durchgefuhrt und die Thrombozytenzahl uberpruft werden. Diese Untersuchungen sollten bei Risikopatienten auch im Falle einer Low-dose-Heparinprophylaxe vor Anwendung von Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) durchgefuhrt werden.

Gegebenenfalls ist die Antikoagulanzientherapie zeitig genug abzusetzen.

Eine Anasthesie bei gleichzeitiger Vorsorgetherapie zur Vermeidung von Thrombosen (Thromboseprophylaxe) mit niedermolekularem Heparin sollte nur unter besonderer Vorsicht durchgefuhrt werden.

Im Zusammenhang mit der Anwendung von Lidocainhydrochlorid 1 H2O wurde uber das Auftreten einer malignen Hyperthermie berichtet. Eine Anwendung von Lidocainhydrochlorid 1 H2O bei bekannter genetischer Disposition zur malignen Hyperthermie ist zu vermeiden.

Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) kann bei empfindlichen Personen, insbesondere bei solchen mit bekanntem Asthma oder allergischen Erkrankungen, allergische Reaktionen mit anaphylaktischen Symptomen und Bronchialkrampfen hervorrufen (siehe Abschnitt 4.8).

Kinder

Bei Kindern sollte man erwagen, ob nicht die Anwendung eines langer wirkenden Lokalanasthetikums ohne Epinephrin-Zusatz ausreicht, um den gewunschten Effekt zu erzielen. Falls die Anwendung eines Epinephrin-Zusatzes erforderlich ist, sollte die Dosis anhand des Alters und des Gewichtes des Kindes und des AusmaBes der Operation bestimmt werden (siehe Abschnitt 4.2).

Die intraligamentare Anasthesie mit Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) sollte im Milchgebiss wegen einer moglichen Schadigung der Zahnkeime bleibender Zahne nicht durchgefuhrt werden.

Áltere Menschen

Bei Patienten im hohen Alter darf Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) nur mit besonderer Vorsicht angewendet werden. Auch bei alteren Patienten sollte man erwagen, ob nicht die Anwendung eines langer wirkenden Lokalanasthetikums ohne Epinephrin-Zusatz ausreicht, um den gewunschten Effekt zu erzielen.

Hinweis:

Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) enthalt Natrium, aber weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Ampulle (2 ml Injektionslosung).

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Durch den Zusatz von Epinephrin ist die Wirkungsdauer von Lidocainhydrochlorid 1 H2O im Verhaltnis zur gleichen Menge des Lokalanasthetikums ohne den gefaBverengenden Zusatz verlangert.

Bei gleichzeitiger Gabe von Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) und Secale-Alkaloiden (wie z. B. Ergotamin) kann aufgrund des Epinephrin-Anteils ein ausgepragter Blutdruckabfall auftreten.

Zur gleichzeitigen Anwendung von Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) und trizyklischen Antidepressiva oder MAO-Hemmern siehe Abschnitt 4.3.

Bei Gabe von Inhalationsanasthetika, insbesondere von Halothan, muss beachtet werden, dass diese das Myokard gegenuber Katecholaminen, wie Epinephrin, sensibilisieren.

Durch die Anwendung von Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) kann die Wirkung oraler Antidiabetika abgeschwacht werden, da Epinephrin zu einer Hemmung der Insulinfreisetzung in der Bauchspeicheldruse fuhren kann.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Aprindin und Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) ist eine Summation der Nebenwirkungen moglich. Aprindin hat aufgrund der chemischen Strukturahnlichkeit mit Lokalanasthetika ahnliche Nebenwirkungen.

Ein toxischer Synergismus wird fur zentrale Analgetika und Ether beschrieben.

Vorsicht ist geboten beim Einsatz von Sedativa, die ebenfalls die Funktion des ZNS beeinflussen und die toxische Wirkung von Lokalanasthetika verandern konnen. Es besteht ein Antagonismus zwischen Lokalanasthetika einerseits und Sedativa und Hypnotika andererseits. Die beiden letztgenannten Arzneimittelgruppen heben die Krampfschwelle des ZNS an.

Vorsicht ist geboten bei gleichzeitiger Therapie mit Propranolol, Diltiazem und Verapamil. Durch eine Abnahme der Lidocain-Clearance kommt es zu einer deutlichen Verlangerung der Eliminationshalbwertszeit mit Kumulationsgefahr.

Kombinationen verschiedener Lokalanasthetika rufen additive Wirkungen am kardiovaskularen System und am ZNS hervor.

Die Wirkung nicht-depolarisierender Muskelrelaxanzien wird durch Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) verlangert.

Natriummetabisulfit ist eine sehr reaktionsfahige Verbindung. Es muss deshalb damit gerechnet werden, dass mit Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) zusammen verabreichtes Thiamin (Vitamin B1) abgebaut wird.

4.6    Fertilitat, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Eine Anwendung von Lidocain und Epinephrin wahrend der Schwangerschaft soll nur erfolgen, wenn es unbedingt erforderlich ist.

Kontrollierte Untersuchungen an Schwangeren liegen nicht vor. Daten uber eine begrenzte Anzahl von exponierten Schwangeren geben keinen Hinweis auf kongenitale Effekte durch Lidocain. Tierexperimentelle Studien haben Reproduktionstoxizitat gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).

Stillzeit

Lidocain geht in geringen Mengen in die Muttermilch uber. Eine Gefahrdung des Sauglings nach einer Lokalanasthesie der Mutter erscheint unwahrscheinlich.

4.7    Auswirkungen auf die Verkehrstuchtigkeit und die Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es muss vom Zahnarzt/Arzt im Einzelfall entschieden werden, ob der Patient aktiv am StraBenverkehr teilnehmen oder Maschinen bedienen darf.

4.8    Nebenwirkungen

Die moglichen Nebenwirkungen nach Anwendung von Lidocainhydrochlorid 1 H2O entsprechen weitgehend denen anderer Lokalanasthetika vom Saureamid-Typ. Unerwunschte systemische Wirkungen, die bei Uberschreiten eines Blutplasmaspiegels von 5 bis 10 pg Lidocainhydrochlorid 1 H2O pro ml auftreten konnen, sind methodisch, pharmakodynamisch oder pharmakokinetisch bedingt und betreffen das Zentralnerven- und das Herzkreislaufsystem.

Methodisch bedingt

Infolge der Injektion zu grober Injektionslosungsmengen.

Durch unbeabsichtigte Injektion in ein Blutgefab (siehe Abschnitt 4.9).

Pharmakodynamisch bedingt

Gelegentlich (>1/1.000, <1/100) kommt es aufgrund des Lidocain-Anteils zu allergischen Erscheinungen in Form von Urtikaria, Ódem, Bronchospasmus und Atemnot sowie zu Beeintrachtigungen des Kreislaufs.

Pharmakokinetisch bedingt

Als mogliche Ursache fur Nebenwirkungen mussen auch eventuelle abnorme Resorptionsverhaltnisse oder Storungen beim Abbau in der Leber oder bei der Ausscheidung durch die Niere in Betracht gezogen werden.

Nach Lokalanasthesie mit Lidocainhydrochlorid 1 H2O, vor allem bei Epinephrin-haltigen Zubereitungen, wurde gelegentlich eine trockene Alveole mit verstarkter Tendenz zur Nachblutung beobachtet.

Durch den Epinephrin-Anteil konnen Herzklopfen, Blutdruckanstieg, Kopfschmerzen, ventrikulare Herzrhythmusstorungen und pektanginose Beschwerden verursacht werden. Dies gilt insbesondere bei Uberdosierung bzw. bei erhohter Empfindlichkeit des Patienten (z. B. bei Hyperthyreose).

Besonderer Hinweis

Aufgrund des Gehaltes an Natriummetabisulfit kann es, insbesondere bei Bronchialasthmatikern, sehr selten (<1/10.000) zu Uberempfindlichkeitsreaktionen kommen, die sich als Erbrechen, Durchfall, keuchende Atmung, akuter Asthmaanfall, Bewusstseinsstorungen oder Schock aubern konnen (siehe Abschnitt 4.3).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grober Wichtigkeit. Sie ermoglicht eine kontinuierliche Uberwachung des Nutzen-Risiko-Verhaltnisses des Arzneimittels. Angehorige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung anzuzeigen:

Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte Abt. Pharmakovigilanz Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3 53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

4.9    Uberdosierung

Symptome einer Uberdosierung

Die Zeichen einer Uberdosierung lassen sich zwei qualitativ unterschiedlichen Symptomkomplexen zuordnen und unter Berucksichtigung der Intensitatsstarke gliedern in:

a) Zentralnervose Symptome

Leichte Intoxikation:

Kribbeln in den Lippen und der Zunge, Taubheit im Mundbereich, Ohrensausen, metallischer Geschmack, Angst, Unruhe, Zittern, Muskelzuckungen, Erbrechen, Desorientiertheit

-    Mittelschwere Intoxikation:

Sprachstorung, Benommenheit, Ubelkeit, Erbrechen, Schwindel, Schlafrigkeit, Verwirrtheit, Zittern, choreiforme Bewegungen (bestimmte Form von Bewegungsunruhe), Krampfe (tonisch-klonisch), weite Pupillenoffnung, beschleunigte Atmung

-    Schwere Intoxikation:

Erbrechen (Erstickungsgefahr), SchlieBmuskellahmung, Muskeltonusverlust, Reaktions- und Bewegungslosigkeit (Stupor), irregulare Atmung, Atemstillstand, Koma, Tod

b)    Kardiovaskulare Symptome

-    Leichte Intoxikation:

Herzklopfen, erhohter Blutdruck, beschleunigter Herzschlag, beschleunigte Atmung

-    Mittelschwere Intoxikation:

Beschleunigter Herzschlag, Herzrhythmusstorungen (Arrhythmie), Sauerstoffmangel, Blasse

-    Schwere Intoxikation:

Schwere Zyanose, Herzrhythmusstorungen (verlangsamter Herzschlag, Blutdruckabfall, primares Herzversagen, Kammerflimmern, Asystolie)

NotfallmaBnahmen und Gegenmittel:

-    Sofortige Unterbrechung der Zufuhr von Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000)

-    Freihalten der Atemwege

-    Zusatzlich Sauerstoff zufuhren; falls    notwendig    mit reinem    Sauerstoff assistiert oder

kontrolliert beatmen (zunachst uber Maske und mit Beatmungsbeutel, dann erst uber einen Trachealtubus). Die Sauerstofftherapie darf nicht bereits beim Abklingen der Symptome, sondern erst dann abgesetzt werden, wenn alle Vitalfunktionen zur Norm zuruckgekehrt sind

-    Sorgfaltige Kontrolle von Blutdruck,    Puls und Pupillenweite

Weitere mogliche GegenmaBnahmen sind:

-    Bei einem akuten und bedrohlichen Blutdruckabfall sollte unverzuglich eine Flachlagerung des Patienten mit Hochlagerung der Beine erfolgen und ein Beta-Sympathomimetikum langsam intravenos injiziert werden.

Zusatzlich ist eine Volumensubstitution vorzunehmen (z. B. mit kristalloiden Losungen).

-    Bei erhohtem Vagotonus (Bradykardie) kann mit einem Parasympatholytikum (z. B. Atropin) behandelt werden.

-    Bei Verdacht auf Herzstillstand sind die erforderlichen MaBnahmen der Reanimation durchzufuhren.

-    Konvulsionen werden mit kleinen, wiederholt verabreichten Dosen ultrakurz wirkender Barbiturate (z. B. 25 bis 50 mg Thiopental-Natrium) oder mit Diazepam (5 bis 10 mg i.v.) behandelt; dabei werden die Dosen fraktioniert bis zum Zeitpunkt der sicheren Kontrolle verabreicht.

Grundsatzlich ist darauf hinzuweisen, dass in vielen Fallen bei Anzeichen von Krampfen die Sauerstoffbeatmung zur Behandlung ausreicht.

Bei anhaltenden Krampfen werden Thiopental-Natrium (250 mg) und ein kurz wirksames Muskelrelaxans verabreicht sowie eine kunstliche Beatmung durchgefuhrt.

Zentral wirkende Analeptika sind bei Intoxikation durch Lokalanasthetika kontraindiziert!

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1    Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Lokalanasthetikum vom Amid-Typ; Lidocain, Kombinationen ATC-Code: N01BB52

Lidocainhydrochlorid ist ein Lokalanasthetikum vom Amid-Typ mit raschem Wirkungseintritt und mittellang anhaltender reversibler Blockade vegetativer, sensorischer und motorischer Nervenfasern sowie der Erregungsleitung des Herzens. Es wird angenommen, dass die Wirkung durch Blockade spannungsabhangiger Na+-Kanale in der Nervenmembran verursacht wird.

Lidocainhydrochlorid-Injektionslosung hat einen pH-Wert von 4,0 bis 5,5. Das Verhaltnis von ionisierter Form zu der lipidloslichen Base wird durch den im Gewebe vorliegenden pH-Wert bestimmt. Der Wirkstoff gelangt zunachst durch die Nervenmembran zur Nervenfaser als basische Form, wirkt aber als Lidocain-Kation erst nach Reprotonierung. Bei niedrigen pH-Werten, z. B. im entzundlich veranderten Gewebe, liegen nur geringe Anteile in der basischen Form vor, so dass keine ausreichende Anasthesie zustande kommen kann.

Die motorische Blockade bleibt nicht langer bestehen als die Analgesie.

Epinephrin fuhrt lokal zu Vasokonstriktion. Hierdurch wird Lidocain langsamer in den Intravasalraum aufgenommen. Damit wird uber einen langeren Zeitraum eine hohere Konzentration des Lokalanasthetikums am Wirkort erzielt. Die verzogerte Resorption verringert daruber hinaus auch das Auftreten unerwunschter systemischer Nebenwirkungen von Lidocain.

5.2    Pharmakokinetische Eigenschaften

Lidocainhydrochlorid 1 H2O ist sehr hydrophil. Nach subkutaner oder intramuskularer Injektion erfolgt eine allmahliche Umverteilung in Abhangigkeit von den Durchblutungsverhaltnissen und dem pH-Wert der Gewebeflussigkeit. Nach maxillar-buccaler Infiltrationsanasthesie mit 36 mg Lidocain wurde nach 30 min eine maximale Plasmakonzentration von 0,31 pg/ml erreicht (n = 5).

Lidocain wird zu 60 bis 80 % an Plasmaproteine gebunden (vornehmlich alpha1-saures Glykoprotein). Die Plasmaeliminationshalbwertszeit bei gesunden Erwachsenen betragt 1,5 bis 2,0 Stunden, bei schwerer Herzinsuffizienz ist sie auf 4 bis 10 Stunden, bei chronisch alkoholgeschadigter Leber auf 4,5 bis 6 Stunden verlangert.

Lidocain wird durch Monooxygenasen metabolisiert, die Hydroxy-Derivate werden konjugiert und uber die Niere ausgeschieden, 5 bis 10 % bleiben unverandert. Zu einem kleinen Teil entstehen zwei pharmakologisch wirksame Metaboliten. In Spuren ist 2,6-Xylidin nachweisbar. Bei Niereninsuffizienz wird die Ausscheidung fur Lidocain etwas, fur den wirksamen Metaboliten Glycinxylidid auf 10 Stunden verlangert.

Die lokale Applikation von Epinephrin fuhrt am Applikationsort zu Vasokonstriktion und damit zu einer verzogerten Umverteilung und verlangerten Wirkdauer des Lokalanasthetikums (Faktor 2 bis 3). Nach der intravasalen Aufnahme von Lidocain hat Epinephrin keinen Einfluss mehr auf das Lokalanasthetikum.

5.3 Praklinische Daten zur Sicherheit

Akute Toxizitat

Es liegen zahlreiche Untersuchungen an unterschiedlichen Tierarten zur akuten Toxizitat von Lidocain vor. Ausgepragte Effekte auf das ZNS wurden im Dosisbereich um 5 mg/kg nach intravenoser und 30 bis 50 mg/kg nach subkutaner Applikation beobachtet. In hoheren Dosen traten dann Todesfalle vor allem durch Konvulsionen auf.

Die beim Menschen ermittelte toxische (kardiovaskulare oder zentralnervose Symptome) Plasmakonzentration resp. Krampfschwellendosis von Lidocain wird mit 5 qg/ml bis > 10 qg/ml Blutplasma angegeben.

In Untersuchungen zur akuten Toxizitat von Epinephrin wurden LD50-Werte von 0,2 mg/kg KG bei der Maus und 0,04 mg/kg KG bei der Ratte nach intravenoser Applikation bestimmt.

Die Toxizitat der Kombination nimmt mit steigender Epinephrinkonzentration zu.

Chronische Toxizitat

Untersuchungen mit wiederholter Anwendung bis zu 6 Monaten an Ratten und Hunden ergaben bei der Ratte keine Hinweise auf pathologische Veranderungen durch Lidocain. Beim Hund war bei einer Dosierung von 30 mg/kg KG s.c. und 50 bis 60 mg/kg KG p. o. ein fettiger Umbau der Leber mit peripherer und perilobularer Verteilung zu beobachten.

Weitere Symptome beruhten vorwiegend auf den pharmakologischen Eigenschaften von Lidocain.

Untersuchungen zur subchronischen und chronischen Toxizitat der Kombination von Lidocain mit Epinephrin liegen nicht vor.

Mutagenes und tumorerzeugendes Potenzial

Es gibt Hinweise, dass ein bei der Ratte, moglicherweise auch beim Menschen aus Lidocain entstehendes Stoffwechselprodukt, 2,6-Xylidin, mutagene Wirkungen haben konnte. Diese Hinweise ergeben sich aus In-vitro-Tests, in denen dieser Metabolit in sehr hohen, nahezu toxischen Konzentrationen eingesetzt wurde. Dafur, dass auch die Muttersubstanz Lidocain selbst mutagen ist, gibt es derzeit keinen Anhalt.

Mutagene Wirkungen von Epinephrin sind unter den vorgesehenen Anwendungsbedingungen hinreichend sicher auszuschlieBen.

In einer Kanzerogenitatsstudie mit transplazentarer Exposition und nachgeburtlicher Behandlung der Tiere uber 2 Jahre mit sehr hohen Dosen 2,6-Xylidin an Ratten wurden in diesem hoch empfindlichen Testsystem bosartige und gutartige Tumoren vor allem in der Nasenhohle (Ethmoturbinalia) beobachtet.

Eine Relevanz dieser Befunde fur den Menschen erscheint nicht vollig unwahrscheinlich. Daher sollte Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) nicht uber langere Zeit in hohen Dosen verabreicht werden.

Kanzerogenitatsstudien (2 Jahre per inhalationem) mit Epinephrin an Ratten und Mausen verliefen negativ.

Untersuchungen zur Kombination von Lidocain und Epinephrin liegen nicht vor. Reproduktionstoxizitat

Lidocain passiert die Plazenta mittels einfacher Diffusion. Die embryo-fetale Dosis im Verhaltnis zur maternalen Serumkonzentration betragt 0,4 bis 1,3.

Die Frequenz kongenitaler Anomalien insgesamt war nicht erhoht bei Kindern, deren Mutter wahrend der ersten Schwangerschaftsmonate eine Lokalanasthesie mit Lidocain erhalten hatten. Zugleich war die Frequenz kongenitaler Anomalien nicht groBer als erwartet bei Kindern, deren Mutter eine Lokalanasthesie mit Lidocain zu verschiedenen Zeitpunkten wahrend der Schwangerschaft erhalten hatten.

Reproduktionstoxikologische Untersuchungen an der Ratte nach intraperitonealer bzw. subkutaner Applikation von Lidocain ergaben bei Dosen bis zu 56 mg/kg KG keine Hinweise auf teratogene Effekte. Bei der Anwendung von Lidocain beim parazervikalen Block wie auch wahrend Epiduralanasthesien ist uber Bradykardien des Ungeborenen berichtet worden.

Bei Neugeborenen, die pranatal (1. bis 3. Trimenon) einer Exposition gegenuber Lokalanasthetika, darunter auch Lidocain, ausgesetzt waren, ist von neurologischen Verhaltensanderungen berichtet worden.

Tierexperimentell sind bei der Ratte nach intramuskularer Applikation von 6 mg Lidocain pro kg KG bei Jungtieren neurologische Verhaltensanderungen aufgetreten.

Lidocainhydrochlorid 1 H2O wird mit der Muttermilch ausgeschieden.

Epinephrin passiert die Plazenta. Es ist nicht bekannt, ob es in die Muttermilch ubergeht.

Untersuchungen zur Kombination von Lidocain und Epinephrin liegen nicht vor.

Lokale Vertraglichkeit

Die Prufung der lokalen Toxizitat von Lidocain an verschiedenen Tierspezies hat keine Hinweise auf irreversible Gewebeschaden ergeben. Epinephrin kann konzentrationsabhangig Gewebsnekrosen hervorrufen. Fur die Kombination ist eine Verstarkung dieser reversiblen Effekte auf Gewebe beschrieben.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1    Liste der sonstigen Bestandteile

1 Ampulle enthalt 2 ml Injektionslosung.

1    ml Injektionslosung enthalt:

0,5 mg Natriummetabisulfit (Ph. Eur.) (entsprechend 0,34 mg SO2); Natriumchlorid, Salzsaure 36 %, Wasser fur Injektionszwecke

6.2    Inkompatibilitaten

Xylocitin 2 % mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100 000) ist inkompatibel mit alkalischen Losungen, wie Natriumhydrogencarbonat-haltigen Losungen, sowie mit Amphotericin B, Methohexital, Phenytoin, Sulfadiazinen, samtlichen Oxidationsmitteln und Schwermetallionen und darf daher nicht mit diesen gemischt werden.

6.3    Dauer der Haltbarkeit

2    Jahre

6.4    Besondere VorsichtsmaBnahmen fur die Aufbewahrung

Ampullen in der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schutzen.

6.5    Art und Inhalt des Behaltnisses

Ampullen mit Injektionslosung in Faltschachtel Packungen mit

10 Ampullen zu 2 ml Injektionslosung

100 (5x20) Ampullen zu 2 ml Injektionslosung

100 (5x20) Ampullen zu 2 ml Injektionslosung (Klinikpackung)

Es werden moglicherweise nicht alle PackungsgroBen in den Verkehr gebracht.

6.6    Besondere VorsichtsmaBnahmen fur die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7.    INHABER DER ZULASSUNG

mibe GmbH Arzneimittel Munchener Str. 15 06796 Brehna Tel.: 034954/247-0 Fax: 034954/247-100

8.    ZULASSUNGSNUMMER

3000373.00.00

9.    DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLANGERUNG DER ZULASSUNG

05. Marz 2003

10.    STAND DER INFORMATION

02.2014

11.    VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig.

Xylocitin 2% mit Epinephrin (Adrenalin) 0,001 % (1:100000)