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Zavedos oral 25mg



Gebrauchsinformation Zavedos oral 25mg

PFIZER ((Logo))

Gebrauchsinformation: Information fur Anwender

Zavedos® Oral 5 mg Zavedos® Oral 10 mg Zavedos® Oral 25 mg

Hartkapseln

Idarubicinhydrochlorid

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfaltig durch, bevor Sie mit der Einnahme

dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthalt wichtige Informationen.

-    Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht mochten Sie diese spater nochmals lesen.

-    Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

-    Dieses Arzneimittel wurde Ihnen personlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

-    Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.


Was in dieser Packungsbeilage steht

1.    Was ist Zavedos Oral und wofur wird es angewendet?

2.    Was sollten Sie vor der Einnahme von Zavedos Oral beachten?

3.    Wie ist Zavedos Oral einzunehmen?

4.    Welche Nebenwirkungen sind moglich?

5.    Wie ist Zavedos Oral aufzubewahren?

6.    Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Zavedos Oral und wofur wird es angewendet?

Zavedos Oral ist ein zytostatisch wirksames Antibiotikum der Anthrazyklingruppe. Diese Substanzen unterdrucken die Zellteilung und losen Zellstoffwechselstorungen aus, die schlie&lich zum Absterben der Tumorzelle fuhren.

Zavedos Oral ist zur Einleitung der Tumorruckbildung (Remissionsinduktion) als Bestandteil in oralen, abgeschwachten Kombinationstherapien (z. B. mit Etoposid, Thioguanin) bei alteren, nicht vorbehandelten Patienten mit akuten myeloischen Leukamien (AML, ANLL) angezeigt. Die intravenose Chemotherapie stellt in der Behandlung der AML jedoch die Therapie der ersten Wahl zur Einleitung der Tumorruckbildung (Remissionsinduktion) dar.

Zavedos Oral soll nicht zur rein krankheitsmildernden (palliativen) Behandlung der AML eingesetzt werden.

Zavedos Oral ist ausschlie&lich zur Anwendung unter Anweisung von Árzten bestimmt, die uber Erfahrung in der Behandlung von Leukamien verfugen.

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Zavedos Oral beachten?

Gegenanzeigen sind Krankheiten oder Umstande, bei denen bestimmte Arzneimittel nicht oder nur nach sorgfaltiger Prufung durch den Arzt angewendet werden durfen, da hier im Allgemeinen der

zu erwartende Nutzen in keinem gunstigen Verhaltnis zu einem moglichen Schaden steht. Damit der Arzt sorgfaltig prufen kann, ob Gegenanzeigen bestehen, muss er uber Vorerkrankungen, Begleiterkrankungen, eine gleichzeitige andere Behandlung sowie uber Ihre besonderen Lebensumstande und Gewohnheiten unterrichtet werden. Gegenanzeigen konnen auch erst nach Beginn der Behandlung mit diesem Arzneimittel auftreten oder bekannt werden. Auch in solchen Fallen sollten Sie Ihren Arzt informieren.

Zavedos Oral darf nicht eingenommen werden,

•    wenn Sie allergisch gegen Idarubicin, andere Anthrazykline oder Anthrachinone oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind,

•    wenn    bei Ihnen eine schwere Nieren- und/ oder Leberfunktionsstorung besteht,

•    wenn    bei Ihnen eine stark entwickelte (floride) Infektion vorliegt,

•    wenn Sie eine schwere Herzmuskelschwache (Kardiomyopathie) haben,

•    wenn Sie vor Kurzem einen Herzinfarkt hatten,

•    wenn Sie vor Langerem einen Herzinfarkt hatten, der zu einer Herzmuskelschwache gefuhrt hat,

•    wenn Sie an einer akuten entzundlichen Erkrankung des Herzmuskels leiden,

•    wenn    Sie eine schwere Herzrhythmusstorung haben,

•    wenn    Sie bereits zuvor mit der maximal vertraglichen Gesamtdosis    von    Idarubicin oder

anderen Arzneimitteln der gleichen Gruppe behandelt wurden,

•    wenn bei Ihnen eine Beeintrachtigung der Knochenmarkfunktion vorliegt (Myelosuppression),

•    wenn Sie eine Entzundung der Mundschleimhaut haben,

•    wenn Sie eine krankhaft gesteigerte Blutungsneigung haben,

•    in der Stillzeit.

Da mit dem Patientenalter, bedingt durch eine hohere Rate an Begleiterkrankungen, eingeschrankte Erholungsfahigkeit der Blutbildung und verminderte Belastbarkeit der Organe und andere Faktoren, die Behandlungsrisiken deutlich zunehmen, sollte Zavedos Oral bei Patienten uber 65 Jahren mit besonderer Vorsicht angewendet werden.

Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Zavedos Oral einnehmen.

Informieren Sie sofort Ihren Arzt, wenn bei Ihnen Herzschaden, Herz-Kreislauf-Probleme, schwer stillbare Blutungen, Fieber oder Infektionen vorliegen, denn es konnte sich unter Umstanden ein lebensbedrohlicher Zustand entwickeln.

Suchen Sie Ihren Arzt auf, sollten Herz- oder Atembeschwerden auftreten, auch wenn diese Beschwerden Wochen oder Monate nach Beendigung der Therapie mit Zavedos Oral beginnen.

Es ist moglich, dass sich wahrend der Therapie mit Zavedos Oral Ihre Harnsaurewerte erhohen. Sollten Sie Gelenkschmerzen oder Gichtbeschwerden bemerken, informieren Sie bitte Ihren Arzt.

Wie die meisten sogenannten „Chemotherapien" kann auch Zavedos Oral Ihr Erbgut schadigen, Missbildungen im Falle einer Schwangerschaft wahrend der Therapie mit Zavedos verursachen bzw. selbst krebserregend wirken (siehe auch Abschnitt „Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungs-/ Gebarfahigkeit").

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie sich einer Ganzkorperbestrahlung, einer Strahlentherapie oder Knochenmarktransplantation unterzogen haben, wenn Sie bereits einmal mit Arzneimitteln aus der Gruppe von Idarubicin behandelt wurden oder wenn Sie gleichzeitig andere Behandlungen anwenden.

Teilen Sie Ihrem Arzt auch mit, falls Sie bereits einmal Leukamie hatten, an einer Schleimhautentzundung (vor allem im Mundbereich) leiden, eine akute Magen-Darm-Krankheit haben oder eine Krankengeschichte mit solchen Erkrankungen oder wenn Sie Arzneimittel anwenden, die Magen-Darm-Krankheiten verursachen konnen.

Nach der Behandlung kann der Urin fur 1 bis 2 Tage rotlich verfarbt sein. Das ist jedoch kein Anlass zur Besorgnis.

Worauf mussen Sie besonders achten?

Die vom behandelnden Arzt angeordneten Untersuchungen sind genau einzuhalten.

Sollte das Pulver aus der Kapsel mit Augen, Haut oder Schleimhaut in Beruhrung kommen, sollte der Bereich sofort sorgfaltig mit Wasser gereinigt werden. Eine medizinische Uberwachung ist angezeigt.

Einnahme von Zavedos Oral zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/ anwenden, kurzlich andere Arzneimittel eingenommen/ angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/ anzuwenden.

Ihr Arzt kann Ihnen sagen, ob unter diesen Umstanden mit Unvertraglichkeiten zu rechnen ist oder ob besondere MaBnahmen, wie z. B. eine andere Dosierung, erforderlich sind, wenn Sie diese Arzneimittel anwenden.

Idarubicin unterdruckt in starkem MaBe die Funktion des Knochenmarks. Bei einer (Vor-)Behandlung mit anderen, ahnlich wirkenden Mitteln muss mit einer Verstarkung dieses Effekts sowie mit verstarkten Nebenwirkungen (z. B. Infektanfalligkeit, verstarkte Blutungsneigung, Magen-Darm-Beschwerden) gerechnet werden.

Substanzen, die das Gewebe der Leber oder Nieren schadigen, einschlieBlich Alkohol, konnen den Abbau, die Verteilung im Korper sowie die Wirksamkeit von Idarubicin beeinflussen und seine Nebenwirkungen verstarken

Melden Sie Ihrem Arzt, wenn Sie Medikamente, die Nebenwirkungen am Herzen verursachen konnen, einnehmen.

Auch bei gleichzeitiger Anwendung bestimmter Blutdruckmedikamente, sogenannter Calciumantagonisten, sowie bei gleichzeitiger Behandlung mit Arzneimitteln zur Hemmung der Blutgerinnung (z. B. Acetylsalicylsaure) oder zur Unterdruckung des Immunsystems (wie Ciclosporin A) wird Ihr Arzt die Behandlung und Ihre Blut- und Laborwerte besonders sorgfaltig uberwachen.

Wahrend der Idarubicin-Therapie sollen keine Impfungen mit lebenden Erregern durchgefuhrt werden. Tot- oder inaktivierte Impfstoffe konnen verabreicht werden, allerdings kann das Ansprechen auf solche Impfstoffe vermindert sein.

Einnahme von Zavedos Oral zusammen mit Nahrungsmitteln und Getranken

Die Einnahme von Nahrung scheint auf die Aufnahme (Resorption) von Idarubicin keinen Einfluss zu haben. Zavedos Oral kann daher gleichzeitig mit einer leichten Mahlzeit eingenommen werden.

Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungs-/ Gebarfahigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen oder wenn Sie vermuten schwanger zu sein oder beabsichtigen schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Zavedos darf wahrend Schwangerschaft und Stillzeit NICHT angewendet werden, es sei denn, Ihr Arzt erachtet dies als unbedingt erforderlich. Uber den Eintritt einer Schwangerschaft ist der behandelnde Arzt zu informieren.

Frauen im gebárfáhigen Alter mussen wáhrend der Therapie und bis zu 6 Monate nach der Behandlung mit Zavedos Oral eine Schwangerschaft vermeiden, da eine Schádigung des Kindes nicht ausgeschlossen werden kann. Ebenso sollen Mánner wáhrend der Behandlung und bis zu 3 Monate danach verhutende MaBnahmen ergreifen, da aufgrund des erbgutverándernden Potenzials von Idarubicin die Chromosomen in menschlichem Sperma zerstort werden konnen. Mánnern, die einen Kinderwunsch haben, wird vor Therapiebeginn eine Beratung bezuglich Spermakonservierung empfohlen.

Wenn nach Abschluss der Therapie Kinderwunsch besteht, wird vorab eine genetische Beratung empfohlen.

Es ist nicht bekannt, ob Idarubicin oder seine Metabolite in die Muttermilch ubergehen. Wáhrend der Therapie mit Idarubicin muss das Stillen daher unterbrochen werden.

Verkehrstuchtigkeit und Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen

Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemáBem Gebrauch das Reaktionsvermogen so weit verándern, dass die Fáhigkeit zur aktiven Teilnahme am StraBenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeintráchtigt wird. Dies gilt in verstárktem MaBe im Zusammenwirken mit Alkohol.

3. Wie ist Zavedos Oral einzunehmen?

Die Behandlung sollte nur von Árzten, die uber Erfahrung in der Behandlung von Leukámien verfugen, in einer Klinik oder in Kooperation mit einer Klinik erfolgen.

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Erwachsene

In der Regel wird die Dosierung von Zavedos Oral auf Basis der Korperoberfláche berechnet.

Die Anzahl der einzunehmenden Kapseln wird vom Arzt individuell festgelegt. Folgende Dosierung wird fur Zavedos Oral in der Kombinationstherapie empfohlen:

15 bis 30 mg Idarubicinhydrochlorid/m2 Korperoberfláche wáhrend 3 Tagen táglich. Der individuelle Zustand des einzelnen Patienten und die Dosierungen gleichzeitig verabreichter zellschádigender Substanzen sind zu berucksichtigen.

Kinder und Jugendliche

Uber die Anwendung bei Patienten unter 18 Jahren liegen keine Daten vor. Die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen wird deshalb nicht empfohlen.

Patienten mit Leber- und/ oder Nierenfunktionsstorungen

Informieren Sie Ihren Arzt, falls Sie an Leber- und/ oder Nierenfunktionsstorungen leiden. Er wird gegebenenfalls eine Dosisreduktion veranlassen oder das Medikament absetzen.

Art der Anwendung

Vor Verabreichung muss darauf geachtet werden, dass die Kapseln unbeschádigt sind. Sie sollten unzerkaut mit Wasser eingenommen werden und durfen weder gelutscht, gekaut oder zerbissen werden.

Sollte der Kapselinhalt mit den Augen, der Haut oder der Schleimhaut in Beruhrung kommen, sind diese Bereiche sofort und sorgfáltig mit Wasser zu reinigen. Es sollte árztliche Hilfe hinzugezogen werden.

Dauer der Anwendung

Die Anwendung erfolgt als Wiederholungsbehandlung mit Behandlungspausen. Die Anzahl der Zyklen richtet sich nach dem Behandlungsprotokoll. Eine zeitliche Begrenzung der Anwendung ist nicht vorgesehen.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Zavedos Oral zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine gro&ere Menge von Zavedos Oral eingenommen haben als Sie sollten

Ein spezifisches Antidot gegen Idarubicin ist nicht bekannt.

Sehr hohe Einzeldosen von Idarubicin konnen eine Herzmuskelschwache innerhalb von 24 Stunden und eine schwere Knochenmarkdepression innerhalb von 10 bis 14 Tagen verursachen.

Bei Anthrazyklinen wurde uber das Auftreten von Herzschaden bis zu mehrere Monate nach Uberdosierung berichtet.

Daruber hinaus sind keine speziellen Daten zur Uberdosierung nach oraler Gabe bekannt. In derartigen Fallen werden jedoch eine umgehende Magenspulung und eine besondere Kontrolle hinsichtlich Blutungen in den Magen-Darm-Trakt (gastrointestinaler Blutungen) und schweren Schleimhautschaden empfohlen.

Therapie nach Uberdosierungen

Im Falle der Herzmuskelschwache ist ein Kardiologe hinzuzuziehen und die Behandlung mit Zavedos Oral abzusetzen. Beim Vorliegen einer ausgepragten Knochenmarkdepression (Myelosuppression) sind, in Abhangigkeit davon, welche an der Entwicklung des Knochenmarks beteiligten Zellen des blutbildenden Systems uberwiegend betroffen sind, geeignete unterstutzende TherapiemaBnahmen - wie z. B. die Verlegung des Patienten in einen keimfreien Raum oder Ubertragung (Transfusion) der fehlenden Zellelemente - zu ergreifen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind moglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten mussen.

Bei den Haufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr haufig: Haufig: Gelegentlich: Selten:

Sehr selten: Nicht bekannt:


kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

Haufigkeit auf Grundlage der verfugbaren Daten nicht abschatzbar

Infektionen und parasitare Erkrankungen

Sehr haufig    Infektionen

Gelegentlich    Blutvergiftung (Sepsis, Septikamie)

Gutartige, bosartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)

Gelegentlich Bestimmte Art von Blutkrebs (sekundare Leukamien: akute myeloide Leukamie und ein myelodysplastisches Syndrom)

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Sehr haufig Blutarmut (Anamie), starke Abnahme der weiBen Blutkorperchen (schwere

Leukopenie), Abnahme der neutrophilen weiBen Blutkorperchen (Neutropenie, Granulozytopenie), Abnahme der Blutplattchen (Thrombozytopenie)

Nicht bekannt Verminderte Anzahl aller Blutzellarten (Panzytopenie)

Erkrankungen des Immunsystems

Sehr selten    Uberempfindlichkeitsreaktionen (Anaphylaxie)

Endokrine Erkrankungen

Sehr haufig    Appetitlosigkeit (Anorexie)

Gelegentlich    Flussigkeitsmangel im Korper (Dehydratation)

Stoffwechsel- und Ernahrungsstorungen

Gelegentlich Anstieg des Harnsauregehalts im Blut (Hyperurikamie)

Nicht bekannt Rasche Zerstorung von Tumorgewebe mit resultierenden Stoffwechselstorungen (Tumorlysesyndrom)

Erkrankungen des Nervensystems

Selten    Hirnblutungen (zerebrale Hamorrhagien)

Herzerkrankungen

Haufig    Herzmuskelschwache, verlangsamter Herzschlag (Bradykardie), schneller

Herzschlag (Sinustachykardie), schnelle, unregelmaBige Herzschlagfolge (Tachyarrhythmien), Herzmuskelschadigung (Kardiomyopathie), Verringerung der von der linken Herzkammer ausgeworfenen Blutmenge (asymptomatische Reduktion der linksventrikularen Ejektionsfraktion)

Gelegentlich EKG-Veranderungen (z. B. unspezifische ST-Strecken-Ánderungen), akuter Herzinfarkt

Sehr selten    Herzbeutelentzundung (Perikarditis), Herzmuskelentzundung (Myokarditis),

Unterbrechung des Reizleitungssystems am Herzen (AV- und Schenkelblock)

GefaBerkrankungen

Haufig    Blutungen, Venenentzundung (lokale Phlebitis), Venenentzundung mit

Ausbildung eines GefaBverschlusses durch Blutgerinnsel (Thrombophlebitis)

Gelegentlich    Schockreaktion

Sehr selten    GefaBverschluss durch ein Blutgerinnsel (Thromboembolie), Gesichtsrotung

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr haufig Ubelkeit, Erbrechen, Schleimhautentzundung/ Entzundung der

Mundschleimhaut, Durchfall, Schmerzen im Unterbauch oder brennendes Gefuhl Haufig    Blutungen im Magen-Darm-Bereich, Bauchschmerzen

Gelegentlich Entzundung der Speiserohre, Schleimhautentzundung des Dickdarms (auch in schwerer Form mit Beteiligung des Dunndarms und mit Durchbruch)

Sehr selten Oberflachliche Hautschadigungen oder Geschwure im Magen (gastrale Erosionen oder Ulzerationen)

Leber- und Gallenerkrankungen

Haufig    Erhohung der Leberenzyme und des Gallenfarbstoffes (Bilirubin)

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr haufig Haarausfall (Alopezie, in der Regel reversibel), wobei das Haar normalerweise innerhalb von 2 bis 3 Monaten nach Beendigung der Therapie nachwachst Haufig    Hautausschlag, Juckreiz, Uberempfindlichkeit der gereizten Haut nach

Bestrahlung („Recall"-Phanomen)

Nesselfieber (Urtikaria), verstarkte Farbung (Hyperpigmentierung) der Haut und Nagel, Zellulitis (Entzundung des Bindegewebes, auch in schwerer Form), Absterben von Gewebe (Gewebenekrose)

Gelegentlich


Sehr selten Hautrotung an Fingerspitzen, Zehen, Nase usw. (akrale Erytheme)

Nicht bekannt Lokale Reaktionen

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Sehr haufig Rotfarbung des Harns fur 1 bis 2 Tage nach der Verabreichung

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort Sehr haufig Fieber, Kopfschmerzen, Schuttelfrost

Beschreibung spezifischer Nebenwirkungen

Blutbildendes System

Ausgepragte Knochenmarkdepression ist die schwerwiegendste Nebenwirkung. Diese ist jedoch fur die Ausloschung der leukamischen Zellen erforderlich.

Die Abnahme der weiBen Blutkorperchen und der Blutplattchen erreicht meist 10 bis 14 Tage nach Anwendung von Idarubicin ihren Hohepunkt (Nadir). Die Normwerte stellen sich im Allgemeinen wahrend der 3. Woche wieder ein. Wahrend der Phase schwerwiegender Knochenmarkdepression wurde auch uber Todesfalle infolge von Infektionen und/ oder Blutungen berichtet.

Als Folgen einer Knochenmarkdepression konnen Fieber, Infektionen, Blutvergiftung (Sepsis), septischer Schock, Blutungen (Hamorrhagien), Sauerstoffmangel im Gewebe (Gewebehypoxie) auftreten, die zum Tod fuhren konnen. Beim Auftreten einer fiebrigen Neutropenie wird eine intravenose Gabe von Antibiotika empfohlen.

Herzschadigung

Eine durch Anthrazykline hervorgerufene Herzschadigung kann sich in Akutformen oder Spatformen auBern.

Mit Ausnahme des Auftretens krankhafter Rhythmusstorungen sind diese Erscheinungen in der Regel kein Hinweis auf eine spatere Entstehung einer Herzschadigung, selten von klinischer Bedeutung und im Allgemeinen kein Grund zur Beendigung der Therapie mit Idarubicin.

Bei Vorliegen weiterer kardialer Risikofaktoren (z. B. aktiver oder latenter Herzerkrankungen, vorausgegangener Bestrahlung des mittleren Brustraums oder vorausgegangener bzw. gleichzeitiger Behandlung mit herzschadigenden Arzneimitteln) kann sich eine durch Idarubicin hervorgerufene Herzschadigung verstarken. Der Spattyp der Herzschadigung entwickelt sich meist verzogert wahrend des Behandlungszyklus und bis zu 2 bis 3 Monate danach, kann aber auch einige Monate bis Jahre nach Therapieende auftreten.

Wahrend der Behandlung mit Zavedos Oral sollte die Herzfunktion sorgfaltig uberwacht werden, um das Risiko einer Schadigung des Herzens moglichst fruhzeitig erkennbar zu machen.

Magen-Darm-T rakt

Eine Entzundung der Mundschleimhaut tritt meist zu Beginn der Behandlung auf und kann sich in schweren Fallen zu Geschwuren der Mundschleimhaut entwickeln. Die meisten Patienten erholen sich jedoch von diesen Nebenwirkungen bis zur 3. Therapiewoche. Schweres Erbrechen und Durchfall konnen zur Austrocknung (Dehydratation) fuhren. Ubelkeit und Erbrechen konnen durch vorbeugende Gabe von Mitteln gegen Erbrechen behandelt werden. Das Risiko eines Dickdarmdurchbruchs steigt bei einem instrumentellen Eingriff. Die Moglichkeit eines Durchbruchs sollte bei Patienten in Betracht gezogen werden, die heftige Bauchschmerzen entwickeln.

Andere Nebenwirkungen

Ein Anstieg des Harnsauregehalts im Blut (Hyperurikamie) kann infolge schneller Auflosung von Krebszellen auftreten. Die Symptome der Hyperurikamie sollten durch Flussigkeitszufuhr (Hydratation), Alkalisierung des Urins und Gabe von Allopurinol behandelt werden. Andere Nebenwirkungen sind gro&blasige Hautrotungen (bullose Erytheme).

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie konnen Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, konnen Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen uber die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfugung gestellt werden.

5. Wie ist Zavedos Oral aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel fur Kinder unzuganglich auf.

Sie durfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton nach „Verwendbar bis" angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

Aufbewahrungsbedingungen

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schutzen.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen Was Zavedos Oral enthalt

•    Der Wirkstoff ist: Idarubicinhydrochlorid

1 Zavedos Oral 5 mg Hartkapsel enthalt 5 mg Idarubicinhydrochlorid.

1 Zavedos Oral 10 mg Hartkapsel enthalt 10 mg Idarubicinhydrochlorid.

1 Zavedos Oral 25 mg Hartkapsel enthalt 25 mg Idarubicinhydrochlorid.

•    Die sonstigen Bestandteile sind: Mikrokristalline Cellulose, hoherkettige Partialglyceride (DAB), Natriumdodecylsulfat, Gelatine, Titandioxid (E 171). Zusatzlich bei Zavedos Oral 5 mg/ 10 mg: Eisenoxide und -hydroxide (E 172)

Wie Zavedos Oral aussieht und Inhalt der Packung

Zavedos Oral 5 mg

Die Hartkapseln sind langlich, orangerot und tragen auf der einen Kapselhalfte den Aufdruck „IDARUBICIN 5".

Originalpackungen mit 3 Hartkapseln Zavedos Oral 10 mg

Die Hartkapseln sind langlich, mit einer orangeroten und einer wei&en Kapselhalfte und tragen auf einer Kapselhalfte den Aufdruck „IDARUBICIN 10".

Originalpackungen mit 1 Hartkapsel und 3 Hartkapseln

Zavedos Oral 25 mg

Die Hartkapseln sind langlich, weiB und tragen auf der einen Kapselhalfte den Aufdruck „IDARUBICIN 25“.

Originalpackungen mit 3 Hartkapseln

Es werden móglicherweise nicht alle PackungsgróBen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

PHARMACIA GmbH

Linkstr. 10

10785 Berlin

Tel.: 030 550055-51000

Fax: 030 550054-10000

Hersteller

ACTAVIS ITALY S.p.A.

Viale Pasteur 10 20014 Nerviano (Milan)

Italien

Mitvertreiber

PFIZER PHARMA GmbH

Linkstr. 10

10785 Berlin

Tel.: 030 550055-51000

Fax: 030 550054-10000

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt uberarbeitet im Oktober 2014.

palde-4v16zv-hk-0

palde-4v16zv-hk-0 9 21.10.2014

Zavedos oral 25mg

Fachinformation Zavedos oral 25mg

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Zavedos Oral 5 mg/10 mg/25 mg

Fachinformation

1. BEZEICHNUNG DER ARZNEIMITTEL

Zavedos® Oral 5 mg Hartkapseln Zavedos® Oral 10 mg Hartkapseln Zavedos® Oral 25 mg Hartkapseln

Wirkstoff: Idarubicinhydrochlorid

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 Hartkapsel Zavedos Oral 5 mg enthalt 5 mg Idarubicinhydrochlorid.

1 Hartkapsel Zavedos Oral 10 mg enthalt 10 mg Idarubicinhydrochlorid. 1 Hartkapsel Zavedos Oral 25 mg enthalt 25 mg Idarubicinhydrochlorid.

Vollstandige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Hartkapsel

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1    Anwendungsgebiete

Zavedos Oral ist zur Remissionsinduktion als Bestandteil in oralen, abgeschwachten Kombinationstherapien (z. B. mit Etoposid, Thioguanin) bei alteren, nicht vorbehandelten Patienten mit akuten myeloischen Leukamien (AML, ANLL) angezeigt. Die intravenose Chemotherapie stellt in der Behandlung der AML jedoch die Therapie der ersten Wahl zur Remissionsinduktion dar.

Zavedos Oral soll nicht zur palliativen Behandlung der AML eingesetzt werden.

Zavedos Oral ist ausschlie&lich zur Anwendung unter der Anweisung von Árzten bestimmt, die uber Erfahrung in der Behandlung von Leukamien verfugen.

4.2    Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung mit Einzel- und Tagesgaben

Die Anwendung von Idarubicin sollte nur von Árzten, die uber Erfahrung in der Behandlung von Leukamien verfugen, oder in einer entsprechenden Kooperation erfolgen.

Erwachsene

Folgende Dosierung wird fur Zavedos Oral in der Kombinationstherapie empfohlen:

15 bis 30 mg Idarubicinhydrochlorid/m2 Korperoberflache wahrend 3 Tagen taglich

Der individuelle Status des einzelnen Patienten und die Dosierungen gleichzeitig verabreichter zytotoxischer Substanzen sind zu berucksichtigen.

Kinder und Jugendliche

Uber die Anwendung bei Patienten unter 18 Jahren liegen keine Daten vor. Die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen wird deshalb nicht empfohlen.

Patienten mit Leber- und/ oder Nierenfunktionsstorungen

Bei leichten Funktionsstorungen der Leber und/ oder der Niere ist eine Dosisreduktion von Zavedos in Betracht zu ziehen (siehe Abschnitt 4.4).

Bei Patienten mit schwerer Leber- oder Nierenfunktionsstorung ist Zavedos kontraindiziert (siehe Abschnitte 4.3, 4.4 und 5.2).

Áltere Patienten

Da mit dem Patientenalter, bedingt durch eine hohere Rate an Komorbiditat, eingeschrankte hamatopoetische Reserve und erhohte Vulnerabilitat der Organe und andere Faktoren, die Behandlungsrisiken deutlich zunehmen, sollte Zavedos bei Patienten uber 65 Jahren mit besonderer Vorsicht angewendet werden.

Art und Dauer der Anwendung

Vor Verabreichung muss darauf geachtet werden, dass die Kapseln unbeschadigt sind. Sie sollten unzerkaut mit Wasser eingenommen und durfen weder gelutscht, gekaut oder zerbissen werden.

Die Einnahme von Nahrung scheint auf die Resorption von Idarubicin keinen Einfluss zu haben. Zavedos Oral kann daher gleichzeitig mit einer leichten Mahlzeit eingenommen werden.

Die Dauer der Anwendung richtet sich nach dem Behandlungsprotokoll. Eine zeitliche Begrenzung der Anwendung ist nicht vorgesehen.

Sollte der Kapselinhalt mit den Augen, der Haut oder der Schleimhaut in Beruhrung kommen, sind diese Bereiche sofort und sorgfaltig mit Wasser zu reinigen. Es sollte arztliche Hilfe hinzugezogen werden.

4.3    Gegenanzeigen

•    Uberempfindlichkeit gegen den Wirkstoff,    andere Anthrazykline    oder Anthrachinone

oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile

•    Schwere Nieren- oder Leberinsuffizienz (Serumkreatinin > 2,5 mg/dl bzw. Bilirubin

> 2 mg/dl), sofern die Funktionsstorungen nicht durch die akute Leukamie bedingt sind

•    Floride Infektionen

•    Fortgeschrittene Herzinsuffizienz (Kardiomyopathie, NYHA-Klasse IV)

•    Akuter Herzinfarkt und abgelaufener Herzinfarkt, der zu Herzinsuffizienz (NYHA-Klassen III und IV) gefuhrt hat

•    Akute entzundliche Herzerkrankungen

•    Schwere Arrhythmien

•    Vorhergehende Behandlung mit maximalen kumulativen    Dosen    von    Idarubicin und/

oder anderen Anthrazyklinen und Anthrachinonen (siehe Abschnitt 4.4)

•    Persistierende Myelosuppression

•    Stomatitis

•    Hamorrhagische Diathese

•    Stillzeit

Da entsprechende Daten bislang nicht vorliegen, wird die Anwendung von Idarubicin bei Patienten nach Ganzkorperbestrahlung oder Knochenmarktransplantation nicht empfohlen.

Allgemein

Eine Therapie mit Idarubicin sollte nur unter Uberwachung eines Arztes mit entsprechender Erfahrung mit zytotoxischer Chemotherapie verabreicht werden. Damit wird sichergestellt, dass im Falle von schwerwiegenden Komplikationen der Krankheit oder der Behandlung (z. B. Blutung, Infektionen) eine sofortige und wirksame Behandlung eingeleitet werden kann.

Die Patienten sollten sich von den Akuttoxizitaten einer vorhergehenden zytotoxischen Therapie (z. B. Stomatitis, Neutropenie, Thrombozytopenie und generalisierte Infektionen) erholt haben, bevor eine Behandlung mit Idarubicin begonnen wird.

Hamatologische Toxizitat

Idarubicin wirkt stark myelosuppressiv. Nach Gabe einer therapeutischen Dosis wird es bei allen Patienten zu einer schweren Knochenmarkdepression kommen. Eine sorgfaltige Uberwachung des Blutbilds (Differenzialblutbild), einschlieBlich Granulozyten, Erythrozyten und Thrombozyten, ist daher vor und wahrend jedes Therapiezyklus erforderlich.

Eine dosisabhangige, reversible Leukopenie und/ oder Granulozytopenie (Neutropenie) ist die vorwiegende Manifestation der hamatologischen Toxizitat von Idarubicin und die haufigste akute dosislimitierende Toxizitat dieses Arzneimittels.

Leukopenie und Neutropenie sind normalerweise schwer; Thrombozytopenie und Anamie konnen ebenfalls auftreten. Neutrophile und Blutplattchen erreichen zumeist 10 bis 14 Tage nach der Verabreichung ihren niedrigsten Wert (Nadir); die Zellzahlen gehen allerdings im Allgemeinen wahrend der 3. Woche wieder auf Normalwerte zuruck. In der Phase einer schweren Myelosuppression wurden Todesfalle aufgrund von Infektionen und/ oder Blutungen berichtet.

Zu den klinischen Folgen einer schweren Myelosuppression zahlen auch Fieber, Infektionen, Sepsis/ Septikamie, septischer Schock, Blutungen, Gewebehypoxie und Tod. Fur den Fall einer febrilen Neutropenie wird die Anwendung eines intravenosen Antibiotikums empfohlen. Die Moglichkeit einer raschen und wirkungsvollen Behandlung schwerer hamorrhagischer Zustande und/ oder einer schweren Infektion muss gegeben sein.

Wahrend der aplastischen Phase sollten Patienten im Alter von uber 55 Jahren besondere supportive MaBnahmen erfahren.

Sekundare Leukamie

Bei Patienten, die mit Anthrazyklinen, einschlieBlich Idarubicin, behandelt wurden, kam es zu sekundaren Leukamien mit oder ohne praleukamische Phase. Die sekundaren Leukamien treten haufiger auf, wenn diese Arzneimittel zusammen mit DNA-schadigenden, antineoplastischen Substanzen gegeben werden, bei Patienten, die bereits intensiv mit Zytostatika vorbehandelt wurden, oder bei einer Dosiserhohung der Anthrazykline. Diese Leukamien konnen nach einer Latenzzeit von 1 bis 3 Jahren auftreten.

Gastrointestinaltrakt

Idarubicin kann Erbrechen verursachen. Eine Mukositis (vor allem Stomatitis, weniger haufig eine Osophagitis) tritt im Allgemeinen bereits fruh nach der Verabreichung von Idarubicin auf und kann in schwerer Verlaufsform innerhalb weniger Tage zu einer Schleimhautulzeration fortschreiten. Bei den meisten Patienten kommt es bis zur 3. Woche der Behandlung zu einer Ruckbildung und Erholung.

Bei oral mit Idarubicin behandelten Patienten, die eine akute Leukámie bzw. eine Anamnese mit anderen Krankheiten hatten oder mit Arzneimitteln behandelt wurden, die bekannterma&en zu gastrointestinalen Komplikationen fuhren konnen, wurden gelegentlich schwerwiegende gastrointestinale Ereignisse (etwa Perforationen oder Blutungen) beschrieben. Bei Patienten mit aktiven gastrointestinalen Erkrankungen mit einem erhohten Risiko fur eine Blutung und/ oder Perforation muss der behandelnde Arzt den Nutzen von oralem Idarubicin gegen die moglichen Risiken abwagen.

Herzfunktion

Kardiotoxizitát ist ein Risiko einer Behandlung mit Anthrazyklinen, das sich mit fruhzeitigen (d. h. akuten) oder verspateten (d. h. verzogerten) Ereignissen áu&ern kann.

Fruhzeitige (d. h. akute) Ereignisse: Die akute Kardiotoxizitat von Idarubicin umfasst hauptsáchlich Sinustachykardie und/ oder EKG-Anomalien wie etwa nichtspezifische ST-T-Veránderungen. Tachyarrhythmien, einschlie&lich Kammerextrasystolen und ventrikulárer Tachykardie, Bradykardie sowie AV-Block und Schenkelblock wurden ebenfalls beschrieben. Diese Effekte lassen unter normalen Umstánden nicht auf die spátere Entwicklung einer verzogerten Kardiotoxizitát schlie&en, sind nur selten von klinischer Relevanz und sind im Allgemeinen kein Grund fur einen Abbruch der Therapie mit Idarubicin.

Spate (d. h. verzogerte) Ereignisse: Eine verzogerte Kardiotoxizitát tritt ublicherweise im spáten Verlauf der Therapie oder innerhalb von 2 bis 3 Monaten nach Therapieende auf, es wurden aber auch spátere Ereignisse - einige Monate oder Jahre nach Abschluss der Therapie - beschrieben. Zu den Manifestationen einer verzogerten Kardiomyopathie záhlen reduzierte linksventrikuláre Auswurffraktion (LVEF) und/ oder Zeichen und Symptome einer dekompensierten Herzinsuffizienz wie etwa Dyspnoe, Lungenodem, abhángiges Odem, Kardiomegalie, Hepatomegalie, Oligurie, Aszites, Pleuraerguss und Galopprhythmus. Subakute Wirkungen wie Perikarditis/Myokarditis wurden ebenfalls beschrieben. Eine lebensbedrohliche Herzinsuffizienz ist die schwerste Form einer Anthrazyklin-bedingten Kardiomyopathie und stellt die kumulative dosislimitierende Toxizitát von Idarubicin dar.

Limits der Kumulativdosis fur intravenoses oder orales Idarubicin wurden noch nicht definiert. Allerdings wurde eine Idarubicin-bedingte Kardiomyopathie bei 5 % der Patienten berichtet, die kumulative intravenose Dosen von 150 bis 290 mg/m2 erhielten. Die verfugbaren Daten fur mit oralem Idarubicin in kumulativen Dosen von bis zu 400 mg/m2 behandelte Patienten lassen eine geringe Wahrscheinlichkeit fur eine Kardiotoxizitát vermuten.

Die Herzfunktion sollte vor und wáhrend der Behandlung besonders sorgfáltig uberwacht werden, um das Risiko fur das Auftreten einer schweren kardialen Beeintráchtigung auf ein Minimum zu beschránken. Dieses Risiko kann durch regelmá&ige Uberwachung der LVEF wáhrend der Behandlung reduziert werden, wobei Idarubicin bei den ersten Zeichen einer beeintráchtigten Herzfunktion sofort abzusetzen ist. Geeignete quantitative Methoden fur regelmá&ige Kontrollen der Herzfunktion sind Herzbinnenraum-Szintigraphie (Multiple Gated Acquisition [MUGA] Scan) oder Echokardiographie. Eine Kontrolle der Herzfunktion vor Beginn der Behandlung mit einem EKG sowie einem MUGA-Scan oder Echokardiographie wird empfohlen, vor allem bei Patienten mit Risikofaktoren fur eine erhohte Kardiotoxizitát. Wiederholte Kontrollen der LVEF mittels MUGA-Scan oder Echokardiographie sollten wáhrend der gesamten Behandlung durchgefuhrt werden, vor allem bei hoheren, kumulativen Dosen von Anthrazyklinen. Es sollte immer die gleiche Methode zur Kontrolle eingesetzt werden.

Zu den Risikofaktoren fur eine Kardiotoxizitát záhlen eine aktive oder latente Herz-Kreislauf-Erkrankung, eine vorhergehende oder begleitende Strahlentherapie im perikardialen/mediastinalen Bereich, eine vorangegangene Therapie mit Anthrazyklinen oder Anthrachinonen und eine Begleittherapie mit anderen Substanzen, die die Kontraktilitát des Herzens unterdrucken konnen oder mit kardiotoxischen Substanzen (z. B. Trastuzumab). Anthrazykline einschlie&lich Idarubicin sollten nicht in Kombination mit anderen kardiotoxisch wirkenden Substanzen angewendet werden, sofern die Herzfunktion des Patienten nicht engmaschig uberwacht wird (siehe Abschnitt 4.5).

Bei Patienten, die nach dem Absetzen anderer kardiotoxischer Substanzen, vor allem solchen mit einer langen Halbwertszeit wie etwa Trastuzumab, eine Behandlung mit Anthrazyklinen erhalten, konnte auch ein erhohtes Risiko fur Kardiotoxizitát bestehen. Die berichtete Halbwertszeit von Trastuzumab betrágt etwa 28-38 Tage und die Substanz kann bis zu 27 Wochen im Kreislauf verbleiben. Árzte sollten daher nach Moglichkeit eine auf Anthrazyklinen basierende Therapie fur bis zu 27 Wochen nach dem Absetzen von Trastuzumab vermeiden. Falls Anthrazykline bereits vor dieser Zeit angewendet werden, wird eine sorgfáltige Uberwachung der Herzfunktion empfohlen.

Die Herzfunktion sollte bei Patienten mit hohen Kumulativdosen sowie bei Patienten mit Risikofaktoren besonders streng uberwacht werden. Eine Kardiotoxizitát mit Idarubicin kann allerdings auch bei niedrigeren Kumulativdosen mit oder ohne Vorliegen von kardialen Risikofaktoren auftreten.

Bei Kleinkindern und Kindern durfte eine stárkere Empfindlichkeit fur eine Anthrazyklin-bedingte Kardiotoxizitát bestehen, daher ist langfristig eine periodische Uberwachung der Herzfunktion durchzufuhren. Jedoch ist die orale Anwendung von Zavedos Oral bei Kindern und Jugendlichen nicht vorgesehen (siehe Abschnitt 4.2).

Es ist wahrscheinlich, dass die Toxizitát von Idarubicin und anderen Anthrazyklinen oder Anthrachinonen additiv ist.

Leber- und Nierenfunktion

Da eine Storung der Leber- und/ oder Nierenfunktion die Verfugbarkeit von Idarubicin beeinflussen kann, sollten Leber- und Nierenfunktion mit den ublichen klinischen Laboruntersuchungen (unter Verwendung von Serumbilirubin und Serumkreatinin als Indikatoren) vor und wáhrend der Behandlung uberwacht werden. Bei einer Anzahl von klinischen Phase-III-Studien wurde keine Therapie durchgefuhrt, wenn die Serumspiegel von Bilirubin und/ oder Kreatinin 2 mg/100 ml uberschritten. Bei anderen Anthrazyklinen erfolgt im Allgemeinen eine 50%-ige Dosisreduktion, wenn die Werte fur Bilirubin zwischen 1,2 und 2,0 mg/100 ml liegen.

T umorlysesyndrom

Idarubicin kann in Folge des umfassenden Purinkatabolismus, der die rasche Lyse von neoplastischen Zellen begleitet (Tumorlysesyndrom), eine Hyperurikámie auslosen. Blutharnsáurewerte, Kalium, Calciumphosphat und Kreatinin sollten nach der initialen Behandlung bestimmt werden. Entsprechende Hydration, Harnalkalisierung und eine Prophylaxe mit Allopurinol zur Vermeidung einer Hyperurikámie konnen das Risiko fur mogliche Komplikationen eines Tumorlysesyndroms auf ein Minimum beschránken.

Immunsuppressive Wirkungen/ verstárkte Anfálligkeit fur Infektionen Die Verabreichung von Lebendimpfstoffen oder lebend-attenuierten Impfstoffen (wie etwa gegen Gelbfieber) bei Patienten mit einer Immunbeeintráchtigung durch eine Chemotherapie, einschlie&lich Idarubicin, kann zu schwerwiegenden oder potenziell todlichen Infektionen fuhren. Impfungen mit einem Lebendimpfstoff sind daher bei Patienten unter Behandlung mit Idarubicin zu vermeiden. Tot- oder inaktivierte Impfstoffe konnen verabreicht werden, allerdings kann das Ansprechen auf solche Impfstoffe reduziert sein (siehe auch Abschnitt 4.5).

Fortpflanzungssystem

Mit Idarubicin behandelte Manner sollten wahrend der Therapie und bis zu 3 Monate danach entsprechende kontrazeptive MaBnahmen ergreifen und aufgrund der Moglichkeit einer irreversiblen Infertilitat in Folge der Therapie bei Wunsch und Moglichkeit eine Beratung zur Spermakonservierung einholen (siehe Abschnitt 4.6).

Áltere Patienten

Die Besonderheiten der zytostatischen Therapie bei alteren Patienten (z. B. hohere Rate an Komorbiditat, eingeschrankte hamatopoetische Reserve und erhohte Vulnerabilitat der Organe) mussen auch bei der Anwendung von Zavedos Oral berucksichtigt werden (siehe Abschnitt 4.2).

Weitere Informationen

Wie mit anderen zytotoxischen Therapien wurden auch mit Idarubicin Thrombophlebitis und thromboembolische Ereignisse einschlieBlich einer Lungenembolie beschrieben, wobei ein kausaler Zusammenhang nicht gesichert ist.

Die Substanz kann fur 1 bis 2 Tage nach der Anwendung zu einer rotlichen Verfarbung des Urins fuhren; die Patienten sollten auf diese Moglichkeit hingewiesen werden.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Idarubicin ist ein potenter Hemmer des Knochenmarks. Eine kombinierte Chemotherapie mit Substanzen ahnlicher Wirkung lasst eine additive Toxizitat erwarten, vor allem hinsichtlich der myelosuppressiven, hamatologischen und der gastrointestinalen Wirkungen (siehe Abschnitt 4.4). Eine Anwendung von Idarubicin in einer kombinierten Chemotherapie mit anderen potenziell kardiotoxischen Substanzen sowie eine gleichzeitige Anwendung von kardioaktiven Substanzen (z. B. Calciumantagonisten) machen eine Uberwachung der Herzfunktion fur die gesamte Behandlungsdauer erforderlich.

Substanzen, die das Gewebe der Leber oder Nieren schadigen, einschlieBlich Alkohol, konnen den Metabolismus, die Pharmakokinetik sowie die Wirksamkeit von Idarubicin beeinflussen und dessen Nebenwirkungen verstarken (siehe Abschnitt 4.4).

Bei Anwendung einer Strahlentherapie gleichzeitig oder innerhalb von 2 bis 3 Wochen vor der Behandlung mit Idarubicin konnen sich eine additive myelosuppressive Wirkung und Kardiotoxizitat einstellen.

Impfstoffe

Die Verabreichung von Lebendimpfstoffen oder lebend-attenuierten Impfstoffen (z. B. gegen Gelbfieber) bei Patienten mit einer Immunbeeintrachtigung durch eine Chemotherapie, einschlieBlich Idarubicin, kann zu schwerwiegenden oder potenziell todlichen Infektionen fuhren. Impfungen mit einem solchen Impfstoff sind daher bei Patienten unter Behandlung mit Idarubicin zu vermeiden. Bei Patienten, die bereits durch die Grundkrankheit immunsupprimiert sind, ist dieses Risiko zusatzlich erhoht. Tot- oder inaktivierte Impfstoffe konnen verabreicht werden, allerdings kann das Ansprechen auf solche Impfstoffe reduziert sein. Wo vorhanden sollte ein inaktiver Impfstoff (Poliomyelitis) verwendet werden.

Orale Antikoagulanzien

Bei Kombination von oralen Antikoagulanzien mit einer onkologischen Chemotherapie werden haufigere Kontrollen der INR (International Normalised Ratio) empfohlen, da das Risiko fur eine Wechselwirkung nicht ausgeschlossen werden kann.

Ciclosporin A

Bei gleichzeitiger Anwendung von Ciclosporin A als Einzelwirkstoff zur Chemosensibilisierung bei Patienten mit akuter Leukamie erhohten sich die AUCs von Idarubicin und Idarubicinol (um das 1,78-Fache bzw. das 2,46-Fache). Die klinische Relevanz dieser Wechselwirkung ist nicht bekannt. Es konnte bei einigen Patienten eine

Dosisanpassung erforderlich sein.

4.6    Fertilitat, Schwangerschaft und Stillzeit

Fertilitat

Idarubicin kann Chromosomenschaden in menschlichen Spermatozoen verursachen. Deshalb sollten Manner, die mit Idarubicin behandelt werden, wahrend der Behandlung und bis zu 3 Monate nach Ende der Behandlung eine effektive Methode der Kontrazeption anwenden (siehe Abschnitt 4.4).

Schwangerschaft

Das embryotoxische Potenzial von Idarubicin konnte in In-vitro- und In-vivo-Studien gezeigt werden. Es gibt jedoch keine adaquaten und kontrollierten Studien an schwangeren Frauen. Frauen mussen darauf hingewiesen werden, wahrend und bis zu 6 Monate nach der Behandlung nicht schwanger zu werden und geeignete kontrazeptive MaBnahmen zu ergreifen.

Idarubicin sollte nur dann wahrend einer Schwangerschaft angewendet werden, wenn nach besonderer Nutzen-Risiko-Bewertung der Nutzen fur die Frau das Risiko fur den Fotus uberwiegt. Patienten sind darauf hinzuweisen, dass ein potenzielles Risiko fur den Fotus besteht.

Wenn nach Abschluss der Therapie ein Kinderwunsch besteht, sollte zunachst unbedingt eine genetische Beratung erfolgen.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Idarubicin oder seine Metabolite in die Muttermilch ubergehen. Wahrend der Therapie mit Idarubicin muss das Stillen daher unterbrochen werden.

4.7    Auswirkungen auf die Verkehrstuchtigkeit und die Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen

Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemaBem Gebrauch das Reaktionsvermogen so weit verandern, dass die Fahigkeit zur aktiven Teilnahme am StraBenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeintrachtigt wird. Dies gilt in verstarktem MaBe im Zusammenwirken mit Alkohol.

4.8 Nebenwirkungen

Schwere Myelosuppression und Kardiotoxizitat stellen die beiden wesentlichsten Nebenwirkungen dar (siehe Abschnitt 4.4).

Als Folge einer Myelosuppression konnen Hamorrhagie, Fieber, Infektion, Sepsis/ septischer Schock und Gewebehypoxie auftreten, die zum Tod fuhren konnen.

Die folgenden Nebenwirkungen wurden in Verbindung mit einer Therapie mit Idarubicin beschrieben, wobei den Haufigkeitsangaben folgende Kategorien zugrunde gelegt werden:

Sehr haufig Haufig Gelegentlich Selten Sehr selten Nicht bekannt


(> 1/10)

(> 1/100, < 1/10)

(> 1/1.000, < 1/100)

(> 1/10.000, < 1/1.000)

(< 1/10.000)

(Haufigkeit auf Grundlage der verfugbaren Daten nicht abschatzbar)

Infektionen und parasitare Erkrankungen Sehr haufig:    Infektionen

Gelegentlich:    Sepsis, Septikamie

Gutartige, bosartiqe und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen) Gelegentlich:    Sekundáře Leukámien    (akute myeloide    Leukámie und    ein

myelodysplastisches Syndrom)

Erkrankunqen des Blutes und des Lymphsystems

Sehr háufig:    Anámie, schwere Leukopenie, Neutropenie    (Granulozytopenie),

Thrombozytopenie Nicht bekannt:    Panzytopenie

Erkrankungen des Immunsystems Sehr selten:    Anaphylaxie

Endokrine Erkrankungen Sehr háufig:    Anorexie

Gelegentlich:    Dehydratation

Stoffwechsel- und Ernáhrungsstgrungen Gelegentlich:    Hyperurikámie

Nicht bekannt:    Tumorlysesyndrom

Erkrankungen des Nervensystems Selten:    Zerebrale Hámorrhagien

Herzerkrankungen

Háufig:    Dekompensierte Herzinsuffizienz,    Bradykardie, Sinustachykardie,

Tachyarrhythmien, Kardiomyopathie (Zeichen und Symptome siehe Abschnitt 4.4), asymptomatische Reduktion der linksventrikuláren Ejektionsfraktion

Gelegentlich:    EKG-Veránderungen (z. B. unspezifische ST-Strecken-Ánderungen),

Myokardinfarkt

Sehr selten:    Perikarditis, Myokarditis, AV- und    Schenkelblock

GefáRerkrankungen

Háufig:    Hámorrhagien, lokale Phlebitis, Thrombophlebitis

Gelegentlich:    Schockreaktion

Sehr selten:    Thromboembolie, Gesichtsrótung

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr háufig:    Ubelkeit, Erbrechen, Mukositis/ Stomatitis, Diarrhoe, abdominale

Schmerzen oder brennendes Gefuhl Háufig:    Gastrointestinale Blutungen, Bauchschmerzen

Gelegentlich:    Osophagitis, Kolitis (einschl. schwere Enterokolitis/ neutropenische

Enterokolitis mit Perforation)

Sehr selten:    Gastrale Erosionen oder Ulzerationen

Leber- und Gallenerkrankungen

Háufig:    Erhóhung der Leberenzyme und des Bilirubins

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr háufig:

Háufig:

Gelegentlich:

Sehr selten: Nicht bekannt:


Alopezie (in der Regel reversibel), wobei das Haar normalerweise innerhalb von 2 bis 3 Monaten nach Beendigung der Therapie nachwáchst Hautausschlag, Jucken, Uberempfindlichkeit nach Bestrahlung („Recall"-Phánomen)

Hyperpigmentierung der Haut und Nágel, Urtikaria, Zellulitis (kann schwer sein), Gewebenekrose Akrale Erytheme Lokale Reaktionen

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Sehr haufig:    Rotfarbung des Harns fur 1 bis 2 Tage nach der Verabreichung

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort Sehr haufig:    Fieber, Kopfschmerzen, Schuttelfrost

Beschreibung spezifischer Nebenwirkungen

Blutbildendes System

Schwere Myelosuppression stellt die schwerwiegendste Nebenwirkung der Behandlung mit Idarubicin dar. Diese ist allerdings fur die Eradikation leukamischer Zellen erforderlich (siehe Abschnitt 4.4).

Leukozyten und Thrombozyten erreichen meist 10 bis 14 Tage nach Anwendung von Idarubicin einen Tiefstwert und kehren im Allgemeinen in der 3. Woche wieder auf Normalwerte zuruck. Wahrend der Phase schwerwiegender Myelosuppression wurde auch uber Todesfalle infolge von Infektionen und/ oder Blutungen berichtet.

Als Folgen einer Myelosuppression kcnnen Fieber, Infektionen, Sepsis, septischer Schock, Hamorrhagien, Gewebehypoxie auftreten, die zum Tod fuhren kcnnen. Beim Auftreten einer febrilen Neutropenie wird eine i. v.-Antibiose empfohlen.

Kardiotoxizitat

Eine lebensbedrohliche dekompensierte Herzinsuffizienz ist die schwerste Form einer Anthrazyklin-bedingten Kardiomyopathie und stellt die kumulative dosislimitierende Toxizitat des Arzneimittels dar (siehe Abschnitt 4.4).

Gastrointestinaltrakt

Stomatitis tritt meist zu Beginn der Behandlung auf und kann sich in schweren Fallen zu Ulzerationen der Mukosa entwickeln. Die meisten Patienten erholen sich jedoch von diesen Nebenwirkungen bis zur 3. Therapiewoche. Schweres Erbrechen und Durchfall kcnnen zu Dehydratation fuhren. Ubelkeit und Erbrechen kcnnen durch prophylaktische Gabe von Antiemetika behandelt werden. Das Risiko einer Dickdarmperforation steigt bei einem instrumentellen Eingriff. Die Mcglichkeit einer Perforation sollte bei Patienten in Betracht gezogen werden, die heftige Bauchschmerzen entwickeln.

Andere Nebenwirkungen

Hyperurikamie kann infolge schneller Lyse von neoplastischen Zellen auftreten. Die Symptome der Hyperurikamie sollten durch Hydratation, Alkalisierung des Urins und Gabe von Allopurinol behandelt werden. Andere Nebenwirkungen sind bullcse Erytheme.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grower Wichtigkeit. Sie ermcglicht eine kontinuierliche Uberwachung des Nutzen-Risiko-Verhaltnisses des Arzneimittels. Angehcrige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9 Uberdosierung

Ein spezifisches Antidot gegen Idarubicin ist nicht bekannt.

Symptome der Intoxikation

Sehr hohe Einzeldosen von Idarubicin kcnnen eine akute Myokardtoxizitat innerhalb von 24 Stunden und eine schwere Myelosuppression innerhalb von 1 bis 2 Wochen verursachen. Eine spat auftretende Herzinsuffizienz wurde mit Anthrazyklinen bis einige Monate nach der Uberdosierung beobachtet.

Daruber hinaus sind keine speziellen Daten zur Uberdosierung nach oraler Gabe bekannt. In derartigen Fallen werden jedoch eine umgehende Magenspulung und eine besondere Kontrolle hinsichtlich gastrointestinaler Blutungen und schwerer Schleimhautschaden empfohlen.

Therapie von Intoxikationen

Im Falle der Myokardtoxizitat sind ein Kardiologe hinzuzuziehen und die Behandlung mit Zavedos Oral abzusetzen. Beim Vorliegen einer ausgepragten Myelosuppression sind, in Abhangigkeit davon, welches myelopoetische Teilsystem uberwiegend betroffen ist, geeignete supportive Therapiema&nahmen - wie z. B. die Verlegung des Patienten in einen keimfreien Raum oder Transfusion der fehlenden Zellelemente - zu ergreifen.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1    Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Zytostatisch wirksames Antibiotikum der Anthrazyklin-Gruppe, ATC-Code: L01DB06.

Idarubicin ist ein Anthrazyklin, das durch Interkalation an die DNA bindet. Die Substanz wirkt auf Topoisomerase II und verursacht eine Inhibition der Nukleinsauresynthese. Die in Position 4 modifizierte Anthrazyklin-Struktur gibt der Verbindung eine hohe Lipophilie. Diese fuhrt zu einer gegenuber Doxorubicin und Daunorubicin erhóhten zellularen Aufnahme.

Idarubicin zeigt eine im Vergleich zu Daunorubicin hóhere Wirksamkeit und wirkt bei Mausen i.v. und oral gegen Leukamie und Lymphome. In-vitro-Studien an menschlichen Doxorubicin-resistenten Zellen und solchen von Mausen erbrachten fur Idarubicin im Vergleich zu Daunorubicin einen geringeren Grad an Kreuzresistenz.

Der Hauptmetabolit, Idarubicinol, hat in experimentellen Modellen in vitro und in vivo antitumorale Wirkung gezeigt. Bei gleicher Dosis zeigt Idarubicinol an der Ratte eine gegenuber Idarubicin deutlich geringere Kardiotoxizitat.

5.2    Pharmakokinetische Eigenschaften

Bei Patienten mit normaler Nieren- und Leberfunktion wird Idarubicin nach oraler Applikation rasch resorbiert (Cmax: 2 bis 4 Stunden) und aus dem Plasma mit einer terminalen Plasmahalbwertszeit von 10 bis 35 Stunden eliminiert. Es findet eine ausgepragte Metabolisierung zu einem aktiven Metaboliten, Idarubicinol, statt, der langsamer eliminiert wird (Plasmahalbwertszeit: 33 bis 60 Stunden). Die Ausscheidung erfolgt zum gróBten Teil uber die Galle und vorwiegend in Form von Idarubicinol. Uber den Urin werden nur 1 bis 2 % der Dosis in unveranderter Form und bis zu 4,6 % in Form von Idarubicinol ausgeschieden.

Im Durchschnitt liegt die absolute Bioverfugbarkeit von Idarubicin nach oraler Aufnahme zwischen 18 und 39 %; individuelle Werte lagen zwischen 3 und 77 %; auf Basis des aktiven Metaboliten Idarubicinol berechnet liegt diese etwas hóher (29 bis 58 % mit Grenzwerten von 12 bis 153 %).

Untersuchungen zur Zellkonzentration von Idarubicin bei Patienten mit Leukamie wurden an kernhaltigen Blut- und Knochenmarkzellen durchgefuhrt. Dabei zeigte sich, dass die Arzneistoffaufnahme rasch erfolgt und dem Plasmaverlauf nahezu entspricht.

Die Konzentrationen von Idarubicin und Idarubicinol in kernhaltigen Blut- und Knochenmarkzellen betragen mehr als das 200-Fache der entsprechenden Plasmakonzentrationen.

Die Eliminationsraten von Idarubicin und Idarubicinol aus Plasma und Zellen waren vergleichbar.

Spezielle Patientengruppen

Beeintrachtigte Leber- und Nierenfunktion: Die Pharmakokinetik von Idarubicin bei Patienten mit beeintráchtigter Leber- und/ oder Nierenfunktion wurde nicht vollstándig untersucht. Es ist zu erwarten, dass der Metabolismus von Idarubicin bei Patienten mit má&iger oder schwerer Leberfunktionsstorung reduziert sein und daher zu hoheren systemischen Wirkstoffkonzentrationen fuhren konnte. Die Verfugbarkeit von Idarubicin konnte auch durch eine Nierenfunktionsstorung beeintráchtigt sein. Daher ist bei Patienten mit Leber- und/ oder Nierenfunktionsstorung eine Dosisreduktion in Erwágung zu ziehen (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4). Bei Patienten mit schwerer Leber- und/ oder Nierenfunktionsstorung ist Idarubicin kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3 Gegenanzeigen).

5.3 Praklinische Daten zur Sicherheit

Akute T oxizitát

Die LD50-Werte nach oraler Verabreichung von Idarubicin an Máuse lagen bei 14,3 mg/kg und betrugen bei Ratten 5,5 mg/kg.

Als Zeichen einer Toxizitát traten auf: raues Fell, Alopezie, Diarrhoe, kyphotische Erscheinungen, Abnahme der motorischen Aktivitát und verminderte Gewichtszunahme bzw. Gewichtsverlust.

Der LD50-Wert nach oraler Gabe an Hunde wird auf ca. 1,5 mg/kg geschátzt. Als Zeichen einer Toxizitát traten auf: Erbrechen, Diarrhoe, Schwáchung und Gewichtsverlust.

Chronische Toxizitát

Bei den Untersuchungen zur chronischen Toxizitát war oral verabreichtes Idarubicin nur etwa 1/3 so toxisch wie nach intravenoser Gabe. Insbesondere trat keine erhohte gastrointestinale Toxizitát nach oraler Gabe von Idarubicin auf.

Die Zielorgane nach oraler Verabreichung entsprechen denen nach intravenoser Gabe und betrafen: das hámatolymphopoetische System (Abnahme von Leukozyten, Erythrozyten und verwandten Parametern und Pláttchen; Atrophie und Involution der Milz und des Thymus), Gastrointestinaltrakt (intestinale Entzundungen und Hámorrhagien und/ oder Erosionen), Leber (Vakuolisierung und/ oder Nekrosen und Steatosen), Nieren (tubuláre Degenerationen oder Atrophien), Hoden (Hemmung der Spermatogenese).

Mutagenitát

Idarubicin wirkt mutagen. Die Substanz induzierte in einer Reihe von Testsystemen deutlich Gen- und Chromosomenmutationen.

Teratogenitát/ Embryotoxizitát

Idarubicin zeigte an der Ratte teratogene und embryotoxische Eigenschaften, jedoch nicht an Kaninchen. Dies entspricht den Ergebnissen, die fur Daunorubicin und Doxorubicin bei Verwendung áquitoxischer Dosen vorliegen.

Uber die Verabreichung wáhrend der Laktation liegen keine Daten vor; auch ist nicht bekannt, ob Idarubicin in die Muttermilch ubergeht.

Idarubicin muss nach oraler Verabreichung als moglicherweise kanzerogen betrachtet werden, da Idarubicin nach i.v.-Gabe an Ratten kanzerogen war. Dieses kanzerogene Potenzial entspricht den Eigenschaften von Daunorubicin, Doxorubicin und weiteren Zytostatika.

6.1    Liste der sonstigen Bestandteile

Mikrokristalline Cellulose Hóherkettige Partialglyceride (DAB)

Natriumdodecylsulfat

Gelatine

Zusatzlich bei Zavedos Oral 5 mg/10 mg Titandioxid (E 171)

Eisenoxide und -hydroxide (E172)

Zusatzlich bei Zavedos Oral 25 mg:

Titandioxid (E 171)

6.2    Inkompatibilitaten

Keine bekannt.

6.3    Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre.

6.4    Besondere Vorsichtsmaftnahmen fur die Aufbewahrung

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schutzen.

6.5    Art und Inhalt des Behaltnisses

Zavedos Oral 5 mg Originalpackungen mit 3 Hartkapseln

Zavedos Oral 10 mg

Originalpackungen mit 1 Hartkapsel und 3 Hartkapseln

Zavedos Oral 25 mg Originalpackungen mit 3 Hartkapseln

Es werden moglicherweise nicht alle PackungsgróBen in den Verkehr gebracht.

6.6    Besondere Vorsichtsmaftnahmen fur die Beseitigung

Die Entsorgungsvorschriften fur Zytostatika sind einzuhalten.

7. INHABER DER ZULASSUNG

PHARMACIA GmbH

Linkstr. 10

10785 Berlin

Tel.: 030 550055-51000

Fax: 030 550054-10000

PFIZER PHARMA GmbH

Linkstr. 10

10785 Berlin

Tel.: 030 550055-51000

Fax: 030 550054-10000

8. ZULASSUNGSNUMMERN

Zavedos Oral 5 mg: 19345.00.01 Zavedos Oral 10 mg: 19345.01.01 Zavedos Oral 25 mg: 19345.02.01

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/ VERLANGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 07. Marz 1995 Datum der letzen Verlangerung der Zulassung: 03. April 2003

10.    STAND DER INFORMATION

April 2014

11.    VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig.

spcde-4v13zv-hk-0

spcde-4v13zv-hk-0 13 29.04.2014

Zavedos oral 25mg