+ iMedikament.de

Abelcet 5 mg/ml



Gebrauchsinformation Abelcet 5 mg/ml

GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FUR DEN ANWENDER

Abelcet 5 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionssuspension Wirkstoff: Amphotericin B als Lipidkomplex

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfaltig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses Arzneimittels beginnen.

-    Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht mochten Sie diese spater nochmals lesen.

-    Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

-    Dieses Arzneimittel wurde Ihnen personlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

-    Wenn eine der aufgefuhrten Nebenwirkungen Sie erheblich beeintrachtigt oder Sie Ne-benwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind, in-formieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.

Diese Packungsbeilage beinhaltet:

1.    Was ist Abelcet und wofur wird es angewendet?

2.    Was mussen Sie vor der Anwendung von Abelcet beachten?

3.    Wie ist Abelcet anzuwenden?

4.    Welche Nebenwirkungen sind moglich?

5.    Wie ist Abelcet aufzubewahren?

6.    Weitere Informationen

1. WAS IST ABELCET UND WOFUR WIRD ES ANGEWENDET?

Abelcet ist ein steriles Konzentrat zur Herstellung einer Infusionssuspension, das als Antibiotikum gegen invasive Pilzinfektionen eingesetzt wird.

Abelcet wird angewendet zur Behandlung invasiver Pilzinfektionen, hervorgerufen durch Candida- oder Aspergillus-Spezies bei Patienten, die auf eine Therapie mit herkommlichem Amphotericin B (Amphotericin B-Natrium-Desoxycholat-Komplex) nicht ansprechen oder diese nicht vertragen, oder bei denen eine Therapie mit herkommlichem Amphotericin B kontraindiziert ist.

2. WAS MUSSEN SIE VOR DER ANWENDUNG VON ABELCET BEACHTEN?

Abelcet darf nicht angewendet werden,

-    wenn Sie uberempfindlich (allergisch) gegen Amphotericin B oder einen der sonstigen Bestandteile von Abelcet sind, es sei denn, dass nach Meinung des Arztes die Vorteile der Behandlung mit Abelcet die Risiken einer Uberempfindlichkeit uberwiegen. Fur die vollstandige Liste der Bestandteile siehe Abschnitt 6 („Was Abelcet enthalt“).

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Abelcet ist erforderlich,

-    da infusionsbedingte Uberempfindlichkeitsreaktionen (wie Frosteln und Fieber) nach der Behandlung mit Amphotericin B auftreten konnen. Diese Reaktionen waren in der Regel leicht bis mittelstark ausgepragt und wurden hauptsachlich wahrend der ersten beiden Behandlungstage beobachtet und verschwanden nach wenigen Behandlungstagen. Zur Vermeidung dieser Reaktionen konnen vorbeugend Arzneimittel zur Fiebersenkung (z.°B. Paracetamol) und antiallergisch wirkende Arzneimittel verabreicht werden. Falls akute Reaktionen auftreten, sollte die Infusionsgeschwindigkeit verringert und antiallergisch wirkende Arzneimittel (Antihistaminika oder Kortikosteroide) verabreicht werden.

-    wenn Ihre Nieren vorgeschadigt sind, oder Sie schon einmal ein akutes Nierenversagen hatten, da der Wirkstoff von Abelcet, Amphotericin B, moglicherweise Ihre Nieren schadigen kann. Wenn es trotzdem notwendig ist, Sie mit Abelcet zu behandeln, sollte der

Arzt Ihre Nierenfunktion vor Behandlungsbeginn und in der Folge regelmaBig (mindestens einmal wóchentlich) kontrollieren.

- wenn Sie unter Leberfunktionsstórungen (infolge von Infektionen, Transplantat-abstoBungsreaktionen, anderen Lebererkrankungen oder gleichzeitiger Gabe leberschadigender Substanzen) leiden. Bei erhóhten Leberwerten (Serumbilirubin, alkalischer Phosphatase oder Serumtransaminasen) liegen móglicherweise auBer der Verabreichung von Abelcet auch andere Grunde vor, die fur diese UnregelmaBigkeiten verantwortlich sein kónnen. Zu diesen Grunden zahlen Infektionen, Uberernahrung, zusatzliche Gabe leberschadigender Arzneimittel und TransplantatabstoBungsreaktionen.

Im Hinblick auf die noch unzureichende Datenlage bei Patienten mit Leberfunktionsstórungen sind die Leberwerte (AST, ALT, Gamma-GT, alkalische Phosphatase, Bilirubin) regelmaBig zu kontrollieren. Aufgrund der bisher verfugbaren Daten zu den pharmakokinetischen Eigenschaften von Abelcet kann eine Erhóhung der Transaminasen auch erst nach Beendigung der Therapie auftreten.

Die Blutwerte (Hamatokrit, Hamoglobin, Retikulozyten-, Erythrozyten-, Leukozytenanzahl, Differentialblutbild) sind regelmaBig zu uberprufen.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Es liegen keine ausreichenden Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit fur Kinder unter 1 Monat vor.

Bei Anwendung von Abelcet mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Es wurden keine klinischen Studien zu Arzneimittelinteraktionen mit Abelcet durchgefuhrt. Es ist jedoch bekannt, dass die folgenden Substanzen bei gleichzeitiger Verabreichung Interaktionen mit konventionellem Amphotericin B zeigen.

Nierenschádigende Substanzen

Die Anwendung von Abelcet kann zu einer Schadigung der Nieren fuhren. Daher muss bei gleichzeitiger Verabreichung anderer potenziell nierenschadigender Substanzen Ihre Nierenfunktion engmaschig uberwacht werden.

Zidovudin

Bei gleichzeitiger Gabe von Abelcet und Zidovudin (ein Arzneimittel zur Behandlung von HIV-Infektionen) ist eine engmaschige Uberwachung der Nieren- und Blutwerte erforderlich.

Ciclosporin

Daten zu Wechselwirkungen von anderen Arzneimitteln mit Amphotericin B weisen darauf hin, dass es bei Patienten, die gleichzeitig Amphotericin B und hohe Dosen Ciclosporin (ein Arzneimittel zur Unterdruckung der Immunabwehr) erhalten, zu einer Erhóhung der Serumkreatininwerte kommt. Dies wird durch die gleichzeitige Gabe dieser beiden Substanzen verursacht. Abelcet erwies sich jedoch weniger nierenschadigend als konventionelles Amphotericin B.

Leukozytentransfusionen

Bei Patienten, die konventionelles Amphotericin B und eine Leukozytentransfusion intravenós erhielten, trat eine akute Nebenwirkung in der Lunge auf.

Konventionelles Amphotericin B sollte daher nicht zusammen mit einer Leukozytentransfusion verabreicht werden.

Andere Arzneimittel

Interaktionen von Abelcet mit anderen Arzneimitteln wurden noch wenig untersucht.

Im Allgemeinen ist in Fallen Vorsicht geboten, in denen Sie zusatzlich Arzneimittel bekommen, von denen bekannt ist, dass sie mit konventionellem Amphotericin B interagieren, wie z. B.

Arzneimittel zur Behandlung von Krebs. Kortikosteroide und Kortikotropin (ACTH) kónnen einen erniedrigten Gehalt an Kalium im Blut (Hypokaliamie) verstarken. Die Wirkungen von Herzglykosiden, Arzneimitteln zur Muskelentspannung, Flucytosin (Arzneimittel zur Behandlung von Pilzinfektionen) und gegen Herzrhythmusstórungen konnen durch eine Hypokaliamie verstarkt werden.

Die gleichzeitige Gabe von Abelcet und von Diuretika (Arzneimittel zur Entwasserung) kann die Gefahr einer Hypokaliamie und einer Einschrankung der Nierenfunktion erhóhen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Fragen Sie vor Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat. Schwangerschaft

Uber Abelcet gibt es noch nicht genugend Daten, um die Unbedenklichkeit einer Anwendung bei schwangeren Frauen einschatzen zu konnen.

Abelcet sollte in der Schwangerschaft nur dann angewendet werden, wenn der mógliche Vorteil gróBer ist als das Risiko fur Mutter und Kind.

Stillzeit

Es ist bisher noch nicht bekannt, ob Amphotericin B in die Muttermilch ubergeht. Eine Entscheidung, ob das Stillen fortgesetzt oder abgebrochen wird, oder ob die Abelcet-Therapie fortgesetzt oder abgebrochen wird, sollte den Nutzen des Stillens fur das Kind und den Nutzen von Abelcet fur die Frau berucksichtigen.

Verkehrstuchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Sie durfen sich nicht an das Steuer eines Fahrzeuges setzen und Sie durfen keine Werkzeuge oder Maschinen bedienen.

Die Auswirkungen von Abelcet auf die Verkehrstuchtigkeit und/oder die Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen wurden nicht untersucht. Einige der unter „4. Welche Nebenwirkungen sind móglich?“ aufgefuhrten Nebenwirkungen von Abelcet kónnen die Verkehrstuchtigkeit und die Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinflussen.

Wichtige Informationen uber bestimmte sonstige Bestandteile von Abelcet

Dieses Produkt enthalt 3,6 mg Natrium pro ml (0,156 mmol). Eine 20 ml-Durchstechflasche enthalt 71,8 mg Natrium (3,12 mmol). Wenn Sie eine kochsalzarme Diat einhalten mussen, soll-ten Sie dies berucksichtigen.

3. WIE IST ABELCET ANZUWENDEN?

Art der Anwendung

Die Infusionsbehandlung sollte nur bei stationaren Patienten angewendet werden bzw. unter standiger Uberwachung durch einen Spezialisten.

Abelcet muss vor der Infusion mit 5 %iger Glucoselósung verdunnt werden.

Die Infusion wird mit Hilfe eines Tropfes in Ihre Vene uber einen Zeitraum von circa 2 Stunden verabreicht.

Dosierung und Haufigkeit der Anwendung

Die empfohlene tagliche Dosis betragt 5 mg Abelcet pro Kilogramm Ihres Kórpergewichts und wird als eine Infusion verabreicht. Eine Testdosis von 1 mg wird Ihnen initial verabreicht, um zu uberprufen, ob Sie allergisch auf einen der Bestandteile von Abelcet reagieren. Die Anzahl der Tage, uber die Sie behandelt werden, hangt von vielen Faktoren ab, aber sie betragt in der Regel mindestens 14 Tage.

Es sind keine Dosisanpassungen nótig fur:

•    Kinder und Jugendliche

•    Áltere Patienten

•    Patienten mit Nieren- oder Lebererkrankungen

•    Diabetiker

•    Patienten mit einer bestimmten Blutbildstorung (Neutropenie)

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Abelcet zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

4. WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MOGLICH?

Wie alle Arzneimittel kann Abelcet Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten mussen. Die Nebenwirkungen, die bei einer Behandlung mit herkommlichem Amphotericin B auftreten, konnen auch bei Abelcet auftreten.

Deshalb sollte Sie der behandelnde Arzt hinsichtlich aller Nebenwirkungen, die bei herkommlichem Amphotericin B auftreten konnen, uberwachen.

Bei den Haufigkeitsangaben zu den Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr haufig:

mehr als 1 Behandelter von 10

Haufig:

1 bis 10 Behandelte von 100

Gelegentlich:

1 bis 10 Behandelte von 1.000

Selten:

1 bis 10 Behandelte von 10.000

Sehr selten:

weniger als 1 Behandelter von 10.000

Nicht bekannt:

Haufigkeit auf Grundlage der verfugbaren Daten nicht abschatzbar

Infektionen und parasitare Erkrankungen

Gelegentlich:    Blutvergiftung, bakterielle Infektionen, virale Infektionen, Pilzinfektionen

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Haufig:    Erniedrigte Zahl an Blutplattchen, erniedrigte Zahl an weiBen Blut-

korperchen

Gelegentlich:    Starke Verminderung der Blutzellen aller Systeme, akute Leukamie,

lymphomahnliche Reaktion

Nicht bekannt    Anamie

Erkrankungen des Immunsystems

Gelegentlich:    Anaphylaktische oder allergische Reaktionen (z. B. anaphylaktischer

Schock)

Stoffwechsel- und Ernahrungsstorungen

Haufig:    Erhohter Gehalt von Bilirubin im Blut (Hyperbilirubinamie), niedriger

Gehalt an Kalium im Blut (Hypokaliamie), Azidose, Elektrolytstorung einschlieBlich erhohtem Gehalt an Kalium im Blut (Hyperkaliamie) und niedrigem Gehalt an Magnesium im Blut (Hypomagnesiamie)

Gelegentlich:    Appetitlosigkeit,    erniedrigter Blutzuckerspiegel (Hypoglykamie),

Auszehrung

Psychiatrische Erkrankungen

Gelegentlich:    Verwirrtheit, abnormes Denkvermogen, Apathie, Depression, Nervositat,

Erregung, Halluzinationen

Erkrankungen des Nervensystems

Haufig:    Kopfschmerzen, Zittern

Gelegentlich:    Krampfe, Nervenerkrankung, epileptischer Anfall („Grand Mal“),

Schwindel, Koma, Gehirnerkrankung, Entzundung des Gehirns, Korper-starre, Muskelzuckungen, periphere Nervenentzundung, Sensibilitatsstorung, Schlafrigkeit, Sprachstorungen, Minderdurchblutung des Gehirns, Hirn-ódem, erhóhte Blutungsneigung im Gehirn, erhóhte Blutungsneigung im Schadelbereich, erhóhter Blutdruck im Schadelbereich, Abflussstórung des Hirnwassers

Augenerkrankungen

Gelegentlich:    Erhóhte Blutungsneigung der Netzhaut, Sehstórungen

Herzerkrankungen

Haufig:    Herzrasen (Tachykardie), Herzrhythmusstórungen (z. B. supraventrikulare

Tachykardie, Kammerflimmern)

Gelegentlich:    Herzstillstand, Herzschwache, Herzmuskelerkrankung,    verlangsamter

Herzschlag, Herzinfarkt, Minderdurchblutung des    Herzmuskels,

Herzklopfen, Blaurotverfarbung der Haut (Zyanose)

GefaBerkrankungen

Haufig:    Bluthochdruck, niedriger Blutdruck

Gelegentlich:    Schock, arterielle Thrombose, GefaBerweiterung, Stórungen der peripheren

BlutgefaBe, Blasse, erhóhte Blutungsneigung

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Haufig:    Atemnot, Asthma, Stórungen der Atemtatigkeit, Hyperventilation

Gelegentlich:    Sauerstoffmangel, Lungenódem, Emphysem, Hypoventilation,

Atemnotsyndrom des Neugeborenen, Atemstillstand, erhóhte Blutungsneigung in der Lunge, Lungenentzundung, interstitielle Lungenentzundung, Einschrankung der Atmung (respiratorische Insuffizienz)

Nicht bekannt:    Krampf der Atemmuskulatur (Bronchospasmus)

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Haufig:    Ubelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen

Gelegentlich:    Entzundungen der Bauchspeicheldruse, Blutungsneigung im Magen-Darm-

Bereich, Verdauungsstórungen, Darmverengung, Bauchfellentzundung, ulzerative Entzundung der Mundschleimhaut, erhóhte Speichelsekretion

Leber- und Gallenerkrankungen

Haufig:    Abnorme Leberfunktionstests

Gelegentlich:    Leberentzundung, Gelbsucht, cholestatische Gelbsucht, Gefahr eines

Verschlusses von LebergefaBen mit den entsprechenden Folgen (venookklusive Lebererkrankung)

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Haufig:    Ausschlag

Gelegentlich:    Hautausschlage unterschiedlicher Schweregrade und unterschiedlichen

Aussehens: mit Blaschen und Blasen einhergehender Ausschlag (vesikulobulóser Ausschlag), im Hautniveau und das Hautniveau uberragender Hautausschlag (makulopapulóser Ausschlag) und schwerste, zum Teil lebensbedrohliche Arzneimittelreaktion mit groBflachiger Ablósung der Haut und Schleimhaute (toxische epidermale Nekrolyse), Nesselsucht, Granulom, Hautverfarbung, Schwitzen, Juckreiz

Nicht bekannt:    Generalisierte entzundliche Rótung und Schwellung der gesamten Haut mit

groBblattriger Schuppung (Dermatitis exfoliativa)

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Gelegentlich:    Muskelschmerz, Krampfe der Kaumuskulatur, Knochenmarkentzundung,

Tetanie

Nicht bekannt    Rhabdomyolyse

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Haufig:    Nierenschwache einschlieBlich Nierenversagen, abnorme Nierenfunktion

Gelegentlich:    Verminderte Harnausscheidung, stark verminderte Harnausscheidung,

toxische Nierenerkrankung, Harnblasenentzundung mit Blutung (hamorrhagische Zystitis), Harninkontinenz

Nicht bekannt:    Verminderte Harnkonzentration    (Hyposthenurie),    Stórungen    der

Saureausscheidung uber die Niere (renale tubulare Azidose)

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Sehr haufig:    Schuttelfrost, Fieber

Gelegentlich:    Reaktionen am Injektionsort,    Schmerzen,    Brustschmerzen,    erniedrigte

Kórpertemperatur

Untersuchungen

Sehr haufig:    Erhóhtes Serumkreatinin

Haufig:    Erhóhte alkalische Phosphatase im Serum, erhóhter

Serumharnstoff/Azotamie, erhóhte Serumtransaminasen

Infusionsbedingte Uberempfindlichkeitsreaktionen wurden in Verbindung gebracht mit Bauchschmerzen, Ubelkeit, Erbrechen, Muskelschmerzen, Juckreiz, im Hautniveau und das Hautniveau uberragendem (makulopapulóser) Hautausschlag, Fieber, niedrigem Blutdruck, Schock, Krampf der Atemmuskulatur (Bronchospasmus) und Einschrankung der Atmung (respiratorischer Insuffizienz) (siehe „Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Abelcet ist erforderlich,“).

Uber Stórungen der Saureausscheidung uber die Niere inklusive verminderter Harnkonzentration (Hyposthenie) und Elektrolytstórungen, wie erhóhter Gehalt an Kalium im Blut (Hyperkaliamie) und niedriger Gehalt an Magnesium im Blut (Hypomagnesiamie) wurde berichtet.

Wahrend der Behandlung mit Abelcet traten keine signifikanten Ánderungen der Blutwerte auf. Die Móglichkeit einer Auflósung von roten Blutkórperchen (Hamolyse) muss aber in Erwagung gezogen werden, da Hamolyse bei Patienten beobachtet wurde, die mit konventionellem Amphotericin B behandelt wurden.

Bei Abelcet und anderen Arzneimitteln mit Amphotericin B wurden abnormale Leberfunktions-tests in Zusammenhang mit anderen Faktoren wie Infektionen, Uberernahrung, gleichzeitige Gabe von leberschadigenden Arzneimitteln und TransplantatabstoBungsreaktionen beobachtet.

Die Nebenwirkungen, die bei Kindern auftraten, waren ahnlich denen, die bei Erwachsenen beobachtet wurden.

Bei Patienten > 65 Jahre ahnelt das Nebenwirkungsprofil dem von Erwachsenen < 65 Jahre. Wichtige Ausnahmen waren: Erhóhung des Serumkreatinins sowie Atemnot, welche bei Patienten > 65 Jahre, die mit Abelcet oder herkómmlichem Amphotericin B behandelt wurden, haufiger auftraten.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie kónnen Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, kónnen Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen uber die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfugung gestellt werden.

5. WIE IST ABELCET AUFZUBEWAHREN?

Es wird nicht erforderlich sein, dass Sie das Produkt aufbewahren.

6. WEITERE INFORMATIONEN Was Abelcet enthalt

Der Wirkstoff ist:Amphotericin B als Lipidkomplex.

Jede Durchstechflasche enthalt 5 mg (entsprechend 5.000 I.E.) Amphotericin B pro ml (100 mg/20 ml)

Die sonstigen Bestandteile sind:

1 ml Konzentrat enthalt

3.4    mg Colfosceriltetradecanoat

1.5    mg 1,2-Ditetradecanoyl-sn-glycero(3)phospho(3)glycerol (Ammonium- und Natriumsalze) (im Verhaltnis 85:15)

Natriumchlorid (Kochsalz)

Wasser fur Injektionszwecke

Wie Abelcet aussieht und Inhalt der Packung

Abelcet ist eine gelbe, undurchsichtige Suspension.

Abelcet ist in Packungen mit 10 Durchstechflaschen zu 20 ml (das entspricht 100 mg Amphotericin B) und 10 Filternadeln erhaltlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

TEVA GmbH Graf-Arco-Str. 3 89079 Ulm

Hersteller

Brecon Pharmaceutical Ltd Units 2-7

WYE Valley Business Park, Brecon Road Hay-on-Wye, Hereford, Herefordshire, HR3 5PG Vereinigtes Konigreich

Formatiert: Deutsch (Deutschland) ]


Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt genehmigt im September 2013.

Versionscode: Z01

Die folgenden Informationen sind nur fur Árzte bzw. medizinisches Fachpersonal bestimmt:

GE BRAUCHSANWEISUN G

Anwendung von Abelcet

Abelcet liegt als steriles, pyrogenfreies Suspensionskonzentrat vor, das nur fur die intravenose Anwendung nach Verdunnung vorgesehen ist.

Abelcet sollte nicht bei der Behandlung von allgemeinen oder oberflachlichen, klinisch unauffalligen Pilzinfektionen, die nur durch positive Haut- oder serologische Tests festgestellt werden konnen, eingesetzt werden.

Wenden Sie Abelcet immer genau entsprechend den nachfolgenden Dosierungsempfehlungen an:

Bei invasiven Mykosen wird im Allgemeinen eine Behandlung mit 5 mg/kg KG pro Tag uber mindestens 14 Tage empfohlen. Abelcet sollte mittels intravenoser Infusion mit einer Infusionsrate von 2,5 mg/kg/h verabreicht werden.

Bei der Erstbehandlung mit Abelcet wird empfohlen, unmittelbar vor der ersten Infusion eine Testdosis zu verabreichen. Die erste Infusion sollte entsprechend der Anleitung zubereitet werden und dann sollte dem Patienten uber etwa 15 Minuten die etwa 1 mg Amphotericin B entsprechende Menge der Infusion verabreicht werden. Nach Verabreichung dieser Menge sollte die Infusion unterbrochen und der Patient uber 30 Minuten genau beobachtet werden. Wenn der Patient keine Anzeichen einer Uberempfindlichkeit zeigt, kann die Infusion fortgesetzt werden.

Wegen der Moglichkeit des seltenen Auftretens anaphylaktoider Reaktionen (z. B. anaphylaktischer Schock) sollten bei der erstmaligen Verabreichung von Abelcet, wie bei allen Arzneimitteln mit Amphotericin B, Einrichtungen fur eine kardiopulmonale Reanimation vorhanden sein.

Fur die intravenose Infusion von Abelcet kann ein In-line-Filter verwendet werden. Der durchschnittliche Porendurchmesser sollte nicht kleiner als 15 Mikrometer sein.

Zur intravenosen Anwendung nach Verdunnung mit 5 %iger Glucoselosung.

Hinweise fur die Handhabung

ASEPTISCHE BEDINGUNGEN MUSSEN BEI DER HANDHABUNG VON ABELCET GEWÁHRLEISTET SEIN, DA WEDER EIN BAKTERIOSTATISCH WIRKSAMER STOFF NOCH EIN KONSERVIERUNGSMITTEL ENTHALTEN SIND.

Herstellung der Suspension fur die Infusion

1.    Zunachst wird die gelbe, undurchsichtige Suspension auf Raumtemperatur (15 °C -25 °C) gebracht. Dann muss die Suspension vorsichtig geschuttelt werden, bis auf dem Boden der Flasche kein gelbes Sediment mehr sichtbar ist.

2.    Dann wird die erforderliche Dosis Abelcet aus der entsprechenden Zahl von Durch-stechflaschen auf eine oder mehrere 20 ml-Spritzen aufgezogen (Starke der Kanule: 17 - 19 Gauge).

3.    Die Kanulen der einzelnen Spritzen werden durch die 5 Mikrometer Hochfluss-Filternadeln ersetzt, die mit jeder Durchstechflasche mitgeliefert werden.

4.    AbschlieBend wird die Filternadel der Spritze in einen Infusionsbeutel eingefuhrt, der 5 %ige Glucoselosung enthalt. Der Inhalt der Spritze wird entweder durch manuellen Druck oder mit einer Infusionspumpe in den Beutel entleert. Jede Filternadel sollte nur genutzt werden, um den Inhalt einer Durchstechflasche zu filtern. Fur jede weitere Durchstechflasche muss eine neue Filternadel benutzt werden. Die Endkonzentration der Infusion sollte 1 mg/ml betragen. Bei Kindern und Patienten mit Herz-Kreislauferkrankungen kann das Praparat mit 5 %iger Glucoselosung nur bis zu einer Endkonzentration von 2 mg/ml verdunnt werden.

Alle Durchstechflaschen sind zum einmaligen Gebrauch bestimmt. Restmengen sind zu verwerfen. Die Infusion wird am besten mittels Infusionspumpe durchgefuhrt.

Nicht mit NaCl-Losungen oder mit anderen Arzneimitteln oder Elektrolyten mischen.

Bei bereits platzierter i.v.-Kanule muss diese vor der Infusion von Abelcet mit 5 %iger Glucoselosung gespult oder durch eine separate Kanule ersetzt werden.

Ůberdosierung

Bisher sind keine Falle von Intoxikationen infolge von Ůberdosierung durch Abelcet aufgetreten. Abelcet wurde bis zu 28 Monate verabreicht. Es wurden kumulative Dosen von bis zu 73,6 g gegeben, ohne dass signifikante Nebenwirkungen auftraten. Einmal erhielt ein Kind eine einmalige Gabe von 13,1 mg/kg KG, ohne dass Nebenwirkungen beobachtet wurden.

In klinischen Studien wurden Dosierungen bis zu 10 mg/kg/Tag verabreicht. Die bei einer Ůberdosierung aufgetretenen Nebenwirkungen entsprachen denen, die in klinischen Studien mit der Standarddosierung auftraten. Zusatzlich traten bei einem Kind, das eine Dosis von 25 mg/kg erhielt, Krampfe und Bradykardie auf.

Amphotericin B ist praktisch nicht hamo- oder peritonealdialysierbar. Bei einer Ůberdosierung soll die Therapie abgesetzt und der Status des Patienten (im Speziellen die kardiopulmonalen, renalen und hepatischen Funktionen, sowie das Blutbild und die Serumelektrolyte) uberwacht und unterstutzende MaBnahmen ergriffen werden.

Vor einer Wiederaufnahme der Therapie muss der Zustand des Patienten stabilisiert sein (insbesondere durch Korrektur von Elektrolytstorungen).

Es ist kein spezifisches Antidot fur Amphotericin B bekannt.

Aufbewahrung

Arzneimittel fur Kinder unzuganglich aufbewahren.

Das Arzneimittel darf nach dem auf den Durchstechflaschen mit „Verw. bis“ und auf dem Umkarton mit „Verwendbar bis“ angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwendet werden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Im Kuhlschrank lagern (2 °C - 8 °C).

Nicht einfrieren.

Die Durchstechflaschen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schutzen. Hinweis auf Haltbarkeit nach Anbruch oder Zubereitung

Abelcet enthalt keine Konservierungsstoffe. Aus mikrobiologischer Sicht sollte die verdunnte Abelcet Infusionssuspension deshalb sofort verwendet werden. Wird das verdunnte Produkt nicht sofort verwendet, liegen die Aufbewahrungszeiten und -bedingungen vor und bei Gebrauch in der Verantwortung des Anwenders.

Chemische und physikalische Stabilitat nach Verdunnung mit 5 %iger Glucoselosung wurde fur 21 Stunden bei 2 °C - 8 °C bzw. fur sechs Stunden bei Raumtemperatur (25 °C) gezeigt.

Abelcet darf nicht verwendet werden, wenn folgendes bemerkt wird

Wenn nach Verdunnung mit 5 %iger Glucoselosung Fremdkorper sichtbar sind, ist die verdunnte Suspension zu verwerfen.

9/9

Abelcet 5 mg/ml

Fachinformation Abelcet 5 mg/ml

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1.    BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Abelcet 5 mg/ml

Konzentrat zur Herstellung einer Infusionssuspension

2.    Qualitative und quantitative Zusammensetzung

Wirkstoff: Amphotericin B als Lipid Komplex

Jede Durchstechflasche enthalt 5 mg (entsprechend 5.000 I.E.) Amphotericin B pro ml (100 mg/20 ml).

Sonstige Bestandteile:

Abelcet enthalt 3,6 mg/ml Natrium (0,156 mmol); das entspricht 71,8 mg Natrium (3,12 mmol) pro 20 ml Durchstechflasche.

Die vollstandige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.    Darreichungsform

Konzentrat zur Herstellung einer Infusionssuspension

Abelcet liegt als sterile und pyrogenfreie Suspension in isotonischer Kochsalzlosung zur Herstellung einer Infusionssuspension vor.

Abelcet ist eine gelbe undurchsichtige Suspension

4.    KLINISCHE ANGABEN

4.1    Anwendungsgebiete

Abelcet ist zur Behandlung invasiver Mykosen indiziert, hervorgerufen durch Candida- oder Aspergillus-Spezies bei Patienten, die auf eine Therapie mit konventionellem Amphotericin B (Amphotericin B-Natrium-Desoxycholat-Komplex) nicht ansprechen oder diese nicht vertragen, oder bei denen eine Therapie mit konventionellem Amphotericin B kontraindiziert ist.

Die offiziellen Richtlinien zum angemessenen Gebrauch von Antimykotika sind zu berucksichtigen.

4.2    Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Abelcet liegt als steriles, pyrogenfreies Suspensionskonzentrat vor, das nur fur die intravenose Anwendung nach Verdunnung vorgesehen ist.

Die Infusionsbehandlung soll nur bei stationaren Patienten bzw. unter standiger Uberwachung durch einen Spezialisten angewendet werden.

Normaldosierung bei Erwachsenen

Bei invasiven Mykosen wird im Allgemeinen eine Behandlung mit 5 mg/kg KG pro Tag uber mindestens 14 Tage empfohlen. Abelcet sollte mittels intravenoser Infusion mit einer Infusionsrate von 2,5 mg/kg/h verabreicht werden.

Bei der Erstbehandlung mit Abelcet wird empfohlen, unmittelbar vor der ersten Infusion eine Testdosis zu verabreichen. Die erste Infusion sollte entsprechend der Anleitung (siehe Abschnitt 6.6) zubereitet werden, und dann sollte dem Patienten uber etwa 15 Minuten die etwa 1 mg Amphotericin B entsprechende Menge der Infusion verabreicht werden. Nach Verabreichung dieser

1/12

Menge sollte die Infusion unterbrochen und der Patient uber 30 Minuten genau beobachtet werden. Wenn der Patient keine Anzeichen einer Uberempfindlichkeit zeigt, kann die Infusion fortgesetzt werden.

Wegen der Moglichkeit des seltenen Auftretens anaphylaktoider Reaktionen (z. B. anaphylaktischer Schock) sollten bei der erstmaligen Verabreichung von Abelcet, wie bei allen Arzneimitteln mit Amphotericin B, Einrichtungen fur eine kardiopulmonale Reanimation vorhanden sein.

Fur die intravenose Infusion von Abelcet kann ein In-line-Filter verwendet werden. Der durchschnittliche Porendurchmesser sollte nicht kleiner als 15 Mikrometer sein.

Anwendung bei Diabetikem

Abelcet kann bei Diabetikem angewendet werden, mit Dosierungen, die mit den empfohlenen Dosierungen auf Basis des Korpergewichts vergleichbar sind.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Lebensbedrohliche invasive Mykosen bei Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 1 Monat und 16 Jahren wurden erfolgreich mit Abelcet behandelt. Die Dosierungen waren mit den fur Erwachsene empfohlenen Dosierungen auf Basis des Korpergewichts vergleichbar.

Es liegen keine ausreichenden Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit fur Kinder unter 1 Monat vor.

Anwendung bei alteren Patienten

Die Dosierungen bei alteren Patienten (> 65 Jahre) mit invasiven Mykosen waren mit den empfohlenen Dosierungen auf Basis des Korpergewichts vergleichbar.

Anwendung bei neutropenischen Patienten

Auch invasive Mykosen bei Patienten, die infolge hamatologischer Erkrankungen oder durch Einnahme zytotoxischer oder immunsuppressiver Arzneimittel schwer neutropenisch waren, konnten erfolgreich mit Abelcet behandelt werden.

Anwendung bei Patienten mit Nierenerkrankungen

Die Dosierungen waren mit den empfohlenen Dosierungen auf Basis des Korpergewichts vergleichbar (siehe Abschnitt 4.4).

Die Nierentoxizitat von Abelcet ist dosisabhangig. Es gibt keine festen Richtlinien fur eine Dosisanpassung, welche auf Labortestresultaten beruht. Dosisanpassungen sollten nur unter Berucksichtigung des individuellen klinischen Zustandes des Patienten vorgenommen werden. Es liegen keine Erfahrungen bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz vor.

Abelcet kann vor oder nach der Dialyse verabreicht werden.

Anwendung bei Patienten mit Lebererkrankungen

Die Dosierungen waren mit den empfohlenen Dosierungen auf Basis des Korpergewichts vergleichbar (siehe Abschnitt 4.4).

4.3    Gegenanzeigen

Abelcet ist kontraindiziert bei Patienten mit bekannter Uberempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile, es sei denn, dass nach Meinung des Arztes die Vorteile der Behandlung mit Abelcet die Risiken einer Uberempfindlichkeit uberwiegen.

4.4    Besondere Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen fur die Anwendung

Die Behandlung mit Abelcet bedarf einer Unterbringung in einem Krankenhaus und der regelmaBigen arztlichen Kontrolle.

Infusionsbedingte Uberempfmdlichkeitsreaktionen

Infusionsbedingte Reaktionen (wie Frosteln und Fieber), die nach der Behandlung mit Abelcet festgestellt wurden, waren in der Regel leicht bis mittelstark ausgepragt und traten hauptsachlich wahrend der ersten beiden Behandlungstage auf    (siehe Abschnitt 4.8). Diese Reaktionen

verschwinden normalerweise nach wenigen Behandlungstagen. Bei Patienten unter Abelcet-Therapie sollten VorsichtsmaBnahmen zur Vermeidung    dieser Reaktionen    ergriffen werden.

Standarddosierungen von Antipyretika (z. B. Paracetamol), Antihistaminika, Kortikosteroiden haben sich zur Vermeidung bzw. Behandlung solcher Reaktionen bewahrt. Wenn akute Reaktionen auftreten, sollte die Infusionsgeschwindigkeit verringert werden.

Systemische Pilzinfektionen

Abelcet sollte nicht bei der Behandlung von allgemeinen oder oberflachlichen, klinisch unauffalligen Pilzinfektionen, die nur durch positive Haut- oder serologische Tests festgestellt werden konnen, eingesetzt werden.

Patienten mit Nierenerkrankungen

Da Abelcet ein potenziell nephrotoxisches Arzneimittel ist, sollte bei Patienten mit vorgeschadigter Niere oder bei Patienten, die schon einmal ein akutes Nierenversagen hatten, die Nierenfunktion vor Behandlungsbeginn und in der Folge regelmaBig (mindestens einmal wochentlich) kontrolliert werden. Abelcet kann wahrend einer Dialyse oder einer Hamofiltration angewendet werden. Die Serumkonzentrationen von Kalium und Magnesium sollten ebenfalls regelmaBig kontrolliert werden. Es ist nicht bekannt, ob eine eingeschrankte Nierenfunktion die Verfugbarkeit von Abelcet beeinflusst, und es liegen keine Erfahrungen bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz vor.

Durch eine Hamodialyse oder Peritonealdialyse wird die Eliminationsrate von Amphotericin B nicht merklich erhoht.

Patienten mit Lebererkrankungen

Patienten mit Leberfunktionsstorungen (infolge von Infektionen, TransplantatabstoBungsreaktionen, anderen Lebererkrankungen oder Patienten, die gleichzeitig hepatotoxische Substanzen erhalten) wurden erfolgreich mit Abelcet behandelt.

Bei erhohten Werten von Serumbilirubin, alkalischer Phosphatase oder der Serumtransaminasen lagen auBer der Verabreichung von Abelcet auch andere Faktoren vor, die moglicherweise fur diese Anomalien verantwortlich waren. Zu diesen Faktoren gehorten Infektionen, Hyperalimentation, zusatzliche Gabe hepatotoxischer Arzneimittel und TransplantatabstoBungsreaktionen.

Im Hinblick auf die noch unzureichende Datenlage bei Patienten mit Leberfunktionsstorungen, sind die Leberwerte (AST, ALT, Gamma-GT, alkalische Phosphatase, Bilirubin) regelmaBig zu kontrollieren.

Aufgrund der bisher verfugbaren Daten zu den pharmakokinetischen Eigenschaften von Abelcet (siehe Abschnitt 5.2) kann eine Erhohung der Transaminasen auch erst nach Beendigung der Therapie auftreten.

Die hamatologischen Parameter (Hamatokrit, Hamoglobin, Retikulozyten-, Erythrozyten-, Leukozytenanzahl, Differentialblutbild) sind regelmaBig zu uberprufen.

Hypokaliamie

Abelcet kann bei Patienten Hypokaliamie verursachen. Hypokaliamie ist eine seltene Ursache einer Rhabdomyolyse. Die Serum-Konzentration von Kalium sollte regelmaBig uberwacht werden und die Patienten sollten auf eine Rhabdomyolyse hin untersucht werden (eine moglicherweise lebens bedrohliche Komplikation)

Abelcet enthalt 3,6 mg/ml Natrium (0,156 mmol); das entspricht 71,8 mg Natrium (3,12 mmol) pro 20 ml Durchstechflasche. Dies ist zu berucksichtigen bei Personen unter Natrium kontrollierter (natriumarmer/-kochsalzarmer) Diat.

4.5    Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Es wurden keine klinischen Studien zu Arzneimittelinteraktionen mit Abelcet durchgefuhrt. Es ist jedoch bekannt, dass die folgenden Substanzen bei gleichzeitiger Verabreichung Interaktionen mit konventionellem Amphotericin B zeigen.

Nephrotoxische Substanzen

Abelcet ist ein potenziell nephrotoxisches Arzneimittel. Daher ist bei gleichzeitiger Verabreichung anderer potenziell nephrotoxischer Substanzen (z. B. Aminoglykoside, Cisplatin oder Pentamidin) eine engmaschige Uberwachung der Nierenfunktion des Patienten notwendig.

Zidovudin

Bei Hunden wurde bei gleichzeitiger Gabe von Abelcet (1,5 bzw. 5,0 mg/kg/Tag) und Zidovudin uber 30 Tage eine verstarkte Myelo- und Nephrotoxizitat festgestellt. Falls die gleichzeitige Anwendung mit Zidovudin erforderlich ist, sollten die Nieren- und hamatologischen Parameter engmaschig uberwacht werden.

Ciclosporin

Daten zu Wechselwirkungen von anderen Arzneimitteln mit Amphotericin B weisen darauf hin, dass es bei Patienten, die gleichzeitig Amphothericin B und hohe Dosen Ciclosporin erhalten, zu einer Erhohung der Serumkreatininwerte kommt. Dies wird durch die gleichzeitige Gabe dieser beiden Substanzen verursacht. Abelcet erwies sich jedoch als weniger nephrotoxisch als konventionelles Amphothericin B (siehe Abschnitt 4.4).

Leukozytentransfusionen

Bei Patienten, die konventionelles Amphotericin B und eine Leukozytentransfusion intravenos erhielten, trat eine akute pulmonale Toxizitat auf.

Konventionelles Amphotericin B sollte daher nicht zusammen mit einer Leukozytentransfusion verabreicht werden.

Andere Arzneimittel

Interaktionen von Abelcet mit anderen Arzneimitteln wurden noch wenig untersucht.

Im Allgemeinen ist in Fallen Vorsicht geboten, in denen zusatzlich Arzneimittel angewendet werden, von denen bekannt ist, dass sie mit konventionellem Amphotericin B interagieren, wie z. B. antineoplastische Substanzen. Kortikosteroide und Kortikotropin (ACTH) konnen eine Hypokaliamie verstarken. Wirkungen von Herzglykosiden, Muskelrelaxanzien, Flucytosin und Antiarrhythmika konnen durch eine Hypokaliamie verstarkt werden. Die gleichzeitige Anwendung von Abelcet und Diuretika kann die Gefahr einer Hypokaliamie und einer Einschrankung der Nierenfunktion erhohen.

4.6    Fertilitat, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Konventionelles Amphotericin B wurde mit Erfolg bei schwangeren Frauen zur Behandlung invasiver Mykosen ohne nachweisbare Wirkungen auf den Fetus verabreicht, allerdings war die Fallzahl nicht groB. Studien zur Reproduktionstoxizitat von Abelcet bei Ratten und Kaninchen zeigten weder embryo-, fetotoxische, noch teratogene Wirkungen. Aufgrund fehlender Studien am Menschen kann die Unbedenklichkeit der Anwendung von Abelcet bei schwangeren Frauen nicht gewahrleistet werden. Daher sollte Abelcet bei diesen Patientinnen nur bei lebensbedrohlichen Erkrankungen und nur nach sorgfaltiger Nutzen-Risiko-Abwagung angewendet werden.

Stillzeit

Es ist bisher nicht bekannt, ob Amphotericin B in die Muttermilch ubergeht. Eine Entscheidung, ob das Stillen fortgesetzt/abgebrochen, oder ob die Abelcet-Therapie fortgesetzt/abgebrochen wird, sollte den Nutzen des Stillens fur das Kind und den Nutzen von Abelcet fur die Frau berucksichtigen.

4.7    Auswirkungen auf die Verkehrstuchtigkeit und die Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen

Die Auswirkungen von Abelcet auf die Verkehrstuchtigkeit und/oder die Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen wurden nicht untersucht. Einige der unten aufgefuhrten Nebenwirkungen von Abelcet konnen die Verkehrstuchtigkeit und die Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinflussen. Allerdings schlieBt normalerweise der klinische Zustand der Patienten, die eine Therapie mit Abelcet benotigen, Autofahren oder das Bedienen von Maschinen aus.

4.8 Nebenwirkungen

Die haufigsten klinischen Nebenwirkungen in randomisierten, kontrollierten und offenen klinischen Studien waren Schuttelfrost (16 %), erhohtes Kreatinin (13 %), Fieber (10 %), Hypokaliamie (9 %), Ubelkeit (7 %) und Erbrechen (6 %).

Die Inzidenz basiert auf einer Auswertung gepoolter Daten aus klinischen Studien mit 709 mit Abelcet behandelten Patienten.

556 Falle stammen aus Notfallbehandlungsstudien (offene, nicht vergleichende Studien) und 153 Falle aus randomisierten kontrollierten Studien uber invasive Candidiasis (38 % > 65 Jahre). In den Notfallbehandlungsstudien zeigten die Patienten entweder Intoleranz gegenuber konventioneller Amphotericin B Behandlung, wiesen eine renale Insuffizienz als Ergebnis einer vorherigen Behandlung mit konventionellem Amphotericin B auf, litten an einer vorbestehenden Nierenerkrankung oder waren Therapieversager.

Uber die folgenden Nebenwirkungen von Abelcet wurde wahrend klinischer Studien und/oder bei Anwendung seit der Markteinfuhrung berichtet.

Die Nebenwirkungen in untenstehender Tabelle sind in der bevorzugten Bezeichnung gemaB MedDRA nach Systemorganklassen und Haufigkeit aufgelistet.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Haufigkeiten zugrunde gelegt:

Sehr haufig (> 1/10)

Haufig (> 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich (> 1/1.000 bis < 1/100)

Selten (> 1/10000 bis < 1/1000)

Sehr selten (< 1/10000)

Nicht bekannt (Haufigkeit auf Grundlage der verfugbaren Daten nicht abschatzbar)

Panzytopenie, akute Leukamie, lymphomahnliche Gelegentlich Reaktion

Erkrankungen des Immunsystems

Reaktionen Gelegentlich


Systemorganklasse

Nebenwirkung

Haufigkeit

Infektionen und parasitare Erkrankungen

Sepsis, bakterielle Infektionen, virale Infektionen, Mykosen

Gelegentlich

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Thrombozytopenie, Leukozytopenie

Haufig

Anaphylaktische


oder allergische (z. B. anaphylaktischer Schock)

Stoffwechsel- und Ernahrungsstorungen


Hypokaliamie (kann Rhabdomyolyse verursachen)


Sehr haufig


Hyperbilirubinamie, Hypokaliamie, Azidose, Elektrolytstorung inkl. Hyperkaliamie und Hypomagnesiamie

Haufig

Anorexie, Hypoglykamie, Kachexie

Gelegentlich

Psychiatrische Erkrankungen

Verwirrtheit, abnormes Denkvermogen, Apathie, Depression, Nervositat, Erregung, Halluzinationen

Gelegentlich

Erkrankungen des Nervensystems

Kopfschmerzen, Tremor

Haufig

Krampfe, Neuropathie, epileptischer Anfall („Grand Mal“), Schwindel, Koma, Enzephalo-pathie, Enzephalitis, Stupor, Myoklonie, periphere Neuritis, Parasthesie, Schlafrigkeit, Sprach-storungen, Zerebralischamie, Hirnodem, zerebrale Hamorrhagie, intrakranielle Hamorrhagie, intrakranielle Hypertonie, Hydrocephalus

Gelegentlich

Augenerkrankungen

Retinale Hamorrhagie, Sehstorungen

Gelegentlich

Herzerkrankungen

Tachykardie, Arrhythmien (z. B. supraventrikulare Tachykardie, Kammerflimmern)

Haufig

Herzstillstand, Herzinsuffizienz, Kardiomyopathie, Bradykardie, Myokardinfarkt, Myokardischamie, Palpitationen, Zyanose

Gelegentlich

GefaBerkrankungen

Hypertonie, Hypotonie

Haufig

Schock, arterielle Thrombose, Vasodilatation, peripher-vaskulare Storungen, Blasse, Hamorrhagie

Gelegentlich

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Dyspnoe, Asthma, respiratorische Storungen, Hyperventilation

Haufig

Hypoxie, Lungenodem, Emphysem, Hypoventilation, Atemnotsyndrom des Neugeborenen, Apnoe, pulmonale Hamorrhagie, Pneumonie, interstitielle Pneumonie, respiratorische Insuffizienz

Gelegentlich

Bronchospasmus

Nicht bekannt

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Ubelkeit, Erbrechen, Diarrhoe, Bauchschmerzen

Haufig

Pankreatitis, gastrointestinale Hamorrhagie, Dyspepsie, Intestinalstenose, Peritonitis, ulzerative Stomatitis, Hypersalivation

Gelegentlich

Leber- und Gallenerkrankungen

Abnorme Leberfunktionstests

Haufig

Hepatitis, Ikterus, cholestatischer Ikterus, veno-okklusive Lebererkrankung

Gelegentlich

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Ausschlag

Haufig

Makulopapuloser Ausschlag, vesikulobuloser Ausschlag, Urtikaria, toxische epidermale

Gelegentlich

Nekrolyse, Granulom, Hautverfarbung, Schwitzen, Pruritus

Dermatitis exfoliativa

Nicht bekannt

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Myalgie, Trismus, Osteomyelitis, Tetanie

Gelegentlich

Nicht bekannt

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Niereninsuffizienz inkl. Nierenversagen, abnorme Nierenfunktion

Haufig

Oligurie, Anurie, toxische Nephropathie, hamorrhagische Zystitis, Harninkontinenz

Gelegentlich

Hyposthenurie, renale tubulare Azidose

Nicht bekannt

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Schuttelfrost, Fieber

Sehr haufig

Reaktionen am Injektionsort, Schmerzen, Brustschmerzen, Hypothermie

Gelegentlich

Untersuchungen

Erhohtes Serumkreatinin

Sehr haufig

Erhohte alkalische Phosphatase im Serum, erhohter Serumharnstoff/Azotamie, erhohte Serumtransaminasen

Haufig


Infusionsbedingte Uberempfindlichkeitsreaktionen wurden assoziiert mit Bauchschmerzen, Ubelkeit, Erbrechen, Myalgie, Pruritus, makulopapulosem Ausschlag, Fieber, Hypotonie, Schock, Bronchospasmus und respiratorischer Insuffizienz (siehe Abschnitt 4.4).

Uber renale tubluare Azidose inkl. Hyposthenurie und Elektrolytstorungen wie Hyperkaliamie und Hypomagnesiamie wurde berichtet.

Wahrend der Behandlung mit Abelcet traten keine signifikanten Ánderungen der hamatologischen Parameter auf. Die Moglichkeit einer Hamolyse muss aber in Erwagung gezogen werden, da auch Hamolyse bei Patienten beobachtet wurde, die mit konventionellem Amphotericin B behandelt wurden.

Bei Abelcet und anderen Arzneimitteln mit Amphotericin B wurden abnormale Leberfunktionstests in Zusammenhang mit anderen Faktoren wie Infektionen, Hyperalimentation, gleichzeitiger Gabe von hepatotoxischen Arzneimitteln und Graft-versus-host Disease beobachtet.

Die Nebenwirkungen, die bei Kindern auftraten, waren ahnlich denen, die bei Erwachsenen beobachtet wurden.

In einer randomisierten, kontrollierten Studie mit Patienten > 65 Jahre ahnelte das Nebenwirkungs-profil dem von Erwachsenen < 65 Jahre. Wichtige Ausnahmen waren: Erhohung des Serumkreatinins und Dyspnoe, welche bei Patienten > 65 Jahre, die mit Abelcet oder konventionellem Amphotericin B behandelt wurden, haufiger auftraten.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grober Wichtigkeit. Sie ermoglicht eine kontinuierliche Uberwachung des Nutzen-Risiko-Verhaltnisses des Arzneimittels. Angehorige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9


Uberdosierung

Bisher sind keine Falle von Intoxikationen infolge von Uberdosierung von Abelcet aufgetreten. Abelcet wurde bis zu 28 Monate verabreicht. Es wurden kumulative Dosen von bis zu 73,6 g gegeben, ohne dass signifikante Nebenwirkungen auftraten. Einmal erhielt ein Kind eine einmalige Gabe von

13,1 mg/kg KG, ohne dass Nebenwirkungen beobachtet wurden.

In klinischen Studien wurden Dosierungen bis zu 10 mg/kg/Tag verabreicht.

Die bei einer Uberdosierung aufgetretenen Nebenwirkungen entsprachen denen, die in klinischen Studien mit der Standarddosierung auftraten (siehe Abschnitt 4.8). Zusatzlich traten bei einem Kind, das eine Dosis von 25 mg/kg erhielt, Krampfe und Bradykardie auf.

Amphotericin B ist praktisch nicht hamo- oder peritonealdialysierbar. Bei einer Uberdosierung soll die Therapie abgesetzt und der Status des Patienten (im Speziellen die kardiopulmonalen, renalen und hepatischen Funktionen, sowie das Blutbild und die Serumelektrolyte) uberwacht und unterstutzende MaBnahmen ergriffen werden.

Vor einer Wiederaufnahme der Therapie muss der Zustand des Patienten stabilisiert sein (insbesondere durch Korrektur von Elektrolytstorungen). Im Fall einer Uberdosierung sollte jedoch in jedem Fall der Arzt uber die weitere Behandlung entscheiden.

Es ist kein spezifisches Antidot fur Amphothericin B bekannt.

5.    Pharmakologische Eigenschaften

Abelcet enthalt das antimykotisch wirkende Amphotericin B in einem Komplex mit zwei Phospholipiden. Amphotericin B ist ein makrozyklisches, antimykotisches Breitband-Polyenantibiotikum, das von Streptomyces nodosum produziert wird. Die lipophilen Bestandteile von Amphotericin B ermoglichen es, dass sich Wirkstoffmolekule in einer bandartigen Struktur mit Phospholipiden in Form von Komplexen verbinden.

5.1    Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antimykotikum zur systemischen Anwendung ATC-Code: J02AA01

Wirkungsmechanismus

Amphotericin B-Lipidkomplex kann fungistatisch oder fungizid wirken, je nach Konzentration und Empfindlichkeit der Pilzspezies. Die Wirkung beruht wahrscheinlich auf einer Bindung an Ergosterole der Pilzzellmembran, die zu einer Schadigung der Membran fuhrt. Als Folge davon treten Zellbestandteile aus der Pilzzelle aus, bis schlieBlich der Zelltod eintritt. Obwohl zu Pilzsterolen eine hohere Affinitat besteht als zu Cholesterol in menschlichen Zellen, kann eine Bindung an Sterole in menschlichen Zellmembranen toxische Wirkungen hervorrufen.

In vitro ist Amphotericin B-Lipidkomplex gegen viele pathogene Pilze wirksam, einschlieBlich

Candida spp., Cryptococcus neoformans, Aspergillus spp., Mucor spp., Sporothrix schenkii, Blastomyces dermatitidis, Coccidioides immitis und Histoplasma capsulatum. Die meisten Stamme werden durch Konzentrationen von 0,03 - 1 pg/ml gehemmt.

Amphotericin B ist gegen Bakterien und Viren wenig bis gar nicht wirksam.

Die In-vitro-Aktivitat von Abelcet gegen pathogene Pilze ist mit der von Amphotericin B vergleichbar. Dennoch sind Ruckschlusse von der Wirkung in vitro auf die Wirkung im infizierten Wirt nicht vorhersehbar.

5.2    Pharmakokinetische Eigenschaften

Amphotericin B-Lipidkomplex hat andere pharmakokinetische Eigenschaften als konventionelles Amphotericin B.

Pharmakokinetische Studien an Tieren haben gezeigt, dass nach Verabreichung von Abelcet die Amphotericin B-Konzentrationen in Leber, Milz und Lunge am hochsten sind. Das Amphotericin B in Abelcet verteilt sich rasch in die Gewebe. Das Verhaltnis der Konzentrationen zwischen Blut und Gewebe erhoht sich mit steigenden Dosen disproportional, was auf eine verzogerte Elimination des Wirkstoffs aus dem Gewebe hinweist. Die hochsten Wirkstoffkonzentrationen im Blut waren nach Abelcet niedriger als nach aquivalenten Dosen von konventionellem Amphotericin B.

Die Verabreichung von konventionellem Amphotericin B ergab wesentlich geringere Gewebe-konzentrationen als die Gabe von Abelcet. Allerdings bewirkte bei Hunden konventionelles Amphotericin B zwanzigmal hohere Konzentrationen in der Niere als Abelcet in vergleichbaren Dosen.

Die Pharmakokinetik von Abelcet im Blut wurde bei Patienten mit mukokutaner Leishmaniasis bestimmt. Im Durchschnitt sind die pharmakokinetischen Parameter bei 5 mg/kg KG/Tag wie folgt:

Maximale Konzentration im Blut Cmax

(pg/ml)

1,7

AUC0-24

(pg*h/ml)

9,5

Clearance CL

(ml/h*kg KG)

211,0

Verteilungsvolumen Vd

(l/kg KG)

42,8

Eliminationshalbwertszeit T./2

(h)

173,4

Die schnelle Clearance und das groBe Verteilungsvolumen von Abelcet haben im Vergleich zu konventionellem Amphotericin B eine relativ geringe AUC zur Folge und stehen in Einklang mit den praklinischen Daten, die zeigen, dass die Gewebekonzentrationen hoch sind. Die Pharmakokinetik von Abelcet ist erst nach Erreichen des Steady State, d. h. nach ca. einem Monat, linear; die AUC erhoht sich vor Erreichen des Steady States unterproportional zur Dosis.

Einzelheiten zur Verteilung im Gewebe und zur Metabolisierung von Abelcet im Menschen sowie zum Mechanismus, der fur die verminderte Toxizitat verantwortlich zu sein scheint, sind nicht bekannt.

nde Daten wurden im Rahmen einer Autopsie eines Herztransplantationspatienten erhoben, vor seinem Tod drei Tage lang Abelcet in einer Dosis von 5,3 mg/kg KG erhalten hatte:

Organ Abelcet Gewebekonzentration (Amphotericin B)

Milz

Konzentration (mg/kg Gewebe) 290,0

Lunge

222,0

Leber

196,0

Niere

6,9

Lymphknoten

7,6

Herz

5,0

Gehirn

1,6

5.3 Praklinische Daten zur Sicherheit

Studien zur akuten Toxizitat bei Nagern zeigten, dass Abelcet zehn- bis zwanzigmal weniger toxisch ist als konventionelles Amphotericin B. Toxizitatsstudien nach mehrmaliger Verabreichung uber zwei bis vier Wochen an Hunden zeigten, dass Abelcet auf mg/kg KG-Basis acht- bis zehnmal weniger nephrotoxisch ist als konventionelles Amphotericin B. Diese verminderte Nephrotoxizitat ist wahrscheinlich eine Folge der geringeren Wirkstoffkonzentration in der Niere.

Von konventionellem Amphotericin B sind keine Berichte zu wirkstoffbedingter Karzinogenitat, Mutagenitat, Teratogenitat oder Beeintrachtigung der Fertilitat bekannt geworden. Mutagenitatsstudien mit Abelcet (in-vivo-Maus-Mikronukleus Test, in vitro bakterieller und Lymphoma-Mutation Test und in vivo zytogenetischer Test) haben gezeigt, dass Abelcet nicht mutagen ist. An Mausen und Ratten wurde auch gezeigt, dass Abelcet nicht teratogen ist.

Phospholipide sind essenzielle Bestandteile menschlicher Zellmembranen. Mit der ublichen Nahrung nimmt der Mensch taglich mehrere Gramm an Phospholipiden auf. Es gibt keinerlei Hinweise, dass Phospholipide, einschlieBlich Colfosceriltetradecanoat und    1,2-Ditetradecanoyl-sn-

glycero(3)phospho(3)glycerol, karzinogen, mutagen oder teratogen wirken konnen.

6.    Pharmazeutische Angaben

6.1    Liste der sonstigen Bestandteile

1    ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionssuspension enthalt

3.4    mg Colfosceriltetradecanoat

1.5    mg 1,2-Ditetradecanoyl-sn-glycero(3)phospho(3)glycerol (Ammonium- und Natriumsalze) (im Verhaltnis 85:15)

Natriumchlorid

Wasser fur Injektionszwecke

6.2    Inkompatibilitaten

Abelcet darf, auBer mit den unter 6.6 aufgefuhrten, nicht mit anderen Arzneimitteln oder Elektrolyten gemischt oder zusammen mit diesen infundiert werden, da keine Daten zur Kompatibilitat von Abelcet mit anderen intravenos zu applizierenden Substanzen, sonstigen Bestandteilen oder Arzneimitteln vorliegen.

6.3    Dauer der Haltbarkeit

2    Jahre.

Chemische und physikalische Stabilitat nach Verdunnung mit 5 %iger Glucoselosung wurde fur 21 Stunden bei 2 °C - 8 °C bzw. fur sechs Stunden bei Raumtemperatur (25 °C) gezeigt.

Abelcet enthalt keine Konservierungsstoffe. Aus mikrobiologischer Sicht sollte die verdunnte Abelcet Infusionssuspension deshalb sofort verwendet werden. Wird das verdunnte Produkt nicht sofort verwendet, liegen die Aufbewahrungszeiten und -bedingungen vor und bei Gebrauch in der Verantwortung des Anwenders.

Dieses Arzneimittel soll nach Ablauf des auf den Durchstechflaschen und dem Umkarton angegebenen Verfallsdatums nicht mehr angewendet werden.

6.4    Besondere VorsichtsmaBnahmen fur    die Aufbewahrung

Ungeoffnete Durchstechflaschen: Im Kuhlschrank lagern (2 °C - 8 °C).

Nicht einfrieren.

Die Durchstechflaschen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schutzen.

6.5    Art und Inhalt des Behaltnisses

20 ml Typ I Glas-Durchstechflaschen, gefullt mit einer sterilen, pyrogenfreien, gelben, undurchsichtigen Suspension, verschlossen mit einem Gummistopfen und einer Aluminiumkappe zum einmaligen Gebrauch.

Abelcet wird in Faltschachteln mit 10 Durchstechflaschen á 20 ml Konzentrat (entsprechend 100 mg Amphotericin B) und 10 Filternadeln zur Herstellung einer Infusionssuspension geliefert.

6.6 Besondere VorsichtsmaBnahmen fur die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Nicht verwendete Arzneimittel oder Abfallmaterial sind entsprechend den nationalen Anforderungen zu entsorgen.

Abelcet ist eine sterile, pyrogenfreie Suspension nur fur die intravenose Anwendung und muss vor dem Gebrauch verdunnt werden.

ASEPTISCHE BEDINGUNGEN MUSSEN BEI DER HANDHABUNG VON ABELCET GEWÁHRLEISTET SEIN, DA WEDER EIN BAKTERIOSTATISCH WIRKSAMER STOFF NOCH EIN KONSERVIERUNGSMITTEL ENTHALTEN SIND.

Herstellung der Suspension fur die Infusion

1.    Zunachst wird die gelbe, undurchsichtige Suspension auf Raumtemperatur (15 °C - 25 °C) gebracht. Dann muss die Suspension vorsichtig geschuttelt werden, bis auf dem Boden der Flasche kein gelbes Sediment mehr sichtbar ist.

2.    Dann wird die erforderliche Dosis Abelcet aus der entsprechenden Zahl von Durchstechflaschen auf eine oder mehrere 20 ml-Spritzen aufgezogen (Starke der Kanule: 17 -19 Gauge).

3.    Die Kanulen der einzelnen Spritzen werden durch die 5 Mikrometer Hochfluss-Filternadeln ersetzt, die mit jeder Durchstechflasche mitgeliefert werden.

4.    AbschlieBend wird die Filternadel der Spritze in einen Infusionsbeutel eingefuhrt, der 5 %ige Glucoselosung enthalt. Der Inhalt der Spritze wird entweder durch manuellen Druck oder mit einer Infusionspumpe in den Beutel entleert. Jede Filternadel sollte nur genutzt werden, um den Inhalt einer Durchstechflasche zu filtern. Fur jede weitere Durchstechflasche muss eine neue Filternadel benutzt werden. Die Endkonzentration der Infusion sollte 1 mg/ml betragen. Bei Kindern und Patienten mit Herz-Kreislauferkrankungen kann das Praparat mit 5 %iger Glucoselosung nur bis zu einer Endkonzentration von 2 mg/ml verdunnt werden.

Wenn nach Verdunnung mit 5 %iger Glucoselosung Fremdkorper sichtbar sind, ist die verdunnte Suspension zu verwerfen.

Alle Durchstechflaschen sind zum einmaligen Gebrauch bestimmt.

Restmengen sind zu verwerfen. Die Infusion wird am besten mittels Infusionspumpe durchgefuhrt.

Nicht mit NaCl-Losungen verdunnen oder mit anderen Arzneimitteln oder Elektrolyten mischen.

Bei bereits platzierter i.v.-Kanule muss diese vor der Infusion von Abelcet mit 5 %iger Glucoselosung gespult oder durch eine separate Kanule ersetzt werden.

7.    INHABER DER ZULASSUNG

TEVA GmbH Graf-Arco-Str. 3 89079 Ulm

8.    ZULASSUNGSNUMMER

Datum der Erteilung der Zulassung: 05. September 2005

Datum der letzten Verlangerung der Zulassung: 05. September 2013

10.    Stand der INFORMATION

September 2013

11.    Verkaufsabgrenzung

V erschreibungspflichtig

12/12

Abelcet 5 mg/ml