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Accupril 20mg



Gebrauchsinformation Accupril 20mg

PFIZER ((Logo))

Gebrauchsinformation: Information fur Anwender

Accupril® 20 mg

Filmtabletten

Wirkstoff: Quinaprilhydrochlorid

Lesen Sie bitte die gesamte Packungsbeilage sorgfaltig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthalt wichtige Informationen. Bewahren Sie diese Informationen zusammen mit dem Arzneimittel auf.

Ihr Arzt hat Ihnen ein wirksames Arzneimittel zur Behandlung von nicht organbedingtem Bluthochdruck und Herzleistungsschwache verschrieben. Den Nutzen von Accupril 20 mg schatzt Ihr Arzt fur Sie hoher ein als die moglichen Risiken, die mit seiner Anwendung einhergehen konnen.

-    Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht mochten sie diese spater nochmals lesen.

-    Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

-    Dieses Arzneimittel wurde Ihnen personlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

-    Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Die kursiv geschriebenen Informationen sind Zusatzinformationen fur Ihren Arzt. INHALTSVERZEICHNIS    Spalte

1.    Was ist Accupril 20 mg und wofur wird es angewendet?

2.    Was sollten Sie vor der Einnahme von Accupril 20 mg beachten?

2.1    Accupril 20 mg darf nicht eingenommen werden (Gegenanzeigen)

((Pikt. 202))

2.2    Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen ((Pikt. 400))

2.3    Einnahme von Accupril 20 mg zusammen mit anderen Arzneimitteln (Wechselwirkungen) ((Pikt. 103))

2.4    Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungsfahigkeit ((Pikt. 005))

2.5    Verkehrstuchtigkeit und Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen ((Pikt. 006))

3.    Wie ist Accupril 20 mg einzunehmen?    (Dosierung)

4.    Welche Nebenwirkungen sind moglich?

5.    Wie ist Accupril 20 mg aufzubewahren?

6.    Inhalt der Packung und weitere Informationen zum Produkt

7.    Adressen

1. Was ist Accupril 20 mg und wofur wird es angewendet?


Accupril 20 mg ist ein Arzneimittel aus der Gruppe der sogenannten ACE (Angiotensin-Converting-Enzyme)-Hemmer und wird zur Senkung des Bluthochdrucks und zur Behandlung der Herzleistungsschwache angewendet.

Accupril 20 mg wird angewendet bei

nicht organbedingtem Bluthochdruck (essenzieller Hypertonie), Herzleistungsschwache (Herzinsuffizienz) - zusatzlich zu harntreibenden Medikamenten (Diuretika) und insbesondere bei schwerer Herzinsuffizienz auch zu Digitalis.

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Accupril 20 mg beachten?


2.1 Accupril 20 mg darf nicht eingenommen werden (Gegenanzeigen) ((Pikt. 202))

-    wenn Sie uberempfindlich (allergisch) gegen den Wirkstoff Quinaprilhydrochlorid oder einen der in Abschnitt 6 genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind,

-    wenn Sie zu Gewebeschwellung neigen (angioneurotisches Ódem oder sonstiges Angioodem, auch infolge einer fruheren ACE-Hemmer-Therapie),

-    wenn Sie eine Nierenarterienverengung haben (beidseitig bzw. einseitig bei Einzelniere),

-    wenn bei Ihnen eine Nierentransplantation durchgefuhrt wurde,

-    wenn Sie Veranderungen an der linken Herzkammer (Aorten- oder Mitralklappenstenose) bzw. andere Ausflussbehinderungen der linken Herzkammer haben (z. B. hypertrophe Kardiomyopathie),

-    wenn bei Ihnen durch eine Uberfunktion der Nebenniere das Hormon Aldosteron im Blut erhoht ist (primarer Hyperaldosteronismus),

-    wenn Sie Diabetes mellitus oder eine eingeschrankte Nierenfunktion haben und mit einem blutdrucksenkenden Arzneimittel, das Aliskiren enthalt, behandelt werden

-    wenn Sie schwanger sind (vorheriger Ausschluss sowie Verhutung des Eintritts einer Schwangerschaft),

-    wenn Sie stillen (abstillen!).

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn einer der oben aufgefuhrten Punkte auf Sie zutrifft, da Sie dann Accupril 20 mg nicht einnehmen durfen.

Hinweis fur Dialysepatienten

Wahrend der Behandlung mit Accupril 20 mg darf keine Blutwasche (Dialyse oder Hamofiltration) mit speziellen Membranen (Poly[acrylonitril,natrium-2-methylallylsulfonat]-high-flux-Membranen, z. B. „AN 69") erfolgen, da im Rahmen einer Dialysebehandlung oder Hamofiltration die Gefahr besteht, dass Uberempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktoide Reaktionen) bis hin zum lebensbedrohlichen Schock auftreten konnen.

Im Falle einer notfallma&igen Dialyse oder Hamofiltration muss deshalb vorher auf ein anderes Arzneimittel gegen Bluthochdruck (Hypertonie) bzw. Herzleistungsschwache (Herzinsuffizienz), das kein ACE-Hemmer sein darf, umgestellt oder eine andere Dialysemembran verwendet werden.

Teilen Sie Ihren behandelnden Árzten mit, dass Sie mit Accupril 20 mg behandelt werden bzw. Dialyse benotigen, damit die Árzte dies bei der Behandlung berucksichtigen konnen.

Patienten mit einer LDL-Apherese-Behandlung

Wahrend einer LDL (low-density lipoprotein)-Apherese (bei schwerer Hypercholesterinamie) mit Dextransulfat konnen unter der Anwendung eines ACE-Hemmers lebensbedrohliche Uberempfindlichkeitsreaktionen auftreten.

Hinweis fur Patienten mit einer Hyposensibilisierungstherapie (gegen Insektengift)

Wahrend einer Behandlung zur Schwachung bzw. Aufhebung der allergischen Reaktionsbereitschaft (Hyposensibilisierungstherapie) gegen Insektengifte (z. B. Bienen-, Wespenstich) und gleichzeitiger Anwendung eines ACE-Hemmers konnen z. T.

lebensbedrohliche Uberempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Blutdruckabfall, Atemnot, Erbrechen, allergische Hautreaktionen) auftreten.

Falls eine LDL-Apherese bzw. Hyposensibilisierungstherapie gegen Insektengifte notwendig ist, ist das Praparat vorubergehend durch andere Arzneimittel zur Senkung des Bluthochdrucks und zur Behandlung der Herzleistungsschwache zu ersetzen (siehe folgender Abschnitt).

2.2 Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen    ((Pikt. 400))

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Accupril 20 mg einnehmen.

Wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel zur Behandlung von hohem Blutdruck einnehmen:

-    einen Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten (diese werden auch als Sartane bezeichnet - z. B. Valsartan, Telmisartan, Irbesartan), insbesondere wenn Sie Nierenprobleme aufgrund von Diabetes mellitus haben.

-    Aliskiren.

Ihr Arzt wird gegebenenfalls Ihre Nierenfunktion, Ihren Blutdruck und die Elektrolytwerte (z. B. Kalium) in Ihrem Blut in regelmáBigen Abstánden uberprufen.

Siehe auch Abschnitt „Accupril 20 mg darf nicht eingenommen werden".

Da keine ausreichenden Therapieerfahrungen vorliegen, darf Accupril 20 mg nicht angewendet werden bei:

-    sehr schweren Nierenfunktionsstorungen    (Kreatinin-Clearance weniger als

10 ml/min),

-    Dialysepatienten

-    primárer Lebererkrankung oder    Leberfunktionsstorungen

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie vermuten, schwanger zu sein (oder schwanger werden konnten).

Kinder und Jugendliche

Aus klinischen Studien liegen derzeit nur begrenzte Erfahrungen vor, sodass keine Dosierungsempfehlungen gemacht werden konnen.

Vor Anwendung von Accupril 20 mg muss die Nierenfunktion uberpruft worden sein.

Insbesondere zu Therapiebeginn und bei Risikopatienten sollte Accupril 20 mg nur unter intensiver Uberwachung von Blutdruck und/ oder bestimmten Laborwerten angewendet werden.

Serumelektrolyte, Serumkreatinin und Blutzucker sowie Blutbild sind engmaschig zu kontrollieren.

Accupril 20 mg darf nur nach sehr kritischer Nutzen-Risiko-Abwagung unter regelma&iger Kontrolle von bestimmten klinischen Befunden und Laborwerten angewendet werden bei:

-    schweren Nierenfunktionsstorungen (Kreatinin-Clearance zwischen 10 und 30 ml/min)

-    vermehrter Eiwei&ausscheidung im Urin (> 1 g/Tag)

-    schweren Elektrolytstorungen

-    gestorter Immunreaktion oder Kollagenosen (z. B. Lupus erythematodes, Sklerodermie)

-    gleichzeitiger Therapie mit Arzneimittein, die die Abwehrreaktionen unterdrucken (z. B. Kortikoide, Zytostatika, Antimetaboliten), Allopurinol, Procainamid, Lithium, Digitalisglykosiden oder Laxanzien

-    Patienten mit Salz- und/ oder Flussigkeitsmangel

-    Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion

-    Patienten mit Bluthochdruck

-    Patienten > 65 Jahre (bei Patienten > 65 Jahre sollte die Nierenfunktion uberpruft und gegebenenfalls die Dosis reduziert werden)

-    Patienten mit Herzleistungsschwache (kardiogener Schock)

Bei Patienten mit oder ohne Allergie oder Bronchialasthma in der Krankengeschichte konnen Uberempfindlichkeitsreaktionen auftreten, wie z. B. Hautblutungen (Purpura), Lichtempfindlichkeit, Nesselfieber (Urtikaria), BlutgefaRentzundung (nekrotisierende Angiitis), Atemnot einschlieRlich Lungenentzundung (Pneumonitis) und Lungenodem, anaphylaktische Reaktionen.

Accupril 20 mg nicht zusammen mit Poly(acrylonitril,natrium-2-methylallylsulfonat)-high-flux-Membranen (z. B. „AN 69“), wahrend einer LDL-Apherese mit Dextransulfat oder wahrend einer Hyposensibilisierungsbehandlung gegen Insektengifte anwenden (siehe auch „Accupril 20 mg darf nicht eingenommen werden“).

Patienten, die zu therapeutischen Zwecken gleichzeitig einen mTOR-Hemmer (z. B. Temsirolimus) oder DPP-4-Hemmer (z. B. Vildagliptin) erhalten, haben moglicherweise ein erhohtes Risiko fur angioneurotische Odeme. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn bei Patienten, die schon einen ACE-Hemmer erhalten, eine Therapie mit einem mTOR-Hemmer oder DPP-4-Hemmer begonnen wird.

Bei Patienten mit Herzschwache kann wahrend der Behandlung der Blutdruck massiv abfallen. Bei diesen Patienten kann die Therapie mit Quinapril zudem eine verminderte Urinausscheidung, einen erhohten Gehalt an harnpflichtigen Substanzen im Blut, Nierenversagen und/oder den Tod zur Folge haben. Darum mussen diese Patienten sehr engmaschig vom behandelnden Arzt uberwacht werden.

2.3 Einnahme von Accupril 20 mg zusammen mit anderen Arzneimittein

(Wechselwirkungen) ((Pikt. 103))

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden, kurzlich andere Arzneimittel angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel anzuwenden, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Bei der Verwendung von Accupril 20 mg sind Wechselwirkungen mit folgenden Wirkstoffen anderer Arzneimittel moglich (die Wirkstoffbezeichnungen finden Sie auf der Packung und der Packungsbeilage Ihrer Medikamente).

Die Wirkung von Accupril 20 mg wird verstarkt durch:

-    andere blutdrucksenkende Arzneimittel, insbesondere durch harntreibende Arzneimittel (Diuretika),

-    Schlafmittel, Betaubungsmittel (Information des Narkosearztes bezuglich der Accupril 20 mg-Therapie!). Weiterhin kann es vermehrt zu Schwindelgefuhlen beim Aufstehen vom Sitzen oder Liegen kommen.

-    Neuroleptika (bei Psychosen), Imipramin (bei Depression).

Die Wirkung von Accupril 20 mg wird abgeschwacht durch:

-    Arzneimittel gegen Schmerzen und Entzundungen (z. B. Acetylsalicylsaure, Indometacin, NSAR einschlie&lich COX-2-Hemmer); NSAR konnen zusammen mit

Accupril 20 mg verstárkt die Nierenfunktion beeintráchtigen und eine additive Zunahme der Serumkaliumkonzentration bewirken.

Kalium, kaliumsparende harntreibende Arzneimittel (z. B. Spironolacton, Amilorid, Triamteren): verstárkte Zunahme der Serumkaliumkonzentration

Lithium (bei Depression): Erhohung der Serumlithiumkonzentration (regelmáBige Kontrolle), somit Verstárkung der herz- und nervenschádigenden Wirkung von Lithium

Allopurinol (bei erhohtem Harnsáurespiegel im Blut): Abnahme der weiBen Blutzellen (Leukopenie)

Arzneimittel, die die Abwehrreaktion unterdrucken (Zytostatika, Immunsuppressiva, systemische Kortikoide): Abnahme der weiBen Blutzellen (Leukopenie)

Procainamid (bei Herzrhythmusstorungen): Abnahme der weiBen Blutzellen (Leukopenie)

Blutzuckersenkende Arzneimittel zum Einnehmen (z. B. Sulfonylharnstoffe/ Biguanide), Insulin: Verstárkung des blutzuckersenkenden Effekts durch Accupril 20 mg. Wáhrend des 1. Behandlungsmonats mit Accupril 20 mg sollten Sie daher Ihren Blutzuckerspiegel genau kontrollieren.

Tetracycline (Antibiotika) und andere Wirkstoffe, die mit Magnesium reagieren: verminderte Aufnahme in den Korper

Goldhaltige Arzneimittel (z. B. bei Rheuma): Hier sind z. B. Erweiterungen der BlutgefáBe (nitroide Reaktionen) moglich.

Bestimmte Schlaf- oder Beruhigungsmittel (Barbiturate): Es kann vermehrt zu Schwindelgefuhlen beim Aufstehen vom Sitzen oder Liegen kommen.

Arzneimittel gegen Ubersáuerung des Magens (Antazida): verminderte Aufnahme von Quinapril in den Korper

mTOR-Hemmer (z. B. Temsirolimus) oder DPP-4-Hemmer (z. B. Vildagliptin): eventuell erhohtes Risiko fur angioneurotische Odeme. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Sie schon einen ACE-Hemmer (z. B. Accupril 20 mg) erhalten und eine Therapie mit einem mTOR-Hemmer oder DPP-4-Hemmer begonnen wird.

Ihr Arzt muss unter Umstánden Ihre Dosierung anpassen und/ oder sonstige VorsichtsmaBnahmen treffen:

wenn Sie einen Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren einnehmen (siehe auch Abschnitte „Accupril 20 mg darf nicht eingenommen werden" und „Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen").

Einnahme von Accupril 20 mg zusammen mit Nahrungsmitteln, Getranken und Alkohol

-    Kochsalz kann die blutdrucksenkende Wirkung von Accupril 20 mg verringern. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob eine kochsalzarme Kost fur Sie notwendig ist.

-    Meiden Sie Alkohol, da Accupril 20 mg die Wirkung von Alkohol verstárkt und es vermehrt zu Schwindelgefuhlen beim Aufstehen vom Sitzen oder Liegen kommen kann.

2.4 Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungsfahigkeit ((Pikt. 005))

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein, oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie vermuten, schwanger zu sein (oder schwanger werden konnten). Ihr Arzt wird Ihnen empfehlen, Accupril 20 mg vor einer Schwangerschaft bzw. sobald Sie wissen, dass Sie schwanger sind, abzusetzen, und er wird Ihnen ein anderes Arzneimittel empfehlen, denn die Einnahme von Accupril 20 mg kann zu schweren Schadigungen Ihres ungeborenen Kindes fuhren.

Stillzeit

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie stillen oder mit dem Stillen beginnen wollen. Das Stillen von Neugeborenen (in den ersten Wochen nach der Geburt) und besonders von Fruhgeburten wird nicht empfohlen, wenn Sie Accupril 20 mg einnehmen.

2.5 Verkehrstuchtigkeit und Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen ((Pikt. 006))

Die Fahigkeit zur aktiven Teilnahme am StraBenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen kann beeintrachtigt werden. Dies gilt in verstarktem MaBe bei Behandlungsbeginn, Dosiserhohung und beim Wechsel des Arzneimittels sowie im Zusammenwirken mit Alkohol.

Accupril 20 mg enthalt Milchzucker (Lactose).

Bitte nehmen Sie Accupril 20 mg daher erst nach Rucksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie an einer Zuckerunvertraglichkeit leiden.

3. Wie ist Accupril 20 mg richtig einzunehmen? (Dosierung)


Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Wie Sie Accupril 20 mg richtig einnehmen

Die Einnahme von Accupril 20 mg kann unabhangig von den Mahlzeiten erfolgen, die Tagesdosis kann auf einmal eingenommen oder auf zwei Einzelgaben verteilt werden. Nehmen Sie die Tabletten bitte mit ausreichend Flussigkeit, z. B. einem groBen Glas Wasser, ein.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die ubliche Dosis:

Anfangsdosis

Erhaltungsdosis

Maximaldosis

Nicht

organbedingter

Bluthochdruck

(essenzielle

Hypertonie)

10 mg Quinapril pro Tag (entsprechend % Filmtablette Accupril 20 mg). Wird mit dieser Dosis keine

Blutdrucknormalisierung erreicht, kann die Dosis auf 20 mg pro Tag (entsprechend 1 Filmtablette Accupril 20 mg) erhoht werden.

Eine Dosiserhohung sollte erst nach 3 Wochen erfolgen. Die

Die Erhaltungsdosis betragt in der Regel 10 mg pro Tag (entsprechend % Filmtablette Accupril 20 mg).

Die Maximaldosis von zweimal 20 mg (entsprechend jeweils 1 Filmtablette Accupril 20 mg morgens und abends) sollte nicht uberschritten werden.

Tagesdosis kann auf einmal eingenommen werden oder auf 2 Einzelgaben verteilt werden (morgens und abends).

Herzleistungs

schwache

(Herzinsuffizienz)

Accupril kann als Zusatzmedikation zu einer bestehenden Therapie mit harntreibenden Arzneimitteln (Diuretika) und Digitalis gegeben werden. Die Anfangsdosis betragt 2,5 mg Quinapril morgens und abends (entsprechend je % Filmtablette Accupril 5 mg; dafur steht Ihnen Accupril 5 mg zur Verfugung).

Eine Erhohung der Dosis darf nur schrittweise in Abhangigkeit vom individuellen Ansprechen des Patienten auf die Therapie erfolgen.

Die Erhaltungsdosis ist in der Regel 10 bis 20 mg pro Tag (entsprechend % bis 1 Filmtablette Accupril 20 mg).

Die Maximaldosis von zweimal 20 mg pro Tag (entsprechend zweimal 1 Filmtablette Accupril 20 mg) sollte nicht uberschritten werden.

Dosierung bei ma&ig

eingeschrankter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance 30 bis 60 ml/min) und bei Patienten uber 65 Jahre

Die Anfangsdosis betragt 5 mg Quinapril (entsprechend 1 Filmtablette Accupril 5 mg).

Die Erhaltungsdosis betragt in der Regel 5 bis 10 mg Quinapril pro Tag (entsprechend 1 bis 2 Filmtabletten Accupril 5 mg).

Die Maximaldosis von 20 mg Quinapril pro Tag (entsprechend 1 Filmtablette Accupril 20 mg) sollte nicht uberschritten werden.

Dosierung bei stark

eingeschrankter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance 10 bis 30 ml/min)

Die Anfangsdosis betragt 2,5 mg Quinapril (entsprechend % Filmtablette Accupril 5 mg).

Die Erhaltungsdosis betragt in der Regel ebenfalls 2,5 mg Quinapril pro Tag (entsprechend % Filmtablette Accupril 5 mg).

Die maximale tagliche Dosis betragt 5 mg Quinapril (entsprechend 1 Filmtablette Accupril 5 mg). Der Abstand zwischen 2 Einnahmen sollte mindestens 24 Stunden betragen.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Hinweis:

Insbesondere bei Patienten mit Salz- und/oder Flussigkeitsmangel (z. B. bei Erbrechen, Durchfall, Diuretikatherapie), Herzleistungsschwache, akutem Herzinfarkt, instabiler Angina pectoris, ischamischer Herzerkrankung (eine besondere Art der Herzerkrankung), Erkrankungen der GefaRe des zentralen Nervensystems (cerebrovaskulare Erkrankungen) oder schwerem Bluthochdruck kann es zu Beginn der Accupril-20 mg-Therapie zu einem ubermaRigen Blutdruckabfall kommen. Falls moglich, sollten Salz- und/ oder Flussigkeitsmangel vor Beginn der Accupril-20 mg-Therapie ausgeglichen bzw. eine bestehende Therapie mit harntreibenden Arzneimitteln (Diuretika) reduziert oder ggf. abgesetzt werden. Bei diesen Patienten ist die Therapie mit der geringsten Einzeldosis von

2,5 mg Quinaprilhydrochlorid morgens (entsprechend Yz Filmtablette Accupril 5 mg) zu

beginnen. Fur diese Falle steht Ihnen Accupril 5 mg zur Verfugung. Nach Gabe der 1. Dosis, aber auch bei Erhohung der Dosis von Quinapril und/ oder Schleifendiuretika sind diese Patienten mindestens 6 Stunden arztlich zu uberwachen, um eine unkontrolliert auftretende ubermafcige Blutdrucksenkung zu vermeiden. Bei Patienten mit schwerwiegender Verlaufsform des Bluthochdrucks (maligne Hypertonie) oder bei gleichzeitigem Vorliegen einer schweren Herzleistungsschwache soll die Einstellung der Accupril-20 mg-Therapie im Krankenhaus erfolgen.

Wie lange Sie Accupril 20 mg einnehmen sollen

Eine bestimmte zeitliche Begrenzung ist nicht vorgesehen. Die Dauer der Anwendung hangt vom Verlauf Ihrer Erkrankung ab. Bitte sprechen Sie daruber mit Ihrem Arzt.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Accupril 20 mg zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine groBere Menge Accupril 20 mg eingenommen haben, als Sie sollten

Je nach AusmaB der Uberdosierung sind folgende Beschwerden moglich: zu starke Blutdrucksenkung, zu langsamer Herzschlag, Kreislaufschock, Storungen des Mineralhaushaltes und Nierenversagen.

Bei dringendem Verdacht auf eine Uberdosierung verstandigen Sie sofort einen Arzt, der gegebenenfalls NotfallmaBnahmen ergreifen kann.

Bei zu niedrigem Blutdruck sollten Kochsalzlosung und Flussigkeit gegeben werden. Bei Nichtansprechen sollten zusatzlich blutdruckerhohende Arzneimittel (Katecholamine oder Angiotensin II) intravenos gegeben werden. Bei zu langsamem Herzschlag sollte ein Schrittmacher gelegt werden. Die Nierenfunktion und der Mineralhaushalt sind engmschig zu uberwachen.

Wenn Sie die Einnahme von Accupril 20 mg vergessen haben

Nehmen Sie die versaumte Dosis nicht nachtraglich ein, sondern setzen Sie die Einnahme von Accupril 20 mg zum nachsten Einnahmetermin wie verordnet fort.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind moglich?


Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten mussen.

Bedeutsame Nebenwirkungen oder Zeichen, auf die Sie achten sollten, und MaBnahmen, wenn Sie betroffen sind

Wenn Sie von einer der nachfolgend genannten Nebenwirkungen betroffen sind, nehmen Sie Accupril 20 mg nicht weiter ein und suchen Sie Ihren Arzt moglichst umgehend auf.

Bei Verdacht auf eine schwerwiegende Hautreaktion muss sofort der behandelnde Arzt aufgesucht und ggf. die Therapie mit Accupril 20 mg abgebrochen werden. Hinweis: Es besteht eine erhohte Gefahr der Ausbildung einer Schwellung im Gesichtsbereich bei schwarzhautigen Patienten. Hautveranderungen konnen mit Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen (Myalgien, Arthralgien, Arthritis), GefaBentzundungen (Vaskulitiden), Entzundungen seroser Haute und bestimmten Laborwertveranderungen (Eosinophilie, Leukozytose und/ oder erhohte ANA-Titer, erhohte BSG) einhergehen.

In Einzelfallen verliefen durch ACE-Hemmer ausgeloste Schwellungen im Gesichtsbereich (angioneurotische Odeme) mit Beteiligung von Zunge, Rachen und/ oder Kehlkopf. Liegt eine derartige Verlaufsform vor, mussen sofort 0,3 bis 0,5 mg Epinephrin subkutan bzw.

0,1 mg Epinephrin (Verdunnungsanweisung beachten) langsam intravenos unter EKG- und Blutdruckkontrolle gegeben werden, im Anschluss daran Glukokortikoid-Gabe. Ferner wird die intravenose Gabe von Antihistaminika und H2-Rezeptor-Antagonisten empfohlen. Zusatzlich zur Epinephrin-Anwendung kann bei bekanntem C1-Inaktivator-Mangel die Gabe von C1-Inaktivator erwogen werden.

Bei Auftreten von Gelbsucht (Ikterus) oder bei einem deutlichen Anstieg der Leberenzyme ist die Therapie mit dem ACE-Hemmer abzubrechen.

Andere mogliche Nebenwirkungen

Bei den Haufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

sehr haufig: haufig: gelegentlich: selten: sehr selten: Nicht bekannt:


mehr als 1 Behandelter von 10 1 bis 10 Behandelte von 100 1 bis 10 Behandelte von 1000 1 bis 10 Behandelte von 10 000 weniger als 1 Behandelter von 10 000

Haufigkeit auf Grundlage der verfugbaren Daten nicht abschatzbar

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort haufig: Schmerzen im Brustkorb, Erschopfung, Schwachegefuhl gelegentlich: Fieber, Wasseransammlungen im Gewebe

Erkrankungen des Immunsystems

Haufigkeit nicht bekannt: Uberempfindlichkeitsreaktionen

Herzerkrankungen

gelegentlich: Angina pectoris, Herzklopfen, erhohte Herzschlagfolge, Wasseransammlungen im Gewebe, Herzinfarkt

sehr selten: Herzrhythmusstorungen, Schlaganfall GefaBerkrankungen

haufig: Insbesondere zu Beginn der Accupril 20 mg-Therapie sowie bei Patienten mit Salz-und/oder Flussigkeitsmangel (z. B. bei Erbrechen, Durchfall, Vorbehandlung mit harntreibenden Arzneimitteln), Herzleistungsschwache oder schwerem Bluthochdruck, aber auch bei Erhohung der Dosierung von Accupril 20 mg und/ oder Diuretika kann eine ubermaBige Blutdrucksenkung mit Beschwerden wie Schwindel, Schwachegefuhl, Sehstorungen, gelegentlich auch mit Bewusstseinsverlust auftreten. gelegentlich: Erweiterung von BlutgefaBen, kurzfristige Mangeldurchblutung des Gehirns Haufigkeit nicht bekannt: Schwindel beim Aufstehen vom Sitzen oder Liegen

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts (Magen-Darm-Systems)

haufig: Ubelkeit, Erbrechen, Durchfall, (Ober-)Bauchschmerzen, Sodbrennen, Entzundung des Rachenraumes, Verdauungsstorungen

gelegentlich: Mundtrockenheit, trockener Hals, Blahungen, Bauchspeicheldrusenentzundung (in einigen Fallen mit todlichem Ausgang), Verstopfung, Appetitlosigkeit selten: Geschmacksveranderungen, entzundliche Veranderung der Zungenschleimhaut sehr selten: Darmverschluss, Schwellungen im Darmkanal

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems gelegentlich: Veranderung der Blutplattchenzahl

Háufigkeit nicht bekannt: krankhafter Verringerung oder Veránderung der Blutzellenzahl (Neutropenie, hamolytische Anamie, Thrombozytopenie), vollstándiger Verlust bestimmter Blutzellen (Agranulozytose)

Psychiatrische Erkrankungen/Erkrankungen des Nervensystems

háufig: Kopfschmerzen, Benommenheit, Erschopfung, Schlaflosigkeit, Taubheits- und

Káltegefuhl an den GliedmaBen, Mudigkeit, Schwindel

gelegentlich: Depressionen, Nervositát, Schláfrigkeit, Schlafstorungen, Kribbeln, Gleichgewichtsstorungen, Verwirrtheit, vorubergehender Geschmacksverlust selten: Bewusstseinsverlust

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes háufig: allergische Hautreaktionen wie Hautausschlag

gelegentlich: Haarausfall, vermehrte SchweiBbildung, Blasensucht, Juckreiz, Hautausschlag,

Wasseransammlungen in den Lippen, Gesicht und/ oder den Extremitáten (sehr selten mit

Beteiligung von Kehlkopf, Rachen und/ oder Zunge), Nesselsucht, Lichtempfindlichkeit

selten: schwerwiegende Hautreaktionen (Erythema multiforme)

sehr selten: schwerwiegende Hautreaktionen (wie psoriasiforme Hautveránderungen),

Gesichtsrotung, Schwitzen, Nagelablosung, Zunahme der GefáBkrámpfe bei Raynaud-

Krankheit

Háufigkeit nicht bekannt: schwerwiegende Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom, exfoliative Dermatitis, epidermale Nekrolyse)

Erkrankungen der Nieren und Harnwege háufig: Nierenfunktionsstorungen

gelegentlich: Harnwegsinfektionen, vermehrte EiweiBausscheidung im Urin (teilweise mit gleichzeitiger Verschlechterung der Nierenfunktion) sehr selten: akutes Nierenversagen

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdruse gelegentlich: Impotenz selten: erektile Dysfunktion

Augenerkrankungen gelegentlich: Schwachsichtigkeit sehr selten: verschwommenes Sehen

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths gelegentlich: Ohrgeráusche (Tinnitus), Schwindel

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen háufig: Ruckenschmerzen, Muskelschmerzen

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums háufig: Husten, trockener Reizhusten, Atemnot, Schnupfen

gelegentlich: Nasennebenhohlenentzundung, obere Atemwegsinfektionen, Entzundung der Bronchien, Lungenentzundung selten: Durst

Háufigkeit nicht bekannt: krampfartige Verengung der Bronchien mit daraus folgender Atemnot

In Einzelfállen kam es bei Wasseransammlung im Gesichtsbereich zur Verlegung der Atemwege mit todlichem Ausgang.

Leber- und Gallenerkrankungen gelegentlich: Leberentzundung sehr selten: Gelbsucht durch Gallestau oder Leberfunktionsstorungen

Untersuchungen

háufig; bestimmte Blutbildveránderungen (Abfall von Hámoglobinkonzentration, Hámatokrit, Leukozytenzahl, Thrombozytenzahl sowie, insbesondere bei Patienten mit Nierenfunktionsstorungen, Anstieg der Serumkonzentrationen von Harnstoff oder Kreatinin [bei Begleittherapie mit Diuretika háufiger als unter Monotherapie mit Quinapril; háufig reversibel bei fortgesetzter Therapie], Kalium, Abfall der Natriumkonzentration im Serum) gelegentlich: bestimmte Blutbildveránderungen (Insbesondere bei Patienten mit eingeschránkter Nierenfunktion, Kollagenkrankheiten (Kollagenosen) oder gleichzeitiger Therapie mit Allopurinol, Procainamid oder bestimmten Arzneimitteln, die die Abwehrreaktionen unterdrucken, kann es zu Anámie, Eosinophilie, selten sogar zu Panzytopenie kommen.)

sehr selten: bestimmte Blutbildveránderungen (Hámolyse, Erhohung der Bilirubin- und Leberenzymkonzentrationen)

Háufigkeit nicht bekannt: bestimmte Blutbildveránderungen (hámolytische Anámie im Zusammenhang mit G-6-PDH-Mangel)

Bei Patienten mit Diabetes mellitus wurde ein Anstieg des Serum-Kaliums beobachtet. Im Urin kann eine vermehrte EiweiRausscheidung auftreten.

Stoffwechsel- und Ernáhrungsstorungen háufig: erhohte Kaliumkonzentrationen im Blut

Hinweise:

Die o. g. Laborwerte sollen vor und regelmáRig wáhrend der Behandlung mit Accupril 20 mg kontrolliert werden.

Sollten im Verlauf einer Accupril-20 mg-Therapie Symptome wie Fieber, Lymphknotenschwellungen und/ oder Halsentzundungen auftreten, muss vom behandelnden Arzt umgehend das weiRe Blutbild untersucht werden.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie konnen Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website: http://www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, konnen Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen uber die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfugung gestellt werden.

5. Wie ist Accupril 20 mg aufzubewahren?


Bewahren Sie dieses Arzneimittel fur Kinder unzugánglich auf.

Sie durfen dieses Arzneimittel nach dem auf der Verpackung nach „Verwendbar bis" angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Aufbewahrungsbedingungen

Nicht uber 25 °C aufbewahren.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen zum Produkt


Was Accupril 20 mg enthalt

Der Wirkstoff ist Quinaprilhydrochlorid. 1 Filmtablette enthalt 21,664 mg Quinaprilhydrochlorid (entsprechend 20 mg Quinapril).

Die sonstigen Bestandteile sind Candelillawachs, Crospovidon, Gelatine, Hyprolose, Lactose-Monohydrat, Macrogol 400, schweres basisches Magnesiumcarbonat, Magnesiumstearat (Ph.Eur.), Hypromellose, Titandioxid (E171), Eisen(III)-oxid (E172).

Wie Accupril 20 mg aussieht und Inhalt der Packung

Die Filmtabletten sind rotlich-braun, rund, beiderseits nach au&en gewolbt, haben auf einer Seite eine „20" eingepragt und besitzen eine Bruchrille.

Packung mit 30 Filmtabletten Packung mit 50 Filmtabletten Packung mit 100 Filmtabletten

7. Adressen


Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer

PFIZER PHARMA GmbH

Linkstr. 10

10785 Berlin

Tel.: 030 550055-51000

Fax: 030 550054-10000

Hersteller

Pfizer Manufacturing Deutschland GmbH Heinrich-Mack-Stra&e 35 89257 Illertissen Betriebsstatte Freiburg Mooswaldallee 1 79090 Freiburg

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt uberarbeitet im November 2014.

Weitere Starken

Accupril® 5 mg Accupril® 10 mg ((Anmerkung: Die Festlegung/ Benennung der Spalten erfolgt bei Drucklegung entsprechend den vom tatsachlichen Format der Gebrauchsinformation vorgegebenen Verhaltnissen!)) palde-4v17acp-ft-20

palde-4v17acp-ft-20 12 18.11.2014

Accupril 20mg

Fachinformation Accupril 20mg

PFIZER ((Logo))


Accupril®


Fachinformation

1. BEZEICHNUNG DER ARZNEIMITTEL

Accupril® 5 mg, Filmtabletten Accupril® 10 mg, Filmtabletten Accupril® 20 mg, Filmtabletten

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Wirkstoff: Quinaprilhydrochlorid Accupril 5 mg:

1 Filmtablette enthalt 5,416 mg Quinaprilhydrochlorid (entsprechend 5 mg Quinapril). Accupril 10 mg:

1 Filmtablette enthalt 10,832 mg Quinaprilhydrochlorid (entsprechend 10 mg Quinapril).

Accupril 20 mg:

1 Filmtablette enthalt 21,664 mg Quinaprilhydrochlorid (entsprechend 20 mg Quinapril).

Vollstandige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Filmtablette

Die Filmtabletten konnen in gleiche Dosen geteilt werden.

4.    KLINISCHE ANGABEN

4.1    Anwendungsgebiete

-    Essenzielle Hypertonie

-    Herzinsuffizienz - zusatzlich zu Diuretika und insbesondere bei schwerer Herzinsuffizienz auch zu Digitalis

4.2    Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Hinweis

Insbesondere bei Patienten mit Salz- und/oder Flussigkeitsmangel (z. B. Erbrechen, Durchfall, Diuretikatherapie), Herzinsuffizienz, akutem Myokardinfarkt, instabiler Angina pectoris oder schwerer Hypertonie kann es zu Beginn der Therapie mit Accupril zu ubermaBigem Blutdruckabfall kommen.

Falls moglich, sollten Salz- und/oder Flussigkeitsmangel vor Beginn der Accupril-Therapie ausgeglichen bzw. eine bestehende Diuretikatherapie reduziert oder ggf.

abgesetzt werden. Bei diesen Patienten ist die Therapie unter intensiver Blutdruckkontrolle mit der geringsten Einzeldosis von 2,5 mg Quinapril morgens zu beginnen.

Nach Gabe der ersten Dosis, aber auch bei Erhohung der Dosis von Quinapril und/oder Schleifendiuretika, sind diese Patienten mindestens 6 Stunden arztlich zu uberwachen, um eine unkontrolliert auftretende hypotone Reaktion zu vermeiden.

Bei Patienten mit maligner Hypertonie oder mit schwerer Herzinsuffizienz soll die Einstellung der Accupril-Therapie unter stationaren Bedingungen erfolgen.

Ansonsten gelten, soweit nicht anders verordnet, folgende Dosierungsrichtlinien:

Essenzielle Hypertonie

Ublicherweise betragt die Anfangsdosis 10 mg Quinapril pro Tag.

Wird mit dieser Dosis keine Blutdrucknormalisierung erreicht, kann die Dosis auf 20 mg pro Tag erhoht werden. Die Tagesdosis kann auf einmal eingenommen oder auf 2 Einzelgaben verteilt werden (morgens und abends). Eine Dosiserhohung sollte erst nach 3 Wochen erfolgen. Die Erhaltungsdosis betragt in der Regel 10 mg pro Tag, die Maximaldosis zweimal 20 mg pro Tag.

Herzinsuffizienz

Accupril kann als Zusatzmedikation zu einer bestehenden Therapie mit harntreibenden Mitteln (Diuretika) und Digitalis gegeben werden.

Die Anfangsdosis betragt 2,5 mg Quinapril morgens und abends.

Eine Dosiserhohung darf nur schrittweise in Abhangigkeit vom individuellen Ansprechen des Patienten auf die Therapie erfolgen.

Die Erhaltungsdosis ist in der Regel 10 bis 20 mg Quinapril pro Tag, die Maximaldosis von zweimal 20 mg Quinapril pro Tag sollte nicht uberschritten werden.

Dosierung bei rna&ig eingeschrankter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance 30 bis 60 ml/min) und bei Patienten uber 65 Jahre

Die Anfangsdosis betragt 5 mg Quinapril, die Erhaltungsdosis in der Regel 5 bis 10 mg Quinapril pro Tag.

Die Maximaldosis von 20 mg Quinapril pro Tag sollte nicht uberschritten werden.

Dosierung bei stark eingeschrankter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance 10 bis 30 ml/min)

Die Anfangsdosis betragt 2,5 mg Quinapril (entsprechend % Filmtablette Accupril 5 mg), die Erhaltungsdosis in der Regel ebenfalls 2,5 mg Quinapril pro Tag (entsprechend % Filmtablette Accupril 5 mg). Die tagliche Maximaldosis betragt 5 mg Quinapril (entsprechend 1 Filmtablette Accupril 5 mg). Der Abstand zwischen zwei Einnahmen sollte aufgrund der verlangerten Halbwertszeit mindestens 24 Stunden betragen.

Kinder und Jugendliche

Die derzeit vorliegenden Daten werden in den Abschnitten 5.1 und 5.2 beschrieben. Es konnen jedoch keine Dosierungsempfehlungen gegeben werden.

Art der Anwendung

Die Einnahme von Accupril kann unabhangig von den Mahlzeiten erfolgen, die Tagesdosis kann auf einmal eingenommen oder auf zwei Einzelgaben verteilt werden.

Die Dauer der Anwendung bestimmt der behandelnde Arzt.

4.3 Gegenanzeigen

Accupril darf nicht angewendet werden:

-    bei Uberempfindlichkeit gegenuber dem arzneilich wirksamen Bestandteil oder einem der Hilfsstoffe

-    bei anamnestisch bekanntem angioneurotischen Ódem oder sonstigem Angioodem (z. B. infolge einer fruheren ACE-Hemmer-Therapie)

-    bei Nierenarterienstenose (beidseitig bzw. einseitig bei Einzelniere)

-    bei Zustand nach Nierentransplantation

-    bei hamodynamisch relevanter Aorten- oder Mitralklappenstenose bzw. hypertropher Kardiomyopathie

-    bei primarem Hyperaldosteronismus

-    in der Schwangerschaft (siehe Abschnitt 4.6)

-    in der Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6)

Wahrend einer Therapie mit Accupril darf keine Dialyse oder Hamofiltration mit Poly(acrylonitril,natrium-2-methylallylsulfonat)-high-flux-Membranen (z. B. „AN 69“) erfolgen, da im Rahmen einer Dialysebehandlung oder Hamofiltration die Gefahr besteht, dass Uberempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktoide Reaktionen) bis hin zum lebensbedrohlichen Schock auftreten konnen.

Im Falle einer notfallmaBigen Dialyse oder Hamofiltration muss deshalb vorher auf ein anderes Arzneimittel gegen Hypertonie bzw. Herzinsuffizienz, das kein ACE-Hemmer sein darf, umgestellt oder eine andere Dialysemembran verwendet werden (siehe Abschnitt 4.4).

Wahrend einer LDL (low-density lipoprotein)-Apherese (bei schwerer Hypercholesterinamie) mit Dextransulfat konnen unter der Anwendung eines ACE-Hemmers lebensbedrohliche Uberempfindlichkeitsreaktionen auftreten.

Wahrend einer Behandlung zur Schwachung bzw. Aufhebung der allergischen Reaktionsbereitschaft (Hyposensibilisierungstherapie) gegen Insektengifte (z. B. Bienen-, Wespenstich) und gleichzeitiger Anwendung eines ACE-Hemmers konnen z. T. lebensbedrohliche Uberempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Blutdruckabfall, Atemnot, Erbrechen, allergische Hautreaktionen) auftreten.

Falls eine LDL-Apherese bzw. Hyposensibilisierungstherapie gegen Insektengifte notwendig ist, ist das Praparat vorubergehend durch andere Arzneimittel gegen Hypertonie bzw. Herzinsuffizienz zu ersetzen.

Verwenden Sie Quinapril nicht zusammen mit Aliskiren bei Diabetikern oder bei Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance < 60 ml/min/1,73 m2).

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsma&nahmen fur die Anwendung Warnhinweise

Accupril nicht zusammen mit Poly(acrylonitril,natrium-2-methylallylsulfonat)-high-flux-Membranen (z. B. „AN 69“), wahrend einer LDL-Apherese mit Dextransulfat oder wahrend einer Desensibilisierungsbehandlung gegen Insektengifte anwenden (siehe Abschnitt 4.3).

Patienten mit der seltenen hereditaren Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Accupril nicht einnehmen.

Vorsichtsma&nahmen

Da keine ausreichenden Therapieerfahrungen vorliegen, darf Accupril nicht angewendet werden bei:

-    sehr schweren Nierenfunktionsstorungen (Kreatinin-Clearance < 10 ml/min)

-    Dialysepatienten

-    primarer Lebererkrankung oder Leberinsuffizienz

Accupril darf nur nach sehr kritischer Nutzen-Risiko-Abwagung unter regelmaBiger Kontrolle reprasentativer klinischer und laborchemischer Parameter angewendet werden bei:

-    schweren Nierenfunktionsstorungen (Kreatinin-Clearance: 10 bis 30 ml/min)

-    klinisch relevanter Proteinurie (> 1 g/Tag)

-    klinisch relevanten Elektrolytstorungen

-    Vorliegen einer gestorten Immunreaktion oder einer Kollagenose (z. B. Lupus erythematodes, Sklerodermie)

-    gleichzeitiger systemischer Therapie mit Arzneimitteln, die die Abwehrreaktionen unterdrucken (z. B. Kortikoide, Zytostatika,

Antimetaboliten), Allopurinol, Procainamid oder Lithium

Hinweise (siehe Abschnitt 4.2)

Vor Anwendung von Accupril muss die Nierenfunktion uberpruft worden sein.

Insbesondere zu Therapiebeginn sollte Accupril nur unter intensiver Uberwachung von Blutdruck und/oder reprasentativen Laborparametern angewendet werden bei:

-    Patienten mit Salz- und/oder    Flussigkeitsmangel

-    Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion

-    Patienten mit Hypertonie

-    Patienten > 65 Jahre

-    Patienten mit Herzinsuffizienz (kardiogener Schock)

Symptomatische Hypotonie

Das Auftreten einer symptomatischen Hypotonie wird bei Patienten mit einer unkomplizierten Hypertonie selten beobachtet. Bei mit Quinapril behandelten Hypertonikern ist das Auftreten einer Hypotonie eher wahrscheinlich, wenn ein Volumenmangel vorliegt, beispielsweise infolge einer vorausgegangenen diuretischen Behandlung, salzarmer Ernahrung, Dialyse, Diarrhoe oder Erbrechen, oder wenn der Patient an einer schwerwiegenden reninabhangigen Hypertonie leidet (siehe Abschnitte 4.5 und 4.8). Bei Auftreten einer Hypotonie sollte der Patient in Ruckenlage gebracht werden und, falls erforderlich, eine intravenose Kochsalzinfusion erhalten. Eine vorubergehende hypotensive Reaktion ist nicht als Kontraindikation fur die weitere Anwendung zu sehen, jedoch sollten niedrigere Dosen von Accupril oder von jeder begleitenden diuretischen Therapie in Betracht gezogen werden, wenn dieses Ereignis auftritt.

Bei Patienten mit kongestiver Herzinsuffizienz, die eine Gefahrdung fur einen ubermaBigen Blutdruckabfall aufweisen, sollte eine Therapie mit Quinapril unter engmaschiger arztlicher Uberwachung eingeleitet werden. Patienten sollten in den ersten 2 Wochen der Behandlung und bei Erhohung der Dosis genau beobachtet werden.

Áhnliches gilt auch fur Patienten mit ischamischen Herzerkrankungen oder zerebrovaskularen Krankheiten, bei denen ein starker Blutdruckabfall zu einem Myokardinfarkt oder Schlaganfall fuhren kann.

Eingeschrankte Nierenfunktion

Als Folge der Hemmung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems konnen Veranderungen der Nierenfunktion bei empfindlichen Personen erwartet werden. Bei Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz, deren Nierenfunktion von der Aktivitat des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems abhangen konnte, konnte die Therapie mit Quinapril zur Oligurie und/oder progressiven Azotamie sowie selten zu akutem Nierenversagen und/oder Tod fuhren.

Bei einigen Patienten mit Hypertonie oder Herzinsuffizienz ohne bereits bestehende Nierenerkrankung ist es zu einem Anstieg (> 1,25-Faches der oberen Normgrenze) von Blut-Harnstoff-Stickstoff und Serumkreatinin gekommen, der normalerweise geringfugig war und transient verlief, insbesondere dann, wenn Quinapril als Begleitmedikation zu einem Diuretikum verabreicht wurde. Ein Anstieg von Blut-Harnstoff-Stickstoff wurde bei jeweils 2 % der hypertensiven Patienten unter Quinapril-Monotherapie bzw. bei 4 % der hypertensiven Patienten unter Quinapril/HCTZ beobachtet. Ein Anstieg von Serumkreatinin wurde bei 2 % der hypertensiven Patienten unter Quinapril-Monotherapie und bei 3 % der hypertensiven Patienten unter Quinapril/HCTZ beobachtet. Dieser Anstieg tritt haufiger bei Patienten mit bereits bestehender Niereninsuffizienz auf. Die Verringerung der Dosis und/oder das Absetzen des Diuretikums und/oder von Quinapril konnen erforderlich sein.

Husten

Bei Verwendung von ACE-Hemmern, einschlieBlich Quinapril, wurde uber Husten berichtet. Der Husten ist charakteristischerweise nicht produktiv, hartnackig und verschwindet nach Absetzen der Therapie. Dementsprechend sollte ein durch ACE-Hemmer ausgeloster Husten auch bei der Differenzialdiagnose eines Hustens mit in Betracht gezogen werden.

Uberempfindlichkeitsreaktionen

Bei Patienten mit oder ohne Allergie oder Bronchialasthma in der Anamnese konnen Uberempfindlichkeitsreaktionen auftreten, wie z. B. Purpura, Lichtempfindlichkeit, Urtikaria, nekrotisierende Angiitis, Atemnot einschlieBlich Pneumonitis und Lungenodem, anaphylaktische Reaktionen.

Angioneurotische Odeme Im Kopfbereich:

Bei Patienten unter ACE-Hemmer-Therapie wurden angioneurotische Odeme beobachtet, bei Quinapril mit einer Haufigkeit von 0,1 %. Bei Auftreten eines pfeifenden Atemgerausches oder wenn sich ein angioneurotisches Odem im Bereich des Gesichts, der Zunge oder als Glottisodem entwickelt, muss die Behandlung mit Quinapril sofort abgebrochen werden. Der Patient ist fachgerecht zu behandeln und bis zum Abklingen der Schwellung engmaschig zu uberwachen. Wenn sich die Schwellungen auf das Gesicht und die Lippen beschranken, klingen diese gewohnlich von selbst ohne BehandlungsmaBnahmen ab. Zur Linderung der Symptome konnen Antihistaminika helfen. Ein angioneurotisches Odem mit Kehlkopfbeteiligung kann todlich verlaufen. Wenn eine Beteiligung von Zunge, Glottis oder Kehlkopf einen Verschluss der Atemwege wahrscheinlich macht, mussen umgehend geeignete NotfallmaBnahmen eingeleitet werden. Diese sollten unter anderem auch die subkutane Gabe von 0,3 bis 0,5 ml Adrenalin (Epinephrin)-Losung 1:1 000 einschlieBen.

Patienten, die zu therapeutischen Zwecken gleichzeitig einen mTOR-Hemmer (z. B. Temsirolimus) oder DPP-4-Hemmer (z. B. Vildagliptin) erhalten, haben moglicherweise ein erhohtes Risiko fur angioneurotische Odeme. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn bei Patienten, die schon einen ACE-Hemmer erhalten, eine Therapie mit einem mTOR-Hemmer oder DPP-4-Hemmer begonnen wird.

Im Intestinum:

Bei Patienten, die ACE-Hemmer erhielten, wurden intestinale angioneurotische Odeme beobachtet. Diese Patienten klagten uber Bauchschmerzen (mit oder ohne Ubelkeit oder Erbrechen). In einigen Fallen war bis dahin kein angioneurotisches Odem im Gesicht aufgetreten und die C1-Esterase-Werte waren normal. Das angioneurotische Odem wurde bei Untersuchungen wie beispielsweise einer Abdomen-CT, Ultraschall oder einem chirurgischen Eingriff diagnostiziert. Nach Absetzen des ACE-Hemmers bildeten sich die Symptome zuruck. Differenzialdiagnostisch sollten intestinale angioneurotische Odeme berucksichtigt werden, wenn Patienten unter ACE-Hemmern uber Bauchschmerzen klagen.

Bei Patienten mit anamnestisch bekanntem Angioodem, das nicht infolge einer Behandlung mit einem ACE-Hemmer auftrat, kann unter einer ACE-Hemmer Therapie das Risiko, ein Angioodem zu entwickeln, erhoht sein (siehe Abschnitt 4.3).

Ethnische Unterschiede

Es wurde beobachtet, dass unter einer ACE-Hemmer Therapie bei schwarzen Patienten Angioodeme haufiger auftreten als bei anderen Patienten. In klinischen Studien wurde weiterhin beobachtet, dass der Einfluss auf den Blutdruck bei schwarzen Patienten weniger ausgepragt ist als bei anderen Patienten.

Neutropenie/Agranulozytose

Bei Patienten mit Hypertonie kam es unter einer ACE-Hemmer-Therapie selten zu Agranulozytose und Knochenmarkdepression. Diese trat jedoch haufiger bei Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion auf und besonders bei gleichzeitig bestehender Kollagenose.

Wahrend der Therapie mit Quinapril kam es selten zu einer Agranulozytose. Bei Patienten mit Kollagenosen und/oder Nierenerkrankungen sollte daher eine Kontrolle des weiBen Blutbilds erwogen werden.

Hyperkaliamie und kaliumsparende Diuretika

Unter der Therapie mit Quinapril alleine konnen die Kaliumspiegel erhoht sein. Bei gleichzeitiger Gabe kann Quinapril daher eine durch Thiaziddiuretika bewirkte Hypokaliamie abschwachen. Wegen der Moglichkeit einer weiteren Erhohung des Kaliumspiegels sollte eine Begleittherapie mit kaliumsparenden Diuretika vorsichtig begonnen und der Kaliumspiegel engmaschig uberwacht werden (siehe Abschnitt 4.5).

Veranderung von Leberwerten

In seltenen Fallen wurden ACE-Hemmer mit einem Syndrom in Verbindung gebracht, das mit cholestatischem Ikterus beginnt und zu einer fulminanten Lebernekrose fortschreitet (in einigen Fallen mit todlichem Ausgang). Patienten, bei denen es unter der Behandlung mit einem ACE-Hemmer zu einem Ikterus oder einem deutlichen Anstieg der Leberenzymwerte kommt, mussen Quinapril absetzen und eine angemessene medizinische Nachsorge erhalten.

Patienten mit Diabetes

Bei Diabetikern konnen ACE-Hemmer die Insulinsensitivitat erhohen. Bei mit oralen Antidiabetika oder Insulin behandelten Patienten wurden sie mit dem Auftreten von Hypoglykamie in Verbindung gebracht. Wahrend des 1. Behandlungsmonats mit einem ACE-Hemmer sollte daher der Blutzuckerspiegel engmaschig uberwacht werden (siehe Abschnitt 4.5).

Operationen/Anasthesie

Quinapril kann bei gróBeren chirurgischen Eingriffen oder wahrend einer Anasthesie mit Hypotonie-induzierenden Substanzen die Bildung von Angiotensin II als Folge einer kompensatorischen Freisetzung von Renin blockieren. Falls eine Hypotonie auftritt, die auf diesen Mechanismus zuruckgefuhrt wird, kann sie durch Volumenexpansion behoben werden (siehe Abschnitt 4.5).

Schwangerschaft

Bei Patientinnen mit Schwangerschaftswunsch sollte eine Umstellung auf eine alternative blutdrucksenkende Behandlung mit geeignetem Sicherheitsprofil fur Schwangere erfolgen. Wird eine Schwangerschaft festgestellt, ist die Behandlung mit ACE-Hemmern unverzuglich zu beenden und, wenn erforderlich, eine alternative Therapie zu beginnen (siehe Abschnitte 4.3 und 4.6).

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Folgende Wechselwirkungen zwischen Accupril oder anderen ACE-Hemmern sind beschrieben worden bei gleichzeitiger Anwendung von:

-    Kochsalz: Abschwachung der blutdrucksenkenden Wirkung von Accupril

-    Antihypertensiva: Verstarkung des blutdrucksenkenden Effekts von Accupril, insbesondere durch Diuretika

-    Analgetika, nichtsteroidale Antiphlogistika (NSAR einschl. COX-2-Hemmer): Die Therapie mit NSAR (einschl. COX-2-Hemmer) kann die antihypertensive Wirkung eines ACE-Hemmers abschwachen. NSAR (einschl. COX-2-Hemmer) und ACE-Hemmer wirken bezuglich des Anstiegs von Serumkalium additiv und kónnen zu einer Verschlechterung der Nierenfunktion fuhren.

Diese ist gewóhnlich reversibel. Selten kann es auch zu akutem Nierenversagen kommen, insbesondere bei Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion, bei alteren Patienten oder Patienten mit verringertem Flussigkeitsvolumen, einschlieBlich jenen, die mit Diuretika therapiert werden.

-    Diuretika: Verstarkung des blutdrucksenkenden Effekts von Accupril (Reduktion der Initialdosis von Accupril und Uberwachung des Patienten fur bis zu 2 Stunden nach der 1. Accupril-Dosis)

-    Kalium, kaliumsparenden Diuretika (z. B. Spironolacton, Amilorid, Triamteren): verstarkte Zunahme der Serumkaliumkonzentration (regelmaBige Kontrolle!)

-    Lithium: Erhóhung der Serumlithiumkonzentration (regelmaBige Kontrolle!), somit Verstarkung der kardio- und neurotoxischen Wirkung von Lithium

-    Alkohol: verstarkte Alkoholwirkung, vermehrte orthostatische Hypotonie

-    Allopurinol, Zytostatika, Immunsuppressiva, systemischen Kortikoiden, Procainamid: Abnahme der Leukozytenzahl im Blut (Leukopenie)

-    Anasthetika: verstarkter Blutdruckabfall (Information des Anasthesisten uber die Therapie mit Accupril)

-    oralen Antidiabetika (z. B. Sulfonylharnstoffe/Biguanide), Insulin: Verstarkung des blutzuckersenkenden Effekts durch Accupril (regelmaBige Kontrolle!)

-    Neuroleptika, Imipramin: Verstarkung des blutdrucksenkenden Effekts von Accupril

-    Tetracyclinen und anderen Wirkstoffen, die mit Magnesium reagieren: verminderte Resorption

-    Goldpraparaten: Selten traten nitritoide Reaktionen bei gleichzeitiger Therapie mit Goldinjektionslósungen und ACE-Inhibitoren auf.

-    Barbituraten: vermehrte orthostatische Hypotonie

-    Narkotika: verstarkter Blutdruckabfall (Information des Anasthesisten uber die Therapie mit Accupril), vermehrte (orthostatische) Hypotonie

-    Antazida: vermindern evtl. die Bioverfugbarkeit von Quinapril

Duale Hemmung des Renin-Angiotensin-Systems

Eine duale Hemmung des Renin-Angiotensin-Systems durch Angiotensinrezeptor-Hemmer, ACE-Hemmer oder Aliskiren ist, im Vergleich zur Monotherapie, mit einem erhohten Risiko fur Hypotonie, Hyperkaliamie und Anderungen der Nierenfunktion (einschlieBlich akutes Nierenversagen) verbunden. Bei Patienten, die Quinapril und andere Wirkstoffe erhalten, die das Renin-Angiotensin-System beeinflussen, mussen Blutdruck, Nierenfunktion und die Elektrolyte engmaschig uberwacht werden.

mTOR- oder DPP-4-Hemmer

Patienten, die zu therapeutischen Zwecken gleichzeitig einen mTOR-Hemmer (z. B. Temsirolimus) oder DPP-4-Hemmer (z. B. Vildagliptin) erhalten, haben moglicherweise ein erhohtes Risiko fur angioneurotische Odeme. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn bei Patienten, die schon einen ACE-Hemmer erhalten, eine Therapie mit einem mTOR-Hemmer oder DPP-4-Hemmer begonnen wird.

Aliskiren

Verwenden Sie Quinapril nicht zusammen mit Aliskiren bei Diabetikern oder bei Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance < 60 ml/min/1,73 m2).

4.6    Fertilitat, Schwangerschaft und Stillzeit Schwangerschaft

Die Anwendung von ACE-Hemmern in der Schwangerschaft ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3 und 4.4).

Wird eine Schwangerschaft festgestellt, ist eine Behandlung mit ACE-Hemmern unverzuglich zu beenden und, wenn erforderlich, eine alternative Therapie zu beginnen.

Es ist bekannt, dass eine Therapie mit ACE-Hemmern wahrend des zweiten und dritten Schwangerschaftstrimesters fetotoxische Effekte (verminderte Nierenfunktion, Oligohydramnion, verzogerte Schadelossifikation) und neonatal-toxische Effekte (Nierenversagen, Hypotonie, Hyperkaliamie) haben kann (siehe auch Abschnitt 5.3). Im Falle einer Exposition mit ACE-Hemmern ab dem zweiten Schwangerschaftstrimester werden Ultraschalluntersuchungen der Nieren und des Schadels empfohlen.

Sauglinge, deren Mutter ACE-Hemmer eingenommen haben, sollten haufig wiederholt auf Hypotonie untersucht werden (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4).

Stillzeit

Einige wenige pharmakokinetische Daten zeigen, dass sehr geringe Konzentrationen von Accupril in der Muttermilch erreicht werden (siehe Abschnitt 5.2). Auch wenn diese Konzentrationen als klinisch nicht relevant erscheinen, sollte Accupril wahrend des Stillens von Fruhgeborenen sowie in den ersten Wochen nach Entbindung nicht angewendet werden, da ein mogliches Risiko von kardiovaskularen und renalen Effekten beim Saugling besteht und fur eine Anwendung in der Stillzeit keine ausreichende klinische Erfahrung vorliegt.

4.7    Auswirkungen auf die Verkehrstuchtigkeit und die Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen

Die Behandlung des Bluthochdrucks mit diesem Arzneimittel bedarf der regelmaBigen arztlichen Kontrolle. Durch individuell auftretende unterschiedliche Reaktionen kann die Fahigkeit zur aktiven Teilnahme am StraBenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeintrachtigt werden. Dies gilt in verstarktem MaBe bei Behandlungsbeginn und Praparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol.

Bei den Haufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

sehr haufig (> 1/10) haufig (> 1/100 bis < 1/10) gelegentlich (> 1/1 000 bis < 1/100) selten (> 1/10 000 bis < 1/1 000) sehr selten (< 1/10 000)

nicht bekannt (Haufigkeit auf Grundlage der verfugbaren Daten nicht abschatzbar)

Folgende Nebenwirkungen wurden bei der Therapie mit Accupril oder anderen ACE-Hemmern beobachtet:

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort haufig: Schmerzen im Brustkorb, Erschopfung, Schwachegefuhl gelegentlich: Fieber, generalisierte oder periphere Odeme

Erkrankungen des Immunsystems

Haufigkeit nicht bekannt: anaphylaktoide Reaktionen

Herzerkrankungen

gelegentlich: Angina pectoris, Palpitationen, Tachykardie, Odeme, Myokardinfarkt sehr selten: Herzrhythmusstorungen, zerebraler Insult

GefaBerkrankungen

haufig: Insbesondere zu Beginn der Accupril-Therapie sowie bei Patienten mit Salz-und/oder Flussigkeitsmangel (z. B. bei Erbrechen, Durchfall, Diuretikavorbehandlung), Herzinsuffizienz oder schwerer Hypertonie, aber auch bei Erhohung der Dosis von Accupril und/oder Diuretika kann eine ubermaBige Blutdrucksenkung (Hypotonie, orthostatische Hypotonie) mit Symptomen wie Schwindel, Schwachegefuhl, Sehstorungen, gelegentlich auch mit Bewusstseinsverlust (Synkope) auftreten gelegentlich: Vasodilatation, TIA Haufigkeit nicht bekannt: orthostatische Hypotonie

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

haufig: Ubelkeit, Erbrechen, Durchfall, (Ober-)Bauchschmerzen, Dyspepsie, Pharyngitis, Verdauungsstorungen

gelegentlich: Mundtrockenheit, trockener Hals, Blahungen, Pankreatitis (in einigen Fallen mit todlichem Ausgang), Verstopfung, Appetitlosigkeit selten: Geschmacksveranderungen, Glossitis, sehr selten: Ileus, intestinale Angioodeme

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems gelegentlich: Thrombozytopenie

Haufigkeit nicht bekannt: Neutropenie, Agranulozytose, hamolytische Anamie

Psychiatrische Erkrankungen/Erkrankungen des Nervensystems

haufig: Kopfschmerzen, Benommenheit, Erschopfung, Schlaflosigkeit, Parasthesien,

Mudigkeit, Schwindel

gelegentlich: Depressionen, Nervositat, Somnolenz, Schlafstorungen, Kribbeln, Gleichgewichtsstorungen, Verwirrtheit, vorubergehender Geschmacksverlust selten: Synkope

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

haufig: allergische Hautreaktionen wie Exanthem

gelegentlich: Alopezie, vermehrte SchweiBbildung, Pemphigus, Pruritus,

Hautausschlag, angioneurotisches Ódem mit Beteiligung von Lippen, Gesicht

und/oder Extremitaten (sehr selten mit Beteiligung von Kehlkopf, Rachen und/oder

Zunge [siehe NotfallmaBnahmen]), Urtikaria, Photosensibilitat

selten: Erythema multiforme

sehr selten: schwerwiegende Hautreaktionen wie psoriasiforme Hautveranderungen, Flush, Diaphorese, Onycholyse, Verstarkung einer Raynaud-Symptomatik Haufigkeit nicht bekannt: Stevens-Johnson-Syndrom, exfoliative Dermatitis, epidermale Nekrolyse

Bei Verdacht auf eine schwerwiegende Hautreaktion muss sofort der behandelnde Arzt aufgesucht und ggf. die Therapie mit Accupril abgebrochen werden.

Hinweis: Es besteht eine erhohte Gefahr der Ausbildung eines angioneurotischen Ódems bei schwarzhautigen Patienten.

Hautveranderungen konnen mit Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen (Myalgien, Arthralgien, Arthritis), GefaBentzundungen (Vaskulitiden), Entzundungen seroser Haute und bestimmten Laborwertveranderungen (Eosinophilie, Leukozytose und/oder erhohte ANA-Titer, erhohte BSG) einhergehen.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege haufig: Nierenfunktionsstorungen

gelegentlich: Harnwegsinfektionen, Proteinurie (teilweise mit gleichzeitiger Verschlechterung der Nierenfunktion) sehr selten: akutes Nierenversagen

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdruse gelegentlich: Impotenz selten: erektile Dysfunktion

Augenerkrankungen

gelegentlich: Amblyopie

sehr selten: verschwommenes Sehen

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths gelegentlich: Tinnitus, Vertigo

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen haufig: Ruckenschmerzen, Myalgien

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

haufig: Husten, trockener Reizhusten, Atemnot, Rhinitis

gelegentlich: Sinusitis, obere Atemwegsinfektionen, Bronchitis, eosinophile

Pneumonie

selten: Durst

Haufigkeit nicht bekannt: Bronchospasmus

In Einzelfallen kam es bei angioneurotischen Ódemen der oberen Atemwege zur Verlegung der Atemwege mit todlichem Ausgang.

Leber- und Gallenerkrankungen gelegentlich: Hepatitis

sehr selten: cholestatischer Ikterus oder Leberfunktionsstorungen (Bei Auftreten von Ikterus oder bei einem deutlichen Anstieg der Leberenzyme ist die Therapie mit dem ACE-Hemmer abzubrechen.)

Kongenitale, familiáre und genetische Erkrankungen Siehe Abschnitte 4.3 und 4.6

Untersuchungen

háufig; Abfall von Hámoglobinkonzentration, Hámatokrit, Leukozytenzahl, Thrombozytenzahl sowie, insbesondere bei Patienten mit Nierenfunktionsstorungen, Anstieg der Serumkonzentrationen von Harnstoff oder Kreatinin (bei Begleittherapie mit Diuretika háufiger als unter Monotherapie mit Quinapril; háufig reversibel bei fortgesetzter Therapie), Kalium, Abfall der Natriumkonzentration im Serum gelegentlich: Insbesondere bei Patienten mit eingeschránkter Nierenfunktion, Kollagenosen oder gleichzeitiger Therapie mit Allopurinol, Procainamid oder bestimmten Arzneimitteln, die die Abwehrreaktionen unterdrucken, kann es zu Anámie, Eosinophilie, selten sogar zu Panzytopenie kommen. sehr selten: Hámolyse, Erhohung der Bilirubin- und Leberenzymkonzentrationen Háufigkeit nicht bekannt: hámolytische Anámie im Zusammenhang mit G-6-PDH-Mangel

Bei Patienten mit Diabetes mellitus wurde ein Anstieg des Serum-Kaliums beobachtet. Im Urin kann eine vermehrte EiweiBausscheidung auftreten.

Stoffwechsel- und Ernáhrungsstorungen háufig: Hyperkaliámie

Hinweise

Die oben genannten Laborwerte sollen vor und regelmáBig wáhrend der Behandlung mit Accupril kontrolliert werden. Insbesondere zu Behandlungsbeginn und bei Risikopatienten (Patienten mit Niereninsuffizienz, Kollagenosen, Behandlung mit Immunsuppressiva, Zytostatika, Allopurinol, Procainamid, Digitalisglykosiden, Glukokortikoiden, Laxanzien, áltere Patienten) sind engmaschige Kontrollen der Serumelektrolyt- und Serumkreatininkonzentrationen sowie des Blutbilds angezeigt.

Sollten im Verlauf einer Accupril-Therapie Symptome wie Fieber, Lymphknotenschwellungen und/oder Halsentzundungen auftreten, muss umgehend das weiBe Blutbild untersucht werden.

Bei anderen ACE-Hemmern wurden Vaskulitis und Gynákomastie beobachtet und es kann nicht ausgeschlossen werden, dass es sich hierbei um Gruppeneffekte handelt.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grower Wichtigkeit. Sie ermoglicht eine kontinuierliche Uberwachung des Nutzen-Risiko-Verháltnisses des Arzneimittels. Angehorige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9 Uberdosierung

Die orale LD50 von Quinapril bei Máusen und Ratten reicht von 1 440 bis zu 4 280 mg/kg.

Zur Behandlung einer Uberdosierung mit Quinapril liegen keine spezifischen Informationen vor. Die am wahrscheinlichsten zu erwartenden klinischen Manifestationen sind die Symptome einer schweren Hypotonie, die ublicherweise mit einer intravenosen Volumensubstitution behandelt werden.

Die Behandlung ist entsprechend der gangigen medizinischen Vorgehensweise symptomatisch und unterstutzend.

Hamodialyse und Peritonealdialyse haben nur einen geringen Einfluss auf die Elimination von Quinapril und Quinaprilat.

5.    PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1    Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmer ATC-Code: C09AA06

Quinapril wird in der Leber zu Quinaprilat hydrolysiert, welches ein Hemmstoff des Angiotensin-Converting-Enzyms (ACE) ist. Das ACE ist eine Peptidyldipeptidase, welche die Umwandlung von Angiotensin I zu der vasokonstriktorisch wirksamen Substanz Angiotensin II bewirkt.

Eine Hemmung von ACE fuhrt zu einer verminderten Bildung des vasokonstriktorisch wirksamen Angiotensin II in Gewebe und Plasma, wodurch es zur Abnahme der Aldosteronsekretion und somit zu einem Anstieg der Serumkaliumkonzentration kommen kann. Aus dem Fortfall der negativen Ruckkopplung von Angiotensin II auf die Reninsekretion resultiert eine Erhohung der Plasmareninaktivitat.

Da ACE auch Bradykinin, ein vasodepressorisches Peptid, abbaut, resultiert aus der Hemmung von ACE eine erhohte Aktivitat zirkulierender und lokaler Kallikrein-Kinin-Systeme (und somit eine Aktivierung des Prostaglandinsystems). Es ist moglich, dass dieser Mechanismus an der blutdrucksenkenden Wirkung der ACE-Hemmer beteiligt und fur bestimmte Nebenwirkungen mitverantwortlich ist.

Ferner konnte klinisch gezeigt werden, dass Quinapril die Acetylcholin-induzierte Vasokonstriktion vermindert, ein Zeichen fur eine Verbesserung der endothelialen Dysfunktion.

Ein weiterer Effekt mit bisher unklarem Mechanismus ist die Erhohung der Insulinsensitivitat.

Pharmakodynamik

Quinapril fuhrt bei Patienten mit Hypertonie zu einer Senkung des Blutdrucks im Liegen und im Stehen, ohne dass die Herzfrequenz kompensatorisch ansteigt.

Bei hamodynamischen Untersuchungen bewirkt Quinapril eine deutliche Verringerung des peripheren arteriellen Widerstands. In der Regel kam es zu keinen klinisch relevanten Veranderungen von renalem Plasmafluss und glomerularer Filtrationsrate. Bei den meisten Patienten zeigte sich der Beginn der antihypertensiven Wirkung ca.

1 Stunde nach oraler Gabe, die maximale Wirkung wurde in der Regel nach 2 bis 4 Stunden erreicht.

Der maximal blutdrucksenkende Effekt einer definierten Quinapril-Dosis war in der Regel nach 3 bis 4 Wochen ersichtlich. Bei der empfohlenen taglichen Dosis bleibt die antihypertensive Wirkung auch wahrend der Langzeittherapie erhalten.

Kurzfristiges Absetzen von Quinapril fuhrt zu keinem schnellen, ubermaBigen Blutdruckanstieg (Rebound).

Bei Patienten mit Herzinsuffizienz zeigten hamodynamische Untersuchungen, dass Quinapril eine Abnahme des peripheren systemischen Widerstands und eine Erhohung der venosen Kapazitat bewirkte. Daraus resultierte eine Senkung der Vor-und Nachlast des Herzens (Abnahme der ventrikularen Fullungsdrucke). Ferner wurde eine Zunahme von Herzminutenvolumen, Schlagarbeitsindex und Belastungskapazitat unter der Behandlung von Quinapril beobachtet.

Kinder und Jugendliche

In einer randomisierten klinischen Studie uber 8 Wochen (doppelblind fur 2 Wochen mit anschlieBender Verlangerungsphase uber 6 Wochen) mit Zieldosen von 2,5, 5, 10 und 20 mg Quinapril bei 112 Kindern und Jugendlichen mit Hypertonie oder hochnormalem Blutdruck konnte das primare Studienziel (Verringerung des diastolischen Blutdrucks nach 2 Wochen) nicht erreicht werden. Beim systolischen Blutdruck (sekundares Studienziel der Wirksamkeit) zeigte sich nur in Woche 2 fur die untersuchten Dosen eine statistisch signifikante Dosis-Wirkungs-Linearitat und bei der Dosierung von 20 mg Quinapril einmal taglich ein signifikanter Unterschied gegenuber der Placebo-Gruppe.

Langzeitauswirkungen von Quinapril auf das Wachstum, die Pubertat und die allgemeine Entwicklung wurden nicht untersucht.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Pharmakokinetik

Nach oraler Gabe von Quinapril werden maximale Quinapril-Konzentrationen innerhalb von 1 Stunde beobachtet. Die Nahrungsaufnahme hat keinen Einfluss auf die Resorption von Quinapril. Nach der Resorption wird Quinapril rasch und nahezu vollstandig zum eigentlich aktiven Hauptmetaboliten Quinaprilat metabolisiert. Daneben entstehen einige weitere, mengenmaBig unbedeutende und pharmakologisch inaktive Metaboliten. Maximale Plasmaspiegel von Quinaprilat, dem wirksamen Metaboliten, werden ca. 2 bis 3 Stunden nach oraler Gabe von Quinapril beobachtet. Die Proteinbindung von Quinapril und Quinaprilat betragt ca. 97 %. Ca.

60 % einer Quinapril-Dosis werden renal, 40 % fakal eliminiert. Quinaprilat wird vornehmlich uber die Nieren ausgeschieden; die Plasmahalbwertszeit betragt ca.

3 Stunden, die Dissoziationshalbwertszeit vom ACE ca. 26 Stunden. Bei Patienten mit Niereninsuffizienz wurden bis zu einer Kreatinin-Clearance von 60 ml/min normale Quinapril- und Quinaprilat-Plasmaspiegel-Verlaufe gemessen. Bei einer Kreatinin-Clearance von weniger als 60 ml/min steigen die Quinaprilat-Spiegel an, die Zeit bis zum Auftreten des Plasmaspiegelmaximums ist verlangert, die Eliminationshalbwertszeit ist ebenfalls verlangert.

Pharmakokinetikstudien an Patienten mit terminalen Nierenerkrankungen, die chronisch hamodialysiert waren oder mit ambulanter peritonealer Dialyse behandelt wurden, zeigten, dass Dialyse nur einen geringen Einfluss auf die Elimination von Quinapril und Quinaprilat hat.

Die Elimination von Quinaprilat ist ebenfalls bei alteren Patienten (> 65 Jahre) und bei Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz verlangsamt, die Verlangsamung korreliert mit einer Einschrankung der Nierenfunktion, die oft bei alteren Patienten vorliegt. Bei Patienten mit maBig eingeschrankter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance: 30 bis 60 ml/min) bzw. stark eingeschrankter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance: 10 bis 30 ml/min) sowie alteren Patienten kann es demzufolge erforderlich sein, die Quinapril-Dosis zu reduzieren.

Bioverfugbarkeit

Basierend auf Wiederfindungsstudien im Urin betragt das AusmaB der Resorption von Quinapril nach oraler Gabe ca. 60 %.

Stillzeit

Nach oraler Gabe einer Einzeldosis von 20 mg Quinapril bei sechs stillenden Frauen betruq das Milch-Plasma-Verhaltnis (M/P-Quotient) fur Quinapril 0,12. Vier Stunden nach der Gabe wurde kein Quinapril in der Milch entdeckt. Die Quinaprilat-Konzentrationen in der Milch waren zu allen Zeitpunkten unterhalb der Nachweisgrenze (< 5 pg/l). Es wird geschatzt, dass ein qestilltes Kind ungefahr 1,6 % der der Mutter verabreichten Quinapril-Dosis aufnehmen wurde.

Kinder und Jugendliche

Die Pharmakokinetik von Quinapril wurde in einer Einzeldosisstudie (0,2 mg/kg KG) bei 24 Kindern im Alter von 2,5 Monaten bis 6,8 Jahren sowie in einer Studie mit Mehrfachgabe (0,016 bis 0,468 mg/kg KG) bei 38 Kindern im Alter von 5 bis 16 Jahren mit einem durchschnittlichen Korpergewicht von 66 (Schulkinder) bzw. 98 kg (Heranwachsende) untersucht. Wie auch bei Erwachsenen wurde Quinapril schnell in Quinaprilat umgewandelt. Die Konzentration von Quinaprilat erreichte im Allgemeinen 1 bis 2 Stunden nach der Verabreichung ihren Hohepunkt und nahm dann wieder mit einer durchschnittlichen Halbwertzeit von 2,3 Stunden ab. Bei Sauglingen und Kleinkindern ist die Exposition nach einer Einzeldosis von 0,2 mg/kg KG vergleichbar mit der von Erwachsenen nach einer Einzeldosis von 10 mg. In der Studie bei Kindern im Schulalter und Jugendlichen mit Mehrfachgabe konnte man beobachten, dass sich die AUC- und Cmax-Werte von Quinaprilat mit zunehmender Quinapril-Dosis (Basis: mg/kg KG) linear erhohten.

5.3 Praklinische Daten zur Sicherheit

Akute Toxizitat

Die LD50-Werte bei oraler Verabreichung von Quinapril betrugen 1 440 bis 2 150 mg/kg bei Mausen und 3 541 bis 4 280 mg/kg bei Ratten. Nach intravenoser Gabe betrugen die Werte 504 bis 523 mg/kg (Mause) und 107 bis 300 mg/kg (Ratten).

Chronische Toxizitat

Die chronische Toxizitat wurde an Ratten und Hunden mit Dosen bis zu 100 mg/kg uber 1 Jahr untersucht. Es traten Gewichtsverluste, ein Anstieg von Serumharnstoffstickstoff, Renin und eine Abnahme der Glucosewerte ein. Die Herzgewichte waren erniedrigt, die Nieren zeigten degenerative Veranderungen sowie eine juxtaglomerulare Hypertrophie oder Hyperplasie. Ein ahnliches Bild ergab sich bei der Untersuchung an Hunden. Auch hier wurden ein Anstieg der Plasmareninwerte und eine juxtaglomerulare Hypertrophie beobachtet. Unter der hochsten Dosis waren bei einigen Tieren die Serumharnstoffstickstoffwerte sowie die Leberenzymwerte erhoht.

Einige Tiere zeigten Magenerosionen, in der Gruppe mit der Hochstdosis wurden fokale Entzundungen der Leber beobachtet. Die bei Ratten und Hunden unter sehr hohen Dosen beobachteten Veranderungen der Nieren sind typisch fur ACE-Hemmer und scheinen nicht auf einer direkten toxischen Wirkung, sondern auf ubersteigerten pharmakologischen Effekten (markante prolongierte Blutdrucksenkung, Stimulation von Renin-haltigen Zellen) zu beruhen.

Tumorerzeugendes und mutagenes Potenzial

In Studien an Ratten und Mausen wurden unter Tagesdosen von 75 bzw. 100 mg/kg keine tumorerzeugenden Wirkungen beobachtet. Quinapril wurde ausreichend auf Mutagenitat untersucht. Es ergaben sich keine relevanten Hinweise auf ein mutagenes Potenzial. Im Ames-Test mit oder ohne metabolische Aktivierung zeigte auch Quinaprilat keine mutagenen Eigenschaften. Quinapril wirkte bei einer ausreichenden Prufung in Gen- und Chromosomenmutationstests in vitro und in vivo nicht mutagen.

Reproduktionstoxizitat

Untersuchungen an Ratten und Kaninchen haben bis zu Dosen von 300 bzw.

1,5 mg/kg/Tag keine Hinweise fur ein teratogenes Potenzial ergeben. Wahrend bei der Ratte keine embryotoxischen Wirkungen beobachtet wurden, traten beim Kaninchen maternotoxische und embryotoxische Effekte ab einer Dosis von 1 mg/kg/Tag auf. Bei der Verabreichung wahrend der Fetalentwicklung und der Laktation kam es ab einer Dosis von 25 mg/kg/Tag bei der Ratte zu Wachstumsretardierungen der Nachkommen. Beeintrachtigungen der Fertilitat wurden weder bei den Elterntieren noch bei den Nachkommen beobachtet.

6.    PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1    Liste der sonstigen Bestandteile

Candelillawachs, Crospovidon, Gelatine, Hyprolose, Lactose-Monohydrat, Macrogol 400, schweres basisches Magnesiumcarbonat, Magnesiumstearat (Ph.Eur.), Hypromellose, Titandioxid (E171), Eisen(III)-oxid (E172)

6.2    Inkompatibilitaten

Nicht zutreffend

6.3    Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4    Besondere Vorsichtsmaftnahmen fur die Aufbewahrung Nicht uber 25 °C lagern.

6.5    Art und Inhalt des Behaltnisses

Blisterpackungen aus einem Polyamid-Aluminium-PVC-Komplex und einer Aluminiumfolie.

Accupril 5 mg:

30 Filmtabletten (N 1)

50 Filmtabletten (N 2)

100 Filmtabletten (N 3)

300 (10 x 30) Filmtabletten (KP)

Accupril 10 mg:

30 Filmtabletten (N 1)

50 Filmtabletten (N 2)

100 Filmtabletten (N 3)

300 (10 x 30) Filmtabletten (KP)

Accupril 20 mg:

30 Filmtabletten (N 1)

50 Filmtabletten (N 2)

100 Filmtabletten (N 3)

300 (10 x 30) Filmtabletten (KP)

6.6 Besondere Vorsichtsmaftnahmen fur die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7. INHABER DER ZULASSUNGEN

PFIZER PHARMA GmbH

Linkstr. 10

10785 Berlin

Tel.: 030 550055-51000

Fax: 030 550054-10000

8. ZULASSUNGSNUMMERN

Accupril 5 mg: 23665.00.00 Accupril 10 mg: 23665.01.00 Accupril 20 mg: 23665.02.00

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÁNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 24.01.1991

Datum der letzten Verlangerung der Zulassung: 29.07.2004

10. STAND DER INFORMATION

Juli 2013

11. VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig.

spcde-3v17acp-ft-0

spcde-3v17acp-ft-0 - 16 - 15.11.2013

Accupril 20mg