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Acuver 8 mg / pumpstoß lösung zum einnehmen



Gebrauchsinformation Acuver 8 mg / pumpstoß lösung zum einnehmen


PB Wortlaut der für die Packungsbeilage vorgesehenen Angaben


PCX Gebrauchsinformation: Information für den Anwender


Acuver 8 mg / Pumpstoß Lösung zum Einnehmen


Wirkstoff: Betahistindihydrochlorid



Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses Arzneimittels beginnen.

- Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

- Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

- Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

  • Wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind, informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.



Diese Packungsbeilage beinhaltet:


  1. Was ist Acuver und wofür wird es angewendet?

  2. Was müssen Sie vor der Einnahme von Acuver beachten?

  3. Wie ist Acuver einzunehmen?

  4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

  5. Wie ist Acuver aufzubewahren?

  6. Weitere Informationen


1. WAS IST ACUVER UND WOFÜR WIRD ES ANGEWENDET?


Der Wirkstoff Betahistin in Acuver verbessert die Durchblutung des Innenohrs.

Acuver ist eignet sich zur Behandlung von Schwindelzuständen, die von Durchblutungsstörungen des Innenohres hervorgerufen werden.


Acuver wird zur Behandlung der Symptome des Morbus Ménière angewendet. Diese sind:

  • Schwindelzustände mit Übelkeit und Erbrechen,

  • Ohrgeräusche,

  • Hörstörungen.


2. WAS MÜSSEN SIE VOR DER EINNAHME VON ACUVER BEACHTEN?


Acuver darf nicht eingenommen werden


  • wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Betahistin oder einen der sonstigen Bestandteile von Acuver sind.

  • während der Schwangerschaft und Stillzeit

  • wenn Sie unter einem bestimmten Tumor der Nebennieren leiden, der als Phäochromozytom bezeichnet wird


Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Acuver ist erforderlich


  • wenn Sie derzeit oder bereits früher unter einem Magengeschwür leiden bzw. gelitten haben.

  • wenn Sie unter Bronchialasthma leiden (einer Lungenkrankheit, die mit Atemnot einhergeht).

  • wenn Sie unter Nesselsucht (Urtikaria), Hautausschlag (Exanthema) oder Heuschnupfen leiden.

  • wenn Sie einen sehr niedrigen Blutdruck haben.

  • wenn Sie gleichzeitig mit der Einnahme von Acuver mit Arzneimitteln gegen Allergien (Antihistaminika) behandelt werden (siehe auch „Bei Einnahme von Acuver mit anderen Arzneimitteln“).


Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren:

Acuver wird für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht empfohlen, da für diese Altersgruppe keine Erfahrungswerte vorliegen.


Sollte Acuver Lösung zum Einnehmen versehentlich eingeatmet statt geschluckt werden, können keuchender Husten (Bronchospasmus) und ein Blutdruckabfall auftreten.


Bei Einnahme von Acuver mit anderen Arzneimitteln


Die Einnahme von Arzneimitteln gegen Allergien, wie beispielsweise Antihistaminika(insbesondere H1-Antagonisten) gleichzeitig mit Acuver kann die Wirksamkeit beider Arzneimittel beeinträchtigen.


Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.


Bei Einnahme von Acuver zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken


Es wird empfohlen, Acuver während oder nach einer Mahlzeit einzunehmen, um Magenunverträglichkeiten zu vermeiden.



Schwangerschaft und Stillzeit


Sie dürfen Acuver nicht einnehmen, wenn Sie schwanger sind oder stillen.

Es liegen keine hinreichenden Erfahrungen zur Anwendung von Betahistindihydrochlorid bei schwangeren oder stillenden Frauen vor.


Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.


Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen


Eine mögliche Nebenwirkung von Acuver ist Benommenheit. Das Arzneimittel enthält außerdem geringe Mengen Ethanol (Alkohol). Die Einnahme von Acuver kann unter Umständen zu einer Beeinträchtigung Ihres Reaktionsvermögens führen und somit negative Auswirkungen auf Ihre Verkehrstüchtigkeit und Ihre Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen haben. Aus diesem Grund sollten Sie sich nicht an das Steuer eines Fahrzeugs setzen und keine Maschinen bedienen.


Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Acuver


Acuver enthält geringe Mengen Ethanol (Alkohol), weniger als 100 mg pro Einzeldosis.


3. WIE IST ACUVER EINZUNEHMEN?


Nehmen Sie Acuver immer genau nach Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.


Die übliche Dosis für Erwachsene ist

dreimal täglich 1 – 2 Pumpstöße in 1 Glas Wasser (mindestens 100 ml).

Dies entspricht dreimal täglich 8 – 16 mg Betahistindihydrochlorid.

Ein Pumpstoß entspricht 0,8 ml Lösung.

Die Tagesdosis von 6 Pumpstößen bzw. 48 mg sollte nicht überschritten werden.


Art und Dauer der Anwendung

  • Acuver ist zum Einnehmen.

  • Vor der ersten Anwendung den Schraubdeckel entfernen und durch die beiliegende Dosierpumpe ersetzen.

  • Acuver vor der Einnahme in einem Glas Wasser (mindestens 100 ml) verdünnen.

  • Während oder nach einer Mahlzeit trinken.


Dauer der Behandlung

Für ein zufrieden stellendes Ergebnis ist die Behandlung über mehrere Monate durchzuführen.


Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Acuver wird für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht empfohlen, da für diese Altersgruppe keine Erfahrungswerte vorliegen.


Wenn Sie eine größere Menge von Acuver eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie mehr Acuver eingenommen haben, als Sie sollten, können folgende Symptome einer Überdosierung auftreten: Kopfschmerzen, Gesichtsröte, Schwindel, beschleunigter Herzschlag (Tachykardie), niedriger Blutdruck (Hypotonie), Verkrampfungen der Atemwege mit Atemnot (Bronchospasmen), Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe (Ödeme).

Nach Einnahme von sehr hohen Dosen können Krämpfe auftreten.


Wenden Sie sich unverzüglich an Ihren Arzt, wenn Sie eine Überdosierung vermuten!


Wenn Sie die Einnahme von Acuver vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben, sondern nehmen Sie die nächste Dosis wie gewohnt ein.


Wenn Sie die Einnahme von Acuver abbrechen

Unterbrechen oder beenden Sie Ihre Behandlung mit Acuver nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt!


Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.


4. WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?


Wie alle Arzneimittel kann Acuver Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.


Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:


Sehr häufig: mehr als 1 Behandelter von 10

Häufig: 1 bis 10 Behandelte von 100

Gelegentlich: 1 bis 10 Behandelte von 1.000

Selten: 1 bis 10 Behandelte von 10.000

Sehr selten: weniger als 1 Behandelter von 10.000

Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar


Erkrankungen des Nervensystems

Selten: Benommenheit, Druckgefühl im Kopf, Kopfschmerzen


Herzerkrankungen

Selten: Herzklopfen, Engegefühl in der Brust


Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Selten: Übelkeit, Würgreiz, Sodbrennen, Magenbeschwerden und

-schmerzen, Blähungen, Durchfall, Erbrechen


Magenunverträglichkeiten können in den meisten Fällen durch die Einnahme von Acuver während oder nach den Mahlzeiten oder eine Dosisverringerung vermieden werden.


Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr selten: Hautausschlag, Juckreiz (Pruritus), Nesselsucht (Urtikaria)


Allgemeine Erkrankungen

Selten: Hitzewallungen


Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.


  1. WIE IST ACUVER AUFZUBEWAHREN?


Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.


Sie dürfen Acuver nach dem auf dem Umkarton angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Nicht im Kühlschrank lagern oder einfrieren.


60 ml: Innerhalb von 1 Monat nach dem ersten Öffnen verbrauchen.

120 ml: Innerhalb von 2 Monaten nach dem ersten Öffnen verbrauchen.


Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft die Umwelt zu schützen.


6. Weitere INformationen


  1. Was Acuver enthält


Der Wirkstoff ist Betahistindihydrochlorid

1 Pumpstoß entspricht 0,8 ml Lösung und enthält 8 mg Betahistindihydrochlorid.


Die sonstigen Bestandteile sind:

Saccharin-Natrium, Glycerol, Ethanol 96% (V/V), Natriumbenzoat (E 211), Salzsäure 3,5 % (zur Einstellung des pH-Werts), gereinigtes Wasser



Wie Acuver aussieht und Inhalt der Packung


Acuver ist eine klare Lösung zum Einnehmen, mit einer Dosierpumpe aus Plastik.


Behältnis:

Flasche aus Braunglas (Hydrolysefestigkeit Typ III) mit kindergesichertem Schraubdeckel und beiliegender Dosierpumpe.


Packungsgrößen:

60 ml und 120 ml

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.


  1. Pharmazeutischer Unternehmer

CYATHUS Exquirere PharmaforschungsGmbH

Rudolfsplatz 2/1/8

1010 Wien

Österreich


Hersteller


Laboratorio Farmacologico Milanese S.r.l.

Via Monterosso 273

21042 Caronno Pertusella

Italien


Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen


Österreich, Tschechische Republik: Bestin

Bulgarien: Акувер

Deutschland, Dänemark, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Ungarn: Acuver

Frankreich: Betahistine „Cyathus“

Italien: Marak

Portugal, Spanien: Marac


Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt genehmigt im 10/2010.



Anwendungshinweis:



Acuver 8 mg / Pumpstoß Lösung zum Einnehmen

Fachinformation Acuver 8 mg / pumpstoß lösung zum einnehmen


FB Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen Angaben



Fachinformation


FC 1. Bezeichnung des Arzneimittels


Acuver 8 mg / Pumpstoß Lösung zum Einnehmen

Wirkstoff: Betahistindihydrochlorid


FD 2. Qualitative und quantitative Zusammensetzung


1 Pumpstoß (entspricht 0,8 ml Lösung) enthält 8 mg Betahistindihydrochlorid.

Sonstiger Bestandteil: 50 mg/ml Ethanol (96 Vol.-%)


Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.


FE 3. Darreichungsform


Lösung zum Einnehmen.


Klare durchsichtige Flüssigkeit


FG 4. Klinische Angaben


FH 4.1 Anwendungsgebiete


Zur Behandlung von mit funktionellen Störungen des Vestibularapparates assoziierten Schwindelzuständen im Rahmen des Ménièreschen Symptomenkomplexes.


FN 4.2 Dosierung, Art und Dauer der Anwendung


Dosierung bei Erwachsenen

Standarddosis:

dreimal täglich 1 – 2 Pumpstöße (entsprechend dreimal täglich 8 – 16 mg Betahistindihydrochlorid).

Ein Pumpstoß entspricht 0,8 ml Lösung.

Die tägliche Dosis sollte 6 Pumpstöße (entspricht 48 mg Betahistindihydrochlorid) nicht überschreiten.



Kinder und Jugendliche

Acuver wird nicht empfohlen für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren. Die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit bei dieser Patientengruppe wurde bisher nicht in Studien nachgewiesen (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).


Es sind keine Daten über die Anwendung bei Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion verfügbar.


Daten über die Anwendung an älteren Personen stehen nur in begrenztem Umfang zur Verfügung; Betahistin sollte daher in dieser Personengruppe mit besonderer Vorsicht angewandt werden.


Art der Anwendung:

Vor der ersten Anwendung muss der Schraubdeckel entfernt und die beiliegende Dosierpumpe auf die Flasche aufgeschraubt werden.

Die verordnete Dosis wird mittels Dosierpumpe aus der Flasche abgegeben und in neutraler Flüssigkeit (Wasser) verdünnt (Trinkglas mit mindestens 100 ml Wasser).


Acuver ist während oder nach einer Mahlzeit einzunehmen.


Dauer der Behandlung

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem klinischen Bild und dem Krankheitsverlauf. In den meisten Fällen ist eine Langzeitanwendung erforderlich (mehrere Monate).


FI 4.3 Gegenanzeigen


Acuver ist in folgenden Fällen kontraindiziert:

  • Überempfindlichkeit gegen Betahistindihydrochlorid oder einen der sonstigen Bestandteile

  • während der Schwangerschaft und Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6)

  • Phäochromozytom


FK 4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung


Besondere Vorsicht ist bei der Behandlung von Patienten mit folgenden Krankheiten geboten:

  • peptischer Ulkus (auch in der Anamnese), da bei Patienten, die Betahistindihydrochlorid erhalten, gelegentlich Dyspepsie auftreten kann;

  • Bronchialasthma;

  • Urtikaria, Exanthema oder allergische Rhinitis, da sich diese Symptome verschlimmern können;

  • ausgeprägte Hypotonie;

  • gleichzeitige Anwendung von Antihistaminika (siehe Abschnitt 4.5)


Acuver wird nicht empfohlen für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren. Die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit bei dieser Patientengruppe wurde bisher nicht in Studien nachgewiesen (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2).


Acuver enthält geringe Mengen Ethanol (Alkohol), weniger als 100 mg pro Einzeldosis.


Im Falle einer unbeabsichtigten Inhalation von Acuver Lösung zum Einnehmen statt der Aufnahme über den Mund kann es theoretisch zu Bronchospasmen und einem Blutdruckabfall kommen.


FM 4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen


Es wurden keine Wechselwirkungsstudien durchgeführt, insbesondere keine Wechselwirkungsstudien mit Arzneimitteln, die für die oben genannten Anwendungsgebiete häufig zusammen mit Betahistin angewendet werden, wie Vasodilatatoren, psychoaktive Substanzen (Sedativa, Tranquilizer, Neuroleptika), Parasymphatholytika oder Vitamine.


Acuver darf nicht gleichzeitig mit Antihistaminika angewendet werden, da die Ergebnisse aus tierexperimentellen Untersuchungen darauf hindeuten, dass sich diese Wirkstoffe gegenseitig in Bezug auf die Wirksamkeit abschwächen.


Hinweis:

Wird Betahistin im Anschluss an die Behandlung mit Antihistaminika verordnet, muss berücksichtigt werden, dass die meisten Antihistaminika sedierende Wirkungen besitzen und bei abruptem Abbruch der Behandlung unangenehme Entzugserscheinungen auftreten können, wie Schlafstörungen oder Agitation. Daher ist die Behandlung mit Antihistaminika ausschleichend mit kontinuierlicher Dosisverringerung über etwa 6 Tage zu beenden.


FL 4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit


Es liegen keine hinreichenden tierexperimentellen Studien in Bezug auf die Auswirkungen auf Schwangerschaft, embryonale/fetale Entwicklung, Geburt und postnatale Entwicklung vor. Das potentielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt.

Zur Exkretion von Betahistin in die Muttermilch liegen keine Daten vor.

Acuver darf daher nicht während der Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden (siehe Abschnitt 4.3).


FQ 4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen


Während der Einnahme von Acuver können unerwünschte Wirkungen wie Benommenheit auftreten. Außerdem enthält Acuver geringe Mengen Ethanol (Alkohol). Aus diesen Gründen kann die Anwendung von Acuver unter Umständen die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen und somit negative Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen haben.


FJ 4.8 Nebenwirkungen


Die Häufigkeit von Nebenwirkungen wurde wie folgt klassifiziert:


Sehr häufig ( 1/10)

Häufig ( 1/100, <1/10)

Gelegentlich ( 1/1.000, <1/100)

Selten ( 1/10.000, <1/1.000)

Sehr selten (< 1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)



Folgende Nebenwirkungen wurden beobachtet (Auflistung nach Organklassen):


Erkrankungen des Nervensystems

Selten: Benommenheit, Druckgefühl im Kopf, Kopfschmerzen


Herzerkrankungen

Selten: Palpitationen, Engegefühl in der Brust


Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Selten: Übelkeit, Würgreiz, Sodbrennen, Magenbeschwerden
und -schmerzen, Flatulenz, Diarrhö, Erbrechen


Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr selten: Hautausschlag, Pruritus, Urtikaria


Allgemeine Erkrankungen

Selten: Hitzewallungen


Magenunverträglichkeiten können in den meisten Fällen durch die Einnahme von Acuver während oder nach den Mahlzeiten oder eine Dosisverringerung vermieden werden.


FO 4.9 Überdosierung


Symptome einer Überdosierung:


Es wurden nur sehr wenige Fälle von Überdosierung berichtet. In den meisten Fällen traten keine toxischen Zeichen auf. Dosen über 200 mg riefen bei einigen Patienten leichte bis mittelschwere Symptome hervor. Ein einzelner Patient litt nach Einnahme von 728 mg Betahistin unter Krämpfen. In allen Fällen klangen die Symptome wieder vollständig ab.


Im Falle einer Überdosierung sind Wirkungen analog zu den Wirkungen von Histamin zu erwarten, die sich in folgenden Symptomen äußern: Kopfschmerzen, Gesichtsröte, Schwindel, Tachykardie, Hypotonie, Bronchospasmen und Ödeme, die vor allem die Schleimhaut der oberen Atemwege betreffen (Quincke-Ödem).


Ein spezifisches Gegenmittel gibt es nicht. Neben allgemeinen Maßnahmen, die auf eine Entgiftung abzielen (Magenspülung, Gabe von Aktivkohle), erfolgt die Behandlung symptomatisch.


FF 5. Pharmakologische Eigenschaften


F1 5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften


Pharmakotherapeutische Gruppe: Antivertiginosa

ATC-Code: N07 CA01


Betahistin ist eine Verbindung aus der Gruppe der Beta-2-Pyridylalkylamine.


Betahistin ist strukturverwandt mit dem endogenen Amin Histamin.


Der genaue Wirkmechanismus von Betahistin auf biochemischer Ebene sowie seine Rezeptorspezifität und -affinität sind bislang nicht geklärt.


Tierversuche haben gezeigt, dass die Blutzirkulation in den Striae vascularis des Innenohres verbessert wird. Dieser Effekt ist wahrscheinlich auf eine Relaxierung der präkapillaren Sphinkter in der Mikrozirkulation des Innenohres zurückzuführen.


In pharmakologischen Studien zeigte sich, dass Betahistin im ZNS und autonomen Nervensystem schwache H1-agonistische und beträchtliche H3-antagonistische Wirkungen ausübt. Ferner zeigte sich ein dosisabhängiger inhibitorischer Effekt von Betahistin auf die Aktivität der lateralen und medialen Vestibularkerne. Die Bedeutung dieser Beobachtungen in Bezug auf die Behandlung des Ménièreschen Symptomenkomplexes bleibt jedoch unklar.


F2 5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften


Reines Betahistindihydrochlorid konnte bisher im menschlichen Organismus nicht nachgewiesen werden (unterhalb der Nachweisgrenze). Die Plasmakonzentrationen und die Plasma-Halbwertszeit werden daher mit Hilfe von radioaktiv markiertem Betahistindihydrochlorid und anhand der Konzentration des inaktiven Hauptmetaboliten, 2-Pyridylessigsäure, im Urin bestimmt.


Resorption

Betahistindihydrochlorid wird nach der Einnahme rasch und vollständig resorbiert. Die maximale Plasmakonzentration von C14-markiertem Betahistindihydrochlorid wurde bei nüchternen Freiwilligen etwa 1 Stunde nach der Einnahme erreicht. Die absolute Bioverfügbarkeit von Betahistindihydrochlorid ist nicht bekannt.


Verteilung

Das Verteilungsvolumen von Betahistindihydrochlorid ist nicht bekannt.

Die Plasmaproteinbindung beim Menschen beträgt unter 5%.


Metabolismus

Betahistindihydrochlorid wird in der Leber rasch zu seinem inaktiven Hauptmetaboliten 2-Pyridylessigsäure und zu Desmethyl-Betahistin abgebaut.


Elimination

Rund 90% der verabreichten Dosis werden innerhalb von 24 Stunden in Form des Hauptmetaboliten im Urin ausgeschieden. Im Urin sind nur Spuren von Desmethyl-Betahistindihydrochlorid nachweisbar. Die biliäre Ausscheidung stellt keinen bedeutsamen Eliminationsweg für den Wirkstoff oder einen seiner Metaboliten dar.



F3 5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit


Chronische Toxizität

Studien zur oralen chronischen Toxizität von Betahistindihydrochlorid wurden an Ratten über einen Zeitraum von 18 Monaten und an Hunden über 3 und 6 Monate durchgeführt. Dabei wurden Dosen von 500 mg/kg/Tag (Ratten) und 25 mg/kg/Tag (Hunde) ohne Veränderung der klinisch-chemischen und der hämatologischen Parameter vertragen. Auch die histologischen Befunde zeigten sich unverändert. Nach Erhöhung der Dosis auf 300 mg/kg traten bei den Hunden Erbrechen, Gewichtsreduktion und vorübergehende leichte Anämie auf. In Studien mit Betahistin an Ratten über 6 Monate ergaben die histologischen Befunde für die mit 39 mg/kg behandelte Gruppe Hyperämien in der Milz; in den Gruppen, die eine höhere Dosis erhielten, wurden zusätzlich Hyperämien in Leber und Nieren beobachtet, zum Teil verbunden mit Zellatrophien und Zelldegenerationen. Diese Beobachtungen wurden auf die hohe Dosis der vasoaktiven Substanzen zurückgeführt.


Mutagenes und kanzerogenes Potenzial

Zur Mutagenität und Kanzerogenität von Betahistin und dessen Salzen liegen keine Daten vor.


Reproduktionstoxizität

Betahistin und seine Salze sind im Tierexperiment nur unzureichend auf reproduktionstoxische Eigenschaften geprüft worden. In den beiden im Rahmen einer Embryo-Fetotoxizitätsstudie am Kaninchen untersuchten Dosierungen (10, 100 mg/kg/Tag) lagen die embryofetalen Verluste höher als in der Kontrollgruppe. Eine erhebliche Wirkung von Betahistin kann nicht ausgeschlossen werden.


FR 6. Pharmazeutische Angaben


F7 6.1 Liste der sonstigen Bestandteile


Saccharin-Natrium

Glycerol

Ethanol 96% (V/V)

Natriumbenzoat (E 211)

Salzsäure 3,5 % (zur Einstellung des pH-Werts)

Gereinigtes Wasser


FS 6.2 Inkompatibilitäten


Nicht zutreffend.


FT 6.3 Dauer der Haltbarkeit


4 Jahre.

120 ml: 2 Monate nach dem ersten Öffnen.

60 ml: 1 Monat nach dem ersten Öffnen.



FX 6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung


In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Nicht im Kühlschrank lagern oder einfrieren.


FY 6.5 Art und Inhalt des Behältnisses


Flasche aus Braunglas (Hydrolysefestigkeit Typ III) mit kindergesichertem Schraubdeckel und beiliegender Dosierpumpe (Plastik).


Packungsgrößen:

60 ml und 120 ml

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.


F4 6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung


Keine besonderen Anforderungen.


FZ 7. Inhaber der Zulassung


CYATHUS Exquirere PharmaforschungsGmbH

Rudolfsplatz 2/1/8

1010 Wien

Österreich

Tel.: 0043 (0)1 246 46 0
Fax: 0043 (0)1 246 46 666

E-Mail: office@cyathus.eu


F5 8. Zulassungsnummer


72778.00.00


F6 9. Datum der Erteilung der Zulassung


23.04.2009


F10 10. Stand der Information


10/2010


F11 11. Verkaufsabgrenzung


Verschreibungspflichtig

Acuver 8 mg / Pumpstoß Lösung zum Einnehmen