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Adamon kaps



Gebrauchsinformation Adamon kaps

Gebrauchsinformation Adamon Kaps, 50 mg Stand: August 2012


Hartkapsel

Wortlaut der für die Packungsbeilage vorgesehenen Angaben


Gebrauchsinformation: Information für den Anwender


Adamon® Kaps 50 mg, Hartkapseln


Wirkstoff: Tramadolhydrochlorid


Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses Arzneimittels beginnen.


  • Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

  • Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.

  • Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese dieselben Beschwerden haben wie Sie.

  • Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind .


Was in dieser Packungsbeilage steht


  1. Was sind Adamon Kaps und wofür werden sie angewendet?

  2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Adamon Kaps beachten?

  3. Wie sind Adamon Kaps einzunehmen?

  4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

  5. Wie sind Adamon Kaps aufzubewahren?

  6. Inhalt der Packung und weitere Informationen



1. Was sind Adamon Kaps und wofür werden sie angewendet?


In dieser Packungsbeilage wird das Medikament "Adamon Kaps, 50 mg Hartkapseln" als "Adamon Kaps" bezeichnet.


Adamon Kaps gehören zur Arzneimittelgruppe der Analgetika, die auch als Schmerzmittel oder Schmerzlinderer bezeichnet werden. Tramadolhydrochlorid (der Wirkstoff in Adamon Kaps) unterbricht die an das Gehirn gesendeten Schmerzsignale und bewirkt außerdem im Gehirn, dass diese Schmerzsignale nicht empfunden werden. Das bedeutet, dass Adamon Kaps das Auftreten der Schmerzen zwar nicht verhindern können, aber dass Sie diese Schmerzen weniger stark empfinden.


Adamon Kaps werden angewendet zur Behandlung von mäßig starken bis starken Schmerzen (zum Beispiel bei Schmerzen nach einer Operation bzw. nach einer Verletzung).


2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Adamon Kaps beachten?

Adamon Kaps dürfen nicht eingenommen werden


wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegenüber Tramadolhydrochlorid, einem der sonstigen Bestandteile sind (siehe Abschnitt 6 "Weitere Informationen"), was sich durch Hautausschlag, eine Schwellung im Gesicht oder Atembeschwerden äußert.

  • wenn Sie gleichzeitig MAO-Hemmstoffe zur Behandlung einer Depression einnehmen oder innerhalb der letzten zwei Wochen eingenommen haben (siehe Abschnitt 2 "Bei Einnahme von Adamon Kaps mit anderen Arzneimitteln").

  • wenn Sie an Epilepsie leiden und diese durch Behandlung nicht kontrolliert werden kann.

  • wenn Sie sich nach dem Konsum von Alkohol benebelt oder betrunken fühlen.

  • wenn Sie mehr als die verschriebene Dosis von Ihren Schlafmitteln, Neuroleptika, Antidepressiva (Neuroleptika und Antidepressiva sind Medikamente, die sich auf die Stimmung bzw. die Gemütsverfassung auswirken) oder von anderen Schmerzmitteln eingenommen haben, wodurch Ihre Atmung und Ihre Reaktionen verlangsamen können.


Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmenl

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Adamon Kaps einnehmen


  • Wird das Medikament über einen längeren Zeitraum eingenommen, kann sich in seltenen Fällen eine Abhängigkeit entwickeln.

  • In seltenen Fällen besteht die Möglichkeit, dass Adamon Kaps zu Krämpfen (Krampfanfällen) führen. Dieses Risiko wird noch verstärkt, wenn Sie mehr als die empfohlene tägliche Höchstdosis bzw. wenn Sie gleichzeitig Antidepressiva oder Neuroleptika einnehmen.

  • Falls Sie zu Medikamentenabhängigkeit oder Arzneimittelmissbrauch neigen, sollten Sie Adamon Kaps nur über einen kurzen Zeitraum einnehmen. Bitte informieren Sie Ihren Arzt darüber, damit er/sie gegebenenfalls Ihre Schmerzbehandlung enger überwachen kann.

  • Dieses Präparat darf nicht für die Behandlung von Entzugssymptomen bei Drogenabhängigen eingesetzt werden.


Informieren Sie Ihren Arzt


- wenn Sie schwanger sind oder stillen.

- wenn Sie Adamon Kaps oder ein anderes Tramadolhydrochlorid enthaltendes Medikament bereits einmal über längere Zeit eingenommen haben.

- wenn Sie morphiumsüchtig sind.

- wenn Sie allergisch auf morphiumähnliche Medikament reagiert haben.

- wenn Sie ernste Leber- oder Nierenerkrankungen haben.

- wenn Sie vor kurzem eine Verletzung am Kopf erlitten haben oder unter sehr starken Kopfschmerzen mit Erbrechen leiden.

- wenn Sie irgendwann einmal Krämpfe (Krampfanfälle) hatten oder an Epilepsie leiden.

- wenn Sie Asthma oder Atembeschwerden haben.

- wenn Sie sich vor kurzem verwirrt, müde oder schwach gefühlt haben, oder in Ohnmacht gefallen sind.

- wenn Sie andere Medikamente einnehmen.

- wenn Sie sich demnächst einer Operation unter Vollnarkose unterziehen müssen.


Sollte einer der vorstehenden Punkte bei Ihnen zutreffen, müssen Sie Ihren Arzt darüber in Kenntnis setzen, weil dieser dann möglicherweise Ihre Behandlung ändern wird.


Kinder

Adamon Kaps ist nicht für die Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren bestimmt.


Ältere Menschen

Bei älteren Menschen können die Dosierungsabstände verlängert sein (siehe Dosierungsanleitung).


Einnahme von Adamon Kaps mit anderen Arzneimitteln:

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/ anzuwenden.

- Nehmen Sie Adamon Kaps nicht ein, wenn Sie gleichzeitig MAO‑Hemmstoffe (Moclobemid oder Phenelzin gegen Depression bzw. Selegilin bei Parkinsonscher Erkrankung) erhalten oder während der letzten 14 Tage angewendet haben.

- Die schmerzlindernde Wirkung von Adamon Kaps kann abgeschwächt und/oder verkürzt werden, wenn Sie gleichzeitig Medikamente einnehmen, die folgende Wirkstoffe enthalten:
- Carbamazepin (wird zur Behandlung von Epilepsie eingesetzt)

- Buprenorphin, Nalbuphin oder Pentazocin (Schmerzmittel)

- Ondansetron (gegen Übelkeit).

Der Arzt wird Ihnen sagen, ob und in welcher Dosis Sie Adamon Kaps einnehmen sollen.

- In einzelnen Fällen können sich die Nebenwirkungen von selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI) bei einer gleichzeitigen Einnahme mit Tramadol verstärken. Adamon Kaps können die Wirkung dieser Medikamente erhöhen und könnten zu einem 'Serotoninsyndrom' führen, das sich in Symptomen wie Verwirrtheit, Ruhelosigkeit, Zittern, Fieber, Schwitzen und Durchfall äußert.

- Medikamente, die zur Behandlung von Epilepsie angewendet werden, können sehr selten Krämpfe (Krampfanfälle) auslösen. Wenn Sie jedoch gleichzeitig Adamon Kaps einnehmen steigt die Wahrscheinlichkeit für einen Krampfanfall. Befragen Sie unbedingt Ihren Arzt dazu!

- Arzneimittel, die auf das Nervensystem wirken (wie zum Beispiel Hypnotika, Beruhigungsmittel, Schlaftabletten und Schmerzmittel) können bewirken, dass Sie sich schläfriger oder kraftloser fühlen, wenn Sie diese zusammen mit Adamon Kaps einnehmen.

- Gerinnungshemmende Mittel zur Blutverdünnung, wie zum Beispiel Warfarin: Die Wirksamkeit dieser Medikamente kann sich durch die gleichzeitige Einnahme von Adamon Kaps verändern.


Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Zahnarzt, wenn Sie diese Medikamente einnehmen.


Bei Einnahme von Adamon Kaps zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Sie können Adamon Kaps mit ausreichend Wasser zusammen mit oder ohne eine Mahlzeit einnehmen. Während der Behandlung mit diesem Medikament sollten Sie keinen Alkohol trinken.


Schwangerschaft und Stillzeit und Zeugungs-/Gebärfähigkeit


Sie sollten Adamon Kaps während der Schwangerschaft bzw. in der Stillzeit nicht einnehmen.

Fragen Sie vor der Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat. Bitte informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie während der Behandlung schwanger werden sollten.


Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen:

Adamon Kaps kann zu Benommenheit führen, insbesondere dann, wenn das Medikament zusammen mit Alkohol, Antihistaminika oder anderen Arzneimitteln, die zu Benommenheit führen können, eingenommen wird. Fahren Sie nicht Auto bzw. bedienen Sie keine elektrischen Werkzeuge oder Maschinen, wenn Sie sich nicht sicher sind, wie Adamon Kaps bei Ihnen wirkt!


3. Wie sind Adamon Kaps einzunehmen?

Nehmen Sie Adamon Kaps immer genau nach der Anweisung des Arztes ein.


WICHTIG: Der Arzt wählt die für Sie oder Ihr Kind geeignete Dosis aus. Die Anzahl der einzunehmenden Kapseln steht eindeutig auf dem Etikett, das Ihr Apotheker auf das Medikament klebt. Ist das nicht der Fall bzw. wenn Sie sich nicht ganz sicher sind, fragen Sie bitte bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach.


Die Kapseln sind unzerkaut (im Ganzen) mit ausreichend Wasser einzunehmen.


Falls Sie Schwierigkeiten beim Schlucken haben, dürfen Sie die Kapseln öffnen. Sie müssen diese sehr vorsichtig über einem Löffel öffnen, indem Sie an jedem Kapselende ziehen und drehen, damit alle Pellets auf dem Löffel verbleiben. Zerkauen Sie diese nicht und schlucken Sie sämtliche Pellets mit ausreichend Wasser.


Dosierung bei Erwachsenen und Jugendlichen über 12 Jahre

Anfangs beträgt die Dosis 50 – 100 mg zweimal täglich, jeweils morgens und abends. Entsprechend Ihres Bedarfs kann Ihr Arzt diese Dosis bis auf 150 bis 200 mg zweimal täglich erhöhen. Im Normalfall sollten Sie Adamon Kaps alle 4 ‑ 8 Stunden einnehmen.


Die übliche Tagesgesamtdosis beträgt 400 mg. Die Ihnen verschriebene Tagesdosis hängt von der Intensität Ihrer Schmerzen ab.


Dosierung bei Kindern

Unter 12 Jahre: Adamon Kaps sollten von Kindern unter 12 Jahren nicht eingenommen werden.


Dosierung bei älteren Patienten

Bei älteren Patienten kann der Arzt die Häufigkeit der Kapseleinnahme herabsetzen.


Dosierung bei Patienten mit Leber - oder Nierenerkrankungen

Wenn Sie unter einer schweren Leber- und/oder Nierenerkrankung leiden, sollten Sie Adamon Kaps nicht einnehmen. In leichten oder mäßig schweren Fällen kann Ihr Arzt empfehlen, den Zeitabstand zwischen der Tabletteneinnahme zu verlängern.


Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn

- Sie sich nicht sicher sind, wie viele Kapseln Sie nehmen sollen und wann.

- Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung zu stark oder zu schwach ist.


Wenn Sie eine größere Menge von Adamon Kapseingenommen haben, als Sie sollten

Falls Sie versehentlich mehr Kapseln eingenommen haben als man Ihnen verschrieben hat, informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker und kontaktieren Sie, falls erforderlich, die Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses. Denken Sie daran, die Packung sowie eventuelle Restbestände des Arzneimittels mitzunehmen.


Wenn Sie die Einnahme von Adamon Kaps vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.


Wenn Sie die Anwendung von Adamon Kapsabbrechen

Brechen Sie die Behandlung mit Adamon Kaps nicht ohne vorherige Rücksprache mit Ihrem Arzt ab oder verringern Sie die Dosis! Im Allgemeinen treten keine Nachwirkungen auf, wenn die Behandlung mit Adamon Kaps beendet wird. Patienten, die Adamon Kaps eine Zeit lang eingenommen haben, können sich jedoch in seltenen Fällen unwohl fühlen, wenn sie die Behandlung abrupt abbrechen. Sie können sich körperlich unruhig, ängstlich, nervös oder zittrig fühlen. Sie können überaktiv sein, Schlafschwierigkeiten und Magen-Darm-Probleme bekommen. Wenn Sie irgendwelche Beschwerden dieser Art bei sich bemerken, nachdem Sie die Einnahme von Adamon Kaps abgebrochen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt.


Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.


4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?


Wie alle Arzneimittel kann Adamon Kaps Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.


Zu den schwersten Nebenwirkungen, die auftreten können, zählen allergische Reaktionen (Schwierigkeiten beim Atmen, pfeifendes Atemgeräusch und Schwellung im Gesicht oder im Rachen), anaphylaktische Reaktionen (eine extreme allergische Reaktion, die zu Schwierigkeiten beim Atmen, zu Veränderungen bei der Herzfrequenz, zu Bewusstlosigkeit, Kollaps bzw. zu Ohnmacht aufgrund eines Abfalls beim Blutdrucks führen kann) oder Krämpfe (Krampfanfälle). Falls Sie eines dieser Symptome bei sich feststellen, müssen Sie die Einnahme von Adamon Kaps sofort einstellen und einen Arzt zu Rate ziehen.


Sehr häufig (mehr als 1 von 10 Behandelten)

- Schwindelgefühl

- Erbrechen und Übelkeit


Häufig (weniger als 1 von 10, aber mehr als 1 von 100 Behandelten)

- Kopfschmerzen, Benommenheit

- Müdigkeit (Antriebslosigkeit)

- Verstopfung, trockener Mund

- Schwitzen


Gelegentlich (weniger als 1 von 100, aber mehr als 1 von 1.000 Behandelten)

- Schneller Herzschlag, Herzklopfen, plötzlicher Abfall des Blutdrucks. Diese Nebenwirkungen können insbesondere bei intravenöser Gabe sowie bei Patienten auftreten, die sich in einer körperlichen Stresssituation befinden.

- Juckreiz, Hautausschlag

- Brechreiz, Magendruck, Völlegefühl


Selten (weniger als 1 von 1.000, aber mehr als 1 von 10.000 Behandelten)

- Allergische Reaktionen, wie zum Beispiel Schwierigkeiten beim Atmen, pfeifendes Atemgeräusch, Schwellung im Gesicht oder im Rachen

- Anaphylaktische Reaktionen (eine extreme allergische Reaktion)

- Appetitveränderungen

- Psychische Wirkungen; unter anderem Stimmungsveränderungen, Veränderungen im Aktivitätsverhalten und beim Wahrnehmungsvermögen, Halluzinationen, Verwirrung, Ruhelosigkeit, Schlafstörungen und Albträume.

- Krämpfe (Krampfanfälle)

- Kribbelndes Gefühl und Zittern

- Langsamer Herzschlag, Anstieg beim Blutdruck

- Muskelschwäche

- Schwierigkeiten beim Wasserlassen und Harnverhalten

- Verschwommene Sicht


Sehr selten (weniger als 1 von 10.000 Behandelten, oder unbekannt)

- Gesichtsrötung

- Schwindelanfälle (man fühlt sich schwindlig bzw. alles "dreht" sich)

- Asthma und Schwierigkeiten beim Atmen

- Erhöhte Leberenzymwerte


Entzugserscheinungen: Dazu zählen unter anderem allgemeine körperliche Unruhe, Angst, Nervosität, Schlafschwierigkeiten, Ruhelosigkeit, Zittern und Magen-Darm-Probleme (siehe Abschnitt 3: "Wie sind Adamon Kaps einzunehmen?")


Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.


5. Wie sind Adamon Kaps aufzubewahren?


- Nicht über 30°C lagern.

- In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.

- Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

- Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

- Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft die Umwelt zu schützen.


6. Inhalt der Packung und weitere Informationen


Was Adamon Kaps enthält:

Der Wirkstoff ist Tramadolhydrochlorid.

Adamon Kapsenthalten 50 mg Tramadolhydrochlorid.


Die sonstigen Bestandteile des Kapselinhalts sind:

Calciumhydrogenphosphat, wasserfrei

Magnesiumstearat

Hochdisperses Siliciumdioxid.


Die Kapsel enthält:

Gelatine

Titandioxid (E 171)


Die Drucktinte enthält:

Schellack

Eisenoxid, schwarz (E 172)

Propylenglykol

Ammoniumhydroxid


Wie Adamon Kaps ausieht und Inhalt der Packung


Hartkapseln mit sofortiger Wirkstofffreisetzung. Adamon Kapssind weiß und mit dem Aufdruck "T50" gekennzeichnet.


Alle Kapseln sind in Blisterpackungen aus PVC/PVDC/Aluminium mit je 10 Kapseln verpackt. Jede Originalpackung enthält 10, 30, 50 Kapseln pro Packung. Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.


Pharmazeutischer Unternehmer & Hersteller


MEDA Pharma GmbH & Co. KG

Benzstraße 1

61352 Bad Homburg

Tel. Nr.: (06172) 888-01

Fax Nr.: (06172) 888-2740


Hersteller


Temmler Pharma GmbH & Co. KG

Temmlerstr. 2

35039 Marburg

Telefon: (06421) 494 0

Fax Nr.: (06421) 494 201



Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:


Italien

Tramadolo Viatris

Deutschland

Adamon® Kaps


Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im September 2012


Seite 12 Version August 2012

Adamon Kaps

Fachinformation Adamon kaps




Fachinformation


1. Bezeichnung des Arzneimittels

Adamon Kaps 50 mg, Hartkapseln


2. Qualitative und quantitative Zusammensetzung

Jede Hartkapsel Adamon enthält 50 mg Tramadolhydrochlorid.

.


Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.


3. Darreichungsform

Hartkapsel

Weiße Hartkapseln mit dem Aufdruck "T50".



4. Klinische Angaben

4.1 Anwendungsgebiete

Zur Behandlung von mäßig starken bis starken Schmerzen.

4.2 Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Die Kapseln sind unzerkaut (im Ganzen) mit ausreichend Flüssigkeit - unabhängig von den Mahlzeiten - einzunehmen.


Die Dosis ist auf die Intensität der Schmerzen und das Ansprechen des einzelnen Patienten abzustimmen. Generell ist die niedrigste wirksame Dosis zur Erreichung der Schmerzfreiheit zu wählen.


Dosierung bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren

Bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren beträgt die empfohlene (Einzel-)Dosis bei mäßig starken Schmerzen 50 mg Tramadolhydrochlorid (1 Kapsel). Tritt innerhalb von 30 - 60 Minuten keine Schmerzbefreiung ein, wird eine zweite Einzeldosis von 50 mg Tramadolhydrochlorid (1 Kapsel) gegeben.


Ist bei starken Schmerzen eine entsprechende Schmerzfreiheit nicht zu erreichen, werden als Einzeldosis 100 mg Tramadolhydrochlorid (2 Kapseln) eingenommen.


Die Wirkung von Tramadolhydrochlorid hält je nach Stärke der Schmerzen bei Anwendung therapeutischer Dosen durchschnittlich 4 - 8 Stunden an.


Eine Tagesgesamtdosis von 400 mg Tramadolhydrochlorid (8 Kapseln) sollte nur unter besonderen klinischen Umständen überschritten werden. Bei starken Schmerzen nach Operationen oder bei der Behandlung von Tumorschmerzen können deutlich höhere Dosen erforderlich sein.


Dosierung bei Kindern

Adamon Hartkapseln sind nicht für Kinder unter 12 Jahren geeignet.


Dosierung bei geriatrischen Patienten

Bei Patienten bis zu 75 Jahren ohne klinisch manifeste Leber- oder Niereninsuffizienz ist normalerweise keine Dosisanpassung notwendig. Bei älteren Patienten über 75 Jahren kann die Eliminationszeit verlängert sein. Daher ist das Dosisintervall, falls erforderlich, entsprechend der Bedürfnisse des Patienten zu verlängern.


Niereninsuffizienz/Dialyse und Beeinträchtigung der Leberfunktion


Bei Patienten mit Nieren- und/oder Leberinsuffizienz ist die Ausscheidung von Tramadol verzögert. Bei diesen Patienten sollte eine Verlängerung des Dosisintervalls gemäß den Bedürfnissen des Patienten in Betracht gezogen werden.


Die Anwendung von Adamon Hartkapseln bei Patienten mit schwerer Leber- und/oder Niereninsuffizienz wird nicht empfohlen.


Hinweis

Die empfohlenen Dosierungen sind als Anhaltswerte aufzufassen.

Grundsätzlich sollte die kleinste analgetisch wirksame Dosis gewählt werden. Bei der Therapie chronischer Schmerzen ist der Dosierung nach einem festen Zeitplan der Vorzug zu geben.


Tramadol sollte auf keinen Fall länger als für eine Schmerzkontrolle unbedingt notwendig angewendet werden. Wenn entsprechend Art und Schwere der Erkrankung eine länger andauernde Schmerzbehandlung mit Tramadol erforderlich erscheint, sollte eine sorgfältige und in kurzen Abständen regelmäßige Überprüfung erfolgen (ggf. durch Einlegen von Anwendungspausen), ob und inwieweit ein medizinisches Erfordernis weiter besteht.


4.3 Gegenanzeigen

Tramadol darf nicht angewendet werden

  • bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Tramadolhydrochlorid oder einen der sonstigen Bestandteile,

  • bei akuten Vergiftungen mit Alkohol, Schlafmitteln, zentral wirksamen Analgetika, Opioiden oder Psychopharmaka.,

  • bei Patienten, die MAO-Inhibitoren (spezielle Arzneimittel gegen Depressionen) erhalten oder diese innerhalb der letzten 14 Tage vor der Therapie mit Adamon Hartkapseln angewendet haben.

  • bei Patienten mit unkontrollierter Epilepsie.


Tramadol darf nicht zur Drogensubstitution angewendet werden.


4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung


Warnhinweise

Tramadol hat ein geringes Abhängigkeitspotential. Bei längerem Gebrauch können sich Toleranz, psychische und physische Abhängigkeit entwickeln. Bei therapeutischer Dosierung wurde über Entzugssymptome mit einer Frequenz von 1 zu 8.000 berichtet. Berichte über Abhängigkeit und Missbrauch waren weniger häufig. Die klinische Notwendigkeit einer länger dauernden Schmerzbehandlung sollte daher regelmäßig überprüft werden.

Bei Patienten, die zu Arzneimittelmissbrauch oder Arzneimittelabhängigkeit neigen, ist eine Behandlung nur über einen kurzen Zeitraum und unter strengster ärztlicher Kontrolle durchzuführen.


Adamon Hartkapseln eignen sich nicht als Ersatzdroge bei opiatabhängigen Patienten. Obwohl Tramadol ein Opiat-Agonist ist, kann es Morphinentzugssymptome nicht unterdrücken.


Vorsichtsmaßnahmen

Bei der Einnahme in der empfohlenen Dosierung ist über Krampfanfälle berichtet worden. Ein erhöhtes Risiko kann bei der Verabreichung von Dosierungen bestehen, die über die empfohlene Tagesdosis (400 mg) hinausgehen. Bei gleichzeitiger Gabe von Arzneimitteln, welche die Krampfschwelle erniedrigen, kann Tramadol das Risiko von Krampfanfällen erhöhen (siehe Abschnitt 4.5). Patienten, die an Epilepsie leiden oder zu Krampfanfällen neigen, sollten nur in zwingenden Ausnahmefällen mit Tramadol behandelt werden.


Tramadol darf nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung und entsprechenden Vorsichts­maßnahmen angewendet werden bei:

  • Abhängigkeit von Opioiden,

  • Bewusstseinsstörungen unklarer Genese, Schock,

  • Störungen des Atemzentrums und der Atemfunktion,

  • Zuständen mit erhöhtem Hirndruck bei Kopfverletzungen oder Erkrankungen des Gehirns.

Bei Patienten, die auf Opiate empfindlich reagieren oder eine starke Einschränkung der Nieren- und Leberfunktion aufweisen, sollte das Arzneimittel nur mit Vorsicht angewendet werden.


4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Bei Vormedikation mit MAO-Hemmstoffen innerhalb der letzten 14 Tage vor einer Gabe des Opioids Pethidin sind lebensbedrohliche Wechselwirkungen gesehen worden, die Zentralnervensystem sowie Atmungs- und Kreislauffunktion betrafen. Dieselben Wechselwirkungen mit MAO-Hemmstoffen sind auch bei Tramadol nicht auszuschließen (siehe Abschnitt 4.3).


Bei gleichzeitiger Anwendung von Tramadol und Substanzen, die ebenfalls dämpfend auf das zentrale Nervensystem wirken, einschließlich Alkohol, ist mit einer gegenseitigen Verstärkung der zentralen Effekte zu rechnen (siehe Abschnitt 4.8).


Tramadol kann Krämpfe auslösen und das Potential von selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRIs), Serotonin-Norepinephrin-Wiederaufnahmehemmern (SNRIs), trizyklischen Antidepressiva, Antipsychotika und anderen Arzneimitteln, die die Krampfschwelle senken (wie Bupropion, Mirtazapin, Tetrahydrocannabinol) für die Auslösung von Krämpfen erhöhen.


Die gleichzeitige therapeutische Anwendung von Tramadol und serotonergen Arzneimitteln, wie zum Beispiel selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRIs), Serotonin-Norepinephrin-Wiederaufnahmehemmern (SNRIs), MAO-Hemmern (siehe Abschnitt 4.3), trizyklischen Antidepressiva und Mirtazapin kann zu einer Serotoninintoxikation führen. Ein Serotonin-Syndrom ist wahrscheinlich, wenn eines der folgenden Symptome beobachtet wird:

  • spontaner Klonus

  • induzierbarer oder okulärer Klonus mit Erregung oder Diaphorese

  • Tremor und Hyperreflexie

  • Hypertonie sowie eine Körpertemperatur > 38°C, und induzierbarer oder okulärer

Klonus.


Das Absetzen der serotonergen Arzneimittel führt normalerweise zu einer schnellen Besserung. Die Behandlung hängt von der Art und Schwere der Symptome ab.


Die gleichzeitige Gabe von Adamon Hartkapseln und Carbamazepin führt zu deutlich erniedrigten Serumkonzentrationen von Tramadol, welche eine Verringerung des analgetischen Effektes bewirken können und die Wirkungsdauer verkürzen können.


An Patienten, die gleichzeitig mit Cumarin-Derivaten (z. B. Warfarin) behandelt werden, sollte Tramadol nur mit Vorsicht verabreicht werden, da bei einigen Patienten eine erhöhte INR und Ekchymosen beobachtet wurden.


Die Kombination von gemischten Agonisten/Antagonisten (z. B. Buprenorphin, Nalbuphin, Pentazocin) und Tramadol ist nicht empfehlenswert, da theoretisch die Möglichkeit besteht, dass die analgetische Wirkung eines reinen Agonisten unter diesen Umständen abgeschwächt wird.


Die analgetische Wirkung von Tramadol wird zum Teil durch die Hemmung der Wiederaufnahme von Noradrenalin und die Steigerung der Freisetzung von Serotonin (5-HT) vermittelt. In Untersuchungen erhöhte die prä- oder postoperative Applikation des 5‑HT3‑Antagonisten Ondansetron bei Patienten mit postoperativen Schmerzen den Bedarf an Tramadol.


Es gibt keine Wechselwirkungen mit Nahrungsmitteln.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft:

Adamon Hartkapseln sollten während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, da es keine ausreichenden Beweise über die Unbedenklichkeit von Tramadol bei schwangeren Frauen gibt. Falls jedoch in der Schwangerschaft eine Schmerzbehandlung mit Opioiden angezeigt ist, ist die Anwendung auf die Gabe von Einzeldosen zu beschränken. Eine chronische Anwendung von Adamon Hartkapseln ist in der Schwangerschaft zu vermeiden, da Tramadol die Plazenta passiert und deshalb Entzugserscheinungen beim Neugeborenen auftreten können. Vor oder während der Geburt gegeben, beeinflusst Tramadol nicht die Kontraktionsfähigkeit des Uterus. Bei Neugeborenen kann es zu Veränderungen der Atemfrequenz führen, die aber in der Regel klinisch nicht bedeutsam sind.


Stillzeit:

Adamon Hartkapseln sollten während der Stillzeit nicht angewendet werden, da Tramadol und seine Metaboliten in der Muttermilch nachgewiesen worden sind. Ein Anteil von etwa 0,1% der applizierten Dosis kann in die Muttermilch ausgeschieden werden.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Adamon Hartkapseln können auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird. Diese Wirkung kann durch Alkohol, bei Behandlungsbeginn und Präparatewechsel sowie auch im Zusammenwirken mit anderen zentral dämpfend wirkenden Arzneimitteln oder Antihistaminen verstärkt werden. Betroffene Patienten müssen darauf hingewiesen werden, dass sie kein Fahrzeug führen oder Maschinen bedienen dürfen.

4.8 Nebenwirkungen


Die am häufigsten berichteten Arzneimittelnebenwirkungen sind Übelkeit und Schwindel, die jeweils bei mehr als 10 Prozent der Patienten auftraten.


Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.


Funktionsstörungen des Herzens:

Gelegentlich (>1/1.000 bis <1/100): Beeinflussung der Kreislaufregulation (Palpitation, Tachykardie, orthostatische Hypotonie oder Kreislaufkollaps). Diese Nebenwirkungen können insbesondere bei intravenöser Applikation und unter körperlicher Belastung auftreten.

Selten (>1/10.000 bis <1/1.000): Bradykardie und Blutdruckanstieg


Störungen des Nervensystems:

Sehr häufig (>1/10): Schwindel

Häufig (>1/100 bis 1/10): Kopfschmerz, Benommenheit

Selten (>1/10.000 bis < 1/1.000): Epileptiforme Krampfanfälle traten überwiegend nach Anwendung hoher Tramadol-Dosierungen auf oder nach gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, welche die Krampfschwelle erniedrigen oder selbst krampfauslösend wirken können (z. B. Antidepressiva oder Neuroleptika, siehe Abschnitt 4.5 "Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen").

Paraesthesie und Tremor

Sehr selten (< 1/10.000): Vertigo


Augenleiden:

Selten (>1/10.000 bis <1/1.000): Verschwommene Sicht


Respiratorische, thorakale und mediastinale Funktionsstörungen:

Über eine Verschlimmerung von Asthma wurde berichtet, obwohl ein kausaler Zusammenhang nicht bewiesen werden konnte.

Über Atemdepression wurde berichtet. Sie kann bei erheblicher Überschreitung der empfohlenen Dosierungen und bei gleichzeitiger Anwendung von anderen zentraldämpfenden Substanzen auftreten (siehe Abschnitt 4.5 "Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen").


Gastrointestinale Störungen:

Sehr häufig (>1/10): Übelkeit und Erbrechen

Häufig: (>1/100 bis 1/10): Obstipation, Mundtrockenheit

Gelegentlich (>1/1.000 bis < 1/100): Brechreiz, gastrointestinale Irritationen (z. B. Magendruck, Völlegefühl)


Funktionsstörungen der Nieren und ableitenden Harnwege:

Selten (>1/10.000 bis <1/1.000): Miktionsstörungen (Schwierigkeiten beim Wasserlassen und Harnverhalt)


Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:

Häufig: (>1/100 bis <1/10): Schwitzen

Gelegentlich (>1/1.000 bis < 1/100): Hautreaktionen (z. B. Pruritus, Exanthem, Urtikaria)


Funktionsstörungen des Bewegungsapparates, des Bindegewebes und der Knochen:

Selten (>1/10.000 bis < 1/1.000): Motorische Schwäche


Funktionsstörungen der Gefäße:

Sehr selten (< 1/10.000): Gesichtsrötung


Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle:

Häufig: (>1/100 bis < 1/10): Fatigue


Störungen des Immunsystems:

Selten (>1/10.000 bis <1/1.000): Allergische Reaktionen (z. B. Dyspnoe, Bronchospasmus, Giemen, angioneurotisches Ödem) und Anaphylaxie.


Funktionsstörungen der Leber und der Galle:

In wenigen Einzelfällen wurde im zeitlichen Zusammenhang mit der therapeutischen Anwendung von Tramadol über Leberenzymwerterhöhungen berichtet.


Psychische Störungen:

Selten (>1/10.000 bis <1/1.000): Psychische Beschwerden können nach einer Behandlung mit Tramadol auftreten, wobei ihre Intensität und ihr Wesen individuell unterschiedlich in Erscheinung treten (je nach Persönlichkeit und Dauer der Anwendung). Hierbei kann es sich um Stimmungsveränderungen (meist gehobene, gelegentlich auch gereizte Stimmung), Veränderungen der Aktivität (meist Dämpfung, gelegentlich Steigerung) und Veränderungen der kognitiven und sensorischen Leistungsfähigkeit (z. B. Entscheidungs­verhalten bzw. Wahrnehmungs­störungen), Halluzinationen, Konfusion, Schlafstörungen und Albträume handeln.


Eine längere Anwendung von Tramadol kann zu einer Abhängigkeit führen (siehe Abschnitt 4.4). Entzugserscheinungen ähneln den Symptomen, die während eines Opiatentzugs auftreten, und äußern sich in Agitiertheit, Angstzuständen, Nervosität, Schlaflosigkeit, Hyperkinesie, Tremor und gastrointestinalen Beschwerden.


4.9 Überdosierung



Symptome einer Überdosierung

Im Allgemeinen sind die Symptome einer Intoxikation mit Tramadol typisch für Opioid‑Analgetika. Dazu zählen Miosis, Erbrechen, Kreislaufkollaps, Hypotonie, Sedierung, Koma, epileptische Anfälle, Atemdepression bis hin zu Atemlähmung.


Behandlung einer Überdosierung

Grundsätzlich sind intensivmedizinische Maßnahmen (Beatmung und Aufrechterhaltung von Atmung und Kreislauf je nach Symptomatik) zu ergreifen. Bei Atemdepression kann der Opioid-Antagonist Naloxon als Antidot verabreicht werden. Allerdings hat sich in tierexperimentellen Untersuchungen bei Krämpfen die Gabe von Naloxon als wirkungslos erwiesen. In einem solchen Falle sollten Benzodiazepine (intravenös) angewendet werden. Die Gabe von Naloxon kann das Risiko von Krampfanfällen erhöhen.

Hämodialyse oder Hämofiltration allein sind aufgrund der geringen Elimination von Tramadol aus dem Serum über diese Wege nicht ausreichend bzw. nicht geeignet.


5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften


Pharmakotherapeutische Gruppe: Analgetika; andere Opioide

ATC-Code: N02A X02


Tramadol ist ein zentral wirksames Opioid-Analgetikum. Es ist ein nicht selektiver reiner Agonist an µ-, - und -Opioidrezeptoren mit größerer Affinität an µ-Rezeptoren. Andere Mechanismen, die zu seiner analgetischen Wirkung beitragen, sind die Hemmung der neuronalen Wiederaufnahme von Noradrenalin sowie die Verstärkung der Serotonin-Freisetzung.

Tramadol besitzt eine antitussive Wirkung. Im Gegensatz zu Morphin besitzt Tramadol in analgetischen Dosen über einen weiten Bereich keine atemdepressive Wirkung. Die Auswirkungen von Tramadol auf das Herz-Kreislauf-System sind eher gering. Die Wirkstärke von Tramadol wird mit 1/10 bis 1/6 der Morphin-Wirkstärke angegeben.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Tramadol wird nach oraler Gabe zu über 90 % resorbiert. Die absolute Bioverfügbarkeit liegt im Mittel bei ca. 70 %, unabhängig von gleichzeitiger Nahrungsaufnahme. Der Unterschied zwischen resorbiertem und unmetabolisiert verfügbarem Tramadol dürfte durch einen nur geringen First-Pass-Effekt zu erklären sein. Der First-Pass-Effekt nach oraler Gabe beträgt maximal 30 %.


Nach oraler Applikation (100 mg) in flüssiger Form beträgt rechnerisch nach 1,2 Stunden die maximale Plasmakonzentration cmax= 309 ± 90 ng/ml und bei der gleichen Dosis in einer festen oralen Darreichngsform nach 2 Stunden cmax= 280 ± 49 ng/ml. Tramadol besitzt eine hohe Gewebeaffinität (Vd,ß= 203 40 l). Die Proteinbindung ist auf 20 % beschränkt.


Tramadol überwindet die Blut-Hirn-Schranke und passiert die Plazenta. Es findet sich in der Muttermilch zusammen mit seinem Metaboliten O-Desmethyltramadol in sehr geringen Mengen (0,1 % bzw. 0,02 % der applizierten Dosis).


Die terminale Eliminationshalbwertszeit t½ßbeträgt unabhängig von der Art der Applikation etwa 6 Stunden. Bei Patienten über 75 Jahre kann sie um den Faktor 1,4 verlängert sein.


Tramadol wird beim Menschen im Wesentlichen durch N- und O-Demethylierung sowie durch Konjugation der O-Demethylierungsprodukte mit Glucuronsäure metabolisiert. Nur
O-Desmethyltramadol ist pharmakologisch aktiv. Bei den weiteren Metaboliten bestehen in quantitativer Hinsicht beträchtliche interindividuelle Unterschiede. Im Urin wurden bisher elf Metaboliten gefunden. Nach tierexperimentellen Befunden übertrifft O‑Desmethyltramadol die Wirkungsstärke der Muttersubstanz um den Faktor 2 - 4. Seine Halbwertszeit t½ß(sechs gesunde Probanden) beträgt im Mittel 7,9 h (Bereich: 5,4 - 9,6 h) und liegt in der gleichen Größenordnung wie Tramadol.


Die Hemmung der an der Biotransformation von Tramadol beteiligten Isoenzyme CYP3A4 und/oder CYP2D6 kann die Plasmakonzentration von Tramadol oder seines aktiven Metaboliten beeinflussen. Bisher sind keine klinisch relevanten Wechselwirkungen bekannt geworden.


Tramadol und seine Metaboliten werden fast vollständig renal ausgeschieden. Die kumulative Urinausscheidung beträgt 90 % der Gesamtradioaktivität der verabfolgten Dosis. Bei Störungen der Leber- und Nierenfunktion muss mit einer geringen Verlängerung der Halbwertszeiten gerechnet werden. Bei Patienten mit Leberzirrhose wurden Eliminationshalbwertszeiten von 13,3 ± 4,9 h (Tramadol) bzw. 18,5 ± 9,4 h (O‑Desmethyltramadol), in einem Extremfall von 22,3 h bzw. 36 h bestimmt. Bei Patienten mit Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 5 ml/min) betrugen die Werte 11 ± 3,2 h bzw. 16,9 ± 3 h, in einem Extremfall 19,5 h bzw. 43,2 h.


Im therapeutischen Dosisbereich zeigt Tramadol ein lineares pharmakokinetisches Profil.

Die Relation zwischen Serumkonzentrationen und analgetischer Wirkung ist dosisabhängig, jedoch mit großen Abweichungen im Einzelfall. Eine Serumkonzentration von 100 ‑ 300 ng/ml ist im Regelfall wirksam.

Bioverfügbarkeit

Die absolute Bioverfügbarkeit von Tramadol beträgt im Mittel nach intramuskulärer Applikation nahezu 100 %, nach oraler Gabe 68 %, nach rektaler Applikation 79 %. Die orale Bioverfügbarkeit von Tramadol wird durch gleichzeitige Nahrungsaufnahme nicht beeinflusst. Der First-Pass-Effekt stellt sich nach oraler Gabe auf maximal 30 % bzw. nach rektaler Gabe auf maximal 20 % ein.



5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

In einigen In-vitro-Testsystemen wurden Hinweise auf mutagene Effekte gesehen; allerdings ergaben In-vivo-Untersuchungen keine Hinweise auf mutagene Effekte. Tramadol ist nach vorliegendem Erkenntnismaterial als nicht mutagene Substanz einzustufen.


Studien zum tumorerzeugenden Potential von Tramadolhydrochlorid wurden an Ratten und Mäusen durchgeführt. Aus der Studie an Ratten ergaben sich keine Hinweise auf substanzbedingt erhöhte Tumorinzidenzen. In der Studie an Mäusen wurden eine erhöhte Inzidenz für Leberzelladenome bei männlichen Tieren (ab 15 mg/kg dosisabhängig, nicht signifikant erhöht) und ein Anstieg der Lungentumoren bei weiblichen Tieren aller Dosisgruppen (signifikant, aber nicht dosisabhängig erhöht) beobachtet.


In Studien zur Reproduktionstoxizität verursachten Tramadoldosierungen ab 50 mg/kg und Tag bei Ratten maternal-toxische Effekte und führten zu einem Anstieg der Neugeborenensterblichkeit. Bei den Nachkommen traten Retardierungen in Form von Ossifikationsstörungen und verzögerter Vaginal- und Augenöffnung auf. Teratogene Effekte wurden nicht beobachtet. Die Fertilität männlicher Ratten wurde nicht beeinträchtigt. Weibchen zeigten nach höheren Dosierungen (ab 50 mg/kg pro Tag) eine geringere Trächtigkeitsrate. Bei Kaninchen traten ab 125 mg/kg/Tag maternal-toxische Effekte sowie Skelettanomalien bei den Nachkommen auf.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Kapselinhalt:

Calciumhydrogenphosphat

Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich]

Hochdisperses Siliciumdioxid


Kapselhülle:

Gelatine,

Titandioxid (E 171).


Drucktinte:

Schellack
Eisen(II,III)-oxid (E 172)
Propylenglycol

Ammoniumhydroxid

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 30° C lagern.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Weiße undurchsichtige PVC/PVDC- und Aluminium-Blisterpackungen. Jede Blisterpackung enthält 10 Hartkapseln.


Packungsgrößen:

10 Hartkapseln

30 Hartkapseln

50 Hartkapseln


Klinikpackung zu 100 (10 x 10) Hartkapseln.


6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Keinebesonderen Anforderungen


7. Inhaber der Zulassung

MEDA Pharma GmbH & Co. KG

Benzstraße 1

61352 Bad Homburg

Tel. Nr.: (06172) 888-01

Fax Nr.: (06172) 888-2740


8. Zulassungsnummer

28661.00.00


9. Datum der Erteilung der Zulassung/Verlängerung der Zulassung

Datum der Erteilung der Zulassung: 03.02.1993

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 23.04.2008


  1. STAND DER INFORMATION


09/2012

  1. Verkaufsabgrenzung


Verschreibungspflichtig


Adamon Kaps