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Aethoxysklerol 0,25 %



Gebrauchsinformation Aethoxysklerol 0,25 %

Manuskript für die Gebrauchsinformation Aethoxysklerol 0,25 %

Gebrauchsinformation

  1. Aethoxysklerol 0,25 %

Wirkstoff: Lauromacrogol 400 (Polidocanol)

Lösung zur Injektion in die Vene zur Verödung von Krampfadern



Liebe Patientin, lieber Patient!

Aethoxysklerol 0,25 % wird durch den Arzt angewendet. Bitte lesen Sie die folgende Gebrauchsinformation trotzdem vorher aufmerksam durch, weil sie wichtige Informationen darüber enthält, was Sie bei der Anwendung dieses Arzneimittels beachten sollen.

  • Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

  • Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

  • Wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind, informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.



Diese Packungsbeilage beinhaltet:

  1. Was ist Aethoxysklerol 0,25 % und wofür wird es angewendet?

  2. Was müssen Sie vor der Anwendung von Aethoxysklerol 0,25 % beachten?

  3. Wie ist Aethoxysklerol 0,25 % anzuwenden?

  4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

  5. Wie ist Aethoxysklerol 0,25 % aufzubewahren?

  6. Weitere Informationen

Was ist Aethoxysklerol 0,25 % und wofür wird es angewendet?

Je nach Größe der zu sklerosierenden Krampfadern (Varizen) sind unterschiedliche Konzentrationen von Aethoxysklerol erforderlich.

Aethoxysklerol 0,25 % wird benutzt für die Sklerosierung von Besenreiservarizen und Zentralvenen von Besenreisern.

  1. Was müssen Sie vor der Anwendung von Aethoxysklerol beachten?

    1. Aethoxysklerol 0,25 % darf nicht angewendet werden bei

  • bekannter Allergie gegen Lauromacrogol 400 (Polidocanol) oder einen der anderen Inhaltsstoffe von Aethoxysklerol

  • Bettlägerigkeit oder Patienten, die nicht laufen können

  • schweren arteriellen Durchblutungsstörungen (arterielle Verschluss­krankheit Grad III und IV nach Fontaine)

  • Patienten mit Gefäßverschluss durch ein lokales oder verschlepptes Blutgerinnsel (thrombembolische Erkrankungen)

  • Patienten mit hohem Risiko für Gefäßverschlüsse (Thrombosen), z.B. Patienten mit einer angeborenen Neigung zu Blutgerinnseln oder mit mehreren Risikofaktoren, wie der Einnahme von hormonalen Kontrazeptiva (z. B. Antibabypille) oder hormonaler Ersatztherapie, Übergewicht, Rauchen, länger andauernden Phasen von Ruhigstellung etc.

  • akuten ernsten Erkrankungen des Patienten (insbesondere wenn unbehandelt).

  1. Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Aethoxysklerol 0,25 % ist erforderlich

wenn folgende Zustände oder Krankheiten vorliegen:

  • bei Besenreisern: arterielle Durchblutungsstörungen (Verschluss­krankheit Grad II nach Fontaine)

  • geschwollene Beine mit Ansammlung wässriger Flüssigkeit (Beinödeme), wenn nicht durch Kompression beeinflussbar

  • fieberhafte Zustände

  • entzündliche Hauterkrankungen im Behandlungsbereich

  • Symptome eines Verschlusses kleiner und kleinster Gefäße z. B. durch Zuckerkrankheit (Mikroangiopathie) und Empfindungs­störungen (Neuropathie)

  • eingeschränkte Bewegungsfähigkeit

  • sehr schlechter Allgemeinzustand

  • Anfälle von Atemnot (Bronchialasthma) oder starke Neigung zu Allergien.

  1. Bei Anwendung von Aethoxysklerol mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arznei­mittel einnehmen oder anwenden bzw. vor kurzem eingenommen oder angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Die Wirkung der nachfolgend genannten Arzneistoffe bzw. Präparate­gruppen kann bei gleichzeitiger Behandlung mit Aethoxysklerol 0,25 % beeinflusst werden.

Da der Wirkstoff Lauromacrogol 400 (Polidocanol) auch ein lokales Schmerzmittel (Lokalanästhetikum) ist, besteht bei gleichzeitiger Gabe anderer Narkosemittel (Anästhetika) die Gefahr der Verstärkung der Wirkung der Narkosemittel auf das Herz-Kreislaufsystem.

  1. Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Wenn Sie schwanger sind, darf Ihr behandelnder Arzt Aethoxysklerol 0,25 % bei Ihnen nicht anwenden, es sei denn, dies ist zwingend erforderlich, da bisher keine hinreichenden Erfahrungen mit einer Anwendung von Aethoxysklerol 0,25 % an schwangeren Frauen vorliegen. Tierstudien haben keine Hinweise auf fruchtschädigende Wirkungen erbracht.

Stillzeit

Sollte eine Sklerosierung während der Stillzeit erforderlich sein, so wird empfohlen, das Stillen für 2-3 Tage zu unterbrechen, da Untersuchungen zum Übergang von Lauromacrogol 400 (Polidocanol) in die Muttermilch für den Menschen nicht vorliegen.

  1. Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Es sind keine negativen Auswirkungen von Aethoxysklerol auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen bekannt.

  1. Wichtige Anwendungshinweise

  • Sklerosierungsmittel dürfen nie in eine Arterie (intraarteriell) injiziert werden, da es hierbei zu ausgedehnten Gewebszerstörungen (Nekrosen) kommen kann, die zu einer Amputation zwingen können. Bei derartigen Zwischenfällen sofort einen Gefäßchirurgen hinzuziehen!

  • Für alle Sklerosierungsmittel gilt eine strenge Indikationsstellung im Gesichtsbereich, da es hier zu einer Druckumkehr in den Arterien und damit zu einer irreversiblen Sehstörung (Erblindung) kommen kann.

  • In bestimmten Körperregionen, wie etwa am Fuß oder in der Knöchelgegend, kann die Gefahr einer versehentlichen Injektion in eine Arterie erhöht sein. Hier sollten nur geringe Mengen mit besonderer Sorgfalt während der Therapie angewendet werden.

  1. Wichtige Warnhinweise über bestimmte Bestandteile von Aethoxysklerol 0,25 %

  • Aethoxysklerol 0,25 % enthält 5 Vol.-% Alkohol. Dies ist bei Patienten mit früherer Alkoholabhängigkeit zu berücksichtigen.

  • Aethoxysklerol 0,25 % enthält Kalium, aber weniger als 1 mmol (39 mg) Kalium pro Ampulle, d.h. nahezu „Kaliumfrei“.

  • Aethoxysklerol 0,25 % enthält Natrium, aber weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Ampulle, d.h. nahezu „Natriumfrei“.

  1. Wie ist Aethoxysklerol 0,25 % anzuwenden?

    1. Dosierungsanleitung

Generell sollte die Dosis von 2 mg Lauromacrogol 400 (Polidocanol) pro kg Körpergewicht und Tag nicht überschritten werden (für Patienten von 70 kg Körpergewicht bedeutet dies eine Tagesdosis von bis zu 56 ml Aethoxysklerol 0,25 %).

In der ersten Behandlung sollte bei Patienten, die zu Überempfindlichkeits­reaktionen neigen, nicht mehr als eine Injektion gegeben werden. Je nach Reaktion können bei nachfolgenden Behandlungen unter Beachtung der Maximaldosis mehrere Injektionen gegeben werden.

Je nach Größe des zu sklerosierenden Bereichs werden je Injektion 0,1-0,2 ml Aethoxysklerol 0,25 % in die Venen (intravasal) gegeben.

  1. Art der Anwendung

Es soll nur am horizontal gelagerten oder 30-45° über der Horizontallage angehobenen Bein injiziert werden.

Die Injektion von Aethoxysklerol 0,25 % ist in das Gefäß (intravasal) vorzunehmen!

Verwendet werden feinste Injektionsnadeln (z. B. Insulinkanülen) und leicht gängige Spritzen. Der Einstich erfolgt mit möglichst geringem Einstichwinkel bis zum intravenösen Sitz der Kanüle.

Nach Abdecken der Injektionsstelle ist ein fester Kompressionsverband oder -strumpf anzulegen. Danach sollte der Patient 30 Minuten lang gehen, möglichst im Bereich der Praxis.

Die Kompression sollte nach Sklerosierung von Besenreisern 2-3 Tage, sonst 5-7 Tage getragen werden. Bei ausgedehnten Krampfadern ist eine längere Kompressionsbehandlung mit Kurzzugbinden empfehlenswert.

Zur Gewährleistung eines rutschsicheren Sitzes des Verbandes, insbe­sondere am Oberschenkel und bei kegelförmigen Gliedmaßen, ist das Anlegen einer Schaumstoffbinde unter dem eigentlichen Kompressions­verband zu empfehlen.

Der Erfolg einer Sklerosierungstherapie wird wesentlich durch konsequente und sorgfältige Kompressions-Nachbehandlung bestimmt.

  1. Häufigkeit und Dauer der Anwendung

Je nach Ausdehnung der Krampfadern können mehrere Wiederholungs­behandlungen im Abstand von 1-2 Wochen erforderlich sein.

  1. Wenn eine größere Menge von Aethoxysklerol 0,25 % angewendet wurde als empfohlen

Überdosierungen können örtliche Gewebszerstörung hervorrufen, insbesondere bei Injektionen neben das Blutgefäß.

  1. Wenn Sie eine Anwendung vergessen haben

Entfällt.

  1. Weitere Fragen

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.

  1. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

In diesem Abschnitt informieren wir Sie über Nebenwirkungen, die im Zusammenhang mit der weltweiten Anwendung des Wirkstoffes berichtet wurden. In einigen Fällen waren diese Reaktionen beeinträchtigend, erfreulicherweise meist aber nur von vorübergehender Dauer. Da es sich oft um Spontanmeldungen handelte, ohne Bezug auf eine definierte Patientengruppe und ohne Kontrollgruppe, ist es nicht möglich, Häufigkeiten exakt zu berechnen oder stets einen klaren Zusammenhang zur Anwendung des Arzneimittels nachzuweisen. Es ist aber möglich, die nachfolgenden gut begründeten Schätzungen aufgrund der vorhandenen Langzeiterfahrungen vorzunehmen.



Bei der Verödung (Sklerosierung) von Krampfadern wurden unerwünschte lokale Reaktionen (z. B. Gewebszerstörung), insbesondere der Haut und des darunterliegenden Gewebes (selten auch von Nerven), nach versehentlicher Injektion in das umgebende Gewebe (paravasale Injektion) beobachtet. Das Risiko erhöht sich durch steigende Aethoxysklerol-Konzentrationen und -Volumina. Ansonsten wurden folgende Nebenwirkungen mit unterschiedlicher Häufigkeit beobachtet:

sehr häufig

mehr als 1 von 10 Behandelten

häufig

weniger als 1 von 10, aber mehr als 1 von 100 Behandelten

gelegentlich

weniger als 1 von 100, aber mehr als 1 von 1000 Behandelten

selten

weniger als 1 von 1000, aber mehr als 1 von 10.000 Behandelten

sehr selten

weniger als 1 von 10.000 Behandelten, einschließlich Einzelfälle



Sehr häufig

  • Entfällt.

Häufig

  • Auftreten von Gefäßen im Sklerosierungsbereich, die vor der Behandlung nicht zu sehen waren (Neovaskularisation), Bluterguss (Hämatom)

  • Hautverfärbung (Hyperpigmentierung), Haut-Einblutung (Ekchymose)

  • Schmerzen an der Injektionsstelle (kurzfristig), Blutgerinnselbildung (Thrombose) an der Injektionsstelle (lokale Blutgerinnselbildung im Blutgefäß)

Gelegentlich

  • Oberflächliche Venenentzündung (Thrombophlebitis superficialis oberflächlich), Venenentzündung (Phlebitis)

  • Allergische Hautentzündungen (Dermatitis allergisch), Nesselsucht (Urtikaria), Hautreaktion, Rötung (Erythem)

  • Lokale Gewebszerstörung (Nekrose), Verhärtung von Gewebe (Indurationen), Schwellung

  • Nervenverletzung

Selten

  • Tiefe Venenthrombose (möglicherweise bedingt durch die Grunderkrankung

  • Schmerz in einer Extremität

Sehr selten

  • Allergischer Schock (anaphylaktischer Schock; Symptome sind z. B. plötzlich auftretende Atembeschwerden, Schwindel, Blutdruckabfall), Angioödem (Symptome sind plötzlich auftretende Schwellungen, vor allem im Gesicht z. B. der Augenlider, Lippen oder des Kehlkopfs), generalisierte Nesselsucht (Urtikaria), Asthma (Asthmaanfall)

  • Schlaganfall (apoplektischer Insult), Kopfschmerz, Migräne, lokale Sensibilitätsstörung (Parästhesie), Verlust des Bewusstseins, Verwirrtheitszustand, Schwindelgefühl, zentrale Sprachstörung (Aphasie), Störung der Koordination von Bewegungsabläufen (Ataxie), inkomplette Lähmung einer Körperhälfte (Hemiparese), Taubheitsgefühl im Mund (Hypästhesie oral)

  • Sehverschlechterung (vorübergehende Sehstörung)

  • Herzstillstand, Herzklopfen, Herzfrequenz anomal

  • Lungenembolie, Herzkreislaufprobleme (vasovagale Synkope), Kreislaufkollaps, Entzündung in der Wand der Blutgefäße (Vaskulitis)

  • Atembeschwerden (Dyspnoe), Brustkorbbeschwerden (Druckgefühl in der Brust), Husten

  • Geschmacksstörung, Übelkeit, Erbrechen

  • Vermehrte Körperbehaarung (Hypertrichose) im Bereich der Verödung

  • Fieber, Hitzewallung, Kraftlosigkeit (Asthenie), Unwohlsein

  • Blutdruckveränderung (Blutdruck anomal)

Gegenmaßnahmen

Ein allergischer Schock (anaphylaktische Reaktion) ist sehr selten aber möglicherweise lebensgefährlich. Der behandelnde Arzt sollte auf Notfallmaßnahmen vorbereitet sein und einen geeigneten Notfallkoffer zur Verfügung haben.

Unbekannte Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation aufgeführt sind, teilen Sie diese bitte Ihrem Arzt oder Apotheker mit.

  1. Wie ist Aethoxysklerol 0,25 % aufzubewahren?

Bewahren Sie alle Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf!

  1. Hinweis zum Verfallsdatum

Das Verfallsdatum dieser Packung ist auf dem Behältnis und der Faltschachtel aufgedruckt. Verwenden Sie diese Packung bitte nicht mehr nach diesem Datum.

  1. Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Es sind keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen erforderlich.

  1. Haltbarkeit nach dem erstmaligen Öffnen

Das Arzneimittel ist zur einmaligen Anwendung vorgesehen. Eine Restmenge ist zu verwerfen.

  1. Warnung vor sichtbaren Qualitätsmängeln

Es sind keine Warnungen erforderlich.

  1. Weitere Informationen

    1. Zusammensetzung

1 Ampulle mit 2 ml Aethoxysklerol 0,25 % enthält:

Wirkstoff:

Lauromacrogol 400 (Polidocanol) 5 mg

weitere Bestandteile:

Ethanol 96 %, Kaliumdihydrogenphosphat, Natriummonohydrogen­phosphat-Dihydrat (Ph.Eur.), Wasser für Injektionszwecke

  1. Wie Aethoxysklerol 0,25 % aussieht und Inhalt der Packung

Aethoxysklerol 0,25 % ist eine klare Lösung, die in Packungen mit 5 Glasampullen zu jeweils 2 ml erhältlich ist.

  1. Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Chemische Fabrik Kreussler & Co. GmbH
Rheingaustraße 87-93
D - 65203 Wiesbaden

Tel.-Nr.: 0611 9271-0

Fax-Nr.: 0611 9271-111

www.kreussler.com

E-Mail: info@kreussler.com

  1. Stand der Information

Februar 2012








Eigenschaften

Lauromacrogol 400 (Polidocanol) hat neben der sklerosierenden auch lokal schmerzstillende (lokalanästhetische) Wirkung.

Bei korrekter Behandlung und Nachsorge ist Aethoxysklerol 0,25 % gut verträglich.



Verschreibungspflichtig

Zulassungsnummer: 3003385.01.00

Kreussler Pharma-Logo

847566d10708993a7d3f3d5e710dac23/ PH-REG / Sti 9 / 11

Aethoxysklerol 0,25 %

Fachinformation Aethoxysklerol 0,25 %

Fachinformation

(Zusammenfassung der Produkteigenschaften)

1    Bezeichnung der Arzneimittel

Aethoxysklerol® 0,25 %

Aethoxysklerol® 0,5 %

Aethoxysklerol® 1 %

Aethoxysklerol® 2 %

Aethoxysklerol® 3 %

Wirkstoff: Lauromacrogol 400 (Polidocanol)

2    Zusammensetzung der Arzneimittel

Aethoxysklerol ist ein Sklerosierungsmittel auf der Basis von Lauromacrogol 400 und enthalt die folgenden Mengen an Wirkstoff:

Arzneilich wirksamer Bestandteil nach Art und Menge

2 ml enthalten:

Aethoxysklerol

0,25 %

0,5 %

1 %

2 %

3 %

Lauromacrogol 400

5 mg

10 mg

20 mg

40 mg

60 mg

Weitere Bestandteile

Siehe Kapitel 6.1

3 Darreichungsform

Losung zur i.v.-Injektion (Varizen), Losung zur submukosen Injektion (Hamorrhoidalleiden)

4    Klinische Angaben

4.1    Anwendungsgebiete

Je nach GróBe der zu sklerosierenden Varizen sind unterschiedliche Konzentrationen von Aethoxysklerol erforderlich. Fur die Therapie des Hamorrhoidalleidens wird Aethoxysklerol 3 % verwendet. Es gelten die folgenden Indikationsabstufungen:

Art der Anwendung

Aethox^

ysklerol-Konzentration

0,25 %

0,5 %

1 %

2 %

3 %

Besenreiservarizen

Flussig

Schaum

Zentralvenen von Besenreisern

Flussig

Schaum

Retikulare Varizen

Flussig

Schaum

Kleine Varizen

Flussig

Schaum

MittelgroBe Varizen

Flussig

Schaum

GroBe Varizen

Flussig

Schaum

Hamorrhoidalleiden Grad I und II

Flussig

Schaum

Wenn mehrere Konzentrationen fur eine Behandlung angegeben werden, sollte der Venendurchmesser und die individuelle Situation des Patienten berucksichtigt werden. Im Zweifelsfall ist die niedrigere Konzentration zu wahlen.

Endoskopische Sklerosierung von Osophagusvarizen bei akuter Blutung:

Siehe Fachinformation Aethoxysklerol 1 % F

Dosierung mit Einzel- und Tagesgaben

Generell sollte die Dosis von 2 mg Lauromacrogol 400 pro kg Korpergewicht und Tag nicht uberschritten werden.

Fur einen Patienten mit 70 kg Korpergewicht konnen insgesamt bis zu 140 mg Lauromacrogol 400 injiziert werden (Ausnahme siehe Dosierung bei Hamorrhoidalleiden).

140 mg Lauromacrogol 400 sind enthalten in:

Aethoxysklerol 0,25 %    56 ml Injektionslosung

Aethoxysklerol 0,5 % Aethoxysklerol 1 % Aethoxysklerol 2 % Aethoxysklerol 3 %


28 ml Injektionslosung 14 ml Injektionslosung 7 ml Injektionslosung 4,6 ml Injektionslosung


Aethoxysklerol kann zur Schaumsklerosierung verwendet werden (siehe 5.1, pharmakodynamische Eigenschaften). Zur Herstellung eines standardi-sierten, homogenen, feinblasig viskosen Schaums beachten Sie bitte die Hinweise zu den entsprechenden Systemen.

Bei Applikation als Sklerosierungsschaum sollte die Gesamtdosis von 10 ml Schaum pro Sitzung und Tag - unabhangig vom Korpergewicht -nicht uberschritten werden.

Eine ausgedehnte Varikosis sollte immer in mehreren Sitzungen behandelt werden.

Bei der ersten Sitzung zur Behandlung von Varizen sollte bei Patienten, die zu Uberempfindlichkeitsreaktionen neigen, nicht mehr als eine Injektion gegeben werden. Je nach Reaktion konnen bei nachfolgenden Behandlungen unter Beachtung der Maximaldosis mehrere Injektionen gegeben werden.

Sklerosierung von Besenreiservarizen

Je nach GróBe des zu behandelnden Areals werden je Injektion 0,1-0,2 ml Aethoxysklerol 0,25 % oder 0,5 % intravasal injiziert.

Sklerosierung von Zentralvenen von Besenreisern

Je nach GróBe des zu behandelnden Areals werden je Injektion 0,1-0,2 ml Aethoxysklerol 0,25 %-1 % intravasal injiziert.

Sklerosierung retikularer Varizen

Je nach GróBe der zu behandelnden Varize werden je Injektion 0,1-0,3 ml Aethoxysklerol 1 % intravasal injiziert.

Sklerosierung kleiner Varizen

Je nach GróBe der zu behandelnden Varize werden je Injektion 0,1-0,3 ml Aethoxysklerol 1 % flussig intravasal injiziert.

Bei der Verwendung von Aethoxysklerol 1 % als Sklerosierungsschaum, z.B. zur Therapie von Seitenastvarizen, werden pro Injektion bis zu 4 ml (maximal 6 ml) pro Punktion injiziert. Bei Perforansvenen werden bis zu 2 ml (maximal 4 ml) pro Punktion injiziert. Die Gesamttagesdosis ist zu beachten.

Sklerosierung mittelgro&er Varizen

Je nach Durchmesser der zu sklerosierenden Varizen wird Aethoxysklerol 2 % oder 3 % flussig verwendet. In der ersten Sitzung soll nur eine Injektion zu 0,5-1 ml Aethoxysklerol 2 % oder 3 % gegeben werden. Je nach Behandlungsergebnis und Lange der zu sklerosierenden Strecke konnen bei nachfolgenden Sitzungen mehrere Injektionen mit bis zu 2 ml je Injektion unter Beachtung der Maximaldosis gegeben werden.

Bei der Verwendung von Aethoxysklerol 2 % als Sklerosierungsschaum, z.B. zur Therapie von Perforansvenen, werden bis zu 2 ml Schaum, zur Therapie von Vena saphena magna und parva werden bis zu 4 ml pro Punktion (Vena saphena magna maximal 6 ml) injiziert.    Die

Gesamttagesdosis ist zu beachten.

Bei der Verwendung von Aethoxysklerol 3 % als Sklerosierungsschaum, z.B. zur Therapie von Vena saphena magna und parva werden bis zu 4 ml pro    Punktion    (Vena    saphena    magna    maximal    6 ml)    injiziert.    Die

Gesamttagesdosis ist zu beachten.

Sklerosierung grower Varizen

In der ersten Sitzung wird nur eine Injektion zu 1 ml Aethoxysklerol 3 % flussig gegeben. Je nach Behandlungsergebnis und Lange der zu sklerosierenden Strecke konnen bei nachfolgenden Behandlungen mehrere (2-3) Injektionen mit bis zu 2 ml je Injektion unter Beachtung der Maximaldosis gegeben werden.

Bei der Verwendung von Aethoxysklerol 3% als Sklerosierungsschaum, z.B. zur Therapie von Vena saphena magna und parva werden bis zu 4 ml pro    Punktion    (Vena    saphena    magna    maximal    6 ml)    injiziert.    Die

Gesamttagesdosis ist zu beachten.

Sklerosierungsschaum-Konzentrationen nach Indikation

^^^Aethoxysklerol IndikationsbeispieTe-^^^^

1 %

2 %

3 %

Vena saphena magna

+

+

Vena saphena parva

+

+

Seitenastvarizen

+

Perforansvenen

+

+

Hinweis: Die angegebenen Konzentrationen beziehen sich auf flussiges Aethoxysklerol zur Herstellung von Sklerosierungsschaum

Wahrend einer Sitzung sollte die Gesamtmenge von 3 ml Aethoxysklerol 3 % nicht uberschritten werden. In Abhangigkeit vom Befund werden je Knoten bis maximal 1,0 ml als streng submukose Injektion gegeben. Eine Ausnahme bildet der 11-Uhr-Knoten bei Mannern. Hier sollte nicht mehr als 0,5 ml gespritzt werden.

Art und Dauer der Anwendung Sklerosierung von Besenreiservarizen Sklerosierung der Zentralvenen von Besenreisern Sklerosierung retikularer Varizen Sklerosierung kleiner Varizen

Es wird ublicherweise nur am horizontal gelagerten oder circa 30-45° uber der Horizontallage angehobenen Bein injiziert. Alle Injektionen, auch bei Besenreisern, sind intravenos durchzufuhren!

Verwendet werden feinste Kanulen (z.B. Insulinkanulen) und leicht gangige Spritzen. Der Einstich erfolgt tangential, die Applikation langsam mit intravenosem Sitz der Kanule.

Bei Verwendung von Sklerosierungsschaum darf die Kanule nicht kleiner sein als 25G.

Sklerosierung mittelgroRer und groRer Varizen

Unabhangig vom Einstichmodus - am stehenden Patienten nur mit Kanule oder am sitzenden Patienten mit injektionsbereiter Spritze - wird ublicherweise am horizontal gelagerten oder circa 30-45° uber der Horizontallage angehobenen Bein injiziert.

Die Injektionen sind streng intravenos durchzufuhren!

Bei der Schaumsklerosierung sollten Direktpunktion und Injektion in nicht-sichtbare Stammvenen, Perforansvenen und Varizen in der Leiste oder Kniekehle durch ein Ultraschallbild (vorzugsweise mit Duplex) kontrolliert

werden. Bei anderen nicht-sichtbaren Varizen wird eine Fuhrung von Punktion und Injektion durch Ultraschall empfohlen.

Hinweise:

Je nach Ausbildungsgrad und AusmaB der Varizen konnen mehrere Wiederholungsbehandlungen erforderlich sein.

Gelegentlich an der Injektionsstelle entstehende intravarikose Thromben werden durch Stichinzision und Thrombusexpression beseitigt.

Kompressionsbehandlung nach Injektion von Aethoxysklerol flussig

Nach Abdecken der Injektionsstelle ist ein fester Kompressionsverband oder -strumpf anzulegen. Danach sollte der Patient 30 Minuten lang gehen, moglichst im Bereich der Praxis.

Kompressionsbehandlung nach Injektion von Aethoxysklerol Sklerosierungsschaum

Nach Abdecken der Injektionsstelle wird das Bein des Patienten fur 2-5 Minuten ruhig gestellt. Valsalva-Manover und Muskelaktivierung beim Patienten sollten vermieden werden, ebenso eine sofortige Kompression im Injektionsbereich. Die Kompression wird bei Vena saphena magna oder parva nach etwa 10 Minuten, bei Seitenastvarizen, Varizenrezidiven oder Perforansvenen nach etwa 5 Minuten angelegt.

Kompressionsdauer

Die Kompression sollte nach Sklerosierung von Besenreisern 2-3 Tage, sonst 5-7 Tage getragen werden.

Die Kompression sollte nach Sklerosierung mittelgroBer und groBer Varizen 3-5 Wochen getragen werden. Bei ausgedehnter Varikose ist eine mehrmonatige Kompressionsbehandlung mit Kurzzugbinden empfehlenswert.

Zur Gewahrleistung eines rutschsicheren Sitzes des Verbandes, insbesondere am Oberschenkel und bei konischen Gliedma&en, ist das Anlegen einer Schaumstoffbinde unter dem eigentlichen Kompressions-verband zu empfehlen.

Der Erfolg einer Sklerosierungstherapie wird wesentlich durch konsequente und sorgfaltige Kompressions-Nachbehandlung bestimmt.

Sklerosierung von Hamorrhoidalleiden

Es ist streng submukos direkt in den Hamorrhoidalknoten oder oberhalb (cranial) des Knotens in die Umgebung der versorgenden Gefa&e zu injizieren.

Besondere Vorsicht ist angebracht im Bereich des M. sphincter ani internus wegen der Gefahr der Schadigung und nachfolgender Inkontinenz-probleme. Bei der Behandlung des 11-Uhr-Knotens bei Mannern sollte wegen der Nahe von Urethra und Prostata die injizierte Menge von 0,5 ml Aethoxysklerol 3 % nicht uberschritten werden.

Je nach Ausbildungsgrad der Hamorrhoiden konnen mehrere Wiederholungsbehandlungen erforderlich sein.

4.3    Gegenanzeigen

Sklerosierung von Varizen

Die Sklerosierung von Varizen ist absolut kontraindiziert bei:

   Bekannter Allergie gegen    Lauromacrogol    400    oder    einen der

anderen Inhaltsstoffe von Aethoxysklerol

•    Akuten schweren Systemerkrankungen (insbesondere wenn unbehandelt)

•    Immobilitat

•    Schwerer arterieller Verschlusskrankheit    (Grad    III    und    IV nach

Fontaine)

•    Thrombembolischen Erkrankungen

•    Hohem Thromboserisiko (z.B. bekannter hereditarer Thrombophilie oder Zusammentreffen mehrerer Risikofaktoren, wie Einnahme von hormonalen Kontrazeptiva oder hormonaler Ersatztherapie, Adipositas, Rauchen, langer andauernden Phasen von Immobilitat).

Ferner gilt bei Schaumsklerosierung:

•    Bekanntem symptomatischen offenen Foramen ovale.

Je nach Schweregrad kann eine Sklerosierung von Varizen relativ

kontraindiziert sein bei:

   Fieberhaften Zustanden

•    Bronchialasthma oder bekannter starker Neigung zu Allergien

•    Sehr schlechtem Allgemeinzustand

•    Arterieller Verschlusskrankheit (Grad II nach Fontaine), wenn Besenreiser verodet werden sollen

•    Beinodemen (wenn nicht durch Kompression beeinflussbar)

•    Entzundlichen Hauterkrankungen im Behandlungsareal

•    Symptomen einer Mikroangiopathie oder Neuropathie

•    Eingeschrankter Mobilitat

Ferner gilt bei Schaumsklerosierung:

•    Bekanntem asymptomatischen offenen Foramen ovale

•    Visuelle, psychische oder neurologische Symptome nach voran-gegangener Schaumsklerosierung.

Sklerosierung von Hamorrhoidalleiden

Die Sklerosierung von Hamorrhoidalleiden ist absolut kontraindiziert bei:

   Bekannter Allergie gegen Lauromacrogol 400 oder einen der anderen Inhaltsstoffe von Aethoxysklerol

•    Akuten schweren Systemerkrankungen (insbesondere wenn unbehandelt)

•    Akuten Entzundungen im Analbereich.

Je nach Schweregrad kann eine Sklerosierung von Hamorrhoidalleiden relativ kontraindiziert sein bei:

   Fieberhaften Zustanden

•    Bronchialasthma oder bekannter starker Neigung zu Allergien

•    Sehr schlechtem Allgemeinzustand

•    Chronisch entzundlichen Darmerkrankungen    (z.    B. Morbus Crohn)

•    Bekannter Hyperkoagulabilitat.

4.4    Warnhinweise und Vorsichtsmaftnahmen    fur die

Anwendung

Alle Aethoxysklerol-Praparate enthalten 5 Vol.-% Alkohol. Dies ist bei Patienten mit fruherer Alkoholabhangigkeit zu berucksichtigen.

Aethoxysklerol-Praparate enthalten Kalium, aber weniger als 1 mmol (39 mg) Kalium pro Ampulle.

Aethoxysklerol-Praparate enthalten Natrium, aber weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Ampulle.

Sklerosierung von Varizen

Sklerosierungsmittel durfen nie intraarteriell injiziert werden, da es hierbei zu schweren Nekrosen kommen kann, die zu einer Amputation zwingen konnen. Bei derartigen Zwischenfallen sofort einen Gefa&chirurgen hinzu-ziehen (siehe Abschnitt 4.9)!

Fur alle Sklerosierungsmittel gilt eine strenge Indikationsstellung im Gesichtsbereich, da es durch eine intravasale Injektion zu einer Druckumkehr in den Arterien und damit zu einer irreversiblen Sehstorung (Erblindung) kommen kann.

In bestimmten Kórperregionen, wie etwa am FuB oder in der Knóchel-gegend, kann die Gefahr einer versehentlichen intraarteriellen Injektion erhóht sein. Daher sollten dort nur geringe Mengen in niedriger Konzentra-tion mit besonderer Sorgfalt wahrend der Therapie angewendet werden.

Das empfohlene durchschnittliche Volumen Sklerosierungsschaum pro Sitzung betragt 2 bis 8 ml, das maximale Volumen an Sklerosierungsschaum pro Sitzung (fur eine oder mehrere Injektionen) betragt 10 ml.

Bei der Behandlung von Stammvarizen erfolgt die Schauminjektion mit einem Mindestabstand von 8 bis 10 cm zu den Mundungsstellen. Wird durch Ultraschall-Uberwachung ein Schaumbolus im tiefen Venensystem festgestellt, sollte eine Muskelaktivierung, wie z.B. eine Dorsalflexion des FuBgelenks, durch den Patienten vorgenommen werden.

Sklerosierung von Hamorrhoidalleiden

Bei der Sklerosierung von Hamorrhoiden muss darauf geachtet werden, den M. sphincter ani internus nicht zu schadigen, um Inkontinenzprobleme zu vermeiden.

Bei Mannern sollte im Bereich des 11-Uhr-Knotens wegen der Nahe zu anderen Strukturen (Prostata und Urethra) nicht mehr als 0,5 ml Aethoxysklerol 3 % gegeben werden.

4.5    Wechselwirkungen mit anderen Mitteln

Lauromacrogol 400 ist ein Lokalanasthetikum. Bei gleichzeitiger Gabe von anderen Anasthetika besteht die Gefahr der additiven Wirkung dieser Anasthetika auf das Herz-Kreislaufsystem.

4.6    Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine hinreichenden Erfahrungen mit einer Anwendung von Aethoxysklerol an schwangeren Frauen vor. Tierstudien haben eine

Reproduktionstoxizitát, jedoch kein teratogenes Potential gezeigt (siehe 5.3 Práklinische Daten zur Sicherheit).

Aethoxysklerol darf daher in der Schwangerschaft nur bei zwingender Indikation angewendet werden.

Stillzeit

Untersuchungen uber den moglichen Ubergang von Lauromacrogol 400 in die Muttermilch liegen fur den Humanbereich nicht vor. Sollte eine Sklerosierungsbehandlung wáhrend der Stillzeit erforderlich sein, so wird empfohlen, das Stillen fur 2-3 Tage zu unterbrechen.

4.7    Auswirkungen auf die Verkehrstuchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Fur Aethoxysklerol sind keine negativen Auswirkungen auf die Verkehrstuchtigkeit und das Bedienen von Maschinen bekannt.

4.8    Nebenwirkungen

Die nachfolgend aufgefuhrten Nebenwirkungen wurden im Zusammenhang mit der weltweiten Anwendung von Lauromacrogol 400 berichtet. In einigen Fállen waren diese Reaktionen beeintráchtigend, meist jedoch nur temporár. Da es sich oft um Spontanmeldungen handelte, ohne Bezug auf eine definierte Patientengruppe und ohne Kontrollgruppe, ist es nicht moglich, Háufigkeiten exakt zu berechnen oder stets einen definitiven Kausalzusammenhang zur Arzneimittelexposition nachzuweisen. Auf Basis der Langzeiterfahrung ist eine begrundete Einschátzung aber moglich.

Sklerosierung von Varizen

Bei der Sklerosierung von Beinvarizen wurden unerwunschte lokale Reaktionen (z. B. Nekrosen), insbesondere der Haut und des darunterliegenden Gewebes (selten auch von Nerven), nach versehentlicher Injektion in das umgebende Gewebe (paravasale Injektion) beobachtet. Das Risiko erhoht sich durch steigende Aethoxysklerol-Konzentrationen und -Volumina.

Ansonsten wurden folgende Nebenwirkungen mit unterschiedlicher Haufigkeit beobachtet (Angabe erfolgt gemafc MedDRA (Medical Dictionary for Regulatory Activities)):

Sehr haufig (> 10%); Haufig (> 1% - < 10%); Gelegentlich (> 0,1% - < 1%); Selten (> 0,01% - < 0,1%); Sehr selten, einschlieRlich Einzelfalle (< 0,01%).

Erkrankungen des Immunsystems

Sehr selten: anaphylaktischer Schock, Angioodem, Urtikaria (generalisiert), Asthma (Asthmaanfall)

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr selten: Apoplektischer Insult, Kopfschmerz, Migrane (bei Sklero-sierungsschaum mit Haufigkeit: selten), Parasthesie (lokal), Verlust des Bewusstseins, Verwirrtheitszustand, Schwindelgefuhl, Aphasie, Ataxie, Hemiparese, Hypoasthesie oral

Augenerkrankungen

Sehr selten (bei Sklerosierungsschaum selten): Sehverschlechterung (reversible Sehstorung)

Herzerkrankungen

Sehr selten: Herzstillstand, Palpitationen, Herzfrequenz anomal

GefaRerkrankungen

Haufig: Neovaskularisierung, Hamatom

Gelegentlich: Thrombophlebitis oberflachlich, Phlebitis

Selten:    tiefe Venenthrombose (moglicherweise bedingt durch die

Grunderkrankung)

Sehr selten: Lungenembolie, Synkope (vasovagal), Kreislaufkollaps, Vaskulitis

Sehr selten: Dyspnoe, Brustkorbbeschwerden (Druckgefuhl in der Brust), Husten

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts Sehr selten: Geschmacksstorung, Ubelkeit, Erbrechen Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes Haufig: Hauthyperpigmentierung, Ekchymose

Gelegentlich: Dermatitis allergisch, Kontakturtikaria, Hautreaktion, Erythem Sehr selten: Hypertrichose (im Bereich der Sklerosierung) Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen Selten: Schmerz in einer Extremitat

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Haufig: Schmerzen an der Injektionsstelle (kurzfristig), Thrombose an der Injektionsstelle (lokale intravarikose Blutgerinnsel)

Gelegentlich: Nekrose, Induration, Schwellung

Sehr selten: Fieber, Hitzewallung, Asthenie, Unwohlsein

Untersuchungen

Sehr selten: Blutdruck anomal

Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen Gelegentlich: Nervenverletzung

Sklerosierung von Hamorrhoidalleiden

Bei der Sklerosierung von Hamorrhoiden wurden unerwunschte lokale Reaktionen wie Brennen, Schmerzen, Unbehagen und Druckgefuhl wahrend und nach der Injektion beobachtet, besonders bei Mannern im Bereich des 11-Uhr-Knotens (Prostatabereich). Diese Reaktionen sind vorubergehender Natur und konnen in seltenen Fallen 2-3 Tage anhalten.

Bei sachgemá&er Injektion ist die Sklerosierung von Hámorrhoiden schmerzfrei, da sich im Injektionsbereich keine sensiblen Nervenfasern befinden.

Ansonsten wurden folgende Nebenwirkungen mit unterschiedlicher Háufigkeit beobachtet (Angabe erfolgt gemáfc MedDRA (Medical Dictionary for Regulatory Activities)):

Sehr haufig (> 10 %); Haufig (> 1 % - < 10 %); Gelegentlich (> 0,1 % -< 1 %); Selten (> 0,01 % - < 0,1 %); Sehr selten, einschlieRlich Einzelfalle (< 0,01 %).

Erkrankungen des Immunsystems

Sehr selten: anaphylaktischer Schock, Angioodem, Urtikaria (generalisiert), Asthma (Asthmaanfall)

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr selten:    Verlust des Bewusstseins, Verwirrtheitszustand,

Schwindelgefuhl

Herzerkrankungen

Sehr selten: Palpitationen

GefaRerkrankungen

Sehr selten: vasovagale Synkope, Kreislaufkollaps Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts Gelegentlich: Proktitis, analer Juckreiz Sehr selten: Ubelkeit

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes Gelegentlich: Dermatitis allergisch, Kontakturtikaria, Hautreaktion Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdruse Sehr selten: Erektionsstorung

Haufig:    Schleimhautbrennen, Schmerzen an der Injektionsstelle,

Unbehagen, Druckgefuhl

Gelegentlich: Induration

Selten: Nekrose (lokal, selten mit Ausdehnung in das umliegende Gewebe), Blutung an der Injektionsstelle, Thrombose an der Injektionsstelle (intrahamorrhoidal)

Sehr selten: Fieber

Untersuchungen

Sehr selten: Blutdruck anormal

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grower Wichtigkeit. Sie ermoglicht eine kontinuierliche Uberwachung des Nutzen-Risiko-Verhaltnisses des Arzneimittels. Angehorige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9 Uberdosierung NotfallmaRnahmen und Gegenmittel Anaphylaktische Reaktionen

Anaphylaktische Reaktionen stellen zwar insgesamt seltene, aber potenziell akut lebensbedrohliche Situationen dar.

Der behandelnde Arzt sollte auf NotfallmaBnahmen vorbereitet sein und einen geeigneten Notfallkoffer zur Verfugung haben.

Therapie der lokalen Intoxikation nach Fehlapplikation bei der Sklerosierung von Beinvarizen

a)    Intraarterielle Injektion

1.    Kanule liegen lassen - wenn bereits entfernt, den Einstichkanal wieder aufsuchen

2.    5-10 ml eines Lokalanásthetikums, jeweils ohne Adrenalinzusatz, nachspritzen

3.    Heparin 10 000 i.E. injizieren

4.    Ischámisches Bein in Watte packen und tief lagern

5.    Patienten vorsorglich hospitalisieren (GefáBchirurgie)

b)    Paravenose Injektion

Je nach Menge und Konzentration des paravenos injizierten Aethoxysklerol 5 bis 10 ml physiologische Kochsalzlosung, moglichst zusammen mit Hyaluronidase am Applikationsort der Sklerosierung injizieren. In Fállen von starkem Schmerz kann ein Lokalanásthetikum (ohne Adrenalin) injiziert werden.

5    Pharmakologische Eigenschaften

5.1    Pharmakodynamische Eigenschaften

ATC-Code: C05BB02

Lauromacrogol 400 schádigt konzentrations- und mengenabhángig das Endothel von BlutgefáBen

Durch den nach der Sklerosierung von Varizen anzulegenden Kompressions-verband werden die geschádigten Venenwánde aneinander gepresst, wo-durch eine ubermá&ige Thrombusbildung und eine Rekanalisation des initial gebildeten wandadhárenten Thrombus verhindert werden. Damit erfolgt dann die erwunschte Umwandlung in fibroses Gewebe und somit die Sklerosierung.

Lauromacrogol 400 hat auBerdem einen lokalanasthetischen Effekt und hebt ortlich begrenzt sowohl die Erregbarkeit der sensiblen Endorgane (Rezeptoren) als auch das Leitungsvermogen der sensiblen Nervenfasern reversibel auf.

Klinische Studien

Sklerosierung von Varizen

Zu Aethoxysklerol liegt in den verschiedenen Konzentrationen umfang-reiches Erkenntnismaterial vor, allerdings sind keine Langzeitergebnisse aus kontrollierten klinischen Untersuchungen bekannt.

Aethoxysklerol 0,25%

Placebokontrollierte Studie

Es liegt das Ergebnis einer Studie vor, bei der Aethoxysklerol 0,25 % im Vergleich zu einer als Plazebo dienenden physiologischen Kochsalzlosung an 22 bzw. 23 Patienten getestet wurde. Es wurden Fotos von einem Beinareal mit Besenreisern vor Therapie und 4 Wochen nach einer einzigen Sklerosierungs-Sitzung gemacht. Diese Fotos wurden an zwei unabhangige Phlebologen zur Bewertung verschickt. Mit Hilfe einer VAS-Skala von 0-100 mm („0" bedeutete keinerlei Therapieerfolg, d.h. keine Besenreiser verschwunden, „100" bedeutete, dass 100 % der Besenreiser im markierten Therapieareal verschwunden waren) wurde der Therapieerfolg bewertet. Beide Gutachter bewerteten die Wirksamkeit von Aethoxysklerol 0,25% (Mean Score von 31 bzw. 30) unabhangig voneinander statistisch signifikant besser als bei Plazebo (Mean Score von 15,3 bzw. 16,3).

Als Nebenzielkriterien wurden zusatzlich die Zufriedenheit der Patienten und die Einschatzung des ebenfalls verblindeten Prufarztes zum Erfolg der Therapie abgefragt (0 = keine Ánderung / nicht zufrieden, Weiterbehand-lung dringend notwendig, 1 = leichte Verbesserung / weniger zufrieden, Weiterbehandlung angebracht, 2 = bedeutende Verbesserung / zufrieden,

Weiterbehandlung von Restbesenreisern ggf. notwendig 3 = sehr gute Verbesserung / sehr zufrieden, keine Weiterbehandlung notwendig).

Auch fur die Prufarztin (Verum im Mittel 1,41, Plazebo 0,22) und die Patienten (Verum im Mittel 2,09, Plazebo 0,91) war der Therapieerfolg bereits nach einer Sitzung deutlich besser. Beide Praparate waren sehr gut vertraglich.

Aethoxysklerol 0,5%

Vergleich mit Natriumtetradecylsulfat

Fur Aethoxysklerol 0,5 % liegen die Ergebnisse zweier gleichartiger Studien aus den USA vor, bei denen Aethoxysklerol 0,5 % im Vergleich zu Natriumtetradecylsulfat an insgesamt 51 Patienten getestet wurde. Bezuglich des Verschwindens kleiner Varizen (< 1mm) ergab sich kein signifikanter Unterschied zwischen beiden Behandlungsgruppen. Fur Aethoxysklerol 0,5 % ergab sich ein Wirksamkeitsscore von 4,51 (Stan-dardabweichung 0,47) in der einen Studie bzw. 3,96 (Standardabweichung 0,83) in der anderen Studie 4 Monate nach Behandlung („1" = schlimmer als vor der Behandlung, „2" = genauso wie vorher, „3" = Minderheit der Varizen verschwunden, „4" = Mehrheit der Varizen verschwunden, „5" = alle Varizen verschwunden).

Placebokontrollierte Studie

In einer plazebokontrollierten Studie zeigte Aethoxysklerol 0,5 % (13 Patienten) statistisch signifikant bessere Resultate bei der Behandlung von kleinen Varizen (Durchmesser im Stehen < 1mm) als die Plazebogruppe (14 Patienten). Als primares Wirksamkeitskriterium wurde das AusmaB des Verschwindens der Varizen bestimmt. Unterschieden wurde zwischen „verschlechtert", „unwirksam", „schwach wirksam", „wirksam" und „deutlich wirksam".

Die ebenfalls mit einer 5-stufigen Skala („unzufrieden", „leicht unzufrieden", „weder zufrieden noch unzufrieden", „generell zufrieden", „zufrieden") ermittelte Patientenzufriedenheit fiel ebenfalls statistisch signifikant zugunsten von Aethoxysklerol 0,5 % aus.

EASI-Studie

In einer multizentrischen, randomisierten, doppelblinden Studie (EASI-Studie) wurden insgesamt 338 Patienten mit Aethoxysklerol 0,5 % (Besenreiservarizen, (n = 94)), mit Aethoxysklerol 1 % (retikuláre Varizen, (n = 86)), mit dem in den USA zugelassenen Sklerosierungsmittel Natriumtetradecylsulfat 1 % ( gemáfc der US-amerikanischen Zulassung fur beide Varizentypen verwendet, (n = 105)) oder mit einer als Placebo dienenden isotonischen Kochsalzlosung (ebenfalls fur beide Varizentypen (n = 53)) behandelt.

Fur die Beurteilung des primáren Zielkriteriums verglichen der behandelnde Arzt und zwei verblindete erfahrene Fachárzte nach einem standardisierten Verfahren aufgenommene Digitalbilder des 10x10 cm2    gro&en

Behandlungsareals 12 Wochen nach der letzten von drei moglichen Behandlungssitzungen mit den Bildern des gleichen Areals, aufgenommen direkt vor der Behandlung. Die Wirksamkeit wurde anhand von Digitalbildern bewertet mit 1 = schlechter als vorher, 2 = gleich wie vorher, 3 = moderate Verbesserung, 4 = gute Verbesserung oder 5 = kompletter Behandlungserfolg. Die Beurteilung der Wirksamkeit fur Aethoxysklerol betrug 4,52 ± 0.65. Placebo war mit 2,19 ± 0.41 statistisch signifikant (p < 0,0001) schlechter. Natriumtetradecylsulfat 1 % (4,47 ± 0.74) wurde áhnlich wie Aethoxysklerol beurteilt. Ein Behandlungserfolg, definiert als Bewertungsgrad 4 oder 5, wurde bei 95 % der mit Aethoxysklerol, bei 92 % der mit Natriumtetradecylsulfat 1 %, aber nur bei 8 % der mit Placebo behandelten Patienten erreicht (Unterschied zu Placebo (p < 0,0001).

Nach 12 und 26 Wochen beurteilten die Patienten ihren Grad der Zufriedenheit (1 = sehr unzufrieden, 2 = unzufrieden, 3 = má&ig zufrieden, 4 = zufrieden und 5 = sehr zufrieden). Statistisch signifikant (p < 0,0001) mehr Patienten (88 %, 84 %) waren mit Aethoxysklerol zufrieden oder sehr zufrieden im Vergleich zu Natriumtetradecylsulfat 1 % (64 %, 63 %) oder Placebo (13 %, 11 %).

Die Inzidenz lokaler Symptome, z.B. Irritation, Hyperpigmentierung und Hamatom war bei den mit Natriumtetradecylsulfat 1 % behandelten Patienten statistisch signifikant hoher. Dies erklart auch die geringere Zufriedenheit dieser Patienten.

Aethoxysklerol 1 %

Vergleich mit Natriumtetradecylsulfat

Fur Aethoxysklerol 1 % liegen die Ergebnisse zweier gleichartiger Studien aus den USA vor, bei denen Aethoxysklerol 1 % im Vergleich zu Natriumtetradecylsulfat an insgesamt 50 Patienten getestet wurde. Bezuglich des Verschwindens kleiner Varizen (1-3 mm) ergab sich kein signifikanter Unterschied zwischen beiden Behandlungsgruppen. Fur Aethoxysklerol 1 % ergab sich ein Wirksamkeitsscore von 4,31 (Standardabweichung 0,62) in der einen Studie bzw. 4,28 (Standardabweichung 0,89) in der anderen Studie 4 Monate nach Behandlung („1" = schlimmer als vor der Behandlung, „2" = genauso wie vorher, „3" = Minderheit der Varizen verschwunden, „4" = Mehrheit der Varizen verschwunden, „5" = alle Varizen verschwunden).

Placebokontrollierte Studie

In einer plazebokontrollierten Studie (mittelgro&e Varizen, Durchmesser im Stehen 1-3 mm, gleiches Prufdesign wie bei Aethoxysklerol 0,5 % bereits beschrieben), war Aethoxysklerol 1 % (15 Patienten) statistisch signifikant besser (Verschwinden der Varizen gemessen anhand einer 5-stufigen Skala) als Plazebo (11 Patienten). Auch bei der Patientenbewertung (5-stufige Skala) schnitt Aethoxysklerol 1 % statistisch signifikant besser ab.

EASI-Studie

Aethoxysklerol 1 % wurde in einer multizentrischen, randomisierten, doppelblinden Studie (EASI-Studie) zusammen mit Aethoxysklerol 0,5 % untersucht. Die Zusammenfassung der Studienergebnisse findet sich daher im Kapitel zu Aethoxysklerol 0,5 %.

Aethoxysklerol 2 %

Placebo- und konzentrationskontrollierte Studie

In einer prospektiven klinischen Studie wurden Aethoxysklerol 2 % und 3 % im Vergleich zu einer als Plazebo dienenden physiologischen Kochsalzlosung an insgesamt 15 Patienten mit einer Seitenastvarikose gepruft. 12 Wochen nach Sklerosierung unterschied sich der duplex-sonographisch erhobene Befund (nachweisbarer Verschluss, Binnenecho und Fehlen eines pathologischen retrograden Blutflusses) signifikant von der Plazebogruppe. Der veno-arterielle Flow-Index der mit Aethoxysklerol behandelten Patienten sank vom Ausgangswert 1,49 statistisch signifikant auf 1,06, in der Plazebogruppe wurde keine signifikante Reduktion erreicht. Eine Stratifizierung der Ergebnisse nach Polidocanol-Konzentrationen wurde dabei nicht vorgenommen. Die Mehrzahl der Patienten in der Verumgruppe (10 von 15) erhielt Aethoxysklerol 2 %.

Aethoxysklerol 3 %

Vergleich mit Natriumtetradecylsulfat

Fur Aethoxysklerol 3 % liegen die Ergebnisse zweier gleichartiger Studien aus den USA vor, bei denen Aethoxysklerol 3 % im Vergleich zu Natriumtetradecylsulfat an insgesamt 52 Patienten getestet wurde.

Bezuglich des Verschwindens mittelgroBer bis grower Varizen (3 bis 6 mm) ergab sich kein signifikanter Unterschied zwischen beiden Behandlungsgruppen. Fur Aethoxysklerol 3 % ergab sich ein Wirksamkeitsscore von 4,56 (Standardabweichung 0,45) in der einen Studie bzw. 4,51 (Standardabweichung 0,46) in der anderen Studie 4 Monate nach Behandlung („1" = schlimmer als vor der Behandlung, „2" = genauso wie vorher, „3" = Minderheit der Varizen verschwunden, „4" = Mehrheit der Varizen verschwunden, „5" = alle Varizen verschwunden).

Plazebokontrollierte Studie

In einer plazebokontrollierten Studie zeigte Aethoxysklerol 3 % (14 Patienten) statistisch signifikant bessere Resultate bei der Behandlung von groBen Varizen (Durchmesser im Stehen 3 mm oder mehr) als die Plazebogruppe (11 Patienten). Als primares Wirksamkeitskriterium wurde das AusmaB des Verschwindens der Varizen mittels einer 5-stufigen Skala („verschlechtert", „unwirksam", „schwach wirksam", „wirksam" und „deutlich wirksam") bestimmt. Die auch mittels einer 5-stufigen Skala („unzufrieden", „leicht unzufrieden", „weder zufrieden noch unzufrieden", „generell zufrieden", „zufrieden") abgefragte Patientenzufriedenheit fiel ebenfalls statistisch signifikant zugunsten von Aethoxysklerol 3 % aus.

Vergleich mit Sklerosierungsschaum

In einer multizentrischen, randomisierten Studie (ESAF-Studie) wurden 106 Patienten mit insuffizienter Vena saphena magna entweder mit Aethoxysklerol-Schaum (hergestellt mit Hilfe des Schaumkits (EasyFoam®) aus Aethoxysklerol 3 %) oder mit Aethoxysklerol 3 % flussig behandelt. Das primare Zielkriterium war die Beseitigung des Refluxes (< 0,5 sec), gemessen durch Duplex-Ultraschall 3 cm unterhalb der sapheno-femoralen Mundung 3 Monate nach der letzten Injektion.

Nach Injektion von standardisiertem Aethoxysklerol-Schaum wurde bei einer signifikant groBeren Anzahl an Patienten (69 %) das Therapieziel erreicht im Vergleich zur Vergleichsgruppe (27 %). Die sekundaren Zielkriterien Okklusion der Vene, Refluxzeit, Wiederauffullzeit und Patientenzufriedenheit verbesserten sich ebenfalls unter Aethoxysklerol-Schaum signifikant besser. Die Anzahl der benotigten Behandlungstage bis zum Behandlungserfolg war im Mittel mit 1,3 in der Aethoxysklerol-Schaum-Gruppe geringer als in der Vergleichsgruppe. Bei der geringen Anzahl an beobachteten Nebenwirkungen wurden keine Unterschiede zwischen beiden Gruppen beobachtet.

In einer weiteren klinischen Studie (insgesamt 95 Patienten) aus Frankreich wurde ebenfalls standardisierter Aethoxysklerol-Sklerosierungsschaum (DSS), hergestellt aus Aethoxysklerol 3 %, mit Aethoxysklerol 3 % flussig verglichen. Nach 3 Wochen war bei 85 % der Patienten, die mit Aethoxysklerol-Schaum mittels studienbedingt einmaliger Injektion behandelt worden waren, die Behandlung erfolgreich (Elimination des Reflux). Nach klassischer Therapie mit Aethoxysklerol als Flussigkeit lag dieser Wert bei 35 %. Zwei Jahre nach letzter Injektion wurden die Patienten wieder einbestellt. Funf Patienten erschienen nicht zur Nachuntersuchung. Diese wurden formal als Behandlungsfehler eingestuft. Insgesamt sank damit die Erfolgsrate (Sklerosierungsschaum) auf 53 % nach zwei Jahren, nach einmaliger Applikation von 2,5 ml Aethoxysklerol-Schaum.

Daten zur Dosierung, Studien mit unterschiedlichen Polidocanol-Konzentrationen

In Konzentrations-kontrollierten Studien wurden Aethoxysklerol 0,25 %, 0,5 %, 1 %, 2 % und 3 % auf ihre Wirksamkeit (zusammenfassende Bewertung aus Verschwinden der Varizen, makroskopischer Beurteilung und Patientenbewertung) gemafc einer 5-stufigen Skala bei verschiedenen Varizentypen untersucht. Hierbei wurde unterschieden zwischen „verschlechtert", „unwirksam", „schwach wirksam", „wirksam" und „deutlich wirksam".

Kleine Varizen

Vergleich Aethoxysklerol 0,5 % (18 Patienten) und 1 % (18 Patienten): Keine statistisch signifikanten Unterschiede.

Vergleich Aethoxysklerol 0,25 % (18 Patienten) und 0,5 % (19 Patienten): Aethoxysklerol 0,5 % statistisch signifikant besser.

MittelgroRe Varizen

Vergleich Aethoxysklerol 0,5 % (26 Patienten) und 1 % (28 Patienten): Aethoxysklerol 1 % statistisch signifikant besser.

Vergleich Aethoxysklerol 1 % (23 Patienten) und 2 % (24 Patienten):

Keine statistisch signifikanten Unterschiede.

GroRe Varizen

Vergleich Aethoxysklerol 2 % (30 Patienten) und 3 % (26 Patienten): Aethoxysklerol 3 % statistisch signifikant besser.

Sklerosierung von Hámorrhoidalleiden

Es liegen die Ergebnisse einer Studie vor, in der die Wirksamkeit und Vertráglichkeit von Aethoxysklerol 3 % (112 Patienten) mit der von Phenol 5 % in Ol (108 Patienten) bei der Behandlung von Hámorrhoidalleiden 1. und 2. Grades verglichen wird. Nach 2 Sitzungen waren insgesamt 97 % der Patienten erfolgreich behandelt. Die Unterschiede bei den Symptomen vor und nach der Behandlung waren in beiden Gruppen statistisch signifikant (p < 0,001). Es gab keinen signifikanten Unterschied zwischen der Aethoxysklerol- und der Phenol-in-Ol-Gruppe.

Aethoxysklerol zeigte in dieser Studie aber weniger Nebenwirkungen als Phenol in Ol: Nach der Injektion fanden sich vorubergehende Schmerzen in der Phenol-in-Ol-Gruppe signifikant háufiger als in der Aethoxysklerol-Gruppe (bei 24 Patienten in der Phenol-in-Ol-Gruppe, bei 11 Patienten in der Aethoxysklerol-Gruppe, p < 0,01). Nekrosen und Ulzerationen wurden nur in der Phenol-in-Ol-Gruppe beobachtet (4 Nekrosen, 8 Ulzerationen).

5.2    Pharmakokinetische Eigenschaften

Sechs gesunde Probanden erhielten 37 mg 14C-Lauromacrogol 400 in stark verdunnter Losung in die Vena saphena magna. Der Konzentrations-Zeit-Verlauf von Lauromacrogol 400 im Plasma war biphasisch - mit einer terminalen Eliminationshalbwertszeit von Lauromacrogol 400 und seinen markierten Metaboliten von 4,09 h. Die AUC„ lag bei 3,16 pg x h/ml, die Gesamt-Clearance bei 11,68 l/h. 89 % der verabreichten Dosis wurden innerhalb der ersten 12 Stunden aus dem Blut entfernt.

In einer weiteren Studie wurden bei 6 Patienten mit Varizen (> 3 mm Durchmesser) nach der Therapie mit Aethoxysklerol 3 % die Plasma-konzentrationen von unmetaboliserten Lauromacrogol 400-Molekulen bestimmt. Die Plasma-Halbwertszeit betrug 0,94-1,27 h, die AUC„ 6,1910,90 pg x h/ml. Die Gesamt-Clearance betrug im Durchschnitt 12,4 l/h und das Verteilungsvolumen war 17,9 l.

5.3    Praklinische Daten zur Sicherheit

Aethoxysklerol besitzt im Tierversuch eine vergleichsweise geringe akute Toxizitat. Sicherheitspharmakologische Untersuchungen ergaben negativ chronotrope, inotrope und dromotrope Wirkungen, wobei es zum Blutdruckabfall kam. Bei gleichzeitiger Gabe anderer Lokalanasthetika traten zusatzlich proarrhythmische Effekte auf. Bei wiederholter Gabe von Aethoxysklerol kam es bei einigen Tieren zu histologischen Veranderungen in Darm, Nebennieren und Leber in allen untersuchten Spezies, beim Kaninchen zusatzlich auch in der Niere.

Lauromacrogol 400 verursachte bei allen untersuchten Arten Hamaturie. Ab 4 mg / kg Korpergewicht / Tag kam es bei mannlichen Ratten nach taglicher Applikation an 7 aufeinander folgenden Tagen zu einem Anstieg des Lebergewichtes und ab 14 mg / kg / Tag zu einem Anstieg der ALAT / GPT- und der ASAT / GOT-Aktivitát.

Mutagenitat

Lauromacrogol 400 wurde ausfuhrlich in vitro und in vivo getestet. Alle Tests verliefen negativ, nur in einem in-vitro-Test induzierte Lauromacrogol 400 Polyploidien in Saugerzellen. Bei bestimmungsgemá&er Anwendung ist jedoch nicht von einem klinisch relevanten genotoxischen Potential auszugehen.

Reproduktionstoxizitat

Die tágliche i.v.-Applikation von Lauromacrogol 400 uber mehrere Wochen bzw. wáhrend der Organogenese hatte bei Ratten weder einen Einfluss auf die mánnliche und weibliche Fertilitát noch auf die fruhe Embryonalentwickung und induzierte weder bei Ratten noch bei Kaninchen teratogene Effekte, jedoch embryo- und fetotoxische Effekte (erhohte embryo- / fetale Mortalitát, erniedrigte Fetengewichte) im maternal toxischen Dosisbereich. Bei einer Beschránkung der Anwendungsdauer wáhrend der Organogenese auf Intervalle mit jeweils 4 aufeinander folgende Tage traten weder maternal toxische noch embryo- / fetotoxische Effekte auf (Kaninchen). Die Peri- und Postnatalentwicklung, das Verhalten sowie die Reproduktion wurden bei Ratten, deren Mutter wáhrend der spáten Gestation und der Laktationsperiode Lauromacrogol 400 an jedem 2. Tag i.v. erhielten, nicht beeintráchtigt. Lauromacrogol 400 ist bei Ratten plazentagángig.

6    Pharmazeutische Angaben

6.1    Hilfsstoffe

Ethanol 96 %, Kaliumdihydrogenphosphat, Natriummonohydrogen-phosphat-Dihydrat (Ph.Eur.), Wasser fur Injektionszwecke.

6.2    Inkompatibilitaten

Keine bekannt.

6.3    Dauer der Haltbarkeit

Aethoxysklerol 0,25 %, 0,5 %, 1 %, 2 % und 3 % sind 5 Jahre haltbar.

6.4    Besondere Lagerhinweise

Keine.

6.5    Art und Inhalt des Behaltnisses

Alle Aethoxysklerol-Praparate stehen als Injektionslosung in Packungen mit 5 Ampullen (Glas der hydrolytischen Klasse 1) zu je 2 ml zur Verfugung.

6.6    Hinweise fur die Handhabung

Die Ampulle ist zur einmaligen Anwendung vorgesehen. Eine Restmenge ist zu verwerfen.

Zur Herstellung von standardisiertem Sklerosierungsschaum beachten Sie bitte die Hinweise zu entsprechenden Systemen.

7 Name oder Firma und Anschrift des pharmazeutischen Unternehmers

Chemische Fabrik Kreussler & Co. GmbH

RheingaustraBe 87-93

65203 Wiesbaden

Telefon: 0611 / 9271 - 0

Telefax: 06 11 / 9271 - 111

www.kreussler.com E-Mail: info@kreussler.com

8 Zulassungsnummern

Bezeichnung des Arzneimittels

Zul.-Nr.

Aethoxysklerol 0,25 %

6248007.00.00

Aethoxysklerol 0,25 %

3003385.01.00

Aethoxysklerol 0,5 %

6248007.01.00

Aethoxysklerol 1 %

6248007.02.00

Aethoxysklerol 1 %

3003385.00.00

Aethoxysklerol 2 %

6248007.03.00

Aethoxysklerol 3 %

6248007.04.00

9    Datum der Zulassung / Verlangerung der Zulassung

Die Zulassungen der Arzneimittel wurden alle letztmalig im November bzw. Dezember 2004 verlangert (20.11.2004, 23.11.2004, 13.12.2004).

10    Stand der Information

Februar 2015

11    Verschreibungsstatus / Apothekenpflicht

Verschreibungspflichtig

29 / 29

Aethoxysklerol 0,25 %