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Alfacalcidol-ratiopharm 1 µg weichkapseln



Gebrauchsinformation Alfacalcidol-ratiopharm 1 µg weichkapseln


GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR DEN ANWENDER



Alfacalcidol-ratiopharm®1 µg Weichkapseln



Wirkstoff: Alfacalcidol





Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses Arzneimittels beginnen.

- Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

- Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

- Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

- Wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind, informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.





Diese Packungsbeilage beinhaltet:

1. Was ist Alfacalcidol-ratiopharm®1 µg und wofür wird es angewendet?

2. Was müssen Sie vor der Einnahme von Alfacalcidol-ratiopharm®1 µg beachten?

3. Wie ist Alfacalcidol-ratiopharm®1 µg einzunehmen?

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5. Wie ist Alfacalcidol-ratiopharm®1 µg aufzubewahren?

6. Weitere Informationen





1. Was ist Alfacalcidol-ratiopharm®1 µg und wofür wird es angewendet?


Der Wirkstoff Alfacalcidolist ein ähnlicher Stoff wie Vitamin D.


Alfacalcidol-ratiopharm®1 µgwird angewendet:

bei Erkrankungen, bei denen die körpereigene Vitamin-D-Produktion in der Niere beeinträchtigt ist (wie renale Osteodystrophie mit verminderter Calciumaufnahme und einem verringertem Calciumspiegel im Blut, wie sie als Folge von Nierenfunktionsstörungen ohne oder mit Dialysebehandlung sowie anfangs nach Nierentransplantationen auftreten kann).

zur Behandlung des Knochenschwunds (Osteoporose) bei Frauen nach den Wechseljahren und des Knochenschwunds bei einer Behandlung mit bestimmten Arzneimitteln (Glucocorticoide), wenn die körpereigene Vitamin-D-Produktion beeinträchtigt ist.

bei Erweichungen der Knochen im Erwachsenenalter infolge unzureichender Aufnahme aus der Nahrung (wie beim Malabsorptions- und Postgastrektomie-Syndrom).

bei einer Unterfunktion der Nebenschilddrüse oder bei einer bestimmten Form der Erweichungen der Knochen (die nicht auf die Gabe von Vitamin D anspricht) kann eine Zusatztherapie mit Alfacalcidol-ratiopharm®1 µg notwendig sein, wenn der Calciumspiegel im Blut verringert ist.





2. Was müssen Sie vor der Einnahme von Alfacalcidol-ratiopharm®1 µg beachten?


Alfacalcidol-ratiopharm®1 µgDARF NICHT eingenommen werden,

wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen den Wirkstoff Alfacalcidol oder einen der sonstigen Bestandteile von Alfacalcidol-ratiopharm®1 µg sind (siehe unter 6. „WEITERE INFORMATIONEN“).

wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Vitamin D sind.

wenn Sie bereits an einer deutlichen Vitamin-D-Überdosierung leiden (Anzeichen einer Überdosierung siehe unter 3. „Wenn Sie eine größere Menge von Alfacalcidol-ratiopharm®1 µgeingenommen haben als Sie sollten“).

wenn Sie einen erhöhten Calcium- oder Magnesiumspiegel im Blut haben.

wenn bestimmte Werte in Ihrem Blut erhöht sind (erhöhter Calciumspiegel, erhöhtes Calcium-Phosphat-Produkt, Alkalose mit venösen Blut-pH-Werten).



Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Alfacalcidol-ratiopharm®1 µgist erforderlich

wenn Sie Nierensteine haben oder früher hatten;

wenn Sie an einer Erkrankung des Bindegewebes mit Knötchenbildung am ganzen Körper (Sarkoidose) leiden.



Bei Einnahme von Alfacalcidol-ratiopharm®1 µgmit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.


Folgende Arzneimittel dürfen Sie nichtgleichzeitig mit Alfacalcidol-ratiopharm®1 µgeinnehmen:

Vitamin D und ähnliche Stoffe.


Mit folgenden Arzneimitteln können Wechselwirkungen auftreten:

ein bestimmtes Herzmittel (Digitalis). Es können leichter Herzrhythmusstörungen auftreten.


bestimmte Schlafmittel (Barbiturate) und Arzneimittel gegen Epilepsie (Barbiturate, Phenytoin und enzyminduzierende Antikonvulsiva).

bestimmte Entzündungshemmer (Glucocorticoide).

gallensäurebindende Arzneimittel (Colestyramin, Colestipol).

ein bestimmtes Arzneimittel gegen Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre (Sucralfat).


Möglicherweise wird die Wirkung von Alfacalcidol-ratiopharm®1 µgdurch die zuvor genannten Arzneimittel abgeschwächt.


aluminiumhaltige magensäurebindende Arzneimittel (Antacida). Möglicherweise wird die Wirkung von Alfacalcidol-ratiopharm®1 µgabgeschwächt. Alfacalcidol-ratiopharm®1 µgund aluminiumhaltige Antacida sollten daher nicht gleichzeitig, sondern im Abstand von 2 Stundeneingenommen werden.

magnesiumhaltige magensäurebindende Arzneimittel (Antacida) und magnesiumhaltige Abführmittel. Es kann leichter zu erhöhten Magnesiumspiegeln im Blut kommen.

calciumhaltige Arzneimittel. Es kann zu erhöhten Calciumspiegeln im Blut kommen.

bestimmte Entwässerungsmittel (Thiazide). Es kann leichter zu erhöhten Calciumspiegeln im Blut kommen.

bestimmte Hormonpräparate (Östrogene). Möglicherweise wird die Wirkung von Alfacalcidol-ratiopharm®1 µgverstärkt.



Schwangerschaft und Stillzeit

Während der Schwangerschaft sollte Alfacalcidol-ratiopharm®1 µgnur angewendet werden, wenn dies aus Sicht des Arztes unbedingt erforderlich ist. Überdosierungen von Vitamin D in der Schwangerschaft müssen verhindert werden, da ein lang anhaltender erhöhter Calciumspiegel im Blut zu körperlicher und geistiger Behinderung sowie angeborenen Herz- und Augenerkrankungen des Kindes führen kann.



Vitamin D und seine Abbauprodukte gehen in die Muttermilch über. Sollte Ihr Säugling ebenfalls Vitamin-D-Präparate erhalten, so besprechen Sie bitte die notwendige Dosierung mit dem Kinderarzt. Weisen Sie dabei auf jeden Fall darauf hin, dass Sie ein Vitamin-D-Präparat einnehmen.



Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Es sind keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen erforderlich.



Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Alfacalcidol-ratiopharm®1 µg

Dieses Arzneimittel enthält Sorbitol. Bitte nehmen Sie Alfacalcidol-ratiopharm®1 µg erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.





3. Wie ist Alfacalcidol-ratiopharm®1 µgeinzunehmen?



Nehmen Sie Alfacalcidol-ratiopharm®1 µg immer genau nach der Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.



Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis



Die Anfangsdosisbeträgt für Erwachsene und Kinder vonmehr als 20 kg Körpergewicht1 WeichkapselAlfacalcidol-ratiopharm®1 µg (entsprechend 1 µg Alfacalcidol) täglich.



Für Kindermit einem Körpergewicht von weniger als 20 kg beträgt die Tagesdosis 0,05 µg Alfacalcidol pro kg Körpergewicht.



Bei einer weiterführenden Behandlung wird Ihr Arzt die Dosis entsprechend dem Heilungsverlauf und Ihren Blutwerten verringern.



Bei Patienten mit stärker ausgeprägten Knochenerkrankungen wird Ihr Arzt möglicherweise auch höhere Dosen verordnen: 1-3 Weichkapseln Alfacalcidol-ratiopharm®1 µg (entsprechend 1-3 µg Alfacalcidol) täglich.



Bei Patienten mit Unterfunktion der Nebenschilddrüsen wird Ihr Arzt entsprechend Ihren Blutwerten eventuell geringere Dosen verordnen.



Art der Anwendung

Nehmen Sie die Weichkapseln unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit(z. B. 1 Glas Wasser) ein.


Nehmen Sie Ihre Tagesdosis soweit wie möglich zur Hälfte am Morgen und zur Hälfte am Abendein. Hat Ihr Arzt Ihnen eine ungerade Anzahl von Weichkapseln verordnet, nehmen Sie die höhere Anzahl am Abendein.
Beispiel:Ihre Tagesdosis beträgt 3 Weichkapseln, d. h. Sie nehmen 1 Weichkapsel am Morgen und 2 Weichkapseln am Abend ein.



Dauer der Anwendung

Die Dauer der Anwendung wird individuell von Ihrem Arzt bestimmt.



Wenn Sie eine größere Menge von Alfacalcidol-ratiopharm®1 µgeingenommen haben als Sie sollten

Bei versehentlicher einmaliger Einnahme einer Überdosis (25‑30 µg Alfacalcidol) wurden bisher keine Schäden beobachtet.



Bei längerer Überdosierung von Alfacalcidol-ratiopharm®1 µg kann es zu einem lebensbedrohlich erhöhten Calciumspiegel im Blut kommen.



Die Anzeichen einer Überdosierung sind uncharakteristisch und können u. a. umfassen:

Schwäche, Müdigkeit, Abgespanntheit, Kopfschmerzen, Beschwerden im Verdauungstrakt wie Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung oder Durchfall, Sodbrennen, Mundtrockenheit, Muskel-, Knochen- und Gelenkschmerzen, Juckreiz oder Herzklopfen. Bei verminderter Nierenfunktion können zusätzlich erhöhte Harnmenge, gesteigertes Durstempfinden, nächtlicher Harndrang und Eiweiß im Harn auftreten.



Sie sollten in diesen Fällen sofortmit Ihrem Arzt Kontakt aufnehmen.



Wenn Sie die Einnahme von Alfacalcidol-ratiopharm®1 µgvergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben, sondern setzen Sie die Einnahme mit der verordneten Dosis fort.



Wenn Sie die Einnahme von Alfacalcidol-ratiopharm®1 µgabbrechen

Ihre Therapie ist in der Regel langfristig.Durch Alfacalcidol-ratiopharm®1 µgkann Ihre Erkrankung nur dann behandelt werden, wenn es regelmäßig eingenommen wird. Fragen Sie daher Ihren Arzt, wenn Sie die Behandlung möglicherweise abbrechen möchten.



Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.





4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?



Wie alle Arzneimittel kann Alfacalcidol-ratiopharm®1 µg Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.



Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:



sehr häufig

mehr als 1 Behandelter von 10

häufig

1 bis 10 Behandelte von 100

gelegentlich

1 bis 10 Behandelte von 1.000

selten

1 bis 10 Behandelte von 10.000

sehr selten

weniger als 1 Behandelter von 10.000

nicht bekannt

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar



Bekannte mögliche Nebenwirkungen:

erhöhter Calciumspiegel im Blut. Anzeichen einer eventuellen Erhöhung des Calciumspiegels im Blut sind Müdigkeit, Beschwerden im Verdauungstrakt, Durstgefühl und Juckreiz. Sollten solche Anzeichen auftreten, sollte der Arzt möglichst umgehendzur Kontrolle des Calciumspiegels im Blut aufgesucht werden.

leichte und vorübergehende Erhöhungen des Phosphatspiegels im Blut (selten).

Kalkablagerungen in der Hornhaut (sehr selten).

Kalkablagerungen in den Blutgefäßen (sehr selten).



Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.





5. Wie ist Alfacalcidol-ratiopharm®1 µgaufzubewahren?



Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.



Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.



Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der Blisterpackung nach „Verwendbar bis“ angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.





6. WEITERE Informationen



Was Alfacalcidol-ratiopharm®1 µgenthält

Der Wirkstoff ist Alfacalcidol. Jede Weichkapsel enthält 1 µg Alfacalcidol.

Die sonstigen Bestandteile sind: Gelatine, Glycerol, Sorbitol-Lösung 70 %, raffiniertes Kokosfett, Butylhydroxyanisol, Butylhydroxytoluol, Eisenoxid, gereinigtes Wasser.



Wie Alfacalcidol-ratiopharm®1 µgaussieht und Inhalt der Packung

Ovale, braune Weichkapsel.



Alfacalcidol-ratiopharm®1 µg ist in Packungen mit 20, 50 und 100 Weichkapseln erhältlich.



Pharmazeutischer Unternehmer

ratiopharm GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm



Hersteller

Merckle GmbH

Ludwig-Merckle-Str. 3

89143 Blaubeuren



Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im Juni 2009.



Versionscode: Z03





9


Alfacalcidol-ratiopharm 1 µg Weichkapseln

Fachinformation Alfacalcidol-ratiopharm 1 µg weichkapseln


Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen Angaben


Fachinformation





1. Bezeichnung deR Arzneimittel



Alfacalcidol-ratiopharm®0,25 µg Weichkapseln

Alfacalcidol-ratiopharm®1 µg Weichkapseln





2. Qualitative und quantitative Zusammensetzung



Alfacalcidol-ratiopharm®0,25 µg Weichkapseln

Jede Weichkapsel enthält 0,25 µg Alfacalcidol.



Alfacalcidol-ratiopharm®1 µg Weichkapseln

Jede Weichkapsel enthält 1 µg Alfacalcidol.



Sonstige Bestandteile: Sorbitol.

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.





3. Darreichungsform



Weichkapsel





4. Klinische Angaben



4.1 Anwendungsgebiete



Erkrankungen, bei denen im Vitamin-D-Metabolismus die 1-α-Hydroxylierung in der Niere beeinträchtigt ist, wie renale Osteodystrophie mit verminderter Calcium-Resorption und einem Calcium-Plasmaspiegel kleiner als 2,2 mmol/l (kleiner als 8,8 mg/100 ml), wie sie als Folge von Nierenfunktionsstörungen ohne oder mit Dialysebehandlung sowie anfangs bei Zuständen nach Nierentransplantationen auftreten kann.



Zur unterstützenden Therapie der postmenopausalen Osteoporose und der Osteoporose bei Glucocorticoid-Behandlung, wenn im Vitamin-D-Metabolismus die 1-α-Hydroxylierung beeinträchtigt ist.



Knochenerweichungen im Erwachsenenalter (Osteomalazie) infolge unzureichender Resorption, wie beim Malabsorptions- und Postgastrektomie-Syndrom.



Bei Hypoparathyreoidismus oder hypophosphatämischer (Vitamin-D-resistenter) Rachitis/Osteomalazie kann eine Zusatztherapie mit Alfacalcidol dann indiziert sein, wenn ein Calcium-Plasmaspiegel kleiner als 2,2 mmol/l vorliegt.



4.2 Dosierung, Art und Dauer der Anwendung



Dosierung

Soweit nicht anders verordnet, beträgt die Anfangsdosis für Erwachsene und Kinder von mehr als 20 kg Körpergewicht 1 µg Alfacalcidol (4 Weichkapseln Alfacalcidol-ratiopharm® 0,25 µg bzw. 1 Weichkapsel Alfacalcidol-ratiopharm® 1,0 µg) täglich.



Für Kinder mit einem Körpergewicht von weniger als 20 kg beträgt die Tagesdosis 0,05 µg Alfacalcidol/kg KG/Tag.



Bei fortlaufender Behandlung ist die Dosis entsprechend dem Heilungsverlauf und zur Vermeidung erhöhter Blutcalciumspiegel oder Calcium-Phosphat-Produkte zu verringern.


Patienten mit stärker ausgeprägten Knochenerkrankungen benötigen und tolerieren höhere Dosen:
1-3 µg Alfacalcidol (4-12 Weichkapseln Alfacalcidol-ratiopharm® 0,25 µg bzw. 1-3 Weichkapseln Alfacalcidol-ratiopharm® 1 µg) täglich.



Bei Patienten mit Unterfunktion der Nebenschilddrüsen (Hypoparathyreoidismus) muss die Dosis bei Erreichen normaler Blutcalciumwerte (2,2-2,6 mmol/l; 8,8-10,4 mg/100 ml) oder eines Calcium-Phosphat-Produktes von 3,5-3,7 (mmol/l)² vermindert werden.


Art und Dauer der Anwendung



Alfacalcidol-ratiopharm®0,25 µg Weichkapseln

Die Tagesdosis (0,5 bzw. 1 µg) ist geteilt zur Hälfte am Morgen und zur Hälfte am Abend einzunehmen.



Alfacalcidol-ratiopharm®1 µg Weichkapseln

Bei einer Dosierung von 1 µg Alfacalcidol täglich 1 Weichkapsel am Abend einnehmen. Bei Dosierung von 2-3 µg Alfacalcidol täglich 1 Weichkapsel am Morgen und 1-2 Weichkapseln am Abend einnehmen.



Die Weichkapseln sollten unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit eingenommen werden. Die Dauer der Anwendung wird individuell vom Arzt bestimmt.



4.3 Gegenanzeigen



Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile.



Bei einem Calcium-Spiegel im Plasma über 2,6 mmol/l, einem Calcium-Phosphat-Produkt über 3,7 (mmol/l)2und einer Alkalose mit venösen Blut-pH-Werten über 7,44 (Milch-Alkali-Syndrom, Burnett-Syndrom) darf Alfacalcidol nicht angewendet werden.



Bei Hypercalcämie oder Hypermagnesiämie sollte Alfacalcidol nicht angewendet werden.



Alfacalcidol ist kontraindiziert bei bekannter Vitamin-D-Überempfindlichkeit und bei manifester Vitamin-D-Intoxikation.



Bei Dialyse-Patienten muss ein eventueller Calcium-Einstrom aus der Dialyseflüssigkeit ausgeschlossen werden. Bei Nierensteinanamnese und Sarkoidose besteht ein erhöhtes Risiko.



4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung



Sonstige Bestandteile:

Alfacalcidol-ratiopharm®enthält Sorbitol. Patienten mit der seltenen hereditären Fructose-Intoleranz sollten Alfacalcidol-ratiopharm®nicht einnehmen.



4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen



Vitamin D und seine Derivate dürfen nicht gleichzeitig mit Alfacalcidol verabreicht werden. Da es sich bei Alfacalcidol um ein sehr wirksames Derivat handelt, ist bei gleichzeitiger Gabe mit einem additiven Effekt und einem erhöhten Risiko einer Hypercalcämie zu rechnen.



Eine Hypercalcämie kann bei Patienten unter Digitalistherapie Herzrhythmusstörungen hervorrufen. Bei gleichzeitiger Einnahme von Digitalis und Alfacalcidol müssen diese Patienten daher streng überwacht werden.



Bei gleichzeitiger Behandlung mit Alfacalcidol und Barbituraten oder enzym-induzierenden Antikonvulsiva sind höhere Dosen von Alfacalcidol erforderlich, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Ebenso kann Diphenylhydantoin die Wirkung von Alfacalcidol hemmen.



Auch Glucocorticoide können möglicherweise die Alfacalcidol-Wirkung beeinträchtigen.



Da die Gallensalze für die Resorption von Alfacalcidol von Bedeutung sind, kann auch eine längere Behandlung mit gallensäurebindenden Mitteln (Colestyramin, Colestipol), oder Sucralfat und stark aluminiumhaltigen Antacida nachteilig sein. Alfacalcidol und aluminiumhaltige Antacida sollten daher nicht gleichzeitig, sondern im Abstand von 2 Stunden eingenommen werden.



Magnesiumhaltige Antacida oder Laxantien sollten bei Therapie mit Alfacalcidol bei Dialyse-Patienten wegen der Gefahr einer Hypermagnesiämie nur mit Vorsicht eingesetzt werden.



Verstärkt dagegen wird die Alfacalcidol-Wirkung durch die gleichzeitige Gabe von östrogenen Hormonen in der Peri- und Postmenopause.



Bei gleichzeitiger Gabe von calciumhaltigen Präparaten oder Thiaziden ist das Hypercalcämie-Risiko erhöht.



4.6 Schwangerschaft und Stillzeit



Obwohl bis heute keine Beobachtungen über eine fruchtschädigende Wirkung vorliegen, sollte Alfacalcidol während der Schwangerschaft und Stillzeit nur bei strenger Indikationsstellung angewendet werden. Überdosierungen von Vitamin-D-Derivaten in der Schwangerschaft müssen vermieden werden, da eine langanhaltende Hypercalcämie zu körperlicher und geistiger Retardierung, supravalvulärer Aortenstenose und Retinopathie des Kindes führen kann.



Die Gabe von Alfacalcidol in der Stillzeit dürfte den Calcitriol-Gehalt der Muttermilch erhöhen. Dies ist zu beachten, wenn das Kind zusätzlich Vitamin D erhält.



4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen



Es sind keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen erforderlich.



4.8 Nebenwirkungen



Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt:



sehr häufig

1/10

häufig

1/100 bis < 1/10

gelegentlich

1/1.000 bis < 1/100

selten

1/10.000 bis < 1/1.000

sehr selten

< 1/10.000

nicht bekannt

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar



Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Bei unangepasster Dosierung von Alfacalcidol können erhöhte Blutcalciumspiegel auftreten, die sich durch Dosisverminderung oder zeitweiliges Absetzen des Präparates korrigieren lassen. Als Anzeichen einer eventuellen Erhöhung der Blutcalciumspiegel gelten Müdigkeit, gastrointestinale Beschwerden, Durstgefühl oder Juckreiz.



Nach bisherigen Erfahrungen ist es unter Alfacalcidol nur selten zu leichten und passageren Phosphaterhöhungen gekommen. Einem eventuellen Phosphatanstieg ist durch Gabe von Phosphatresorptionshemmern (wie Aluminium-Derivaten) zu begegnen.



Während der Behandlung mit Alfacalcidol sind regelmäßige Kontrollen des Blutcalcium- und Phosphatspiegels sowie Blutgasanalysen vorzunehmen. Diese Kontrollen sollten in wöchentlichen bis monatlichen Abständen durchgeführt werden. Zu Beginn der Behandlung können häufigere Bestimmungen notwendig sein.



Augenerkrankungen

Heterotope Calcifizierungen (Cornea) sind unter Alfacalcidol bisher äußerst selten aufgetreten und waren reversibel.



Gefäßerkrankungen

Heterotope Calcifizierungen (Gefäße) sind unter Alfacalcidol bisher äußerst selten aufgetreten und waren reversibel.



Nebenwirkungen bezüglich des blutbildenden Systems, der Leberfunktion und der Nierenfunktion wurden bisher nicht beobachtet.



4.9 Überdosierung



Bei versehentlicher einmaliger Einnahme einer Überdosis (25-30 µg Alfacalcidol) wurden keine Schäden beobachtet.



Bei längerer Überdosierung von Alfacalcidol kann es zu einer unter Umständen lebensbedrohlichen Hypercalcämie kommen.



Das klinische Bild des Hypercalcämiesyndroms ist uncharakteristisch: Schwäche, Müdigkeit, Abgespanntheit, Kopfschmerzen, gastrointestinale Beschwerden (Übelkeit, Erbrechen, Obstipation oder Diarrhoe, Sodbrennen), Mundtrockenheit, Muskel-, Knochen- und Gelenkschmerzen, Juckreiz oder Palpitationen.



Bei verminderter Konzentrationsfähigkeit der Niere ferner Polyurie, Polydipsie, Nykturie und Proteinurie. Abgestuft nach dem Ausmaß der Hypercalcämie können neben einer Dosisreduktion oder zeitweiligem Absetzen von Alfacalcidol calciumarme bzw. calciumfreie Ernährung, Flüssigkeitszufuhr, Dialyse, Schleifendiuretika, Glucocorticoide und Calcitonin eingesetzt werden.



Bei akuter Überdosierung kann eine frühzeitige Magenspülung und/oder die Gabe von Paraffinöl die Resorption vermindern und die Ausscheidung mit dem Stuhl beschleunigen.



Ein spezielles Antidot existiert nicht.





5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN


5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften



Pharmakotherapeutische Gruppe: Vitamin-D3-Derivat; ATC-Code: A11CC03



Alfacalcidol (1-α-Hydroxycholecalciferol) wird in der Leber sehr schnell zu Calcitriol (1,25-Dihydroxycholecalciferol) umgewandelt. Calcitriol gilt als wirksamster Metabolit des Cholecalciferol (Vitamin D3) bei der Aufrechterhaltung der Calcium- und Phosphathomöostase. Der Hauptwirkmechanismus basiert auf der Erhöhung der zirkulierenden 1,25-Dihydroxycholecalciferol-Spiegel und darüber wird die intestinale Resorption von Calcium und Phosphat erhöht. Die Knochenmineralisation wird gefördert, der Parathormonspiegel gesenkt und die Knochenresorption gehemmt.



Bei gestörter 1-α-Hydroxylierung in der Niere wird durch die Gabe von Alfacalcidol eine ausreichende Calcitriol-Bildung ermöglicht und damit einem Vitamin-D-Hormon-Mangel entgegengewirkt.



5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften



Alfacalcidol ist als Prodrug für 1,25-Dihydroxycholecalciferol im Tierexperiment und beim Menschen mit radioaktiv markierter Substanz geprüft worden. Die rasche hepatische 25-Hydroxylierung konnte auch an einem Patienten mit Niereninsuffizienz nachgewiesen werden.



5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit



a) Akute Toxizität

Im Vergleich zur therapeutischen Dosierung wird Alfacalcidol nur eine geringe akute Toxizität zugeschrieben. Nach oraler Einmalgabe von Alfacalcidol an Ratten und Mäusen werden LD50-Werte um 500 µg/kg KG genannt.



b) Chronische Toxizität

Die Ergebnisse der chronischen Toxizitätsprüfung wurden als Folge der pharmakologischen Wirkung von Alfacalcidol auf den Calcium-Stoffwechsel gewertet und bestanden vor allem in Hypercalcämie sowie Gewebscalcinosen.



c) Reproduktionstoxizität

Aus Embryotoxizitätsstudien an Ratten und Kaninchen mit maximal 0,9 µg Alfacalcidol/kg KG/Tag wurden keine teratogenen Wirkungen berichtet. Bei Kaninchenfeten traten ab 0,3 µg Alfacalcidol/kg KG/Tag intrauterine Wachstumsretardierungen auf. Bei Fertilitätsstudien an Ratten ergab sich bei einer Dosis von 0,9 µg Alfacalcidol/kg KG/Tag eine geringere Trächtigkeitsrate und eine Verminderung der Wurfgröße.



Zu Alfacalcidol liegen keine Erfahrungen beim Menschen mit der Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit vor. Es ist nicht bekannt, ob Alfacalcidol in die Muttermilch übergeht. Hohe Vitamin-D-Dosen während der Schwangerschaft sind beim Menschen mit dem Auftreten eines Aortenstenosen- Syndroms und idiopathischer Hypercalcämie in Verbindung gebracht worden. Es liegen jedoch auch mehrere Fallberichte vor, wo nach Verabreichung sehr hoher Dosen normale Kinder geboren wurden. Vitamin D geht in geringen Mengen in die Muttermilch über.



d) Mutagenes Potential

Alfacalcidol ist hinsichtlich mutagener Wirkungen als unbedenklich anzusehen.





6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN



6.1 Liste der sonstigen Bestandteile



Alfacalcidol-ratiopharm®0,25 µg Weichkapseln

Gelatine, Glycerol, Sorbitol-Lösung 70 %, raffiniertes Kokosfett, Butylhydroxyanisol, Butylhydroxytoluol, Titandioxid, gereinigtes Wasser.



Alfacalcidol-ratiopharm®1 µg Weichkapseln

Gelatine, Glycerol, Sorbitol-Lösung 70 %, raffiniertes Kokosfett, Butylhydroxyanisol, Butylhydroxytoluol, Eisenoxid, gereinigtes Wasser.



6.2 Inkompatibilitäten



Nicht zutreffend



6.3 Dauer der Haltbarkeit



2 Jahre



6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung



Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.



6.5 Art und Inhalt der Behältnisse



Blister aus PVC/Aluminium-Folie.



Packungen mit 20 Weichkapseln (N1)

Packungen mit 50 Weichkapseln (N2)

Packungen mit 100 Weichkapseln (N3)



6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung



Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu entsorgen.





7. Inhaber der Zulassung



ratiopharm GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

www.ratiopharm.de





8. Zulassungsnummern



Alfacalcidol-ratiopharm®0,25 µg Weichkapseln

71050.00.00



Alfacalcidol-ratiopharm®1 µg Weichkapseln

71051.00.00





9. Datum der Erteilung der Zulassung/Verlängerung der Zulassung



Datum der Erteilung der Zulassung: 11 Februar 2008





10. Stand der Information



November 2008





11. Verkaufsabgrenzung



Verschreibungspflichtig

12

Alfacalcidol-ratiopharm 1 µg Weichkapseln