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Allergodil Akut Nasenspray

Document: 08.02.2010   Fachinformation (deutsch) change

Fachinformation

(Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels/SPC)

MEDA Pharma GmbH & Co. KG


Allergodil® akut Nasenspray

Stand: Januar 2010


Bezeichnung des Arzneimittels


Allergodil akut Nasenspray

1 mg / 1 ml

Wirkstoff: Azelastinhydrochlorid


2. Qualitative und quantitative Zusammensetzung


1 Sprühstoß (0,14 ml) enthält:

Azelastinhydrochlorid 0,14 mg


3. Darreichungsform


Nasenspray, Lösung



4. Klinische Angaben


4.1 Anwendungsgebiete


Allergodil akut Nasenspray ist ein Antiallergikum / Antihistaminikum.

Zur symptomatischen Behandlung der saisonalen allergischen Rhinitis (Heuschnupfen).

4.2 Dosierung, Art und Dauer der Anwendung


Zum Einsprühen in die Nase; nasale Anwendung


Soweit nicht anders verordnet, wird zweimal täglich (morgens und abends) 1 Sprühstoß Allergodil akut Nasenspray pro Nasenloch eingesprüht (entspricht 0,56 mg Azelastinhydrochlorid / Tag).


Die Lösung soll bei aufrechter Kopfhaltung in jedes Nasenloch eingesprüht werden.

Allergodil akut Nasenspray kann bis zum Abklingen der Beschwerden, soll aber nicht ununterbrochen länger als 6 Monate angewendet werden.


4.3 Gegenanzeigen


Nicht anwenden bei nachgewiesener Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, Edetinsäure und bei Kindern unter 6 Jahren.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung


Keine.


4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen


Wechselwirkungen sind bisher nicht beobachtet worden.


4.6 Schwangerschaft und Stillzeit


Obwohl es bis weit über den therapeutischen Dosierungsbereich hinaus aus tierexperimentellen Studien keine Anhaltspunkte für eine fruchtschädigende Wirkung gibt, entspricht es der gegenwärtigen allgemeinen Auffassung über den Arzneimittelgebrauch, Allergodil akut Nasenspray im ersten Trimenon der Schwangerschaft nicht anzuwenden.


Da ausreichende Erfahrungen noch nicht vorliegen, sollte Allergodil akut Nasenspray während der Stillzeit nicht appliziert werden.


4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen


Bei Anwendung von Allergodil akut Nasenspray sind in Einzelfällen Beschwerden wie Abgeschlagenheit, Mattigkeit, Erschöpfung, Schwindel- oder Schwächegefühl, die auch durch das Krankheitsgeschehen bedingt sein können, möglich. In diesen Fällen kann die Fähigkeit zum Führen eines Kraftfahrzeuges und zur Bedienung von Maschinen beeinträchtigt sein. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol und Medikamenten, die ihrerseits das Reaktionsvermögen beeinträchtigen können.


4.8 Nebenwirkungen

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:


Sehr häufig-

( 1/10)

Häufig

( 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich


( 1/1.000 bis < 1/100)

Selten

( 1/10.000 bis < 1/1.000)

Sehr selten

(< 1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)


Immunsystem

Sehr selten:Überempfindlichkeitsreaktionen

Nervensystem

Häufig:Bitterer Geschmack meist aufgrund unsachgemäßer Anwendung (zurück geneigtem Kopf, s. Punkt 4.2), der zuweilen Übelkeit verursachen kann

Sehr selten: Schwindel

Atemwege

Gelegentlich:Reizung der bereits entzündlich veränderten Nasenschleimhaut (Brennen, Kribbeln), Niesen, Nasenbluten

Magen-Darmtrakt

Selten:Übelkeit

Allgemeine Beschwerden

Sehr selten:Abgeschlagenheit (Mattigkeit, Erschöpfung), Schwindel- oder Schwächegefühl, die auch durch das Krankheitsgeschehen selbst bedingt sein können

Haut

Sehr selten: Hautausschlag, Juckreiz, Nesselsucht


4.9 Überdosierung


Erfahrungen nach Applikation toxischer Dosen von Azelastinhydrochlorid beim Menschen liegen nicht vor. Im Falle einer Überdosierung oder Intoxikation ist auf Grund tierexperimenteller Befunde mit zentralnervösen Erscheinungen zu rechnen. Die Behandlung muss symptomatisch erfolgen. Ein Antidot ist nicht bekannt.



5. Pharmakologische Eigenschaften


5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften


ATC-Code: R01AC03

Azelastinhydrochlorid ist eine H1-antagonistisch und dadurch antiallergisch wirksame Substanz mit einer vergleichsweise langen Halbwertszeit (t ½ 20 Stunden).


Darüber hinaus konnte in vivo beim Meerschweinchen nachgewiesen werden, dass Azelastin in humantherapeutisch relevanten Dosierungen auch die durch Leukotriene und PAF induzierte Bronchokonstriktion hemmt.


Auf diese Eigenschaften ist zurückzuführen, dass Azelastinhydrochlorid in Untersuchungen am Tier auch die der Hyperreaktivität zu Grunde liegende Entzündung im respiratorischen Trakt zu unterdrücken vermag. Die Bedeutung der beim Tier erhobenen Befunde für die therapeutische Anwendung von Azelastin beim Menschen ist unklar.


5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften


Bei Mensch und Tier wurde nach oraler Gabe Azelastinhydrochlorid schnell und nahezu quantitativ resorbiert und hauptsächlich in die Peripherie verteilt, vor allem in Lunge, Haut, Muskulatur, Leber und Niere, hingegen nur in geringem Maße ins Gehirn. Es konnte eine dosislineare Kinetik belegt werden. Die Exkretion von Azelastinhydrochlorid und seinen Metaboliten erfolgte zu ca. 75 % fäkal und zu ca. 25 % renal. Die wesentlichen Metabolisierungswege sind Ringhydroxylierung, N-Demethylierung und eine oxidative Öffnung des Azepinringes.


Bei an allergischer Rhinitis erkrankten Patienten betrug der mittlere Plasmaspiegel im steady state, zwei Stunden nach nasaler Verabreichung, bei einer tägl. Gesamtdosis von 0,56 mg Azelastinhydrochlorid (zweimal täglich je ein Sprühstoß pro Nasenloch) 0,65 ng/ml, der jedoch nicht mit klinisch relevanten systemischen Nebenwirkungen verbunden war. Auf Grund der dosislinearen Kinetik ist bei Erhöhung der Tagesdosis mit einem Anstieg der mittleren Plasmaspiegel zu rechnen.


5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit



Toxizität bei wiederholter Gabe


Bei wiederholter oraler Verabreichung von Azelastinhydrochlorid an Ratten und Hunden wurden erste allgemein-toxische Symptome in Dosen gesehen, die das 75fache der maximalen humantherapeutischen Tagesdosis überschritten.

Bei Ratten erwiesen sich Leber (erhöhte Serumenzymaktivität von ASAT, ALAT und AP sowie Organgewichtserhöhung, Zellhypertrophie, Fettinfiltration) und Niere (Anstieg des Harnstoff-Stickstoffs, gesteigertes Harnvolumen und vermehrte Ausscheidung von Natrium, Kalium und Chlorid sowie Organgewichtserhöhung) als Targetorgane und zwar in Dosen, die, bezogen auf das Körpergewicht, über dem 200fachen der oralen humantherapeutischen Tagesdosis lagen.


Die nicht toxische Dosis lag für Jungtiere und erwachsene Tiere mindestens 30fach über der maximalen oralen therapeutischen Tagesdosis für den Menschen.

Die 6-monatige intranasale Verabreichung an Ratten und Hunden ergab bis zu den maximal verabreichten Dosen von Allergodil Nasenspray (Ratte: ca. 130faches, Hund: ca. 25faches der intranasalen humantherapeutischen Dosis bezogen auf das Körpergewicht) keine lokalen und organspezifischen Toxizitätsbefunde.


Sensibilisierung


Azelastinhydrochlorid besaß in Untersuchungen am Meerschweinchen keine sensibilisierenden Eigenschaften.


Mutagenität/Kanzerogenität


In-vivo- und in-vitro-Mutagenitätsprüfungen sowie Kanzerogenitätsstudien an Mäusen und Ratten ließen kein mutagenes oder tumorigenes Potential von Azelastinhydrochlorid erkennen.


Reproduktionstoxizität


Azelastinhydrochlorid passierte im Tierversuch die Plazenta und ging in geringen Mengen in die Muttermilch über. Embryotoxizitätsstudien nach oraler Applikation an Ratte, Maus und Kaninchen ergaben nur bei Mäusen Hinweise auf teratogene Wirkungen im maternal-toxischen Dosisbereich (68,6 mg/kg/Tag). Die niedrigste embryotoxische Dosis betrug bei allen drei Spezies 30 mg/kg/Tag per os. Fertilitätsstörungen wurden bei weiblichen Ratten ab einer Dosis von 3 mg/kg/Tag p.o. beobachtet


6. Pharmazeutische Angaben


6.1 Liste der sonstigen Bestandteile


Natriumedetat, Hypromellose, Natriummonohydrogenphosphat-Dodecahydrat, Citronensäure, Natriumchlorid, gereinigtes Wasser.


6.2 Inkompatibilitäten


Inkompatibilitäten sind bisher nicht bekannt.


6.3 Dauer der Haltbarkeit


Allergodil akut Nasenspray ist in der unangebrochenen Flasche 3 Jahre haltbar.

Die Lösung soll nach Anbruch der Flasche nicht länger als 6 Monate verwendet werden.



6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung


Nicht unter 8 °C lagern.


6.5 Art und Inhalt des Behältnisses


Flasche mit 5 ml Lösung

Flasche mit 10 ml Lösung

Flasche mit 20 ml Lösung

Anstaltspackung mit 10 x 10 ml Lösung

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.


6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung


Keine.



7. Inhaber der Zulassung


MEDA Pharma GmbH & Co. KG

Benzstraße 1

61352 Bad Homburg

Telefon: (06172) 888-01

Telefax: (06172) 888-2740

info@medapharma.de



8. Zulassungsnummer

15768.00.01


9. Datum der Erteilung der Zulassung / Verlängerung der Zulassung


17.09.1991 / 15.09.2001 /23.10.2009



10. Stand der Information


Januar 2010



11. Verkaufsabgrenzung


Apothekenpflichtig



Index


Stand

Angaben zur Änderung

Freigabe

9909

Einstellung für BAC-freie Formulierung

Ti

0101srz

SRZ: Enthält nur im Handel befindliche Packungsgrößen

10.11.00: Zusammensetzung: Edetat, Kommata, Stand der Info (15.11.); Verkehrshinweis (BfArM-Bescheid vom 17.1.01), Citronensäure (19.01.01, Ti)

Ti

0201

06.03.02: Umstellung auf VIATRIS (es); Streichung der 10 ml Packungsgröße

Gi

0306

18.06.03: Namensänderung auf Allergodil akut Nasenspray (es)

Gi

0602

Umstellung auf MEDRA Organklassifizierung; Anpassung an CCDS; Anpassung an BfArM templates Dez.05; name change MEDA

Gi

1001

Unsetzung der Auflagen zum Renewal

ks / sk















Sonstiges







FI-Allergodil akut Nasenspray_clean Seite 11 Version v. Januar 2010