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Allopurinol stada 300 mg tabletten



Gebrauchsinformation Allopurinol stada 300 mg tabletten

GEBRAUCHSINFORMATION: Information fur Anwender

Allopurinol STADA® 300 mg Tabletten

Wirkstoff: Allopurinol

Lesen Sie die gesamte Gebrauchsinformation sorgfaltig durch, bevor Sie mit der

Einnahme dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthalt wichtige Informationen.

•    Heben Sie die Gebrauchsinformation auf. Vielleicht mochten Sie diese spater nochmals lesen.

•    Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.

•    Dieses Arzneimittel wurde Ihnen personlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

•    Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind. Siehe Abschnitt 4._


Was in dieser Gebrauchsinformation steht:

1.    Was ist Allopurinol STADA® und wofur wird es angewendet?

2.    Was sollten Sie vor der Einnahme von Allopurinol STADA® beachten?

3.    Wie ist Allopurinol STADA® einzunehmen?

4.    Welche Nebenwirkungen sind moglich?

5.    Wie ist Allopurinol STADA® aufzubewahren?

6.    Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Allopurinol STADA® und wofur wird es angewendet?


Allopurinol STADA® ist ein Arzneimittel zur Hemmung der Bildung der

Harnsaure (Urikostatikum).

Allopurinol STADA® wird angewendet

•    zur Behandlung von Hyperurikamie (erhohter Harnsaurespiegel im Blut) mit Serum-Harnsaurewerten im Bereich von 500 ^mol/l (8,5 mg/100 ml) und daruber, sofern nicht durch eine entsprechende Ernahrung beherrschbar

•    bei Krankheiten, die durch vermehrte Harnsaure im Blut verursacht werden, insbesondere Gicht, Urat-Nephropathie (harnsaurebedingte Nierenschadigung) und Urat-Nephrolithiasis (Harnsauresteine)

•    zur Behandlung der sekundaren Hyperurikamie unterschiedlicher Ursache (erhohte Harnsaurespiegel im Blut in Folge anderer Erkrankungen).

2. Was sollten sie vor der Einnahme von Allopurinol STADA® beachten?


Allopurinol STADA® darf NICHT eingenommen werden

•    wenn Sie allergisch gegen Allopurinol oder einen der in Abschnitt 6 genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind

•    wenn Sie unter schweren Nierenfunktionsstorungen leiden (Kreatinin-Clearance unter 20 ml/min, siehe Abschnitt 3: Wie ist Allopurinol STADA® einzunehmen?)

•    bei Kindern.

Warnhinweise und Vorsichtsmaftnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bevor Sie Allopurinol STADA® einnehmen.

Im Folgenden wird beschrieben, wann Sie Allopurinol STADA® nur unter bestimmten Bedingungen und nur mit besonderer Vorsicht einnehmen durfen. Dies gilt auch, wenn diese Angaben bei Ihnen fruher zutrafen.

Nach Literatur-Empfehlungen erubrigt sich unter einem Harnsáurewert von 8,5 mg/100 ml im Blut eine medikamentose Behandlung, sofern Sie Diatvorschriften einhalten und bei Ihnen keine Nierenschaden vorliegen.

Sie sollten Nahrungsmittel mit hohem Puringehalt (z.B. Innereien wie Bries, Niere, Hirn, Leber, Herz und Zunge sowie Fleischextrakt) und Alkohol (insbesondere Bier, da hierdurch Guanosin aufgenommen wird, das den Harnsaurespiegel stark erhoht) vermeiden.

Schwere Hautreaktionen (Uberempfindlichkeitssyndrom, Stevens-Johnson-Syndrom, Toxisch epidermale Nekrolyse), die moglicherweise lebensbedrohlich sind, wurden im Zusammenhang mit der Anwendung von Allopurinol berichtet. Diese konnen sich anfanglich als rotliche, schieGscheibenartige oder kreisformige Flecken (oft mit Blaschen in der Mitte) am Korperstamm zeigen. Zusatzliche Symptome, auf die geachtet werden sollte, sind offene, schmerzende Stellen (Geschwure) in Mund, Hals, Nase und im Genitalbereich sowie gerotete und geschwollene Augen (Konjunktivitis). Diese moglicherweise lebensbedrohlichen Hautreaktionen werden oft von grippeahnlichen Symptomen (Kopfschmerzen, Fieber und Gliederschmerzen) begleitet. Der Hautausschlag kann zu einer groGfláchigen Blasenbildung oder Ablosung der Haut fuhren.

Das hochste Risiko fur das Auftreten dieser schweren Hautreaktionen besteht in den ersten Behandlungswochen.

Wenn bei Ihnen ein Hautausschlag oder die anderen genannten Symptome an der Haut auftreten, beenden Sie die Anwendung von Allopurinol und suchen Sie sofort einen Arzt auf. Teilen Sie ihm mit, dass Sie Allopurinol einnehmen.

Wenn bei Ihnen eine schwere Hautreaktion in Zusammenhang mit der Anwendung von Allopurinol aufgetreten ist, durfen Sie nie wieder mit Allopurinol behandelt werden.

Diese schweren Hautreaktionen konnen bei Menschen, die von Han-Chinesen oder Thailandern abstammen, haufiger auftreten.

Eine besonders sorgfaltige arztliche Uberwachung ist erforderlich, wenn Sie eine eingeschrankte Nieren- oder Leberfunktion oder vorbestehende Blutbildungsstorungen haben.

Bei Behandlung der Gichtniere und von Harnsauresteinen soil die Harnmenge mindestens 2 Liter pro Tag betragen, d.h. Sie mussen auf eine ausreichende Flussigkeitszufuhr achten.

Um erhohte Harnsaurekonzentrationen im Serum oder Urin, wie sie z.B. bei der Strahlen- oder Chemotherapie von Tumoren sowie bei der angeborenen Enzymmangelkrankheit Lesch-Nyhan-Syndrom auftreten konnen, zu vermeiden, sollten Sie wahrend der Einnahme von Allopurinol auf eine reichliche Flussigkeitszufuhr zur Gewahrleistung einer ausreichenden Harnmenge achten. Daruber hinaus kann eine Alkalisierung des Harns durch Verbesserung der Loslichkeit von Harnsaure zur vermehrten Ausscheidung mit dem Urin beitragen.

Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion

Falls eine harnsaurebedingte Nierenschadigung oder andere Krankheiten die Nierenfunktion bereits beeintrachtigt haben sollten, so wird Ihr Arzt die Dosis entsprechend Ihren Nierenfunktionswerten anpassen (siehe Abschnitt 3: Wie ist Allopurinol STADA® einzunehmen?).

Beim Vorliegen von akuten Gichtanfallen sollten Sie die Behandlung mit Allopurinol erst nach deren vollstandigem Abklingen beginnen. Zu Beginn der Behandlung mit Allopurinol konnen durch die Freisetzung von Harnsauredepots akute Gichtanfalle ausgelost werden. Deshalb kann Ihr Arzt wahrend der ersten 4 Behandlungswochen die gleichzeitige vorbeugende Schmerzmittel- oder Colchicingabe in Betracht ziehen.

Bei groGen Harnsauresteinen im Nierenbecken ist nicht auszuschlieGen, dass sich Teile der infolge einer Allopurinol-Behandlung aufgelosten Steine im Harnleiter festsetzen konnen.

Allopurinol beeinflusst den Stoffwechsel zahlreicher Arzneimittel (siehe unter Abschnitt 2 Anwendung von Allopurinol STADA® zusammen mit anderen Arzneimitteln)

Kinder und Jugendliche

Aufgrund des hohen Wirkstoffgehalts ist Allopurinol STADA® fur Kinder nicht geeignet.

Anwendung von Allopurinol STADA® zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker wenn Sie andere Arzneimittel

anwenden, kurzlich andere Arzneimittel angewendet haben oder beabsichtigen

andere Arzneimittel anzuwenden.

•    Allopurinol verlangsamt die Ausscheidung von Probenecid (Arzneimittel, das eine vermehrte Harnsaureausscheidung bewirkt).

•    Die Ausscheidung von Allopurinol wird durch die gleichzeitige Gabe von Arzneimitteln, die eine vermehrte Harnsaureausscheidung bewirken wie Probenecid, Benzbromaron, Sulfinpyrazon oder Salicylaten in hohen Dosen beschleunigt und somit die Wirksamkeit von Allopurinol herabgesetzt. Die klinische Bedeutung dieser Wechselwirkungen ist in jedem Einzelfall vom Arzt zu bewerten.

•    Wird Allopurinol STADA® gleichzeitig mit 6-Mercaptopurin oder Azathioprin eingenommen, muss deren Dosis auf 25% der sonst ublichen Dosis gesenkt werden, da ihre Wirkung durch Allopurinol verlangert werden kann.

•    Mit dem Auftreten allergischer Reaktionen (Hautausschlagen) auf die Antibiotika (Arzneimittel zur Behandlung bakteriell bedingter Infektionskrankheiten) Ampicillin oder Amoxicillin ist bei gleichzeitiger Allopurinol-Gabe haufiger zu rechnen. Deshalb sollten Sie - wenn moglich -unter Behandlung mit Allopurinol STADA® andere Antibiotika erhalten.

•    Bei gleichzeitiger Gabe von Allopurinol und Captopril (blutdrucksenkendes Mittel) kann, insbesondere bei chronischem Nierenversagen, die Gefahr von Hautreaktionen erhoht werden.

   Blutgerinnungshemmende Arzneimittel (Antikoagulanzien vom Dicumaroltyp) konnen bei gleichzeitiger Gabe mit Allopurinol STADA® in ihrer Wirkung verstarkt werden. Ihr Arzt wird Ihre Blutgerinnung haufiger kontrollieren. Eventuell wird er die Dosis des entsprechenden blutgerinnungshemmenden Arzneimittels senken.

•    Insbesondere bei eingeschrankter Nierenfunktion kann bei gleichzeitiger Gabe von Allopurinol STADA® und blutzuckersenkenden Arzneimitteln, die Chlorpropamid enthalten, die Wirkung von Chlorpropamid verlangert werden. Daher wird Ihr Arzt die Dosis von Chlorpropamid verringern.

   Theophyllin: Nach Einnahme von Allopurinol wurde von einer Hemmung der Verstoffwechselung theophyllinhaltiger Arzneimittel, die z.B. zur Behandlung von Atemwegs- und Herzerkrankungen verordnet werden, berichtet. Zu Beginn der Behandlung mit Allopurinol STADA® oder bei Erhohung der Dosis von Allopurinol STADA® sollte deshalb die Theophyllin-Konzentration im Blut von Ihrem Arzt bestimmt werden.

•    Wird Allopurinol zusammen mit Zytostatika (Arzneimittel zur Behandlung bosartiger Geschwulsterkrankungen, z.B. Cyclophosphamid, Doxorubicin, Bleomycin, Procarbazin, Alkylhalogenide) eingenommen, konnen Blutbildveranderungen haufiger auftreten als bei jeweiliger Einzelgabe dieser

Wirkstoffe. Blutbildkontrollen sind daher von Ihrem Arzt in kurzen Zeitabstanden durchzufuhren.

   Vidarabin: Die Verweildauer von Vidarabin-haltigen Arzneimitteln

(Arzneimittel gegen Viruserkrankungen) im Korper kann in Gegenwart von Allopurinol verlangert sein. Deshalb ist bei gemeinsamer Anwendung dieser Arzneimittel besondere Aufmerksamkeit erforderlich, um eventuell vermehrt auftretende Nebenwirkungen rechtzeitig zu erkennen.

•    Die Konzentration von Ciclosporin (Arzneimittel zur Herabsetzung der korpereigenen Immunabwehr) im Blut kann unter Gabe von Allopurinol erhoht sein. Die Moglichkeit eines haufigeren Auftretens von Ciclosporin-Nebenwirkungen ist daher zu berucksichtigen.

   Phenytoin: Die Verstoffwechselung von Phenytoin-haltigen Arzneimitteln, die z.B. zur Behandlung von Anfallsleiden (Epilepsie) oder bei bestimmten schweren Herzerkrankungen verordnet werden, kann durch Allopurinol STADA® beeintrachtigt werden. Ob diesem Befund eine klinische Bedeutung zukommt, ist bisher nicht bekannt.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Allopurinol sollte in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, da es keine ausreichenden Erfahrungen am Menschen gibt.

Wahrend der Stillzeit sollte Allopurinol nicht angewendet werden, da es in die Muttermilch ubergeht.

Verkehrstuchtigkeit und Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es konnen Schwindel, Schlafrigkeit oder Storungen in den Bewegungsablaufen als unerwunschte Wirkungen auftreten. Dadurch kann eine Verminderung der Fahrtuchtigkeit und der Fahigkeit, Maschinen zu bedienen, die Folge sein.

Sie konnen dann auf unerwartete und plotzliche Ereignisse nicht mehr schnell und gezielt genug reagieren. Fahren Sie nicht Auto oder andere Fahrzeuge! Bedienen Sie keine elektrischen Werkzeuge und Maschinen! Arbeiten Sie nicht ohne sicheren Halt! Beachten Sie besonders, dass Alkohol Ihre Verkehrstuchtigkeit noch weiter verschlechtert.

Bevor Sie die genannten Tatigkeiten ausfuhren, mussen Sie ausreichend sicher sein, dass Allopurinol Ihre Leistungsfahigkeit nicht einschrankt.

3. Wie ist Allopurinol STADA® einzunehmen?


Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein. fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die empfohlene Dosis:

fur Erwachsene

• taglich 1 Tablette (entsprechend 300 mg Allopurinol pro Tag) in Abhangigkeit von den aktuellen Serum-Harnsaurewerten.

Um das Risiko des Auftretens von Nebenwirkungen moglichst zu verringern, sollte die Behandlung mit 100 mg Allopurinol taglich begonnen werden. Diese Dosis ist nur bei unzureichend gesenkten Serumharnsaurespiegeln zu erhohen. Alternativ konnen 100-300 mg Allopurinol taglich gegeben werden, wofur auch andere Starken zur Verfugung stehen.

In Einzelfallen kann die Dosis auf 2 Tabletten taglich gesteigert werden (entsprechend 600 mg Allopurinol). Hierfur sind Blutuntersuchungen durchzufuhren (der Serum-Oxypurinolspiegel sollte einen Wert von 15 gg/ml (100 gmol) nicht uberschreiten). Alternativ kann die Dosis in Einzelfallen bis auf 800 mg Allopurinol gesteigert werden. Die Dosis sollte uber den Tag verteilt verabreicht werden.

Zur besseren Vertraglichkeit sollte als Einzeldosis nicht mehr als 1 Tablette verabreicht werden (entsprechend 300 mg Allopurinol).

Die Tageshochstdosis betragt 800 mg Allopurinol.

Kinder, Patienten mit eingeschrankter Nieren- oder Leberfunktion

Aufgrund des hohen Wirkstoffgehalts ist Allopurinol STADA® fur Kinder sowie Patienten mit eingeschrankter Nieren- oder Leberfunktion nicht geeignet.

Bei der Durchfuhrung einer Hamodialyse (Blutwasche) konnen sofort nach jeder Behandlung (d.h. 2- oder 3-mal pro Woche) 300-400 mg Allopurinol gegeben werden.

Altere Patienten

Da spezielle Daten zur Anwendung von Allopurinol bei alteren Patienten nicht vorliegen, sollte diese Patientengruppe mit der niedrigsten therapeutisch vertretbaren Dosis behandelt werden. Ferner ist insbesondere bei alteren Patienten das Vorliegen einer eingeschrankten Nierenfunktion in Betracht zu ziehen.

Art der Anwendung

Die Tabletten werden unzerkaut mit reichlich Flussigkeit moglichst immer zur gleichen Tageszeit nach einer Mahlzeit eingenommen. Bei Uberschreiten der

Tagesgesamtdosis von 300 mg Allopurinol und beim Auftreten von Magen-Darm-Unvertráglichkeiten ist die Dosis uber den Tag verteilt einzunehmen.

Bitte achten Sie auf eine ausreichende und regelmáGige Flussigkeitszufuhr.

Dauer der Anwendung

Die Behandlung mit Allopurinol STADA® ist in der Regel uber einen lángeren Zeitraum erforderlich. Bitte nehmen Sie Allopurinol STADA® regelmáGig und in der vom Arzt bestimmten Dauer ein.

Wie bei jeder Langzeitbehandlung ist auch hier eine laufende Uberwachung notwendig. Die Harnsáurespiegel sind wiederholt und regelmáGig zu kontrollieren, gleichzeitig soll auf mogliche Nebenwirkungen geachtet und die Notwendigkeit einer Fortsetzung der medikamentosen Behandlung uberpruft werden.

Wenn Sie eine groBere Menge von Allopurinol STADA® eingenommen haben, als Sie sollten

Ein spezielles Gegenmittel ist nicht bekannt. Nach Einnahme von 20 g Allopurinol traten bei einem Patienten Beschwerden wie Ubelkeit, Erbrechen, Durchfall und Schwindel auf.

Beim Verdacht auf Vorliegen einer Vergiftung sollten Sie - insbesondere bei gleichzeitiger Einnahme mit Azathioprin oder 6-Mercaptopurin - umgehend einen Arzt verstándigen. Dieser wird MaGnahmen ergreifen, die die weitere Aufnahme des Arzneimittels in den Blutkreislauf vermindern bzw. die Ausscheidung des Arzneimittels beschleunigen, wie reichliche Flussigkeitszufuhr oder ggf. eine Hámodialyse (Blutwásche).

Wenn Sie die Einnahme von Allopurinol STADA® vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind moglich?


Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten mussen.

Wenn bei Ihnen eines der folgenden Symptome auftritt, beenden Sie die Anwendung von Allopurinol und benachrichtigen Sie sofort Ihren Arzt:


Háufigkeit „selten“:

•    Fieber und Schuttelfrost, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen (grippeáhnlich) und allgemeines Unwohlsein

•    Veránderungen an der Haut, z.B. offene, schmerzende Stellen an Mund, Hals, Nase, Genitalien oder rote, geschwollene Augen (Konjunktivitis), groGfláchige Blasenbildung oder Ablosungen der Haut

•    schwere Uberempfindlichkeitsreaktionen einschlieGlich Fieber, Hautrotungen, allgemeine Schmerzen, UnregelmáGigkeiten bei Blut- und Leberfunktionstests (diese konnen Anzeichen einer Multiorgan-Uberempfindlichkeitsreaktion sein).

Háufigkeit: „sehr selten“:

•    schwere und moglicherweise lebensbedrohliche Hautreaktionen (Uberempfindlichkeitsreaktionen, Stevens-Johnson-Syndrom und Toxisch epidermale Nekrolyse) (siehe Abschnitt 2)


Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Háufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

Sehr háufig:

mehr als 1 Behandelter von 10

Háufig:

1 bis 10 Behandelte von 100

Gelegentlich:

1 bis 10 Behandelte von 1 000

Selten:

1 bis 10 Behandelte von 10 000

Sehr selten:

weniger als 1 Behandelter von 10 000

Nicht bekannt:

Háufigkeit auf Grundlage der verfugbaren Daten nicht abschátzbar

Wenn Sie Gicht haben, kann es zu Beginn der Behandlung mit Allopurinol bei Ihnen zu einem Gichtanfall kommen.

Das Auftreten von Nebenwirkungen ist háufiger, wenn Sie eine Nieren- oder Leberschádigung haben oder Sie gleichzeitig Ampicillin- oder Amoxicillin-haltige Arzneimittel einnehmen.

Haut- und Uberempfindlichkeitsreaktionen

Von den beobachteten Nebenwirkungen sind Hautreaktionen am háufigsten. Diese konnen zu jedem Zeitpunkt der Behandlung auftreten . Sie konnen sich bemerkbar machen durch

•    Hautjucken, evtl. verbunden mit Knotchenbildung der Haut

•    Hautabschuppung

•    punktformige bis fláchenhafte Hautblutungen

•    und selten mit Hautabschálungen.

Beim Auftreten derartiger Erscheinungen mussen Sie Allopurinol STADA® sofort absetzen und Ihren Arzt aufsuchen, da schwere generalisierte (allgemeine) Uberempfindlichkeitsreaktionen auftreten konnen.

Die im Folgenden aufgefuhrten Uberempfindlichkeitsreaktionen sind zwar selten (insbesondere bei todlichem Verlauf bestanden im Allgemeinen Nieren- oder Leberfunktionsstorungen), sie sind jedoch so schwerwiegend, dass Sie Allopurinol STADA® sofort absetzen und Ihren Arzt umgehend aufsuchen mussen.

Uberempfindlichkeitsreaktionen konnen sich wie folgt auGern:

•    Im Einzelnen wurden Hautreaktionen, die mit Hautabschalungen, Fieber, Erkrankungen der Lymphknoten, Vermehrung bestimmter weiGer Blutkorperchen (Eosinophilie) und Gelenkschmerzen einhergingen (Stevens-Johnson-Syndrom),

•    sowie Hautveranderungen, die einer Verbruhung der Haut ahneln (Lyell-Syndrom) beobachtet.

Die damit verbundene - ebenfalls selten vorkommende - GefaGentzundung (Vaskulitis) kann sich auf verschiedene Weise bemerkbar machen, z.B. als Leberzellschadigung (Hepatitis), Nierenentzundung sowie sehr selten als Krampfanfall.

Ferner wurden bisher in Einzelfallen folgende Beobachtungen gemacht:

•    Uberempfindlichkeitsreaktionen, die sich unter anderem in Fieber, Schuttelfrost und Gelenkschmerzen auGerten

•    Leberfunktionsstorungen (reversible Erhohungen der Transaminasen und der alkalischen Phosphatasen)

•    sowie Entzundungen der Gallenwege und Xanthinablagerungen im Harntrakt.

Sehr selten wurde uber akuten anaphylaktischen (allergischen) Schock berichtet. Dieser kann lebensbedrohlich sein.

GegenmaGnahmen

Bei Auftreten von Hautreaktionen durfen Sie Allopurinol STADA® nicht weiter einnehmen. Suchen Sie in diesen Fallen Ihren Arzt auf.

Bei Auftreten akuter allgemeiner, eventuell lebensbedrohlicher Uberempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktischer Schock) mussen Sie sofort den nachst erreichbaren Arzt verstandigen. Dieser wird die erforderlichen NotfallmaGnahmen einleiten. Sie durfen Allopurinol STADA® in diesem Fall nicht weiter einnehmen.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Sehr selten wurde nach Einnahme von Allopurinol vom Auftreten einer Lymphknotenerkrankung (angioimmunoblastische Lymphadenopathie) berichtet, die nach Absetzen des Arzneimittels wieder verschwand.

In Einzelfallen wurde im Zusammenhang mit der Einnahme von Allopurinol uber Veranderungen des weiGen Blutbildes (Leukopenie, Leukozytose, Granulozytose, Eosinophilie) berichtet.

Leber- und Gallenerkrankungen

Selten wurde nach Verabreichung von Allopurinol uber Leberfunktionsstórungen berichtet, die von einem asymptomatischen (ohne Anzeichen) Anstieg der Leberwerte bis hin zur Hepatitis (Leberentzundung, einschlieBlich Lebernekrose und granulomatóser Hepatitis) reichten.

Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes

Ubelkeit, Erbrechen und Durchfall kónnen nach Einnahme von Allopurinol auftreten. Wenn Sie einen empfindlichen Magen haben, sollten Sie auf eine gewissenhafte Einnahme der Tabletten nach dem Essen mit genugender Trinkmenge achten.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Insbesondere bei Patienten mit Nierenfunktionsstórungen kann es gelegentlich zu schweren Knochenmarkschadigungen (Thrombozytopenie, Agranulozytose und aplastische Anamie) kommen. Wenn Sie ein Nierenleiden haben, sollten Sie Ihren Arzt deshalb auf diese Erkrankung hinweisen, um eine sorgfaltige Uberwachung Ihres Blutbildes zu gewahrleisten.

Sonstige

Daruber hinaus wurden ebenfalls in Einzelfallen nach der Einnahme von Allopurinol folgende Beobachtungen gemacht:

•    allgemeine kórperliche Kraftlosigkeit (Asthenie)

•    allgemeines Unwohlsein

•    Auftreten von eitrigen Entzundungen der Haut (Furunkulose)

•    Bewusstlosigkeit

•    Bluthochdruck

•    Blut im Urin (Hamaturie)

•    blutiges Erbrechen

•    Darmstórung

•    ein- oder zweiseitige VergróBerung der mannlichen Brustdruse sowie blasse Schwellung von Haut und Schleimhaut, vor allem im Gesichtsbereich (Quincke-Odem)

•    Empfindungsstórungen (Parasthesie)

•    Entzundung der Mundschleimhaut

•    Erhóhung der Blutfettwerte (Hyperlipamie)

•    Geschmacksabweichungen

•    Gleichgewichtsstórungen

•    Haarausfall,

•    Halsentzundungen (Angina)

•    Impotenz

•    Kopfschmerz

•    krankhafte Erhóhung von Harnbestandteilen im Blut (Uramie)

•    Lahmungserscheinungen

•    Muskelschmerzen

•    Nervenentzundungen (periphere Neuritis)

•    Nervenleiden

•    Schlafrigkeit

•    Schwindel

•    traurige Verstimmtheit (Depression)

•    Samenerguss im Schlaf

•    Sehstorungen

•    Trubungen der Augenlinse (grauer Star)

•    Unfruchtbarkeit

•    Veranderung der Netzhaut des Auges (Makula-Entartung)

•    verfarbtes Haar

•    Verlangsamung des Herzschlages

•    vermehrte Ausscheidung von Fett im Stuhl

•    vermehrte Wasseransammlungen im Gewebe (Odeme)

•    Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus).

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch fur Nebenwirkungen, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind. Sie konnen Nebenwirkungen auch direkt anzeigen:

Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte Abt. Pharmakovigilanz Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3 D-53175 Bonn Website: www.bfarm.de

Indem Sie Nebenwirkungen melden, konnen Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen uber die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfugung gestellt werden.

5. Wie ist Allopurinol STADA® aufzubewahren?


Bewahren Sie dieses Arzneimittel fur Kinder unzuganglich auf.

Sie durfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der Blisterpackung angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Fur dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen


Was Allopurinol STADA® enthalt

Der Wirkstoff ist Allopurinol.

1 Tablette enthalt 300 mg Allopurinol.

Die sonstigen Bestandteile sind

Mikrokristalline Cellulose, Croscarmellose-Natrium, Magnesiumstearat (Ph.Eur.), Maisstarke, Povidon K 25, Hochdisperses Siliciumdioxid, Talkum.

Wie Allopurinol STADA® aussieht und Inhalt der Packung

WeiGe, runde, bikonvexe Tablette mit einseitiger Bruchrille.

Allopurinol STADA® ist in Packungen mit 30, 50, 98 und 100 Tabletten erhaltlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

STADApharm GmbH, StadastraGe 2-18, 61118 Bad Vilbel Telefon: 06101 603-0, Telefax: 06101 603-259, Internet: www.stada.de

Hersteller

STADA Arzneimittel AG, StadastraGe 2-18, 61118 Bad Vilbel

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt uberarbeitet im September 2013.

Allopurinol STADA 300 mg Tabletten

Fachinformation Allopurinol stada 300 mg tabletten

Fachinformation (Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels/SPC)

1.    Bezeichnung des Arzneimittels

Allopurinol STADA® 300 mg Tabletten

2.    Qualitative und quantitative Zusammensetzung

1 Tablette enthalt 300 mg Allopurinol

Vollstandige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.    Darreichungsform

Tablette

WeiGe, runde, bikonvexe Tablette mit einseitiger Bruchrille.

4.    Klinische Angaben

4.1    Anwendungsgebiete

•    Hyperurikamie mit Serum-Harnsaurewerten im Bereich von 500 gmol/l (8,5 mg/100 ml) und daruber, sofern nicht diatetisch beherrschbar.

•    Krankheiten, die durch vermehrte Harnsaure im Blut verursacht werden, insbesondere Gicht, Urat-Nephropathie und Urat-Nephrolithiasis.

•    Sekundare Hyperurikamie unterschiedlicher Genese.

4.2    Dosierung und Art der Anwendung

Erwachsene

In Abhangigkeit von den aktuellen Serum-Harnsaurewerten wird taglich 1 Tablette (entsprechend 300 mg Allopurinol) eingenommen.

Um das Risiko des Auftretens von unerwunschten Wirkungen moglichst zu verringern, sollte die Behandlung mit taglich 100 mg Allopurinol begonnen werden. Diese Dosis ist nur bei unzureichend gesenkten Serumharnsaurespiegeln zu erhohen.

Alternativ konnen 100-300 mg Allopurinol taglich gegeben werden, wofur auch andere Starken zur Verfugung stehen.

In Einzelfallen kann die Dosis auf taglich 2 Tabletten gesteigert werden (entsprechend 600 mg Allopurinol).

Hierfur ist der Serum-Oxypurinolspiegel zu beachten, der einen Wert von 15 gg/ml (100 gmol) nicht uberschreiten sollte. Alternativ kann die Dosis in

Einzelfallen bis auf 800 mg Allopurinol gesteigert werden. Die Dosis sollte uber den Tag verteilt verabreicht werden.

Zur besseren Vertraglichkeit sollte als Einzeldosis nicht mehr als 1 Tablette verabreicht werden (entsprechend 300 mg Allopurinol).

Die tagliche Maximaldosis betragt 800 mg Allopurinol.

Kinder, Patienten mit eingeschrankter Nieren- oder Leberfunktion Aufgrund des hohen Wirkstoffgehalts ist Allopurinol STADA® fur Kinder sowie Patienten mit eingeschrankter Nieren- oder Leberfunktion nicht geeignet.

Bei Hamodialyse konnen sofort nach jeder Behandlung (d.h. 2- oder 3-mal pro Woche) 300-400 mg Allopurinol gegeben werden.

Áltere Patienten

Da spezielle Daten zur Anwendung von Allopurinol bei alteren Patienten nicht vorliegen, sollte diese Patientengruppe mit der niedrigsten therapeutisch vertretbaren Dosis behandelt werden. Ferner ist insbesondere bei alteren Patienten das Vorliegen einer eingeschrankten Nierenfunktion in Betracht zu ziehen.

Art und Dauer der Anwendung

Die Tabletten werden unzerkaut mit reichlich Flussigkeit nach einer Mahlzeit eingenommen. Bei Uberschreiten der Tagesgesamtdosis von 300 mg Allopurinol und beim Auftreten von Magen-Darm-Unvertraglichkeiten ist die Dosis uber den Tag verteilt zu verabreichen.

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach der Grunderkrankung. Zur Verhinderung der Bildung von Calciumoxalat- und Harnsauresteinen sowie bei primarer Hyperurikamie und Gicht ist in den meisten Fallen eine Dauertherapie erforderlich. Bei sekundarer Hyperurikamie wird eine vorubergehende Behandlung entsprechend der Dauer der erhohten Harnsaurewerte empfohlen.

4.3    Gegenanzeigen

•    Uberempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile

•    schwere Nierenfunktionsstorungen mit einer Kreatinin-Clearance unter 20 ml/min

•    Kinder.

4.4    Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaftnahmen fur die Anwendung

Nach neueren Literatur-Empfehlungen erubrigt sich unter einem Serumharnsaurewert von 506 gmol/l entspr. 8,5 mg/100 ml eine medikamentose Therapie, sofern Diatvorschriften eingehalten werden und keine Nierenschaden vorliegen. Nahrungsmittel mit hohem Puringehalt (z.B.

Innereien wie Bries, Niere, Hirn, Leber, Herz und Zunge sowie Fleischextrakt) und Alkohol (insbesondere Bier, da hierdurch Guanosin, ein Ribonukleosid, aufgenommen wird, das den Harnsaurespiegel stark erhoht) sollten vermieden werden.

Uberempfindlichkeitssyndrom (DRESS)*, SJS** und TEN*** Uberempfindlichkeitsreaktionen im Zusammenhang mit Allopurinol konnen sich auf verschiedene Weise auGern, einschlieGlich makulopapulosem Hautausschlag, Hypersensitivitatssyndrom, auch DRESS (Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen) genannt sowie lebensbedrohlichen Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) und Toxisch epidermaler Nekrolyse (TEN). Die Patienten sollten uber die Anzeichen und Symptome dieser schweren Nebenwirkungen informiert und engmaschig bezuglich des Auftretens von Hautreaktionen uberwacht werden. Das Risiko fur das Auftreten von Uberempfindlichkeitsreaktionen ist in den ersten Behandlungswochen am hochsten. Wenn Anzeichen oder Symptome fur ein SJS oder eine TEN auftreten (z.B. ein progredienter Hautausschlag, oft mit Blasenbildung oder begleitenden Schleimhautlasionen), muss die Therapie mit Allopurinol sofort beendet werden. Der Verlauf der Uberempfindlichkeitsreaktionen wird maGgeblich von der fruhzeitigen Diagnosestellung und dem sofortigen Absetzen aller verdachtigen Arzneimittel bestimmt, d.h. fruhzeitiges Absetzen verbessert die Prognose. Nach Auftreten eines DRESS, eines SJS oder einer TEN in Zusammenhang mit der Anwendung von Allopurinol darf keine erneute Behandlung mit Allopurinol erfolgen. Kortikosteroide konnen hilfreich bei der Behandlung von Uberempfindlichkeitsreaktionen der Haut sein."

*DRESS: Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen **SJS: Stevens-Johnson-Syndrom ***TEN: Toxisch Epidermale Nekrolyse

HLA-B*5801-Allel

Es wurde gezeigt, dass das HLA-B*5801-Allel mit dem Risiko in Verbindung steht, ein Allopurinol-assoziiertes Hypersensitivitatssyndrom oder SJS/TEN zu entwickeln. Die Haufigkeit des Vorkommens des Allels HLA-B*5801 variiert stark zwischen verschiedenen ethnischen Bevolkerungsgruppen: bis zu 20% in der Population der Han-Chinesen, etwa 12% in der Population der Koreaner und 1 bis 2% der Individuen japanischer oder europaischer Abstammung. Die Genotypisierung als systematisches Testverfahren (Screening) vor einer Allopurinolbehandlung ist nicht etabliert. Wenn bei einem Patienten bekannt ist, dass er Trager eines HLA-B*5801 Allels ist, sollte Allopurinol nur angewendet werden, wenn keine therapeutischen Alternativen zur Verfugung stehen und der Nutzen die Risiken ubersteigt. Es ist dann eine besondere Uberwachung des Patienten hinsichtlich der Ausbildung eines Hypersensitivitatssyndroms (DRESS) oder SJS/TEN erforderlich und der Patient ist daruber zu informieren, die Therapie bei den ersten Anzeichen von entsprechenden Symptomen sofort abzubrechen

Eine besonders sorgfáltige árztliche Uberwachung ist erforderlich bei eingeschránkter Nierenfunktion, Leberfunktion oder vorbestehenden Blutbildungsstorungen. Bei Patienten mit beeintráchtigter Nieren- oder Leberfunktion sind die entsprechenden Dosierungsempfehlungen zu beachten (siehe Abschnitt 4.2). Insbesondere bei Patienten, die wegen Bluthochdruck oder Herzinsuffizienz z.B. mit ACE-Hemmern oder Diuretika behandelt werden, sollte die Verabreichung von Allopurinol mit Vorsicht erfolgen, da bei dieser Patientengruppe eine Beeintráchtigung der Nierenfunktion vorliegen kann.

Bei Behandlung der Gichtniere und der Harnsáuresteine soll die Harnmenge mindestens 2 Liter pro Tag betragen.

Um erhohte Harnsáurekonzentrationen im Serum oder Urin, wie sie z.B. bei der Strahlen- oder Chemotherapie von Neoplasmen sowie bei dem Lesch-Nyhan-Syndrom auftreten konnen, zu vermeiden, ist zusátzlich zur Verabreichung von Allopurinol auf eine reichliche Flussigkeitszufuhr zur Gewáhrleistung einer ausreichenden Diurese zu achten. Daruber hinaus kann eine Alkalisierung des Harns durch Verbesserung der Loslichkeit von Urat/Harnsáure zur vermehrten Ausscheidung dieser Substanzen mit dem Urin beitragen.

Falls eine Uratnephropathie oder andere pathologische Veránderungen die Nierenfunktion bereits beeintráchtigt haben sollten, so ist die Dosis entsprechend den Nierenfunktionswerten anzupassen (siehe Abschnitt 4.2).

Beim Vorliegen von akuten Gichtanfállen sollte die Behandlung mit Allopurinol erst nach deren vollstándigem Abklingen begonnen werden. Zu Beginn der Behandlung mit Allopurinol konnen durch Mobilisierung groGerer Harnsáuredepots akute Gichtanfálle ausgelost werden. Deshalb ist wáhrend der ersten 4 Behandlungswochen die gleichzeitige prophylaktische Analgetika- oder Colchicingabe in Betracht zu ziehen.

Bei groGen Harnsáuresteinen im Nierenbecken ist nicht auszuschlieGen, dass sich Teile der infolge einer Allopurinol-Behandlung aufgelosten Steine im Harnleiter festsetzen konnen.

Allopurinol interagiert mit dem Stoffwechsel zahlreicher Arzneimittel (siehe Abschnitt 4.5).

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Probenecid

Allopurinol verlangsamt die Elimination.

Probenecid, Benzbromaron, Sulfinpyrazon oder Salicylate in hohen Dosen Die Ausscheidung von Allopurinol wird durch die gleichzeitige Gabe von Arzneimitteln, die eine vermehrte Harnsáureausscheidung bewirken, beschleunigt und somit die Wirksamkeit von Allopurinol herabgesetzt. Die klinische Bedeutung dieser Wechselwirkung ist in jedem Einzelfall vom Arzt zu bewerten.

6-Mercaptopurin oder Azathioprin

Wird Allopurinol gleichzeitig mit 6-Mercaptopurin oder Azathioprin eingenommen, muss deren Dosis auf 25% der sonst ublichen Dosis gesenkt werden, da der Metabolismus dieser Wirkstoffe bei Xanthinoxidase-Hemmung verlangsamt und somit ihre Wirkung verlangert ist.

Ampicillin oder Amoxicillin

Mit dem Auftreten allergischer Reaktionen (Hautausschlagen) ist bei gleichzeitiger Allopurinol-Gabe haufiger zu rechnen. Deshalb sollten - wenn moglich - Patienten unter Allopurinol-Therapie andere Antibiotika erhalten.

Captopril

Bei gleichzeitiger Gabe kann, insbesondere bei chronischem Nierenversagen, die Gefahr von Hautreaktionen erhoht werden.

Antikoagulantien vom Cumarin-Typ

Die Wirkung kann verstarkt werden. Es ist daher eine haufigere Kontrolle der Blutgerinnung erforderlich und ggf. eine entsprechende Dosisreduktion des Cumarin-Derivates notwendig.

Chlorpropamid

Insbesondere bei eingeschrankter Nierenfunktion kann die hypoglykamische Wirkung des Antidiabetikums durch die gleichzeitige Gabe von Allopurinol verlangert werden, was eine Dosisreduktion erforderlich macht.

Theophyllin

Allopurinol hemmt bei hoher Dosierung den Theophyllin-Stoffwechsel. Zu Beginn der Behandlung mit Allopurinol oder bei Erhohung der Allopurinol-Dosis sollten deshalb die Theophyllin-Plasmaspiegel bestimmt werden.

Zytostatika

Bei Gabe von Allopurinol und Zytostatika (z.B. Cyclophosphamid, Doxorubicin, Bleomycin, Procarbazin, Alkylhalogenide) treten Blutbildveranderungen haufiger auf als bei Einzelgabe der Wirkstoffe. Blutbildkontrollen sind daher in kurzen Zeitintervallen durchzufuhren.

Vidarabin

Die Plasmahalbwertszeit kann in Gegenwart von Allopurinol verlangert sein. Deshalb ist bei gemeinsamer Anwendung dieser Arzneimittel besondere Aufmerksamkeit erforderlich, um eventuell vermehrt auftretende Nebenwirkungen rechtzeitig zu erkennen.

Ciclosporin

Die Plasmakonzentration kann unter Allopurinol-Gabe erhoht sein. Die Moglichkeit eines haufigeren Auftretens von Ciclosporin-Nebenwirkungen ist zu berucksichtigen.

Phenytoin

Allopurinol kann die Metabolisierung in der Leber beeintrachtigen. Ob diesem Befund eine klinische Bedeutung zukommt, ist bisher nicht bekannt.

4.6    Fertilitat, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine hinreichenden Daten fur die Verwendung von Allopurinol bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizitat gezeigt (siehe 5.3). Da Allopurinol in den Purinstoffwechsel eingreift und das potentielle Risiko fur den Menschen unbekannt ist, sollte Allopurinol nicht wahrend der Schwangerschaft verwendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich.

Stillzeit

Allopurinol geht in die Muttermilch uber, daher sollte es wahrend der Stillzeit nicht angewendet werden.

4.7    Auswirkungen auf die Verkehrstuchtigkeit und die Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen

Da unter Behandlung mit Allopurinol uber Nebenwirkungen wie Schlafrigkeit, Schwindel und Ataxie berichtet worden ist, sollten Patienten vor dem Fahren eines Kraftfahrzeuges, dem Bedienen von Maschinen oder der Teilnahme an gefahrlichen Aktivitaten Vorsicht walten lassen, bis sie sich ausreichend sicher sind, dass Allopurinol ihre Leistungsfahigkeit nicht einschrankt.

4.8    Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Haufigkeiten zugrunde gelegt: sehr haufig (>1/10), haufig (>1/100 bis <1/10), gelegentlich (>1/1.000 bis <1/100), selten (>1/10.000 bis <1/1.000), sehr selten (<1/10.000), nicht bekannt (Haufigkeit auf Grundlage der verfugbaren Daten nicht abschatzbar).

Zu Beginn einer Behandlung mit Allopurinol STADA® kann es zu einem reaktiven Gichtanfall kommen.

Das Auftreten von Nebenwirkungen ist haufiger bei Bestehen einer Nieren-und/oder Leberinsuffizienz oder bei gleichzeitiger Ampicillin- oder Amoxicillin-Medikation.

Erkrankungen des Immunsystems

Eine verzogerte Uberempfindlichkeitsreaktion mit Multiorgan-Beteiligung (bekannt als Hypersensitivitatssyndrom; DRESS) mit Fieber, Hautausschlag, Vaskulitis, Lymphadenopathie, Pseudolymphom, Arthralgie, Leukopenie,

Eosinophilie, MilzvergróGerung, abweichenden Leberfunktionswerten und cholestatischer Hepatopathie mit Schwund der Gallengange (vanishing bile duct syndrome) kann in verschiedenen Auspragungen vorkommen. Andere Organe kónnen ebenfalls betroffen sein (Lunge, Bauchspeicheldruse, Myokard und Darm). Wenn solche Reaktionen zu irgendeinem Zeitpunkt der Behandlung auftreten, muss Allopurinol sofort und dauerhaft abgesetzt werden.

Wenn generalisierte Uberempfindlichkeitsreaktionen aufgetreten sind, waren gewóhnlich Vorerkrankungen der Niere oder Leber vorhanden, insbesondere bei tódlichem Ausgang.

Erkrankungen der Haut- und Ůberempfindlichkeitsreaktionen Von den beobachteten Nebenwirkungen sind Hautreaktionen am haufigsten (ca. 4%); sie kónnen zu jedem Zeitpunkt der Behandlung auftreten, und zwar mit Hautjucken, in makulopapulóser, manchmal schuppenartiger, manchmal Purpura-ahnlicher und selten exfoliativer Form.

Beim Auftreten derartiger Reaktionen ist Allopurinol STADA® sofort abzusetzen. Nach dem Abklingen leichter Erscheinungen kann die Therapie wieder mit einer niedrigen Dosis (z.B. 50 mg/Tag) aufgenommen werden. Diese Dosis ist bei Bedarf allmahlich zu erhóhen. Wenn der Hautausschlag wieder auftritt, sollte das Praparat ganz abgesetzt werden, da schwere generalisierte Uberempfindlichkeitsreaktionen auftreten kónnen.

Uberempfindlichkeitsreaktionen kónnen sich wie folgt auGern:

Hautreaktionen, die mit Exfoliation, Fieber, Lymphadenopathie, Arthralgie und Eosinophilie - wie Stevens-Johnson- und Lyell-Syndrom - einhergehen, kommen selten vor. Ebenfalls selten vorkommende, damit verbundene Vaskulitis und Gewebereaktionen kónnen sich auf verschiedene Weise manifestieren, einschlieGlich Hepatitis, interstitieller Nephritis und sehr selten Krampfanfallen. Wenn sich solche Erscheinungen, die jederzeit wahrend der Therapie auftreten kónnen, zeigen, muss Allopurinol STADA® sofort und fur immer abgesetzt werden. Zur Behandlung haben sich Kortikosteroide bewahrt.

Ferner wurden bisher in Einzelfallen folgende Beobachtungen gemacht: Uberempfindlichkeitsreaktionen, die sich u.a. in Fieber, Hautreaktionen, Schuttelfrost und Gelenkschmerzen auGern kónnen, Leberfunktionsstórungen (reversible Erhóhung der Transaminasen und der alkalischen Phosphatasen), akute Cholangitis und Xanthinsteine.

Wenn bisher generalisierte Uberempfindlichkeitsreaktionen auftraten, bestanden insbesondere bei tódlichen Verlaufen im Allgemeinen Nieren-und/oder Leberfunktionsstórungen.

Sehr selten wurde uber akuten anaphylaktischen Schock berichtet.

A ngioimmunoblastische Lymphadenopathie

Sehr selten wurde eine nach dem Absetzen von Allopurinol reversible angioimmunoblastische Lymphadenopathie beschrieben.

Leber- und Gallenerkrankungen

Selten wurde uber Leberfunktionsstorungen, die von einem asymptomatischen Anstieg der Leberwerte bis hin zur Hepatitis (einschlieGlich Lebernekrose und granulomatoser Hepatitis) reichten, berichtet.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Ubelkeit, Brechreiz und Durchfall konnen auftreten. Insbesondere bei magenempfindlichen Patienten sollte auf gewissenhafte Einnahme nach dem Essen mit genugender Trinkmenge geachtet werden.

Erkrankungen des Blut- und Lymphsystems

In Einzelfallen wurde uber Blutbildveranderungen wie Leukopenie,

Leukozytose, Granulozytose und Eosinophilie berichtet.

Insbesondere bei Patienten mit Nierenfunktionsstorungen wurde gelegentlich uber das Auftreten von Thrombozytopenie, Agranulozytose und aplastischer Anamie berichtet. Eine besonders sorgfaltige Uberwachung dieser Patientengruppe ist deshalb erforderlich.

Daruber hinaus wurden bisher in Einzelfallen folgende Beobachtungen gemacht:

Allgemeines Unwohlsein, Alopezie, Angina, Asthenie, Ataxie, periphere Neuritis, Bradykardie, Diabetes mellitus, Depression, Furunkulose, Geschmacksabweichung, Gynakomastie, Hamatemesis, Hamaturie, Hyperlipamie, Hypertonie, Impotenz, Infertilitat, Katarakt, Koma, Kopfschmerz, Makula-Degeneration, Odeme, Muskelschmerzen, Neuropathie, Paralyse, Parasthesie, Quincke-Odem, Schwindel, Somnolenz, Sehstorung, Steatorrho, Stomatitis, verfarbtes Haar, Uramie.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grower Wichtigkeit. Sie ermoglicht eine kontinuierliche Uberwachung des Nutzen-Risiko-Verhaltnisses des Arzneimittels. Angehorige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte Abt. Pharmakovigilanz Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3 D-53175 Bonn Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9 Uberdosierung

Ein spezielles Antidot ist nicht bekannt. Nach Einnahme einer Einzeldosis von 20 g traten bei einem Patienten Symptome wie Ubelkeit, Erbrechen, Durchfall und Schwindel auf. Bei einem weiteren Patienten hatte die Einnahme von 22,5 g Allopurinol keine unerwunschten Wirkungen zur Folge. Nach chronischer Einnahme von taglich 200-400 mg Allopurinol bei Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion wurden schwere Intoxikationserscheinungen beschrieben, die in Hautreaktionen, Fieber, Hepatitis, Eosinophilie und Verschlechterung der Nierenfunktion bestehen.

Beim Verdacht auf Vorliegen einer Vergiftung sind - insbesondere bei Komedikation mit Azathioprin oder 6-Mercaptopurin - absorptionsmindernde bzw. eliminationsbeschleunigende MaGnahmen wie reichliche Flussigkeitszufuhr oder ggf. Hamodialyse angezeigt.

5. Pharmakologische Eigenschaften

5.1    Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Gichtmittel ATC-Code: M04 AA01

Allopurinol und sein Hauptmetabolit Oxipurinol verringern die Harnsaurebildung durch Hemmung des Enzyms Xanthinoxidase, das bei der Oxidation von Hypoxanthin zu Harnsaure eine wichtige Rolle spielt. Infolgedessen werden Harnsaure- und Uratspiegel in den Korperflussigkeiten und im Urin gesenkt.

Zusatzlich zur Hemmung des Purinabbaus kann bei einigen Patienten, die de novo Purinbiosynthese durch Hemmung der Hypoxanthin-Guanin-Phosphorib-osyl-Transferase unterdruckt werden.

Daneben beobachtet man eine Reduzierung der haufig gesteigerten Purinbiosynthese auf das normale physiologische Niveau. Das wahrend der Allopurinol-Behandlung vermehrt anfallende Hypoxanthin wird sofort zu Inosinmonophosphat und weiter zu Adenosinmonophosphat (AMP) und Guanosinmonophosphat (GMP) uberfuhrt. Erhohte AMP- und GmP-Konzentrationen bewirken eine physiologische Ruckkopplungshemmung der PRPP-Amidotransferase, dem ersten Enzym der Purinbiosynthese.

Allopurinol bildet in sehr geringen Mengen (Konzentration in der Leber < 0,0001 mmol/l) ein Ribonukleotid, dessen Konzentration zu gering ist, um pharmakologisch aktiv zu sein.

5.2    Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption und Verteilung

Die Resorption von Allopurinol aus dem Gastrointestinaltrakt erfolgt schnell; nach oraler Verabreichung ist die Substanz im Plasma nach 30-60 Minuten nachweisbar.

Etwa 1% Stunden nach Allopurinol-Einnahme werden Allopurinol-Plasmaspitzen-spiegel erreicht, die jedoch schnell abfallen, so dass nach ca. 6 Stunden kaum noch Allopurinol im Plasma nachweisbar ist. Oxipurinol-Plasmaspitzenwerte werden etwa 3-5 Stunden nach der oralen Allopurinol-Einnahme gemessen. Eine gastrale Absorption erfolgt nicht, die gunstigsten Absorptionsbedingungen liegen im Duodenum und im oberen Jejunum vor. Die Allopurinol-Serum-Maximalwerte betragen bei der therapeutisch ublichen Dosis von 300 mg in Abhangigkeit vom AusmaG und der Geschwindigkeit der individuellen first-pass-Umwandlung in Oxipurinol zwischen 1,0 pg/ml und 2,6 pg/ml, durchschnittlich 1,8 pg/ml. Die korrespondierenden Oxipurinol-Werte liegen zwischen 5 pg/ml und 11 pg/ml, durchschnittlich bei 8,4 pg/ml.

Unter standardisierten Bedingungen mit Probanden wurden nach Einmalgabe von 300 mg Allopurinol Plasmaspitzenwerte von durchschnittlich 5,24 pg Oxipurinol/ml gemessen. 24 Stunden nach der einmaligen oralen Gabe von 300 mg Allopurinol betrug die mittlere Konzentration von Oxipurinol im Plasma 3,78 pg/ml.

Aufgrund der langen Halbwertszeit von Oxipurinol tritt bei Einleitung der Therapie eine Kumulation auf. Nach etwa 1 Woche ist ein Gleichgewicht erreicht. Die Plasmakonzentrationen am Ende des Dosierungsintervalles steigen bei nierengesunden Patienten nicht weiter an.

Nach chronischer Verabreichung von 300 mg Allopurinol an Probanden unter standardisierten Bedingungen stellte sich etwa 168 Stunden nach Beginn der Einnahme von 300 mg Allopurinol ein Gleichgewicht des Plasmaoxipurinolspiegels ein. Die Oxipurinolkonzentration betrug bei den Probanden durchschnittlich 9,98 pg/ml. Die interindividuelle Variation der Plasmakonzentrationen war allerdings hoch.

Das Verteilungsvolumen von Allopurinol betragt etwa 1,6 l/kg, was auf eine relativ groGe Aufnahme in das Gewebe schlieGen lasst. Wenngleich Angaben zu den Gewebekonzentrationen von Allopurinol beim Menschen nicht vorliegen, sind die hochsten Allopurinol- und Oxipurinolkonzentrationen in der Leber und in der Darmschleimhaut zu erwarten, da in diesen Geweben die Xanthinoxidaseaktivitat sehr hoch ist.

Biotransformation und Elimination

Allopurinol wird durch die Xanthinoxidase und Aldehydoxidase schnell (Halbwertszeit ca. 2 Stunden) zu Oxipurinol (Alloxanthin) oxidiert, das ein ahnlich starker Hemmer der Xanthinoxidase ist, aber langsamer an das Enzym gebunden wird.

Weder Allopurinol noch sein Hauptmetabolit Oxipurinol weisen eine ausgepragte Bindungsaffinitat fur Plasmaproteine auf. Die Ausscheidung erfolgt uberwiegend uber die Nieren, wobei weniger als 10% des Arzneimittels unverandert ausgeschieden werden. Etwa 20% des verabreichten Allopurinols wird nach 4872 Stunden in den Faeces gefunden. Oxipurinol wird nach tubularer Ruckresorption unverandert mit dem Urin ausgeschieden.

Die Eliminationshalbwertszeit von Oxipurinol ist individuell sehr verschieden. Sie betragt bei gesunden Personen 18-43 Stunden, in Einzelfallen, wahrend einer purinfreien Ernahrung, bis zu 70 Stunden. Nierenfunktionseinschrankungen fuhren zu einer Verlangerung der Oxipurinol-Eliminationshalbwertszeit.

Bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance von 10-20 ml/min wurden nach Gabe von 300 mg Allopurinol/Tag uber einen langeren Zeitraum Oxipurinol-Plasmakonzentrationen von 30 mg/l gemessen. Das ist in etwa die Konzentration, die nach Gabe von 600 mg Allopurinol/Tag bei Patienten mit normaler Nierenfunktion erreicht wird. Bei Verabreichung von Allopurinol an Patienten mit beeintrachtigter Nierenfunktion sind deshalb die entsprechenden Dosierungsempfehlungen (siehe 4.2 Dosierung, Art und Dauer der Anwendung) zu beachten.

Diese substanzeigene Langzeitwirkung ermoglicht die Einmal-am-Tag-Einnahme von Allopurinol.

Harnsaure kann in der Form von Mikrokristallen oder Kolloiden die Auskristallisation von Calciumoxalat aus ubersattigten Losungen begunstigen (heterogene Keimbildung). Kristallisationshemmer, die die Bildung von Calciumoxalatsteinen hemmen und uberwiegend aus sauren Mukopolysacchariden bestehen, werden infolge ihrer Interferenz mit Harnsaure (schon in Konzentrationen von 3 mmol/l) blockiert. Die Senkung der Harnsaureausscheidung durch Allopurinol verhindert in diesen Fallen die Bildung von Calciumoxalatsteinen.

Bioverfugbarkeit

Die absolute Bioverfugbarkeit von 100 mg und 300 mg Allopurinol betragt zwischen 67% und 90%.

5.3 Praklinische Daten zur Sicherheit

Bei Langzeitanwendung von Allopurinol in Tierversuchen kam es bei hohen Dosierungen zur Ausfallung von Xanthin-Prazipitaten, die zu Veranderungen in den harnableitenden Organen fuhrten.

Die bisher durchgefuhrten in-vitro und in-vivo Untersuchungen erbrachten keine Hinweise auf ein mutagenes oder kanzerogenes Potential.

In Tierversuchen traten bei einer von drei untersuchten Tierarten (Maus) bei Dosen ab 50 mg/kg Korpergewicht am 10. Trachtigkeitstag teratogene Effekte auf.

6. Pharmazeutische Angaben

6.1    Liste der sonstigen Bestandteile

Mikrokristalline Cellulose, Croscarmellose-Natrium, Magnesiumstearat (Ph.Eur.), Maisstarke, Povidon K 25, Hochdisperses Siliciumdioxid, Talkum.

6.2    Inkompatibilitaten

Nicht zutreffend.

6.3    Dauer der Haltbarkeit

5 Jahre.

6.4    Besondere Vorsichtsmaftnahmen fur die Aufbewahrung

Fur dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5    Art und Inhalt des Behaltnisses

PVC/Aluminium Blister.

Originalpackung mit 30, 50,98 und 100 Tabletten.

Anstaltspackung mit 500 (5x100) Tabletten.

6.6    Besondere Vorsichtsmaftnahmen fur die Beseitigung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.

7. Inhaber der Zulassung

STADApharm GmbH StadastraGe 2-18 61118 Bad Vilbel Telefon: 06101 603-0 Telefax: 06101 603-259 Internet: www.stada.de

8. Zulassungsnummer

253.00.00

9. Datum der Erteilung der Zulassung/Verlangerung der Zulassung 07.09.1979 / 08.11.1999

10. Stand der Information

September 2013

11. Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig

Allopurinol STADA 300 mg Tabletten