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Amiloretik



Gebrauchsinformation Amiloretik

Gebrauchsinformation: Information fur den Anwender

Amiloretik®, 5 mg/50 mg Tabletten Zur Anwendung bei Erwachsenen

Wirkstoffe: Amiloridhydrochlorid und Hydrochlorothiazid

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfaltig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses Arzneimittels beginnen.

•    Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht mochten Sie diese spater nochmals lesen.

•    Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

•    Dieses Arzneimittel wurde Ihnen personlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese dieselben Symptome haben wie Sie.

•    Wenn eine der aufgefuhrten Nebenwirkungen Sie erheblich beeintrachtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind, informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.


Diese Packungsbeilage beinhaltet:

1.    Was ist Amiloretik und wofur wird es angewendet?

2.    Was mussen Sie vor der Einnahme von Amiloretik beachten?

3.    Wie ist Amiloretik einzunehmen?

4.    Welche Nebenwirkungen sind moglich?

5.    Wie ist Amiloretik aufzubewahren?

6.    Weitere Informationen

1. Was ist Amiloretik und wofur wird es angewendet?

Amiloretik ist ein Kombinationsarzneimittel aus einem harntreibenden Mittel und einem kaliumsparenden Mittel. Durch eine Steigerung der Harnausscheidung vermag Amiloretik eine vermehrte Wasseransammlung im Gewebe auszuschwemmen.

Amiloretik wird angewendet bei

Flussigkeitsansammlung im Gewebe (Odeme) infolge von Erkrankungen des Herzens und der Leber (kardiale und hepatische Odeme).

Das Kombinationspraparat Amiloretik wird nur bei Patienten empfohlen, bei denen eine Verminderung von Kaliumverlusten angezeigt ist.

2. Was mussen Sie vor der Einnahme von Amiloretik beachten?

Amiloretik darf nicht eingenommen werden

•    wenn Sie uberempfindlich (allergisch) gegen Amiloridhydrochlorid und Hydrochlorothiazid, andere Thiazide, gegen Sulfonamide (manche Arzneimittel zur Behandlung von bakteriellen Infektionen, z. B. Co-Trimoxazol [Kreuzreaktionen]) oder einen der sonstigen Bestandteile von Amiloretik sind

•    bei schweren Nierenfunktionsstorungen (akutes Nierenversagen oder schwere Niereninsuffizienz mit stark verminderter Harnproduktion [Oligurie] oder fehlender Harnproduktion [Anurie]; Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min bzw. Serumkreatinin uber 1,8 mg/dl)

•    bei akuter Nierenentzundung (Glomerulonephritis)

•    wenn Sie aufgrund einer Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) unter Nierenfunktionsstorungen leiden (diabetische Nephropathie)

•    bei Leberversagen mit Bewusstseinsstorungen (Coma und Praecoma hepaticum)

•    bei erhohtem Kaliumspiegel im Blut (Hyperkaliamie)

•    bei erniedrigtem Kaliumspiegel im Blut (Hypokaliamie)

,• bei verminderter zirkulierender Blutmenge (Hypovolamie) oder Flussigkeitsmangel (Dehydratation)

•    bei erhohtem Kalziumspiegel im Blut (Hyperkalzamie)

•    bei erniedrigtem Natriumspiegel im Blut (Hyponatriamie)

•    bei Gicht

•    wenn Sie schwanger sind oder stillen

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Amiloretik ist erforderlich

•    wenn Sie einen stark erniedrigten Blutdruck (Hypotonie) haben

•    wenn Sie Durchblutungsstorungen der HirngefaBe (zerebrovaskulare Durchblutungsstorungen) haben

•    wenn Sie Durchblutungsstorungen der HerzkranzgefaBe (koronare Herzkrankheit) haben

•    bei bereits bestehender oder bisher nicht in Erscheinung getretener Zuckerkrankheit (manifester oder latenter Diabetes mellitus); eine regelmaBige Kontrolle des Blutzuckers ist erforderlich

•    wenn Sie unter einer Nierenfunktionseinschrankung leiden (Kreatinin-Clearance 30-60 ml/min und/oder Serumkreatinin uber 1,8 mg/dl)

•    wenn bei Ihnen eine eingeschrankte Leberfunktion besteht

•    bei korperlichen Zustanden, die eine Ubersauerung des Blutes begunstigen (z. B. eine chronische Nierenerkrankung, Zuckerkrankheit, bestimmte Lungenerkrankungen, chronischer Durchfall [Pradisposition fur eine respiratorische oder metabolische Azidose]).

Bei einer stark eingeschrankten Nierenfunktion (Glomerulumfiltrat unter 30 ml/min und/oder Serumkreatinin uber 1,8 mg/dl) ist Amiloretik nicht nur unwirksam, sondern sogar schadlich.

Bei gleichzeitiger Einnahme von Amiloretik mit anderen kaliumsparenden harntreibenden Arzneimitteln (Diuretika, z. B. Triamteren, Amilorid), kaliumhaltigen Praparaten oder ACE-Hemmern besteht die Gefahr fur das Auftreten einer Erhohung des Kaliumgehalts im Blut (Hyperkaliamie). Die Kombination der vorgenannten Arzneimittel mit Amiloretik wird daher nicht empfohlen.

Bei eingeschrankter Nierenfunktion (mit Serumkreatininwerten zwischen 1,2 und 1,8 mg/dl und mit einer Kreatinin-Clearance zwischen 60 ml/min und 30 ml/min) sowie bei gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, die zu einem Anstieg des Kaliumspiegels im Blut fuhren konnen, sollte die Behandlung mit Amiloretik nur unter haufiger Kontrolle des Kaliumspiegels im Blut erfolgen.

Bei Patienten mit bereits bestehender oder bisher nicht in Erscheinung getretener Zuckerkrankheit (manifester oder latenter Diabetes mellitus) sollten regelmaBige Kontrollen des Blutzuckers durchgefuhrt werden.

Bei chronischem Missbrauch von harntreibenden Arzneimitteln kann es zu Wasseransammlungen im Korpergewebe (Odeme) kommen (Pseudo-Bartter-Syndrom).

Wenn bei Ihnen ausgepragte Wassereinlagerungen im Gewebe (Odeme) infolge einer Herzmuskelschwache (Herzinsuffizienz) vorliegen, kann die Aufnahme der Wirkstoffe von Amiloretik aus dem Magen-Darm-Trakt (Resorption) deutlich eingeschrankt sein (siehe Abschnitt 3. „Wie ist Amiloretik einzunehmen?“).

Bei Leber- und Nierenfunktionsstorungen sollte Amiloretik der Einschrankung entsprechend dosiert werden (siehe Abschnitt 3. „Wie ist Amiloretik einzunehmen?“).

Wahrend der Behandlung mit Amiloretik sollten die Patienten auf eine ausreichende Flussigkeitsaufnahme achten.

Wahrend der Behandlung mit Amiloretik sollten in regelmaBigen Abstanden bestimmte Blutwerte, insbesondere Kalium, Natrium, Kalzium, Magnesium, Kreatinin und Harnstoff, die Blutfette (Cholesterin und Triglyceride) sowie der Blutzucker, gegebenenfalls auch die Harnsaure und die Leberwerte kontrolliert werden.

Vor Behandlungsbeginn und in regelmaBigen Abstanden sollten auBerdem die Blutplattchen (Thrombozyten) sowie das Blutbild und das Differentialblutbild bestimmt werden.

Amiloretik muss vor einer Prufung der Nebenschilddrusenfunktion und mindestens 3 Tage vor Durchfuhrung eines Glukosetoleranztestes abgesetzt werden.

Der durch verstarkte Urinausscheidung hervorgerufene Gewichtsverlust sollte unabhangig vom AusmaB der Urinausscheidung 1 kg/Tag nicht uberschreiten.

Hinweise

Die Behandlung mit Amiloretik sollte abgebrochen werden, sobald eine der oben genannten Gegenanzeigen (siehe Abschnitt „Amiloretik darf nicht eingenommen werden“) bzw. eine der folgenden Nebenwirkungen auftritt:

•    beim Auftreten von Uberempfindlichkeitsreaktionen

•    bei einer Stoffwechselentgleisung, die auf eine Behandlung nicht mehr anspricht

•    wenn Sie ein ausgepragtes Schwindelgefuhl und einen stark beschleunigten Herzschlag bei Lagewechsel vom Liegen zum Stehen verspuren (ausgepragte orthostatische Regulationsstorungen)

•    wenn bei Ihnen ausgepragte Magen-Darm-Beschwerden auftreten

•    bei ausgepragten Storungen des zentralen Nervensystems

•    bei einer Bauchspeicheldrusenentzundung (Pankreatitis)

•    bei einer akuten Gallenblasenentzundung (akute Cholezystitis)

•    wenn bei Ihnen Blutbildveranderungen (Anamie, Leukopenie, Thrombozytopenie) auftreten

•    beim Auftreten einer GefaBentzundung (Vaskulitis)

•    wenn sich bei Ihnen eine bestehende Kurzsichtigkeit verschlimmert

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie vermuten, schwanger zu sein (oder schwanger werden konnten). Auswirkungen bei Fehlgebrauch zu Dopingzwecken

Die Anwendung von Amiloretik kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen fuhren. Eine missbrauchliche Anwendung des Arzneimittels Amiloretik zu Dopingzwecken kann zu einer Gefahrdung Ihrer Gesundheit fuhren.

Bei Einnahme von Amiloretik mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch fur vor kurzem angewandte Arzneimittel gelten konnen.

Die blutdrucksenkende Wirkung von Amiloretik kann durch andere harntreibende Arzneimittel (Diuretika), blutdrucksenkende Arzneimittel (z. B. Beta-Rezeptorenblocker), Nitrate, Barbiturate (Arzneimittel zur Behandlung von Krampfanfallen), Phenothiazine (Arzneimittelgruppe zur Behandlung von psychischen Storungen), trizyklische Antidepressiva, gefaBerweiternde Arzneimittel oder durch Alkohol verstarkt werden.

Unter der Behandlung mit Amiloretik besteht bei zusatzlicher Einnahme von ACE-Hemmern (z. B. Captopril, Enalapril) zu Behandlungsbeginn das Risiko eines massiven Blutdruckabfalls bis zum Schock sowie das Risiko einer Verschlechterung der Nierenfunktion, die selten zu einem akuten Nierenversagen fuhren kann. Eine Diuretikabehandlung sollte daher 2-3 Tage vor Beginn einer Therapie mit einem ACE-Hemmer abgesetzt werden, um die Moglichkeit eines Blutdruckabfalls zu Behandlungsbeginn zu vermindern.

Arzneimittel mit entzundungshemmender Wirkung (nichtsteroidale Antiphlogistika, z. B.

Indometacin, Acetylsalicylsaure), Salicylate (Schmerzmittel) und Phenytoin (Arzneimittel gegen

Krampfanfalle und bestimmte Formen von Schmerzen) konnen die blutdrucksenkende und hamtreibende Wirkung von Amiloretik vermindern.

Bei der gleichzeitigen Behandlung mit hochdosierten Salicylaten (Arzneimittel zur Behandlung von Schmerzen und Rheuma) kann die giftige Wirkung der Salicylate auf das zentrale Nervensystem verstarkt werden. Bei Patienten, die unter der Behandlung mit Amiloretik eine Verminderung der zirkulierenden Blutmenge (Hypovolamie) entwickeln, oder bei einem Flussigkeitsmangel im Korper (Dehydratation) kann die gleichzeitige Gabe von nicht-steroidalen Antiphlogistika ein akutes Nierenversagen auslosen.

Die gleichzeitige Gabe von Amiloretik und nicht-steroidalen Antiphlogistika (z. B. Acetylsalicylsaure, Indometacin), ACE-Hemmern (z. B. Captopril, Enalapril), Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten (z.

B. Losartan), Ciclosporin, Tacrolimus, anderen kaliumsparenden harntreibenden Arzneimitteln (z. B. Triamteren, Spironolacton) oder Kaliumsalzen und kaliumreichen Nahrungsmitteln kann zu einem stark erhohten Kaliumgehalt im Blut (schwere Hyperkaliamie) fuhren und ist daher zu vermeiden.

Die Wirkung von Insulin und blutzuckersenkenden Arzneimitteln in Form von Tabletten (orale Antidiabetika), von serumharnsauresenkenden Arzneimitteln und pressorischen Aminen (z. B. Epinephrin, Norepinephrin) kann bei gleichzeitiger Anwendung von Amiloretik abgeschwacht sein.

Es besteht ein erhohtes Risiko fur das Auftreten eines erhohten Blutzuckers (Hyperglykamie) bei gleichzeitiger Gabe von Amiloretik und Beta-Rezeptorenblockern (Arzneimittel u. a. zur Behandlung eines erhohten Blutdrucks).

Bei gleichzeitiger Behandlung mit bestimmten Herzmitteln (herzwirksame Glykoside) ist zu beachten, dass bei einem sich unter der Behandlung mit Amiloretik entwickelnden Kaliummangel im Blut (Hypokaliamie) und/oder Magnesiummangel im Blut (Hypomagnesiamie) die Empfindlichkeit des Herzmuskels (Myokard) gegenuber diesen Herzmitteln erhoht ist. Dadurch konnen die Wirkungen und Nebenwirkungen dieser Herzmittel verstarkt werden. Durch den Wirkstoff Amiloridhydrochlorid kann die Wirkung dieser Herzmittel jedoch auch herabgesetzt werden.

Es besteht ein erhohtes Risiko von Herzrhythmusstorungen (Kammerarrhythmien inklusive Torsades de pointes) bei gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, die eine bestimmte EKG-Veranderung (Syndrom des verlangerten QT-Intervalles) verursachen konnen (z. B. Terfenadin [Arzneimittel gegen Allergien], einige Arzneimittel gegen Herzrhythmusstorungen [Antiarrythmika der Klassen I und III]) beim Vorliegen von Elektrolytstorungen.

Die gleichzeitige Anwendung von Amiloretik und die Kaliumausscheidung fordernden harntreibenden Arzneimitteln (z. B. Furosemid), Glukokortikoiden („Kortison“), ACTH, Carbenoxolon, Amphotericin B (Arzneimittel zur Behandlung von Pilzerkrankungen), Penicillin G, Salicylaten (Schmerzmittel) oder Abfuhrmitteln kann zu verstarkten Kaliumverlusten fuhren.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln zur Behandlung bosartiger Erkrankungen (Zytostatika z. B. Cyclophosphamid, Fluorouracil, Methotrexat) ist mit einer verstarkten schadigenden Wirkung auf das Knochenmark (insbesondere eine Verminderung der Anzahl bestimmter weiber Blutkorperchen [Granulozytopenie]) zu rechnen.

Die gleichzeitige Gabe von Amiloretik und Lithium (Arzneimittel gegen bestimmte Arten von Depressionen) fuhrt uber eine verminderte Lithiumausscheidung zu einer Verstarkung der herz- und nervenschadigenden (kardio- und neurotoxischen) Wirkung des Lithiums. Daher wird empfohlen, bei Patienten, die gleichzeitig mit Lithiumsalzen behandelt werden, den Lithiumspiegel im Blut sorgfaltig zu uberwachen.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Amiloretik und anderen harntreibenden Arzneimitteln (Diuretika) kann es zu verstarkter Harnausscheidung (Diurese) und verstarktem Blutdruckabfall kommen.

Die Wirkung von bestimmten Arzneimitteln, die eine Muskelentspannung herbeifuhren (curareartige Muskelrelaxanzien) kann durch Amiloretik verstarkt oder verlangert werden. Fur den Fall, dass Amiloretik vor der Anwendung solcher Muskelrelaxanzien nicht abgesetzt werden kann, muss der Narkosearzt uber die Behandlung mit Amiloretik informiert werden.

Die gleichzeitige Anwendung von Colestyramin oder Colestipol (Arzneimittel zur Senkung erhohter Blutfettwerte) vermindert die Aufnahme des Hydrochlorothiazid-Anteils von Amiloretik aus dem Magen-Darm-Trakt.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Methyldopa (Arzneimittel zur Senkung des Blutdrucks) sind in Einzelfallen Auflosungen der roten Blutkorperchen (Hamolysen) durch Bildung von Antikorpern gegen den Hydrochlorothiazid-Anteil von Amiloretik beschrieben worden.

Die gleichzeitige Gabe von Amiloretik und Chinidin kann zu einer Verminderung der Chinidin-Ausscheidung fuhren.

Bei Einnahme von Amiloretik zusammen mit Nahrungsmitteln und Getranken

Durch Alkohol kann die Wirkung von Amiloretik verstarkt werden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Fragen Sie vor der Einnahme/Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat. Schwangerschaft

Sie durfen Amiloretik in der Schwangerschaft nicht anwenden

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie vermuten, schwanger zu sein (oder schwanger werden konnten). Ihr Arzt wird Ihnen empfehlen, Amiloretik vor einer Schwangerschaft bzw. sobald Sie wissen, dass Sie schwanger sind, abzusetzen, und er wird Ihnen ein anderes Arzneimittel empfehlen, denn die Einnahme von Amiloretik kann zu schweren Schadigungen Ihres ungeborenen Kindes fuhren.

Stillzeit

Sie durfen Amiloretik in der Stillzeit nicht anwenden, da fur Amilorid keine Untersuchungen zur Milchgangigkeit vorliegen und Hydrochlorothiazid die Milchproduktion hemmen kann.

Kinder und Jugendliche

Amiloretik ist fur die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen nicht geeignet, da keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen.

Altere Menschen

Bei der Behandlung alterer Menschen ist auf eine mogliche Einschrankung der Nierenfunktion zu achten (siehe Abschnitt 3. „Wie ist Amiloretik einzunehmen?“).

Verkehrstuchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Die Behandlung mit diesem Arzneimittel bedarf der regelmaBigen arztlichen Kontrolle. Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemaBem Gebrauch das Reaktionsvermogen so weit verandern, dass die Fahigkeit zur aktiven Teilnahme am StraBenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeintrachtigt wird. Dies gilt in verstarktem MaBe bei Behandlungsbeginn, Dosiserhohung und Praparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol.

Wichtige Informationen uber bestimmte sonstige Bestandteile von Amiloretik

Dieses Arzneimittel enthalt Lactose. Bitte nehmen Sie Amiloretik daher erst nach Rucksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unvertraglichkeit gegenuber bestimmten Zuckern leiden.

3. Wie ist Amiloretik einzunehmen?

Nehmen Sie Amiloretik immer genau nach der Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Die Dosierung sollte vom Arzt individuell - vor allem nach dem Behandlungserfolg - festgelegt werden.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die ubliche Dosis

Erwachsene

Bei Flussigkeitsansammlungen im Gewebe (Ůdeme) infolge von Erkrankungen des Herzens und der Leber

Zu Behandlungsbeginn 1-mal taglich A-i Tablette Amiloretik (entsprechend 2,5 mg Amiloridhydrochlorid und 25 mg Hydrochlorothiazid bis 5 mg Amiloridhydrochlorid und 50 mg Hydrochlorothiazid pro Tag). Falls erforderlich, kann die Dosis auf maximal 2 Tabletten Amiloretik taglich (entsprechend 10 mg Amiloridhydrochlorid und 100 mg Hydrochlorothiazid pro Tag) erhoht werden.

Leber- und Nierenfunktionsstorungen

Bei Leber- und Nierenfunktionsstorungen sollte Amiloretik der Einschrankung entsprechend dosiert werden.

Patienten mit ausgepragter Wassereinlagerung im Gewebe (Ůdeme) infolge einer Herzmuskelschwache (schwere Herzinsuffizienz)

Bei Patienten mit ausgepragter Wassereinlagerung im Gewebe (Odeme) infolge einer Herzmuskelschwache kann die Aufnahme der Wirkstoffe von Amiloretik aus dem Magen-Darm-Trakt deutlich eingeschrankt sein.

Kinder und Jugendliche

Amiloretik wird fur die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen nicht empfohlen, da keine ausreichenden Daten zur Wirksamkeit und Unbedenklichkeit vorliegen.

Art der Anwendung

Die Tabletten sind unzerkaut mit ausreichend Flussigkeit nach den Mahlzeiten einzunehmen. Die Einnahme erfolgt bei Einmalgabe morgens. Bei hoheren Dosierungen kann die Einnahme auch in Einzeldosen uber den Tag verteilt erfolgen.

Anwendungshinweis

Zur Teilung legt man die Tablette mit der Bruchkerbe nach oben auf eine feste Unterlage. Um die Tablette zu teilen, druckt man mit beiden Daumen gleichzeitig von oben links und rechts auf die Tablette.

Dauer der Anwendung

Uber die Dauer der Anwendung entscheidet der behandelnde Arzt. Sie richtet sich nach Art und Schwere der Erkrankung und sollte auf einen moglichst kurzen Zeitraum begrenzt werden. Nach Langzeitbehandlung sollte Amiloretik ausschleichend abgesetzt werden.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Amiloretik zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine groBere Menge Amiloretik eingenommen haben als Sie sollten

Bei Verdacht auf eine Uberdosierung mit groBeren Mengen von Amiloretik ist sofort ein Arzt/Notarzt zu benachrichtigen. Dieser kann entsprechend der Schwere der Uberdosierung uber die gegebenenfalls erforderlichen MaBnahmen entscheiden.

Symptome einer Uberdosierung

Das klinische Bild bei akuter oder chronischer Uberdosierung ist vom AusmaB des Flussigkeitsverlustes und der Elektrolytstorungen (erniedrigter oder erhohter Kaliumgehalt im Blut, erniedrigter Natrium- und Chloridgehalt im Blut) abhangig.

Uberdosierung kann bei ausgepragten Flussigkeits- und Natriumverlusten zu Durst, Schwache- und Schwindelgefuhl, Muskelschmerzen und Muskelkrampfen (z. B. Wadenkrampfe), Kopfschmerzen, stark beschleunigtem Herzschlag (Tachykardie), vermindertem Blutdruck (Hypotonie) und Kreislaufstorungen beim Wechsel vom Liegen zum Stehen (orthostatische Regulationsstorungen) fuhren.

Infolge einer verminderten zirkulierenden Blutmenge (Hypovolamie) und „Entwasserung“ (Dehydratation) konnen Bluteindickung (Hamokonzentration) mit Thromboseneigung, Krampfe, Benommenheit, Verwirrtheitszustande, Kreislaufkollaps, Bewusstseinsstorungen bis zum Koma oder ein akutes Nierenversagen auftreten.

Bei raschen Wasser- und Elektrolytverlusten konnen schwere Verwirrtheitszustande (delirante Zustandsbilder) auftreten.

Selten tritt ein anaphylaktischer Schock (Symptome: SchweiBausbruch, Ubelkeit, blauliche Verfarbung der Haut [Zyanose], starker Blutdruckabfall, Bewusstseinsstorungen bis hin zum Koma, Schlafrigkeit und Verwirrtheitszustande) auf.

Ein erhohter Kaliumgehalt im Blut (Hyperkaliamie) kann durch Allgemeinsymptome (Mudigkeit, allgemeines Schwache- und Unlustgefuhl), Herz-Kreislauf-Storungen (Herzrhythmusstorungen, Blutdruckabfall) und Storungen des Nervensystems (Empfindungsstorungen wie Kribbeln [Parasthesien], bestimmte Formen von Lahmungserscheinungen [schlaffe Paralysen], Gleichgultigkeit gegenuber auBeren Eindrucken [Apathie], Verwirrtheitszustande) in Erscheinung treten.

Infolge eines erniedrigten Kaliumgehalts im Blut (Hypokaliamie) kann es zu Mudigkeit, Muskelschwache, Empfindungsstorungen wie Kribbeln (Parasthesien), leichten Formen von Lahmungserscheinungen, Apathie, Blahungen, Verstopfung und zu Herzrhythmusstorungen kommen. Schwere Kaliumverluste konnen zu einem Darmverschluss (paralytischer Ileus) und zu Bewusstseinsstorungen fuhren. Bei gleichzeitiger Digitalisgabe konnen Herzrhythmusstorungen durch einen eventuell erniedrigten Kaliumgehalt im Blut (Hypokaliamie) verstarkt werden.

Durch den Amiloridhydrochlorid-Anteil von Amiloretik kann sich eine stoffwechselbedingte Ubersauerung des Blutes (metabolische Azidose) ausbilden.

Bei dringendem Verdacht auf eine Uberdosierung benotigen Sie arztliche Hilfe! Halten Sie die Packung des Arzneimittels bereit, damit sich der Arzt uber den aufgenommenen Wirkstoff informieren kann.

Therapie bei Uberdosierung

Bei Uberdosierung oder Anzeichen einer verminderten zirkulierenden Blutmenge (Hypovolamie), vermindertem Blutdruck (Hypotonie) oder Kreislaufstorungen beim Wechsel vom Liegen zum Stehen (orthostatische Regulationsstorungen) muss die Behandlung mit Amiloretik sofort abgesetzt werden.

Liegt die Einnahme nur kurze Zeit zuruck, empfehlen sich MaBnahmen der primaren Giftelimination (induziertes Erbrechen, Magenspulung) und resorptionsmindernde MaBnahmen (medizinische Kohle).

In schweren Fallen mussen unter intensivmedizinischen Bedingungen die vitalen Parameter uberwacht sowie wiederholt Kontrollen des Wasser- und Elektrolyt-Haushaltes und des Saure-Basen-Haushaltes durchgefuhrt und gegebenenfalls korrigiert werden. Gegebenenfalls sind auch Kontrollen des Blutzuckers und der harnpflichtigen Substanzen (Kreatinin, Harnstoff) angezeigt.

Spezifische Gegenmittel gegen Amiloridhydrochlorid und Hydrochlorothiazid sind nicht bekannt.

Wenn Sie die Einnahme von Amiloretik vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Amiloretik abbrechen

Unterbrechen oder beenden Sie die Behandlung mit Amiloretik nicht ohne Rucksprache mit Ihrem behandelnden Arzt!

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind moglich?

Wie alle Arzneimittel kann Amiloretik Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten mussen.

Bei den Haufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

sehr haufig:

mehr als 1 Behandelter von 10

haufig:

1 bis 10 Behandelte von 100

gelegentlich:

1 bis 10 Behandelte von 1.000

selten:

1 bis 10 Behandelte von 10.000

sehr selten:

weniger als 1 Behandelter von 10.000

nicht bekannt:

Haufigkeit auf Grundlage der verfugbaren Daten nicht abschatzbar

Mogliche Nebenwirkungen

Wenn Sie von einer der nachfolgend genannten Nebenwirkungen betroffen sind, nehmen Sie Amiloretik nicht weiter ein und suchen Sie moglichst umgehend Ihren Arzt auf.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Gelegentlich: Verringerung der Anzahl der Blutplattchen (Thrombozytopenie)

Selten: Verminderung der weiBen Blutkorperchen (Leukopenie, Neutropenie), Blutarmut durch vermehrten Zerfall roter Blutkorperchen (hamolytische Anamie), Anamie durch Blutbildungsstorung im Knochenmark (aplastische Anamie), hochgradige Verminderung bestimmter weiBer Blutkorperchen mit Infektneigung und schweren Allgemeinsymptomen (Agranulozytose). Hinweise auf eine Agranulozytose konnen Fieber mit Schuttelfrost, Schleimhautveranderungen und Halsschmerzen sein.

Erkrankungen des Immunsystems

Gelegentlich: allergische Reaktionen; diese konnen als Haut- und Schleimhautreaktionen (siehe Nebenwirkungen bei „Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes“) auftreten, selten als Nierenentzundung (interstitielle Nephritis), Gelbsucht (cholestatischer Ikterus), Entzundungen der BlutgefaBe (Vaskulitis), Blutbildveranderungen (siehe Nebenwirkungen bei „Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems“) oder Fieber.

Selten: schwere Uberempfindlichkeitsreaktionen wie ein Kreislaufkollaps (anaphylaktischer Schock). Erste Anzeichen fur einen Schock sind u. a. Hautreaktionen wie heftige Hautrotung (Flush) oder Nesselsucht, Unruhe, Kopfschmerz, SchweiBausbruch, Ubelkeit, blauliche Verfarbung der Haut (Zyanose), allergische Reaktionen.

Stoffwechsel- und Ernahrungsstorungen

Bei der Behandlung mit Amiloretik kann es - insbesondere bei eingeschrankter Nierenfunktion - als Folge der vermehrten Flussigkeits- und Elektrolytausscheidung zu Storungen im Flussigkeits- und Elektrolythaushalt kommen (insbesondere ein erhohter Kaliumgehalt im Blut und ein Natriummangel im Blut, ferner ein erniedrigter Chlorid- und ein erhohter Kalziumgehalt im Blut, ein Magnesiummangel im Blut sowie in seltenen Fallen ein Kaliummangel im Blut).

Daher sind regelmaBige Kontrollen der Serumelektrolyte (insbesondere Kalium, Natrium, Kalzium, Magnesium) angezeigt.

Bei Behandlungsbeginn und langerer Anwendung von Amiloretik muss insbesondere der Kaliumgehalt im Blut regelmaBig kontrolliert werden, um das Auftreten zu niedriger oder zu stark erhohter Kaliumspiegel im Blut zu verhindern.

Als Folge der Elektrolytstorungen im Blut kann es zu Mudigkeit, Benommenheit, Muskelschwache, Blutdruckabfall und Herzrhythmusstorungen kommen.

Unter der Gabe von Amiloretik tritt - insbesondere bei Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion -haufig eine starke Erhohung des Kaliumgehalts im Blut (Hyperkaliamie) auf. Bei Mudigkeit, Schwachegefuhl, Muskelschwache (z. B. in den Beinen), Missempfindungen in den GliedmaBen (Parasthesien) und Muskellahmungserscheinungen sowie bei einem verlangsamten Pulsschlag oder anderen Herzrhythmusstorungen muss besonders an die Moglichkeit zu hoher Kaliumspiegel im Blut (Hyperkaliamie) gedacht werden. Nach Einnahme von hohen Dosen wurden extreme Schlafrigkeit (Lethargie) und Verwirrtheitszustande beobachtet.

Die zusatzliche Gabe von Kalium, anderen kaliumsparenden harntreibenden Arzneimitteln (Diuretika) oder eine kaliumreiche Diat sind daher zu vermeiden.

Bei hoher Dosierung kann es infolge ubermaBiger Harnausscheidung (Diurese) zu Flussigkeits- und Natriumverlusten (Hypovolamie und Hyponatriamie) kommen. Dies kann sich in Appetitlosigkeit, Mundtrockenheit und Durst, Erbrechen, Kopfschmerzen bzw. Kopfdruck, Schwache- und Schwindelgefuhl, Schlafrigkeit, Sehstorungen, Teilnahmslosigkeit (Apathie), Verwirrtheitszustanden, Muskelschmerzen oder Muskelkrampfen (z. B. Wadenkrampfe), Herzklopfen, Blutdruckabfall, vermindertem Blutdruck beim Wechsel vom Liegen zum Stehen (orthostatische Regulationsstorungen) und Kreislaufkollaps auBern. Daher ist es wichtig, unerwunschte Flussigkeitsverluste (z. B. bei Erbrechen, Durchfall, starkem Schwitzen) auszugleichen.

Bei sehr starker Harnausscheidung kann es infolge einer verminderten zirkulierenden Blutmenge (Hypovolamie) und einem Mangel an Korperwasser (Dehydratation) zur Bluteindickung (Hamokonzentration) und in seltenen Fallen zu Krampfen, Verwirrtheitszustanden, Bewusstseinsstorungen bis zum Koma, Kreislaufkollaps und zu einem akuten Nierenversagen kommen. Als Folge der Bluteindickung kann es - insbesondere bei Vorliegen von Venenerkrankungen oder bei alteren Patienten - zu Thrombosen und Embolien kommen.

Insbesondere bei gleichzeitig verminderter Kaliumzufuhr und/oder erhohten Kaliumverlusten (z. B. bei Erbrechen oder chronischem Durchfall) kann als Folge einer erhohten Kaliumausscheidung uber die Niere ein Kaliummangelzustand (Hypokaliamie) auftreten, der sich in folgenden Symptomen auBern kann: Mudigkeit, Schlafrigkeit, Muskelschwache, Missempfindungen in den GliedmaBen (Parasthesien), Lahmungen (Paresen), Erbrechen, Verstopfung, ubermaBige Gasansammlung im Magen-Darm-Trakt (Meteorismus), ubermaBige Harnausscheidung (Polyurie), krankhaft gesteigertes Durstgefuhl mit ubermaBiger Flussigkeitsaufnahme (Polydipsie) sowie PulsunregelmaBigkeiten (Reizbildungs- und Reizleitungsstorungen am Herzen).

Schwere Kaliumverluste konnen zu einer Darmlahmung (paralytischer Ileus) oder zu Bewusstseinsstorungen bis zum Koma fuhren.

Unter der Behandlung mit Amiloretik wurde bei erhohten Magnesiumverlusten uber die Nieren als Folge eines Magnesiummangels im Blut (Hypomagnesiamie) in seltenen Fallen eine neuromuskulare Ubererregbarkeit (Tetanie) oder das Auftreten von Herzrhythmusstorungen beobachtet.

Storungen im Saure-Basen-Haushalt sind moglich. Durch den Amiloridhydrochlorid-Anteil von Amiloretik kann sich eine Ubersauerung des Blutes (metabolische Azidose) ausbilden.

Gelegentlich kann es zu einem wieder zuruckgehenden (reversiblen) Anstieg der harnpflichtigen Stoffe (Harnstoff und Kreatinin) kommen.

Durch den Anteil an Hydrochlorothiazid kann es zu einem Anstieg eines bestimmten Enzyms (Amylase) im Blut kommen.

Haufig kommt es unter der Behandlung mit Amiloretik zu erhohten Harnsaurespiegeln im Blut (Hyperurikamie). Dies kann bei entsprechend veranlagten Patienten zu Gichtanfallen fuhren.

Haufig treten unter der Behandlung mit Amiloretik eine Erhohung des Blutzuckers (Hyperglykamien) und Zucker im Urin (Glukosurie) bei Stoffwechselgesunden und bei Patienten mit latentem oder manifestem Diabetes mellitus bzw. bei Patienten mit einem Kaliummangel im Blut auf. Dies kann bei Patienten mit bereits bestehender Zuckerkrankheit (manifester Diabetes mellitus) zu einer Verschlechterung der Stoffwechsellage fuhren. Eine bisher nicht in Erscheinung getretene Zuckerkrankheit (latenter Diabetes mellitus) kann in Erscheinung treten.

Haufig kommt es unter Amiloretik zu einem Anstieg der Blutfette (Cholesterin, Triglyceride).

Daher sollten wahrend der Behandlung mit Amiloretik neben den Serumelektrolyten (Kalium, Natrium, Kalzium, Chlorid, Magnesium) auch die Konzentrationen der harnpflichtigen Substanzen (Harnstoff, Kreatinin), die Blutfette (Cholesterin und Triglyceride) sowie der Blutzucker und die Harnsaure im Blut regelmaBig kontrolliert werden.

Psychiatrische Erkrankungen

Selten: Depressionen, Schlaflosigkeit, Verwirrtheitszustande, Schlafrigkeit, Teilnahmslosigkeit (Apathie), Nervositat, Unruhe

Erkrankungen des Nervensystems

Gelegentlich: Kopfschmerzen, Mudigkeit, Storung der Bewegungsablaufe (Ataxie), Schwache, Schwindel, Geschmacksstorungen

Selten: Missempfindungen (z. B. Kribbeln) in den GliedmaBen (Parasthesien), Lahmungserscheinungen (Paresen, schlaffe Paralysen), Zittern (Tremor), Starre (Stupor), Enzephalopathie, Bewusstseinsstorungen, Benommenheit, Koma

Augenerkrankungen

Selten: Sehstorungen (z. B. verschwommenes Sehen, Gelbsehen), Einschrankung der Bildung von Tranenflussigkeit (Vorsicht beim Tragen von Kontaktlinsen). Eine bestehende Kurzsichtigkeit kann sich verschlimmern.

Erkrankungen des Ohrs und Labyrinths

Selten: Gleichgewichtsstorungen, Ohrgerausche (Tinnitus)

Herz- und GefaBerkrankungen Gelegentlich: Herzklopfen (Palpitationen)

Selten: Schmerzen in der Brust (pektanginose Beschwerden), zu schneller Herzschlag (Tachykardie), EKG-Veranderungen (zu langsamer Herzschlag [Bradykardie] oder andere Herzrhythmusstorungen) und eine gesteigerte Empfindlichkeit gegen bestimmte herzstarkende Arzneimittel (herzwirksame Glykoside) konnen auftreten.

Infolge ubermaBiger Harnausscheidung (Diurese) kann es aufgrund einer verminderten zirkulierenden Blutmenge (Hypovolamie) zu vermindertem Blutdruck beim Wechsel vom Liegen zum Stehen (orthostatische Regulationsstorungen) oder zu Blutdruckabfall bis zum Kreislaufkollaps (Synkope) kommen. Bei sehr starker Harnausscheidung kann es infolge einer „Entwasserung“ (Dehydratation) und einer verminderten zirkulierenden Blutmenge (Hypovolamie) zur Bluteindickung (Hamokonzentration) kommen. Als Folge der Hamokonzentration kann -insbesondere bei alteren Patienten - eine erhohte Neigung zu Thrombosen und Embolien auftreten.

Ein Patient mit partiellem Herzblock entwickelte einen kompletten Block. Entzundungen der kleinen GefaBe (Vaskulitis, kutane Vaskulitis, nekrotisierende Angiitis) konnen auftreten.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums Atemnot, Atembeschwerden, verstopfte Nase, Husten

Unter Hydrochlorothiazid wurde in seltenen Fallen das Auftreten einer bestimmten akuten Form der Lungenentzundung (akute interstitielle Pneumonie) berichtet.

In Einzelfallen wurde ein plotzlich auftretendes Lungenodem mit Schocksymptomatik beschrieben. Eine allergische Reaktion gegenuber Hydrochlorothiazid wird angenommen.

Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts

Gelegentlich: Mundtrockenheit, Appetitlosigkeit, Schluckauf, Magen-Darm-Beschwerden (z. B. Ubelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Schmerzen und Krampfe im Bauchraum)

Ferner konnen Reizungen der Magenschleimhaut, Vollegefuhl, Storungen der Darmtatigkeit infolge von Darmlahmung oder Darmverschluss (Adynamie der glatten Muskulatur, Subileus, paralytischer Ileus), Blahungen, Anderungen des Appetits, Blahsucht, Verdauungsstorungen und Magen-Darm-Blutungen auftreten.

Unter Amiloridhydrochlorid wurde die Aktivierung eines wahrscheinlich vorbestehenden Magen-oder Darm-Geschwurs (peptisches Ulkus) berichtet.

Selten: Anstieg eines bestimmten Enzyms (Amylase) im Blut und akute Bauchspeicheldrusenentzundung (akute hamorrhagische Pankreatitis)

Leber- und Gallenerkrankungen

Selten: Gelbsucht (Ikterus), Leberfunktionsstorungen (Anstieg der Leberwerte GOT, GPT)

Bei vorbestehendem Gallensteinleiden (Cholelithiasis) kann eine akute Entzundung der Gallenblase (Cholezystitis) auftreten.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich: allergische Haut- und Schleimhautreaktionen, z. B. Hautrotung, erhohte Lichtempfindlichkeit der Haut (Photosensibilitat), Juckreiz, Hautausschlag, Nesselausschlag (Urtikaria), Blasen oder Schuppenbildung (bullose Exantheme), groBflachige Hauteinblutungen (Purpura), vermehrtes Schwitzen, bestimmte schwerwiegende Hauterkrankung mit Blasenbildung (toxische epidermale Nekrolyse)

Selten: Entzundungen der BlutgefaBe (Vaskulitis), Haarausfall

In Einzelfallen konnen ein kutaner Lupus erythematodes, kutane Lupus-erythematodes-artige Reaktionen oder die Reaktivierung eines Lupus-erythematodes (bestimmte Autoimmunerkrankung mit Hautbeteiligung) auftreten.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Schmerzen in den GliedmaBen, Gelenkschmerzen, Ruckenschmerzen, Schmerzen in Nacken und/oder Schultern, Muskelverspannungen, Muskelkrampfe (z. B. Wadenkrampfe),

Muskelschwache

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Vermehrte Harnausscheidung (Polyurie), haufiges Wasserlassen bei geringen Urinmengen (Pollakisurie), erschwertes Wasserlassen (Dysurie), nachtliches Wasserlassen (Nykturie), Harninkontinenz, Blasenkrampf (Blasenspasmus), Nierenfunktionsstorungen bis zum Nierenversagen, Ausscheidung von Zucker im Urin (Glukosurie)

Unter Amiloretik kann es vorubergehend zu einem Anstieg von Stoffen, die uber die Niere ausgeschieden werden (Kreatinin, Harnstoff), im Blut kommen.

Selten: Nierenentzundung (akute interstitielle Nephritis)

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdruse Gelegentlich: Potenzstorungen, verminderte Libido

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort Selten: fieberhafte Zustande

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgefuhrten Nebenwirkungen Sie erheblich beeintrachtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Welche GegenmaBnahmen sind bei Nebenwirkungen zu ergreifen?

Sollten Sie die oben genannten Nebenwirkungen bei sich beobachten, benachrichtigen Sie Ihren Arzt, damit er uber den Schweregrad und gegebenenfalls erforderliche weitere MaBnahmen entscheiden kann.

Falls eine Nebenwirkung plotzlich auftritt oder sich stark entwickelt, informieren Sie umgehend einen Arzt, da bestimmte Arzneimittelnebenwirkungen (z. B. ein erhohter Kaliumgehalt im Blut [Hyperkaliamie], Blutbildveranderungen wie hamolytische Anamie oder Agranulozytose) unter Umstanden lebensbedrohlich werden konnen. Der Arzt entscheidet, welche MaBnahmen zu ergreifen sind und ob die Behandlung weitergefuhrt wird. Nehmen Sie in solchen Fallen das Arzneimittel nicht ohne arztliche Anweisung weiter.

Bei den ersten Anzeichen einer Uberempfindlichkeitsreaktion darf Amiloretik nicht nochmals eingenommen werden.

5. Wie ist Amiloretik aufzubewahren?

Arzneimittel fur Kinder unzuganglich aufbewahren!

Sie durfen das Arzneimittel nach dem auf der Blisterpackung und dem Umkarton nach „verwendbar bis“ angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Aufbewahrungsbedingungen

Fur dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benotigen. Diese MaBnahme hilft die Umwelt zu schutzen.

6. Weitere Informationen Was Amiloretik enthalt

Die Wirkstoffe sind Amiloridhydrochlorid und Hydrochlorothiazid.

1 Tablette enthalt 5,68 mg Amiloridhydrochlorid 2 H2O, entsprechend 5 mg Amiloridhydrochlorid, und 50 mg Hydrochlorothiazid.

Die sonstigen Bestandteile sind: Carboxymethylstarke-Natrium (Typ A) (Ph.Eur.), mikrokristalline Cellulose, Lactose-Monohydrat, Magnesiumstearat (Ph.Eur.), Maisstarke, hochdisperses Siliciumdioxid.

Wie Amiloretik aussieht und Inhalt der Packung

Amiloretik sind weiBe bis gelbliche, runde, beidseitig gewolbte Tabletten mit einseitiger Kreuzbruchkerbe.

Amiloretik ist in Packungen mit 30, 50 und 100 Tabletten erhaltlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

HEXAL AG IndustriestraBe 25 83607 Holzkirchen Telefon: (08024) 908-0 Telefax: (08024) 908-1290 E-Mail: service@hexal.com

Hersteller

Salutas Pharma GmbH, ein Unternehmen der HEXAL AG Otto-von-Guericke-Allee 1 39179 Barleben

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt uberarbeitet im September 2013.

Amiloretik

Fachinformation Amiloretik

F achinform ation

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Amiloretik, 5 mg/50 mg Tabletten

Wirkstoffe: Amiloridhydrochlorid/Hydrochlorothiazid

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 Tablette enthalt 5,68 mg Amiloridhydrochlorid 2 H2O (entsprechend 5 mg Amiloridhydrochlorid) und 50 mg Hydrochlorothiazid.

Sonstiger Bestandteil: 71,33 mg Lactose-Monohydrat pro Tablette

Die vollstandige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Tablette

WeiBe bis gelbliche, runde, beidseitig gewolbte Tabletten mit einseitiger Kreuzbruchkerbe

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1    Anwendungsgebiete

Kardiale und hepatische Odeme

Das Kombinationspraparat Amiloretik wird nur bei Patienten empfohlen, bei denen eine Verminderung von Kaliumverlusten angezeigt ist.

4.2    Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Die Dosierung sollte individuell - vor allem nach dem Behandlungserfolg - festgelegt werden.

Es gelten folgende Richtdosen:

Erwachsene

Kardiale und hepatische Odeme

Zu Behandlungsbeginn 1-mal taglich *A-1 Tablette Amiloretik (entsprechend 2,5 mg Amiloridhydrochlorid und 25 mg Hydrochlorothiazid bis 5 mg Amiloridhydrochlorid und 50 mg Hydrochlorothiazid pro Tag).

Falls erforderlich, kann die Dosis auf maximal 2 Tabletten Amiloretik taglich (entsprechend 10 mg Amiloridhydrochlorid und 100 mg Hydrochlorothiazid) erhoht werden.

Leber- und Nierenfunktionsstorungen

Bei Leber- und Nierenfunktionsstorungen sollte Amiloretik der Einschrankung entsprechend dosiert werden.

Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz

Bei schwer kardial dekompensierten Patienten (Patienten mit ausgepragter Wassereinlagerung infolge Herzmuskelschwache) kann die Resorption von Amiloretik deutlich eingeschrankt sein.

Kinder und Jugendliche

Amiloretik wird fur die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen nicht empfohlen, da keine ausreichenden Daten zur Wirksamkeit und Unbedenklichkeit vorliegen.

Art der Anwendung

Die Tabletten sind unzerkaut mit ausreichend Flussigkeit nach den Mahlzeiten einzunehmen. Die Einnahme erfolgt bei Einmalgabe morgens. Bei hoheren Dosierungen kann die Einnahme auch in Einzeldosen uber den Tag verteilt werden.

Dauer der Anwendung

Die Dauer der Anwendung ist zeitlich nicht begrenzt. Sie richtet sich nach Art und Schwere der Erkrankung und sollte auf einen moglichst kurzen Zeitraum begrenzt werden.

Nach Langzeitbehandlung sollte Amiloretik ausschleichend abgesetzt werden.

4.3    Gegenanzeigen

Amiloretik darf nicht angewendet werden bei

•    Uberempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe Amiloridhydrochlorid und Hydrochlorothiazid, andere Thiazide, gegen Sulfonamide (Kreuzreaktion) oder einen der sonstigen Bestandteile von Amiloretik

•    schweren Nierenfunktionsstorungen (akutes Nierenversagen oder Niereninsuffizienz mit Oligurie oder Anurie; Kreatinin-Clearance kleiner als 30 ml/min und/oder Serumkreatinin uber 1,8 mg/dl)

•    akuter Glomerulonephritis

•    diabetischer Nephropathie

•    Coma und Praecoma hepaticum

•    Hyperkaliamie

•    Hypokaliamie

•    Hypovolamie oder Dehydratation

•    Hyperkalzamie

•    Hyponatriamie

•    Gicht.

•    Schwangerschaft und Stillzeit

4.4    Besondere Warnhinweise und VorsichtsmaBnahmen fur die Anwendung

Eine besonders sorgfaltige arztliche Uberwachung ist erforderlich bei

•    Hypotonie

•    zerebrovaskularen Durchblutungsstorungen

•    koronarer Herzkrankheit

•    Patienten mit manifestem oder latentem Diabetes mellitus (regelmaBige Kontrolle des Blutzuckers ist erforderlich)

•    Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance 30-60 ml/min und/oder Serumkreatinin uber 1,8 mg/dl)

•    Patienten mit eingeschrankter Leberfunktion

•    Pradisposition fur eine respiratorische oder metabolische Azidose.

Bei einer schweren Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min und/oder Serumkreatinin uber 1,8 mg/dl) ist Amiloretik nicht nur unwirksam, sondern sogar schadlich, da die glomerulare Filtrationsrate weiter gesenkt wird.

Bei der gleichzeitigen Behandlung von Amiloretik mit anderen kaliumsparenden Diuretika (z. B. Spironolacton, Triamteren), kaliumhaltigen Praparaten oder ACE-Hemmern besteht eine erhohte Gefahr fur das Auftreten einer Hyperkaliamie. Die Kombination der vorgenannten Arzneimittel mit Amiloretik wird daher nicht empfohlen.

Bei eingeschrankter Nierenfunktion mit Serumkreatininwerten zwischen 1,2 und 1,8 mg/dl und einer Kreatinin-Clearance zwischen 60 ml/min und 30 ml/min sowie bei gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, die zu einem Anstieg des Serumkaliumspiegels fuhren konnen, sollte die Behandlung mit Amiloretik nur unter haufiger Kontrolle des Serumkaliumspiegels erfolgen.

Bei Patienten mit manifestem oder latentem Diabetes mellitus sollten regelmabige Kontrollen des Blutzuckers erfolgen.

Bei chronischem Diuretika-Abusus kann ein Pseudo-Bartter-Syndrom mit der Folge von Odemen auftreten. Die Odeme sind Ausdruck eines Anstiegs des Renins mit der Folge eines sekundaren Hyperaldosteronismus.

Bei schwer kardial dekompensierten Patienten kann die Resorption von Amiloretik deutlich eingeschrankt sein (siehe Abschnitt 4.2).

Bei Leber- und Nierenfunktionsstorungen sollte Amiloretik der Einschrankung entsprechend dosiert werden (siehe Abschnitt 4.2).

Wahrend der Behandlung mit Amiloretik sollten die Patienten auf eine ausreichende Flussigkeitsaufnahme achten.

Wahrend der Therapie mit Amiloretik sollten in regelmabigen Abstanden die Serumelektrolyte (insbesondere Kalium, Natrium, Kalzium, Magnesium), die harnpflichtigen Substanzen (Serumkreatinin und Harnstoff), die Serumlipide (Cholesterin und Triglyceride) sowie der Blutzucker, gegebenenfalls auch die Serumharnsaure und die Transaminasen kontrolliert werden.

Vor Therapiebeginn und in regelmabigen Abstanden sollten auberdem die Thrombozyten sowie das Blutbild und Differentialblutbild bestimmt werden.

Amiloretik muss vor einer Prufung der Nebenschilddrusenfunktion und mindestens 3 Tage vor Durchfuhrung eines Glucosetoleranztests abgesetzt werden.

Der durch verstarkte Urinausscheidung hervorgerufene Gewichtsverlust sollte unabhangig vom Ausmab der Urinausscheidung 1 kg/Tag nicht uberschreiten.

Hinweise

Die Therapie sollte abgebrochen werden, sobald eine der oben genannten Gegenanzeigen bzw. eine der folgenden Nebenwirkungen auftritt:

-    Uberempfindlichkeitsreaktionen

-    therapieresistente Stoffwechselentgleisung

-    ausgepragte orthostatische Regulationsstorungen

-    ausgepragte gastrointestinale Beschwerden

-    ausgepragte zentralnervose Storungen

-    Pankreatitis

-    akute Cholezystitis

-    Blutbildveranderungen (Anamie, Leukopenie, Thrombozytopenie)

-    Auftreten einer Vaskulitis

-    Verschlimmerung einer bestehenden Kurzsichtigkeit Schwangerschaft

Bei Patientinnen mit Schwangerschaftswunsch sollte eine Umstellung auf eine alternative blutdrucksenkende Behandlung mit geeignetem Sicherheitsprofil fur Schwangere erfolgen. Wird eine Schwangerschaft festgestellt, ist die Behandlung mit Hydrochlorothiazid unverzuglich zu beenden und, wenn erforderlich, eine alternative Therapie zu beginnen (siehe Abschnitt 4.3 und 4.6).

Uber die Sicherheit der Anwendung von Amiloretik bei Kindem liegen keine ausreichenden Erfahrungen vor.

Sie sind daher von der Behandlung mit Amiloretik auszuschlieben.

Die Anwendung von Amiloretik kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen fuhren. Eine missbrauchliche Anwendung des Arzneimittels Amiloretik zu Dopingzwecken kann die Gesundheit gefahrden.

Patienten mit der seltenen hereditaren Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Amiloretik nicht einnehmen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Folgende Wechselwirkungen zwischen dem vorliegenden und anderen Arzneimitteln sind zu beachten:

Die blutdrucksenkende Wirkung von Amiloretik kann durch andere Diuretika, blutdrucksenkende Arzneimittel (z. B. Beta-Rezeptorenblocker), Nitrate, Barbiturate, Phenothiazine, trizyklische Antidepressiva, Vasodilatatoren sowie durch Alkohol verstarkt werden.

Unter der Behandlung mit Amiloretik besteht bei zusatzlicher Einnahme von ACE-Hemmern (z. B. Captopril, Enalapril) zu Behandlungsbeginn das Risiko eines massiven Blutdruckabfalls bis zum Schock sowie das Risiko einer Verschlechterung der Nierenfunktion, die selten zu einem akuten Nierenversagen fuhren kann. Eine Diuretika-Behandlung sollte daher 2-3 Tage vor Beginn einer Therapie mit einem ACE-Hemmer abgesetzt werden, um die Moglichkeit einer Hypotonie zu Therapiebeginn zu vermindern.

Nichtsteroidale Antiphlogistika (z. B. Indometacin, Acetylsalicylsaure), Salicylate sowie Phenytoin konnen die antihypertensive und diuretische Wirkung von Amiloretik vermindern.

Bei der gleichzeitigen Therapie mit hochdosierten Salicylaten kann die toxische Wirkung der Salicylate auf das zentrale Nervensystem durch Amiloretik verstarkt werden.

Bei Patienten, die unter der Therapie mit Amiloretik eine Hypovolamie oder eine Dehydratation entwickeln, kann die gleichzeitige Gabe von nichtsteroidalen Antiphlogistika ein akutes Nierenversagen auslosen.

Die gleichzeitige Anwendung von Amiloretik und nichtsteroidalen Antiphlogistika (z. B. Acetylsalicylsaure, Indometacin), ACE-Hemmern (z. B. Captopril, Enalapril), Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten, Ciclosporin, Tacrolimus, anderen kaliumsparenden Arzneimitteln (z. B. Triamteren, Spironolacton) oder Kaliumsalzen und kaliumreichen Nahrungsmitteln kann zu einer schweren Hyperkaliamie fuhren und ist daher zu vermeiden.

Die Wirkung von Insulin oder oralen Antidiabetika, harnsauresenkenden Arzneimitteln sowie pressorischen Aminen (z. B. Epinephrin, Norepinephrin) kann bei gleichzeitiger Anwendung von Amiloretik abgeschwacht sein.

Es besteht ein erhohtes Risiko fur das Auftreten einer Hyperglykamie bei gleichzeitiger Gabe von Amiloretik und Beta-Rezeptorenblockern.

Bei gleichzeitiger Behandlung mit herzwirksamen Glykosiden ist zu beachten, dass bei einer sich unter der Behandlung mit Amiloretik entwickelnden Hypokaliamie und/oder Hypomagnesiamie die Empfindlichkeit des Myokards gegenuber herzwirksamen Glykosiden erhoht ist. Dadurch konnen Wirkungen und Nebenwirkungen der herzwirksamen Glykoside entsprechend verstarkt werden. Durch den Wirkstoff Amiloridhydrochlorid kann die Wirkung von herzwirksamen Glykosiden jedoch auch herabgesetzt werden.

Es besteht ein erhohtes Risiko von Herzrhythmusstorungen (Kammerarrhythmien inklusive Torsades de pointes) bei gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, die ein Syndrom des verlangerten QT-Intervalles verursachen konnen (z. B. Terfenadin, einige Antiarrhythmika der Klassen I und III) beim Vorliegen von Elektrolytstorungen.

Die gleichzeitige Anwendung von Amiloretik und kaliuretischen Diuretika (z. B. Furosemid), Glukokortikoiden, ACTH, Carbenoxolon, Amphotericin B, Penicillin G, Salicylaten oder Laxanzien kann zu verstarkten Kaliumverlusten fuhren.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Zytostatika (z. B. Cyclophosphamid, Fluorouracil, Methotrexat) ist mit einer verstarkten Knochenmarkstoxizitat (insbesondere Granulozytopenie) zu rechnen.

Die gleichzeitige Gabe von Amiloretik und Lithium fuhrt uber eine verminderte Lithiumausscheidung zu einer Verstarkung der kardio- und neurotoxischen Wirkung des Lithiums. Daher wird empfohlen, bei Patienten, die gleichzeitig mit Lithiumsalzen behandelt werden, den Lithiumspiegel sorgfaltig zu uberwachen.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Amiloretik und anderen Diuretika kann es zu verstarkter Diurese und verstarktem Blutdruckabfall kommen.

Die Wirkung von Muskelrelaxanzien vom Curare-Typ kann durch Amiloretik verstarkt oder verlangert werden. Fur den Fall, dass Amiloretik vor der Anwendung peripherer curareartiger Muskelrelaxanzien nicht abgesetzt werden kann, muss der Narkosearzt uber die Behandlung mit Amiloretik informiert werden.

Die gleichzeitige Anwendung von Colestyramin oder Colestipol vermindert die Resorption des Hydrochlorothiazid-Anteils von Amiloretik.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Methyldopa sind in Einzelfallen Hamolysen durch die Bildung von Antikorpern gegen den Hydrochlorothiazid-Anteil von Amiloretik beschrieben worden.

Die gleichzeitige Gabe von Amiloretik und Chinidin kann zu einer Verminderung der Chinidin-Ausscheidung fuhren.

4.6 Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Amiloridhydrochlorid

Erfahrungen uber die Sicherheit einer Anwendung von Amiloridhydrochlorid in der Schwangerschaft liegen nicht vor. Eine Anwendung wahrend der Schwangerschaft ist kontraindiziert.

Hydrochlorothiazid

Die Anwendung von Hydrochlorothiazid in der Schwangerschaft ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3 und 4.4).

Es liegen nur begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Hydrochlorothiazid in der Schwangerschaft vor, insbesondere wahrend des ersten Trimesters. Ergebnisse aus Tierstudien sind unzureichend.

Hydrochlorothiazid ist plazentagangig. Aufgrund des pharmakologischen Wirkmechanismus von Hydrochlorothiazid kann es bei Anwendung wahrend des zweiten und dritten Trimesters zu einer Storung der feto-plazentaren Perfusion und zu fetalen und neonatalen Auswirkungen wie Ikterus, Storung des Elektrolythaushalts und Thrombozytopenien kommen.

Aufgrund des Risikos eines verringerten Plasmavolumens und einer plazentaren Hypoperfusion, ohne den Krankheitsverlauf gunstig zu beeinflussen, sollte Hydrochlorothiazid bei Schwangerschaftsodemen, Schwangerschaftshypertonie oder einer Praeklampsie nicht zur Anwendung kommen.

Stillzeit

Amiloretik darf in der Stillzeit nicht angewendet werden, da fur Amiloridhydrochlorid keine Untersuchungen zur Milchgangigkeit vorliegen und Hydrochlorothiazid die Milchproduktion hemmen kann.

4.7    Auswirkungen auf die Verkehrstuchtigkeit und die Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen

Die Behandlung mit diesem Arzneimittel bedarf der regelmabigen arztlichen Kontrolle. Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemabem Gebrauch das Reaktionsvermogen so weit verandern, dass die Fahigkeit zur aktiven Teilnahme am Strabenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeintrachtigt wird. Dies gilt in verstarktem Mabe bei Behandlungsbeginn, Dosiserhohung und Praparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol.

4.8    Nebenwirkungen

Bei den Haufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr haufig (> 1/10)

Haufig (> 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich (> 1/1.000 bis < 1/100)

Selten (> 1/10.000 bis < 1/1.000)

Sehr selten (< 1/10.000)

Nicht bekannt (Haufigkeit auf Grundlage der verfugbaren Daten nicht abschatzbar)

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems Gelegentlich: Thrombozytopenie

Selten: Leukopenie, Neutropenie, hamolytische Anamie, aplastische Anamie, Agranulozytose

Hinweise auf eine Agranulozytose konnen Fieber mit Schuttelfrost, Schleimhautveranderungen und Halsschmerzen sein. Infolge der Bildung von Antikorpern gegen Hydrochlorothiazid bei gleichzeitiger Einnahme von Methyldopa wurde eine immunhamolytische Anamie beobachtet.

Vor Therapiebeginn und in regelmabigen Abstanden sollten die Thrombozyten sowie das Blutbild und Differentialblutbild bestimmt werden.

Erkrankungen des Immunsystems

Gelegentlich: allergische Reaktionen; diese konnen als Haut- und Schleimhautreaktionen (siehe Nebenwirkungen bei „Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes“) auftreten, selten als akute interstitielle Nephritis, cholestatischer Ikterus, Vaskulitis, Blutbildveranderungen (siehe Nebenwirkungen bei „Erkrankungen des Blutes und Lymphsystems“) oder Arzneimittelfieber Selten: anaphylaktische oder anaphylaktoide Reaktionen (z. B. mit Schock)

Erste Anzeichen fur einen Schock sind u. a. Hautreaktionen wie Flush oder Urtikaria, Unruhe, Kopfschmerz, Schweibausbruch, Ubelkeit, Zyanose, allergische Reaktionen.

Stoffwechsel- und Ernahrungsstorungen

Bei der Therapie mit Amiloretik kann es - insbesondere bei eingeschrankter Nierenfunktion - als Folge der vermehrten Flussigkeits- und Elektrolytausscheidung zu Storungen im Flussigkeits- und Elektrolythaushalt kommen, insbesondere zur Hyperkaliamie und Hyponatriamie, ferner zur Hypochloramie, Hyperkalzamie und Hypomagnesiamie sowie in seltenen Fallen zu einer Hypokaliamie.

Daher sind regelmabige Kontrollen der Serumelektrolyte (insbesondere Kalium, Natrium, Kalzium, Magnesium) angezeigt.

Bei Behandlungsbeginn und langerer Anwendung von Amiloretik muss insbesondere der Serumkaliumspiegel regelmabig kontrolliert werden, um das Auftreten zu niedriger oder zu stark erhohter Kaliumspiegel im Blut zu verhindern.

Als Folge der Elektrolytstorungen im Blut kann es zu Mudigkeit, Benommenheit, Muskelschwache, Blutdruckabfall und Herzrhythmusstorungen kommen.

Unter der Gabe von Amiloretik tritt - insbesondere bei Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion - haufig eine schwere Hyperkaliamie auf. Bei Mudigkeit, Schwachegefuhl, Muskelschwache (z. B. in den Beinen), Parasthesien und Muskellahmungserscheinungen (schlaffe Paralysen) sowie bei Bradykardie oder anderen Herzrhythmusstorungen muss besonders an die Moglichkeit einer Hyperkaliamie gedacht werden. Nach Einnahme von hohen Dosen wurden Lethargie und Verwirrtheitszustande beobachtet. Die zusatzliche Gabe von Kalium, anderen kaliumsparenden Diuretika oder eine kaliumreiche Diat sind daher zu vermeiden.

Bei hoher Dosierung kann es infolge ubermaBiger Diurese zu Flussigkeits- und Natriumverlusten (Hypovolamie und Hyponatriamie) kommen. Dies kann sich in Appetitlosigkeit, Mundtrockenheit und Durst, Erbrechen, Kopfschmerzen bzw. Kopfdruck, Schwache- und Schwindelgefuhl, Schlafrigkeit, Sehstorungen, Apathie, Verwirrtheitszustanden, Muskelschmerzen oder Muskelkrampfen (z. B. Wadenkrampfe), Herzklopfen, Hypotonie, orthostatischen Regulationsstorungen und Synkopen auBern. Daher ist es wichtig, unerwunschte Flussigkeitsverluste (z. B. bei Erbrechen, Durchfall, starkem Schwitzen) auszugleichen.

Bei exzessiver Diurese kann es infolge Dehydratation und Hypovolamie zur Hamokonzentration und in seltenen Fallen zu Konvulsionen, Verwirrtheitszustanden, Bewusstseinsstorungen bis zum Koma, Kreislaufkollaps und zu einem akuten Nierenversagen kommen. Als Folge der Hamokonzentration kann es -insbesondere bei Vorliegen von Venenerkrankungen oder bei alteren Patienten - zu Thrombosen und Embolien kommen.

Insbesondere bei gleichzeitig verminderter Kaliumzufuhr und/oder erhohten extrarenalen Kaliumverlusten (z. B. bei Erbrechen oder chronischem Durchfall) kann als Folge erhohter renaler Kaliumverluste eine Hypokaliamie auftreten, die sich in folgenden Symptomen auBern kann:

•    neurologische Symptomatik: Mudigkeit, Schlafrigkeit

•    neuromuskulare Symptomatik: Muskelschwache, Parasthesien, Paresen

•    intestinale Symptomatik: Erbrechen, Adynamie der glatten Muskulatur mit Obstipation, Meteorismus

•    renale Symptomatik: Polyurie, Polydipsie

•    kardiale Symptomatik: Herzrhythmusstorungen, Reizbildungs- und Reizleitungsstorungen am Herzen

Schwere Kaliumverluste konnen zu einem Ileus bis hin zum paralytischen Ileus und zu Bewusstseinsstorungen bis zum Koma fuhren.

Unter Amiloretik wurde bei erhohten renalen Magnesiumverlusten als Folge einer Hypomagnesiamie in seltenen Fallen eine Tetanie oder das Auftreten von Herzrhythmusstorungen beobachtet.

Storungen im Saure-Basen-Haushalt sind moglich. Durch den Amiloridhydrochlorid-Anteil von Amiloretik kann sich eine metabolische Azidose ausbilden.

Gelegentlich kann es zu einem reversiblen Anstieg der harnpflichtigen Substanzen (Kreatinin, Harnstoff) kommen.

Durch den Anteil an Hydrochlorothiazid kann es zur Hyperamylasamie kommen.

Haufig kommt es unter der Behandlung mit Amiloretik zu einer Hyperurikamie. Dies kann bei pradisponierten Patienten zu Gichtanfallen fuhren.

Haufig treten unter Amiloretik eine Hyperglykamie und Glukosurie bei Stoffwechselgesunden und bei Patienten mit latentem oder manifestem Diabetes mellitus bzw. bei Patienten mit Kaliummangel auf. Dies kann bei Patienten mit manifestem Diabetes mellitus zu einer Verschlechterung der Stoffwechsellage fuhren. Ein latenter Diabetes mellitus kann in Erscheinung treten.

Haufig kommt es unter Amiloretik zu einer Erhohung der Serumlipide (Cholesterin, Triglyceride).

Daher sollten wahrend der Therapie mit Amiloretik neben den Serumelektrolyten auch die Konzentrationen der harnpflichtigen Substanzen (Serumkreatinin, Harnstoff), die Serumlipide (Cholesterin und Triglyceride) sowie der Blutzucker und die Harnsaure regelmaBig kontrolliert werden.

Psychiatrische Erkrankungen

Selten: Depressionen, Schlaflosigkeit, Verwirrtheitszustande, Schlafrigkeit, Apathie, Nervositat, Unruhe Erkrankungen des Nervensystems

Gelegentlich: Kopfschmerzen, Mudigkeit, Ataxie, Schwache, Schwindel, Geschmacksstorungen

Selten: Parasthesien, Paresen, schlaffe Paralysen, Tremor, Stupor, Enzephalopathie, Bewusstseinsstorungen,

Benommenheit, Koma

Augenerkrankungen

Selten: Sehstorungen (z. B. verschwommenes Sehen, Xanthopsie), Einschrankung der Bildung von Tranenflussigkeit (Vorsicht beim Tragen von Kontaktlinsen). Eine bestehende Kurzsichtigkeit kann sich verschlimmern.

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths Selten: Gleichgewichtsstorungen, Tinnitus

Herz- und GefaBerkrankungen Gelegentlich: Palpitationen (Herzklopfen)

Selten: pektanginose Beschwerden, Tachykardie

EKG-Veranderungen (Bradykardie oder andere Herzrhythmusstorungen) und eine gesteigerte Glykosidempfindlichkeit konnen auftreten.

Infolge ubermaBiger Diurese kann es aufgrund einer Hypovolamie zu orthostatischen Regulationsstorungen oder zu Blutdruckabfall bis zum Kreislaufkollaps (Synkopen) kommen. Bei exzessiver Diurese kann es infolge Dehydratation und Hypovolamie zur Hamokonzentration kommen. Als Folge der Hamokonzentration kann - insbesondere bei alteren Patienten - eine erhohte Neigung zu Thrombosen und Embolien auftreten.

Ein Patient mit partiellem Herzblock entwickelte einen kompletten Block.

Eine nekrotisierende Angiitis (Vaskulitis, kutane Vaskulitis) kann auftreten.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums Selten: Dyspnoe, Atembeschwerden, verstopfte Nase, Husten

Unter Hydrochlorothiazid wurde in seltenen Fallen das Auftreten einer akuten interstitiellen Pneumonie berichtet.

In Einzelfallen wurde ein plotzlich auftretendes Lungenodem mit Schocksymptomatik beschrieben. Eine allergische Reaktion gegenuber Hydrochlorothiazid wird angenommen.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Gelegentlich: Mundtrockenheit, Appetitlosigkeit, Schluckauf, Magen-Darm-Beschwerden (z. B. Ubelkeit, Erbrechen, Durchfall, Obstipation, Schmerzen und Krampfe im Bauchraum)

Femer konnen Irritationen der Magenschleimhaut, Vollegefuhl, Adynamie der glatten Muskulatur, Flatulenz, Meteorismus, Anorexie, Subileus oder paralytischer Ileus, Verdauungsstorungen und Magen-Darm-Blutungen auftreten.

Unter Amiloridhydrochlorid wurde die Aktivierung eines wahrscheinlich vorbestehenden peptischen Ulkus berichtet.

Selten: Hyperamylasamie und akute hamorrhagische Pankreatitis Leber- und Gallenerkrankungen

Selten: Gelbsucht (intrahepatischer cholestatischer Ikterus), Leberfunktionsstorungen (Anstieg von GOT, GPT). Bei vorbestehender Cholelithiasis kann eine akute Cholezystitis auftreten.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich: allergische Haut- und Schleimhautreaktionen (z. B. Erythem,

Lichtuberempfindlichkeitsreaktionen, Juckreiz, Hautausschlag, Urtikaria), bullose Exantheme, Purpura, vermehrtes Schwitzen, toxische epidermale Nekrolyse Selten: Vaskulitis, Alopezie

In Einzelfallen konnen ein kutaner Lupus erythematodes, kutane Lupus-erythematodes-artige Reaktionen oder die Reaktivierung eines kutanen Lupus erythematodes auftreten.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Schmerzen in den Extremitaten, Gelenkschmerzen, Ruckenschmerzen, Schmerzen in Nacken und/oder Schultern, Muskelverspannungen, Muskelkrampfe (z. B. Wadenkrampfe), Muskelschwache

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Miktionsstorungen (z. B. Dysurie, Nykturie, Polyurie, Pollakisurie), Inkontinenz, Blasenspasmus, Nierenfunktionsstorungen bis zum Nierenversagen, Glukosurie.

Unter Amiloretik kann es vorubergehend zu einem Anstieg der Serumkonzentrationen von Kreatinin und Harnstoff kommen.

Selten: akute interstitielle Nephritis

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdruse Gelegentlich: Potenzstorungen, verminderte Libido

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort Selten: fieberhafte Zustande

4.9 Uberdosierung

Symptome einer Uberdosierung

Das klinische Bild bei akuter oder chronischer Uberdosierung ist vom AusmaB des Wasser- und Elektrolytverlustes (Hypo- oder Hyperkaliamie, Hyponatriamie, Hypochloramie) abhangig.

Eine Uberdosierung kann bei ausgepragten Flussigkeits- und Natriumverlusten zu Durst, Schwache- und Schwindelgefuhl, Muskelschmerzen und Muskelkrampfen (z. B. Wadenkrampfe), Kopfschmerzen, Tachykardie, Hypotonie und orthostatischen Regulationsstorungen fuhren. Infolge Hypovolamie und Dehydratation konnen Hamokonzentrationen mit Thromboseneigung, Konvulsionen, Somnolenz, Verwirrtheitszustande, Kreislaufkollaps, Bewusstseinsstorungen bis zum Koma oder ein akutes Nierenversagen auftreten. Bei raschen Wasser- und Elektrolytverlusten konnen delirante Zustandsbilder auftreten.

Selten tritt ein anaphylaktischer Schock (Symptome: u. a. SchweiBausbruch, Ubelkeit, Zyanose, starker Blutdruckabfall, Bewusstseinsstorungen bis hin zum Koma) ein.

Eine Hyperkaliamie kann zu Herzrhythmusstorungen (z. B. AV-Block, Vorhofflimmern, Kammerflimmern), Herzstillstand, EKG-Veranderungen (hohe zeltformige T-Zacken und zunehmende Verbreiterung des QRS-Komplexes), Blutdruckabfall mit peripherem Kreislaufkollaps und neurologischen Symptomen (schlaffe Lahmungen, Apathie, Verwirrtheitszustande)fuhren.

Eine Hyperkaliamie kann klinisch durch Allgemeinsymptome (Mudigkeit, allgemeines Schwache- und Unlustgefuhl), kardiovaskulare (Herzrhythmusstorungen, Blutdruckabfall) und neurologische Symptome (Parasthesien, schlaffe Paralysen, Apathie, Verwirrtheitszustande) in Erscheinung treten.

Infolge einer Hypokaliamie kann es zu Mudigkeit, Muskelschwache, Parasthesien, Paresen, Apathie, Meteorismus, Obstipation und zu Herzrhythmusstorungen kommen. Schwere Kaliumverluste konnen zu einem paralytischen Ileus und zu Bewusstseinsstorungen fuhren. Bei gleichzeitiger Digitalisgabe konnen Arrhythmien durch eine eventuelle Hypokaliamie verstarkt werden.

Durch den Amiloridhydrochlorid-Anteil von Amiloretik kann sich eine metabolische Azidose ausbilden. TherapiemaBnahmen bei Uberdosierung

Bei Uberdosierung oder Anzeichen einer Hypovolamie (Hypotonie, orthostatische Regulationsstorungen) muss die Behandlung mit Amiloretik umgehend abgesetzt werden.

Bei nur kurze Zeit zuruckliegender Einnahme kann durch MaBnahmen der primaren Giftelimination (induziertes Erbrechen, Magenspulung) oder resorptionsmindernde MaBnahmen (medizinische Kohle) versucht werden, die systemische Aufnahme von Amiloretik zu vermindern.

In schweren Fallen mussen unter intensivmedizinischen Bedingungen die vitalen Parameter uberwacht sowie wiederholt Kontrollen des Wasser- und Elektrolyt-Haushalts und des Saure-Basen-Haushalts durchgefuhrt und Abweichungen gegebenenfalls korrigiert werden. Gegebenenfalls sind auch Kontrollen des Blutzuckers sowie der harnpflichtigen Substanzen angezeigt.

Spezifische Antidots gegen Amiloridhydrochlorid und Hydrochlorothiazid sind nicht bekannt.

Therapeutische MaBnahmen

-    bei Hypovolamie und Hyponatriamie: Natrium- und Volumensubstitution

-    bei Kreislaufkollaps: Schocklagerung, falls notig Schocktherapie

-    bei Hypokaliamie: Kaliumsubstitution bzw. bei gleichzeitiger metabolischer Azidose Substitution mit Kaliumhydrogencarbonat

-    bei Hyperkaliamie: weitere Kaliumzufuhr unterbinden

Bedrohliche Hyperkaliamien mussen unverzuglich einer Intensivbehandlung zugefuhrt werden: Normalisierung des Verhaltnisses zwischen intra- und extrazellularer Kaliumkonzentration. Natriumhydrogencarbonat erhoht uber einen direkten Mechanismus die Kaliumaufnahme der Zelle: Infusion von 50-100 ml einer 1 molaren (8,4%igen) Natriumhydrogencarbonatlosung i.v. (Wirkungseintritt: nach wenigen Minuten; Wirkungsdauer: mehrere Stunden).

Der Kaliumeinstrom in die Zelle wird besonders durch Glucose gefordert: z. B. 200 ml einer 25 %igen (1,4 mol/l) Glucoselosung und 25 I.E. Altinsulin (1 I.E. Altinsulin pro 2 g Glucose) i.v. innerhalb von 30-60 Minuten infundieren (Wirkungsdauer: mehrere Stunden).

Elimination eines gegebenenfalls vorhandenen Kaliumuberschusses:

Nach den oben erwahnten NotfallmaBnahmen sollte uberschussiges Kalium durch langerfristig wirkende MaBnahmen aus dem Korper eliminiert werden. Lasst sich die renale Ausscheidung nicht steigern (z. B. durch Injektion von Furosemid), sind extrarenale Eliminationswege zu wahlen. Hier ist die orale Gabe von Kationen-Austauschharzen (z. B. Resonium A oder Kalzium-Resonium) zu empfehlen:

1 g der Harze bindet ca. 1 mmol Kalium im Darmlumen. Das gebundene Kalium wird mit den Fazes ausgeschieden.

Lasst sich mit den o. g. MaBnahmen keine Normalisierung der extrazellularen Kaliumkonzentration erreichen, ist eine Peritoneal- oder Hamodialyse unumganglich.

- bei Azidose: Hydrogencarbonatlosung-Infusion

Bei therapierefraktarer Bradykardie sollte eine temporare Schrittmachertherapie durchgefuhrt werden.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Diuretika und kaliumsparende Mittel in Kombination ATC-Code: C03E A41

Amiloridhydrochlorid

Das schwach diuretisch wirkende, kaliumsparende Diuretikum Amiloridhydrochlorid reduziert am distalen Teil des Nephrons den Austausch von Natrium gegen Kalium- und Wasserstoff-Ionen, so dass eine verstarkte Natriurese erfolgt; die renale Ausscheidung von Kalium wird verringert.

Es kommt zur Ausscheidung eines alkalischen Hams und zu einer geringgradigen metabolischen Azidose.

Durch vermehrte Wasser- und Natriumelimination wirkt Amiloridhydrochlorid schwach antiodematos.

Die diuretische Wirkung tritt innerhalb von 2 Stunden ein. Das Wirkungsmaximum ist nach ca. 6 Stunden erreicht; die Wirkungsdauer betragt bis zu 24 Stunden.

Hydrochlorothiazid

Hydrochlorothiazid ist ein Benzothiazid. Thiazide wirken direkt an den Nieren, indem sie die Natriumchlorid-und die damit verbundene Wasserausscheidung vermehren. Ihr klinisch relevanter Hauptangriffsort ist der fruhdistale Tubulus. Dort hemmen sie den elektroneutralen Natrium-Chlorid-Cotransport in der luminalen Zellmembran, die Ausscheidung von Natrium und Chlorid ist in etwa gleichen Mengen erhoht.

Die diuretische Wirkung von Hydrochlorothiazid vermindert das Plasmavolumen, erhoht die Plasma-Renin-Aktivitat sowie die Aldosteronsekretion.

Nachfolgend nimmt durch Hydrochlorothiazid die Kaliumausscheidung zu, die im Wesentlichen durch die Kaliumsekretion im distalen Tubulus und im Sammelrohr bestimmt wird (vermehrter Austausch zwischen Natrium- und Kalium-Ionen), und der Serumkaliumspiegel sinkt.

AuBerdem kann durch hohe Hydrochlorothiazid-Dosen Hydrogencarbonat infolge einer Hemmung der Carboanhydratase vermehrt ausgeschieden werden, wodurch der Ham alkalisiert wird.

Unter Hydrochlorothiazid kann sich eine metabolische Azidose entwickeln. Es wird wie andere organische Sauren aktiv im proximalen Tubulus sezerniert.

Die diuretische Wirkung bleibt bei metabolischer Azidose oder metabolischer Alkalose erhalten.

Wahrend einer Therapie mit Hydrochlorothiazid wird die Kalziumausscheidung uber die Niere reduziert, so dass eine Hyperkalzamie resultieren kann.

Magnesium wird vermehrt ausgeschieden.

Die glomerulare Filtrationsrate wird initial geringgradig vermindert.

Der Mechanismus der antihypertensiven Wirkung von Thiaziden ist noch nicht ganzlich bekannt. Es wird ein veranderter Natriumhaushalt, eine Reduktion des extrazellularen Wasser- und Plasmavolumens, eine Anderung des renalen GefaBwiderstandes sowie eine reduzierte Ansprechbarkeit auf Norepinephrin und Angiotensin II diskutiert.

Bei chronisch niereninsuffizienten Patienten (Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min und/oder Serumkreatinin uber 1,8 mg/dl) ist Hydrochlorothiazid praktisch unwirksam.

Die Elektrolyt- und Wasserausscheidung setzt innerhalb von etwa 1-2 Stunden ein, erreicht ein Wirkungsmaximum nach 3-6 Stunden und halt 6-12 Stunden an, abhangig von der Dosis.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften Amiloridhydrochlorid

Absorption

Amiloridhydrochlorid wird nach oraler Applikation zu etwa 50 % aus dem Gastrointestinaltrakt resorbiert. Die systemische Verfugbarkeit betragt ebenfalls 50 %. Maximale Plasmaspiegel werden nach 3-4 Stunden gemessen.

Verteilung

Die Plasmaproteinbindung von Amiloridhydrochlorid ist gering. Das relative Verteilungsvolumen betragt ca. 5 l/kg.

Metabolismus

Amiloridhydrochlorid wird in der Leber nicht metabolisiert.

Elimination

Die Ausscheidung der unveranderten Substanz erfolgt uber die Nieren. Oral appliziert wird Amiloridhydrochlorid zu etwa gleichen Teilen mit dem Urin und den Fazes ausgeschieden.

Die Eliminationshalbwertszeit fur Amiloridhydrochlorid liegt bei normaler Nierenfunktion zwischen 6 und 9 Stunden. Sie ist bei eingeschrankter Nierenfunktion deutlich verlangert (z. B. bei einer Kreatinin-Clearance von 20 ml/min auf ca. 70 Stunden; siehe auch Abschnitt 4.3).

Hydrochlorothiazid

Absorption

Nach oraler Gabe wird Hydrochlorothiazid zu etwa 80 % aus dem Gastrointestinaltrakt resorbiert. Die systemische Verfugbarkeit liegt bei etwa 70 %. Spitzenplasmakonzentrationen werden in der Regel nach 2-5 Stunden gemessen.

Verteilung

Die Plasmaproteinbindung von Hydrochlorothiazid betragt 64 %; das relative Verteilungsvolumen betragt 0,5

1,1 l/kg.

Metabolismus

Bei gesunden Probanden wird Hydrochlorothiazid uber die Niere zu mehr als 95 % unverandert ausgeschieden. Elimination

Die Eliminationshalbwertszeit betragt bei normaler Nierenfunktion etwa 6-8 Stunden. Sie erhoht sich bei eingeschrankter Nierenfunktion und liegt bei terminal niereninsuffizienten Patienten bei ca. 20 Stunden. Die renale Clearance von Hydrochlorothiazid zeigt dabei eine enge Korrelation zur Kreatinin-Clearance. Bei Patienten mit Restfiltraten (10 ml/min GFR) konnten nur noch 10 % der verabfolgten Dosis im Urin nachgewiesen werden.

Bei Leberzirrhose zeigte sich keine relevante Veranderung der Pharmakokinetik von Hydrochlorothiazid. Untersuchungen der Kinetik bei Patienten mit Herzinsuffizienz liegen nicht vor.

Hydrochlorothiazid passiert die Plazenta, aber nicht die Blut-Hirn-Schranke, und geht in die Muttermilch uber.

5.3 Praklinische Daten zur Sicherheit

Praklinische Daten auf der Basis von konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, chronischen Toxizitat und Kanzerogenitat mit den Einzelsubstanzen Amilorid und Hydrochlorothiazid zeigen keine weiteren Risiken fur die Anwendung am Menschen.

Amilorid wurde nur unzureichend auf mutagene Wirkung untersucht, In-vitro-Tests verliefen negativ.

In-vitro- und In-vivo-Untersuchungen zur Induktion von Gen- und Chromosomenmutationen durch Hydrochlorothiazid verliefen negativ.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1    Liste der sonstigen Bestandteile

Carboxymethylstarke-Natrium (Typ A) (Ph.Eur.) mikrokristalline Cellulose Lactose-Monohydrat Magnesiumstearat (Ph.Eur.)

Maisstarke

hochdisperses Siliciumdioxid

6.2    Inkompatibilitaten

Nicht zutreffend

6.3    Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre und 7 Monate

6.4    Besondere VorsichtsmaBnahmen fur die Aufbewahrung

Fur dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5    Art und Inhalt des Behaltnisses

Packungen mit

30, 50 und 100 Tabletten

6.6    Besondere VorsichtsmaBnahmen fur die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen

7. INHABER DER ZULASSUNG

HEXAL AG IndustriestraBe 25 83607 Holzkirchen Telefon: (08024) 908-0 Telefax: (08024) 908-1290 E-Mail: medwiss@hexal.com

8. ZULASSUN GSNUMMER

6878.00.00

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG /VERLANGERUNG DER ZULASSUNG

19.08.1985 / 09.08.2006

10. STAND DER INFORMATION

September 2013

11. VERKAUF SABGRENZUN G

Verschreibungspflichtig

Amiloretik