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Azuprostat Sandoz 65 Mg Weichkapseln

Document: 03.06.2004   Fachinformation (deutsch) change


Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen Angaben



Fachinformation



1. Bezeichnung des Arzneimittels


Azuprostat Sandoz 65 mg Weichkapseln



Wirkstoff: Phytosterol



2. Verschreibungsstatus/Apothekenpflicht


Apothekenpflichtig



3. Zusammensetzung des Arzneimittels



3.1 Stoff- oder Indikationsgruppe


Urologikum/Prostatamittel pflanzlicher Herkunft



3.2 Arzneilich wirksame/r Bestandteil/e


1 Weichkapsel enthält:

Phytosterol 65 mg



3.3 Sonstige/r Bestandteil/e


Raffiniertes Erdnußöl, Kürbissamenöl, raffiniertes Rapsöl, all-rac--Tocopherol (Vitamin E) als Antioxidans, Gelatine, Glycerol, Hartfett, Polysorbat 80, entölte Phospholipide aus Sojabohnen, Sorbitollö­sung 70 % (nicht kristallisierend), Eisen(III)oxid (E 172), Eisenoxide und -hydroxide (E 172),Titandioxid (E171)

Enthält Erdnußöl.




4. Anwendungsgebiete


Zur symptomatischen Behandlung der benignen Prosta­tahyperplasie.


Hinweis:


Dieses Arzneimittel bessert die Beschwerden bei ei­ner vergrößerten Prostata, ohne die Vergrößerung selbst zu beheben. Der Patient ist daher anzuhalten, in regelmäßigen Abständen den Arzt aufzusuchen. Er sollte insbesondere darauf hingewiesen werden, daß ein Arzt konsultiert werden muß, wenn Blut im Urin ist oder akutes Harnverhalten auftritt.



5. Gegenanzeigen


Azuprostat Sandoz 65 mg darf nicht angewendet wer­den bei Überempfindlichkeit gegen einen der Bestandteile des Arzneimittels, sowie bei nachgewiesener Hypersito­sterolämie.


Patienten mit Unverträglichkeit gegenüber Sorbitol bzw. Fructose (Sorbitolintoleranz bzw. Fructoseinto­leranz), z. B. bei Fructose-1,6-Diphosphatase-Mangel sollten Azuprostat Sandoz 65 mg nicht einnehmen.



6. Nebenwirkungen


In seltenen Fällen können Oberbauchbeschwerden, Bauchschmerzen, Übelkeit und Hautausschlag auftre­ten.



7. Wechselwirkungen mit anderen Mitteln


Keine bekannt.



8. Warnhinweise


Keine.



9. Wichtigste Inkompatibilitäten


Bisher keine bekannt.



10. Dosierung mit Einzel- und Tagesgaben


Zur Langzeitbe­handlung werden in der Regel 2 mal täglich 1 Weichkapsel Azuprostat Sandoz 65 mg, entsprechend 130 mg Phytosterol (ß-Sitos­terin) über den Tag verteilt, eingenommen.


11. Art und Dauer der Anwendung


Die Weichkapseln werden ungeöffnet und stets unzerkaut möglichst zu den Mahlzeiten oder unmittelbar danach (nicht auf nüchternen Magen) mit ausreichend Flüs­sigkeit eingenommen.


Bei einer 2x täglichen Einnahme von Azuprostat Sandoz 65 mg erfolgt diese morgens und abends.


Im Hinblick auf den chronischen Charakter der Er­krankung ist die Therapie mit Azuprostat Sandoz 65 mg als Langzeittherapie vorgesehen.



12. Notfallmaßnahmen, Symptome und Gegenmittel


Entfällt



13. Pharmakologische und toxikologische Eigenschaften, Pharmakokinetik, Bioverfügbarkeit, soweit diese An­ga­ben für die therapeutische Verwendung erforder­lich sind


13.1 Pharmakologische Eigenschaften


Die Wirkungsweise des zur Therapie der benignen Pro­statahyperplasie (BPH) eingesetzten Phytosterols ist noch nicht ausreichend untersucht.


Verschiedene Versuche an Zellkulturen und mit Tieren weisen auf einen Einfluß von Phytosterol auf den Arachidonsäurestoffwechsel hin, und zwar auf die Be­einflussung von Lipoxygenasen und/oder Cyclosoxyge­nasen.


Übereinstimmend hiermit greift Phytosterol beim Men­schen offenbar in den Prostaglandinstoffwechsel der Prostata ein und senkt bei BPH-Patienten die erhöh­ten PGE2-und PGF2-Spiegel in bioptischem Adenomge­webe und die 6-Oxo-PGF1 und PGE2-Werte im Prosta­taexprimat.


Untersuchungen an isolierten menschlichen Prostata­zellen weisen außerdem auf eine Beeinflussung von Wachstumsfaktoren hin.


Es wird angenommen, daß Phytosterol über diese Me­chanismen zu einer Dekongestion und Abschwellung des Gewebes der Prostata führt. Die Symptome der BPH werden positiv beeinflußt, ohne daß dies jedoch zu einer nachweisbaren Verminderung des Prostatavolu­mens führt.




13.2 Toxikologische Eigenschaften


Akute Toxizität:


Die LD50 von ß-Sitosterin bei der Maus mit > 3000 mg/kg KG be­legt, daß die Substanz nahezu untoxisch ist und eine große the­rapeutische Breite aufweist. Bei oraler Gabe von 1000 mg/kg Phytosterol bei Rat­ten, Kaninchen, Affen und beim Hund über 7 Tage tra­ten keine toxischen Effekte auf.


Im Shay Rat-Test, sowie in einer gegen Acetylsa­licylsäure und Indometacin kontrolliert durchgeführ­ten Fasting Rat-Studie wurde für Phytosterol kein Hinweis auf ein ulcerogenes Potential gefunden.


Subakute Toxizität:


Die p.o. Applikation von 100-500 mg/kg KG Phyto­sterol an Ratten, Kaninchen, Hunden und Affen (Papio ursinus) über 6 Wochen, wurde ohne Nebenwirkungen toleriert. Es zeigten sich keine Abweichungen vom histologischen Kontrollbefund.


Chronische Toxizität:


Untersuchungen zur chronischen Toxizität, die bei Ratten über 26 bzw. 52 Wochen mit einer p.o. Dosie­rung von 250 mg/kg KG und bei Affen über 26 Wochen mit p.o. 100 mg/kg KG durchgeführt wurden, ergaben keine Abweichungen gegenüber den Kontrollgruppen.


Mutagenität, Reproduktionstoxizität und Teratogeni­tät:


Untersuchungen liegen nicht vor.



13.3 Pharmakokinetik


Die Pharmakokinetik von Phytosterol wurde bisher noch nicht ausreichend untersucht. Zum Präparat Azuprostat Sandoz 65 mg liegen keine Untersuchungen beim Menschen vor.


Daten zur Pharmakokinetik von Phytosterol stammen aus Studien an Patienten mit Hypersitosterolämie (einer hereditäten Stoffwechselerkrankung) sowie aus Untersuchungen nach Verabreichung von Phytosterol bei Patienten mit erhöhten Cholesterolwerten. Bei der Behandlung der Hypersitosterolämie werden aller­dings sehr viel höhere Wirkstoffmengen gegeben als bei der Therapie der BPH, und auf diese Weise die Resorptionskapazität für Cholesterin und Phytosterol (-Sitosterin) blockiert.


Bei der Verabreichung von Phytosterol zur Behandlung der Hypersitosterolämie beim Menschen konnten Re­sorptionsquoten von 5 – 6 % ermittelt werden.


Bei Tieren lagen die Raten der absoluten Bioverfüg­barkeit unter 10 %, das scheinbare Verteilungsvolu­men entsprach ungefähr dem Gesamtkörpergewicht. Die terminalen Halbwertszeiten betrugen jeweils mehrere Tage.


Aus den o.g. Daten kann gefolgert werden, daß Phyto­sterol nur zu einem geringen Ausmaß resorbiert wird und einer raschen Verteilungs- und langsamen Aus­scheidungskinetik unterliegt. Phytosterol wird in Organgewebe wie der Prostata angereichert.



14. Sonstige Hinweise


Regelmäßige ärztliche Kontroll­untersuchungen sind zu empfeh­len.



15. Dauer der Haltbarkeit


3 Jahre



16. Besondere Lager- und Aufbewahrungshinweise


Nicht über 30°C lagern.



17. Darreichungsformen und Packungsgrößen


OP mit 50 Weichkapseln (N1)

OP mit 100 Weichkapseln (N2)

OP mit 200 Weichkapseln (N3)



18. Stand der Information


Oktober 2003



19. Name oder Firma und Anschrift des pharmazeutischen Unternehmers


Sandoz Pharmaceuticals GmbH

Carl-Zeiss-Ring 3

85737 Ismaning

E-mail: info@sandoz.de


Azuprostat_Sandoz_65mg_FI_neu 10/10 Oktober 2003