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Cefuroxim-Actavis 250 Mg

Document: 10.07.2012   Gebrauchsinformation (deutsch) change

GI-928-04/12

Wortlaut für die Gebrauchsinformation:




Gebrauchsinformation: Information für den Anwender


Cefuroxim-Actavis 250 mg

Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung


Wirkstoff: Cefuroxim-Natrium


Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses Arzneimittels beginnen.




Diese Packungsbeilage beinhaltet:

Was ist Cefuroxim-Actavis und wofür wird es angewendet?

Was müssen Sie vor der Anwendung von Cefuroxim-Actavis beachten?

Wie ist Cefuroxim-Actavis anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Cefuroxim-Actavis aufzubewahren?
6. Weitere Informationen


Was ist Cefuroxim-Actavis und wofür wird es angewendet?

Cefuroxim-Actavis ist ein Cephalosporin-Antibiotikum.

Die Anwendungsgebiete sind akute und chronische bakterielle Infektionen, wenn diese durch Cefuroxim-empfindliche Erreger verursacht sind, wie z.B. Infektionen

- der Atemwege

- der Nieren und der ableitenden Harnwege

- der Geschlechtsorgane, einschließlich Gonorrhöe (Tripper)

- des Hals-Nasen-Ohren-Bereichs

- der Haut und des Weichteilgewebes

- der Knochen und der Gelenke

und bei Sepsis (Blutvergiftung).


Bei Operationen zur Vorbeugung gegen Infektionen (zur perioperativen Prophylaxe) bei erhöhter Gefährdung des Patienten durch Infektionen.



2. Was müssen Sie vor der Anwendung von Cefuroxim-Actavis beachten?


Cefuroxim-Actavis darf nicht angewendet werden Bei Patienten mit erwiesener Überempfindlichkeit gegen Cephalosporine darf Cefuroxim-Actavis nicht angewendet werden.

Bei Penicillin-Überempfindlichkeit kann möglicherweise auch eine Überempfindlichkeit gegen Cefuroxim bestehen.


Cefuroxim-Actavis darf nicht intraarteriell verabreicht werden.


Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Cefuroxim-Actavis ist erforderlich

Mit besonderer Vorsicht sollte Cefuroxim-Actavis bei Personen angewendet werden, die in ihrer Vorgeschichte an ausgeprägten Allergien oder an Asthma litten.


Eingeschränkte Nieren- und Leberfunktion

Für Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (glomeruläre Filtrationsrate unter 30 ml/min) gelten eigene Dosierungsrichtlinien (siehe Abschnitt 3. „Wie ist Cefuroxim-Actavis anzuwenden?“ und unter Abschnitt „Wenn Sie größere Mengen angewendet haben, als Sie sollten“).


Für Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion gelten keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen.


Schwangerschaft und Stillzeit

Bei tierexperimentellen Untersuchungen ergaben sich keine Hinweise auf Missbildungen oder eine fruchtschädigende Wirkung. Dennoch sollte Cefuroxim-Actavis während der Schwangerschaft, insbesondere in den ersten drei Monaten, nur bei zwingender Notwendigkeit angewendet werden.


Cefuroxim-Natrium geht nur in geringen Mengen in die Muttermilch über. Eine Anwendung während der Stillperiode ist möglich, jedoch ist beim gestillten Säugling die Möglichkeit einer Beeinflussung der physiologischen Darmflora mit Durchfall oder Sprosspilzbesiedelung zu beachten.


Säuglinge und Kinder

Für Kinder und Säuglinge gelten eigene Dosierungsrichtlinien (siehe Abschnitt 3. „Wie ist Cefuroxim-Actavis anzuwenden?“). Da für Neugeborene (unter 1 Monat) keine Erfahrungen vorliegen, sollte Cefuroxim-Actavis bei Neugeborenen nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden.

Die Anwendung von Cefuroxim-Actavis mit Lidocainbeimischung zur intramuskulären Injektion ist bei Kindern im 1. Lebensjahr nicht angezeigt.


Ältere Menschen

Für ältere Menschen gelten keine speziellen Vorsichtsmaßnahmen, sofern keine Einschränkung der Nierenfunktion vorliegt.


Bei Patienten mit allergischer Reaktionsbereitschaft (z. B. Heuschnupfen, Asthma bronchiale, Nesselsucht) ist das Risiko für schwerwiegendere Überempfindlichkeitsreaktionen bei Injektions- bzw. Infusionsbehandlung erhöht, weshalb Cefuroxim-Actavis in solchen Fällen mit besonderer Vorsicht angewandt werden sollte.


Bei Patienten, die gleichzeitig oder anschließend mit möglicherweise nierenschädigenden Arzneimitteln (z. B. Aminoglykosiden) behandelt werden, sollte die Nierenfunktion besonders überwacht werden, da es zu einer Verstärkung der nierenschädigenden Wirkungen derartiger Substanzen kommen kann.


Jede Anwendung von Antibiotika kann zur Vermehrung von Erregern führen, die gegen das eingesetzte Arzneimittel unempfindlich sind.


Auf Zeichen einer möglichen Folgeinfektion mit solchen Erregern ist zu achten (z. B. auf Pilzbefall der Schleimhäute mit Rötung und weißlichen Belägen der Schleimhäute). Folgeinfektionen sind entsprechend zu behandeln.


Bei Anwendung von Cefuroxim-Actavis mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor Kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.


Cefuroxim / andere Antibiotika

Cefuroxim-Actavis sollte möglichst nicht mit Antibiotika, die den Stoffwechsel von Bakterien hemmen, ohne sie abzutöten (z. B. Tetrazykline, Erythromycin, Chloramphenicol oder Sulfonamide), kombiniert werden, da hinsichtlich der antibakteriellen Wirkung im Labortest eine abgeschwächte Wirkung beobachtet wurde. Eine verstärkte Wirkung kann sich bei Kombination mit Aminoglykosiden ergeben.


Cefuroxim / nierenschädigende Arzneimittel

Cefuroxim-Actavis kann die nierenschädigende Wirkung von Aminoglykosiden und von stark wirksamen Diuretika (wie z. B. Furosemid und Etacrynsäure) verstärken. Die gleichzeitige Gabe darf, insbesondere bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, nur unter Kontrolle der Nierenfunktion erfolgen.


Cefuroxim / Probenecid

Die gleichzeitige Gabe von Probenecid führt durch eine Hemmung der renalen Ausscheidung zu höheren, länger anhaltenden Konzentrationen von Cefuroxim im Serum.


Beeinflussung von Laborbefunden

Unter der Behandlung mit Cefuroxim-Actavis kann in seltenen Fällen der Coombs-Test falsch positiv ausfallen.

Bei Glukosebestimmungen in Harn und Blut kann es methodenabhängig zu falsch-positiven bzw. falsch-negativen Ergebnissen kommen; dies lässt sich durch die Anwendung enzymatischer Methoden vermeiden.


Bei Anwendung von Cefuroxim-Actavis zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken


Keine Angaben.


Schwangerschaft und Stillzeit

Fragen Sie vor der Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um

Rat.


Bei tierexperimentellen Untersuchungen ergaben sich keine Hinweise auf Missbildungen oder eine fruchtschädigende Wirkung. Dennoch sollte Cefuroxim-Actavis während der Schwangerschaft, insbesondere in den ersten drei Monaten, nur bei zwingender Notwendigkeit angewendet werden.

Cefuroxim-Natrium geht nur in geringen Mengen in die Muttermilch über. Eine Anwendung während der Stillperiode ist möglich, jedoch ist beim gestillten Säugling die Möglichkeit einer Beeinflussung der physiologischen Darmflora mit Durchfall oder Sprosspilzbesiedelung zu beachten.


Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Nach bisherigen Erfahrungen hat Cefuroxim-Actavis in niedrigen bis mittleren Dosen keinen Einfluss auf Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit.

Sehr selten sind, bei Anwendung hoher Dosen und vor allem bei gleichzeitigem Bestehen einer Nierenfunktionseinschränkung, Krampfanfälle (tonisch / klonisch), Muskelzuckungen (Myoklonien) und Schwindelgefühle berichtet worden. Daher sollte unter diesen Umständen auf die genannten Tätigkeiten verzichtet werden.


Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Cefuroxim-Actavis

Die 250 mg Cefuroxim äquivalente Substanzmenge enthält Natrium aber weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium, d.h. es ist nahezu „natriumfrei“.


3. Wie ist Cefuroxim-Actavis anzuwenden?

Wenden Sie dieses Arzneimittel entsprechend der nachfolgenden Dosierungsempfehlung an.

Dosis, Art der Anwendung und Zeitabstände zwischen den Injektionen richten sich nach der Empfindlichkeit des Erregers, der Schwere der Infektion und dem Zustand des Patienten. Folgende Angaben dienen als Empfehlung:


Erwachsene und Jugendliche:

Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren erhalten im Allgemeinen bei unkomplizierten Infektionen eine Tagesdosis von 1,5 bis 2,25 g Cefuroxim in 2 bis 3 Einzeldosen.

Bei mäßig schweren bis ernsten Infektionen ist eine Anhebung der Tagesdosis auf 3,0 bis 4,5 g Cefuroxim möglich; bei schweren, lebensbedrohlichen Infektionen können bis 6,0 g Cefuroxim täglich in 4 Einzeldosen notwendig sein (siehe auch nachfolgende Tabelle).


Art der Infektion

Einzeldosis

Verabreichungsfolge

tägl. Gesamtdosis

bei unkomplizierten Fällen mit empfind-lichen Erregern


750 mg

alle 12 Std.

bis 8 Std.


1,5 g bis 2,25 g

bei schweren Infek-tionen oder mäßig empfindlichen Erregern


1500 mg

alle 12 Std.

bis 8 Std.

bis 6 Std.

3,0 g bis

4,5 g bis

6,0 g


Gonorrhoe

Vor Therapiebeginn ist auf Lues zu untersuchen. Bei akuter unkomplizierter Gonorrhöe empfiehlt sich die einmalige i.m. Gabe von 1500 mg Cefuroxim (d.h. je 750 mg bilateral).


Perioperative Prophylaxe

Zur perioperativen Prophylaxe wird Cefuroxim in einer Dosierung von 1500 mg etwa 30 bis 60 Minuten vor dem Eingriff eingesetzt. Bei länger dauernden Eingriffen kann eine weitere Dosis verabreicht werden.


Säuglinge und Kleinkinder

Säuglinge (über 1 Monat) und Kinder bis 12 Jahre erhalten im Allgemeinen eine Tagesdosis von 30 - 100 mg Cefuroxim/kg Körpergewicht in 3 gleich großen Einzeldosen. Eine Anhebung der Tagesdosis auf 150 (-200-400) mg Cefuroxim/kg KG ist möglich. Die Maximaldosis für Erwachsene darf jedoch nicht überschritten werden.

Falls Cefuroxim-Actavis Neugeborenen gegeben wird, so ist die Tagesdosis in 2 gleich großen Einzeldosen zu verabreichen.


Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion

Bei Patienten mit Serum-Kreatinin-Werten im Bereich bis ca. 300mol/l (entsprechend 3,5 mg/dl), das entspricht einer Kreatinin-Clearance von ca. 30 ml/min, kann Cefuroxim normal dosiert werden.


Bei einer glomerulären Filtrationsrate < 30 ml/min wird empfohlen, bei einer gleichbleibenden Initialdosis von 750 mg - 1500 mg Cefuroxim die Erhaltungsdosis wie folgt zu reduzieren bzw. das Dosierungsintervall zu verlängern:

500 - 750 mg Cefuroxim alle 12 Stunden bei Erwachsenen mit einer Kreatinin-Clearance von 10‑30 ml/min, und 500 (-750) mg alle 48 Stunden, falls die glomeruläre Filtrationsrate unter 5 ml/min sinkt.


Hinweis

Die Kreatinin-Clearance sollte als Parameter vor allem bei Patienten mit schwankenden Plasma-Kreatinin-Konzentrationen bevorzugt werden, wie dies bei schweren Infektionen (z. B. Sepsis) beobachtet wird.

Wenn die Serum-Kreatinin-Werte zur Beurteilung der Nierenfunktion herangezogen werden, sollten diese Befunde mehrfach erhoben werden, da nur bei gleichbleibend eingeschränkter Nierenfunktion eine Korrelation zu den Kreatinin-Clearance-Werten besteht.


Wenn nur die Serum-Kreatinin-Werte bekannt sind, kann die Kreatinin-Clearance nach folgenden Formeln abgeschätzt wer­den:

Männer:


Körpergewicht in kg x (140 minus Lebensjahre)

C lcr=

72 x Serum-Kreatinin (mg/100 ml)


bzw.

Männer:

Körpergewicht in kg x (140 minus Lebensjahre)

C lcr=

0,814 x Serum-Kreatinin (mol/l)


Frauen: 0,85 x dem obigen Wert


Kinder und Säuglinge

Bei Säuglingen und Kindern wird ebenfalls bis zu Serum-Kreatinin-Werten von 300 mol/l (entsprechend 3,5 mg/dl) normal dosiert.

Bei stark eingeschränkter Nierenfunktion sind die Folgedosen folgendermaßen zu reduzieren:

Serum-Kreatinin-Werte bis 530 mol/l (entsprechend 6 mg/dl):

10 mg Cefuroxim/kg KG alle 12 Stunden.

Bei noch stärker eingeschränkter Nierenleistung:

10 mg Cefuroxim/kg KG alle 24 Stunden.


Dosierung bei Hämodialyse

Bei Hämodialyse verkürzt sich die Halbwertszeit von Cefuroxim. Bei Patienten, die regelmäßig hämodialysiert werden, sollte nach dem Dialysevorgang eine zusätzliche Dosis von 750 mg Cefuroxim verabreicht werden.


Hinweise

Hinsichtlich der Gefahrlosigkeit der Anwendung von Cefuroxim-Actavis bei Säuglingen unter einem Monat sind noch keine verbindlichen Aussagen möglich.


Die Anwendung von Cefuroxim zur intramuskulären Injektion ist bei Lidocainbeimischung bei Kindern im ersten Lebensjahr nicht angezeigt. Cefuroxim mit Lidocainbeimischung zur intramuskulären Injektion darf nicht intravenös gegeben werden, da Lidocain intravasal verabreicht, zu Unruhe, Tachykardie, Reizleitungsstörungen sowie Erbrechen und Krämpfen führen kann. Die Injektion darf nicht intraarteriell erfolgen.


Bei Patienten mit Elektrolytstörungen jedweder Genese bzw. schwerer Herzinsuffizienz ist der Natriumgehalt der Cefuroxim-Actavis-Lösungen zu beachten.



Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Ansprechen der Erreger und dem Zustand des Patienten. Allgemein wird empfohlen, die Behandlung 2-3 Tage über die Entfieberung und das Abklingen der Krankheitserscheinungen hinaus fortzuführen.


Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Cefuroxim-Actavis zu stark oder zu schwach ist.


Wenn Sie eine größere Menge Cefuroxim-Actavis angewendet haben, als Sie sollten

Siehe auch Abschnitt „Bedeutsame Nebenwirkungen oder Zeichen, auf die Sie achten sollten, und Maßnahmen, wenn Sie betroffen sind“.

In Einzelfällen können Cephalosporine in sehr hohen Dosen - im Allgemeinen nur bei gleichzeitiger Niereninsuffizienz - zu cerebralen (epileptischen) Krämpfen, zentralnervösen Erregungszuständen und Myoklonien führen.


Wenn Sie die Anwendung von Cefuroxim-Actavis vergessen haben

Bei versehentlich ausgelassener Verabreichung des Arzneimittels sollte diese möglichst rasch innerhalb des vorgesehenen Dosierungsintervalls nachgeholt werden.


Wenn Sie die Anwendung von Cefuroxim-Actavis abbrechen

Keine Angaben.


Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.


4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann Cefuroxim-Actavis Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden die folgenden Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:


sehr häufig: mehr als 1 von 10 Behandelten

häufig: weniger als 1 von 10, aber mehr als 1 von 100 Behandelten

gelegentlich: weniger als 1 von 100, aber mehr als 1 von 1000 Behandelten

selten: weniger als 1 von 1000, aber mehr als 1 von 10.000 Behandelten

sehr selten: weniger als 1 von 10.000 Behandelten, oder unbekannt


Bedeutsame Nebenwirkungen oder Zeichen, auf die Sie achten sollten, und

Maßnahmen, wenn Sie betroffen sind:

Wenn Sie von einer der nachfolgend genannten Nebenwirkungen betroffen sind, wenden SieCefuroxim-Actavis nicht weiter an und suchen Sie Ihren Arzt möglichst umgehend auf.


Überempfindlichkeitsreaktionen

Häufig können allergische Reaktionen in Form von Hautausschlag und Juckreiz, Urtikaria, Haut- und Schleimhautschwellungen (Quincke-Ödem, Gelenkschwellungen, angioneurotisches Ödem) und Arzneimittelfieber auftreten. Selten wurden schwerwiegende Reaktionen an der Haut mit lebensbedrohlichen Allgemeinreaktionen wie Erythema exsudativum multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom und Lyell-Syndrom (lebensbedrohliche Erkrankungen mit Blasenbildung der Haut) in zeitlichem Zusammenhang mit einer Cefuroxim-Therapie beobachtet.

Schwere akute Überempfindlichkeitsreaktionen (Anaphylaxie) sind möglich. Ein anaphylaktischer Schock ist lebensbedrohlich und erfordert eine sofortige ärztliche Behandlung (siehe unten).

Bei Patienten mit Neigung zu Allergien ist eher mit allergischen Reaktionen zu rechnen.


Beeinflussung des Magen-Darm-Trakts

Sehr selten treten während oder in den ersten Wochen nach Behandlung schwere, anhaltende Durchfälle auf. In diesem Fall ist an eine pseudomembranöse Kolitis zu denken (in den meisten Fällen verursacht durch Clostridium difficile). Diese durch eine Antibiotika-Behandlung ausgelöste Darmerkrankung kann lebensbedrohlich sein und erfordert eine sofortige und angemessene Behandlung (siehe unten).


Folgende sehr seltene Nebenwirkungen (nähere Erläuterungen zu diesen Nebenwirkungen siehe oben) können unter Umständen akut lebensbedrohlich sein.

Darum ist sofort ein Arzt zu informieren, falls ein derartiges Ereignis plötzlich auftritt oder sich unerwartet stark entwickelt.


Pseudomembranöse Kolitis:

Hier muss der Arzt eine Beendigung der Therapie mit Cefuroxim-Actavis in Abhängigkeit von der Indikation erwägen und ggf. sofort eine angemessene Behandlung einleiten (z. B. Vancomycin oral, 4 mal 250 mg täglich bei Erwachsenen). Arzneimittel, die die Darmbewegung (Peristaltik) hemmen, dürfen nicht eingenommen werden.


Schwere akute Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Anaphylaxie):

Hier muss die Behandlung mit Cefuroxim-Actavis sofort abgebrochen werden und die üblichen entsprechenden Notfallmaßnahmen (z. B. Antihistaminika, Kortikosteroide, Sympathomimetika und ggf. Beatmung) eingeleitet werden.


Auftreten von (epilepsieähnlichen) Krampfanfällen:

Die üblichen, entsprechenden Notfallmaßnahmen sind angezeigt (z. B. Atemwege freihalten, Antikonvulsiva wie Diazepam oder Barbiturate).


Andere mögliche Nebenwirkungen

Wirkungen auf Blut und Blutbestandteile

Es kann zu einer allergisch bedingten Vermehrung bestimmter weißer Blutzellen (Eosinophilie) kommen oder zu einer allergisch bedingten Abnahme der roten Blutkörperchen durch deren vermehrten Zerfall (hämolytische Anämie). Diese Erscheinungen treten gelegentlich auf. Eine Verminderung der Zahl der Blutplättchen (Thrombozytopenie) und bestimmter weißer Blutkörperchen (Neutropenie, Leukopenie, Granulozytopenie) kann auftreten. Diese Erscheinungen treten gelegentlich auf und bilden sich nach Beendigung der Therapie von selbst zurück.


Reaktionen an der Injektionsstelle

Nach intravenöser Anwendung treten häufig entzündliche Reizungen der Venenwand (bis zur Thrombophlebitis) und Schmerzen an der Injektionsstelle auf. Bei rascher i.v. Injektion können Unverträglichkeitsreaktionen in Form von Hitzegefühl oder Brechreiz auftreten.

Häufig treten nach intramuskulärer Injektion Schmerzen und Verhärtung des Gewebes (Induration) an der Injektionsstelle auf.


Beeinflussung des Magen-Darm-Trakts

Gelegentlich treten Magen-Darm-Störungen in Form von Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen oder Durchfällen auf, die meist leichter Natur sind und häufig während, sonst nach Absetzen der Therapie abklingen.


Beeinflussung der Nierenfunktion

Häufig wurde über einen Anstieg der Kreatinin- und Harnstoff-Konzentrationen im Serum berichtet, insbesondere bei Patienten mit bereits bestehender Einschränkung der Nierenfunktion. Gelegentlich kann es zu einer akuten Entzündung der Niere (interstitielle Nephritis) kommen.


Beeinflussung der Leberfunktion

Gelegentlich wurde über eine leichte, vorübergehende Erhöhung von Bilirubin (Gallenfarbstoff im Blut) und/oder Leberenzymen im Serum (SGOT, SGPT, alkalische Phosphatase) berichtet. Sehr selten kann es zu einer leichten, vorübergehenden Leberzellschädigung (Hepatitis) und zu Gelbsucht kommen.


Hinweis

Bei längerer Anwendung sollten Leber- und Nierenfunktion überwacht werden.


Sonstige Reaktionen

Leichte bis mittelgradige Beeinträchtigung des Hörvermögens sind bei wenigen Patienten im Kindesalter, die mit Cefuroxim behandelt wurden, berichtet worden.


Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.


5. Wie ist Cefuroxim-Actavis aufzubewahren?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.


Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Etikett und dem Umkarton nach „Verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.


Cefuroxim-Actavis und daraus hergestellte Lösungen nicht über 25°C aufbewahren und vor Licht schützen!


Hinweis auf Haltbarkeit nach Anbruch oder Zubereitung

Alle Lösungen von Cefuroxim-Actavis sollen vor der Applikation frisch zubereitet und sofort verwendet werden.

Zubereitete Lösungen von Cefuroxim-Actavis sind bei Raumtemperatur 6 Stunden, bei Aufbewahrung im Kühlschrank 24 Stunden haltbar, wobei die Sterilität der Lösungen gesichert sein muss.


Lösungen mit Trübungen oder Ausfällungen sind nicht anzuwenden.


6. Weitere Informationen

Was Cefuroxim-Actavis enthält


Der Wirkstoff ist: Cefuroxim-Natrium.1 Durchstechflasche enthält:

263 mg Cefuroxim-Natrium (entsprechend 250 mg Cefuroxim).

Der Natriumgehalt beträgt 13,55 mg (entsprechend 0,59 mmol).


Sonstige Bestandteile: Keine.



Wie Cefuroxim-Actavis aussieht und Inhalt der Packungen

10 Durchstechflaschen (Glas) (N3) mit Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung



Pharmazeutischer Unternehmer

Actavis Group PTC ehf.

Reykjavikurvegur 76 - 78

220 Hafnarfjördur

Island


Mitvertrieb

Actavis Deutschland GmbH & Co. KG

Willy-Brandt-Allee 2

81829 München

Telefon: 089/558909-0

Telefax: 089/558909-240


Hersteller

Actavis Deutschland GmbH & Co. KG

Willy-Brandt-Allee 2

81829 München


oder


Laboratorio Reig Jofré

C/Jarama, s/n Pol. ind.

45007 Toledo

Spanien




Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im April 2012.


Die folgenden Informationen sind nur für Ärzte bzw. medizinisches Fachpersonal

bestimmt


Cefuroxim-Actaviswird intravenös (in eine Vene) verabreicht, Cefuroxim-Actaviskann jedoch auch intramuskulär verabreicht werden.


Intravenöse Injektion

Zur Herstellung der gebrauchsfertigen Lösung wird Cefuroxim-Actavis in 5 ml Wasser für Injektionszwecke gelöst.

Die intravenöse Injektion von Cefuroxim-Actavis soll langsam (mindestens über eine Dauer von 3 - 5 Minuten) erfolgen.



Intramuskuläre Gabe

Die intramuskuläre Injektion von Cefuroxim-Actavis wird auch ohne Zusatz eines Lokalanästhetikums gut vertragen. Zur Herstellung der gebrauchsfertigen Lösung wird das Pulver in 2-5 ml Wasser für Injektions­zwecke gelöst. Zur Vermeidung eines durch das Injektionsvolumen hervorgerufenen Schmerzes empfiehlt es sich, je nach Alter des Kindes, einseitig nicht mehr als 2-5 ml Lösung zu injizieren.



Hinweis

Cefuroxim mit Lidocainbeimischung zur intramuskulären Injektion darf nicht intravenös gegeben werden, da Lidocain intravasal verabreicht, zu Unruhe, Tachykardie, Reizleitungsstörungen sowie Erbrechen und Krämpfen führen kann. Die Injektion darf nicht intraarteriell erfolgen.


Besondere Hinweise für den Gebrauch

Es sollten stets frisch zubereitete Lösungen verwendet werden! Cefuroxim-Lösungen sind nur kurze Zeit (vor Licht und Wärme geschützt) haltbar.

Injektionslösungen von Cefuroxim-Actavis haben eine leicht gelbliche Farbe. Unterschiedliche Farbintensitäten sind ohne Bedeutung für die Wirksamkeit und die Unbedenklichkeit dieses Antibiotikums.


Mischbarkeit / Kompatibilität mit Infusionslösungen

Cefuroxim-Lösung ist, sofern nicht die chemisch-physikalische Verträglichkeit mit anderen Infusionslösungen erwiesen ist, grundsätzlich getrennt von diesen zu verabreichen.

Cefuroxim-Lösungen dürfen auf keinen Fall mit Natriumhydrogencarbonat-haltigen Lösungen gemischt werden; desweiteren ist Cefuroxim inkompatibel mit alkalischen Infusionslösungen und Volumenersatzmitteln aus vernetzten Polypeptiden.

Im Allgemeinen sollte Cefuroxim-Actavis nicht mit anderen Antibiotika oder Arzneimitteln gemischt in einer Spritze verabfolgt werden. Cefuroxim-Actavisdarf nicht mit Aminoglykosid-Antibiotika bzw. mit Colistin im Infusionsbesteck oder in der Spritze gemischt werden.


Kombinationstherapie

Eine Kombinationstherapie von Cefuroxim mit anderen Antibio­tika ist möglich. Aufgrund der bisherigen klinischen Erfahrungen kommen dafür folgende Substanzen in Frage: gegen Pseudomonas wirksame Penicilline, Aminoglykoside oder Metronidazol.


Bei der Kombination mit Aminoglykosiden muss die Nierenfunktion beachtet werden.

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b2102bde7984274ceb82d0b3427f057e.rtf April 2012