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Encephabol 100 Mg

Document: 17.05.2006   Gebrauchsinformation (deutsch) change




Gebrauchsinformation


Liebe Patientin, lieber Patient!

Bitte lesen Sie folgende Gebrauchsinformation aufmerksam, weil sie wichtige Informa­tionen darüber enthält, was Sie bei der Anwendung dieses Arzneimittels beachten sollen. Wenden Sie sich bei Fragen bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.



Gebrauchsinformation


Encephabol® 100 mg

Überzogene Tabletten

Wirkstoff: Pyritinoldihydrochlorid 1 H2O



Zusammensetzung


Arzneilich wirksamer Bestandteil:

1 überzogene Tablette enthält 100 mg Pyritinoldihydrochlorid 1 H2O


Sonstige Bestandteile:

Cellulosepulver, Carboxymethylstärke-Natrium (Typ B) (Ph.Eur.), Hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat (Ph.Eur.), Carmellose-Natrium, Talkum, weisser Ton, Sucrose (Saccharose), Montanglycolwachs, Gelatine, arabisches Gummi, Lactose-Monohydrat, Weizenmehl, Chinolingelb (E 104), Titandioxid (E 171).



Darreichungsform und Inhalt:


Runde gelbe überzogene Tabletten

Packungen mit 50 überzogenen Tabletten (N2)

100 überzogenen Tabletten (N3)



Stoff- oder Indikationsgruppe oder Wirkungsweise


Nootropikum



Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller


Merck Pharma GmbH

Alsfelder Straße 17

64289 Darmstadt


E-mail: medizinpartner@merck-pharma.de


Servicenummer (zum Ortstarif):

Telefon: (0180) 222 76 00

Telefax: (06151) 72 32 50


hergestellt von:


Merck KGaA

Frankfurter Straße 250

64293 Darmstadt



Anwendungsgebiete


- Symptomatische Behandlung von chronischen hirnorganisch bedingten Leistungsstörungen bei dementiellen Erkrankungen mit den folgenden Leitsymptomen: Gedächtnisstörungen, Konzentrationsstörungen, Denkstörungen, vorzeitige Ermüdbarkeit, Antriebs- und Motiva­tions­mangel, Affektstörungen.



Gegenanzeigen


Wann dürfen Sie Encephabol® 100 mg nicht einnehmen?


- wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegenüber Pyritinol, Weizenstärke oder einem der sonstigen Bestandteile von Encephabol® 100 mg sind..


Wann dürfen Sie Encephabol® 100 mg erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt einnehmen?


Sie sollten Rücksprache mit Ihrem Arzt führen, wenn bei Ihnen folgendes vorliegt:

- vorgeschädigte Nieren

- schwere Leberfunktionsstörungen

- schwere Blutbildveränderungen

- akute oder in Ihrer Krankheitsgeschichte aufgetretene immunologische Erkrankungen, wie z.B. Schmetterlingsflechte (Lupus erythematodes), krankhafte Muskelschwäche (Myasthe­nie) oder schwere, blasenbildende Hautveränderungen (Pemphigus)

- Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff Penicillamin


Was müssen Sie in Schwangerschaft und Stillzeit beachten?


Die vorliegenden Erfahrungen beim Menschen und die Daten tierexperimenteller Studien lassen bei bestimmungsgemäßer Anwendung von Encephabol® 100 mg nicht auf schädliche Auswirkungen auf Ihre Schwangerschaft und die Entwicklung Ihres ungeborenen bzw. neugebornene Kindes schließen.Dennoch sollten Sie Encephabol® 100 mg während der Schwangerschaft und in der Stillzeit nur nach einer sorgfältigen Nutzen/Risikoabschätzung durch Ihren Arzt einnehmen.Bitte informieren Sie Ihren Arzt umgehend über eine bestehende Schwangerschaft, damit er Ihre Behandlung gegebenenfalls anpassen kann.


Was ist bei Kindern und älteren Menschen zu berücksichtigen?


Da ältere Menschen häufiger unter Schlafstörungen leiden, sollte deren Verstärkung dadurch vermieden werden, daß die letzte Tagesgabe von Encephabol® 100 mg nicht am späten Nachmittag oder am Abend erfolgt.


Wichtige Warnhinweise über bestimmte Bestandteile von Encephabol® 100 mg:


Weizenstärke kann geringe Mengen Gluten enthalten, die aber auch für Patienten, die an Zöliakie leiden, als verträglich gelten.


Dieses Arzneimittel enthält Sucrose und Lactose. Bitte nehmen Sie Encephabol® 100 mg erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.


Vorsichtsmaßnahmen für die Einnahme und Warnhinweise


Welche Vorsichtsmaßnahmen müssen beachtet werden?


Bei Patienten mit chronischem Gelenkrheumatismus (rheumatoide Arthritis) besteht eine vermutlich krankheitsbedingte erhöhte Empfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff Pyritinol. Deshalb sollten bei der Behandlung dieser Patienten regelmäßige klinische und labormedizinische Kontrolluntersuchungen erfolgen.


Was müssen Sie im Straßenverkehr sowie bei der Arbeit mit Maschinen und bei Arbeiten ohne sicheren Halt beachten?


Bei einem bestimmungsgemäßen Gebrauch von Encephabol® 100 mg ergeben sich in der Regel keine Einschränkungen für die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen. Das Gleiche gilt auch für Arbeiten ohne sicheren Halt.

Aufgrund möglicher individuell unterschiedlicher Reaktionen einzelner Patienten sollte zu Beginn einer Behandlung und bei Dosiserhöhung sorgfältig auf eine etwaige Beeinträchtigung des Reaktions­vermögens geachtet werden.



Wechselwirkungen mit anderen Mitteln


Wirkung und Verträglichkeit von Arzneimitteln können durch gleichzeitige Einnahme anderer Mittel beeinflusst werden. Solche Wechselwirkungen können auch auftreten, wenn die Einnahme des anderen Mittels kurze Zeit zurückliegt.


Welche anderen Arzneimittel beeinflussen die Wirkung von Encephabol® 100 mg?


Bei gleichzeitiger Einnahme von Encephabol® 100 mg werden vermutlich die Nebenwirkungen von Arzneimitteln mit Goldgehalt verstärkt sowie solche, die folgende Wirkstoffe enthalten:


- Penicillamin

- Sulfasalazin

- Levamisol


Weitere Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln sind nicht bekannt geworden.




Dosierungsanleitung, Art und Dauer der Anwendung/Einnahme


Die folgenden Angaben gelten, soweit Ihnen Ihr Arzt Encephabol® 100 mg nicht anders verordnet hat. Bitte halten Sie sich an die Einnahmevorschriften, da Encephabol® 100 mg sonst nicht richtig wirken kann!


Wieviel und wie oft sollten Sie Encephabol® 100 mg einnehmen?


Im allgemeinen ist folgende Dosis zu empfehlen:

Erwachsene nehmen täglich 3 x 2 überzogene Tablette Encephabol® 100 mg


Da die individuelle Dosierung von Encephabol® 100 mg jedoch vom Schweregrad der Erkrankung und vom Ansprechen des Patienten auf die Therapie abhängt, sollten Sie sich stets an das Dosisschema halten, das Ihnen Ihr Arzt empfohlen hat.


Wie und wann sollten Sie Encephabol® 100 mg einnehmen?


Die überzogenen Tabletten sollten Sie unzerkaut schlucken, am besten mit etwas Flüssigkeit, während oder nachdem Sie etwas gegessen haben. Es wird folgende Verteilung über den Tag empfohlen:

2 überzogene Tabletten am frühen Vormittag, 2 überzogene Tabletten am Mittag und 2 überzogene Tabletten am frühen Nachmittag.


Wie lange sollten Sie Encephabol® 100 mg einnehmen?


Die Behandlungsdauer richtet sich stets nach dem Krankheitsbild und wird von Ihrem Arzt festgelegt. Bei chronischen Krankheitszuständen, wie z.B. bei Folgezuständen nach Schädel-Hirn-Trauma und bei dementiellen Erkrankungen sind therapeutische Erfolge meistens erst nach 3- bis 4-wöchiger Behandlung festzustellen. Der optimale Effekt ließ sich in der Regel nach 6-12 Wochen nachweisen. Die Behandlungsdauer bei chronischen Erkrankungen sollte daher bis zur ärztlichen Beurteilung der Wirksamkeit mindestens 8 Wochen betragen.



Einnahmefehler und Überdosierung


Was ist zu tun, wenn Encephabol® 100 mg in zu großen Mengen eingenommen wurde?


Aufgrund experimenteller Befunde bei Tieren sowie klinischen Erfahrungen ist die Giftigkeit (Toxizität) von Encephabol® 100 mg als gering zu bezeichnen. Vergiftungsfälle sind bisher nicht bekannt geworden.

Falls Encephabol® 100 mg in zu großen Mengen eingenommen wurde, sollten Sie unverzüglich Ihren Arzt informieren.



Was müssen Sie beachten, wenn Sie zuwenig Encephabol® 100 mg eingenommen oder eine Ein­nahme vergessen haben?


Falls Sie zu wenig Encephabol® 100 mg eingenommen haben oder die Einnahme vergessen haben, dann beginnen Sie ab dem nächsten vorgesehenen Zeitpunkt wieder mit der regelmäßigen Einnahme und setzen diese fort. Sollten Sie die Einnahme häufiger vergessen, dann sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt.


Was müssen Sie beachten, wenn Sie die Behandlung unterbrechen oder vorzeitig beenden?


Bevor Sie die Behandlung unterbrechen oder vorzeitig beenden, sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen.



Nebenwirkungen


Arzneimittel können neben erwünschten Hauptwirkungen auch unerwünschte Wirkungen, sogenannte Nebenwirkungen haben, die jedoch keineswegs bei jedem Patienten auftreten.


Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden üblicherweise folgende Häufigkeitsangaben zu Grunde gelegt:


Sehr häufig:
mehr als 1 von 10 Behandelten

Häufig:
weniger als 1 von 10, aber mehr als 1 von 100 Behandelten

Gelegentlich:
weniger als 1 von 100, aber mehr als 1 von 1.000 Behandelten

Selten:
weniger als 1 von 1.000, aber mehr als 1 von 10.000 Behandelten

Sehr selten:
weniger als 1 von 10.000 Behandelten, einschließlich Einzelfälle



Welche Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Encephabol® 100 mg auftreten?


Im Rahmen der Anwendung von Encephabol® 100 mg bei Patienten mit dementiellen Erkrankungen und Folgezuständen nach Schädel-Hirn-Trauma, die nicht gleichzeitig an chronischem Gelenk­rheumatis­mus leiden, können die folgenden Nebenwirkungen auftreten:


Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Sehr selten:

Leukopenie (in Einzelfällen bis zur Agranulozytose).



Psychiatrische Erkrankungen:


Gelegentlich:

Erhöhte Erregbarkeit.


Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts


Häufig:

Übelkeit, Erbrechen, Durchfall.


Leber- und Gallenerkrankungen


Gelegentlich:

Leberfunktionsstörungen (z. B. Transaminasenanstieg, Cholestase).


Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes


Häufig:

Ausschläge an der Haut und Schleimhaut, Juckreiz.


Sehr selten:

Lichen planus, blasenbildende, pemphigus-ähnliche Hautreaktionen, Haarausfall.


Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen


Sehr selten:

Muskel- und Gelenkschmerzen.


Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort


Häufig:

Überempfindlichkeit verschiedener Schweregrade, Temperaturanstieg, Schlafstörungen.


Gelegentlich:

Appetitverlust, Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, Störungen der Geschmacksempfindung.


Bei Patienten mit chronischem Gelenkrheumatismus besteht eine vermutlich krankheitsbedingte erhöhte Empfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff Pyritinol. Daher treten bei diesen Patienten die unter 1), 4) und 5) genannten Nebenwirkungen häufiger auf. Darüber hinaus können bei diesen Patienten Nebenwirkungen auftreten, wie sie für antirheumatische Basismedikamente typisch sind:



Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems


Gelegentlich:

Eosiniphilie, Thrombopenie.


Erkrankungen des Immunsystems


Gelegentlich:


Vermehrtes Auftreten von antinucleären Antikörpern.


Sehr selten:

Auftreten von LE-Zellen, autoimmunes hypoglykämisches Syndrom.


Erkrankungen der Atemwege, des Brustraumes und Mediastinums


Sehr selten:

Dyspnoe.


Erkrankungen des Nervensystems


Sehr selten:

Parästhesien.


Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts


Häufig:

Stomatitis.


Leber- und Gallenerkrankungen


Sehr selten:

Cholestase und Hepatitis.


Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes


Sehr selten:

Nagelablösung.


Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen


Sehr selten:

Myasthenische Symptome, Polymyositis.


Erkrankungen der Nieren und Harnwege


Häufig:

Proteinurie (sehr selten bis zum nephrotischen Syndrom).


Sehr selten:

Hämaturie.


Welche Gegenmaßnahmen sind bei Nebenwirkungen zu ergreifen?


Sie sollten alle bei sich beobachteten Nebenwirkungen Ihrem Arzt mitteilen. Bei allen speziell für Patienten mit rheumatoider Arthritis genannten Nebenwirkungen sowie bei Überempfindlichkeitsreaktionen, Ausschlägen an Haut und Schleimhaut, Juckreiz, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Temperaturanstieg,Störungen der Geschmacksempfindung, Leberfunktionsstörungen, Muskel- und Gelenkschmerzen, Leukopenie, Lichen planus, blasenbildenden pemphigus-ähnlichen Hautreaktionen und Haarausfall sollten Sie die weitere Einnahme von Encephabol®100 mg sofort unterbrechen und unverzüglich Ihren Arzt aufsuchen.


Sollte Ihr Arzt wegen des Auftretens von Nebenwirkungen die weitere Therapie mit Encephabol® 100 mg unterbrechen oder vorzeitig beenden, werden sich die Nebenwirkungen überwiegend vollständig zurückbilden.


Weizenstärke kann Überempfindlichkeitsreaktionen hervorrufen.


Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Packungsbeilage aufgeführt sind.



Haltbarkeit


Das Verfalldatum dieser Packung ist auf der Faltschachtel aufgedruckt. Verwenden Sie diese Packung nicht mehr nach dem angegebenen Datum!


Wie ist Encephabol® 100 mg aufzubewahren?


Nicht über 30°C lagern.


Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.



Stand der Information


März 2006

170415.0

Doc. Id.: 17041 Version: 5.0 RevNum.: 4 Save Date: 30.05.06 10:17 11/8