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Enoxor 200 Mg

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Fachinformation

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

1.    BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

ENOXOR 200 mg Filmtabletten Wirkstoff: Enoxacin

2.    QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 Filmtablette enthält 217,00 mg Enoxacin 1.5 H2O (entspricht 200,00 mg Enoxacin)

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe unter Abschnitt 6.1.

3.    DARREICHUNGSFORM

Filmtablette

4.    KLINISCHE ANGABEN

4.1    Anwendungsgebiete

Zur Behandlung von Infektionen, die durch Enoxacin-empfindliche Erreger verursacht werden:

-    Infektionen der Nieren, der Harnwege und der Prostata

-    Gonorrhö (Tripper)

-    Infektionen der unteren und oberen Atemwege, einschließlich des Hals-, Nasen-und Ohrenbereichs, jedoch nicht bei Infektionen, die durch Streptokokken bzw. Pneumokokken bedingt sind. Da Lungenentzündungen außerhalb des Krankenhauses überwiegend durch Pneumokokken verursacht werden, ist ENOXOR 200 mg in diesen Fällen nicht das Mittel der 1. Wahl. ENOXOR 200 mg ist nicht angezeigt bei der akuten Mandelentzündung (Angina tonsillaris).

-    Infektionen der Haut und der Hautanhangsgebilde.

Wie bei allen Infektionserkrankungen sollte eine Testung der Erregerempfindlichkeit durchgeführt werden.

Die offiziellen Richtlinien zur sachgerechten Anwendung von Antibiotika sind zu beachten.

4.2    Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Die Dosierung von ENOXOR 200 mg hängt von der Erregerempfindlichkeit und dem Ort der Infektion ab. Soweit nicht anders verordnet, gelten folgende Dosierungsempfehlungen:

Infektionen der Harnwege:

Bei unkomplizierten Harnwegsinfektionen der Frau zweimal täglich 1 Filmtablette ENOXOR 200 mg über 3 Tage. Bei wiederholten Blasenentzündungen oder komplizierten Infektionen der Harnwege je nach Schwere 7-14 Tage lang zweimal täglich 2 Filmtabletten ENOXOR 200 mg.

Zur Behandlung von Gonorrhö werden einmal 2 Filmtabletten ENOXOR 200 mg eingenommen.

Zur Behandlung von Ulcus molle (Weicher Schanker) werden dreimal im Abstand von 12 Stunden je 2 Filmtabletten ENOXOR 200 mg eingenommen.

Infektionen der Atemwege:

Zweimal täglich 2 Filmtabletten ENOXOR 200 mg über 7 bis 14 Tage.

Hals-, Nasen-, Ohrenerkrankungen:

Zweimal täglich 2 Filmtabletten ENOXOR 200 mg über 14 Tage. In Abhängigkeit vom klinischen Bild und von mikrobiologischen Kontrolluntersuchungen kann die Behandlung auch über einen längeren Zeitraum erfolgen.

Hauterkrankungen:

Zweimal täglich 2 Filmtabletten ENOXOR 200 mg bis zu 14 Tagen.

Patienten im höheren Lebensalter sollten in Abhängigkeit von der Schwere der Erkrankung und von der Kreatinin-Clearance eine möglichst niedrige Dosis erhalten.

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ist mit einer verlängerten Elimination aus dem Plasma zu rechnen. Bei einer Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min sollte die Dosis von zweimal täglich einer Filmtablette ENOXOR 200 mg nicht überschritten werden.

ENOXOR 200 mg wird zu den Mahlzeiten eingenommen.

Bis zum Vorliegen weiterer Erfahrungen sollte eine Behandlungsdauer von 4 Wochen nicht überschritten werden.

ENOXOR 200 mg ist kontraindiziert bei Kindern (siehe Abschnitt 4.3).

4.3    Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen Enoxacin, andere Chemotherapeutika vom Chinolontyp oder einen der sonstigen Bestandteile.

Kindern und Jugendlichen in der Wachstumsphase darf Enoxacin nicht verordnet werden, da keine Erfahrungen über die Sicherheit der Anwendung bei diesen Gruppen vorliegen und, aufgrund von Ergebnissen aus Tierversuchen, Gelenkknorpelschädigungen beim noch nicht erwachsenen Organismus nicht völlig auszuschließen sind. Tierversuche haben keine Hinweise auf missbildende (teratogene) Wirkungen ergeben.

Bei Epileptikern ist Enoxacin nicht anzuwenden.

Bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min ist die Konzentration im Urin zu gering, um bei Harnweginfektionen eine therapeutische Wirkung zu zeigen, so dass Enoxacin in diesen Fällen nicht angewendet werden darf.

Bei Patienten mit Tendinopathien im Zusammenhang mit Chinolonen (siehe auch Abschnitt 4.8 Nebenwirkungen).

Kombination von Theophyllin oder Aminophyllin mit Enoxacin (siehe Abschnitt 4.5).

Bei Patienten mit einem Mangel an Glucose-6-phosphat-dehydrogenase.

Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6 Schwangerschaft und Stillzeit)

4.4    Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Überempfindlichkeit

Enoxacin kann schwerwiegende, potenziell lebensbedrohliche Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Angioödeme bis hin zum anaphylaktischen Schock) hervorrufen, gelegentlich schon nach der ersten Dosis (s. Abschnitt 4.8). Die Patienten sollten die Behandlung sofort abbrechen und ihren Arzt oder einen Notarzt informieren, der angemessene Notfallmaßnahmen einleiten wird.

Tendinitis und Sehnenruptur

Enoxacin darf generell nicht angewendet werden bei Patienten mit einer positiven Anamnese für Sehnenerkrankungen/-beschwerden, die mit einer Chinolonbehandlung assoziiert auftreten (siehe Abschnitt 4.3).

Unter Behandlung mit Enoxacin kann es bereits innerhalb der ersten 48 Stunden nach Behandlungsbeginn zu einer manchmal beidseitigen Tendinitis und Sehnenruptur (insbesondere der Achillessehne) kommen. Entzündungen und Rupturen der Sehnen können noch bis zu mehrere Monate nach Beendigung der Enoxacin-Therapie auftreten. Das Risiko einer Tendinopathie ist bei älteren Patienten oder bei Patienten, die gleichzeitig mit Kortikosteroiden behandelt werden, erhöht (siehe Abschnitt 4.8).

Bei jeglichem Anzeichen einer Tendinitis (z.B. schmerzhafte Schwellung, Entzündung) muss die Behandlung mit Enoxacin sofort beendet werden und der Patient sollte einen Arzt konsultieren. Es sollte darauf geachtet werden, dass die betroffene Extremität ruhig gestellt wird.

Krampfanfälle

Chinolone können Krampfanfälle auslösen. Daher sollte Enoxacin bei Patienten mit ZNS-Erkrankungen oder bei Vorliegen anderer Risikofaktoren, die zu Krampfanfällen prädisponieren oder die Krampfschwelle herabsetzen nur nach sorgfältiger NutzenRisiko-Abwägung angewendet werden. Im Falle des Auftretens von Krampfanfällen ist die Behandlung mit Enoxacin abzubrechen und geeignete Maßnahmen sind einzuleiten.

In seltenen Fällen kann die gleichzeitige Verabeichung von Enoxacin und Fenbufen zu Krampfanfällen führen, deshalb soll die gleichzeitige Einnahme dieser Substanzen vermieden werden (siehe Abschnitt 4.5).

Periphere Neuropathie

Fälle sensorischer oder sensomotorischer Polyneuropathie, die zu Parästhesien, Hypästhesien, Dysästhesien oder Schwäche führten, wurden bei Patienten, die mit Chinolonen behandelt wurden, berichtet. Mit Enoxacin behandelten Patienten sollte angeraten werden, ihren Arzt zu informieren, wenn Symptome einer Neuropathie wie z. B. Schmerzen, Brennen, Kribbeln, Taubheitsgefühl oder Schwäche auftreten (siehe Abschnitt 4.8), bevor die Behandlung fortgesetzt wird.

Psychiatrische Reaktionen

Psychiatrische Reaktionen (z. B. Depressionen oder psychotische Reaktionen) können bereits nach der ersten Gabe von Chinolonen, einschließlich Enoxacin, auftreten (siehe Abschnitt 4.8). Falls diese Reaktionen beim Patienten auftreten, ist Enoxacin abzusetzen und geeignete Maßnahmen sind einzuleiten. Vorsicht ist geboten, wenn Enoxacin bei psychotischen Patienten oder Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen in der Vorgeschichte angewendet werden soll.

Schwere Durchfälle

Bei Auftreten von schweren und anhaltenden Durchfällen (siehe 4.8) während oder nach der Therapie sollte der Arzt befragt werden, weil sich dahinter eine ernstzunehmende Darmerkrankung (pseudomembranöse Kolitis) verbergen kann, die sofort behandelt werden muss. In solchen Fällen ist Enoxacin abzusetzen und eine geeignete Therapie einzuleiten. Peristaltikhemmende Mittel dürfen nicht eingenommen werden.

Photosensibilisierung

Sonnen- und UV-Bestrahlung sollten während der Behandlung vermieden werden, da die Gefahr einer Photosensiblisierung besteht.

Herzerkrankungen

Einige andere Substanzen aus der Klasse der Fluorchinolone sind mit Fällen von QT-Intervallverlängerung assoziiert.

Erkrankungen des ZNS, Geriatrie

Bei Patienten im hohen Alter sowie bei Patienten mit Vorschädigung des ZNS, verringerter Hirndurchblutung, Veränderung in der Gehirnstruktur oder Schlaganfall ist Enoxacin nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung anzuwenden, da diese Patienten wegen möglicher zentralnervöser Nebenwirkungen gefährdet sind.

Leberfunktionsstörung

Besondere Vorsicht ist geboten bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen. Nierenfunktionsstörungen

Bei hämodialysepflichtigen Patienten sollte Enoxacin mit Vorsicht angewendet werden, da Enoxacin nicht dialysierbar ist.

Muskelschwäche

Enoxacin darf bei Patienten mit Vorliegen einer Myasthenie nur mit Vorsicht angewendet werden (siehe auch Abschnitt 4.8 Nebenwirkungen).

Sehstörungen

Falls es zu Sehstörungen oder anderen Beeinträchtigungen der Augen kommt, sollte unverzüglich ein Augenarzt konsultiert werden.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Durch Enoxacin wird die Elimination von Koffein verzögert. Dies kann zu einer erhöhten Koffein-Konzentration im Blut, mit Erregung und Halluzinationen, führen. Deshalb sollte während der Behandlung mit Enoxacin die Einnahme koffeinhaltiger Arzneimittel (z.B. bestimmte Schmerzmittel) und der Genuss koffeinhaltiger Getränke möglichst vermieden werden.

In seltenen Fällen kann die gleichzeitige Verabreichung von Enoxacin und Fenbufen zu Krampfanfällen führen, deshalb soll die gleichzeitige Einnahme dieser Substanzen vermieden werden.

Bei gleichzeitiger Gabe von Ranitidin oder mineralischer Antazida (Salze, Oxide und Hydroxide von Magnesium, Aluminium und Kalzium) kann die Aufnahme von Enoxacin aus dem Magen-Darm-Trakt stark vermindert werden. Die Antazida sollten mit zeitlichem Abstand zu den Chinolonen genommen werden (wenn möglich mehr als 4 Stunden).

Bei gleichzeitiger oraler Einnahme von Eisen(salzen) kann die Bioverfügbarkeit von Chinolonen durch Chelatbildung und eine unspezifische Wirkung auf die Aufnahme aus dem Magen-Darm-Trakt vermindert werden. Die Eisensalze sollten mit zeitlichem Abstand zu den Chinolonen genommen werden (wenn möglich mehr als 2 Stunden).

Eine Verminderung der Aufnahme von Chinolonen im Magen-Darm-Trakt wurde bei einer gleichzeitigen oralen Gabe von über 30 mg Zinksalzen pro Tag beschrieben. Die

Zinksalze sollten mit zeitlichem Abstand zu den Chinolonen genommen werden (wenn möglich mehr als 2 Stunden).

Bei gleichzeitiger Einnahme von Didanosin kann eine Reduktion der Aufnahme im Magen-Darm-Trakt aufgrund eines pH-Anstiegs beobachtet werden. Didanosin sollte mit zeitlichem Abstand zu den Chinolonen genommen werden (wenn möglich mehr als 2 Stunden).

Bei gleichzeitiger Gabe von Ropinirol kann durch Verminderung des Lebermetabolismus ein Anstieg der Plasmakonzentration von Ropinirol mit Gefahr einer Überdosierung beobachtet werden. Klinische Überwachung und Verminderung der Ropiniroldosis während und nach der Behandlung mit Enoxacin sind erforderlich.

Bei gleichzeitiger Gabe von oralen Antikoagulanzien kann eine verstärkte Wirkung des oralen Antikoagulans und damit eine erhöhte Gefahr von Hämorrhagien beobachtet werden. Häufigere Kontrolle der INR und Anpassung der Dosierung des oralen Antikoagulans vor und nach der Behandlung können notwendig sein.

Enoxacin ist ein CYP1A2-Inhibitor. Bei gleichzeitiger Gabe von Duloxetin und Enoxacin kann eine Hemmung des Duloxetin-Metabolismus erwartet werden. Die kombinierte Einnahme von Duloxetin und Enoxacin sollte deshalb mit Vorsicht erfolgen, da Aufnahme und Serumspiegel von Duloxetin erhöht werden könnten.

Während der Therapie mit Enoxacin ist die Elimination von Theophyllin und Aminophyllin vermindert. Aufgrund einer sich daraus ergebenden möglichen Überdosierung ist die gleichzeitige Gabe von Theophyllin und Enoxacin kontraindiziert.

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Enoxacin mit Phenytoin oder Chlorpropamid sind keine bedeutenden Interaktionen beobachtet worden.

4.6    Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangeren soll ENOXOR 200 mg nicht verordnet werden, da keine Erfahrungen über die Sicherheit der Anwendung bei diesen Gruppen vorliegen, auch wenn Tierversuche keine Hinweise auf missbildende (teratogene) Wirkungen ergeben haben.

Fluorchinolone gehen in die Muttermilch über. Wegen des möglichen Risikos von Gelenkschäden darf während der Einnahme von ENOXOR 200 mg nicht gestillt werden. (siehe 4.3)

4.7    Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen soweit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.

4.8    Nebenwirkungen

Die am häufigsten berichteten unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAW) sind Appetitlosigkeit, Durchfall, Hautreaktionen wie z.B. Hautausschläge (Exantheme, Erytheme) und die Erhöhung von Leberenzymen (Transaminasen, alkalische Phosphatasen).

Die unerwünschten Arzneimittelwirkungen aus klinischen Studien und der Postmarketing-Überwachung sind entsprechend der Häufigkeitsgruppen nachfolgend aufgeführt.

Systemorganklasse

Sehr

häufig

(> 1/10)

Häufig

(> 1/100 bis <1/10)

Gelegentlich

(> 1/1000 bis <1/100)

Selten

(> 1/10.000 bis <1/1000)

Sehr selten

(<1/10.000)

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Leukozytopenie,

Eosinophilie,

Thrombozytopenie

Anämie

Erkrankungen des Immunsystems

Anaphylaktische Reaktionen z.B. Gesichtsödem, Zungenschwellung, Glottisödem, Atemnot bis hin zum Auftreten eines bedrohlichen Schocks (siehe 4.4)

Endokrine

Erkrankungen

Hyperglykämie

Psychiatrische

Erkrankungen

Halluzinationen, Depressionen, psychotische Reaktionen (siehe 4.4), Albträume

Erkrankungen des Nervensystems

Schwindel, Kopfschmerz, Schlaflosigkeit, Zittern (muskuläre Koordinationsstörungen), Veränderung des Geschmacksempfindens

Geschmacks

störungen,

Geruchsstö

rungen

Unruhe,

Photophobie

Schläfrigkeit, Krampfanfälle (siehe 4.4), periphere Empfindungsstörungen (siehe 4.4), Verwirrtheitszustände und Gangunsicherheit

Augenerkrankung

Sehstörungen (wie z.B. Doppeltsehen, Farbsehen)

Herzerkrankungen

Herzjagen

Arrhythmien

Gefäßerkrankungen

Blutdruckabfall

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Appetit

losigkeit,

Durchfall

(siehe

4.4)

Magenbeschwerden, Übelkeit, Erbrechen

Bauch

schmerzen

Blähungen

Erkrankungen der Leber

Erhöhung

von

Leberen

zymen

(Transa-

minasen,

alkalische

Phospha

tasen)

Erhöhung von Bilirubin im Serum

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Hautreaktionen wie z.B.

Hautausschläge (Exantheme, Erytheme)

Juckreiz, Phototoxizität, Photoallergie z.B. bullöse Exantheme an den belichteten Stellen

schwere Hautreaktionen einschließlich Stevens-JohnsonSyndrom und Lyell-Syndrom

flohstichartige Blutungen (Petechien), Blasenbildungen mit Einblutungen (hämorrhagische Bullae) und kleine Knötchen (Papeln) mit Krustenbildung als Ausdruck einer Gefäßbeteiligung (Vaskulitis)

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Sehnenentzündung (Tendinitis) und Risse von Sehnen (z.B. der Achillessehne) (siehe 4.4)

Muskelschmerzen,

Gelenkbeschwer

den

Mögliche Verschlechterung einer Myasthenie

Erkrankungen der Nieren- und Harnwege

Erhöhung Kreatinin im Serum

Tubuläre

Nierenschädigung

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Arzneimittelfieber

4.9 Überdosierung

Bislang sind keine Fälle von Überdosierungen mit ENOXOR 200 mg bekannt geworden. Bei Überdosierung chemisch verwandter Substanzen kam es zu toxischen Psychosen, Krämpfen und metabolischer Azidose.

Ein Antidot bei Intoxikationen ist nicht bekannt. Die Therapie bleibt deshalb auf symptomatische Maßnahmen beschränkt.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe

Enoxacin ist ein bakterizid wirkendes Antibiotikum aus der Gruppe der Fluorchinolone.

ATC-Code: J01MA04

Wirkungsweise

Der Wirkungsmechanismus von Enoxacin beruht auf einer Störung der DNS-Synthese durch Hemmung der bakteriellen Topoisomerase II (Gyrase) und Topoisomerase IV. Hieraus resultiert eine bakterizide Wirkung.

Beziehung zwischen Pharmakokinetik und Pharmakodynamik

Die Wirksamkeit hängt im Wesentlichen von dem Quotienten aus Serumspitzenspiegel (Cmax) und der minimalen Hemmkonzentration (MHK) des Erregers bzw. von dem Quotienten aus AUC (Area under the curve, Fläche unterhalb der Konzentrations-ZeitKurve) und der MHK des Erregers ab.

Resistenzmechanismen

Eine Resistenz gegenüber Enoxacin kann auf folgenden Mechanismen beruhen:

-    Veränderung der Zielstrukturen: Der häufigste Resistenzmechanismus gegenüber Enoxacin und anderen Fluorchinolonen besteht in Veränderungen der Topoisomerase II oder IV als Folge einer Mutation.

-    Andere Resistenzmechanismen führen zu einer Erniedrigung der Konzentration von Fluorchinolonen am Wirkort. Hierfür verantwortlich sind eine verminderte Penetration in die Zelle aufgrund einer verringerten Bildung von Porinen oder eine erhöhte Ausschleusung aus der Zelle durch Effluxpumpen.

-    Übertragbare, plasmidkodierte Resistenz wurde bei Escherichia coli und Klebsiella spp. beobachtet.

Es besteht partielle oder vollständige Kreuzresistenz von Enoxacin mit anderen

Fluorchinolonen.

Grenzwerte

Die Testung von Enoxacin erfolgt unter Benutzung der üblichen Verdünnungsreihe. Folgende minimale Hemmkonzentrationen für sensible und resistente Keime wurden festgelegt:

CLSI (Clinical Laboratory Standard

s Institute) Grenzwerte

Erreger

Sensibel

Resistent

Enterobacteriaceae

< 2 mg/l

> 8 mg/l

Staphylococcus spp.

< 2 mg/l

> 8 mg/l

Neisseria gonorrhoeae

< 0,5 mg/l

> 2 mg/l

Prävalenz der erworbenen Resistenz

Die Prävalenz der erworbenen Resistenz einzelner Spezies kann örtlich und im Verlauf der Zeit variieren. Deshalb sind - insbesondere für die adäquate Behandlung schwerer Infektionen - lokale Informationen über die Resistenzsituation erforderlich. Falls auf Grund der lokalen Resistenzsituation die Wirksamkeit von Enoxacin in Frage gestellt ist, sollte eine Therapieberatung durch Experten angestrebt werden. Insbesondere bei schwerwiegenden Infektionen oder bei Therapieversagen ist eine mikrobiologische Diagnose mit dem Nachweis des Erregers und dessen Empfindlichkeit gegenüber Enoxacin anzustreben.

Prävalenz der erworbenen Resistenz in Deutschland auf der Basis von Daten der letzten 5 Jahre aus nationalen Resistenzüberwachungsprojekten und -studien (zu Streptokokkenerregern siehe Abschnitt 4.1) (Stand: Dezember 2010):

Üblicherweise empfindliche Spezies


Aerobe Gram-positive Mikroorganismen


Staphylococcus saprophyticus °


Aerobe Gram-negative Mikroorganismen


Enterobacter aerogenes Enterobacter cloacae Haemophilus influenzae Moraxella catarrhalis Proteus vulgaris Serratia marcescens Andere Mikroorganismen Chlamydophila pneumoniae ° $

Chlamydia trachomatis ° $

Legionella pneumophila °

Mycoplasma hominis ° $

Mycoplasma pneumoniae ° $

Ureaplasma urealyticum ° $

Spezies, bei denen erworbene Resistenzen ein Problem bei der Anwendung darstellen können

Aerobe Gram-positive Mikroorganismen

Enterococcus faecalis °

Staphylococcus aureus (Methicillin-sensibel)

Staphylococcus aureus (Methicillin-resistent) +

Staphylococcus epidermidis +

Staphylococcus haemolyticus +

Staphylococcus hominis +

Streptococcus pneumoniae $

Aerobe Gram-negative Mikroorganismen Acinetobacter baumannii ° $

Citrobacter freundii Escherichia coli 1


Klebsiella oxytoca


Klebsiella pneumoniae Morganella morganii Neisseria gonorrhoeae Proteus mirabilis Pseudomonas aeruginosa $

Stenotrophomonas maltophilia $

Von Natur aus resistente Spezies Aerobe Gram-positive Mikroorganismen Enterococcus faecium Anaerobe Mikroorganismen Bacteroides spp. 2 1

größer sind als die Serumkonzentrationen und die mittleren Hemmkonzentrationen empfindlicher Keime. Enoxacin wird zu 30% an Plasmaproteine gebunden.

Bei niereninsuffizienten Patienten ändern sich Plasma-Clearance und renale Clearance proportional zur Kreatinin-Clearance.

Es gibt keinen klinisch signifikanten Unterschied in der Pharmakokinetik zwischen jüngeren und älteren Erwachsenen.

Bioverfügbarkeitsstudien mit dem Wirkstoff Enoxacin ergaben folgende Werte:

Darreichungsform

200 mg Tabletten

200 mg Kapseln

200 mg i.v. Lösung

Mittelwert

Streuung RSD [%]

Mittelwert

Streuung RSD [%]

Mittelwert

Streuung RSD [%]

Maximale Plasmakonzentration (Cmax [pg/ml])

0,93

38,2

1,02

25,0

1,83

45,0

Fläche unter der KonzentrationsZeit-Kurve (AUC [pg/mlh])

4,02

29,9

4,67

30,0

5,35

13,0

Zeitpunkt der maximalen Plasmakonzentration (tmax [h])

1,18

52,3

1,00

50,0

1,11

26,0

Die absolute Bioverfügbarkeit von ENOXOR 200 mg Tabletten gegenüber der i.v. Lösung wird mit 81% errechnet.

Mittlere Plasmaspiegelverläufe von ENOXOR 200 mg Tabletten im Vergleich zu 200 mg Enoxacin Kapseln und 200 mg intravenöse Enoxacinlösung (Infusion):

Zeit [h]

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit Akute Toxizität

Bei einmaliger Gabe p.o. besitzt Enoxacin bei Nagetieren, Hunden und Affen nur eine sehr geringe Toxizität. Die LD50 beträgt bei Mäusen und Ratten mehr als 5000 mg/kg und bei Hunden mehr als 1600 mg/kg. Bei einmaliger intravenöser Gabe beträgt die LD50 etwa 300 mg/kg bei Mäusen und Ratten, nach subcutaner Gabe liegen die Werte bei diesen Spezies zwischen 1000 und 2000 mg/kg.

Verglichen mit Enoxacin sind die Metaboliten, die nach oraler bzw. nach intraperitonealer Gabe gebildet werden, weniger toxisch.

Toxizität nach wiederholter Anwendung

Ratten und Hunde tolerieren nach 6-monatiger Gabe p.o. die 18- bzw. 4-fache und nach intravenöser Applikation die 3- bzw. 2-fache der für die therapeutische Anwendung vorgesehenen Dosis.

Die wichtigsten toxischen Effekte waren Gelenkschäden, Kristallurie mit Alterationen der Nierentubuli und Störungen der Spermatogenese.

Reproduktionsstudien

In Dosen von 1000 mg/kg war die Fertilität männlicher Ratten reversibel erniedrigt.

Bei Mäusen, Ratten, Beagle-Hunden und Affen besitzt Enoxacin keine teratogenen Eigenschaften.

In Studien zur peri- und postnatalen Toxizität wurden keinerlei schädigende Wirkungen auf die Nachkommenschaft beobachtet.

Es ist nicht bekannt, in welchem Umfang Enoxacin in die Muttermilch ausgeschieden wird.

Mutagenes Potential

Ein Micronucleus-Test an Mäusen verlief in sehr hohen Dosen schwach positiv. In allen anderen Studien war ein mutagenes Potential der Substanz nicht nachzuweisen. Unter Berücksichtigung der therapeutischen Anwendung und angesichts des gesamten toxikologischen Profils ist das genotoxische Risiko von Enoxacin als vernachlässigbar gering anzusehen.

Karzinogenes Potential

Da in tierexperimentellen Studien keine Hinweise auf ein mögliches karzinogenes Potential erhalten wurden, die vorgesehene Dauer der Anwendung 14 Tage nicht überschreiten wird und keine Strukturähnlichkeiten mit bekannten Karzinogenen vorhanden sind, wurde auf die Durchführung von Kanzerogenitätsstudien verzichtet.

6.    PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1    Liste der sonstigen Bestandteile

Hyprolose, mikrokristalline Cellulose, Croscarmellose-Natrium, hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich], Hypromellose, Macrogol 400 und 4000, Polysorbat 80, Indigocarmin, Titandioxid.

6.2    Inkompatibilitäten

Keine bekannt.

6.3    Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

Das Präparat soll nach Ablauf des Verfalldatums nicht mehr verwendet werden.

6.4    Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5    Art und Inhalt des Behältnisses Packungen mit 10 oder 20 Filmtabletten

6.6    Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung Keine besonderen Anforderungen.

7.    INHABER DER ZULASSUNG

PIERRE FABRE PHARMA GMBH Jechtinger Str. 13 D-79111 Freiburg

8.    ZULASSUNGSNUMMER

17095.00.00

9.    DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

14.06.1991/ 06.06.2005

STAND DER INFORMATION

10.


Juli 2014

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

11.

1

Bei Isolaten von Patientinnen mit unkomplizierter Cystitis beträgt die Resistenzrate <10%, sonst >10%.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Enoxacin wird nach Einzel- oder Mehrfachgabe schnell resorbiert. Bei gesunden Probanden werden 1-2 Stunden nach der Einnahme maximale Plasmakonzentrationen erreicht. Die Halbwertzeit für Enoxacin beträgt 4-6 Stunden. Ein Steady-state wird bei zweimaliger Tagesgabe nach 2-3 Tagen erreicht, da die Plasma-Clearance im Steady-state um 30% reduziert ist im Vergleich zu der nach einer Einzelgabe. Bei einer Dosis von zweimal täglich 400 mg liegt die minimale Plasmakonzentration bei 1,1 pg/ml und die maximale bei 4,5 pg/ml.

Im menschlichen Urin wurden fünf Metaboliten des Enoxacins mit 1/3 bis 1/10 der antibakteriellen Wirksamkeit des Enoxacin gefunden.

Enoxacins wird vor allem über die Niere ausgeschieden, wobei mehr als 40% einer Einzeldosis unverändert innerhalb von 24 Stunden im Urin erscheinen.

Im Steady-state ist während mindestens 8 Stunden nach der Einnahme die durchschnittliche Konzentration von Enoxacin im Urin 10- bis 100-fach höher als die MHK für die meisten pathogenen Keime der Harnwege.

Enoxacin penetriert in Sputum, Bronchialschleim, Gallenflüssigkeit, bullöse Flüssigkeit, Niere, Prostata, Beckengewebe und Muskeln und erreicht dort Konzentrationen, die

2

Clostridium difficile

Die angegebenen Kategorisierungen basieren auf Daten zu Ofloxacin und Ciprofloxacin.

° Bei Veröffentlichung der Tabellen lagen keine aktuellen Daten vor. In der Primärliteratur, Standardwerken und Therapieempfehlungen wird von einer Empfindlichkeit ausgegangen.

$ Die natürliche Empfindlichkeit der meisten Isolate liegt im intermediären Bereich.

+ In mindestens einer Region liegt die Resistenzrate bei über 50%.