iMedikament.de

Entacapon-Neuraxpharm 200 Mg Filmtabletten

Document: 26.03.2013   Fachinformation (deutsch) change

Text Fachinformation Entacapon-neuraxpharm 200 mg Filmtabletten

Stand: 02/2013



Fachinformation

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Entacapon-neuraxpharm200mg

Filmtabletten

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

EineFilmtabletteenthält200mgEntacapon.

VollständigeAuflistungdersonstigenBestandteile,sieheAbschnitt6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Filmtablette

Bräunlich-orange,ovale,bikonvexeFilmtablettemitderPgung„W477“aufder einerSeiteundglattauf deranderenSeite.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

EntacaponwirdinKombinationmitStandardpparatenvonLevodopa/Benserazid oderLevodopa/CarbidopabeierwachsenenPatientenmitMorbusParkinson eingesetzt,beidenenend-of-dose-FluktuationenimKrankheitsbildauftretenund diemitdiesenKombinationspparatennichtausreichendstabilisiertsind.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

EntacapondarfnurinKombinationmitLevodopa/Benserazidoder Levodopa/Carbidopaangewendetwerden.DieAngabenzurAnwendungdieser Levodopa-PräparategeltenauchbeigleichzeitigerAnwendungmitEntacapon.

Dosierung

EineTablettezu200mgwirdzusammenmitjederDosis Levodopa/Dopadecarboxylase-Hemmer eingenommen.Dieempfohlene Höchstdosisbeträgt200mgzehnmaltäglich,d. h.2.000mgEntacapon.

EntacaponverstärktdieWirkungvonLevodopa.UmdievonLevodopaverursachten unerwünschtendopaminergenReaktionen,z. B.Dyskinesien,Übelkeit,Erbrechenund Halluzinationen,zuvermindern,istesdaherhäufigtig,dieLevodopa-Dosis währenddererstenTagebisWochennachBeginnderBehandlungmitEntacapon anzupassen.DieTagesdosisvonLevodopakannumetwa10- 30 %verringertwerden, indemjenachdemklinischenZustandsbilddesPatientendasDosierungsintervall verlängertund/oderdieEinzeldosisvonLevodopaverringertwird.WirdEntacapon abgesetzt,mussdieDosierungandererAntiparkinson-Mittel,insbesonderevon Levodopa,angepasstwerden,umdieSymptomederParkinson-Krankheitausreichend unterKontrollezuhalten.

EntacaponerhöhtdieBioverfügbarkeitvonLevodopaausStandardkombinationen vonLevodopamitBenserazidgeringfügigstärker(5 - 10 %)alsaus StandardkombinationenvonLevodopamitCarbidopa.DaherkannbeiPatienten,die mitStandardkombinationenvonLevodopamitBenserazidbehandeltwerden,nach BeginnderBehandlungmitEntacaponmöglicherweiseeinestärkereVerringerung derLevodopa-Dosiserforderlichsein.

Niereninsuffizienz:

EineNiereninsuffizienzbeeinflusstdiePharmakokinetikvon EntacaponnichtundesistkeineDosisanpassungerforderlich.BeiDialysepatienten istunterUmständeneinlängeresDosierungsintervallzuerwägen(sieheAbschnitt 5.2).

Leberinsuffizienz:

SieheAbschnitt4.3.

ÄlterePatienten:

FürälterePatientenistkeineDosisanpassungerforderlich.

KinderundJugendliche:

DieUnbedenklichkeitundWirksamkeitvon Entacapon-neuraxpharmbeiKindernundJugendlichenimAlterunter18 Jahrenistnichtnachgewiesen.EsliegenkeineStudienvor.

ArtderAnwendung

EntacaponwirdoralundgleichzeitigmitjederDosisLevodopa/Carbidopaoder Levodopa/Benserazidangewendet.

EntacaponkannunabhängigvondenMahlzeiteneingenommenwerden(siehe Abschnitt5.2).

4.3 Gegenanzeigen

- ÜberempfindlichkeitgegendenWirkstoff,Soja,Erdnussoder einenderinAbschnitt6.1genanntensonstigenBestandteile

- Leberinsuffizienz

- Phäochromozytom

- GleichzeitigeGabevonEntacaponmitnichtselektiven Monoaminoxidase(MAO-AundMAO-B)-Hemmern(z. B.Phenelzin, Tranylcypromin)

- GleichzeitigeGabeeinesselektivenMAO-A-undeinesselektiven MAO-B-HemmerszusammenmitEntacapon(sieheAbschnitt4.5)

- MalignesneuroleptischesSyndromund/oderatraumatischeRhabdomyolysein derAnamnese

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

InseltenenllenwurdebeiPatientenmitMorbusParkinsonnachschweren DyskinesienodermalignemneuroleptischemSyndromeineRhabdomyolyse beobachtet.

DasmaligneneuroleptischeSyndrom,einschließlichRhabdomyolyseundFieber,wird durchmotorischeSymptome(Rigor,Myoklonien,Tremor), Bewusstseinsvenderungen(z. B.Erregung,Verwirrtheit,Koma),Fieber,Störungen desautonomenNervensystems(Tachykardie,labilerBlutdruck)underhöhteSpiegel derSerumkreatinphosphokinase gekennzeichnet.ImEinzelfallkönnenjeweilsnur einzelnedieserSymptomeund/oderBefundeauffälligsein.Im Zusammenhangmitder Entacapon-BehandlunginkontrolliertenStudien,beidenenEntacaponabruptabgesetzt wurde,wurdewederübereinmalignesneuroleptischesSyndromnochüber Rhabdomyolyseberichtet.SeitderMarkteinführungwurdeinEinzelllenüberein malignesneuroleptischesSyndromberichtet,insbesonderenacheinerabrupten DosisreduzierungoderUnterbrechungderBehandlungmitEntacaponundanderen dopaminergenBegleitmedikationen.Wennnotwendig,solltedasAbsetzenvon Entacaponbzw.eineranderendopaminergenMedikationlangsamerfolgenundes kann,fallstrotzdeslangsamenAbsetzensvonEntacaponAnzeichenund/oder Symptomeauftreten,eineErhöhungderLevodopa-Dosisnotwendigwerden.

EineBehandlungmitEntacaponsolltebeiPatientenmiteinerkoronaren Herzkrankheitvorsichtigerfolgen.

AufgrundseinesWirkungsmechanismuskannEntacapondenMetabolismusvon Arzneimitteln,dieeineKatecholgruppeenthalten,beeinflussenundihreWirkung verstärken.BeiPatienten,diemitArzneimittelnbehandeltwerden,welchedurchdas EnzymCatechol-O-methyltransferase (COMT)metabolisiertwerden,z. B.Rimiterol, Isoprenalin,Adrenalin,Noradrenalin,Dopamin,Dobutamin,alpha-Methyldopaund Apomorphin,istEntacapondahermitVorsichtanzuwenden(sieheauchAbschnitt 4.5).

EntacaponwirdstetsalsZusatzmedikationzu Levodopaverwendet.Die Vorsichtsmaßnahmen,welchefürdieBehandlungmitLevodopagelten,sinddaher auchbeiderBehandlungmitEntacaponzubeachten.Entacaponerhöhtdie BioverfügbarkeitvonLevodopaausStandardkombinationenvonLevodopamit Benserazidum5 - 10 %stärkeralsausStandardkombinationenvonLevodopamit Carbidopa.DaherkönnendopaminergeNebenwirkungenhäufigerauftreten,wenn EntacaponzusätzlichzueinerBehandlungmit Levodopa/Benserazidgegebenwird (sieheauchAbschnitt4.8).UmdievonLevodopaverursachtenunerwünschten dopaminergenReaktionenzuvermindern,musshäufigwährenddererstenTagebis WochennachBeginnderBehandlungmitEntacapondieDosierungvonLevodopa entsprechenddemklinischenZustandsbilddesPatientenangepasstwerden(siehe Abschnitte4.2und4.8).

EntacaponkanneinedurchLevodopaverursachteorthostatischeHypotonie verstärken.BeiPatienten,dieandereArzneimitteleinnehmen,dieeineorthostatische Hypotoniehervorrufenkönnen,istEntacapondahermitVorsichtanzuwenden.

InklinischenStudientrateneinigedopaminergeNebenwirkungen,z. B.Dyskinesien, häufigerbeiPatientenauf,dieEntacaponzusammenmitDopamin-Agonisten(z. B. Bromocriptin),mitSelegilinodermitAmantadinerhielten,verglichenmitPatienten, diePlacebomitdieserKombinationerhielten.DieDosierungandererAntiparkinson-Mittelmussmöglicherweiseangepasstwerden,wenndieBehandlungmitEntacapon begonnenwird.

DieEinnahmevonEntacaponzusammenmit LevodopawurdebeiPatientenmit Parkinsonerkrankungmit SomnolenzundEpisodenplötzlicheintretender SchlafanfälleinZusammenhanggebracht.DaheristbeimFührenvonFahrzeugen oderBedienenvonMaschinenVorsichtgeboten(sieheAbschnitt4.7).

FürPatienten,dieeineDiarrhöeentwickeln,wirdeineÜberwachungdesGewichtesempfohlen,umeinenmöglichenübermäßigenGewichtsverlustzuvermeiden.Falls währendderBehandlungmitEntacaponeineDiarrhöeübereinenlängerenZeitraumbzw.anhaltendauftritt,kannessichumeinAnzeicheneinerKolitis handeln.Im FalleeinerübereinenlängerenZeitraumbzw.anhaltendauftretenden DiarrhöesolltedasArzneimittelabgesetztundeineangemesseneBehandlungsowieUntersuchunginErwägunggezogenwerden.

Impulskontrollstörungen

Die Patienten sollten regelmäßig hinsichtlich der Entwicklung von Impulskontrollstörungen überwacht werden. Patienten und Betreuer sollten darauf aufmerksam gemacht werden, dass bei Patienten, die mit Dopaminagonisten und/oder anderen dopaminergen Arzneimitteln, einschließlich Entacapon, in Verbindung mit Levodopa, behandelt werden, Verhaltensauffälligkeiten im Sinne von Impulskontrollstörungen auftreten können, einschließlich pathologischer Spielsucht, Libidosteigerung, Hypersexualität, zwanghaftem Geldausgeben oder Einkaufen, Essattacken und Esszwang. Die Überprüfung der Behandlung wird empfohlen, wenn solche Symptome auftreten.

BeiPatienten,dieinnerhalbeinesrelativkurzenZeitraumseineprogrediente Anorexie,AsthenieundGewichtsverlustentwickeln,isteineumfassende medizinischeUntersuchungeinschlilichder LeberfunktioninErwägungzuziehen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

UnterdemempfohlenenDosierungsschemawurdekeineWechselwirkung vonEntacaponmitCarbidopabeobachtet.Diepharmakokinetische WechselwirkungmitBenserazidwurdenichtuntersucht.

InEinzeldosisstudienan gesundenProbandenwurdenkeineWechselwirkungen zwischenEntacaponundImipraminoderzwischenEntacaponundMoclobemid beobachtet.EbensowurdeninStudienanParkinson-Patientennach MehrfachdosierungkeineWechselwirkungenzwischenEntacaponundSelegilin festgestellt.JedochliegenüberdieklinischeAnwendungvonEntacaponzusammen mitanderenArzneimitteln,wieMAO-A-Hemmern,trizyklischenAntidepressiva, Noradrenalin-WiederaufnahmehemmernwieDesipramin,Maprotilinund Venlafaxin,sowieSubstanzen,diedurchCOMTmetabolisiertwerden(z. B.solche, dieeineKatecholgruppebesitzen:Rimiterol,Isoprenalin,Adrenalin,Noradrenalin, Dopamin,Dobutamin,alpha-Methyldopa,ApomorphinundParoxetin)bishernur begrenzteErfahrungenvor.BeiderGabederartigerSubstanzenzusammenmit EntacaponistVorsichtgeboten(sieheauchAbschnitt4.3undAbschnitt4.4).

EntacaponkannzusammenmitSelegilin(einemselektivenMAO-B-Hemmer) angewendetwerden,jedochdarfdieTagesdosisvonSelegilin10mgnicht überschreiten.

EntacaponkannimMagen-Darm-TraktChelatkomplexemitEisenbilden.Daher müssenEntacaponundEisenpparateimAbstandvonmindestens2 - 3Stunden eingenommenwerden(sieheauchAbschnitt4.8).

EntacaponwirdvonHumanalbuminanderBindungsstelleIIgebunden,dieauch verschiedeneandereArzneimittelwiez. B.DiazepamundIbuprofenbindet. KlinischeStudienzurWechselwirkungmitDiazepamundnichtsteroidalen Antirheumatika(NSAIDs)wurdennichtdurchgeführt.AufgrundvonIn-vitro-StudienistbeitherapeutischenKonzentrationendesArzneimittelskeinesignifikante Verdrängungzuerwarten.

AufgrundseinerIn-vitro-AffinitätzuCytochromP4502C9(sieheAbschnitt5.2)kann espotentiellzuWechselwirkungenmitArzneimittelnkommen,deren MetabolisierungvondiesemIsoenzymabhängigist,wiez. B.S-Warfarin.In einer Interaktionsstudiean gesundenProbandenveränderteEntacaponjedochdie PlasmaspiegelvonS-Warfarinnicht,währenddieAUCvonR-Warfarinim Mittelum 18 %(90 %Konfidenzintervall11 % - 26 %)erhöhtwar.DieINR-Werteerhöhtensich imMittelum13 %(90 %Konfidenzintervall6 % - 19 %).DaherwirdbeimitWarfarin behandeltenPatientenzu BeginnderBehandlungmitEntacaponeineKontrolleder INR-Werteempfohlen.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

IntierexperimentellenUntersuchungen,indenendieExpositionmitEntacapon deutlichhöherwaralsdietherapeutischeExposition,wurdenkeineoffenkundigen teratogenenoderprimärfetotoxischenWirkungenfestgestellt.Dabeischwangeren FrauenkeineErfahrungenvorliegen,darfEntacaponinderSchwangerschaftnicht angewendetwerden.

BeitierexperimentellenUntersuchungengingEntacaponindieMuttermilchüber. ÜberdieSicherheitvonEntacaponbeiSäuglingenistnichtsbekannt.Frauendürfen währendder BehandlungmitEntacaponnichtstillen.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

DieEinnahmevonEntacapon-neuraxpharminKombinationmitLevodopakann großenEinflussaufdieVerkehrstüchtigkeitunddiehigkeitzumBedienenvon Maschinenhaben.Entacaponkannzusammenmit LevodopaBenommenheitund orthostatischeSymptomehervorrufen.DaheristbeideraktivenTeilnahmeam StraßenverkehrundbeimBedienenvonMaschinenVorsichtgeboten.

Patienten,diemitEntacaponinKombinationmitLevodopabehandeltwerdenundbei denenSomnolenzoderEpisodenplötzlicheintretenderSchlafanfälleauftreten, müss