iMedikament.de

Erbiumcitrat [169er] Cis Bio International Suspensionslösung Für Injektionszwecke

Document: 10.12.2008   Gebrauchsinformation (deutsch) change


Radioaktives Arzneimittel

Gebrauchsinformation und Fachinformation


Erbiumcitrat (169Er) CIS bio international111 MBq/ml

Injektionssuspension



Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie sich das Arzneimittel durch Ihren Arzt verabreichen lassen.


Dieses radioaktive Arzneimittel darf nur durch Ihren Arzt angewendet werden.


Heben Sie bitte die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später

nochmals lesen.


Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt.

Wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie

Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben

sind, informieren Sie bitte Ihren Arzt.



Die Packungsbeilage beinhaltet:


1. Was ist Erbiumcitrat (169Er) CIS bio international und wofür wird es angewen-

det?


2. Was müssen Sie vor der Anwendung vonErbiumcitrat (169Er) CIS bio international beachten?


3. Wie ist Erbiumcitrat (169Er) CIS bio international anzuwenden?


4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?


5. Wie istErbiumcitrat (169Er) CIS bio international aufzubewahren?


6. Weitere Informationen


7. Weitere Angaben für Fachkreise


1. WAS IST ERBIUMCITRAT (169ER) CIS BIO INTERNATIONAL UND WOFÜR

WIRD ES ANGEWENDET?


Erbiumcitrat (169Er) CIS bio internationalwird eingesetzt für die Radiosynoviorthese kleiner Gelenke wie z. B. Fingergrundgelenk (Metacarpophalangealgelenk, MCP), Fingermittelgelenk (proximales Interphalangealgelenk, PIP), Fingerendgelenk (distales Interphalangealgelenk, DIP) und Zehengrundgelenk (Metatarsophalangealgelenk, MTP) zur Behandlung einer chronischen Synovialitis mit rezidivierenden Gelenkergüssen bei



Erbiumcitrat (169Er) darf bei chronisch-entzündlichen Gelenkerkrankungen nur eingesetzt werden, wenn eine vorausgehende 6-monatige konservative Therapie einschließlich intraartikulärer Kortikoidinjektion nicht zum Erfolg geführt hat.

Die Diagnosen und die Indikationsstellung müssen im Rahmen einer interdisziplinär getragenen Therapiestrategie in Zusammenarbeit mit einem rheumatologisch versierten Arzt gestellt werden.



2. WAS MÜSSEN SIE VOR DER ANWENDUNG VON ERBIUMCITRAT (169ER) CIS BIO INTERNATIONAL BEACHTEN?



Erbiumcitrat (169Er) CIS bio international darf nicht angewendet werden


Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Erbiumcitrat (169Er) CIS bio international ist erforderlich

Bei weitgehender Gelenkinstabilität mit deutlicher Knochendestruktion sowie bei geklammerten Gelenken ist die Anwendung nur in begründeten Ausnahmefällen zulässig, jedoch ist größte Vorsicht geboten.

Allergische Reaktionen und sekundäre Gelenkinfektion können nach Radio-synoviorthese nicht ausgeschlossen werden.



Es ist auf Grund der anatomischen Gegebenheit des Gelenks abzuwägen, ob die zusätzliche Injektion eines Kontrastmittels notwendig ist (siehe auch Abschnitt 2. Bei Anwendung von Erbiumcitrat (169Er) CIS bio international mit anderen Arzneimitteln).

Bei jedem Patienten ist sorgfältig zwischen dem zu erwartenden therapeutischen Nutzen und dem mit der Strahlenexposition verbundenen Risiko abzuwägen. Um die Strahlenexposition so gering wie möglich zu halten, darf die zu verabreichende Aktivität nicht höher bemessen werden, als für den therapeutischen Erfolg erforderlich ist.

Radioaktive Arzneimittel dürfen nur von dazu berechtigten Personen in speziell dafür bestimmten nuklearmedizinischen Kontrollbereichen in Empfang genommen, gehandhabt, verabreicht und entsorgt werden. Der Umgang und die Anwendung dieser Produkte unterliegen den Bestimmungen der zuständigen Aufsichtsbehörde und/oder entsprechenden Genehmigungen.

Für die Radiosynoviorthese gelten die gleichen Risiken wie bei jeder Gelenk-punktion und intraartikulären Arzneimittelgabe. Intraartikuläre Punktionen dürfen nur unter Einhaltung der „Hygienischen Anforderungen an Behandlungsräume“ durchgeführt werden. Räume und Einrichtungen bedürfen der regelmäßigen Reinigung und Desinfektion. Geeignetes Arbeitsmaterial, wie sterile Einmalbestecke, Desinfektionsmaterialien, Schienen zur Fixation des behandelten Gelenkes, ist griffbereit zu halten. Die Anzahl der Personen im Behandlungsraum ist auf das Notwendige zu beschränken.


Bei Anwendung von Erbiumcitrat (169Er) CIS bio international mit anderen Arzneimitteln

Erbiumcitrat (169Er) könnte nach lokaler Interaktion mit Röntgenkontrastmitteln, die EDTA oder andere Chelatbildner enthalten, aus dem Erbiumcitrat-Kolloid herausgelöst werden.

Bei EDTA- oder anderen Chelatbildner-haltigen Kontrastmitteln wird das Risiko einer relevanten Interaktion mit Erbiumcitrat (169Er) vor allem über die Elimi-nations­geschwindigkeit des Kontrastmittels bestimmt. Ionische, hoch-osmolare sowie nicht-ionische niedrig-osmolare monomereKontrastmittel werden aus dem gesunden Gelenk mit einer Halbwertszeit zwischen 30-60 min eliminiert. Diese Zeit kann sich beim rheumatischen Gelenk sogar noch verkürzen. Dennoch wird ein großzügiger Sicherheitsabstand von 8 Stunden zwischen Applikation des Röntgenkontrastmittels und Erbiumcitrat (169Er) empfohlen, um das Risiko einer Interaktion zu eliminieren.

Bei EDTA- oder anderen Chelatbildner-haltigen, dimerennicht-ionischen Kontrastmitteln sollte auf Grund ihrer langsameren Elimination ein Sicherheitsabstand von 3 Tagen eingehalten werden.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden bzw. vor kurzem angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Inkompatibilitäten

Keine bekannt.


Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Erbiumcitrat (169Er) ist kontraindiziert, wenn eine Schwangerschaft nachweislich vorliegt oder vermutet wird bzw. wenn eine Schwangerschaft zuvor nicht sicher ausgeschlossen wurde.

Wenn bei gebärfähigen Frauen die Notwendigkeit besteht, radioaktiv markierte Arzneimittel anzuwenden, ist grundsätzlich abzuklären, ob eine Schwangerschaft besteht. Bei Ausbleiben der Monatsblutung ist eine Frau bis zum Beweis des Gegenteils als schwanger einzustufen. Es sollten immer alternative Methoden in Betracht gezogen werden, die keine ionisierende Strahlung beinhalten.

Dieses Präparat sollte nicht vor Abschluss der Reproduktionsphase bzw. der Familienplanung eingesetzt werden. Es wird empfohlen, die Therapie erst jenseits des 45. Lebensjahres durchzuführen. Bei Patienten im fortpflanzungsfähigen Alter ist die Anwendung nur in begründeten Ausnahmefällen und nach besonders sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung unter Einbeziehung alternativer Therapiemöglichkeiten zulässig. Frauen im gebärfähigen Alter müssen vor Beginn, während und 4 Monate nach der Behandlung eine wirksame Schwangerschaftsverhütung praktizieren.


Stillzeit

Bevor ein radioaktiv markiertes Arzneimittel einer stillenden Mutter gegeben wird, ist zu prüfen, ob die Anwendung auf einen Zeitpunkt nach Beendigung der Stillzeit verschoben werden kann. Falls sich die Anwendung nicht verschieben lässt, muss eine stillende Mutter angewiesen werden, abzustillen.


Fragen Sie vor der Anwendung aller Arzneimittel Ihren Arzt um Rat.


Vorsichtsmaßnahmen zur Vermeidung von Gefahren für die Umwelt

Mit radioaktiven Arzneimitteln behandelte Patienten stellen einen Risikofaktor für andere Personen, aufgrund der vom Patienten ausgehenden Strahlung dar. Zur Vermeidung der Exposition von Dritten und zur Vermeidung von Kontaminationen sind die den nationalen Strahlenschutzverordnungen entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.


Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen durchgeführt.



Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Erbiumcitrat (169Er) CIS bio international

Erbiumcitrat (169Er) CIS bio international enthält 3,8 mg Natrium pro ml.


Am Kalibrierzeitpunkt enthält das Arzneimittel weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Dosiereinheit, d. h., es ist nahezu „natriumfrei“.



3. WIE IST ERBIUMCITRAT (169ER) CIS BIO INTERNATIONAL ANZUWENDEN?



Dosierung

Die Aktivitätsbemessung richtet sich nach der Gelenkgröße, der Synovialisdicke und dem Ausmaß der Ergussbildung. Es werden folgende Aktivitäten empfohlen:

Fingergrundgelenk (MCP): 20-40 MBq,

Fingermittelgelenk (PIP): 10-20 MBq,

Fingerendgelenk (DIP): 10-15 MBq,

Zehengrundgelenk (MTP): 30-40 MBq.



Es können mehrere Gelenke gleichzeitig behandelt werden bis zu einer Gesamtaktivität von 120 MBq/Sitzung, wobei eine Jahresaktivität von 300 MBq nicht überschritten werden sollte.


Art und Dauer der Anwendung

Zur intraartikulären Anwendung.


Die nochmalige Injektion mit radioaktivem Kolloid in ein Gelenk sollte in der Regel frühestens nach 6 Monaten erfolgen.



Wenn bei Ihnen eine größere Menge angewendet wurde, als vorgesehen

Aufgrund der anatomischen Gegebenheiten ist es in der Regel nicht möglich, mehr als 2 ml in kleine Gelenke zu applizieren. Eine Überdosierung im pharmakologischen Sinn ist daher nicht zu erwarten.





Da Erbiumcitrat (169Er) nur durch entsprechend geschultes Personal appliziert werden kann, ist eine Überdosierung unwahrscheinlich. Im Fall des Auftretens einer Überdosierung wird die gleiche Behandlung, wie zur Therapie einer radiogenen Synovitis üblich, angewendet. Die aufgenommene Dosis kann aufgrund der geringen Ausscheidung des Radionuklids aus dem Körper nicht reduziert werden. Das Gelenk wird immobilisiert und falls nötig gekühlt. Falls sich ein Erguss bildet, wird dieser nur dann punktiert, wenn die klinische Symptomatik diese Maßnahmen erfordert. Die intraartikuläre Injektion eines Kortikoids ist nur notwendig in Fällen mit schwerer Symptomatik. Eine extraartikuläre Anreicherung des Betastrahlers kann zu Nekrosen führen, die sofort mit Kortikoiden umspritzt werden sollten.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt.



4. WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?


Wie alle Arzneimittel kann Erbiumcitrat (169Er) CIS bio international Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.


Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:



Sehr häufig:       mehr als 1 Behandelter von 10

Häufig:              1 bis 10 Behandelte von 100

Gelegentlich:      1 bis 10 Behandelte von 1000

Selten:              1 bis 10 Behandelte von 10 000

Sehr selten:       weniger als 1 Behandelter von 10 000

Nicht bekannt:    Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht

abschätzbar


Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Selten: Kutane Nekrose oder eine schwärzliche dermal-epidermale Pigmentation nach der Radiosynoviorthese. Diese unerwünschte Begleiterscheinung kann nach dem Rück- fluss des Produkts durch die Nadel auftreten, oder wenn die Injektion in einem zu kurzen zeitlichen Abstand zu einer Synovialbiopsie erfolgt.

Ein Fall von blasenförmigem Hautausschlag wurde 3 Wochen nach der Injektion beobachtet.


Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Selten: Sekundäre Gelenkinfektion.



Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig: Schmerzen nach der Injektion von radioakti- vem Kolloid.

Häufig: Vorübergehende fieberhafte Reaktion in- nerhalb von 24 Stunden nach der Radio-synoviorthese (in ca. 2 % der Fälle).

Sehr selten: Allergische Reaktionen nach Radiosyno- viorthese.



Sehr selten: Entzündung im Gelenk einige Stunden oder Tage nach der Radiosynoviorthese, die mit Analgetika oder nicht-steroiden Entzündungshemmern behandelt werden kann.

Ein Fall von Hautrötung wurde 1 Monat nach der Injektion an der Injektionsstelle beobachtet.


Bösartige Neubildungen

Ionisierende Strahlen können Krebs und Erbgutveränderungen erzeugen.

Die aus therapeutischer Exposition resultierende Strahlendosis kann theoretisch zu einem häufigeren Auftreten von Krebs oder Mutationen führen.

Die Häufigkeit von Chromosomen-Aberrationen eignet sich als quantitativer Indikator für zelluläre Schäden und korreliert unter bestimmten Bedingungen mit der applizierten Dosis. In speziellen Untersuchungen zu Chromosomen-Aberrationen bei peripheren Lymphozyten wurde jedoch keine signifikante Zunahme der Anzahl an dizentrischen Chromosomen (strahlencharakteristische Chromosomen-Aberrationen) durch die RSO mit Erbiumcitrat (169Er) beobachtet.

In jedem Fall muss sichergestellt werden, dass das Risiko durch ionisierende Strahlen geringer ist als das Risiko durch die zu behandelnde Erkrankung.

Bitte nehmen Sie Kontakt mit Ihrem behandelnden Arzt auf, wenn Schmerzen im Bereich des behandelten Gelenkes auftreten.


Informieren Sie bitte Ihren Arzt, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.




5. WIE IST ERBIUMCITRAT (169ER) CIS BIO INTERNATIONAL AUFZUBEWAHREN?



Dauer der Haltbarkeit

14 Tage nach dem Kalibrierzeitpunkt.

Das Arzneimittel darf nach dem auf der Durchstechflasche nach „Verw. bis“ bzw. nach dem auf dem Blei- und Metallbehälter nach „Verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwendet werden.


Aufbewahrungsbedingungen

Nicht über 25 °C lagern. Im Bleibehälteraufbewahren. Eine Lagerung des Arzneimittels im Kühlschrank über einen längeren Zeitraum (> 8 Stunden) kann die Qualität des Arzneimittels beeinflussen und ist zu vermeiden.

Die Lagerung muss in Übereinstimmung mit den nationalen Bestimmungen für radioaktives Material erfolgen.


Hinweis auf Haltbarkeit nach Anbruch oder Zubereitung

Nach der ersten Entnahme bei 2 – 8 °C lagern (im Kühlschrank) und innerhalb von 8 Stunden verwenden.


Angaben zur Entsorgung

Sämtliche nicht verbrauchte Reste des Produktes oder Abfälle müssen in Übereinstimmung mit den geltenden nationalen und internationalen Vorschriften entsorgt werden.



6. WEITERE INFORMATIONEN


Was Erbiumcitrat (169Er) CIS bio international enthält

Der Wirkstoff ist: Erbiumcitrat (169Er).

1 ml Injektionssuspension enthält 111 MBq Erbiumcitrat (169Er) zum Kalibrierzeitpunkt.

Gehalt an Gesamt-Erbium: <2,2 mg/ml

Die sonstigen Bestandteile sind: Erbiumcitrat, Natriumcitrat 2 H2O, Salpetersäure, Natriumhydroxid, Natriumchlorid und Wasser für Injektionszwecke.

Erbiumcitrat (169Er) enthält keine antimikrobiellen Konservierungsmittel.

Erbiumcitrat (169Er) ist eine sterile Suspension aus kolloidalem Erbium-169 mit einem pH-Wert zwischen 5,5 und 7,5 und einer radioaktiven Konzentration von 111 MBq/ml, zu dem auf dem Etikett angegebenen Datum (Kalibrierzeitpunkt).



Die Kolloid-Suspension besteht aus zwei unterschiedlichen Fraktionen:

Die große Kolloid-Fraktion (mit etwa 70 % der Radioaktivität) setzt sich zusammen aus Partikeln mit einer durchschnittlichen Größe zwischen 3 µm und 6 µm in folgender Größenverteilung:

10 % der Radioaktivität gebunden an Partikel zwischen 0,2 µm und 2 µm,

40 % der Radioaktivität gebunden an Partikel zwischen 2 µm und 6 µm,

40 % der Radioaktivität gebunden an Partikel zwischen 6 µm und 10 µm,

10 % der Radioaktivität gebunden an Partikel >10 µm.

Die kleine Kolloid-Fraktion (mit etwa 30 % der Radioaktivität) besteht aus kleinen Partikeln, die wenige Nanometer groß sind.


Physikalische Eigenschaften des Radionuklids Erbium-169

Erbium (169Er) zerfällt mit einer physikalischen Halbwertszeit von 9,4 Tagen zum stabilen Thulium (169Tm). Die dabei frei werdende Beta-Strahlung hat eine Maximalenergie von 0,35 MeV (mittlere Energie etwa 0,099 MeV) mit einer maximalen Reichweite von 1,0 mm und einer mittleren Reichweite von 0,3 mm im weichen Gewebe. Die Gammaenergie liegt bei 8,4 keV zu 0,2 %.

Zerfallstabelle des Erbium-169 (T1/2 = 9,4 Tage)



Zeit (Tage)

Zerfallsfaktor

Zeit (Tage)

Zerfallsfaktor

-3

-2

-1

0*

1

2

3

4

5

1,248

1,159

1,077

1,000

0,929

0,863

0,802

0,745

0,692

6

7

8

9

10

11

12

13

14

0,642

0,597

0,554

0,515

0,478

0,444

0,413

0,383

0,356

* Kalibrierzeitpunkt





Wie Erbiumcitrat (169Er) CIS bio international aussieht und Inhalt der

Packung

Erbiumcitrat (169Er) CIS bio international ist eine weiße, milchige kolloidale Suspension.


1 Packung enthält 1 Durchstechflasche mit 0,5 bis 10 ml (55-1110 MBq zum Kalibrierzeitpunkt) Injektionssuspension.


Die Aktivität und das Volumen sind auf der Packung angegeben.


Pharmazeutischer Unternehmer

CIS bio GmbH

Member of IBA group

Alt-Moabit 91d

D-10559 Berlin


Tel. 01804 247 246

Fax 01804 247 329


Hersteller

CIS bio international

Member of IBA group

B.P. 32

F-91192 GIF SUR YVETTE CEDEX

FRANKREICH



7. WEITERE ANGABEN FÜR FACHKREISE


PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN


Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Nuklearmedizinisches Therapeutikum

Entzündungshemmendes Mittel

ATC-Code: V10 AX04


Die therapeutische Aktivität beruht auf der Einwirkung der Beta-Strahlung auf die Synovialmembran. Die maximale Reichweite der freiwerdenden Beta-Strahlung im Gewebe ist ungefähr 1,0 mm.

Das in den Gelenkraum eingebrachte radioaktive Kolloid wird von den oberflächlichen Synovialzellen phagozytiert und führt zu einer Oberflächenbestrahlung der Synovialmembran mit resultierender Koagulationsnekrose der oberflächlichen Synoviozyten, gefolgt von einer Abstoßung des nekrotischen Gewebes und einer stark entzündlichen Reaktion mit Demarkierung.

Nach einem Zeitraum von mehreren Monaten tritt eine Fibrosierung und Sklerosierung der Synovialis mit Rückgang der Wucherung und Entzündung der Ge-lenk­innenhaut ein. Größe und Anzahl der Synovialfalten nehmen ab. Dennoch können Entzündungsbereiche der Gelenkhaut weiter bestehen und zur Bildung einer neosynovialen Membran mit oder ohne persistierender abgeschwächter Synovitis führen. Diese histologische Veränderung findet parallel zum allmählichen Abklingen klinischer Anzeichen der Gelenkentzündung statt.

Pharmakokinetische Eigenschaften

Dieses Produkt wird zur Radiosynoviorthese intraartikulär als Einzeldosis pro Gelenk verabreicht. Das kolloidale Erbiumcitrat (169Er) verteilt sich homogen im Gelenk, wird von Synovialzellen phagozytiert und führt zu einer therapeutischen Bestrahlung der Synovia.


Erbiumcitrat (169Er) wird in einer kolloidalen Zubereitung verwendet. Die Fixierung an ein Kolloid fördert die Phagozytose und reduziert den möglichen Abtransport in die regionalen Lymphbahnen und Lymphknoten. Kleine Partikel (Richtwert um 10 nm) verteilen sich homogen im Gelenk und führen zu einer gleichmäßigen Bestrahlung der Synovia. Größere Partikel (Richtwert ≥ 100 nm) werden dagegen in geringerem Maße aus dem Gelenk abtransportiert. Beim vorliegenden Arzneimittel beträgt die Partikelgröße ca. 3 bis 6 µm. Der mögliche Abtransport aus dem Gelenk in die regionalen Lymphknoten und damit eine mögliche Strahlenexposition von Lymphozyten und Leber hängt im Wesentlichen von der Bewegung des Gelenkes ab, weswegen eine Ruhigstellung für die Dauer einer Halbwertzeit eingehalten werden sollte. Erbium (169Er) zerfällt in stabiles Thulium (169Tm).


In tierexperimentellen Studien wurden die Verteilung und der Abstrom von Erbiumcitrat (169Er) aus dem Gelenk untersucht. Nach intraartikulärer Injektion von ungefähr 5 MBq Erbiumcitrat (169Er) ins Kaninchen-Knie, konnten 87 % der injizierten Radioaktivität nach 13 Tagen im Gelenk gefunden werden. Die berechnete Residenzzeit der applizierten Radioaktivität im Knie betrug 268 Stunden.


Zur Metabolisierung des Erbiumcitratkolloids (169Er) liegen keine Studien in der Literatur vor, jedoch ist in Analogie zu humanen Daten von Yttriumcitrat (90Y)-Kolloid von einem sehr langsamen Abbau der Radiokolloide mit einer Urinaus-scheidung von ca. 3% innerhalb der ersten 2 Tage nach Applikation auszugehen.

Präklinische Daten zur Sicherheit

Es liegen keine Daten vor.


ZULASSUNGSNUMMER

6819102.00.00


DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

19. Dezember 2005


STAND DER INFORMATION

Dezember 2008


DOSIMETRIE


Strahlenexposition

Mit Hilfe der unten stehenden Dosimetrietabelle kann die Strahlenbelastung abgeschätzt werden. Die Schätzwerte der Strahlenbelastung beruhen auf Modellberechnungen (OLINDA/ICRP 53).

Die Strahlenbelastung in den regionalen Lymphknoten variiert in Abhängigkeit von der Menge der lymphogen abgeströmten Radioaktivität und der Anzahl der Lymphknoten, die Radioaktivität speichern. Bei einer intraartikulären Applikation von 37 MBq Erbiumcitrat (169Er) und einer angenommenen Speicherung von 3 % in den regionalen Lymphknoten kann so die Strahlenbelastung in den Lymphknoten zwischen 21,1 Gy (ein speichernder Lymphknoten) und 5,3 Gy (4 speichernde Lymphknoten) variieren.

Tabelle 1:Von den Organen aufgenommene Strahlendosis (mGy/MBq injizierte Aktivität) und effektive Dosis (mSv/MBq injizierte Aktivität) (Injektion bei MCP- und MTP-Gelenken)

Zielorgan

mGy/MBq/% Abstrom

Injektion von 37 MBq
mit 10 % Abstrom

mGy

Milz

0,105

38,85

Leber

0,0702

25,97

Rotes Knochenmark

0,0156

5,77

Osteogene Zellen

0,00717

2,65

Nieren

0,000131

0,05

Uterus

0,000131

0,05

Testes

0,000131

0,05

Ovarien

0,000131

0,05

Andere Organe

0,000131

0,05

Ganzkörper

0,00261

0,97


mSv/MBq/% Abstrom

mSv

Effektive Dosis

0,00820

3,03



Die effektive Dosis nach intraartikulärer Applikation von 37 MBq beträgt bei einem erwachsenen Mann mit 70 kg Körpergewicht 3,03 mSv bei einem angenommenen Aktivitätsabstrom aus dem Gelenk von 10 % (0,00820 mSv/MBq/% Abstrom aus dem Gelenk).



Ohne Ruhigstellung des behandelten Gelenkes kann es im ungünstigsten Fall zu einer Strahlenexposition der regionalen Lymphknoten in fast der gleichen Größenordnung wie im behandelten Gelenk mit der Folge einer relativ hohen Strahlenbelastung der Lymphozyten kommen.



Externe Strahlenexposition

Tabelle 2: Strahlenexposition des Anwenders als aufgenommene Teilkörperdosis bei direktem Kontakt mit der Oberfläche der Transportbox bzw. der Durchstechflasche für die maximale Lieferaktivität zum Kalibrierzeitpunkt

Ort der Exposition

Spezifische Dosisleistung (mSv/h/MBq)

Maximale Dosis bei 1110 MBq pro Durchstechflasche und 5 min Kontaktzeit (mSv)

Oberfläche der Transportbox

0,00000189

0,000175

Oberfläche der Durchstechflasche

0,0000014

0,0001295



ANWEISUNGEN ZUR ZUBEREITUNG VON RADIOAKTIVEN ARZNEIMITTELN

Vor der Anwendung sollte die Unversehrtheit der Verpackung und die Radioaktivität überprüft werden.

Die üblichen Vorsichtsmaßnahmen in Bezug auf Sterilität und Strahlenschutz sind einzuhalten.

Die Durchstechflasche darf auf keinen Fall geöffnet werden und muss abgeschirmt gehandhabt werden. Der Inhalt der Durchstechflasche sollte unter aseptischen Bedingungen nach Durchstechen des zuvor desinfizierten Stopfens mit einer sterilisierten Einwegnadel auf eine Spritze gezogen werden.

Das Arzneimittel darf nicht mit anderen Lösungen, wie z. B. physiologischer Kochsalzlösung, verdünnt werden.

Für die Radiosynoviorthese gelten die gleichen Risiken und Vorsichtsmaßnahmen wie bei jeder Gelenkpunktion und intraartikulären Arzneimittelgabe. Die gefüllten Spritzen sind bis zur Applikation in geeigneten Abschirmbehältern (z. B. aus Acrylglas) aufzubewahren. Durch die hohe spezifische Aktivität des Betastrahlers können schon winzige Spritzer zu erheblichen Kontaminationen und entsprechend hohen lokalen Hautdosen führen. Zum besseren Schutz der Haut sind Nitril- oder Vinylhandschuhe mit hohem Schutzfaktor zu benutzen. Zur Applikation sind in jedem Falle Spritzen mit Abschirmungen, die Betateilchen zuverlässig abschirmen (z. B. aus Acrylglas), zu verwenden. Zur Vermeidung hoher Strahlendosen an den Fingern soll der Kanülenschaft während der Applikation mit einer Zange oder einem anderen geeigneten Abstand vergrößernden Hilfsmittel gehalten werden. Um Kontaminationen zu vermeiden, sollten bei der Anwendung (Vorbereitung, Nacharbeiten) möglichst oft die Handschuhe gewechselt werden.

Folgende praktische Durchführung wird empfohlen:

Die Leitlinien zur Radiosynoviorthese der Fachgesellschaften sind zu beachten.

Grundsätzlich kann eine Radiosynoviorthese ambulant durchgeführt werden. In Fällen, in denen eine Ruhigstellung des behandelten Gelenks nicht sichergestellt werden kann, sollte die Therapie stationär erfolgen. Es ist aber in jedem Fall zu beachten, dass dieses Arzneimittel nur durch einen sehr erfahrenen Arzt verabreicht werden darf.

Die weitgehende Entleerung eines Gelenkergusses sollte, wenn erforderlich, vor der Injektion des Radionuklids durchgeführt werden.

Die Injektion des Nuklids ist erst nach Sicherstellung der intraartikulären Lage der Nadel (in der Regel unter Durchleuchtung) durchzuführen. Eine para-artikuläre Injektion ist in jedem Fall zu vermeiden, um den Patienten keinem erhöhten Strahlenrisiko auszusetzen. Um eine gleichmäßige Verteilung des Radiopharmakons zu bewirken, ist das Gelenk unmittelbar nach Injektion wenige Male vorsichtig ohne Belastung zu bewegen.

Nachspülen der Injektionsnadel mit physiologischer Kochsalzlösung zur besseren intraartikulären Nuklidverteilung und Vermeidung von Aktivitätsverschleppung in den Stichkanal.

Abdecken der Injektionsstelle mit sterilem Wundschnellverband.

Zur Vermeidung einer möglichen Strahlenbelastung und Schädigung gesunder Gewebe soll möglichst kein radioaktives Material aus dem Gelenk austreten und in das umgebende Gewebe gelangen. Um ein Abströmen der Aktivität über die Lymphbahnen zu verhindern, muss aus strahlenhygienischer Sicht das behandelte Gelenk für 48 Stunden weitgehend immobilisiert werden. Strenge Bettruhe ist nicht erforderlich. Um eventuellen akuten Nebenwirkungen begegnen zu können, sollte kurzfristig nach Therapie eine ambulante Nachsorge durch den behandelnden Nuklearmediziner durchgeführt werden. Der Patient sollte dazu angehalten werden, bei vermehrten Beschwerden im behandelten Gelenk unverzüglich den behandelnden Nuklearmediziner oder dessen Vertreter aufzusuchen. Die Erreichbarkeit des Behandlers oder dessen fachkundigen Vertreters ist zu gewährleisten (bis 3 Tage p.i.).

Die Nachuntersuchung, die nach Richtlinie Strahlenschutz durch den behandelnden Nuklearmediziner oder durch einen von ihm beauftragten fachkundigen Vertreter erfolgen muss, sollte mindestens 3, 6 und 12 Monate nach Therapie, besser noch ausgedehnt in Jahresschritten bis 3 Jahre nach Therapie erfolgen.

Eine Wiederholung der Radiosynoviorthese kann frühestens 6 Monate nach Erstapplikation durchgeführt werden, da der Therapieerfolg der Erstapplikation nicht beurteilt werden kann. Eine Wiederholung der Radiosynoviorthese bei Patienten, bei denen eine zweimalige Applikation keinen Effekt gezeigt hat, erscheint nicht sinnvoll.

Bestellbezeichnung: ERMM-1

VERKAUFSABGRENZUNG


Verschreibungspflichtig

2008-12-09 20