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Eremfat 600 Mg


Wortlaut der für die Packungsbeilage vorgesehenen Angaben


GEBRAUCHSINFORMATION: Information für den Anwender


EREMFAT® 600 mg


Filmtabletten


Zur Anwendung bei Kindern und Erwachsenen


Wirkstoff: Rifampicin


Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme / Anwendung dieses Arzneimittels beginnen.

  • Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

  • Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.

  • Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese dieselben Beschwerden haben wie Sie.

  • Wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind, informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.


Diese Packungsbeilage beinhaltet:


Was ist EREMFAT® 600 mg und wofür wird es angewendet?

Was müssen Sie vor der Einnahme von EREMFAT® 600 mg beachten?

Wie ist EREMFAT® 600 mg einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist EREMFAT® 600 mg aufzubewahren?

Weitere Informationen


1. WAS IST EREMFAT® 600 mg UND WOFÜR WIRD ES ANGEWENDET?


EREMFAT® 600 mg ist ein Tuberkulosemittel aus der Gruppe der Ansamycin-Antibiotika.


Anwendungsgebiet


EREMFAT® 600 mg wird angewendet:


  • zur Behandlung aller Formen der Tuberkulose mit Erregerempfindlichkeit gegen Rifampicin, immer in Kombination mit weiteren gegen die Tuberkuloseerreger wirksamen Arzneimitteln

  • zur Behandlung von in der Lunge liegenden (pulmonale), außerhalb der Lunge liegenden (extrapulmonale) sowie verstreut liegenden (disseminierte) Infektionen durch so genannte nichttuberkulöse Mykobakterien (MOTT entspr. mycobacteria other than tuberculosis), immer in Kombination mit weiteren antimykobakteriell wirksamen Arzneimitteln


zur Kombinationsbehandlung der Lepra


zur Vorbeugung einer Hirnhautentzündung, welche durch so genannte Meningokokken hervorgerufen wird (Prophylaxe der Meningokokken–Meningitis).



2. Was MÜSSEN SIE vor der Einnahme von EREMFAT® 600 mg beachteN?


EREMFAT® 600 mg darf nicht eingenommen werden,


wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Rifampicin, gegen andere Rifamycine (mit Rifampicin verwandte Wirkstoffe) oder einen der sonstigen Bestandteile von EREMFAT® 600 mg sind (siehe Abschnitt 6).


bei schweren Leberfunktionsstörungen wie Gelbsucht (z.B. Verschlussikterus), Leberentzündung (Hepatitis), Leberzirrhose (chronische Lebererkrankung mit Leberzellschwund)


bei gleichzeitiger Therapie mit den Proteaseinhibitoren (Arzneimittel zur Behandlung von HIV-Infektionen) Amprenavir, Atazanavir, Darunavir, Fosamprenavir, Indinavir, Lopinavir, Nelfinavir, Tipranavir und Saquinavir – mit wie auch ohne Ritonavir (siehe Abschnitt 2. „Besondere Vorsicht bei der Einnahme von EREMFAT® 600 mg ist erforderlich“ und „Bei Einnahme von EREMFAT® 600 mg mit anderen Arzneimitteln“)


bei gleichzeitiger Therapie mit dem potenziell leberschädigenden Breitspektrum-Triazol-Antimykotikum (Arzneimittel zur Behandlung von Pilzinfektionen) Voriconazol (siehe Abschnitt 2. „Bei Einnahme von EREMFAT® 600 mg mit anderen Arzneimitteln“)


bei gleichzeitiger Therapie mit dem potenziell leberschädigenden Narkosemittel Halothan (siehe Abschnitt 2. „Bei Einnahme von EREMFAT® 600 mg mit anderen Arzneimitteln“)


Besondere Vorsicht bei der Einnahme von EREMFAT® 600 mg ist erforderlich:


da Mykobakterien (Erreger der Tuberkulose) rasch Resistenzen gegen Rifampicin, den Wirkstoff von EREMFAT® 600 mg entwickeln. Daher muss EREMFAT® 600 mg immer mit mindestens einem weiteren gegen Tuberkulose wirksamen Arzneimittel kombiniert werden (siehe auch Abschnitt 3. „Wie ist EREMFAT® 600 mg einzunehmen?“). Eine Ausnahme hiervon stellt die Vorbeugung (Prophylaxe) der Meningokokken-Hirnhautentzündung dar, in welcher Rifampicin in einer hohen Dosis über einen Zeitraum von nur 2 Tagen allein eingesetzt wird.

Wegen möglicher Resistenzentwicklung der Meningokokken (Entwicklung unempfind- licher Bakterien) gegen Rifampicin sind Kontaktpersonen, die vorbeugend mit Rifampicin zwecks Verhinderung einer Meningokokken-Meningitis (durch Meningokokken verur sachte Hirnhautentzündung) behandelt werden, sorgfältig bezüglich des tatsächlichen Auftretens einer Meningokokken-Hirnhautentzündung zu überwachen.


wenn Sie gleichzeitig andere Arzneimittel einnehmen oder anwenden. Denn Rifampicin, der Wirkstoff von EREMFAT® 600 mg, kann den Stoffwechsel dieser Arzneimittel beeinflussen bzw. der Stoffwechsel von Rifampicin selbst kann beeinflusst werden. Vor allem bei Einnahme/Anwendung von Arzneimitteln, die Wirkstoffe mit enger therapeutischer Breite (enger Nachbarschaft von Wirkung und Nebenwirkungen) enthalten, muss bei Beginn oder nach Absetzen einer Therapie mit EREMFAT® 600 mg die Dosierung dieser Arzneimittel eventuell angepasst werden. Halten Sie in jedem Fall Rücksprache mit dem behandelnden Arzt, um eine korrekte Dosierung gleichzeitig eingenommener / angewendeter Arzneimittel sicherzustellen und Wechselwirkungen, die schlimmstenfalls lebensbedrohlich sein können, zu vermeiden (siehe auch Abschnitt 2. „EREMFAT® 600 mg darf nicht eingenommen werden“ und „Bei Einnahme von EREMFAT® 600 mg mit anderen Arzneimitteln“).


Kontrazeption

wenn Sie orale hormonale Kontrazeptiva (‘Pille’) zur Empfängnisverhütung anwenden. Aufgrund der Wechselwirkung zwischen Rifampicin und den Wirkstoffen der Kontrazeptiva (‘Pille’) ist die empfängnisverhütende Wirkung oraler hormonaler Kontrazeptiva gestört. Unter der Therapie mit EREMFAT® 600 mg müssen Sie zusätzlich andere nicht hormonale, kontrazeptive Maßnahmen anwenden (siehe Abschnitt 2. „Bei Einnahme von EREMFAT® 600 mg mit anderen Arzneimitteln“).


Hepatotoxizität, Unterernährung, Alkoholismus

da bei etwa 5 bis 20 % der Behandelten ein Anstieg der Leberwerte (Transaminasen) feststellbar ist. Verbleiben die Leberwerte unter einem bestimmten Richtwert (Transaminasenwerte < 100 U/l) kann es trotz Fortsetzung der Therapie wieder zur Normalisierung der Werte kommen. Übersteigen die Leberwerte den Richtwert (Transaminasenanstieg über 100 U/l, Anstieg der Bilirubinkonzentrationen und entsprechender klinischer Symptomatik) muss EREMFAT® 600 mg abgesetzt werden, da tödlicher Leberschwund (Leberdystrophien) beobachtet worden ist. Nach einer entsprechenden Therapiepause kann die erneute Gabe von Rifampicin unter Umständen wieder vertragen werden.


bei leichteren oder chronischen Leberfunktionsstörungen. In diesen Fällen darf EREMFAT® 600 mg nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abschätzung angewendet werden.


bei Patienten mit regelmäßigem Alkoholkonsum oder Alkoholmissbrauch, bei denen eine Vorschädigung der Leber bestehen kann bzw. damit zu rechnen ist.


bei unterernährten oder älteren Patienten, da hinsichtlich des Auftretens von Nebenwirkungen wie Gelbsucht (Ikterus) bzw. einer Lebervergrößerung (Hepatomegalie) vor allem diese Patienten gefährdet sind.


aufgrund des lebertoxischen Potentials von Rifampicin (Wirkstoff aus EREMFAT® 600 mg), weshalb bei allen Patienten, insbesondere bei den genannten Risikogruppen, während des Einsatzes der für die Therapieregime der Tuberkulose üblichen Kombinationspartner von Rifampicin wie Isoniazid, Pyrazinamid und Protionamid regelmäßige Leberenzym- und Bilirubinkontrollen durchzuführen sind, um eine mögliche Schädigung der Leber aufgrund des lebertoxischen Potenzials der genannten Arzneimittel frühzeitig erkennen zu können.


Überempfindlichkeitsreaktionen

Bei leichten Überempfindlichkeitsreaktionen wie beispielsweise Fieber, Hautrötungen, Jucken (Pruritus) oder Nesselsucht (Urtikaria). Nach Unterbrechung der Therapie und Rückgang der Symptome kann eine Weiterbehandlung unter Beachtung der einschleichenden Dosierung möglich sein.


beim Auftreten schwerwiegender Komplikationen wie Blutplättchenmangel (Thrombozytopenie), der sich eventuell auch als Nasenbluten äußern kann, Hautblutungen (Purpura), Blutarmut (hämolytische Anämie), Atemnot (Dyspnoe), asthmaartigen Anfällen, Schock und Nierenversagen und bei schweren allergischen Hautreaktionen mit blasenförmiger Abhebung der Haut (toxische epidermale Nekrolyse, exfoliative Dermatitis, Lyell Syndrom) (siehe Abschnitt 4. „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“). In diesen Fällen ist EREMFAT® 600 mg sofort und endgültig abzusetzen. Wenn bei Ihnen während der Behandlung mit EREMFAT® 600 mg oben genannte Symptome auftreten, kontaktieren Sie bitte sofort einen Arzt.


bei der Wiederaufnahme einer Behandlung mit EREMFAT® 600 mg nach kurzer oder längerer Unterbrechung. Akute Überempfindlichkeitsreaktionen mit grippeähnlichen Erscheinungen (“Flu-Syndrom”) bis hin zu Schock oder Nierenversagen (hyperergische Sofortreaktion) können eintreten. Deshalb wird dringend empfohlen, bei Wiederaufnahme nach Unterbrechung und bei Wiederholung einer Behandlung Rifampicin einschleichend zu dosieren.


Das Flu-Syndrom wird fast ausschließlich bei nicht täglicher (intermittierender) bzw. nach nicht regelmäßiger Rifampicin-Einnahme beobachtet und tritt umso häufiger auf, je höher die einzelnen Dosen und je länger das dazwischenliegende Intervall waren. Es tritt meist 3 bis 6 Monate nach Beginn einer intermittierenden Therapie auf und äußert sich in Symptomen wie Kopfschmerzen und allgemeinem Schwächegefühl, Fieber, Schüttelfrost, entzündlichem Hautausschlag (Exanthem), Übelkeit, Erbrechen sowie Muskel- und Gelenkschmerzen. Die Symptome treten 1 bis 2 Stunden nach der Einnahme auf und dauern bis zu 8 Stunden, in Einzelfällen darüber hinaus, an (siehe Abschnitt 3. “Wie ist EREMFAT® 600 mg einzunehmen?” und 4. “ Welche Nebenwirkungen sind möglich?”). Es kann in fast allen Fällen durch Wechsel von der intermittierenden auf die tägliche Rifampicingabe zum Verschwinden gebracht werden.

Bei Wiederaufnahme der Therapie nach Unterbrechung, beim Wechsel von der intermittierenden auf die tägliche Einnahme und bei Wiederholung der Therapie muss Rifampicin einschleichend dosiert werden (siehe Abschnitt 3. “Wie ist EREMFAT® 600 mg einzunehmen?” und 4. “Welche Nebenwirkungen sind möglich?”).

Ein unbegründeter eigenmächtiger Therapieabbruch und ein Neubeginn der Therapie ohne ärztliche Kontrolle sind deshalb sehr risikoreich. Halten Sie also in jedem Fall zuerst Rücksprache mit Ihrem Arzt, wenn Sie eine Änderung, einen Abbruch oder einen Wiederbeginn der Therapie wünschen.


Porphyrie

wenn Sie eine genetische Veranlagung für das Auftreten einer Porphyrie (Stoffwechselstörung bzgl. Vorstufen des roten Blutfarbstoffs) tragen, sind besondere Vorsichtsmaßnahmen notwendig, und Sie sollten den Rat eines Porphyrie-Experten einholen.


Wirkung auf Magen-Darm-Trakt:

wenn bei Ihnen während oder nach der Therapie mit EREMFAT® 600 mg schwere wässrige Durchfälle, die mit Fieber oder Bauchschmerzen einhergehen können, auftreten. Dies können die Symptome einer pseudomembranösen Enterokolitis (schwere, durch eine Antibiotika-Behandlung ausgelöste Darmerkrankung) sein, die lebensbedrohlich sein kann. In diesen sehr seltenen Fällen ist EREMFAT® 600 mg sofort abzusetzen und eine angemessene Behandlung einzuleiten. Arzneimittel, die die Darmbewegung (Peristaltik) hemmen, dürfen nicht eingenommen werden. Wenn bei Ihnen während oder nach der Behandlung mit EREMFAT® 600 mg oben genannte Symptome auftreten, kontaktieren Sie bitte sofort einen Arzt.


Wirkung auf Körperflüssigkeiten

da Rifampicin, der Wirkstoff von EREMFAT® 600 mg, eine intensiv bräunlich rote Eigenfarbe hat. Dadurch kann es nach Einnahme von EREMFAT® 600 mg zu einer Verfärbung von Körperflüssigkeiten wie Speichel, Schweiß, Tränenflüssigkeit und der Ausscheidungsprodukte Urin und Stuhl kommen. Außerdem ist z. B. auch eine dauerhafte gelb-orange Verfärbung von weichen Kontaktlinsen und Kleidung möglich.


Wirkung auf die Nierenfunktion

  • Die regelmäßige Kontrolle der Nierenfunktion (z. B. Serumkreatinin-Bestimmung) ist bei Anwendung von EREMFAT® 600 mg erforderlich.

  • Akutes Nierenversagen, eine akute Nierenentzündung (interstitielle Nephritis) sowie Gewebezerfall an den Nierenkanälchen (Tubulusnekrosen) können während der Therapie mit EREMFAT® 600 mg auftreten (siehe Abschnitt 4. „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“). Ein sofortiger und endgültiger Therapieabbruch ist in solchen Fällen erforderlich. Im Allgemeinen kommt es nach Absetzen der Therapie zu einer Normalisie­rung der Nierenfunktion.


Wirkung auf das Blut

Regelmäßige Blutbildkontrollen müssen durchgeführt werden, da unter Therapie mit EREMFAT® 600 mg unerwünschte Arzneimittelwirkungen auf Blut und Blutbestandteile auftreten können (siehe auch Abschnitt 4. „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“ und Abschnitt 2. „Schwangerschaft und Stillzeit“).


Diagnosemittel und Laborwerte

Laborwerte

Mikrobiologische Bestimmungen von Vitamin B12 und Folsäure sind nicht verwertbar. Rifampicin kann kompetitiv die Bromsulfophthaleinausscheidung hemmen und damit eine Leberfunktionsstörung vortäuschen. Der Bromsulfophthalein-Test zur Prüfung der exkretorischen Leberfunktion kann daher während der Therapie mit Rifampicin nicht angewandt werden.


Rifampicin verursacht falsch-positive Ergebnisse in einem biologischen Testverfahren zur Bestimmung von Opiaten (Schmerzmittel) im Urin.


Röntgenkontrastmittel

Rifampicin kann die Gallenausscheidung von Röntgenkontrastmitteln, die für die Gallenblasen-untersuchung verwendet werden, verzögern.



Bei Einnahme von EREMFAT® 600 mg mit anderen Arzneimitteln


Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.


Rifampicin, der Wirkstoff von EREMFAT 600 mg beeinflusst die Verstoffwechselung (Metabolismus) zahlreicher, gleichzeitig verabreichter Wirkstoffe über verschiedene biologische Mechanismen, wobei die Anregung (Induktion) des arzneimittelabbauenden Systems der Leber im Vordergrund steht.

Dies führt in den meisten Fällen dazu, dass diese Substanzen schneller durch die Leber abgebaut werden, wodurch deren Wirksamkeit herabgesetzt oder verkürzt werden kann.


Auch Rifampicin selbst (der Wirkstoff von EREMFAT® 600 mg) wird bei gleichzeitiger Gabe bestimmter anderer Wirkstoffe in seinem Stoffwechsel beeinflusst, sodass es zu Auswirkungen auf die Wirksamkeit und Sicherheit der Anwendung von EREMFAT® 600 mg kommen kann.


Halten Sie in jedem Fall Rücksprache mit dem behandelnden Arzt, wenn Sie Arzneimittel aus einer der nachfolgend aufgeführten Arzneistoffgruppen bzw. Arzneimittel, die einen der nachfolgend aufgeführten Arzneistoffe enthalten, einnehmen/anwenden oder wenn Sie dies beabsichtigen. Durch die gleichzeitige Einnahme/Anwendung kann es nämlich zu Wechselwirkungen, die schlimmstenfalls lebensbedrohlich sein können, mit Rifampicin, dem Wirkstoff in EREMFAT 600 mg kommen (siehe auch Abschnitt 2. „Was müssen Sie vor der Einnahme von EREMFAT 600 mg beachten?“).


Aufgrund der Vielzahl der Wechselwirkungen werden diese im Folgenden in 3 Tabellen aufgeführt und in ihre Bedeutung für die gleichzeitige Anwendung mit Rifampicin eingeteilt:


Tabelle 1

In Tabelle 1 werden Wirkstoffgruppen/Wirkstoffe (Spalte 1) aufgeführt, die die Wirkung von EREMFAT 600 mg beeinflussen können:


In Spalte 2 wird die gleichzeitige Anwendung hinsichtlich ihrer Bedeutung gekennzeichnet:

Index 2: Gleichzeitige Anwendung nicht empfohlen

Index 3: Gleichzeitige Anwendung unter Beachtung von Vorsichtsmaßnahmen möglich


In Spalte 3 wird die klinische Konsequenz aufgeführt.


Wirkstoffgruppe /

Wirkstoff

Index

Klinische Konsequenz

Adsorbentien (Arzneimittel zur Bindung von z.B. Arzneistoffen):

Aktivkohle

2

Therapieversagen

Analgetika (Schmerzmittel):

Opiate

3

Zeitlich versetzte Einnahme wird empfohlen

Antazida (Arzneimittel gegen Übersäuerung des Magens):

Hydrotalcid, Magaldrat,

Aluminium-/Magnesium-hydroxid

3

Zeitlich versetzte Einnahme (circa 3 Stunden) wird empfohlen


Wirkstoffgruppe /

Wirkstoff

Index

Klinische Konsequenz

Antibiotika/Antiinfektiva (Arzneimittel gegen Infektionskrankheiten):

Bentonithaltige p-Amino-salicylsäure (PAS)-Präparate

3

Zeitlich versetzte Einnahme wird empfohlen

Cotrimoxazol

(Trimethoprim/

Sulfamethoxazol)

2

Leberschädigung steigt,

Überwachung der Leberfunktion angezeigt

Anticholinergika (Arzneimittel gegen Blasenschwäche):

Anticholinergika

3

Zeitlich versetzte Einnahme wird empfohlen

Urikosurika (Arzneimittel zur Senkung der Harnsäurekonzentration im Blut):

Probenecid

2

Leberschädigung steigt,

Monitoring der Leberfunktion angezeigt


Tabelle 2a

In Tabelle 2a werden Wirkstoffgruppen/Wirkstoffe (Spalte 1) aufgeführt, die nicht gleichzeitig mit Rifampicin angewendet werden dürfen (Index 1) bzw. für die die gleichzeitige Anwendung nicht empfohlen wird (Index 2), mit der klinischen Konsequenz in Spalte 3:


Wirkstoffgruppe /

Wirkstoffe

Index

Klinische Konsequenz

Alpha-1-Antagonisten (Blutdrucksenkende Arzneimittel):

Bunazosin

2

Wirkung sinkt

Anthelmintika (Arzneimittel gegen Wurmerkrankungen):

Praziquantel

2

In vivo Studie gibt Hinweis, dass bei gleichzeitiger Anwendung die Wirkung sinkt

Antibiotika (siehe auch Tab. 2b)

(Arzneimittel gegen Infektionskrankheiten):

Telithromycin

2

Therapieversagen

möglich

Antimalariamittel (Arzneimittel gegen Malaria):

Atovaquon

2

Wirkung sinkt:

Theoretische Überlegungen lassen vermuten, dass eine gleichzeitige Einnahme / Anwendung bis zum vollständigen Wirkungsverlust von Atovaquon führen kann.

Chinin

2

Wirkung sinkt


Mefloquin

2

In vivo Studie gibt Hinweis, dass die gleichzeitige Einnahme / Anwendung wegen möglichem Therapieversagen und Resistenzentwicklung von Plasmodium falciparum vermieden werden sollte.

Antimykotika (siehe auch Tab. 2b)

(Arzneimittel gegen Pilzerkrankungen):

Itraconazol

2

Therapieversagen möglich

Ketoconazol

2

Therapieversagen möglich

Voriconazol

1

Therapieversagen


Wirkstoffgruppe /

Wirkstoffe

Index

Klinische Konsequenz

Benzodiazepine und Analoga (siehe auch Tab. 2b)

(Schlaf- oder Beruhigungsmittel):

Brotizolam


2

In vivo Studie gibt Hinweise auf möglichen Wirksamkeitsverlust, die gleichzeitige Einnahme / Anwendung sollte vermieden werden.

Midazolam

2

Wirkungsverlust


Calciumantagonisten (siehe auch Tab. 2b)

(Arzneimittel gegen erhöhten Blutdruck):

Nifedipin

2

Therapieversagen möglich

Verapamil

2

Therapieversagen möglich

Hormonale Kontrazeptiva (Arzneimittel zur Schwangerschaftsverhütung):

mit Norethisteron, Mestranol und Ethinylestradiol

2

Wirkungsverlust

Immunsuppressiva (Arzneimittel zur Unterdrückung der Immunabwehr):

Cyclosporin

2

In vivo Studie gibt Hinweis, dass Wirksamkeit sinkt, (Risiko der Transplantat-Abstoßung)

Everolimus

2

In vivo Studie gibt Hinweis, dass Wirksamkeit sinkt

Sirolimus

2

Engmaschige Überwachung der Wirksamkeit

Tacrolimus

2

Engmaschige Überwachung der Wirksamkeit

Temsirolimus

2

Engmaschige Überwachung der Wirksamkeit

Lipidsenker (siehe auch Tab. 2b)

(Arzneimittel zur Senkung der Blutfettwerte):

Simvastatin

2

Wirkung sinkt

Narkosemittel (Arzneimittel zur Betäubung bei operativen Eingriffen):

Halothan

1

Hepatotoxizität steigt

Neuroleptika (Arzneimittel gegen psychische Erkrankungen):

Clozapin

2

Engmaschige Überwachung der Wirksamkeit

Haloperidol

2

In vivo Studie gibt Hinweis, dass Wirksamkeit sinkt

Risperidon

2

Therapieversagen möglich

Nicht nucleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NNRTI) (siehe auch Tab. 2b) (Arzneimittel zur Behandlung von HIV-Infektionen):

Etravirin

2

Kombination nicht empfohlen.

Nevirapin


2

Kombination nicht empfohlen, stattdessen sollte Therapieregimen mit Rifabutin in Betracht gezogen werden.


Wirkstoffgruppe /

Wirkstoffe

Index

Klinische Konsequenz

Proteaseinhibitoren (Arzneimittel zur Behandlung von HIV-Infektionen):

Amprenavir

1

Therapieversagen, Resistenzentwicklung gegen den Proteaseinhibitor

Atazanavir

1

Therapieversagen, Resistenzentwicklung gegen den Proteaseinhibitor

Darunavir

1

Therapieversagen, Resistenzentwicklung gegen den Proteaseinhibitor

Fosamprenavir

1

Therapieversagen, Resistenzentwicklung gegen den Proteaseinhibitor

Indinavir

1

Therapieversagen, Resistenzentwicklung gegen den Proteaseinhibitor

Lopinavir

1

Reduktion der Plasmakonzen-tration um 90% bei gleichzeitiger Gabe einer Kombination aus Lopinavir/Ritonavir und Rifampicin, Therapieversagen, Resistenzentwicklung gegen den Proteaseinhibitor

Nelfinavir

1

Therapieversagen, Resistenzentwicklung gegen den Proteaseinhibitor

Saquinavir und Ritonavir

1

Lebertoxizität steigt bei gemeinsamer Einnahme beider Substanzen.

Die gleichzeitige Gabe von Rifampicin mit der Kombination aus Ritonavir und Saquinavir ist kontraindiziert.

Tipranavir

1

Therapieversagen, Resistenzentwicklung gegen den Proteaseinhibitor.

Tyrosinkinaseinhibitoren (Arzneimittel zur Krebsbehandlung)

Gefitinib

2

Therapieversagen möglich

Imatinib

2

Therapieversagen möglich



Tabelle 2b

Wirkstoffgruppen/Wirkstoffe (Spalte 1 und 2), die nur unter Überwachung ihrer Wirksamkeit und Sicherheit gleichzeitig mit Rifampicin angewendet / eingenommen werden sollten:


Wirkstoffgruppe

Dazugehörige Wirkstoffe

ACE-Hemmer (Arzneimittel gegen erhöhten Blutdruck):

Enalapril

Analgetika (Schmerzmittel):

Codein, Diclofenac, Fentanyl, Methadon, Morphin, Paracetamol

Angiotensin-Antagonisten (Arzneimittel gegen erhöhten Blutdruck und Herzschwäche):

Lorsatan

Antiarrhythmika (Arzneimittel gegen Herzrhythmusstörungen):

Amiodaron, Chinidin, Disopyramid, Mexiletin, Propafenon, Tocaimid

Antiasthmatika (Arzneimittel gegen Asthma):

Theophyllin (Theophyllin-Ethylendiamin)

Antibiotika (siehe auch Tabelle 2a)

(Arzneimittel gegen Infektionskrankheiten):

Clarithromycin, Chloramphenicol, Doxycyclin, Linezolid, Metronidazol, Moxifloxacin, Sulfasalazin

Antidepressiva (Arzneimittel gegen Depressionen):

Amitriptylin, Citalopram, Nortriptylin, Sertralin

Antidiabetika (Arzneimittel gegen Zuckerkrankheit):

Gliclazid, Glimepirid, Nateglinid, Pioglitazon, Repaglinid, Rosiglitazon, Sulfonylharnstoffe (z. B. Glibenclamid)

Antiemetika (Arzneimittel gegen Erbrechen):

Ondansetron

Antiepileptika (Arzneimittel gegen Epilepsie):

Lamotrigin, Phenytoin

Antilepramittel (Arzneimittel gegen Lepra):

Dapson

Antimalariamittel (Arzneimittel gegen Malaria):

Chloroquin

Antimykotika (siehe auch Tabelle 2a)

(Arzneimittel gegen Pilzerkrankungen):

Caspofungin, Fluconazol, Terbinafin

Antiöstrogene (Arzneimittel gegen Brustkrebs):

Tamoxifen, Toremifen

Antipsychotika/Neuroleptika (Arzneimittel gegen Psychosen):

Quetiapin

Antirheumatika (Arzneimittel gegen Rheuma):

Celecoxib, Etoricoxib, Rofecoxib

Antituberkulotika (Arzneimittel gegen Tuberkulose):

Isoniazid, Protionamid

Benzodiazepine und Analoga

(siehe auch Tabelle 2a) (Schlaf- oder Beruhigungsmittel):

Buspiron, Diazepam, Lorazepam, Nitrazepam, Triazolam

Betablocker (Arzneimittel gegen unregelmäßigen Herzschlag und hohen Blutdruck):

Bisoprolol, Carvedilol, Celiprolol, Metoprolol, Propranolol, Talinolol

Calciumantagonisten (siehe auch Tabelle 2a) (Arzneimittel gegen erhöhten Blutdruck):

Diltiazem, Lercandipin, Manidipin, Nilvadipin, Nisoldipin

Chemokinrezeptor 5 Antagonist (Arzneimittel zur Behandlung von HIV-Infektionen):

Maraviroc

Corticosteroide (Arzneimittel gegen Entzündungen):

Cortison, Dexamethason, Fludrocortison, Hydrocortison, Methylprednisolon, Prednisolon, Prednison

Cumarine (Arzneimittel zur Blutverdünnung):

Phenprocoumon, Warfarin

Endothelinantagonisten (Arzneimittel gegen Herzschwäche):

Bosentan

Herzglykoside (Arzneimittel gegen Herzschwäche):

Digitoxin, Digoxin


Wirkstoffgruppe

Dazugehörige Wirkstoffe

H1-Antihistaminika (Arzneimittel gegen Heuschnupfen):

Fexofenadin

Hormone (z.B. Arzneimittel zur Unterstützung der Schilddrüsenfunktion):

Levothyroxin

H2-Rezeptorantagonisten (Arzneimittel gegen Magengeschwüre):

Cimetidin, Ranitidin

Hypnotika (Schlafmittel):

Zaleplon, Zolpidem, Zopiclon

Immunsuppressiva (Arzneimittel zur Unterdrückung der Immunabwehr):

Azathioprin, Leflunomid, Mycophenolat

Integrasehemmer (Arzneimittel zur Behandlung von HIV-Infektionen):

Raltegravir

Lipidsenker (Arzneimittel zur Senkung der Blutfettwerte):

Atorvastatin, Clofibrat, Etezimib, Fluvastatin, Pravastatin

Lokalanästhetika (Arzneimittel zur örtlichen Betäubung):

Ropivacain

Muskelrelaxantien (Arzneimittel zur Entspannung der Skelettmuskulatur):

Tizanidin

Nebenschilddrüsenantagonist (Arzneimittel gegen Nebenschilddrüsenüberfunktion):

Cinacalcet

Nicht-nucleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NNRTI)

(siehe auch Tab. 2a) (Arzneimittel zur Behandlung von HIV-Infektionen):

Efavirenz

Nucleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NRTI) (Arzneimittel zur Behandlung von HIV-Infektionen):

Abacavir, Didanosin, Emtrizitabin, Lamivudin,

Stavudin, Zidovudin

Nucleotid-analoge Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NTRTI) (Arzneimittel zur Behandlung von HIV-Infektionen):

Tenofovir

Thrombozytenaggregationshemmer (Arzneimittel zur Blutverdünnung):

Clopidogrel

Vitamine

Vitamin D

Zytostatika (Arzneimittel gegen Krebserkrankungen):

Bexaroten, Irinotecan, Ifosfamid



Bei Einnahme von EREMFAT® 600 mg zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken


Während der Anwendung von EREMFAT® 600 mg sollten Sie möglichst keinen Alkohol trinken.


Schwangerschaft und Stillzeit


Fragen Sie vor der Einnahme/Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Frauen im gebärfähigen Alter / Kontrazeption (Empfängnisverhütung)

Während der Therapie mit Rifampicin muss das Eintreten einer Schwangerschaft vermieden werden (zur "Pille" siehe Abschnitt 2. „Bei Einnahme von EREMFAT® 600 mg mit anderen Arzneimitteln“).


Schwangerschaft

Bei einer bereits bestehenden Schwangerschaft darf Rifampicin während der ersten drei Monate der Schwangerschaft nur bei unbedingter Notwendigkeit eingenommen werden, da eine Erhöhung des Fehlbildungsrisikos nicht auszuschließen ist. Danach darf Rifampicin nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden.

Bei Anwendung in den letzten Wochen der Schwangerschaft kann Rifampicin nach der Geburt zu einer erhöhten Blutungsneigung bei Mutter und Neugeborenem führen, weshalb Vitamin K-Gaben erforderlich sein können (siehe Abschnitt 2. „Besondere Vorsicht bei der Einnahme von EREMFAT® 600 mg ist erforderlich“).

Bei einer unter Rifampicin-Therapie eingetretenen Schwangerschaft liegt keine Notwendigkeit für einen Schwangerschaftsabbruch vor.


Stillzeit

Rifampicin wird in die Muttermilch ausgeschieden. Bei einer erforderlichen Behandlung in der Stillzeit ist abzustillen.


Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen


Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch durch möglicherweise auftretende Nebenwirkungen das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird. Dies gilt im verstärkten Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.


Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von EREMFAT® 600 mg


Dieses Arzneimittel enthält Sorbitol. Bitte nehmen Sie EREMFAT® 600 mg erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.






3. Wie ist EREMFAT® 600 mg EINZUNEHMEN?


Nehmen Sie EREMFAT® 600 mg immer genau nach der Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.


Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis:


Bei Tuberkulose sowie bei der Behandlung nichttuberkulöser Mykobakteriosen im Rahmen der Standardtherapie oder in anderen Kombinationen:


Altersgruppe

Tagesdosis

in mg/kg Körpergewicht

Zur Beachtung


Erwachsene und Kinder

über 12 Jahre:


10


Die Tagesdosis bei Erwachsenen soll nicht unter 450 mg liegen und 600 mg nicht über­schreiten.


Kinder von 6 bis 12 Jahren:


10 bis 20


Bei langfristiger Therapie der Tuberkulose sollen 450 mg pro Tag nicht überschritten werden.


Kinder unter 6 Jahren:

EREMFAT 600 mg ist als feste orale Darreichungsform nicht zur Einnahme für Kinder unter 6 Jahren geeignet. Für die Behandlung mit Rifampicin in dieser Altersgruppe steht eine kindgerechte Form (EREMFAT® Sirup) zur Verfügung.


Bei der Festlegung der im Einzelfall erforderlichen, körpergewichtsbezogen ermittelten Dosis für Kinder im Alter von 6 – 12 Jahren ist aus Gründen der Einnahmezuverlässigkeit darauf zu achten, dass die Anzahl der einzunehmenden Filmtabletten unter Ausnutzung der verschiedenen Wirkstoffstärken und der therapeutischen Breite so gering wie möglich gehalten wird.


EREMFAT 600 mg Filmtabletten sind teilbar, die kleinstmögliche Dosis beträgt 300 mg.

EREMFAT 600 mg Filmtabletten sind für die Anwendung als gewichtsbezogen ermittelte Einzeldosis bei Kindern nicht geeignet, da bei diesen die Tagesmaximaldosis von 450 mg nicht überschritten werden sollte, für die das Arzneimittel in der geeigneten Wirkstoffstärke zur Verfügung steht. Dies gilt analog für die speziellen Dosierungsempfehlungen.


Ältere Menschen:

Siehe Abschnitt 2. „Besondere Vorsicht bei der Einnahme von EREMFAT® 600 mg ist erforderlich.“


Dosierung bei nicht täglicher Einnahme (intermittierende Behandlung):


Hinweis:

Eine Behandlung der Tuberkulose, in welcher die verordneten Arzneimittel nicht täglich, sondern in größeren Abständen eingenommen werden (intermittierende Behandlung), soll nur in begründeten Ausnahmefällen eingesetzt werden und nur dann, wenn die Krankheitserreger gegen die üblicherweise eingesetzten Standardantibiotika empfindlich sind.


Erwachsene:

Intermittierende Dosis bei 3maliger Verabreichung pro Woche:

10 (8-12) mg/kg Körpergewicht, wobei die maximale Tagesdosis wie auch bei der täglichen Therapie 600 mg nicht übersteigen sollte.


Intermittierende Dosis bei 2maliger Verabreichung pro Woche:

10 (8-12) mg/kg Körpergewicht, wobei die maximale Tagesdosis wie auch bei der täglichen Therapie 600 mg nicht übersteigen sollte.



Dosisanpassung von EREMFAT® 600 mg bei Wiederaufnahme der Therapie:


Der Wiederbeginn der Gabe von EREMFAT® 600 mg nach einer Behandlungsunterbrechung im Rahmen der täglichen Behandlung der Tuberkulose sowie der nichttuberkulösen Mykobakteriosen sollte einschleichend erfolgen. Am 1. Tag wird z.B. bei Erwachsenen mit 50-150 mg behandelt, und dann an den darauf folgenden Tagen (z.B. um 50-150 mg täglich) bis zur gewünschten Dosis gesteigert. Dabei sollte Ihr Arzt Ihre Nierenfunktion kontrollieren und eventuell kann die Verordnung von Cortisonpräparaten empfehlenswert sein (siehe auch 2. „Besondere Vorsicht bei der Einnahme von EREMFAT® 600 mg ist erforderlich.“ und 4. „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“).


Bei der Behandlung von Lepra:


Hinweis:

Die Behandlung der Lepraerkrankung erfolgt immer als Kombinationstherapie mit weiteren gegen den Erreger der Lepra wirksamen Substanzen. Die Behandlung erfolgt üblicherweise in Form von sich wiederholenden Zyklen von jeweils 4 Wochen Länge. Nur am ersten Tag eines solchen Behandlungszyklus wird Rifampicin eingenommen. Für die übrigen Tage verordnet Ihnen Ihr Arzt andere Medikamente.


Erwachsene:

Erwachsene nehmen am ersten Tag eines Behandlungszyklus einmalig 600 mg Rifampicin ein.


Kinder:

Kinder (10-14 Jahre) nehmen am ersten Tag eines Behandlungszyklus einmalig 450 mg Rifampicin ein.


Kinder unter 10 Jahren erhalten am ersten Tag eines Behandlungszyklus einmalig 10 mg Rifampicin/kg Körpergewicht.


Vorbeugung (Prophylaxe) der Meningokokken-Hirnhautentzündung (Meningokokken-Meningitis):


Kinder zwischen 6 und 12 Jahren:

2mal täglich 10 mg/kg Körpergewicht, 2 Tage lang.


Kinder über 12 Jahre und Erwachsene:

2mal täglich 600 mg, 2 Tage lang.


Dosierung bei eingeschränkter Leberfunktion:


Bei leichteren Leberfunktionsstörungen entscheidet Ihr Arzt, ob eine Behandlung mit EREMFAT® 600 mg erfolgt. Bei zwingend erforderlicher Behandlung sollte unter engmaschiger Kontrolle der Leberfunktion und der Rifampicin-Blutspiegel die Therapie mit einschleichender Dosierung, d. h. Steigerung von 75 mg/d auf 450 bis 600 mg/d in 3 bis 7 Tagen (Erwachsene) begonnen und fortgesetzt werden.

Wenn Sie unter einer in stärkerem Maße eingeschränkten Leberfunktion leiden, dürfen Sie EREMFAT® 600 mg nicht einnehmen.


Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion:


Wenn Sie unter einer eingeschränkten Nierenfunktion leiden, können Sie EREMFAT® 600 mg unter der Voraussetzung, dass Ihre Leberfunktion normal ist, ohne Dosisanpassung einnehmen. Dies gilt auch, wenn Sie Dialysepatient sind.


Dosierung bei gleichzeitig eingeschränkter Leber- und Nierenfunktion:


Bei leichteren Leberfunktionsstörungen kann Ihr Arzt auch bei eingeschränkter Nierenfunktion entscheiden, Sie noch mit einer verminderten Dosis von EREMFAT® 600 mg zu behandeln. In diesem Fall wird Ihr Arzt jedoch Ihre Blutspiegel von Rifampicin bestimmen sowie Ihre Leberfunktion engmaschig kontrollieren.

Wenn Sie unter einer in stärkerem Maße eingeschränkten Leberfunktion leiden und Ihre Nierenfunktion gleichzeitig eingeschränkt ist, dürfen Sie EREMFAT® 600 mg nicht einnehmen.


Art der Anwendung:


Nehmen Sie die Tagesgesamtdosis von EREMFAT 600 mg bei der Tuberkulosebehandlung wie auch bei der Behandlung der nichttuberkulösen Mykobakteriosen auf nüchternen Magen, d.h. mindestens ½ Stunde vor oder 2 Stunden nach der Mahlzeit in einer morgendlichen Einzelgabe zusammen mit den weiteren Kombinationspartnern ein. Nehmen Sie die Tabletten bitte mit ausreichend Flüssigkeit ein.

Bei einer eventuellen Magenunverträglichkeit kann die Gabe auch nach einer leichten Mahlzeit erfolgen, ohne dass dadurch die Wirksamkeit wesentlich beeinträchtigt wird.


Dauer der Anwendung:


Im Rahmen der Standardtherapie der Tuberkulose (Dauer: 6 Monate) wird Rifampicin über die gesamte Dauer von 6 Monaten gegeben. In der Anfangsphase (2 Monate) wird es mit Isoniazid, Pyrazinamid und gegebenenfalls mit Ethambutol oder Streptomycin, in der viermonatigen Stabilisierungsphase mit Isoniazid allein kombiniert.

Behandlungsschemata der Tuberkulose, in denen - dem Ergebnis der Empfindlichkeitsprüfung der Erreger entsprechend - die Kombinationspartner von Rifampicin verändert werden müssen oder in denen Rifampicin aus anderen – z.B. Verträglichkeitsgründen – nicht über den gesamten Therapiezeitraum gegeben werden kann, müssen in unterschiedlichem Ausmaß verlängert werden.


Im Falle von Erkrankungen, hervorgerufen durch nichttuberkulöse Mykobakterien oder den Erreger der Lepra (Mycobacterium leprae), wird die Dauer der Therapie in Abhängigkeit vom Krankheitsverlauf vom behandelnden Arzt festgelegt.


Zur Prophylaxe der Meningokokken-Hirnhautentzündung (Meningokokken-Meningitis) erfolgt die Therapie über einen Zeitraum von 2 Tagen.


Wenn Sie eine größere Menge von EREMFAT® 600 mg eingenommen haben, als Sie sollten:


Folgende Symptome sind nach einer akuten Überdosierung beschrieben worden:


Übelkeit, Erbrechen (Verfärbung des Mageninhalts), Juckreiz, Schmerzen im gesamten Bauchbereich, Gallestau (Cholestase),


Haut, Lederhaut des Auges sowie Schleimhäute können eine orangefarbene Verfärbung aufweisen,


andere Ausscheidungen wie Urin und Stuhl sind möglicherweise verfärbt,


bei extremer Überdosierung kommt es zu Unruhe, Atemnot, beschleunigtem Herzschlag, allgemeinen Krämpfen und Atem- sowie Herzstillstand.


Informieren Sie in jedem Fall so schnell wie möglich einen Arzt.


Wenn Sie die Einnahme von EREMFAT® 600 mg vergessen haben:


Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.


Setzen Sie die Behandlung mit EREMFAT® 600 mg ohne eine zusätzliche Gabe mit der verordneten Dosis fort.


Wenn Sie die Einnahme von EREMFAT® 600 mg abbrechen:


Selbst nach einer spürbaren Besserung Ihres Befindens ist die Behandlung unbedingt zu Ende zu führen, da nur so eine vollständige Beseitigung der Erreger gewährleistet ist.


Bei dennoch vorgenommener Unterbrechung der Behandlung fragen Sie vor Wiederaufnahme der Behandlung unbedingt einen Arzt, da unter Umständen mit schweren Komplikationen zu rechnen ist (siehe auch Abschnitt 2. „Besondere Vorsicht bei der Einnahme von EREMFAT® 600 mg ist erforderlich.“).


Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.



4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?


Wie alle Arzneimittel kann EREMFAT® 600 mg Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.


Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden fol­gende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:


Sehr häufig:

mehr als 1 Behandelter von 10

Häufig:

1 bis 10 Behandelte von 100

Gelegentlich:

1 bis 10 Behandelte von 1.000

Selten:

1 bis 10 Behandelte von 10.000

Sehr selten:

weniger als 1 Behandelter von 10.000

Nicht bekannt:

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar


Mögliche Nebenwirkungen:


Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Sehr selten

schwere, durch eine Antibiotika-Behandlung ausgelöste Darmerkrankung (Pseudomembranöse Enterokolitis), die durch schwere, anhaltende Durchfälle gekennzeichnet ist. (siehe Abschnitt 2. „Besondere Vorsicht bei der Einnahme von EREMFAT® 600 mg ist erforderlich“)

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Selten

Veränderung der Zahl der weißen Blutkörperchen (Eosinophilie, Leukopenie, Granulozytopenie), Blutplättchenmangel (Thrombozytopenie), Blutplättchenmangel mit Hautblu­tungen (thrombozytopenische Purpura), Hypoprothrombinämie (Mangel eines Blutgerinnungsfaktors), Blutarmut (hämolyti­sche Anämie) und verstreut auftretende Gerinnungsstörung innerhalb der Blutgefäße (disseminierte intravasale Koagulopathie)

Erkrankungen des Immunsystems

Selten

Anaphylaktischer Schock (plötzliche, lebensbedrohliche allergi­sche Allgemeinreaktion) (siehe Abschnitt 2. “Besondere Vorsicht bei der Einnahme von EREMFAT® 600 mg ist erforderlich“)

Sehr selten

Lupus-ähnliches Syndrom (Entzündungskrankheit) mit Fieber, Schwächegefühl, Muskel- und Gelenkschmerzen und dem Auftreten antinukleärer Antikörper (Antikörper gegen Zellkerne).


Flu-Syndrom mit ähnlichen Symptomen (siehe Abschnitt 2. “Besondere Vorsicht bei der Einnahme von EREMFAT® 600 mg ist erforderlich“) im Zusammenhang mit nicht täglicher Verabreichung von Rifampicin (intermittierende Behandlung) bzw. nach nicht regelmäßiger Rifampicineinnahme.

Häufigkeit

nicht bekannt

Atemnot; Blutdruckabfall

Endokrine (hormonelle) Erkrankungen

Selten

Unregelmäßigkeiten bei der Regelblutung infolge der Beeinflussung des hormonellen Stoffwechsels und somit Störungen der Wirksamkeit der „Pille“ durch Rifampicin (siehe Abschnitt 2. „Besondere Vorsicht bei der Einnahme von EREMFAT® 600 mg ist erforderlich“ und Abschnitt „Bei Einnahme von EREMFAT® 600 mg mit anderen Arzneimitteln“)


Bei Patienten mit Addison-Krankheit (Krankheit mit Unterfunktion der Nebennierenrinde) ist die Auslösung einer Addison-Krise möglich.

Psychiatrische Erkrankungen

Sehr selten

Verwirrtheit, Psychosen

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufigkeit

nicht bekannt

Störung der Bildung des Blutfarbstoffes (Porphyrie) (siehe Abschnitt 2. “Besondere Vorsicht bei der Einnahme von EREMFAT® 600 mg ist erforderlich“)

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr selten

Bewegungsstörungen (Ataxie), Konzentrationsunfähigkeit, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schwindel

Augenerkrankungen

Selten

Sehstörungen (Entzündung des Sehnervs und Verlust der Sehfähigkeit)

Häufigkeit

nicht bekannt

Bräunlich-ro­te Verfärbung der Trä­nen­flüssigkeit und bei Kontaktlinsenträgern Verfärbung von weichen Kontaktlinsen

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

(mittleres Gebiet des Brustraums)

Selten

asthmaartige Anfälle, Flüssigkeitsansammlung in der Lunge (Lungenödem)

Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes (Magen-Darm-Trakt)

häufig

Appetitlosigkeit, Magenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen (Meteorismus) und Durchfall

Selten

akute Bauchspeicheldrüsenentzündung (akute Pankreatitis)

Leber- und Gallenerkrankungen

Sehr häufig

Erhöhung von Leberenzymen (SGOT, SGPT, alkalische Phosphatase,

-Glutamyltranspeptidase)

Gelegentlich

Gelbsucht (Ikterus) und Lebervergrößerung (Hepatomegalie), meist vorübergehender Natur (siehe Abschnitt 2. „Besondere Vorsicht bei der Einnahme von EREMFAT® 600 mg ist erforderlich“)

Selten

Erhöhung von Bilirubin (Laborwerte zur Leberkontrolle) im Blutserum

Sehr selten

akute Leberentzündung (akute Hepatitis)

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

häufig

Erythema exsudativum multiforme (Hauterkrankung mit Erosionen und Blasenbildung), Juckreiz (Pruritus), Nesselsucht (Urtikaria)

Sehr selten

schwere allergische Hautreaktionen mit blasenförmiger Abhebung der Haut (toxische epidermale Nekrolyse, exfoliative Dermatitis, Lyell-Syndrom) siehe Abschnitt 2. „Besondere Vorsicht bei der Einnahme von EREMFAT® 600 mg ist erforderlich“)

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Selten

Muskelerkrankungen (Myopathien)

Sehr selten

Muskelschwäche, Schmerzen und Taubheitsgefühl in Armen, Händen, Beinen und Füßen

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Selten

Nierenfunktionsstörungen

Sehr selten

Akutes Nierenversagen (siehe Abschnitt 2. „Besondere Vorsicht bei der Einnahme von EREMFAT® 600 mg ist erforderlich“)

Häufigkeit

nicht bekannt

Akute Nierenentzündungen (Interstitielle Nephritis) und Gewebezerstörung in bestimmten Bereichen der Nieren (Tubulusnekrosen) (siehe Abschnitt 2. „Besondere Vorsicht bei der Einnahme von EREMFAT® 600 mg ist erforderlich“)

Schwangerschaft, Wochenbett und perinatale (um den Geburtszeitraum) Erkrankungen

Häufigkeit

nicht bekannt

Bei Anwendung während der letzten Schwangerschaftswochen kann es zu erhöhter Blutungsneigung bei Mutter und Neugeborenem kommen (siehe Abschnitt 2. “Besondere Vorsicht bei der Einnahme von EREMFAT® 600 mg ist erforderlich“ und Abschnitt “Schwangerschaft und Stillzeit“)

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

häufig

Fieber

Selten

Flüssigkeitsansammlungen in den Geweben (Ödeme)


Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.



5. Wie ist EREMFAT® 600 mg aufzubewahren?


Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren!


Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Blister / Umkarton nach verw. bis: / verwendbar bis: angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden.

Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.


Aufbewahrungsbedingungen:


Blisterpackungen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen. Nicht über 25 °C lagern.


Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haus­haltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apothe­ker wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft die Umwelt zu schützen.



6. WEITERE INFORMATIONEN


Was EREMFAT® 600 mg enthält:


Der Wirkstoff ist Rifampicin.


1 Filmtablette enthält 600 mg Rifampicin.


Die sonstigen Bestandteile sind:


Sorbitol (Ph. Eur.), Croscarmellose Natrium, Mikrokristalline Cellulose, Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich], Hochdisperses Siliciumdioxid, Hypromellose, Macrogol 6000, Propylenglycol, Titandioxid, Eisen(III)oxid


Wie EREMFAT® 600 mg aussieht und Inhalt der Packung:


Rotbraune, beidseitig gewölbte, längliche Filmtablette mit Bruchkerbe auf beiden Seiten. Eine Teilung der Tabletten in 2 gleiche Hälften ist möglich.


OP 10 Filmtabletten

OP 30 Filmtabletten

OP 100 Filmtabletten



Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller


RIEMSER Arzneimittel AG

An der Wiek 7


17493 Greifswald – Insel Riems


phone +49 38351 76-0

fax +49 38351 308

e-mail info@RIEMSER.com



Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet am:

12/2012

ÄA Namensänderung MAH 17.01.2013 Seite 25 von 26