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Gabitril 5 Mg Filmtabletten

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Fachinformation

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Gabitril 5 mg Filmtabletten
Gabitril 10 mg Filmtabletten
Gabitril 15 mg Filmtabletten

Wirkstoff: Tiagabin


QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Gabitril 5 mg Filmtablette enthält:

Tiagabin 5 mg (als Monohydrat Hydrochlorid)


Jede Gabitril 10 mg Filmtablette enthält:

Tiagabin 10 mg (als Monohydrat Hydrochlorid)


Jede Gabitril 15 mg Filmtablette enthält:

Tiagabin 15 mg (als Monohydrat Hydrochlorid)


Sonstige Bestandteile:

Jede Gabitril 5 mg Filmtablette enthält 58 mg Lactose.

Jede Gabitril 10 mg Filmtablette enthält 117 mg Lactose.

Jede Gabitril 15 mg Filmtablette enthält 174 mg Lactose.


Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1


DARREICHUNGSFORM

Gabitril 5 mg Filmtabletten sind weiße, runde, bikonvexe Filmtabletten mit Prägung „251” auf einer Seite.

Gabitril 10 mg Filmtabletten sind weiße, ovale, bikonvexe Filmtabletten mit Prägung „252” auf einer Seite.

Gabitril 15 mg Filmtabletten sind weiße, ovale, bikonvexe Filmtabletten mit Prägung „253” auf einer Seite.


4. KLINISCHE ANGABEN


4.1 Anwendungsgebiete

Zur Zusatzbehandlung bei Patienten mit partiellen Anfällen mit oder ohne sekundäre Generalisierung, die mit anderen Antiepileptika nicht ausreichend behandelbar sind.

Dieses Arzneimittel darf nur bei Erwachsenen und Jugendlichen über 12 Jahren angewendet werden.


4.2 Dosierung, Art und Dauer der Anwendung


Gabitril Filmtabletten werden zu den Mahlzeiten oral eingenommen.


Es kann notwendig sein, das Dosierschema an besondere Patientenmerkmale wie Alter, Leberfunktion und Begleitmedikation individuell anzupassen (siehe Abschnitt 4.5).


Die Anfangsdosis sollte als Einzeldosis oder aufgeteilt in zwei Dosen eingenommen werden. Die tägliche Erhaltungsdosis sollte in zwei oder drei Einzeldosen aufgeteilt werden.


Tiagabin wird nicht empfohlen für die Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren aufgrund fehlender Daten zu Unbedenklichkeit und Wirksamkeit (siehe Abschnitt 4.4).

Erwachsene und Jugendliche über 12 Jahre:


In Verbindung mit Enzym-induzierenden Medikamenten:
Die tägliche Anfangsdosis beträgt 5-10 mg Tiagabin. Danach wird die Dosis in wöchentlichen Abständen um 5–10 mg/Tag erhöht. Die übliche Erhaltungsdosis beträgt bei Patienten, die Enzym-induzierende Medikamente verabreicht bekommen, 30–50 mg/Tag. Dosierungen bis zu 70 mg/Tag werden gut vertragen.


In Verbindung mit nicht-Enzym-induzierenden Medikamenten:

Die tägliche Anfangsdosis beträgt 5-10 mg Tiagabin. Danach wird die Dosis in wöchentlichen Abständen um 5-10 mg/Tag erhöht. Die übliche Erhaltungsdosis beträgt bei Patienten, die nicht-Enzym-induzierende Medikamente verabreicht bekommen, 15-30 mg/Tag.


Ältere Patienten:

Die Pharmakokinetik von Tiagabin scheint bei älteren Patienten nicht signifikant verändert zu sein. Es liegen jedoch bisher nur begrenzte Erfahrungen zur Anwendung von Gabitril bei älteren Patienten vor. Es wird daher empfohlen, Tiagabin bei Patien­ten dieser Altersgruppe mit Vorsicht anzuwenden.


Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion:
Die Pharmakokinetik von Tiagabin wird durch eine bestehende eingeschränkte Nierenfunktion nicht beeinflusst, so dass eine Anpassung der Dosierung bei diesen Patienten nicht erforderlich ist.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion:
Tiagabin wird in der Leber metabolisiert. Da die Pharmakokinetik von Tiagabin bei Patienten mit leichten bis mittleren Leberfunktionsstörungen verändert ist (siehe Abschnitt 5.2), muss bei diesen Patienten die Dosierung von Gabitril angepasst werden, indem die Einzeldosen reduziert und/oder die Dosierungsintervalle verlängert werden.


4.3 Gegenanzeigen

Gabitril darf nicht angewendet werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen Tiagabin oder einen der sonstigen Bestandteile,

- schweren Leberfunktionsstörungen.


Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Die Anwendung von Gabitril ist im Allgemeinen nicht zu empfehlen bei Patienten mit generalisierten Epilepsien, insbesondere nicht bei den idiopathischen Formen mit Absencen, Lennox-Gastaut-Syndrom oder ähnlichen Formen, da hierzu bisher keine klinischen Erfahrungen vorliegen. Durch den GABA-ergen Wirkmechanismus von Tiagabin sowie aufgrund von Untersuchungsergebnissen aus Tierstudien kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich Absencen bei Patienten mit generalisierten Epilepsien während der Behandlung mit Gabitril verschlechtern.

Tiagabin wird nicht empfohlen für die Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren aufgrund fehlender Daten zu Unbedenklichkeit und Wirksamkeit (siehe Abschnitt 4.2).


Berichte nach der Zulassung des Arzneimittels haben gezeigt, dass die Anwendung von Gabitril mit dem erstmaligen Auftreten von Krampfanfällen und Status epilepticus bei Patienen ohne vorbekannte Epilepsie in Zusammenhang stehen kann. Obwohl über Krampfanfälle auch bei Patienten berichtet wurde, die normale Tiagabin-Dosen eingenommen haben, wurden die meisten Fälle im Zusammenhang mit Überdosierungen (siehe Abschnitt 4.9) oder nach zu schneller Aufdosierung berichtet. Auch andere Ursachen, wie Grunderkrankungen oder Begleitmedikationen, die die Anfallsschwelle herabsetzen können, können zur Entwicklung von Krampfanfällen bei Patienten, die nicht an Epilepsie leiden, beigetragen haben.

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Gabitril wurde in keinem anderen Anwendungsgebiet nachgewiesen als der Zusatztherapie partieller Anfälle mit oder ohne sekundäre Generalisierung bei Erwachsenen und Jugendlichen über 12 Jahren, die mit anderen Antiepileptika nicht ausreichend behandelbar sind.


Wie auch bei der Anwendung anderer Antiepileptika kann ein plötzliches Abbrechen der Behandlung zum Wiederauftreten von Anfällen führen. Daher wird empfohlen, die Dosis allmählich über einen Zeitraum von 2 bis 3 Wochen zu reduzieren.


Bei Patienten mit vorbestehenden schwerwiegenden Verhaltensstörungen einschließlich allgemeiner Angstzustände und Depression besteht das Risiko eines erneuten Auftretens dieser Symptome während der Behandlung mit Gabitril, was auch bei der Anwendung bestimmter anderer Antiepileptika beobachtet werden kann. Deshalb sollte bei diesen Patienten die Behandlung mit einer niedrigen Anfangsdosis unter sorgfältiger klinischer Überwachung begonnen werden.


Über suizidale Gedanken und suizidales Verhalten wurde bei Patienten, die mit Antiepileptika in verschiedenen Indikationen behandelt wurden, berichtet. Eine Metaanalyse randomisierter, placebo-kontrollierter Studien mit Antiepileptika zeigte auch ein leicht erhöhtes Risiko für das Auftreten von Suizidgedanken und suizidalem Verhalten. Der Mechanismus für die Auslösung dieser Nebenwirkung ist nicht bekannt und die verfügbaren Daten schließen die Möglichkeit eines erhöhten Risikos bei der Einnahme von Tiagabin nicht aus.

Deshalb sollten Patienten hinsichtlich Anzeichen von Suizidgedanken und suizidalen Verhaltensweisen überwacht und eine geeignete Behandlung in Erwägung gezogen werden. Patienten (und deren Betreuern) sollte geraten werden medizinische Hilfe einzuholen, wenn Anzeichen für Suizidgedanken oder suizidales Verhalten auftreten.


Wie bei anderen Antiepileptika kann es auch unter der Therapie mit Tiagabin zu einer Zunahme der Häufigkeit von epileptischen Anfällen oder zum Auftreten anderer Anfallstypen kommen. Diese Phänomene können Ausdruck einer Überdosierung, einer Erniedrigung der Konzentration anderer gleichzeitig angewandter Antiepileptika im Plasma, eines Fortschreitens der Grunderkrankung oder einer paradoxen Epilepsie-fördernden Wirkung sein.


Es wurde über spontane Ekchymosen berichtet. Deshalb soll bei Auftreten einer Ekchymose das Blutbild einschließlich Thrombozytenzahl bestimmt werden.


Über seltene Fälle von Gesichtsfeldeinschränkung unter Tiagabin wurde berichtet. Falls sich Sehstörungen entwickeln, sollte der Patient zur weiteren Abklärung einschließlich Perimetrie an einen Augenarzt überwiesen werden.


Aufgrund des Gehaltes an Lactose sollten Gabitril Filmtabletten nicht bei Patienten mit einer der folgenden erblichen Erkrankungen, die selten vorkommen, angewendet werden: Galaktosämie, Lapp-Lactase-Mangel, Glucose-Galactose-Malabsorption.


Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Gleichzeitige Anwendung mit Medikamenten, die mit einem CYP 3A4/5 Metabolismus verbunden sind:

Antiepileptika, die Leberenzyme (CYP 450) induzieren wie z. B. Phenytoin, Carbamazepin, Phenobarbital und Primidon, beschleunigen die Metabolisierung von Tiagabin.


Rifampicin (CYP-Induktor) beschleunigt ebenfalls die Metabolisierung von Tiagabin.


Im Falle einer Co-Medikation mit einem oder mehreren dieser Arzneimittel (Antiepileptika, Rifampicin), muss die Dosis von Tiagabin angepasst werden: eine Erhöhung der Tagesdosis und/oder mehrfache Gabe, um den therapeutischen Effekt zu erzielen.


Gleichzeitige Anwendung mit nicht-Enzym-induzierenden Medikamenten:

Nach der Gabe einer Dosis Tiagabin ist die voraussichtliche Plasmakonzentration bei Patienten, die keine Enzym-induzierenden Medikamente einnehmen mehr als doppelt so hoch wie die bei Patienten, die Enzym-induzierende Arzneimittel erhalten. Patienten, die keine Enzym-induzierenden Medikamente einnehmen, benötigen niedrigere und weniger häufige Tiagabindosen als Patienten unter Enzym-induzierender Medikation, um eine ähnliche systemische Tiagabin-Exposition zu erreichen. Diese Patienten können im Vergleich zu Patienten unter Enzym-induzierender Medikation auch eine langsamere Tiagabin-Aufdosierung benötigen.


Gabitril zeigt keine klinisch signifikanten Wirkungen auf die Plasmakonzentrationen von Phenytoin, Carbamazepin, Phenobarbital, Valproat, Warfarin, Digoxin, Theophyllin sowie Hormonen, die in oralen Kontrazeptiva enthalten sind.


Cimetidin hat keine klinisch signifikante Wirkung auf die Konzentration von Tiagabin im Plasma.


4.6 Schwangerschaft und Stillzeit

Tierexperimentelle Untersuchungen zeigten keine teratogene Wirkung von Tiagabin. In weiteren Studien wurde nach Gabe sehr hoher Dosen von Tiagabin peri- und postnatale Toxizität beobachtet.


Es liegen nur begrenzt klinische Erfahrungen zur Anwendung von Gabitril bei schwangeren Frauen vor. Zur Anwendung von Gabitril während der Stillzeit liegen keine Informationen vor. Daher sollte als Vorsichtsmaßnahme Gabitril während der Schwangerschaft und Stillzeit vorzugsweise nicht angewendet werden.


4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Gabitril kann Schwindel oder andere mit dem ZNS in Zusammenhang stehende Symptome hervorrufen, besonders zu Beginn der Behandlung. Daher sollten Patienten beim Führen von Fahrzeugen oder beim Bedienen von Maschinen entsprechend vorsichtig sein.


4.8 Nebenwirkungen

Unerwünschte Wirkungen sind im Allgemeinen als leicht bis mäßig einzustufen. Die meisten unerwünschten Wirkungen treten während der Aufdosierungsphase auf und sind oft nur vorübergehend.


Die Häufigkeit der unten aufgelisteten Nebenwirkungen wird durch folgende Konvention definiert:

Sehr häufig (1/10); häufig (1/100 bis <1/10); gelegentlich (1/1.000 bis <1/100); selten (1/10.000 bis <1/1.000); sehr selten (<1/10.000); nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).


Psychiatrische Erkrankungen:

Sehr häufig: Depressive Verstimmung, Nervosität, Konzentrationsstörungen

Häufig: Emotionale Labilität

Selten: Verwirrung, paranoide Reaktionen (Halluzinationen, Agitiertheit und Wahnvorstellungen)


Erkrankungen des Nervensystems:

Sehr häufig: Schwindel, Tremor, Somnolenz

Selten: Non-konvulsiver Status epilepticus

Nicht bekannt: Enzephalopathie


Augenerkrankungen:

Selten: Gesichtsfeldeinschränkungen (siehe Abschnitt 4.4)


Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts:

Häufig: Durchfall


Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:

Häufig: Ekchymosen


Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort:

Sehr häufig: Müdigkeit


Untersuchungen:

Selten: EEG-Verlangsamung in Verbindung mit einer schnellen Aufdosierung oder ansteigender Tiagabin-Dosierung


Nach der Zulassung des Arzneimittels:

Berichte nach der Zulassung des Arzneimittels haben gezeigt, dass die Anwendung von Gabitril mit dem erstmaligen Auftreten von Krampfanfällen und Status epilepticus bei Patienten ohne vorbekannte Epilepsie, die mit Tiagabin in einem nicht zugelassenen Anwendungsgebiet behandelt werden, in Zusammenhang stehen kann (siehe Abschnitt 4.4).


4.9 Überdosierung

Symptome, die bei einer Überdosierung von Gabitril allein oder in Kombination mit anderen Arzneimitteln am häufigsten auftreten, sind Krampfanfälle inklusive Status epilepticus bei Patienten mit oder ohne zugrunde liegender Anfallsleiden, stummes und zurückgezogenes Verhalten des Patienten, Koma, Ataxie oder Koordinationsstörungen, Schläfrigkeit, Schwindelgefühl, Verwirrung, Sprachstörungen, Ruhelosigkeit, Myoklonus, Spike-Wave Stupor, Tremor, Erbrechen und Feindseligkeit. Im Zusammenhang mit Krampfanfällen wurde Atemdepression beobachtet.


Nach der Zulassung wurden keine Überdosierungen mit Todesfolge in Zusammenhang mit Gabitril allein (Dosierung bis zu 720 mg) gemeldet, obwohl einige Patienten Intubation und Beatmung als Teil der Behandlung ihres Status epilepticus benötigten.

Bei Vorliegen einer Überdosierung wird die standardmäßige symptomatische Behandlung empfohlen. Im Fall von schweren Überdosierungen ist eine stationäre Aufnahme zu empfehlen.


5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN


5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften


Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiepileptika/Fettsäurederivate
ATC-Code: N03A G06

Tiagabin ist ein potenter und selektiver Inhibitor, der die Aufnahme von GABA (Gamma-Aminobuttersäure) in Nerven- und Gliazellen hemmt. GABA ist der wichtigste inhibitorische Neurotransmitter im Gehirn. Eine Behandlung mit Gabitril führt zu einem Anstieg der Konzentration von GABA im Gehirn.

Tiagabin hat keine signifikante Affinität zu anderen Neurotransmitter-Rezeptoren und/oder -Aufnahmestellen.


5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption:

Tiagabin wird rasch und praktisch vollständig aus dem Gastrointestinaltrakt resorbiert; die absolute Bioverfügbarkeit beträgt 89 %. Bei Einnahme von Gabitril zu den Mahlzeiten ist die Spitzenkonzentration im Plasma niedriger und wird später erreicht, ohne dass sich die insgesamt resorbierte Menge ändert.

Verteilung:

Das Verteilungsvolumen beträgt etwa 1 l/kg. Die Bindung von Tiagabin an Plasmaproteine beträgt etwa 96 %.

Biotransformation/Elimination:
Tiagabin wird im menschlichen Organismus fast vollständig metabolisiert, hauptsächlich über das hepatische CYP3A-Enzymsystem. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass Tiagabin das hepatische Cytochrom-P450-Enzymsystem induziert oder hemmt. Im Gegensatz dazu führt die gleichzeitige Einnahme anderer Antiepileptika wie Phenytoin, Carbamazepin, Phenobarbital oder Primidon zu einer Erhöhung der hepatischen Clearance von Tiagabin. Die Plasmahalbwertszeit von Tiagabin, die normalerweise 7–9 Stunden beträgt, wird bei Kombination mit diesen Arzneimitteln auf 2–3 Stunden reduziert.


Über den Urin werden weniger als 1 % unverändert sowie 14 % in Form von zwei 5-Oxothiolen-Isomeren ausgeschieden. Der verbleibende Rest wird über die Faeces in Form von Metaboliten ausgeschieden. Es sind keine aktiven Metaboliten identifiziert worden.

Leberinsuffizienz:

Eine klinische Studie an Patienten mit leichten bis mittleren Leberfunktionsstö­rungen zeigte einen 50 %igen Anstieg der Spitzenkonzentration von Tiagabin im Plasma sowie einen 70 %igen Anstieg der AUC (“Area under the curve”). Bei Patienten mit einer eingeschränkten Leberfunktion verlängert sich die Halbwertszeit von Tiagabin in Abhängigkeit vom Schweregrad der vorliegenden Leberfunktionsstörung. Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen waren jedoch in diese Studie nicht eingeschlossen (siehe Abschnitt 4.3).

Bei Patienten mit leichten bis mittleren Leberfunktionsstörungen sollte die Dosierung von Tiagabin entsprechend angepasst werden (siehe Abschnitt 4.2).


5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Eine Langzeit-Karzinogenitätsstudie an Ratten zeigte unter hoher Dosierung (200 mg/kg) eine geringfügig erhöhte Inzidenz hepatozellulärer Adenome bei weiblichen Tieren. Die Substanz ist nicht genotoxisch. Die klinische Bedeutung dieser Befunde ist nicht bekannt.


PHARMAZEUTISCHE ANGABEN


6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern:
Mikrokristalline Cellulose (E460)

Ascorbinsäure (E300)

Wasserfreie Lactose

Gelatinierte Maisstärke

Crospovidon

Wasserfreies kolloidales Siliciumdioxid (E551)

Hydriertes Pflanzenöl (Typ 1)

Stearinsäure

Magnesiumstearat


Tablettenüberzug:

Hypromellose

Hydroxypropylcellulose (E463)

Titandioxid (E171)


6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.


Dauer der Haltbarkeit

Gabitril 5, 10, 15 mg Filmtabletten: 3 Jahre


Besondere Lagerungshinweise

Nicht im Kühlschrank lagern oder einfrieren.

In der Originalverpackung aufbewahren.


6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Kindergesicherte, weiße Polyethylenflasche mit einem Schraubverschluss aus weißem Polypropylen. Jede Flasche enthält ein Behältnis aus Polyethylen hoher Dichte mit aktiviertem Silicagel als Trockenmittel.

Packungen zu 50, 100 und 200 Filmtabletten.


Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.


6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Keine besonderen Anforderungen.


INHABER DER ZULASSUNG

Cephalon GmbH

Fraunhoferstraße 9a

82152 Martinsried
Tel.: (089) 89 55 70-0

Fax: (089) 89 55 70-15

E-Mail: info@cephalon.de

www.cephalon.de


ZULASSUNGSNUMMERN

Gabitril 5 mg Filmtabletten: 38733.00.00

Gabitril 10 mg Filmtabletten: 38733.01.00

Gabitril 15 mg Filmtabletten: 38733.02.00


DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Gabitril 5 mg Filmtabletten: 19. Dezember 1996 / 14. Juni 2006

Gabitril 10 mg Filmtabletten: 19. Dezember 1996 / 14. Juni 2006

Gabitril 15 mg Filmtabletten: 19. Dezember 1996 / 14. Juni 2006


10. STAND DER INFORMATION

Dezember 2008


11. VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig


Dieses Arzneimittel enthält einen Stoff, dessen Wirkung in der medizinischen Wissenschaft noch nicht allgemein bekannt ist.




DE/Gabitril 5/10/15 mg/SPC/Renewal&var48&var51/081017 12/12