iMedikament.de

Inzolen-Km 21

Fachinformation



Dr. F. Köhler Chemie GmbH

Neue Bergstraße 3-7

D-64665 Alsbach-Hähnlein



Inzolen®-KM 21





1. Bezeichnung des Arzneimittels

Inzolen®-KM 21


2. Verschreibungsstatus/Apothekenpflicht

Verschreibungspflichtig


3. Zusammensetzung des Arzneimittels


3.1 Stoff oder Indikationsgruppe

Mineralstoff- und Spurenelementpräparat


3.2 Bestandteile nach der Art und arzneilich wirksame Bestandteile nach Art und Menge

100 ml Lösung enthalten:


arzneilich wirksame Bestandteile

18,021 g Kaliumhydrogenaspartat-Hemihydrat = 100,00 mmol K+

8,148 g Magnesiumbis(hydrogenaspartat)-Dihydrat = 25,11 mmol Mg2+

5,99 g Natriumchlorid = 102,50 mmol Na+

19,80 mg Zinkbis(hydrogen-DL-aspartat) = 60 µmol Zn2+

10,10 mg Kupfer(II)-hydrogen-DL-aspartat 0.5 H2O = 30 µmol Cu2+

7,28 mg Mangan(II)-hydrogen-DL-aspartat 2.5 H2O = 20 µmol Mn2+

8,26 mg Cobalt(II) -hydrogen-DL-aspartat 5 H2O = 20 µmol Co2+


sonstige Bestandteile

2g Dexpanthenol, Wasser für Injektionszwecke


Osmolalität: 5000 – 5500 mosmol/kg H2O

pH-Wert: 6,60 – 7,30


4. Anwendungsgebiete

Zur Elektrolyt- und Spurenelementsubstitution, wenn die Zufuhr eines hohen Flüssigkeitsvolumens unerwünscht ist.


5. Gegenanzeigen

Hypernatriämie, Hyperkaliämie, Hypermagnesiämie, Hypocalcämie, Kupferspeicherkrankheit. AV-Block. Niereninsuffiziente Patienten mit einer Neigung zur Hyperkaliämie. Erkrankungen, die eine restriktive Natriumzufuhr gebieten, wie Herzinsuffizienz, generalisierte Ödeme, Hypertonie. Erhöhte Plasmaspiegel der in Inzolen-KM 21 enthaltenen Spurenelemente.

Vorsicht ist geboten bei der Anwendung von Inzolen-KM 21 bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen, insbesondere mit Cholestase, da Mangan fast ausschließlich biliär ausgeschieden wird. Bei einem Anstieg von Mangan in potentiell toxische Bereiche muss Inzolen-KM 21 abgesetzt werden.


Für Neugeborene und Kleinkinder nicht geeignet.


Schwangerschaft und Stillzeit

Zu einer möglichen Reproduktionstoxizität von Inzolen-KM 21 sind nur begrenzte Informationen verfügbar. Dennoch scheint es, dass Inzolen-KM 21 kein Risiko darstellt, wenn es in therapeutischen Dosen während der Schwangerschaft und Stillzeit angewendet wird. Eine Bewertung des Risiko-Nutzen-Verhältnisses unter den aktuellen klinischen Bedingungen sollte jedoch erfolgen, bevor Inzolen-KM 21 angewendet wird. Daten über eine begrenzte Anzahl von exponierten Schwangeren lassen nach oraler Gabe nicht auf Wirkungen von Dexpanthenol auf die Schwangerschaft oder die Gesundheit des


Fetus/Neugeborenen schließen. Bisher sind keine anderen einschlägigen epidemologioschen Daten verfügbar. Pantothenat passiert per aktivem Transport die Plazenta und wird über die Muttermilch pro­portional zur Aufnahme ausgeschieden. Tier­experimentelle Studien ergaben nach oraler Verabreichung keine Hinweis eauf teratogene oder fetotoxische Effekte (siehe 13.2). Das potentielle Risiko für den Menschen ist nicht ausreichend bekannt. Dexpanthenol darf nicht während der Schwangernschaft und Stillzeit verwendet werden, es sei denn dies ist eindeutig erforderlich. Die Gabe von Dosen bis zu 6 mg/Tag ist unbedenklich.


6. Nebenwirkungen

Bei bestimmungsgemäßer Anwendung nicht bekannt.


7. Wechselwirkungen mit anderen Mitteln

Bei gleichzeitiger Gabe von Suxamethionium und Kalium können erhebliche Hyperkaliämien ausgelöst werden, die sich ihrerseits negativ auf den Herz­rhythmus auswirken können. Bei gleichzeitiger Gabe von Calciumsalzen ist die Wirkung von Magnesium-L-hydrogenaspartat reduziert. Muskel­relaxantien vom Curaretyp verstärken die Magnesiumwirkung an der motorischen Endplatte.


8. Besondere Vorsichtshinweise für den Gebrauch

Da es sich bei der Zubereitung Inzolen-KM 21 um ein Hochkonzentrat handelt, ist bei der Dosierung streng darauf zu achten, daß innerhalb 60 Minuten nicht mehr als 20 mmol K+ und 10 mmol Magnesium appliziert werden. Inzolen-KM 21 darf nicht unverdünnt in periphere Venen verabreicht werden.


9. Wichtigste Inkompatibilitäten

Inzolen-KM 21 ist inkompatibel mit Natrium- und Kaliumphosphat-Lösungen oder anderen Zubereitungen, die anorganisches Phosphat ent­halten, da es bei Vermischung innerhalb kurzer Zeit zu Ausfällungen schwerlöslicher Phosphat­salze kommen kann.


10. Dosierung mit Einzel- und Tagesgaben

Über die genaue Dosierung entscheidet der Arzt.

Soweit nicht anders verordnet:

Bis zu 4 Ampullen (entsprechend 80 ml Inzolen-KM 21) täglich.

Die Tropfgeschwindigkeit ist so zu wählen, daß innerhalb 60 Minuten nicht mehr als maximal 20 mmol Kalium zugeführt werden, entsprechend 20 ml Inzolen-KM 21. Es empfiehlt sich, die Appli­kation mittels eines Perfusomaten / Injektomaten (20 ml Ampullen) gesteuert vor­zunehmen.

Die Applikation mittels eines Injektomaten ist nur an einem Patienten und innerhalb eines Behandlungsvorgangs gestattet.


Empfohlene Tagesdosis der in Inzolen-KM 21 enthaltenen Elektrolyte:

(basaler bzw. gesteigerter Bedarf)

Kalium 0,7 2,0 mmol/kg KG

Magnesium 0,04 0,2 mmol/kg KG

Natrium 1,0 3,0 mmol/kg KG

Zink 21,0 75,0 µmol

Kupfer 7,0 23,0 µmol

Mangan 3,0 14,0 µmol


Der Mangel an einzelnen Elektrolyten und Spurenelementen sollte selektiv korrigiert werden. Kontrollen des Serum­ionogramms und des Säure-Basen-Haushaltes sind erforderlich.


11. Art und Dauer der Anwendung

Die Applikation von Inzolen-KM 21 erfolgt stets intravenös. Bei einer Behandlungsdauer über mehrere Wochen ist die Überprüfung des Kupfer- und Manganspiegels erforderlich.


12. Notfallmaßnahmen, Symptome, Gegenmittel

Bei Überdosierung kann es zu einer Störung des Elektrolythaushalts und des Säure-Basen-Haushaltes sowie zu einer erhöhten Osmolarität (Hyperosmolarität) kommen.


Gegenmaßnahmen:

Zufuhrstopp, Gabe von rasch wirksamen Diuretika, Korrektur der Elektrolytstörung und der Störungen im Säure-Basen-Haushalt.


13. Pharmakologische und toxikolo­gische Eigenschaften, Pharmakokinetik und Bioverfügbarkeit, soweit diese Angaben für die therapeutische Ver­wendung erforderlich sind


13.1 Pharmakologische Eigenschaften

Energiestoffwechsel:

Die Ursachen organischer Erkrankungen sind Infektionen, Traumen oder Stoff-wechselentgleisungen unterschiedlicher Genese. Die Restitution setzt nicht nur die Beseitigung des Infektherdes oder anderer ursächlicher Zusammenhänge voraus, sondern vielmehr die Wiederherstellung der Homöostase der Elektrolyte in allen Kompartimenten. Neben der aus­reichenden Versorgung mit kalorischen Substraten und für metabolische Prozesse unentbehrlichen Proteinen, sind zur Ver­stoffwechslung dieser organischen Sub­stanzen ebenso Elektrolyte und Spurenelemente erforderlich.

Fachinformation



Dr. F. Köhler Chemie GmbH

Neue Bergstraße 3-7

D-64665 Alsbach-Hähnlein



Inzolen®-KM 21





Dies gilt im besonderen Maße für den Energiestoffwechsel mit hoher "turn-over" Rate. Ein defizitärer Energiestoffwechsel verursacht z.B. die Verringerung der Reserveleistung des Herzmuskels. So kommt es bei einem Myokardinfarkt zu erheblichen Störungen des Energie-stoffwechsels, nicht nur in der infarzierten Zone, sondern im gesamten restlichen Myokard: Die Stoffwechselprodukte der Glykolyse sind angehäuft, die Kon-zentration der energiereichen Phosphate ist extrem reduziert, die Aktivitäten der oxidativ-phosphorylierenden Enzyme sind signifikant vermindert und die Fett-synthese steigt im umgekehrten Verhältnis zur ATP-Konzentration an; es kommt zu tiefgreifenden intrazellulären Elektrolyt-veränderungen, d.h. zu ausgeprägten Kalium- und Magnesium-Verlusten, was zwangsläufig zu einer Ausweitung der hypoxämischen Schädigungen führt.

Umfangreiche quantitative Analysen haben gezeigt, daß das von uns erstmals in die Herztherapie eingeführte Kalium- und Magnesium-Aspartat in der Lage ist, auf physiologischem Wege den ATP-Spiegel auch unter chronischer Belastung optimal zu stabilisieren, schädliche glykolytische Stoffwechselentgleisungen (unphysiologischer Anstieg von Milch-säure, Beeinträchtigung des Brenz-traubensäure- Metabolismus) rasch zu normalisieren und intrazelluläre Elek-trolytdefizite anhaltend zu beseitigen. Darüber hinaus übt Inzolen-KM 21 eine stabilisierende Wirkung auf die elektrostatische Ladung der Erythrozyten und Thrombozyten aus, d.h. es ver-mindert das Ausmaß des "Sludge"-Effektes bzw. der Plättchenaggregation.

Der besondere Stellenwert für die Elektrolyt- und Spurenelement-substitution mit Inzolen-KM 21 ergibt sich aus den synergistischen Effekten der Asparaginsäure und ihrer komplexen Verbindungen mit Magnesium. An erster Stelle ist die Aktivierung des Energiestoffwechsels zu nennen, eine Grundvoraussetzung, zahlreiche meta- bolische- und katabole Stoffwechselprozesse zu initiieren. Magnesium als Coenzym von ca. 300 Enzymsystemen katalysiert z.B. folgende Stoffwechselprozesse: Glykolyse, oxidative Phos-phorylierung, Transaminierung, Redoxreaktionen, Transportmechanismen etc.

Die Asparaginsäure nimmt im Ausgangspunkt des Zitratzyklus eine besondere Stelle ein und wird nach einer oxidativen Desaminierung als Oxal-essigsäure in den Zitronensäurezyklus eingeschleust.


Morphologie: Mit zahlreichen klinischen Arbeiten wird belegt, daß z.B. die intrazelluläre Kalium-anreicherung effizienter nach einer Substitution mit Inzolen erfolgt als mit einer entsprechenden KCl-Lösung. Dadurch wird die Morphologie der hypoxisch geschädigten Zelle, insbesondere die der Zellmembran, wieder restauriert und die physiologischen Prozesse durch gesteigerte ATP-Synthese wieder in Gang gesetzt.


Spurenelemente: Neben der Bedeutung von Natrium und Kalium zur Aufrechterhaltung der Morphologie,


der Bedeutung von Magnesium im Bereich des Energiestoffwechsels und der calciumabhängigen Reizvermittlung (Magnesium ist ein physiologischer Calciummodulator), ist der besondere Stellenwert von Zink, Kupfer, Mangan und Kobalt nicht zu vernachlässigen. Die synergistischen Effekte oben genannter biochemischer Abläufe sind nur möglich, wenn die daran beteiligten Enzymsysteme im erforderlichen Maße funktionieren. Die in Inzolen-KM 21 enthaltenen Übergangselemente sind wichtige essentielle Coenzyme; die Voraussetzung für das Funktionieren der katalytischen Eigenschaft des Gesamtenzyms. In den vergangenen Jahren sind zu diesen elementaren biochemischen Prozessen zahlreiche Erkenntnisse gewonnen worden. Ebenso konnten verschiedene Krankheitsbilder eindeutig mit dem Mangel eines bestimmten Übergangselementes in strenge Verbindung gesetzt werden. Daher werden im Rahmen der Substitutionstherapie diese grund-legenden Zusammenhänge beachtet und entsprechend berücksichtigt. Der Bedarf an Spurenelementen ist durch diätetische Krankenhauskost im allgemeinen nicht gedeckt und erfordert insbesondere bei der parenteralen Ernährung ein zusätzliches Angebot.

Da es sich hierbei um physiologische Substanzen handelt, ist davon auszugehen, daß der Organismus über einen Regel-mechanismus verfügt, diese in relativ geringen Mengen angebotenen Übergangs-elemente nach Bedarf aufzunehmen bzw. zu eliminieren. Da nicht in allen Kliniken Serum-analysen der einzelnen Übergangselemente zur Routine gehören, wird häufig ex juvantibus ein Mangel festgestellt, nachdem die Symptome bzw. das klinische Bild im Anschluß an eine Substitutionstherapie mit Inzolen-KM 21 beseitigt werden konnten.


13.2 Toxikologische Eigenschaften

Obwohl systematische Studien nicht durchgeführt wurden, sollte Inzolen-KM 21 in therapeutischen Dosierungen keine gefährlichen Wirkungen ausüben. Dennoch könen isolierte Vergiftungen z.B. mit Kalium, Magnesium, Eisen, Zink , Mangan, Kupfer und Natrium­chlorid nicht völlig ausgeschlossen werden; typische Fallreferate liegen vor. Die eingesetzen Dosierungen sollte die tatsächlichen Erforder­nisse des Organismus erfüllen. Eine Über­dosierung sollte durch die Überwachung der Hauptparameter des Wasser-Elektrolyt-, Mineral­stoff-, Spurenelement- und Säure-Basen-Haus­haltes ausgeschlossen werden. Im Falle einer Reduktion der Leber- und/oder Nierenfunktion kann Inzolen-KM 21 kontraindiziert sein. Es wird nicht ausgeschlossen, dass einige Komponenten von Inzolen-KM 21 (insbesondere Chrom) sensibilisierende Eigenschaften haben können. Inzolen-KM 21 sollte praktisch weder ein mutagenes noch ein karzinogenes Potential haben. Basierend auf konventionellen Studien


zum akuten, chronischen und subchronischen Potential von Dexpanthenol lassen präklinische Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen. Die orale Gabe von Calcium-Pantothenat vor der Paarung und während der Gestation in Dosen bis 1 mg ergab bei Ratten keine Hinweise auf teratogene und fetotoxische Effekte. Bisherige Untersuchungen zum muta­genen Potential verliefen negativ. Langzeitstudien zum tumorerzeugenden Potential von Dexpanthenol liegen nicht vor.


13.3 Pharmakokinetik

Durch die komplexe Bindung der Elektrolyte und Spurenelemente mit der Asparaginsäure (Chelate) wird der Transport dieser Metalle durch Membranen begünstigt und erfolgt in dieser präformierten Verbindung ökonomisch. Der lipophobe Charakter "nackter" Ionen ist durch die Komplexbindung mit der Asparaginsäure aufgehoben.


14. Sonstige Hinweise

Keine.


15. Dauer der Haltbarkeit

Ampullen 4 Jahre, Fläschchen 3 Jahre.


16. Besondere Lager- und Aufbewah-rungshinweise

Vor Licht schützen, die äußere Verpackung für Flaschen/Ampullen (Karton) ist erst vor Gebrauch zu entfernen. Nicht über 25°C lagern!


17. Darreichungsformen und Packungsgrößen

Ampullen zu 20 ml in Packungen zu 5

Fläschchen zu 100 ml in Packungen zu 10


18. Stand der Information

Juli 2005


19. Name oder Firma und Anschrift des pharmazeutischen Unternehmens


Dr. F. Köhler Chemie GmbH

Neue Bergstraße 3-7

64665 Alsbach-Hähnlein

Telefon: 06257/509-0

Telefax: 06257/509-46

eMail: info@koehler-chemie.de