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Levium 25

Document: 13.01.2014   Fachinformation (deutsch) change

Fachinformation

1. BEZEICHNUNG DER ARZNEIMITTEL

Levium 25 mg Tabletten Levium 100 mg Tabletten

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Wirkstoff: Levomepromazin

Levium 25

1 Tablette enthält 33,84 mg Levomepromazinhydrogenmaleat entsprechend 25 mg Levomepromazin.

Levium 100

1 Tablette enthält 135,34 mg Levomepromazinhydrogenmaleat entsprechend 100 mg Levomepromazin.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:

Lactose-Monohydrat

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Tablette

Levium 25

weiß, rund (7 mm Durchmesser), bikonvex mit einseitiger Zierkerbe Levium 100

weiß, rund (11 mm Durchmesser), bikonvex mit einseitiger Zierkerbe

Die Bruchkerbe dient nur zum Teilen der Tablette, um das Schlucken zu erleichtern, und nicht zum Teilen in gleiche Dosen.

4. KLINISCHE ANGABEN


4.1    Anwendungsgebiete

•    Dämpfung psychomotorischer Unruhe- und Erregungszustände im Rahmen psychotischer Störungen

•    Leichte akute psychotische Syndrome mit Wahn, Halluzinationen, Denkstörungen und Ich-Störungen

Hinweis:

Im Allgemeinen reicht die antipsychotische Potenz nicht aus, um akute Psychosen allein mit Levomepromazin zu behandeln, da die Art der Nebenwirkungen eine Dosisbegrenzung bedingt.

•    Maniforme Syndrome

•    Kombinationstherapie bei der Behandlung von chronischen und/oder schweren Schmerzen

4.2    Dosierung und Art der Anwendung

Die Dosierung, Darreichungsform und Dauer der Anwendung müssen an die individuelle Reaktionslage, die Indikation und die Schwere der Krankheit und die mögliche sonstige neuroleptische Medikation angepasst werden. Ein Behandlungsbeginn mit langsam ansteigender Dosierung wird für die ambulante Therapie vorgeschlagen, weniger bei einer stationären Behandlung. Abrupte starke Dosisänderungen erhöhen das Nebenwirkungsrisiko. Nach einer längerfristigen Therapie muss die Reduktion der Dosis in sehr kleinen Schritten über große Zeiträume hinweg erfolgen.

Als durchschnittliche Dosierung für Erwachsene und Jugendliche über 50 kg Körpergewicht wird empfohlen:

Psychomotorischen Unruhe- und Erregungszuständen im Rahmen psychotischer,

leichten akuten psychotischen und maniformen Syndromen

150-300 mg Levomepromazin/Tag, bis zu 500 mg Levomepromazin/Tag.

Schmerzzustände

50-75 mg Levomepromazin/Tag.

Hinweis

Ist eine Therapie mit starken Schmerzmitteln vor der Levomepromazin-Behandlung bereits eingeleitet worden, können die Dosen dieser Präparate im Allgemeinen reduziert werden.

Bei gleichzeitiger Gabe von Hypnotika, z. B. Barbituraten oder Analgetika, kann deren Dosis aufgrund der potenzierenden Eigenschaften von Levomepromazin im Allgemeinen mindestens auf die Hälfte reduziert werden.

Ältere Patienten und Patienten mit Leber- und Nierenfunktionsstörungen

Bei älteren Patienten und Patienten mit Leber- und Nierenfunktionsstörungen muss die Dosis mit besonderer Vorsicht angepasst werden, da mit verstärktem Auftreten von Nebenwirkungen zu rechnen ist.

Initial per os 25-50 mg/Tag, gegebenenfalls schrittweise Erhöhung je nach Indikation. Die Tagesdosis kann auf 1-3 Einzeldosen verteilt werden.

Art und Dauer der Anwendung

Die Tabletten sind nach den Mahlzeiten mit ausreichend Flüssigkeit einzunehmen.

Je nach Schwere der Störungen und Zustand des Patienten wird die LevomepromazinBehandlung mit parenteralen oder auch oralen Gaben begonnen. Bei parenteraler Gabe von Levomepromazin ist Bettruhe einzuhalten, deshalb sollte die Behandlung stationär eingeleitet werden.

Levomepromazin ist kontraindiziert bei Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren (siehe Abschnitt 4.3).

4.3 Gegenanzeigen

Levomepromazin darf nicht angewendet werden bei:

•    bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

•    bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Neuroleptika, insbesondere vom Phenothiazin-Typ

•    Bestehen einer schweren Blutzell- oder Knochenmarkschädigung

•    akuter Alkohol-, Schlafmittel-, Analgetika- und Psychopharmaka-Intoxikation

•    Kreislaufschock

•    Koma

Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren sollten nicht mit Levomepromazin behandelt werden, da keine dokumentierten Erfahrungen zur Dosierung bei Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren vorliegen.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Levomepromazin darf nur unter besonderer Vorsicht angewendet werden bei:

•    Leber- und Niereninsuffizienz

•    kardialer Vorschädigung

•    prolaktinabhängigen Tumoren, z. B. Mamma-Tumoren

•    schwerer Hypotonie oder Hypertonie, orthostatischer Dysregulation

•    hirnorganischen Erkrankungen und epileptischen Anfällen in der Anamnese

•    nicht pharmakogenem Parkinson-Syndrom

•    arteriosklerotischen Gehirngefäßerkrankungen

•    anamnestisch bekanntem malignem neuroleptischem Syndrom

•    Leukopenie und anderen Erkrankungen des hämatopoetischen Systems

•    Glaukom

•    Miktionsstörungen

•    Pylorusstenose

•    Prostatahypertrohie

•    Bradykardie

•    Hypokaliämie

•    angeborenem langem QT-Syndrom oder anderen klinisch signifikanten kardialen Störungen (insbesondere koronare Herzkrankheit, Erregungsleitungsstörungen, Arrhythmien)

•    gleichzeitiger Behandlung mit Arzneimitteln, die ebenfalls das QT-Intervall im EKG verlängern oder eine Hypokaliämie hervorrufen können (siehe Abschnitt 4.5)

Vor der Behandlung mit trizyklischen Neuroleptika ist das Blutbild zu kontrollieren (einschließlich des Differentialblutbildes sowie der Blutplättchenzahl). Bei abweichenden Blutwerten darf keine Behandlung mit trizyklischen Neuroleptika erfolgen.

Während der Behandlung sind regelmäßig Blutbildkontrollen durchzuführen (Leukozytenzahl und Differentialblutbild). Nach Beginn der Behandlung sollten in den ersten 4 Monaten die Kontrollen möglichst wöchentlich erfolgen, bei unauffälligen Befunden erscheint eine monatliche Blutbildkontrolle ausreichend. Bei einem schnellen Absinken der Leukozytenzahl - insbesondere bei Werten unter 3.000/mm3 - oder anderen Blutbildveränderungen ist die Behandlung mit trizyklischen Neuroleptika sofort abzubrechen und durch andere Therapieformen zu ersetzen. Gegebenenfalls sind intensivmedizinische Maßnahmen erforderlich. Der Patient sollte angehalten werden, bei Fieber, Zahnfleisch- und Mundschleimhautentzündungen, Halsschmerzen oder eitriger Angina sowie grippeähnlichen Symptomen, insbesondere wenn diese innerhalb der ersten drei Monate der medikamentösen Behandlung auftreten, keine Selbstmedikation durchzuführen, sondern sofort seinen behandelnden Arzt aufzusuchen.

Bei Einleitung der Therapie mit Levomepromazin sollten in angemessenen Abständen ein EKG abgeleitet sowie Leberfunktionswerte kontrolliert werden. Während chronischer Behandlung empfehlen sich Kontrolluntersuchungen mindestens alle 6-12 Monate.

Bei Auftreten von hohem Fieber und Muskelstarre ist an die Möglichkeit eines malignen neuroleptischen Syndroms (Anstieg des Myoglobin und der Kreatininkinase-Aktivität [CK] im Blut) zu denken, welches nicht selten als Katatonie fehldiagnostiziert wird. Da eine erneute Gabe von Neuroleptika lebensbedrohliche Konsequenzen haben kann, ist in der Differentialdiagnose die Abgrenzung zur Katatonie entscheidend (Medikamentenanamnese, Prüfung auf Rigor, Fieber sowie CK-Anstieg und MyoglobinAnstieg im Blut oder Harn). Als Behandlungsmöglichkeiten werden empfohlen:

•    sofortiges Absetzen des Medikaments

•    Behandlung der Hyperthermie durch Kühlen, da Antipyretika bei hohem Fieber möglicherweise nicht wirksam sind.

•    Behandlung von Störungen des Elektrolyt- und Wasserhaushaltes, der kardiovaskulären Manifestationen, Infektionen, der respiratorischen und renalen Komplikationen.

•    Therapieversuch mit Dantrolen-Infusionen (3-10 mg/kg Körpergewicht und Tag) in Kombination mit Bromocriptin (7,5-30 mg/Tag oral)

Erhöhte Mortalität bei älteren Menschen mit Demenz-Erkrankungen Die Daten zweier großer Anwendungsstudien zeigten, dass ältere Menschen mit Demenz-Erkrankungen, die mit konventionellen (typischen) Antipsychotika behandelt wurden, einem leicht erhöhten Mortalitätsrisiko im Vergleich zu nicht mit Antipsychotika Behandelten ausgesetzt sind. Anhand der vorliegenden Studiendaten kann eine genaue Höhe dieses Risikos nicht angegeben werden und die Ursache für die Risikoerhöhung ist nicht bekannt.

Levomepromazin ist nicht zur Behandlung von Verhaltensstörungen, die mit DemenzErkrankungen zusammenhängen, zugelassen.

Erhöhtes Risiko für das Auftreten von unerwünschten zerebrovaskulären Ereignissen In randomisierten, placebokontrollierten klinischen Studien mit an Demenz erkrankten Patienten, die mit einigen atypischen Antipsychotika behandelt wurden, wurde ein etwa um das 3-fache erhöhtes Risiko für unerwünschte zerebrovaskuläre Ereignisse beobachtet. Der Mechanismus, der zu dieser Risikoerhöhung führt, ist unbekannt. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass diese Wirkung auch bei der Anwendung anderer Antipsychotika oder bei anderen Patientengruppen auftritt. Levomepromazin sollte daher bei Patienten, die ein erhöhtes Schlaganfallrisiko haben, mit Vorsicht angewendet werden.

Thromboembolie-Risiko

Im Zusammenhang mit der Anwendung von Antipsychotika sind Fälle von venösen Thromboembolien (VTE) berichtet worden. Da Patienten, die mit Antipsychotika behandelt werden, häufig erworbene Risikofaktoren für VTE aufweisen, sollten alle möglichen Risikofaktoren für VTE vor und während der Behandlung mit Levomepromazin identifiziert und Präventivmaßnahmen ergriffen werden.

Hyperglykämie und Glukoseintoleranz

Es wurde von Hyperglykämie bzw. Glukoseintoleranz bei Patienten, die mit Levomepromazin behandelt wurden, berichtet. Wenn Patienten, bei denen Diabetes mellitus diagnostiziert wurde oder Risikofaktoren für die Entwicklung eines Diabetes bestehen, Levomepromazin verordnet wird, ist auf eine entsprechende Kontrolle der Blutzuckerspiegel während der Behandlung zu achten (siehe Abschnitt 4.8).

Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Levium nicht einnehmen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Bei gleichzeitiger Anwendung von Levomepromazin mit Analgetika, Hypnotika,

Sedativa oder anderen zentral dämpfenden Medikamenten kann es zu verstärkter Sedierung und Atemdepression kommen.

Die gleichzeitige Anwendung mit Alkohol kann zu einer wechselseitigen Wirkungsverstärkung führen; deshalb sollte unter der Behandlung mit Levomepromazin auf Alkoholgenuss verzichtet werden.

Durch die gleichzeitige Einnahme von Carbamazepin und Barbituraten kann die Blutspiegelkonzentration von Levomepromazin über durch Enzyminduktion gesteigerten Metabolismus erniedrigt werden.

Die Wirkung von Antihypertensiva kann bei gleichzeitiger Einnahme von Levomepromazin verstärkt werden. Die blutdrucksenkende Wirkung von Guanethidin, Clonidin und alpha-Methyldopa kann dagegen abgeschwächt werden.

Bei gleichzeitiger Gabe von Levomepromazin und Propranolol können sich die Plasmaspiegel der Medikamente erhöhen.

Die kombinierte Anwendung von Levomepromazin mit Dopaminagonisten (z. B. Levodopa) kann die Wirkung des Dopaminagonisten abschwächen.

Bei kombinierter Anwendung mit Medikamenten, die auf die Alpha-Adrenozeptoren wirken, ergeben sich folgende Wechselwirkungen: Bei gleichzeitiger Gabe von Adrenalin und Adrenalinabkömmlingen kann es zum weiteren Blutdruckabfall kommen (Adrenalin-Umkehr). Andere Alpha-Adrenozeptoren-stimulierende Substanzen wie Phenylephrin und Noradrenalin hingegen sind eher in der Lage, eine Levomepromazininduzierte Hypotension zu beheben.

Die schwachen anticholinergen Wirkungen von Levomepromazin können durch Anticholinergika oder andere Medikamente mit anticholinerger Wirkung verstärkt werden.

Durch anticholinerge Antiparkinsonmittel wie Biperiden kann die Wirkung von Levomepromazin abgeschwächt werden.

Die gleichzeitige Behandlung mit Piperazin-haltigen Anthelmintika und Metoclopramid führt zu einem erhöhten Risiko extrapyramidalmotorischer Nebenwirkungen.

Levomepromazin kann den hepatischen Metabolismus trizyklischer Antidepressiva verändern, was zu erhöhten Plasmakonzentrationen führt. Die sich daraus ergebenden klinischen Wirkungen sind nicht vorhersehbar. Vorsicht ist auch bei der Kombination mit MAO-Hemmern geboten.

Die gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln, die den hepatischen Abbau von Levomepromazin hemmen können (z. B. orale Kontrazeptiva), können zu einer Wirkungsverstärkung von Levomepromazin führen.

Levomepromazin ist ein Inhibitor des Isoenzyms 2D6 von Cytochrom P 450 (CYP2D6). Daher kann es unter der Therapie mit Levomepromazin zu erhöhten Plasmaspiegeln und Wirkungsverstärkungen bei Arzneistoffen kommen, welche durch CYP2D6 metabolisiert werden. Hierzu zählen unter anderen Risperidon, Haloperidol,

Amitriptylin, Captopril, Ondansetron, Codein, Celecoxib, Flecainid oder auch Amphetaminderivate.

Die gleichzeitige Anwendung von Levomepromazin mit Phenytoin kann zu einer Veränderung des Phenytoin-Metabolismus führen. Dadurch können toxische Plasmakonzentrationen von Phenytoin erreicht werden.

Die Resorption anderer Substanzen kann durch eine Hemmung der gastrointestinalen Peristaltik beeinflusst werden.

Phenothiazine wie Levomepromazin können in Verbindung mit Polypeptid-Antibiotika (z. B. Capreomycin, Colistin, Polymyxin B) eine zentrale Atemdepression verstärken.

Die Reaktion auf Anwendung von Gonadorelin kann durch Phenothiazine aufgrund der Prolaktin-Erhöhung abgeschwächt werden.

Unter der Behandlung mit Levomepromazin kann das Ergebnis eines Phenylketonurietests verfälscht werden (falsch positives Ergebnis).

Die gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln, die ebenfalls das QT-Intervall verlängern (z. B. Antiarrhythmika Klasse IA oder III, Cisaprid, bestimmte Antibiotika, Malaria-Mittel, Antihistaminika, Antidepressiva), die zu einer Hypokaliämie führen (z. B. bestimmte Diuretika) ist zu vermeiden.

Wenn Patienten, die unter einer Neuroleptika-Therapie stehen, operiert werden, muss sorgfältig auf eine eventuelle Hypotension geachtet werden. Die Dosis des Anästhetikums bzw. von zentral dämpfenden Stoffen ist unter Umständen zu reduzieren.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

In Einzelfallberichten und einer kontrollierten Studie wurde über unterschiedliche Fehlbildungen bei der Anwendung von Phenothiazinen berichtet. Ein kausaler Zusammenhang ließ sich durch größere Studien nicht erhärten. Zu Levomepromazin liegen keine ausreichend dokumentierten Erfahrungen über die Wirkung auf den menschlichen Embryo oder Feten vor. Tierexperimentelle Studien zur Reproduktionstoxizität von Levomepromazin liegen nicht vor (siehe Abschnitt 5.3). Daher soll Levomepromazin im 1. Trimenon der Schwangerschaft nicht angewendet werden. Im 2. und 3. Trimenon soll Levomepromazin nur bei zwingender Indikation unter Berücksichtigung des Risikos für Mutter und Kind verordnet werden. Dabei sollte die niedrigste wirksame Dosis eingesetzt werden.

Neugeborene, die während des 3. Trimenons der Schwangerschaft gegenüber Antipsychotika (einschließlich Levomepromazin) exponiert sind, sind durch Nebenwirkungen einschließlich extrapyramidaler Symptome und/oder Entzugserscheinungen gefährdet, deren Schwere und Dauer nach der Entbindung variieren können.

Es gab Berichte über Agitiertheit, erhöhten oder erniedrigten Muskeltonus, Tremor, Somnolenz, Atemnot oder Störungen bei der Nahrungsaufnahme. Dementsprechend sollten Neugeborene sorgfältig überwacht werden.

Zur Verhinderung von Extrapyramidal- oder Entzugssymptomatik beim Neugeborenen sollte Levomepromazin in den letzten 10 Tagen der Schwangerschaft nicht mehr eingenommen werden.

Falls Levomepromazin einer Patientin im reproduktionsfähigen Alter verschrieben wird, sollte diese darauf hingewiesen werden, sich unverzüglich mit ihrem Arzt in Verbindung zu setzen, wenn sie schwanger zu werden wünscht oder eine Schwangerschaft vermutet.

Stillzeit

Levomepromazin und dessen Metabolite gehen in die Muttermilch über. Sollte eine Therapie unverzichtbar sein, ist gegebenenfalls abzustillen.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Insbesondere zu Beginn der Therapie kann verstärkt Müdigkeit, Schwindel- und Schwächegefühl auftreten. Deshalb sollten bis zur Freigabe durch den Arzt die Patienten kein Kraftfahrzeug führen und keine gefährlichen oder gefährdenden Maschinen bedienen. Dies gilt in verstärktem Maße bei gleichzeitiger Einnahme von Alkohol. Daher ist auf Alkohol zu verzichten.

Obwohl durch die Psychopharmakatherapie das Gesamtbefinden des Patienten gebessert wird und die beruflichen Fähigkeiten dadurch oft erst wiedergewonnen werden, kann die Medikamentenwirkung bei manchen Patienten zu Beginn der Behandlung die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen.

4.8 Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Häufigkeitsangaben werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt:

Sehr häufig Häufig Gelegentlich Selten Sehr selten Nicht bekannt


(> 1/10)

(> 1/100 bis < 1/10)

(> 1/1.000 bis < 1/100)

(> 1/10.000 bis < 1/1.000)

(< 1/10.000)

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems Sehr selten:

   Blutzellschäden

•    Agranulozytose

•    Leukopenie

Erkrankungen des Immunsystems

Gelegentlich:

• allergische Reaktionen

Endokrine Erkrankungen

Nicht bekannt:

   Hyperprolaktinämie

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Sehr selten:

•    Gewichtszunahme Nicht bekannt:

•    Glukoseintoleranz

•    Hyperglykämie (siehe Abschnitt 4.4)

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig:

   Müdigkeit, insbesondere zu Beginn der Behandlung Häufig:

   Extrapyramidalmotorische Nebenwirkungen wie Frühdyskinesien (Zungen-Schlund-Krämpfe, Schiefhals, Kiefermuskelkrämpfe, Blickkrämpfe, Versteifung der Rückenmuskulatur)

•    Parkinson-Syndrom (Hypomimie, Tremor, Rigor, Akinese, Hypersalivation)

•    Akathisie (Bewegungsdrang, Unfähigkeit, sitzen zu bleiben)

In diesen Fällen ist eine Dosisreduktion und/oder die Gabe eines Antiparkinsonmittels erforderlich.

Gelegentlich:

   Spätdyskinesien vor allem im Mundbereich, die nach langfristiger Anwendung besonders bei Frauen und älteren Patienten auftreten. Sie können die Behandlung überdauern und sind manchmal irreversibel. Auch ist es möglich, dass sie maskiert sind und deshalb erst nach der Behandlung in Erscheinung treten.

•    Unruhe

•    Erregung

•    Benommenheit

•    depressive Verstimmung

•    Lethargie

•    Schwindelgefühl

•    Kopfschmerzen

•    exazerbation psychotischer Symptome, seltener Zeichen von Verwirrtheit -insbesondere unter Kombination mit anticholinerg wirksamen Substanzen

•    zerebrale Krampfanfälle

•    Regulationsstörungen der Körpertemperatur Selten:

   Lebensbedrohliches malignes neuroleptisches Syndrom (Fieber über 40 °C, Muskelstarre und vegetative Entgleisung), welches das sofortige Absetzen der Medikation erfordert

Sehr selten:

   Ausbildung eines Delirs

Augenerkrankungen

Häufig:

   Blickkrämpfe

   Akkommodationsstörungen

   Erhöhung des Augeninnendrucks Gelegentlich:

   Pigmenteinlagerungen in Kornea und Linse

Herzerkrankungen/Gefäßerkrankungen

Sehr häufig:

   Insbesondere zu Behandlungsbeginn

-    orthostatische Dysregulation

-    Hypotonie

-    Tachykardie

   EKG-Veränderungen (Erregungsleitungsstörungen)

Sehr selten:

   Torsade de pointes Nicht bekannt:

   Fälle von Thromboembolien (einschließlich Fällen von Lungenembolie und Fällen von tiefer Venenthrombose)

Hinweise

Levomepromethazin kann das QT-Intervall im EKG verlängern, in sehr seltenen Fällen bis hin zu potenziell tödlichen Herzrhythmusstörungen, Torsade de pointes.

In diesen Fällen ist die Behandlung mit Levomepromazin abzubrechen.

Bei Einleitung der Therapie mit Levomepromazin sollten in angemessenen Abständen ein EKG abgeleitet sowie Blutbild und Leberfunktionswerte kontrolliert werden (siehe Abschnitt 4.4).

In der Regel lässt die blutdrucksenkende Wirkung von Levomepromazin bei längerer Behandlung nach. Wird die Therapie für mehrere Tage unterbrochen, kann die weitere Gabe von Levomepromazin erneut zu einer Blutdrucksenkung führen. Bei Behandlungsbeginn mit höheren Dosen sollte der Patient wenigstens 5-6 Stunden liegen. Bei Tagesdosen über 150 mg ist eine Klinikeinweisung angezeigt.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Häufig:

   Gefühl verstopfter Nase

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig:

   Obstipation

   Übelkeit

   Erbrechen

   Diarrhö

   Appetitverlust

   Mundtrockenheit Selten:

   paralytischer Ileus Sehr selten:

   Colitis

•    nekrotisierende Enterocolitis mit potenziell tödlichem Verlauf

Leber- und Gallenerkrankungen

Gelegentlich:

   passagere Leberfunktionsstörungen

•    Abflussstörungen der Galle

•    Gelbsucht

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich:

•    allergische Hautreaktionen

•    Photosensibilität

Hinweis

Wegen möglicher Photosensibilisierung während der Anwendung von Levomepromazin sollte direkte Sonneneinstrahlung gemieden werden.

Selten:

•    In Einzelfällen kann es zum Auftreten eines Lupus erythematodes kommen.

Nicht bekannt:

   Sekretionsstörungen der Schweißdrüsen.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Häufig:

   Miktionsstörungen, Harnverhalt

Schwangerschaft, Wochenbett und perinatale Erkrankungen

Nicht bekannt:

•    Arzneimittelentzugssyndrom des Neugeborenen (siehe Abschnitt 4.6)

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Sehr selten:

•    Gynäkomastie

•    Menstruationsstörungen

   Galaktorrhö

•    sexuelle Funktionsstörungen

Priapismus

Allgemeine Störungen

In Einzelfällen wurde von plötzlichen Todesfällen möglicherweise aufgrund von kardiovaskulären Ursachen (siehe Abschnitt 4.4) sowie von unerklärlichen plötzlichen Todesfällen bei Patienten, die mit neuroleptischen Phenothiazinen behandelt wurden, berichtet.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-RisikoVerhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem anzuzeigen:

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

4.9 Überdosierung

Symptome der Intoxikation

Symptome einer Intoxikation sind Somnolenz bis Koma, mitunter Erregung und delirante Verwirrtheit, seltener zerebrale Krampfanfälle, Hyperthermie, Hypothermie.

Kardiovaskuläre Komplikationen: Hypotonie, Tachykardie, im EKG Repolarisationsstörungen, Arrhythmie, Herz- und Kreislaufversagen (rasch bei massiver Intoxikation!).

Extrapyramidale Störungen: akute dyskinetische oder dystone Symptome, ZungenSchlund-Syndrom, Blickkrämpfe, Mydriasis, laryngeale oder pharyngeale Spasmen, Parkinsonismus.

Anticholinerge Effekte: verschwommenes Sehen, Glaukomanfall, trockene Schleimhäute, Obstipation bis hin zum paralytischen Ileus, Urinretention.

Respiratorische Komplikationen: Zyanose, Atemdepression, Atemstillstand, Aspiration, (Broncho-)Pneumonie.

Therapie von Intoxikationen

Auslösung von Erbrechen ist nur anfänglich erfolgversprechend. Magenspülungen sind auch nach vielen Stunden noch angezeigt (viel Gleitmittel benutzen, da trockene Schleimhäute!). Wiederholte Gabe von Aktivkohle und Glaubersalz, um Resorption zu hemmen und Elimination zu beschleunigen. Eine Dialyse ist ohne wesentlichen Nutzen.

Antidot bei behandlungsbedürftigen anticholinerg ausgelösten Symptomen ist Physostigmin. Die Kontraindikationen einer Physostigmintherapie sind gegen ihren Nutzen bei der Behandlung einer Levomepromazin-Intoxikation abzuwägen. Aufgrund des von trizyklischen Substanzen bekannten enterohepatischen Kreislaufs erscheint ein Behandlungsversuch mit Cholestyramin (3-mal 4 g täglich) vertretbar.

Symptomatische Maßnahmen wie Freihalten der Atemwege, wenn nötig Intubation und Beatmung sowie allgemein intensiv-medizinische Versorgung wie Ausgleich der Elektrolyte, Bekämpfung der hypotonen Krise durch intravenöse Infusion von Volumenersatzlösungen. EKG und Augeninnendruckkontrollen sind erforderlich.

Injektion von alpha-Sympathikomimetika wie Norfenefrin oder Noradrenalin (kein Adrenalin geben!).

Extrapyramidal-motorische Störungen sind mit Biperiden (Erwachsene: 2,5-5 mg i.m. oder langsam i.v.) zu behandeln. Alternativ: Diphenhydramin (50 mg oral alle 6 Stunden) oder auch Diazepam (3-10 mg langsam i.v.).

Bei wiederholten epileptischen Anfällen sind Antikonvulsiva indiziert unter der Voraussetzung, dass eine Beatmung möglich ist, weil die Gefahr einer Atemdepression besteht.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN


5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antipsychotika, Phenothiazine mit aliphatischer

Seitenkette

ATC-Code: N05AA02

Levomepromazin ist eine psychotrope Substanz aus der Reihe der Phenothiazine mit antipsychotischen Eigenschaften. Es wirkt im Tierexperiment antagonistisch auf Dopamin-D1- und -D2-Rezeptoren. Hierdurch wird die Prolaktinsekretion erhöht, eine Verminderung der Apomorphin- und Amphetaminhyperaktivität sowie eine Katalepsie und Hemmung des bedingten Fluchtreflexes bewirkt. Außerdem wirkt Levomepromazin auf serotonerge Rezeptoren und antagonistisch auf alphaadrenerge, cholinerge und histaminerge (H1 stärker als H2) Rezeptoren. Bei chronischer Gabe kann es zu einer Erhöhung der postsynaptischen Dopaminrezeptordichte in bestimmten Regionen kommen. Für verschiedene Teilwirkungen ist Toleranzentwicklung beobachtet worden. Das klinische Wirkprofil ist charakterisiert durch stark sedierende Wirkungen.

Darüber hinaus wirkt Levomepromazin schwach antipsychotisch (Reduktion von Wahn, Halluzination, Ich-Störungen sowie Denkzerfahrenheit, Dämpfung psychomotorischer und katatoner Erregung, affektiver Gespanntheit sowie manischer Verstimmung und Antriebssteigerung), antiemetisch und analgetisch.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Die Datenlage zur Resorption, Verteilung und Elimination ist lückenhaft. Nach oraler Gabe von 50 mg (Tabletten) erscheinen nach 2-3 Stunden (tmax) maximale Plasmaspiegel von 190 ng/ml. Der Steady-state wird bei oraler Gabe nach 7 Tagen erreicht. Das Sulfoxid erreicht den gleichen Cmax-Wert. Nach intramuskulärer Injektion wird tmax nach 30-90 min erreicht.

Das Verteilungsvolumen stellt sich auf 23-42 l/kg ein. Bei 6 Patienten (37-80 Jahre) wurden Eliminationshalbwertszeiten von 17-78 Stunden bestimmt. Für die Plasmaeiweißbindung sind keine Daten verfügbar. Die Substanz bildet ein Sulfoxid. Außerdem erfolgt N-Desalkylierung und O-Desmethylierung. Ferner wird in Position 7 hydroxyliert mit nachfolgender Glukoronidbildung. Das N-Desmethylderivat bindet an Dopaminrezeptoren und soll zu dem therapeutischen Effekt, aber auch zu den Nebenwirkungen des Levomepromazin beim Menschen beitragen. Auch das O-Desmethylderivat sowie die phenolischen Metaboliten sind möglicherweise an der Wirkung beteiligt. Dem Sulfoxid dagegen fehlt eine neuroleptische Potenz.

Nur 1 % der verabfolgten Dosis erscheint unverändert im Urin neben 10 % des Sulfoxids. Für die übrigen Metaboliten ergeben sich nach oraler Gabe aus der Literatur keine Angaben. Ein kleiner Teil der Metaboliten, aber nicht das Sulfoxid, wird in den Fäzes gefunden.

Die Bioverfügbarkeit nach oraler Gabe (gegen i.m. Injektion) beträgt 50 % der verabfolgten Dosis.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Akute toxikologische Wirkungen von Levomepromazin betreffen vorwiegend das zentrale Nervensystem und das Herz-Kreislaufsystem (siehe Abschnitt 4.9), verwertbare präklinische Untersuchungen zur chronischen Toxizität liegen nicht vor.

/n-vitro-Untersuchungen zum mutagenen Potenzial von Levomepromazin ergaben keine klinisch relevanten Hinweise auf ein genotoxisches Potenzial. Langzeituntersuchungen auf ein karzinogenes Potenzial von Levomepromazin liegen nicht vor. Aus Langzeituntersuchungen an Mäusen liegen Hinweise vor, dass Phenothiazine eine Induktion von Mammatumoren hervorrufen. Mammatumoren können eine Folge erhöhter Prolaktinkonzentrationen im Blut sein. Zahlreiche Neuroleptika rufen auch beim Menschen eine Hyperprolaktinämie hervor.

Reproduktionstoxikologische Studien wurden nicht durchgeführt.

Verschiedene Phenothiazine blockieren exprimierte HERG-Kanäle in vitro in mikromolaren Konzentrationen, die im oberen Bereich therapeutischer Plasmakonzentrationen liegen. Diese Kanäle sind für die Repolarisation im Herz verantwortlich. Die Substanzen haben daher das Potenzial zur Auslösung bestimmter Formen von Kammerherzrhythmusstörungen (Torsade de pointes). Für Levomepromazin gibt es bisher keine Untersuchungen dazu.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN


6.1    Liste der sonstigen Bestandteile

•    Lactose-Monohydrat

•    Kartoffelstärke

•    Vorverkleisterte Stärke (Ph.Eur.)

•    Magnesiumstearat (Ph.Eur.)

•    Povidon K25

   Stearinsäure

6.2    Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3    Dauer der Haltbarkeit

5 Jahre

6.4    Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Das Behältnis (Blisterpackung) im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

6.5    Art und Inhalt des Behältnisses

Blisterpackungen aus PVC/PVDC/Aluminium-Folie

Levium 25

Originalpackungen mit 20, 50 und 100 Tabletten Levium 100

Originalpackungen mit 50 und 100 Tabletten

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7. INHABER DER ZULASSUNGEN

Hexal AG Industriestraße 25 83607 Holzkirchen Telefon: (08024) 908-0 Telefax: (08024) 908-1290 E-Mail: medwiss@hexal.com

8. ZULASSUNGSNUMMERN


Levium 25 6313986.01.00

Levium 100 6313986.00.00

9. DATUM DER VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNGEN

14.02.2005

10. STAND DER INFORMATION

September 2013

11. VERKAUFSABGRENZUNG


Verschreibungspflichtig