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Perlinganit Lösung

Document: 06.05.2004   Gebrauchsinformation (deutsch) change

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Wortlaut der für die kombinierte Gebrauchs- und Fachinformation vorgesehenen Angaben


Gebrauchsinformation und Fachinformation


Bezeichnung

perlinganit® Lösung

Wirkstoff: Glyceroltrinitrat


Zusammensetzung

1 Ampulle mit 10 ml Infusionslösung enthält:

Arzneilich wirksamer Bestandteil:

Glyceroltrinitrat 10 mg


1 Durchstechflasche mit 50 ml Infusionslösung enthält:

Arzneilich wirksamer Bestandteil:

Glyceroltrinitrat 50 mg


Sonstige Bestandteile:

Propylenglycol, wasserfreie Glucose (Ph. Eur.), Wasser für Injektionszwecke


Darreichungsform und Packungsgrößen

Klinikpackungen mit 10 Ampullen mit je 10 ml Infusionslösung

Klinikpackungen mit 1 Durchstechflasche mit 50 ml Infusionslösung


Stoff- oder Indikationsgruppe oder Wirkungsweise

PERLINGANIT® Lösung ist ein Arzneimittel zur Behandlung von Herzschmerzanfällen.


Name und Anschrift der pharmazeutischen Unternehmer und des Herstellers

SCHWARZ PHARMA Hersteller:

Deutschland GmbH SCHWARZ PHARMA AG

SCHWARZ PHARMA AG Alfred-Nobel-Straße 10

Alfred-Nobel-Straße 10 40789 Monheim

40789 Monheim Telefon: 02173/48-0

Telefon: 02173/48-4847 Telefax: 02173/48-1608

Telefax: 02173/48-4841

Internet: http://www.schwarzpharma.de


Anwendungsgebiete

PERLINGANIT® Lösung wird angewendet:


Gegenanzeigen

Wann darf PERLINGANIT® Lösung nicht angewendet werden?

PERLINGANIT® Lösungdarf nicht angewendet werden:


Während der Behandlung mit PERLINGANIT® Lösung dürfen keine Arzneimittel zur Behandlung von Erektionsstörungen eingenommen werden, die als arzneilich wirksamen Bestandteil Phosphodiesterase-5-Hemmer enthalten, wie z. B. Sildenafil, Vardenafil oder Tadalafil, da die Gefahr eines starken Blutdruckabfalls besteht, der schwerwiegende Folgen haben kann (z.B. plötzlicher Bewusst­seinsverlust, Herzinfarkt).


PERLINGANIT® Lösung darf auch dann nicht angewendet werden, wenn Sie Arzneimittel zur Behandlung von Erektionsstörungen eingenommen haben, die als arzneilich wirksamen Bestandteil Phosphodiesterase-5-Hemmer enthalten, wie z. B. Sildenafil, Vardenafil oder Tadalafil, und akute Angina-pectoris-Beschwerden bekommen.


Wann darf PERLINGANIT® Lösung nur mit besonderer Vorsicht und unter bestimmten Bedingungen angewendet werden?

Im folgenden wird beschrieben, wann PERLINGANIT® Lösung nur unter bestimmten Bedingungen und nur mit besonderer Vorsicht angewendet werden darf. Befragen Sie hierzu bitte Ihren Arzt. Dies gilt auch, wenn diese Angaben früher einmal für Sie zutrafen. Eine besonders sorgfältige
Über­wachung ist erforderlich:


Bei Volumenmangel ist bei Therapiebeginn eine adäquate Volumensubstitution erforderlich.


Was ist in Schwangerschaft und Stillzeit zu beachten?

In Schwangerschaft und Stillzeit sollte aus Gründen besonderer Vorsicht Gly­cerol­trinitrat nur auf ausdrückliche Anordnung des Arztes angewendet werden, da über die Anwendung bei Schwangeren und Stillenden keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen.


Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Welche Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung müssen beachtet werden?

Bei gleichzeitiger Anwendung von Heparin und PERLINGANIT® Lösung kommt es zu einer Wirkungsabschwächung von Heparin. Unter engmaschigen Kontrollen der Blutgerinnungs­parameter ist die Heparindosis entsprechend anzupassen. Nach Absetzen von Glyceroltrinitrat kann es zu einer deutlich verminderten Blutgerinnung (sprunghafter Anstieg der PTT) kommen, so dass eine Reduktion der Heparindosis erforderlich sein kann.


Bei Behandlung insulinpflichtiger Patienten mit PERLINGANIT® Lösung ist zu berücksichtigen, dass die Lösung etwa 5% Glucose enthält.


Die Lösung ist steril, aber nicht konserviert. Die Durchstechflasche ist nicht zur Mehrfachentnahme vorgesehen. PERLINGANIT® Lösung sollte sofort nach dem Öffnen unter aseptischen Bedingungen verwendet werden.


Materialien aus Polyethylen (PE), Polypropylen (PP) oder Polytetrafluorethylen (PTFE) haben sich bei der Infusion von PERLINGANIT® Lösung bewährt. Infusionsmaterial aus Polyvinylchlorid (PVC) oder Polyurethan (PU) führt zu erheblichen Wirkstoffverlusten durch Adsorption.


Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktions­vermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung und Präparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol.


Wechselwirkungen mit anderen Mitteln und sonstige Wechselwirkungen

Welche anderen Arzneimittel beeinflussen die Wirkung von PERLINGANIT® Lösung bzw. wie beeinflusst PERLINGANIT® Lösung die Wirkung anderer Arzneimittel?

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden bzw. vor kurzem angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.


Verstärkung der blutdrucksenkenden Wirkung durch


PERLINGANIT® Lösung kann bei gleichzeitiger Anwendung von Dihydroergotamin (DHE) zum Anstieg des DHE-Spiegels führen und damit dessen blutdrucksteigernde Wirkung verstärken.


Bei gleichzeitiger Anwendung von Heparin und PERLINGANIT® Lösung kommt es zu einer Wirkungsabschwächung von Heparin. Unter engmaschigen Kontrollen der Blutgerinnungs­parameter ist die Heparindosis entsprechend anzupassen. Nach Absetzen von Glyceroltrinitrat kann es zu einer deutlich verminderten Blutgerinnung (sprunghafter Anstieg der PTT) kommen, so dass eine Reduktion der Heparindosis erforderlich sein kann.


Bei gleichzeitiger Gabe von Glyceroltrinitrat-Lösung und Gewebe-Plasminogen-Aktivator (t-PA) ist eine Verminderung der Plasmakonzentration von t-PA und damit eine verminderte Wirksamkeit der applizierten t-PA-Dosis beschrieben worden.


Bei mit organischen Nitraten, z. B. Isosorbiddinitrat, Isosorbid-5-Mononitrat, vorbehandelten Patien­ten kann eine höhere Dosierung von Glyceroltrinitrat zur Erzielung der gewünschten hämo­dynamischen Wirkung erforderlich sein.


Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch für vor kurzem angewandte Arzneimittel gelten können.




Dosierungsanleitung, Art und Dauer der Anwendung

In welchen Dosierungen sollte PERLINGANIT® Lösung angewendet werden?

In Abhängigkeit von den vorliegenden klinischen und hämodynamischen Ausgangswerten richtet sich die Dosierung nach dem Bedarf des Patienten und nach dem An­sprechen der zu kontrollierenden Messwerte. Im klinischen Gebrauch wird mit einer Dosis von 0,5 - 1,0 mg/h Glyceroltrinitrat begonnen, die anschließende Dosis wird dem individuellen Bedarf angepasst, Maximaldosen betragen in der Regel 8 mg Glyceroltrinitrat pro Stunde, selten 10 mg pro Stunde.


Bei akutem Myokardinfarkt soll möglichst früh mit der intravenösen Dauerinfusion begonnen werden. Bei systo­lischem Druck über 100 mmHg können 2 - 8 mg pro Stunde (33 - 133 µg pro Minute), in Ausnahmefällen bis zu 10 mg pro Stunde (166 µg pro Minute) infundiert werden, bis zum Nachlassen der Angina-pectoris-Symptomatik.


Bei akuter Linksherzinsuffizienz (Lungenödem):2 - 8 mg pro Stunde (33 - 133 µg pro Minute), über 1 - 2 Tage.


Bei schwerer Angina pectorissoll unter stationären Bedingungen (Intensivstation) mit einer Dosis von 2 - 8 mg pro Stunde (33 - 133 µg pro Minute) behandelt werden. Während der Infusion muss die Hämodynamik kontinuierlich überwacht werden. Eine laufende Kontrolle des systolischen und diastolischen Blutdruckes, der Herzfrequenz und der hämodynamischen Größen (Rechtsherz­katheter) wie systolischer Pulmonalarteriendruck (PASP), pulmonal-kapillärer Verschlussdruck (PCP), diastolischer Pulmonalarteriendruck (PADP), Herzminutenvolumen (CO) und EKG (ST-Streckenmessung) ist erforderlich.


Bei hypertoner Krise mit kardialer Dekompensationunter ständiger Kontrolle von Blutdruck und Herzfrequenz 2 - 8 mg pro Stunde (im Mittel 5 mg pro Stunde) infundieren.


Zur kontrollierten Hypotensionje nach Narkoseverfahren und angestrebtem erniedrigten Blutdruckniveau 2 - 10 µg pro kg Körpergewicht pro Minute unter EKG-Überwachung und invasiver Blutdruckkontrolle.

Bei Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion sollte die Dosis entsprechend der Schwere der Funktionsstörungen verringert werden.


Zur Vermeidung einer Wirkungsabschwächung oder eines Wirkverlustes sollte die niedrigst mögliche, klinisch effektive Dosierung gewählt werden und ggf. eine intermittierende Verab­reichung bzw. eine alternierende Gabe von anderen Vasodilatantien erwogen werden.


Wie sollte PERLINGANIT® Lösung angewendet werden?

Die intravenöse Infusion von Glyceroltrinitrat sollte unter stationären Bedingungen und bei ständiger Herzkreislaufüberwachung erfolgen.


PERLINGANIT® Lösung kann unverdünnt mit entsprechenden Vorrichtungen oder verdünnt intravenös infundiert werden (Verdünnung z.B. mit physiologischer Kochsalzlösung, Glucose 5%, Glucose 10%). Bei Kombination mit Infusionslösungen sind Informationen der jeweiligen Hersteller über ihre Infusionslösungen, so auch zur Verträglichkeit und Vereinbarkeit, zu Gegenanzeigen, Neben- und Wechselwirkungen zu beachten.


Verdünnungstabelle

Wirkstoffmenge
(Glyceroltrinitrat)


10 mg

20 mg

30 mg

40 mg

50 mg

PERLINGANIT®


10 ml

20 ml

30 ml

40 ml

50 ml

Lösung







Infusionslösung

1 + 10

100

200

300

400

500

bei Verdünnung

1 + 20

200

400

600

800

1000


1 + 40

400

800

1200

1600

2000

Fertige

1 + 10

110

220

330

440

550

Infusionslösung

1 + 20

210

420

630

840

1050


1 + 40

410

820

1230

1640

2050








Infusionstabelle








Verdünnung


1 + 10


1 + 20


1 + 40

Gewünschte

Gly­ceroltrinitrat-Dosis/Std.


Infusion
ml/Std.


ml/Std.


ml/Std.


0,50 mg


5,5


10,5


20,5

0,75 mg


8,25


15,75


30,75

1,0 mg


11,0


21,0


41,0

1,25 mg


13,75


26,25


51,25

1,5 mg


16,5


31,5


61,5

2,0 mg


22,0


42,0


82,0

2,5 mg


27,5


52,5


102,5

3,0 mg


33,0


63,0


123,0

3,5 mg


38,5


73,5


143,5

4,0 mg


44,0


84,0


164,0

4,5 mg


49,5


94,5


184,5

5,0 mg


55,0


105,0


205,0

5,5 mg


60,5


115,5


225,5

6,0 mg


66,0


126,0


246,0

7,0 mg


77,0


147,0


287,0

8,0 mg


88,0


168,0


328,0

9,0 mg


99,0


189,0


369,0

10,0 mg


110,0


210,0


410,0


Je nach Art und Schwere des Krankheitsbildes sind zusätzlich zu den üblichen Verlaufskontrollen (Symptomatik, Blutdruck, Herzfrequenz, Urinausscheidung) invasive hämodynamische Messungen angezeigt.


Je nach klinischem Bild, Hämodynamik und EKG kann die Behandlung bis zu 3 Tagen oder länger fortgesetzt werden.


Hinweis

Materialien aus Polyethylen (PE), Polypropylen (PP) oder Polytetrafluorethylen (PTFE) haben sich bei der Infusion von PERLINGANIT® LÖSUNG bewährt. Infusionsmaterial aus Polyvinylchlorid (PVC) oder Polyurethan (PU) führt zu erheblichen Wirkstoffverlusten durch Adsorption.


Über die Dauer der Anwendung entscheidet der behandelnde Arzt.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von PERLINGANIT® Lösung zu stark oder zu schwach ist.


Überdosierung und andere Anwendungsfehler

Was ist zu tun, wenn PERLINGANIT® Lösung in zu großen Mengen angewendet wurde (beabsichtigte oder versehentliche Überdosierung)?

Bei Verdacht auf eine Überdosierung mit größeren Mengen PERLINGANIT® Lösung ist sofort ein Arzt zu benachrichtigen.


Symptome einer Überdosierung

Blutdruckabfall mit orthostatischen Regulations­störungen, reflektorische Tachykardie und Kopf­schmerzen, Schwächegefühl, Schwindel, Benommenheit, Flush, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall können auftreten.

Bei hohen Dosen (größer 20 mg/kg Körpergewicht) ist infolge des beim GTN-Abbau entstehenden Nitrit-Ions mit Methämoglobinbildung, Zyanose, Atemnot und Tachypnoe zu rechnen.

Bei sehr hohen Dosen kann es zur Erhöhung des intrakraniellen Druckes mit cere­bralen Symptomen kommen.

Bei chronischer Überdosierung wurden erhöhte Methämoglobinspiegel gemessen, deren klinische Relevanz umstritten ist.


Therapiemaßnahmen bei Überdosierung

Neben allgemeinen Maßnahmen wie Horizontallage des Patienten mit Hochlegen der Beine müssen unter intensivmedizinischen Bedingungen die vitalen Parameter überwacht und ggf. korrigiert werden.


Bei ausgeprägter Hypotonie und/oder Schock sollte eine Volumensubstitution erfolgen; in Ausnahmefällen kann zur Kreislauftherapie Norepinephrin und/oder Dopamin infundiert werden. Die Gabe von Epinephrin und verwandter Substanzen ist kontraindiziert.


Je nach Schweregrad bieten sich bei Methämoglobinämie folgende Antidote an:


1. Vitamin C: 1 g p.o. oder als Natriumsalz i.v.


2. Methylenblau: bis zu 50 ml einer 1%igen Methylenblaulösung i.v.


3. Toluidinblau: initial 2 - 4 mg/kg Körpergewicht streng in­travenös; falls erforderlich,mehrfache Wiederholung in einstündigem Abstand mit 2 mg/kg KG möglich


4. Sauerstoffbehandlung, Hämodialyse, Blutaustausch


Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen können bei der Anwendung von PERLINGANIT® LÖSUNG auftreten?

Wie alle Arzneimittel kann PERLINGANIT® Lösung Nebenwirkungen haben.


Bei der Auflistung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrundegelegt:


Sehr häufig:

mehr als 1 von 10 Behandelten

Häufig:

weniger als 1 von 10, aber mehr als

1 von 100 Behandelten

Gelegentlich:

weniger als 1 von 100, aber mehr als

1 von 1 000 Behandelten

Selten:

weniger als 1 von 1 000, aber mehr als 1 von 10 000 Behandelten

Sehr selten:

weniger als 1 von 10 000 Behandelten, einschließlich Einzelfälle


Sehr häufig können bei Behandlungsbeginn Kopfschmerzen (“Nitratkopfschmerzen”) auftreten, die erfahrungsgemäß meistens nach einigen Tagen bei weiterer Einnahme abklingen.


Es kann zu einem dosisabhängigen Blutdruckabfall und zu einem Herzfrequenzanstieg kommen. Bei stärkerem Blutdruckabfall ist die Infusion zu unterbrechen. Falls keine spontane Erholung erfolgt, sind u. U. herz- und kreislaufregulierende Maßnahmen zu er­greifen, z. B. Hochlagern der Beine und Volumen­ersatzmittel.


Gelegentlich werdenbeobachtet:


Sehr selten werdenbeobachtet:

schwere entzündliche Hauterkrankung (exfoliative Dermatitis)



Sonstige Hinweise

Bei Anwendung von PERLINGANIT® Lösung kann, bedingt durch eine relative Umverteilung des Blutflusses in minderbelüftete Lungenabschnitte, eine vorübergehende Verminderung des Sauerstoffgehaltes im Schlagaderblut auftreten, wodurch bei Patienten mit Durch­blutungsstörungen in den Herzkranzgefäßen eine Unterversorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff ausgelöst werden kann.

Ein Nachlassen der Wirksamkeit (Toleranzentwicklung) sowie die Abschwächung der Arzneimittelwirkung bei vorheriger Behandlung mit anderen Nitrat-Arzneimitteln wurde beschrieben. Zur Vermeidung einer Wirkungsabschwächung oder eines Wirkungsverlustes sollten gleichbleibend hohe Dosierungen vermieden werden.

Sollten Sie die oben genannten Nebenwirkungen bei sich beobachten, benachrichtigen Sie Ihren Arzt, damit er über den Schweregrad und gegebenenfalls erforderliche weitere Maßnahmen entscheiden kann.

Bei den ersten Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion darf PERLINGANIT® Lösung nicht nochmals angewendet werden.


Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Packungsbeilage aufgeführt sind.


Hinweise und Angaben zur Haltbarkeit des Arzneimittels

Ungeöffnete Originalverpackung

PERLINGANIT® Lösung in Ampullen: 5 Jahre

PERLINGANIT® Lösung in Durchstechflaschen: 5 Jahre


Das Verfalldatum dieses Arzneimittels ist auf Behältnis und Faltschachtel aufge­druckt. Verwenden Sie diese Packung nicht mehr nach diesem Datum.


Die Lösung ist steril, aber nicht konserviert. Die Durchstechflasche ist nicht zur Mehrfachentnahme vorgesehen. PERLINGANIT® Lösung sollte sofort nach dem Öffnen unter aseptischen Bedingungen verwendet werden.


Arzneimittel unzugänglich für Kinder aufbewahren!


Stand der Information

Mai 2004



Zusätzliche Informationen für Fachkreise


Verschreibungsstatus/Apothekenpflicht

Verschreibungspflichtig


Pharmakologische und toxikologische Eigenschaften, Pharmakokinetik und Biover-fügbarkeit, soweit diese Angaben für die therapeutische Verwendung erforderlich sind


Pharmakodynamische Eigenschaften

ATC-Code: C01 DA 02


Wirkungsweise

Glyceroltrinitrat wirkt direkt relaxierend auf die glatte Gefäßmuskulatur und führt zu einer Vasodilatation.


Die postkapillären Kapazitätsgefäße und die großen Arterien - insbesondere die noch reagiblen Teile von Koronararterien - sind hierbei stärker betroffen als die Widerstandsgefäße. Die Vaso­di­latation in der systemischen Strombahn führt zur Zu­nahme der venösen Kapazität (“pooling"), der Rückstrom zum Herzen wird vermindert, Ventrikelvolumina und Füllungsdrücke sinken (“pre­load"-Senkung).

Verkleinerter Ventrikelradius und verminderte systolische Wandspannung senken den myokardia­len Energie- bzw. O2-Bedarf.


Die Abnahme der kardialen Füllungsdrücke begünstigt die Perfusion ischämiegefährdeter, sub­endo­kardialer Wandschichten, regionale Wandbewegung und Schlagvolumen können verbessert werden.


Die Dilatation der großen herznahen Arterien führt zu einer Abnahme sowohl des systemischen (“afterload-Senkung") als auch des pulmonalen Auswurfwiderstandes.


Glyceroltrinitrat bewirkt eine Relaxation der Bronchialmuskulatur, der ableitenden Harnwege, der Muskulatur der Gallenblase, des Gallenganges sowie des Ösophagus, des Dünn- und Dickdarmes einschließlich der Sphinkteren.


Auf molekularer Ebene wirken die Nitrate sehr wahrscheinlich über die Bildung von Stickoxid (NO) und zyklischem Guanosylmonophosphat (cGMP), das als Mediator der Relaxation gilt.


Pharmakokinetische Eigenschaften

GTN wird intestinal vollständig absorbiert, unterliegt aber einem extensiven hepatischen First-pass-Metabolismus sowie einer Spontanhydrolyse im Blut. Außerdem erfolgt eine hohe Erythro­zytenbindung sowie eine Anreicherung in der Gefäßwand.


Bei sublingualer Applikation wird Glyceroltrinitrat aus der Mundhöhle rasch resorbiert.


Der First-pass-Effekt von GTN wird nach sublingualer und topischer Applikation in unter­schiedlichem Ausmaß beobachtet. So beträgt die absolute Bioverfügbarkeit bei sublingualer Gabe ca. 39 % und nach topischer Anwendung als Pflaster ca. 55 %.


Die Plasmaproteinbindung beträgt ca. 60 %.

Die Eliminationshalbwertszeit für GTN ist kurz. Nach sublingualer Gabe werden Werte von 2,5 - 4,4 min, nach intravenöser Gabe von 2 - 2,5 min angegeben.


Der GTN-Abbau, der in der Leber, aber auch in vielen anderen Zellen, z. B. in den Erythrozyten, erfolgt, beinhaltet die Abspaltung einer oder mehrerer Nitratgruppen.


Neben der Verstoffwechselung des GTN findet eine renale Elimination der Metaboliten statt.


Therapeutischer Blutspiegelbereich

0,1 ng/ml - 3(- 5) ng/ml


Plasmaspiegel

Nach sublingualer Applikation wurden große intra- und interindividuelle Schwankungen der Plasmaspiegel beobachtet. Für eine sublinguale Dosis von 0,4 mg betragen die Cmax-Werte 1,9 +1,6 ng/ml (Variations­koeffizient 87 %) und die tmax-Werte 5 2 min (Bereich 2 - 10 min).


Bioverfügbarkeit

Die Bioverfügbarkeit von PERLINGANIT® Lösung ist, wie bei allen i.v. applizierten Medikamenten,per Definition 100 %.


Toleranz

Trotz gleichbleibender Dosierung und bei konstanten Nitratspiegeln wurde ein Nachlassen der Wirksamkeit beobachtet. Eine bestehende Toleranz klingt nach Absetzen der Therapie innerhalb von 24 Stunden ab.

Bei entsprechend intermittierender Verabreichung wurde keine Toleranzentwicklung beobachtet.



Präklinische Daten zur Sicherheit

Die Prüfung von Glyceroltrinitrat in Zellkulturen und im Tierversuch zeigte keine für den therapeutischen Dosisbereich relevanten mutagenen oder kanzerogenen Wirkungen.


Reproduktionsstudien an Tieren liegen mit intravenöser, intraperitonealer und dermaler Gabe vor. In Studien zur Embryotoxizität und Fertilität ergaben sich bis in einen für die Elterntiere toxischen Dosisbereich keine Hinweise auf eine Beeinflussung des Embryos oder auf Fertilitätsstörungen. Insbesondere fanden sich keine Anhaltspunkte für teratogene Eigenschaften. Dosen oberhalb von 1 mg/kg/Tag (i.p.) und 28 mg/ kg/Tag (dermal) zeigten fetotoxische Wirkungen (verminderte Ge­burts­gewichte) nach Anwendung während der Fetalentwicklung bei trächtigen Ratten. Unter­suchungen zur Bestimmung der Wirkstoffkonzen­trationen in der Muttermilch sind nicht bekannt.


Sonstige Hinweise

PERLINGANIT® Lösung enthält neben dem Wirkstoff Glyceroltrinitrat (1 mg/ml) eine isotonische wässrige Lösung von Glucose (49,44 mg/ml) und Propylenglykol (1,03 mg/ml).


Die Lösung ist ethanolfrei und enthält keine Kalium-Ionen.


Inkompatibilitäten physikalischer oder chemischer Art mit zugemischten Substanzen bzw. Lösungen sind nicht bekannt.


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Hinweis zur OPC-Ampulle

Die Ampulle ist bereits unterhalb des blauen Punktes angesägt.

Ansägen deshalb nicht mehr erforderlich.

Aufbrechen der Ampulle wie gewohnt.




Q:\Perlinganit\Lösung\FIGI 06.05.2004.doc (Schw/me)

Auflagen zum Zulassungsverlängerungsbescheid vom 16.04.2004