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Rocuroniumbromid Teva 10 Mg/Ml Injektionslösung/Infusionslösung

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2929- 16 -

FA Anlage


zum Zulassungsbescheid Zul.-Nr. 71895.00.00

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FB Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen Angaben


Fachinformation


FC 1. Bezeichnung des Arzneimittels


Rocuroniumbromid Teva 10 mg/ml Injektionslösung/Infusionslösung


FD 2. Qualitative und quantitative Zusammensetzung


1 ml Injektionslösung/Infusionslösung enthält 10 mg Rocuroniumbromid.


Eine Durchstechflasche mit 2,5 ml enthält 25 mg Rocuroniumbromid.

Eine Durchstechflasche mit 5 ml enthält 50 mg Rocuroniumbromid.

Eine Durchstechflasche mit 10 ml enthält 100 mg Rocuroniumbromid.


Sonstiger Bestandteil: 3,6 mg Natrium / ml.


Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1


FE 3. Darreichungsform


Injektionslösung/Infusionslösung


Klare, farblose bis gelborange Lösung.

pH‑Wert der Lösung: 3,6 bis 4,4

Osmolalität: 250‑310 mOsmol/kg


FG 4. Klinische Angaben


FH 4.1 Anwendungsgebiete


Rocuroniumbromid Teva Injektionslösung/Infusionslösung ist als Hilfsmittel für Allgemeinanästhesien indiziert. Es soll die endotracheale Intubation im Rahmen von Routine‑ und Blitzeinleitungen erleichtern und während der Operation eine Relaxation der Skelettmuskeln erzielen. Darüber hinaus ist es als Hilfsmittel auf Intensivstationen (z. B. zur Erleichterung der Intubation) für den kurzzeitigen Einsatz indiziert.

Siehe auch Abschnitte 4.2 und 5.1.



FN 4.2 Dosierung, Art und Dauer der Anwendung


Wie auch bei anderen Substanzen, die eine neuromuskuläre Blockade bewirken, muss die Dosierung von Rocuroniumbromid Teva Injektionslösung/Infusionslösung auf jeden Patienten individuell abgestimmt werden. Bei der Festlegung der Dosis müssen die Art der Anästhesie und die voraussichtliche Dauer des operativen Eingriffs, die Sedierungsmethode und die voraussichtliche Dauer der künstlichen Beatmung, mögliche Wechselwirkungen mit gleichzeitig verabreichten Arzneimitteln und der Zustand des Patienten berücksichtigt werden. Es wird empfohlen, die neuromuskuläre Blockade und deren Abklingen mit einem geeigneten neuromuskulären Monitoring-Verfahren zu überwachen.


Inhalationsanästhetika verstärken die durch Rocuroniumbromid Teva Injektionslösung/Infusionslösung erzielte neuromuskuläre Blockade (Muskelrelaxation). Im Verlauf einer Anästhesie wird diese Interaktion klinisch relevant, wenn die Inhalationsanästhetika eine bestimmte Konzentration im Gewebe erreicht haben. Entsprechend muss die Dosierung während länger dauernder Eingriffe (länger als 1 Stunde) unter Inhalationsanästhesie angepasst werden, indem entweder kleinere Erhaltungsdosen in größeren Abständen verabreicht werden oder die Infusionsgeschwindigkeit von Rocuroniumbromid Teva Injektionslösung/Infusionslösung verringert wird (siehe Abschnitt 4.5).


Bei erwachsenen Patienten können die folgenden Dosierungsempfehlungen als allgemeine Richtlinie für die endotracheale Intubation und Muskelrelaxation im Rahmen von kürzeren und längeren operativen Eingriffen und für die Anwendung auf der Intensivstation verwendet werden.

Das Arzneimittel ist ausschließlich zum einmaligen Gebrauch bestimmt.


Chirurgische Eingriffe


Endotracheale Intubation:

Die Standarddosis für die Intubation im Rahmen von Routineanästhesien beträgt 0,6 mg/kg Rocuroniumbromid. Diese Dosis führt bei fast allen Patienten innerhalb von 60 Sekunden zu adäquaten Bedingungen für die Intubation. Zur Erleichterung der endotrachealen Intubation bei einer Blitzeinleitung wird eine Dosis von 1,0 mg Rocuroniumbromid pro kg Körpergewicht empfohlen, die ebenfalls bei fast allen Patienten innerhalb von 60 Sekunden adäquate Bedingungen für die Intubation erzielt. Wird im Rahmen einer Blitzeinleitung eine Dosis von 0,6 mg/kg Rocuroniumbromid verwendet, sollte der Patient 90 Sekunden nach Verabreichung von Rocuroniumbromid intubiert werden.


Erhaltungsdosis:

Die empfohlene Erhaltungsdosis beträgt 0,15 mg/kg Körpergewicht (= KG) Rocuroniumbromid. Bei länger dauernden Inhalationsanästhesien sollte die Erhaltungsdosis auf 0,075‑0,1 mg/kg KG Rocuroniumbromid reduziert werden.

Die Erhaltungsdosen sollten vorzugsweise verabreicht werden, wenn die Zuckungsamplitude (wieder) 25 % des Kontrollwertes erreicht hat oder wenn 2 bis 3 Antworten auf eine Train‑of‑Four‑(TOF)‑Stimulation erhalten werden.


Dauerinfusion:

Wenn Rocuroniumbromid Teva Injektionslösung/Infusionslösung als Dauerinfusion verabreicht wird, wird eineInitialdosis von 0,6 mg/kg Körpergewicht Rocuroniumbromid empfohlen. Die Infusion sollte begonnen werden, sobald die neuromuskuläre Blockade abzuklingen beginnt. Die Infusionsrate ist so anzupassen, dass die Zuckungsamplitude auf 10 % des Kontrollwertes gehalten wird oder bei einer TOF (=Train-Of-Four) Stimulation 1 bis 2 Reizantworten erhalten werden.

Bei Erwachsenen ist für eine neuromuskuläre Blockade dieses Grades bei intravenösen Anästhesien eine Infusionsgeschwindigkeit von 0,3‑0,6 mg/kg/h und bei Inhalationsanästhesien eine Infusionsgeschwindigkeit von 0,3‑0,4 mg/kg/h erforderlich.

Die neuromuskuläre Blockade muss unbedingt kontinuierlich überwacht werden, da die erforderliche Infusionsgeschwindigkeit von Patient zu Patient variiert und auch von der Art der Anästhesie abhängig ist.


Dosierung bei schwangeren Frauen:

Im Rahmen von Kaiserschnittentbindungen sollte nur die Dosis von 0,6 mg/kg Körpergewicht Rocuroniumbromid eingesetzt werden, da die 1,0‑mg/kg/KGDosis in dieser Patientengruppe nicht untersucht wurde.

Bei Patientinnen, die wegen einer Schwangerschaftstoxämie Magnesiumsalze erhalten, kann die Aufhebung der durch Muskelrelaxanzien erzielten neuromuskulären Blockade gehemmt sein oder unzureichend ausfallen, da Magnesiumsalze die neuromuskuläre Blockade verstärken. Daher sollte die Rocuronium‑Dosis bei diesen Patientinnen reduziert und genau auf die Reizantwort eingestellt werden.


Dosierung bei Kindern und Jugendlichen:

Bei Säuglingen/Kleinkindern (28 Tage ‑ 23 Monate), Kindern (2‑11 Jahre) und Jugendlichen (12‑17 Jahre) sind die empfohlenen Dosen für die Intubation im Rahmen von Routineanästhesien und die Erhaltungsdosen mit denen von Erwachsenen vergleichbar. Im Rahmen von Dauerinfusionen werden in der pädiatrischen Population die gleichen Infusionsgeschwindigkeiten eingesetzt wie bei Erwachsenen, mit Ausnahme von Kindern, bei denen höhere Infusionsgeschwindigkeiten notwendig sein können. Bei Kindern werden die gleichen initialen Infusionsgeschwindigkeiten empfohlen wie bei Erwachsenen. Diese sollten so eingestellt werden, dass die Zuckungsamplitude während des Eingriffs 10 % des Kontrollwerts beträgt bzw. bei einer TOF (s. o. )‑Stimulation 1 oder 2 Reizantworten erhalten werden.

Die Erfahrungen mit Rocuroniumbromid bei Blitzeinleitungen bei Kindern und Jugendlichen sind begrenzt. Daher wird Rocuroniumbromid nicht zur Erleichterung der endotrachealen Intubation im Rahmen von Blitzeinleitungen bei Kindern und Jugendlichen empfohlen.

Es liegen keine Daten vor, die Empfehlungen für die Anwendung von Rocuroniumbromid bei Neugeborenen (0‑1 Monate) zulassen.


Dosierung bei geriatrischen Patienten und Patienten mit Erkrankungen der Leber und/oder Gallenwege und/oder Niereninsuffizienz:

Die Standarddosis für die Intubation von geriatrischen Patienten und Patienten mit Erkrankung der Leber und/oder Gallenwege und/oder Niereninsuffizienz beträgt im Rahmen von Routineanästhesien 0,6 mg/kg Körpergewicht (= KG) Rocuroniumbromid. Bei Blitzeinleitungen sollte bei Patienten, bei denen eine verlängerte Wirkdauer zu erwarten ist, eine Dosis von 0,6 mg/kg KG in Betracht gezogen werden. In diesem Fall werden jedoch innerhalb von 90 Sekunden nach Verabreichung von Rocuroniumbromid möglicherweise keine adäquaten Intubationsbedingungen erreicht. Unabhängig vom gewählten Narkoseverfahren beträgt die empfohlene Erhaltungsdosis bei diesen Patienten 0,075‑0,1 mg/kg KG Rocuroniumbromid, und die empfohlene Infusionsgeschwindigkeit 0,3‑0,4 mg/kg/h (siehe auch unter Dauerinfusion).


Dosierung bei übergewichtigen und adipösen Patienten:

Bei übergewichtigen oder adipösen Patienten (definiert als Patienten mit einem Körpergewicht von 30 % oder mehr über dem Idealgewicht) sollte die Dosis unter Beachtung des Idealgewichts reduziert werden.


Intensivmedizinische Maßnahmen


Endotracheale Intubation

Bei der endotrachealen Intubation sollten die weiter oben für Operationen genannten Dosen eingesetzt werden.


Art der Anwendung

Rocuroniumbromid Teva Injektionslösung/Infusionslösung wird intravenös (i.v.) entweder als Bolusinjektion oder als Dauerinfusion verabreicht (siehe Abschnitt 6.6). Die Verabreichung sollte unmittelbar nach Zubereitung beginnen und innerhalb von 24 Stunden abgeschlossen werden.


FI 4.3 Gegenanzeigen


Rocuroniumbromid ist bei Patienten mit Überempfindlichkeit gegen Rocuroniumbromid oder das Bromid‑Ion oder einen der sonstigen Bestandteile kontraindiziert.


FK 4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung


Rocuroniumbromid Teva Injektionslösung/Infusionslösung darf nur von geschultem Personal verabreicht werden, das Erfahrung mit der Anwendung von Muskelrelaxanzien hat. Die für die endotracheale Intubation und künstliche Beatmung erforderliche Ausrüstung und das erforderliche Personal müssen zum sofortigen Einsatz bereit stehen.


Da Rocuroniumbromid Teva Injektionslösung/Infusionslösung eine Lähmung der Atemmuskulatur verursacht, müssen Patienten, die dieses Arzneimittel erhalten, zwingend künstlich beatmet werden, bis wieder eine ausreichende Spontanatmung eingesetzt hat. Wie bei allen Muskelrelaxanzien ist es wichtig, eventuelle Intubationsprobleme im Voraus zu bedenken. Dies gilt insbesondere bei Anwendung im Rahmen von Blitzeinleitungen.


Wie auch bei anderen Muskelrelaxanzien wurde für Rocuronium ein Anhalten der neuromuskulären Blockade beschrieben. Um Komplikationen zu verhindern, die sich aus dieser Reaktion ergeben können, wird empfohlen, den Patienten erst zu extubieren, wenn die neuromuskuläre Blockade ausreichend abgeklungen ist. Dabei sind auch andere Faktoren, die ein Anhalten der neuromuskulären Blockade nach der Extubation in der postoperativen Phase verursachen könnten (wie Arzneimittelwechselwirkungen oder der Zustand des Patienten) zu berücksichtigen. Wenn dies nicht dem Standardvorgehen entspricht, sollte erwogen werden, die neuromuskuläre Blockade durch ein Gegenmittel aufzuheben. Dies gilt insbesondere in Fällen, in denen ein Anhalten der neuromuskulären Blockade wahrscheinlicher ist.

Im Anschluss an die Anästhesie muss vor Verlassen des Operationssaals gewährleistet sein, dass der Patient spontan, tief und regelmäßig atmet.


Nach Verabreichung von Muskelrelaxanzien können anaphylaktische Reaktionen auftreten. Es sind immer Vorsichtsmaßnahmen zur Behandlung derartiger Reaktionen zu treffen. Bei Patienten mit früheren anaphylaktischen Reaktionen auf

Muskelrelaxanzien müssen besondere Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, da allergische Kreuzreaktionen zwischen Muskelrelaxanzien beschrieben wurden.


Dosen von mehr als 0,9 mg/kg Körpergewicht Rocuroniumbromid können die Herzfrequenz erhöhen, was die durch andere Anästhetika oder eine Vagusstimulation hervorgerufene Bradykardie antagonisieren könnte.


Im Allgemeinen wurde nach längerfristiger Anwendung von Muskelrelaxanzien auf der Intensivstation eine verlängerte Dauer der Lähmung und/oder Skelettmuskelschwäche beobachtet. Um eine mögliche Verlängerung der neuromuskulären Blockade und/oder Überdosierung zu verhindern, wird dringend empfohlen, während der Anwendung von Muskelrelaxanzien kontinuierlich die neuromuskuläre Überleitung zu überwachen. Darüber hinaus sollten die Patienten eine adäquate Analgesie und Sedierung erhalten. Muskelrelaxanzien müssen zudem nach ihrer individuellen Wirkung beim jeweiligen Patienten dosiert werden. Die Dosierung sollte durch oder unter Aufsicht von erfahrenen Ärzten erfolgen, die mit der Wirkung und mit geeigneten Verfahren des neuromuskulären Monitorings vertraut sind.


Da Rocuroniumbromid immer gemeinsam mit anderen Substanzen eingesetzt wird und vor dem Hintergrund, dass es während einer Anästhesie auch in Abwesenheit bekannter auslösender Faktoren zu einer malignen Hyperthermie kommen kann, muss der Arzt vor Beginn jeder Anästhesie mit den frühen Anzeichen, der sicheren Diagnose und der Behandlung einer malignen Hyperthermie vertraut sein. In tierexperimentellen Studien war Rocuroniumbromid kein auslösender Faktor für eine maligne Hyperthermie.


Im Zusammenhang mit der längerfristigen gleichzeitigen Anwendung von nicht-depolarisierenden Muskelrelaxanzien und Kortikosteroiden wurde über Myopathien berichtet. Die Phasen einer gleichzeitigen Verabreichung sollten so kurz wie möglich gehalten werden (siehe Abschnitt 4.5).

Rocuroniumbromid darf erst nach vollständigem Abklingen einer durch Suxamethonium verursachten neuromuskulären Blockade verabreicht werden.


Die folgenden Erkrankungen können die Pharmakokinetik und/oder Pharmakodynamik von Rocuroniumbromid beeinflussen:


Erkrankungen der Leber und/oder Gallenwege und Niereninsuffizienz

Rocuroniumbromid wird über den Urin und die Galle ausgeschieden. Aus diesem Grund ist bei Verabreichung an Patienten mit klinisch relevanter Erkrankung der Leber und/oder Gallenwege und/oder Niereninsuffizienz Vorsicht geboten. In diesen Patientengruppen wurde unter Dosen von 0,6 mg/kg Körpergewicht Rocuroniumbromid eine verlängerte Wirkdauer beobachtet.


Verlängerte Kreislaufzeit

Situationen, die mit einer verlängerten Kreislaufzeit verbunden sind, wie kardiovaskuläre Erkrankungen, hohes Lebensalter oder Ödeme, die das Verteilungsvolumen vergrößern, können den Wirkeintritt verzögern.


Neuromuskuläre Erkrankungen

Wie auch andere Muskelrelaxanzien muss Rocuroniumbromid bei Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen oder nach einer Poliomyelitis mit äußerster Vorsicht eingesetzt werden, da diese Patienten eine stark veränderte Reaktion auf Muskelrelaxanzien aufweisen können. Ausmaß und Richtung dieser veränderten Reaktion können sehr unterschiedlich ausfallen. Bei Patienten mit Myasthenia gravis oder Myasthenie‑Syndrom (Lambert‑Eaton‑Syndrom) können bereits kleine Dosen Rocuroniumbromid eine ausgeprägte Wirkung haben. Rocuroniumbromid Teva Injektionslösung/Infusionslösung muss bei diesen Patienten entsprechend der Reizantwort dosiert werden.


Hypothermie

Bei in Hypothermie durchgeführten chirurgischen Eingriffen ist die neuromuskulär blockierende Wirkung von Rocuroniumbromid‑Injektionen verstärkt und die Wirkdauer verlängert.


Adipositas

Wie auch andere Muskelrelaxanzien kann Rocuroniumbromid bei adipösen Patienten eine längere Wirkdauer haben, und es kann zu einer Verzögerung der Spontanerholung kommen, wenn die verabreichten Dosen auf der Basis des tatsächlichen Körpergewichts berechnet wurden.


Verbrennungen

Es ist bekannt, dass Patienten mit Verbrennungen eine Resistenz gegen nicht‑depolarisierende Muskelrelaxanzien entwickeln. Es wird empfohlen, die Dosis nach der Reizantwort einzustellen.


Situationen, in denen die Wirkung von Rocuroniumbromid verstärkt sein kann


Dieses Arzneimittel enthält Natrium, aber weniger als 1 mmol (23 mg) pro Dosis, d. h. es ist nahezu „natriumfrei“.



FM 4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen


Bei den folgenden Arzneimitteln wurde gezeigt, dass sie Ausmaß und/oder Dauer der Wirkung nicht-depolarisierender Muskelrelaxanzien beeinflussen:


Einfluss anderer Arzneimittel auf Rocuroniumbromid Injektionslösung/Infusionslösung


Verstärkung der Wirkung:


Andere Arzneimittel:

  • Antibiotika: Aminoglykoside, Lincosamide (z. B. Lincomycin und Clindamycin), Polypeptid‑Antibiotika, Acylaminopenicillin‑Antibiotika, Tetrazykline, hohe Dosen von Metronidazol.

  • Diuretika, Thiamine, MAO‑Hemmer, Chinidin und sein Isomer Chinin, Protamin, adrenerge Antagonisten, Magnesiumsalze, Calciumantagonisten, Lithiumsalze und Lokalanästhetika (Lidocain i.v., epidurales Bupivacain).


Abschwächung der Wirkung:


Unterschiedliche Wirkung:


Einfluss von Rocuroniumbromid Injektionslösung/Infusionslösung auf andere Arzneimittel

Die kombinierte Anwendung mit Lidocain könnte zu einem schnelleren Wirkeintritt von Lidocain führen. Bei postoperativer Verabreichung der folgenden Arzneimittel wurde eine Anhalten der neuromuskulären Blockade beschrieben: Aminoglykoside, Lincosamide, Polypeptid- und Acylaminopenicillin-Antibiotika, Chinidin, Chinin und Magnesiumsalze (siehe Abschnitt 4.4).



FL 4.6 Schwangerschaft und Stillzeit


Schwangerschaft

Es liegen nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Rocuroniumbromid bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität. Rocuroniumbromid Teva Injektionslösung/Infusionslösung darf schwangeren Frauen nur verabreicht werden, wenn dies eindeutig erforderlich ist, und der behandelnde Arzt den Nutzen höher bewertet als die Risiken. Die Anwendung von Rocuroniumbromid in einer Dosis von 0,6 mg/kg Körpergewicht im Rahmen von Kaiserschnittentbindungen hat keinen Einfluss auf Apgar‑Score, fetalen Muskeltonus oder die kardiorespiratorische Anpassung.

Entnahmen von Nabelschnurblut zeigten, dass Rocuroniumbromid die Plazenta nur in geringem Maße passiert und dass beim Neugeborenen keine klinischen Nebenwirkungen beobachtet werden.


Anmerkung: Die Dosis 1,0 mg/kg wurde bei Blitzeinleitungen untersucht, nicht aber bei Patientinnen mit Kaiserschnittentbindung.


Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Rocuroniumbromid in die Muttermilch übergeht. In tierexperimentellen Studien wurde eine nicht relevante Ausscheidung von Rocuroniumbromid in der Muttermilch gezeigt. Andere Arzneimittel dieser Klasse werden nur in geringem Maße in die Muttermilch ausgeschieden und vom Säugling in geringem Maße aufgenommen.

Es muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen fortzusetzen oder zu unterbrechen ist. Dabei sind der Nutzen des Stillens und das potentielle Risiko für das Kind zu berücksichtigen.


FQ 4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen


Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Es wird davon abgeraten, in den ersten 24 Stunden nach dem vollständigen Abklingen der neuromuskulär blockierenden Wirkung von Rocuroniumbromid potenziell gefährliche Maschinen zu bedienen oder sich an das Steuer eines Autos zu setzen.


FJ 4.8 Nebenwirkungen


Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:


Sehr häufig

1/10

Häufig

1/100 bis < 1/10

Gelegentlich

1/1.000 bis < 1/100

Selten

1/10.000 bis < 1/1.000

Sehr selten

< 1/10.000

Nicht bekannt

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar



Die häufigsten Nebenwirkungen sind Schmerzen/Reaktionen im Bereich der Injektionsstelle, Änderungen der Vitalfunktionen und eine Verlängerung der neuromuskulären Blockade.


Die Nebenwirkungen sind im Folgenden nach Systemorganklasse und absoluter Häufigkeit angegeben (alle beschriebenen Ereignisse).


Erkrankungen des Immunsystems

Sehr selten:


Erkrankungen des Nervensystems

Sehr selten:

Paralyse


Herzerkrankungen

Sehr selten:

Tachykardie


Gefäßerkrankungen

Sehr selten:


Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Sehr selten:

Bronchospasmus

Nicht bekannt:


Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr selten:


Skelettmuskulatur‑, Bindegewebs‑ und Knochenerkrankungen

Nicht bekannt:


Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Sehr häufig:

Schmerzen/Reaktion an der Injektionsstelle*


Untersuchungen

Sehr selten:

Erhöhung des Histamin‑Spiegels*


Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen

Sehr selten:

Verlängerte neuromuskuläre Blockade*


* Weitere Informationen zu Nebenwirkungen:


Erhöhung des Histamin‑Spiegels

Da bekannt ist, dass Muskelrelaxanzien sowohl lokal als auch systemisch eine Histamin‑Freisetzung verursachen können, muss bei Verabreichung dieser Arzneimittel immer beachtet werden, dass es zu Juckreiz und einem erythematösen Hautausschlag am Ort der Injektion und/oder zu generalisierten histaminoiden (anaphylaktoiden) Reaktionen wie Bronchospasmus und kardiovaskulären Reaktionen (z. B. Hypotonie und Tachykardie) kommen kann. Hautausschlag, Exanthem, Urtikaria, Bronchospasmus und Hypotonie wurden bei mit Rocuroniumbromid behandelten Patienten sehr selten beschrieben.


In klinischen Studien wurde nach schneller Bolusinjektion von 0,3‑0,9 mg/kg Rocuroniumbromid nur ein geringfügiger Anstieg des mittleren Histamin‑Plasmaspiegels beobachtet.


Verlängerte neuromuskuläre Blockade

Die häufigste Nebenwirkung der Klasse der nicht‑depolarisierenden Muskelrelaxanzien ist eine Verlängerung der pharmakologischen Wirkung über den erforderlichen Zeitraum hinaus. Diese kann von einer Skelettmuskelschwäche bis hin zur tiefen und anhaltenden Skelettmuskelparalyse mit Ateminsuffizienz und Apnoe reichen.


Reaktionen an der Injektionsstelle

Im Rahmen von Blitzeinleitungen wurden Schmerzen bei der Injektion beschrieben, die insbesondere dann auftraten, wenn der Patient noch nicht vollständig das Bewusstsein verloren hatte, und wenn als Induktionsmittel Propofol verwendet wurde. In klinischen Studien wurden bei 16 % der Patienten, bei denen eine Blitzeinleitung der Anästhesie mit Propofol, und bei weniger als 0,5 % der Patienten, bei denen eine Blitzeinleitung (der Anästhesie) mit Fentanyl und Thiopental durchgeführt wurde, Schmerzen beschrieben.


Anaphylaktische Reaktion

Es wurde über schwere anaphylaktische Reaktionen auf Muskelrelaxanzien (s. o.) berichtet, die in einigen Fällen tödlich verliefen. Vor dem Hintergrund der potentiellen Schwere der Reaktionen müssen stets die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, um zu jeder Zeit auf derartige Reaktionen vorbereitet zu sein.


FO 4.9 Überdosierung


Im Falle einer Überdosierung und Verlängerung der neuromuskulären Blockade muss der Patient weiter künstlich beatmet und sediert werden. Mit Beginn der spontanen Erholung sollte eine geeignete Dosis eines Acetylcholinesterasehemmers (z. B. Neostigmin, Edrophonium, Pyridostigmin) verabreicht werden. Wenn der Acetylcholinesterasehemmer die neuromuskuläre Wirkung von Rocuroniumbromid nicht aufheben kann, muss die künstliche Beatmung so lange fortgesetzt werden, bis die Spontanatmung wiederhergestellt ist. Wiederholte Gaben eines Acetylcholinesterasehemmer können gefährlich sein.


In tierexperimentellen Studien kam es erst nach Verabreichung einer kumulativen Dosis von 750 x ED90(135 mg/kg Rocuroniumbromid) zu einer ausgeprägten Schwächung der Herz‑Kreislauf‑Funktion, die schließlich zum Herzversagen führte.


FF 5. Pharmakologische Eigenschaften


F1 5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften


Pharmakotherapeutische Gruppe: Muskelrelaxanzien, peripher wirkende Mittel, andere quartäre Ammonium‑Verbindungen

ATC‑Code: M03AC09


Pharmakodynamik

Rocuroniumbromid ist ein mittellang wirkendes nicht‑depolarisierendes Muskelrelaxans mit schnellem Wirkeintritt, das alle charakteristischen pharmakologischen Wirkungen dieser Arzneimittelklasse (curareähnlich) aufweist. Es wirkt über einen kompetitiven Mechanismus an cholinergen Nikotinrezeptoren der motorischen Endplatte. Diese Wirkung wird durch Acetylcholinesterase-Inhibitoren wie Neostigmin, Edrophonium und Pyridostigmin antagonisiert.

Die ED90(erforderliche Dosis, um die Reizantwort des Daumens nach Stimulation des Nervus ulnaris zu 90 % zu unterdrücken) beträgt im Rahmen einer balancierten Anästhesie etwa 0,3 mg/kg Körpergewicht Rocuroniumbromid.


Routinemäßige Anwendung

Bei fast allen Patienten werden nach intravenöser Verabreichung von 0,6 mg/kg Rocuroniumbromid (2 x ED90unter balancierter Anästhesie) innerhalb von 60 Sekunden adäquate Bedingungen für die Intubation erzielt. Bei 80 % dieser Patienten werden die Bedingungen für die Intubation als ausgezeichnet bewertet. Innerhalb von 2 Minuten wird eine allgemeine Muskellähmung erzielt, die für alle Arten von operativen (chirurgischen) Eingriffen geeignet ist. Die klinische Wirkdauer (Dauer bis zu einer Spontanerholung der Zuckungsamplitude auf 25 % des Kontrollwertes) beträgt nach dieser Dosis 30‑40 Minuten und die Gesamtdauer (Zeit bis zu einer Spontanerholung der Zuckungsamplitude auf 90 % des Kontrollwertes) 50 Minuten. Die mittlere Zeit für eine Spontanerholung der Zuckungsamplitude von 25 auf 75 % (Erholungsindex) beträgt nach einer Bolusinjektion mit 0,6 mg/kg KG Rocuroniumbromid 14 Minuten.

Unter niedrigeren Dosen von 0,3‑0,45 mg/kg KG Rocuroniumbromid (1‑1½ x 2 x ED90) tritt die Wirkung langsamer ein und die Wirkdauer ist kürzer (13‑26 Minuten). Nach Verabreichung von 0,45 mg/kg Rocuroniumbromid werden nach 90 Sekunden adäquate Bedingungen der Intubation erzielt.


Notfallintubation

Im Rahmen von Blitzeinleitungen der Anästhesie mit Propofol oder Fentanyl/Thiopental werden bei 93 % bzw. 96 % der Patienten nach Verabreichung von 1,0 mg/kg KG Rocuroniumbromid innerhalb von 60 Sekunden adäquate Bedingungen für die Intubation erzielt. In 70 % der Fälle werden diese als ausgezeichnet bewertet. Die klinische Wirkdauer nähert sich unter dieser Dosis 1 Stunde. Zu diesem Zeitpunkt kann die neuromuskuläre Blockade sicher aufgehoben werden. Nach Verabreichung einer Dosis von 0,6 mg/kg KG Rocuroniumbromid werden im Rahmen von Blitzeinleitungen mit Propofol oder Fentanyl/Thiopental bei 81 % bzw. 75 % der Patienten innerhalb von 60 Minuten adäquate Bedingung für die Intubation erzielt.


Dosen von mehr als 1,0 mg/kg KG Rocuroniumbromid erzielen keine nennenswerte Verbesserung der Intubationsbedingungen, allerdings verlängert sich die Wirkdauer. Höhere Dosen als 4 x ED90wurden nicht untersucht.


Intensivmedizin

Die Anwendung von Rocuronium auf Intensivstationen wurde im Rahmen von zwei unverblindeten Studien untersucht. Insgesamt erhielten 95 erwachsene Patienten eine Initialdosis von 0,6 mg/kg KG Rocuroniumbromid, gefolgt von einer Dauerinfusion mit 0,2‑0,5 mg/kg/hin der ersten Stunde nach der Verabreichung, sobald sich die Zuckungsamplitude auf 10 % erholt hatte oder nach einer Train‑of‑Four‑(TOF)‑Stimulation 1 bis 2 Reizantworten auftraten. Die Dosierung wurde individuell abgestimmt und in den darauf folgenden Stunden unter regelmäßiger Überwachung mittels TOF‑Stimulation reduziert. Es wurde eine bis zu 7‑tägige Anwendung untersucht.


Es wurde eine adäquate neuromuskuläre Blockade erzielt, allerdings fielen die stündlichen Infusionsgeschwindigkeiten von Patient zu Patient sehr unterschiedlich aus, und es wurde ein verzögertes Abklingen der neuromuskulären Blockade beobachtet.


Die Zeit bis zu einer Erholung des TOF‑Quotienten auf 0,7 zeigt keine signifikante Korrelation zur Gesamtdauer der Rocuronium‑Infusion. Nach einer Dauerinfusion über 20 Stunden oder länger variierte die mediane (Spanne) Dauer zwischen der Wiederkehr von T2nach einer Train‑of‑Four‑Stimulation und der Erholung auf einen Train‑of‑Four‑Quotienten von 0,7 bei Patienten ohne Multiorganversagen zwischen 0,8 und 12,5 Stunden und bei Patienten mit Multiorganversagen zwischen 1,2 und 25,5 Stunden.


Besondere Patientengruppen

Nach Verabreichung von 0,6 mg/kg KG ist die mittlere Zeit bis zum Wirkeintritt bei Kleinkindern und Kindern kürzer als bei Erwachsenen.

Die Wirkdauer ist bei Kindern kürzer als bei Erwachsenen.

Die Wirkdauer einer Erhaltungsdosis von 0,15 mg Rocuroniumbromid pro Kilogramm Körpergewicht kann bei geriatrischen Patienten und Patienten mit Leber‑ oder Nierenerkrankung unter einer Anästhesie mit Enfluran und Isofluran etwas länger ausfallen (etwa 20 Minuten) als bei Patienten ohne Funktionsstörung der für die Exkretion verantwortlichen Organe unter einer intravenösen Anästhesie (etwa 13 Minuten). Nach wiederholten Erhaltungsdosen im empfohlenen Bereich wurde keine kumulative Wirkung (progressive Verlängerung der Wirkdauer) beobachtet.


Kardiovaskuläre Operationen

Bei Patienten, bei denen eine kardiovaskuläre Operation geplant ist, waren nach einer Dosis von 0,6‑0,9 mg/kg KG Rocuroniumbromid die häufigsten kardiovaskulären Veränderungen im Zuge des Eintritts der maximalen blockierenden Wirkung eine leichte und klinisch nicht relevante Zunahme der Herzfrequenz um bis zu 9 % und ein Anstieg des arteriellen Mitteldrucks um bis zu 16 % der Kontrollwerte.


Antagonisten

Die Verabreichung von Acetylcholinesterase-Inhibitoren wie Neostigmin, Pyridostigmin oder Edrophonium antagonisiert die Wirkung von Rocuroniumbromid.



F2 5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften


Nach intravenöser Verabreichung einer einzelnen Bolusdosis Rocuroniumbromid Teva Injektionslösung/Infusionslösung zeigt der zeitliche Verlauf der Plasmakonzentration drei exponentielle Phasen. Bei gesunden Erwachsenen beträgt die mittlere (95 % KI) Eliminationshalbwertzeit 73 (66‑80) Minuten, das (scheinbare) Verteilungsvolumen unter Steady‑State‑Bedingungen 203 (193‑214) ml/kg und die Plasmaclearance 3,7 (3,5‑3,9) ml/kg/min.


Die Plasmaclearance fällt bei geriatrischen Patienten und Patienten mit Nierenfunktionsstörung etwas niedriger aus als bei jüngeren Patienten mit normaler Nierenfunktion. Bei Patienten mit Lebererkrankung ist die mittlere Eliminationshalbwertzeit um 30 Minuten verlängert und die mittlere Plasmaclearance um 1 ml/kg/min reduziert (siehe Abschnitt 4.2).

Das scheinbare Verteilungsvolumen ist bei Säuglingen (3‑12 Monate) höher als bei älteren Kindern (1‑8 Jahre) und Erwachsenen. Bei Kindern im Alter von 3‑8 Jahren ist die Clearance höher und die Eliminationshalbwertzeit um etwa 20 Minuten kürzer als bei Erwachsenen und Kindern <3 Jahren.


Bei Verabreichung als Dauerinfusion zur Erleichterung der künstlichen Beatmung über einen Zeitraum von 20 Stunden und länger fallen die mittlere Eliminationshalbwertzeit und das mittlere (scheinbare) Verteilungsvolumen im Steady-State höher aus. In kontrollierten klinischen Studien wurde eine ausgeprägte Variabilität zwischen den Patienten beobachtet, die auf Art und Ausmaß eines (Multi‑)Organversagens und individuelle Patientenmerkmale zurückzuführen war. Bei Patienten mit Multiorganversagen wurden eine mittlere (± SD) Eliminationshalbwertzeit von 21,5 (± 3,3) Stunden und ein (scheinbares) Verteilungsvolumen im Steady‑State von 1,5 (± 0,8) l/kg sowie eine Plasmaclearance von 2,1 (± 0,8) ml/kg/min beobachtet.


Rocuroniumbromid wird über Urin und Galle ausgeschieden. Die Exkretion im Urin macht innerhalb von 12‑24 Stunden fast 40 % aus. Nach Injektion einer Dosis aus radioaktiv markiertem Rocuroniumbromid werden innerhalb von 9 Tagen etwa 47 % der Radioaktivität im Urin und 43 % im Stuhl ausgeschieden. Etwa 50 % werden als Rocuroniumbromid zurück gewonnen. Im Plasma wurden keine Metaboliten nachgewiesen.


F3 5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit


Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter Gabe, Reproduktionstoxizität und Genotoxizität lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.

Es wurden keine Studien zum kanzerogenen Potential von Rocuroniumbromid durchgeführt.



FR 6. Pharmazeutische Angaben


F7 6.1 Liste der sonstigen Bestandteile


Natriumacetat-Trihydrat

Essigsäure 99%

Natriumchlorid

Natriumhydroxid-Lösung 10 % (zur pH-Wert Einstellung)

Wasser für Injektionszwecke


FS 6.2 Inkompatibilitäten


Physikalische Inkompatibilitäten bestehen für Rocuroniumbromid, wenn es Lösungen mit den folgenden Wirkstoffen zugesetzt wird: Amphotericin, Amoxicillin, Azathioprin, Cefazolin, Cloxacillin, Dexamethason, Diazepam, Enoximon, Erythromycin, Famotidin, Furosemid, Hydrocortisonnatriumsuccinat, Insulin, Intralipid, Methohexital, Methylprednisolon, Prednisolonnatriumsuccinat, Thiopental, Trimethoprim und Vancomycin.


Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.


FT 6.3 Dauer der Haltbarkeit

Ungeöffnete Durchstechflasche: 1 Jahr


Geöffnete Durchstechflasche: Das Arzneimittel sollte unmittelbar nach dem Öffnen der Durchstechflasche verwendet werden.


Nach der Verdünnung:

Die chemische und physikalische Stabilität einer gebrauchsfertigen Zubereitung wurde bei 25°C über 24 Stunden nachgewiesen. Aus mikrobiologischer Sicht sollte die gebrauchsfertige Zubereitung sofort verwendet werden. Wenn die gebrauchsfertige Zubereitung nicht sofort eingesetzt wird, ist der Anwender für die Dauer und die Bedingungen der Aufbewahrung verantwortlich. Sofern die Herstellung der gebrauchsfertigen Zubereitung nicht unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen erfolgt, ist diese nicht länger als 24 Stunden bei 2°C bis 8°C aufzubewahren.


FX 6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung


Vor dem Öffnen: Im Kühlschrank lagern (2°C‑8C)


Aufbewahrung außerhalb des Kühlschranks:

Rocuroniumbromid Teva kann auch bis zu 3 Monate bei einer Temperatur unter 25°C aufbewahrt werden. Anschließend muss es verworfen werden. Nach Aufbewahrung bei 8‑25°C darf Rocuroniumbromid Teva nicht wieder in den Kühlschrank zurückgelegt werden. Das Datum der Entnahme aus dem Kühlschrank muss an der dafür vorgesehenen Stelle auf dem Umkarton dokumentiert werden.


Die Gesamtaufbewahrungsdauer (einschließlich der Aufbewahrung der ungeöffneten Durchstechflasche außerhalb des Kühlschranks) darf 12 Monate nicht überschreiten.


Lagerungsbedingungen des verdünnten Arzneimittels siehe Abschnitt 6.3.


FY 6.5 Art und Inhalt des Behältnisses


Durchstechflaschen aus farblosem Glas (Typ I) mit einem Chlorobutylgummi-Stopfen und einer Flip-off-Kappe aus Aluminium.

Inhalt der Durchstechflaschen: 2,5 ml, 5 ml oder 10 ml.


2,5 ml Durchstechflaschen: Packungen mit 1 oder 10 Durchstechflaschen

5 ml Durchstechflaschen: Packungen mit 1, 10, 12 oder 60 Durchstechflaschen

10 ml Durchstechflaschen: Packungen mit 1, 10 oder 20 Durchstechflaschen


F4 6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung


Nicht verwendete Lösung ist zu verwerfen.


Die Lösung muss vor der Anwendung visuell kontrolliert werden. Es dürfen nur klare, partikelfreie Lösungen verwendet werden.


Für Rocuroniumbromid Teva Injektionslösung/Infusionslösung wurde eine Kompatibilität mit den folgenden Lösungen nachgewiesen: Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9 %), Glucose 50 mg/ml (5 %), Glucose 50 mg/ml (5 %) in Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9 %), Wasser für Injektionszwecke, Ringerlaktatlösung und Polygelin-Infusionslösung (3,5 %).


Wenn Rocuroniumbromid Teva Injektionslösung/Infusionslösung über denselben Infusionsschlauch verabreicht wird, der auch für andere Arzneimittel verwendet wurde, ist es wichtig, dass der Infusionsschlauch zwischen der Verabreichung von Rocuroniumbromid Teva Injektionslösung/Infusionslösung und Arzneimitteln, für die eine Inkompatibilität mit Rocuroniumbromid nachgewiesen oder die Kompatibilität mit Rocuroniumbromid nicht untersucht wurde, ausreichend gespült wird (z.B. mit Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9%) Infusionslösung).


Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu entsorgen.


FZ 7. Inhaber der Zulassung


TEVA Generics GmbH

Wasastraße 50

D-01445 Radebeul


F5 8. Zulassungsnummer


71895.00.00


F6 9. Datum der Erteilung der Zulassung


(siehe Unterschrift)


F10 10. Stand der Information


...



F11 11. Verkaufsabgrenzung


Verschreibungspflichtig


29292917