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Sedaplus Filmtabletten

Document: 19.12.2008   Fachinformation (deutsch) change

Fachinformation

Sedaplus® Filmtabletten

Doxylaminsuccinat 25 mg




1. BEZEICHNUNG DES ARZNEI­MITTELS

Sedaplus® Filmtabletten

Doxylaminsuccinat 25 mg


2. QUALITATIVE UND QUANTI­TATIVE ZUSAMMEN­SETZUNG

1 Filmtablette enthält 25 mg Do­xylaminsuccinat.

Sonstige Bestandteile: Enthält Lactose.

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Ab­schnitt 6.1.


3. DARREICHUNGSFORM

Weiße runde Filmtabletten


4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Medikamentös behandlungsbe­dürftige Ein- und Durch­schlafstö­rungen.


Hinweis:

Nicht alle Schlafstörungen bedür­fen einer medikamen­tösen The­rapie. Oftmals sind sie Ausdruck körper­licher oder seelischer Er­krankungen und können durch andere Maßnahmen oder eine Therapie der Grundkrank­heit be­einflusst werden. Deshalb sollte bei länger anhaltenden Schlafstö­rungen keine Dauerbehandlung mit Sedaplus® Filmtabletten er­folgen, sondern der behandelnde Arzt aufge­sucht werden.


4.2 Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Soweit nicht anders verordnet, nehmen Erwachsene ca. ½ bis 1 Stunde vor dem Schlafengehen 1 Filmtablette Sedaplus® (entspre­chend 25 mg Do­xylaminsuccinat) ein. Bei stär­ke­ren Schlafstörun­gen können als Höchstdosis 2 Filmtabletten Se­daplus® (ent­spre­chend 50 mg Doxylaminsuc­cinat) eingenommen werden.


Sedaplus® Filmtabletten werden mit Flüssigkeit (z. B. 1 Glas Was­ser) ca. ½ bis 1 Stunde vor dem Schlafengehen eingenommen.


Es ist darauf zu achten, dass nach der Einnahme von Se­daplus® Filmtabletten für eine ausreichende Schlafdauer ge­sorgt wird, um eine Beeinträchti­gung des Reaktionsvermögens am folgenden Morgen zu vermei­den.

Bei akuten Schlafstörungen ist die Behandlung möglichst auf Einzelgaben zu beschränken. Um bei chronischen Schlafstörungen die Notwendigkeit einer fortge­setzten Anwendung zu überprü­fen, sollte nach zweiwöchiger täglicher Einnahme die Dosis schrittweise reduziert oder her­abgesetzt werden.


4.3 Gegenanzeigen

Sedaplus® Filmtabletten dürfen nicht angewendet werden bei:

- Überempfindlichkeit gegenüber Doxylamin, anderen Anti­hista­minika oder einem der sonsti­gen Be­standteile

- akutem Asthma-Anfall,

- Engwinkel-Glaukom

- Phäochromozytom

- Prostata-Hypertrophie mit Rest­harnbildung

- akuter Vergiftung durch Alkohol, Schlaf- oder Schmerzmittel so­wie Psychopharmaka (Neuro­leptika, Tranquilizer, Antide­pressiva, Lithium)

- Epilepsie

- gleichzeitiger Therapie mit Hemmstoffen der Monoamino­oxidase.


4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Sedaplus® Filmtabletten dürfen nur unter besonderer Vorsicht angewendet werden bei:

- eingeschränkter Leberfunktion,

- chronischen Atembeschwerden und Asthma,

- gastro-oesophagealem Reflux,

- angeborenem langem QT-Syn­drom oder anderen klinisch sig­nifikanten kardialen Störungen (insbesondere koronarer Herz­krankheit, Erregungsleitungsstö­rungen, Arrhythmien) sowie Hy­pertonie,

- gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, die das QT-Inter­vall verlängern (z. B. Anti­arrhythmika Klasse IA oder III, Antibiotika, Malaria-Mittel, Anti­histaminika, Neuroleptika, Anti­depressiva) oder zu einer Hypo­kaliämie führen.


Kinder und Jugendliche sollten nicht mit Sedaplus® Filmtabletten behandelt werden.


Für Kinder unter 20 kg KG sind Sedaplus® Filmtabletten zu hoch dosiert, für Kinder ab 6 Monaten steht Sedaplus® Saft zur Verfü­gung.

Besondere Vorsicht ist geboten bei Patienten mit fokalen kortika­len Hirnschäden und Krampfan­fällen in der Anamnese, da be­reits durch die Gabe von kleinen Dosen Grand-mal-Anfälle aus­gelöst werden kön­nen.

Bei Patienten mit organischen Hirnschäden und mit anam­nestisch bekannten Krampfan­fällen ist zu berück­sichtigen, dass bereits relativ geringe Dosen Krampf­anfälle auslösen können. EEG-Kontrollen werden emp­foh­len. Eine bestehende Therapie der Krampfanfälle sollte während der Behandlung mit Sedaplus® Filmtabletten nicht unterbrochen werden.


Unter der Therapie mit Antihista­minika ist über EKG-Veränderun­gen, im Besonderen über Repola­risationsstörungen, berichtet wor­den, so dass eine regelmäßige Überwachung der Herzfunktion empfohlen wird. Dies gilt in be­sonderem Maße für ältere Pati­enten und Patienten mit Vor­schädigung des Herzens. Beson­dere Vorsicht ist auch bei Pati­enten mit arterieller Hypertonie geboten, da Antihistaminika ei­nen Anstieg des Blutdruckes be­wirken können.


Patienten mit Phäochromozytom sollten sorgfältig überwacht wer­den, da über Katecholamin-Frei­setzung aus dem Tumor durch Antihistaminika berichtet wurde.


Patienten mit der seltenen heredi­tären Galactose-Intoleranz, Lac­tase Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Sedaplus® Filmtabletten nicht einnehmen.


4.5 Wechselwirkungen mit ande­ren Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Bei gleichzeitiger Anwendung an­derer zentral dämpfender Arz­neimittel (z. B. Neuroleptika, Tranquilizer, Antidepressiva, Hyp­notika, Analgetika, Anaesthetika, Antiepileptika) kann es zu einer wechselseitigen Verstärkung der Wirkung kommen.


Dies gilt insbesondere für gleich­zeitigen Alkoholgenuss, durch den die Wirkung von Doxyl­amin­succinat in nicht vorherseh­barer Weise verändert und ver­stärkt werden kann.


Bei gleichzeitiger Anwendung von Doxylamin und Phenytoin wird die Phenytoin-Wirkung abge­schwächt.


Die anticholinerge Wirkung von Doxylaminsuccinat kann durch die gleichzeitige Gabe von ande­ren Substanzen mit anticholiner­gen Wirkungen (z. B. Atropin, Bi­peridin, trizyklische Antidepres­siva) in nicht vorhersehbarer Weise verstärkt werden. Durch gleichzeitige Einnahme von Hemmstoffen der Monoaminooxi­dase kann die anticholinerge Wirkung von Doxylaminsuccinat ebenfalls verstärkt werden, dies kann sich z. B. durch paralyti­schen Ileus, Harnretention oder Glaukomanfall äußern. Durch kombinierte Anwendung mit Hemmstoffen der Monoaminooxi­dase kann es außerdem zu Hy­potension und einer verstärkten Depression von ZNS und Atem­funktion kommen, so dass von einer gleichzeitigen Therapie mit beiden Substanzen Abstand zu nehmen ist.


Die Anwendung von Antihyper­ten­siva mit zentralnervöser Wirk­komponente wie Guanabenz, Clonidin, Alpha-Methyldopa zu­sammen mit Sedaplus® Filmtab­letten kann zu einer verstärkten Sedierung führen.


Die Wirkung von Neuroleptika kann bei gleichzeitiger Anwen­dung von Sedaplus® Filmtablet­ten abgeschwächt sein.


Unter einer Therapie mit Se­da­plus® Filmtabletten oder anderen Anti­histaminika können die Sym­p­tome einer beginnenden Schä­digung des Innenohres, die durch ototoxische Arzneimittel (z. B. Aminoglykoside, Salicylate, Diu­retika) ausgelöst wurde, ab­ge­schwächt sein.


Das Ergebnis von Hauttests kann unter einer Therapie mit Doxyl­a­min verfälscht sein (falsch ne­ga­tiv).


Zur Behandlung einer Hypotonie sollte Epinephrin bei Patienten, die unter einer Therapie mit Do­xylamin­succinat stehen, nicht an­gewendet werden, da die Gabe von Epinephrin zu einem weite­ren Blutdruckabfall führen kann (Adrenalinumkehr). Schwere Schockzustände können jedoch mit Norepinephrin behandelt wer­den (siehe Abschnitt 4.9).


Die gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln, die das QT-Inter­vall verlängern (z. B. Anti­arrhythmika Klasse IA oder III, Antibiotika, Malaria-Mittel, Neu­roleptika, Antidepressiva) oder zu einer Hypokaliämie führen (z. B. bestimmte Diuretika), ist zu ver­meiden.


4.6 Schwangerschaft und Stillzeit

Epidemiologische Studien mit ei­nem Doxylaminsuccinat-haltigen Arzneimittel haben beim Men­schen keinen Hinweis auf einen keimschädigenden Effekt von Doxylaminsuccinat erbracht. Tierexperimentelle Studien las­sen nicht auf teratogene oder fer­tilitätsmindernde Effekte von Do­xylaminsuccinat schließen (siehe Abschnitt 5.3). Sedaplus® Film­tabletten sollen dennoch während der Schwangerschaft nur nach stren­ger Abwägung des Nutzens ge­gen mögliche Risiken für das Kind verordnet werden.


Da der Wirkstoff in die Mutter­milch übergeht, soll das Stillen für die Dauer der Behandlung unter­brochen werden.


4.7 Auswirkungen auf die Ver­kehrstüchtigkeit und die Fä­higkeit zum Bedienen von Ma­schinen

Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemäßem Ge­brauch das Reaktionsvermögen soweit verändern, dass die Fä­higkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedie­nen von Maschinen beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirkungen mit Alkohol. Daher sollten das Führen von Fahrzeugen, das Be­dienen von Maschinen oder sonstige gefahrvolle Tätigkeiten ‑ zumindest während der ersten Phase der Behandlung ‑ ganz unterbleiben. Die Entscheidung in jedem Einzelfall trifft der behan­delnde Arzt unter Berücksichti­gung der individuellen Reaktion und der jeweiligen Dosierung.


4.8. Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwir­kungen werden folgende Häufig­keiten zugrunde gelegt:

Sehr häufig (≥ 10 %)

Häufig (≥1 % - < 10 %)

Gelegentlich (≥ 0,1 % - < 1 %)

Selten (≥ 0,01 % - < 0,1 %)

Sehr selten (< 0,01 %)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).


In Abhängigkeit von der individu­ellen Empfindlichkeit und der ein­genommenen Dosis können fol­gende Nebenwirkungen auftre­ten:


Müdigkeit, Schläfrigkeit, Mattig­keit, Schwindelgefühl, Benom­menheit, verlängerte Reaktions­zeit, Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen, Depressionen, Muskelschwäche, Tinnitus.


Ferner besteht die Möglichkeit des Auftretens "paradoxer" Reak­tionen wie Unruhe, Erregung, Spannung, Schlaflosigkeit, Alp­träume, Verwirrtheit, Halluzinatio­nen, Zittern. In seltenen Fällen können zerebrale Krampfanfälle auftreten.


Vegetative Begleitwirkungen wie Akkomodationsstörungen, Mund­trockenheit, Gefühl der verstopf­ten Nase, Erhöhung des Augen­innendruckes, Obstipation und Miktionsstörungen können auf­treten, ebenso Übelkeit, Erbre­chen, Diarrhöe, Appetitverlust oder Appetitzunahme, epigastri­sche Schmerzen. Sehr sel­ten kann es zu einem lebensbedroh­lichen paralytischen Ileus kom­men.


Tachykardie, Herzrhythmusstö­run­gen, Hypotension, Hyperten­sion und Dekompensation einer bestehenden Herzinsuffizienz können auftreten. EKG-Verände­rungen wurden beobachtet.


H1-Rezeptor-Antagonisten kön­nen das QT-Intervall im EKG verlängern.


Zu einer Beeinträchtigung der Atemfunktion kann es durch Se­kreteindickung, Bronchialob­struk­tion und Bronchospasmus kom­men.


Über allergische Hautreaktionen und Photosensibilität unter der Therapie mit Antihistaminika ist berichtet worden, ferner über Le­berfunktionsstörungen (cholesta­tischer Ikterus) und über Störun­gen der Körpertemperaturregulie­rung.


Blutbildveränderungen in Form von Leukopenie, Thrombopenie und hämolytischer Anämie kön­nen in Ausnahmefällen unter der Therapie mit Antihistaminika vor­kommen, sehr selten wurde über das Auftreten von aplastischer Anämie und Agranulozytose be­richtet.


Bei Patienten mit Phäochromozy­tom kann es durch die Gabe von Antihistaminika zu einer Kate­cholamin-Freisetzung kommen.


Nach längerfristiger täglicher An­wendung können durch plötzli­ches Absetzen der Therapie Schlafstörungen wieder verstärkt auftreten.


Toleranzentwicklung

Nach wiederholter Einnahme von Hypnotika/Sedativa kann es zu einem Verlust an Wirksamkeit (Toleranz) kommen.


Abhängigkeit

Wie auch bei anderen Hypnotika kann die Einnahme von Doxyl­a­min zur Entwicklung von physi­scher und psychischer Abhängig­keit führen. Das Risiko einer Ab­hängigkeit steigt mit der Dosis und der Dauer der Behandlung und ist bei Patienten mit Alkohol- oder Drogenabhängigkeit in der Anamnese zusätzlich erhöht.


Rebound-Schlaflosigkeit

Auch beim Beenden einer kürze­ren Behandlung mit Doxylamin können durch plötzliches Abset­zen Schlafstörungen vorüberge­hend wieder auftreten. Deshalb wird empfohlen, die Behandlung ggf. durch schrittweise Reduktion der Dosis zu beenden.


Anterograde Amnesie

Hypnotika können bereits in thera­peutischer Dosierung ante­rograde Amnesien verursachen, insbesondere während der ersten Stunden nach der Einnahme. Dieses Risiko steigt mit der Höhe der Dosierung und kann durch eine ausreichend lange, ununter­brochene Schlafdauer (7-8 Stun­den) verringert werden.


Hinweise:

Durch sorgfältige und individuelle Einstellung der Tagesdosen las­sen sich Häufigkeit und Ausmaß von Nebenwirkungen reduzieren. Die Gefahr des Auftretens von Nebenwirkungen ist bei älteren Patienten größer, bei diesem Personenkreis kann sich dadurch auch die Sturzgefahr erhöhen


4.9 Überdosierung

Grundsätzlich sollte immer an die Möglichkeit einer Mehrfachintoxi­kation, beispielsweise bei Ein­nahme mehrerer Arzneimittel in suizidaler Absicht, gedacht wer­den.


Symptome einer Intoxikation sind:

- Somnolenz bis Koma, mitunter Erregung und delirante Ver­wirrtheit

- anticholinerge Effekte: Ver­schwommenes Sehen, Glau­komanfall, Ausbleiben der Darmmotilität, Urinretention

- kardiovaskulär: Hypotension, Ta­chykardie oder Bradykardie, ventrikuläre Tachyarrhythmie, Herz- und Kreislaufversagen

- Hyperthermie oder Hypothermie

- zerebrale Krampfanfälle

- respiratorische Komplikationen: Zyanose, Atemdepression, Atemstillstand, Aspiration.


Die Therapie erfolgt symptoma­tisch und unterstützend, orientiert an den allgemeinen Prinzipien der Vorgehensweise bei Überdo­sierungen, mit folgenden Beson­derheiten:

- Bei oraler Aufnahme größerer Mengen frühzeitige Magenspü­lung bzw. induziertes Erbre­chen.

- Analeptika sind kontraindiziert, da infolge einer möglichen Sen­kung der Krampfschwelle durch Sedaplus® Filmtabletten eine Neigung zu zerebralen Krampf­anfällen besteht.


- Bei Hypotonie wegen der para­doxen Verstärkung keine epine­phrinartig wirkenden Kreislauf­mittel, sondern norepinephrinar­tig wirkende Mittel (z. B. Norepi­nephrin-Dauertropfinfusion) oder Angiotensinamid geben. Betaagonisten sollten vermie­den werden, weil sie die Vaso­dilatation erhöhen.

- Anticholinerge Symptome las­sen sich ggf. durch die Gabe von Physostigminsalicylat (1 bis 2 mg i. v.) behandeln (evtl. wie­derholen), von einer routinemä­ßigen Anwendung muss jedoch wegen der schweren Nebenwir­kungen abgeraten werden.


- Bei wiederholten epileptischen Anfällen sind Antikonvulsiva un­ter der Voraussetzung indiziert, dass eine künstliche Beatmung möglich ist, weil die Gefahr ei­ner Atemdepression besteht.


Forcierte Diurese ist von nur ge­ringer Wirksamkeit, da Antihista­minika nur in geringen Mengen im Urin zu finden sind. Hämo- und Peritonealdialyse können, wenn Mischintoxikationen nicht auszuschließen sind, jedoch sinnvoll sein.


5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigen­schaf­ten

Pharmakotherapeutische Gruppe:

Hypnotika und Sedativa

ATC-Code: N05CM21

Doxylamin ist ein Ethanolaminde­ri­vat mit blockierender Wirkung am H1-Histaminrezeptor. Es ver­mindert dadurch die Stimulation von peripheren H1-Rezeptoren, die unter anderem zu Gefäßer­weiterung, Permeabilitätserhö­hung der Kapillarwandungen und Sensibilisierung von Schmerzre­zeptoren führt.


Neben der Blockierung, der nach­gewiesen durch den H1-Rezeptor vermittelten Wirkung, hat Doxyl­amin sedierende Wirkungen.


5.2 Pharmakokinetische Eigen­schaften

Doxylamin wird nach oraler Appli­kation rasch und nahezu voll­ständig resorbiert. Der Wirkungs­eintritt erfolgt innerhalb von 30 Minuten, maximale Serumkon­zentrationen wurden mit 99 ng/ml 2,4 Stunden nach oraler Einnah­me einer Einzeldosis von 25 mg gemessen, die Länge der Wir­kungsdauer wird mit 3 bis 6 Stunden angegeben.


Die Metabolisierung erfolgt vor­ran­gig in der Leber, N-Des­me­thyldoxylamin, N,N-Didesmethyl­doxylamin und deren N-Acetyl-Konjugate wurden nach­gewiesen. Die Eliminationshalbwertszeit be­trägt 10,1 Stunden.


5.3 Präklinische Daten zur Sicher­heit

Die durchgeführten Toxizitätsprü­fungen für Doxylaminsuccinat am Versuchstier entsprechen nicht den heutigen Anforderungen. Letale Dosen verursachten prä­mortal Krampfzustände und Mus­kelstarre (siehe auch Abschnitt 4.9). Sehr hohe subchronisch applizierte Dosen zeigten bei Mäusen, Rat­ten und Hunden Stö­rungen der Futteraufnahme und der Ge­wichtsentwicklung, bei Hunden zusätzlich Mydriasis und Muskeltremor, jedoch insgesamt keine histopathologischen Or­ganveränderungen. Die chroni­sche Applikation hoher Dosen verursachte bei Mäusen Leber­schädigungen (Fettleber, hepato­zelluläre Hypertrophie, Ade­no­me), Schilddrüsenveränderungen (Hyperplasien und Adenome) sowie Veränderungen der Ohr­speicheldrüse.

In-vitro- und in-vivo-Studien zeig­ten keine relevanten Hinweise auf ein mutagenes Potential von Do­xylamin. In einer Kanzerogeni­tätsstudie an Ratten kam es auf der Basis degenerativer Leber­veränderungen vereinzelt zur Bil­dung von Lebertumoren. Bei the­rapeutischer Dosierung ist eine Übertragbarkeit dieser Befunde auf den Menschen unwahr­scheinlich.

Doxylaminsuccinat zeigte in Em­b­ryotoxizitätsuntersuchungen am Kaninchen bis in den maternal toxischen Bereich keine terato­genen Effekte. Fertilitätsstudien an der Ratte ergaben außer einer dosisabhängigen leichten Ge­wichtsreduktion der Jungtiere keine Beeinträchtigung der Ferti­lität der F0-Generation.


6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestand­teile:

Mikrokristalline Cellulose, Povi­don K 25, Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (Ph. Eur.), hy­driertes Rizinusöl, Magne­sium­stearat (Ph. Eur.), Talkum, basi­sches Butylmethacrylat-Co­poly­mer (Ph. Eur.), Lactose-Mo­no­hydrat, Macrogol, Titandioxid (E 171).

6.2 Inkompatibilitäten

Bisher keine bekannt.


6.3 Dauer der Haltbarkeit:

3 Jahre.


6.4 Besondere Vorsichtsmaßnah­men für die Aufbewahrung

Nicht über 30 °C lagern.


6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Packungen zu

10 Filmtabletten (N1)

20 Filmtabletten (N2)


6.6 Besondere Vorsichts­maßnah­men für die Beseitigung

Keine besonderen Anfor­derun­gen.


7. INHABER DER ZULASSUNG

CNP Pharma GmbH

Marienplatz 10-12

94081 Fürstenzell

Tel.: 08502/9184-200

Fax.: 08502/9184-491


8. ZULASSUNGSNUMMER

6136283.00.00


9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGER­UNG DER ZULASSUNG

25.04.2005


10. STAND DER INFORMATION

Dezember 2008


VERKAUFSABGRENZUNG

Apothekenpflichtig