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Sertra Tad 100mg

Document: 20.09.2012   Fachinformation (deutsch) change

_ ____________________Fachinformation_______________________________


_______________________________Sertra TAD® 50 mg/- 100 mg

1. Bezeichnung des Arzneimittels

Sertra TAD® 50 mg

Sertra TAD® 100 mg


2. Qualitative und quantitative Zusam­mensetzung


Sertra TAD 50 mg:

Eine Filmtablette enthält 50 mg Sertralin als Sertralinhydrochlorid.

Hilfsstoffe siehe unter 6.1.


Sertra TAD 100 mg:

Eine Filmtablette enthält 100 mg Sertralin als Sertralinhydrochlorid.

Hilfsstoffe siehe unter 6.1.


3. Darreichungsform


Sertra TAD 50 mg:

Filmtablette

Weiße, kapselförmige Filmtablette mit Prägung „50“ auf einer Seite und Bruchrille auf der anderen Seite.


Sertra TAD 100 mg:

Filmtablette

Weiße, kapselförmige Filmtablette mit Prägung „100“ auf einer Seite und Bruchrille auf der anderen Seite.


4. Klinische Angaben


4.1 Anwendungsgebiete

Episoden einer Major Depression.


4.2 Dosierung, Art und Dauer der Anwen­dung

Erwachsene: Die übliche Tagesdosis beträgt 50 mg Sertralin (entsprechend 1 Filmtablette Sertra TAD 50 mg / ½ Filmtablette Sertra TAD 100 mg).

Bei Bedarf kann die Dosis auf 100 mg Sertralin/Tag (2 Filmtabletten Sertra TAD 50 mg / 1 Filmtablette Sertra TAD 100 mg) erhöht werden.

Die maximale Tagesdosis beträgt 200 mg Sertralin.

Dosiserhöhungen sollten, falls sie erforder­lich sind, in 50-mg-Schritten in Zeitinter­vallen von mindestens einer Woche erfolgen. Wegen der 24-stündigen Eliminationshalb­wertszeit von Sertralin sollten Dosisänderun­gen nicht häufiger als einmal pro Woche erfolgen.

In der Dauertherapie sollte eine möglichst niedrige, der therapeutischen Wirksamkeit angepasste Dosierung angestrebt werden.


Ältere Patienten:

Bei älteren Patienten sollte die Dosierung vorsichtig erfolgen, da sie ein höheres Risiko für die Entstehung einer Hyponatriämie aufweisen (siehe Abschnitt 4.4).


Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Sertralin sollte nicht zur Behandlung von Episoden einer Major Depression bei

Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren angewendet werden, (siehe Abschnitt

4.4).


Patienten mit eingeschränkter Leberfunk­tion:

Sertra TAD 50 mg/- 100 mg sollte bei Patienten mit Funktionsstörungen der Leber mit Vorsicht eingesetzt werden. Obgleich nicht geklärt ist, ob bei Funktionsstörungen der Leber eine Dosisanpassung erforderlich ist, wird empfohlen, die Dosis zu vermindern oder das Einnahmeintervall zu verlängern. Bei schwerwiegenden Funktionsstörungen der Leber sollte Sertralin nicht angewendet werden, da hierzu keine klinischen Daten vorliegen.


Patienten mit eingeschränkter Nierenfunk­tion:

Bei Nierenfunktionseinschränkung muss die Dosis nicht angepasst werden (siehe auch Abschnitt 4.4, „Warnhinweise und Vor­sichtsmaßnahmen für die Anwendung“).


Absetzsymptome bei Beendigung einer Behandlung mit SSRIs

Ein plötzliches Absetzen sollte vermieden werden. Bei Beendigung einer Behandlung mit Sertra TAD 50 mg/- 100 mg sollte die Dosis über einen Zeit­raum von mindestens ein bis zwei Wochen schrittweise reduziert werden, um das Risiko von Absetzerscheinungen zu verringern (siehe Abschnitt 4.4 und 4.8). Falls nach Dosisverringerung oder Absetzen des Arz­neimittels stark beeinträchtigende Absetz­erscheinungen auftreten, sollte erwogen werden, die zuletzt eingenommene Dosis erneut einzunehmen, um diese dann nach Anweisung des Arztes in nunmehr kleineren Schritten zu reduzieren.


Art und Dauer der Anwendung

Sertra TAD 50 mg/- 100 mg sollte einmal täglich morgens oder abends mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen werden. Hierbei ist die Einnahme sowohl zu den Mahlzeiten als auch unabhängig von der Nahrungsauf­nahme möglich.

Die antidepressive Wirkung kann bereits innerhalb von 7 Tagen einsetzen, bis zum Erreichen der vollen Wirkung vergehen jedoch im Allgemeinen 2 bis 4 Behand­lungswochen, worüber die Patienten infor­miert werden sollten.

Die Dauer der Anwendung richtet sich nach der Art und Schwere der Erkrankung. Dabei kann nach Rückbildung der depressiven Symptomatik eine länger dauernde remis­sionsstabilisierende Behandlung (mindestens 6 Monate) erforderlich sein.

Um Absetzreaktionen zu vermeiden, sollte zur Beendigung der Behandlung die Dosis allmählich reduziert werden (siehe Abschnitt 4.8, „Nebenwirkungen“).


4.3 Gegenanzeigen

Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Sertralin oder einen der Hilfsstoffe.

Die gleichzeitige Anwendung mit irreversiblen Monoaminoxidase-Hemmern (MAO-Hemmern) ist kontraindiziert, da die Gefahr eines Serotonin-Syndroms, mit Symptomen wie z. B. Agitiertheit, Tremor und Hyperthermie, besteht. Die Behandlung mit Sertralin darf frühestens 14 Tage nach Beendigung der Behandlung mit einem irreversiblen MAO-Hemmer begonnen werden. Sertralin muss mindestens 7 Tage vor Beginn der Behandlung mit einem irreversiblen MAO-Hemmer abgesetzt werden (siehe Abschnitt 4.5).


Sertra TAD 50 mg/- 100 mg darf nicht zusammen mit Pimozid eingenommen wer­den (siehe ebenfalls Abschnitt 4.5, „Wech­selwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen“).


4.4 Warnhinweise und Vorsichtsmaßnah­men für die Anwendung

Kinder und Jugendliche:

Sertra TAD 50 mg/- 100 mg sollte nicht zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren angewendet werden. Suizi­dale Verhaltensweisen (Suizidversuch und Suizidgedanken) sowie Feindseligkeit (vorwiegend Aggressivität, oppositionelles Verhalten und Wut) wurden in klinischen Studien häufiger bei mit Antidepressiva behandelten Kindern und Jugendlichen beo­bachtet als bei Kindern und Jugendlichen, die mit Placebo behandelt wurden. Sollte aufgrund klinischer Notwendigkeit dennoch die Entscheidung für eine Behandlung getroffen werden, ist der Patient im Hinblick auf das Auftreten suizidaler Symptome sorg­fältig zu überwachen. Darüber hinaus fehlen Langzeitdaten zur Sicherheit bei Kindern und Jugendlichen in Bezug auf Wachstum, Reifung sowie kognitive Entwicklung und Verhaltensentwicklung.


Serotoninerges Syndrom:

Bei Patienten, die Sertralin in Kombination mit einem MAO-Hemmer erhielten, wurden Fälle von ernsthaften Reaktionen berichtet, die mitunter tödlich verliefen. Deshalb soll­ten Sertralin-Tabletten nicht zusammen mit MAO-Hemmern angewendet werden (ein­schließlich des selektiven MAO-Hemmers Selegelin, des reversiblen MAO-Hemmers Moclobemid und des reversiblen, nicht-selektiven MAO-Hemmers Linezolid) oder mit anderen serotonergen Substanzen wie z.B. Tryp­tophan, Fenfluramin, Serotonin-Agonisten und Johanniskraut (Hypericum perforatum), da hier ein Risiko schwerwie­gender unerwünschter Ereignisse besteht (siehe Abschnitt 4.5, „Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen“).


Dem entsprechend ist bei einem Wechsel von selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern oder anderen Antidepressiva Vorsicht geboten, um mögliche pharmako­dynamische Wechselwirkungen zu vermei­den (siehe Abschnitt 4.5, „Wechselwirkun­gen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen“). Eine sorgfältige klini­sche Überwachung ist insbesondere dann wichtig, wenn der Beginn der Behandlung mit Sertralin nach dem Absetzen eines Anti­depressivums mit langer Halbwertszeit wie z.B. Fluoxetin erfolgt. Zur erforderlichen Dauer des behandlungsfreien Intervalls bei einem Wechsel zwischen zwei verschiede­nen Antidepressiva liegen keine ausreichend dokumentierten Erkenntnisse vor.


Suizid/Suizidgedanken:

Das Krankheitsbild depressiver Erkrankun­gen ist mit einem erhöhten Risiko von Suizidgedanken, selbstschädigendem Ver­halten und Suizid (Suizid-bezogene Ereig­nisse) verbunden. Das Risiko besteht, bis es zu einer signifikanten Besserung kommt. Da eine Besserung möglicherweise nicht während der ersten oder mehreren Wochen der Behandlung auftritt, sollten die Patienten daher bis zum Eintritt einer Besserung eng­maschig überwacht werden. Die klinische Erfahrung zeigt generell, dass das Suizid­risiko in den frühen Stadien einer Besserung ansteigen kann.


Andere psychiatrische Erkrankungen, für die Sertra TAD 50 mg/- 100 mg verschrieben wird, können ebenso mit einem erhöhten Risiko für Suizid-bezogene Ereignisse einhergehen. Zusätzlich können diese Erkrankungen zusammen mit einer depressiven Erkrankung (Episoden einer Major Depression) auftreten. Daher sollten bei Behandlung anderer psychiatrischer Erkrankungen die gleichen Vorsichtsmaß­nahmen eingehalten werden wie bei der Behandlung von depressiven Erkrankungen (Episoden einer Major Depression).


Bei Patienten mit suizidalem Verhalten oder Suizidgedanken in der Anamnese oder solchen, die vor der Therapie stark suizid­gefährdet waren, ist das Risiko von Suizid­gedanken oder ‑versuchen erhöht. Sie sollten daher während der Behandlung besonders sorgfältig überwacht werden.

Zusätzlich besteht die Möglichkeit, dass das Risiko für suizidales Verhalten bei jungen Erwachsenen erhöht ist.


Patienten (und deren Betreuer) sollten auf die Notwendigkeit einer Überwachung auf Suizidgedanken, suizidales Verhalten und selbstschädigende Absichten hingewiesen werden und sofort medizinischen Rat ein­holen, wenn derartige Symptome auftreten.


Akathisie/psychomotorische Unruhe

Die Anwendung von Sertra TAD 50 mg/- 100 mg wurde mit der Entwicklung von Akathisien in Verbindung gebracht, die charakterisiert sind durch eine subjektiv unangenehme oder als quälend erlebte Ruhelosigkeit und Notwendigkeit sich zu bewegen, oft zusammen mit einer Unfähigkeit still zu sitzen oder still zu stehen. Dies tritt am ehesten während der ersten Behandlungswochen auf. Für Patien­ten, bei denen solche Symptome auftreten, kann eine Dosiserhöhung schädlich sein.


Aktivierung einer Manie / Hypomanie:

In klinischen Studien wurde bei ca. 0,4 % der mit Sertralin behandelten Patienten eine Manie oder Hypomanie beobachtet. Deshalb ist Sertralin bei Patienten, die an Manie/Hypomanie leiden bzw. gelitten haben, mit Vorsicht anzuwenden. Eine eng­maschige Überwachung durch den Arzt ist erforderlich. Bei Auftreten manischer Episo­den sollte Sertralin in jedem Falle abgesetzt werden.


Krampfanfälle:

Unter Sertralin-Therapie kann es zu epileptischen Anfällen kommen. Sertralin sollte bei Patienten mit instabiler Epilepsie nicht und bei solchen mit kontrollierter Epilepsie nur unter sorgfältiger Überwachung gegeben werden. Beim Auftreten eines epileptischen Anfalls sollte die Sertralin-Therapie abgebrochen werden.


Elektrokrampftherapie (EKT):

Da zur gleichzeitigen Anwendung von Sertralin und EKT kaum klinische Erfah­rungswerte vorliegen, ist hierbei Vorsicht angebracht.


Diabetes:

Bei Patienten mit Diabetes kann die Behandlung mit einem SSRI Veränderungen der glykämischen Kontrolle bewirken. Die Blutglukosewerte sollten regelmäßig kon­trolliert werden. Eventuell ist eine Anpas­sung der Dosierung von Insulin und/oder oralen Hypoglykämika erforderlich.


Absetzreaktion bei Beendigung einer Be­hand­lung mit einem Serotoninwiederauf­nahme­hemmer

Absetzreaktion treten bei einer Beendigung der Behandlung häufig auf, besonders wenn die Behandlung plötzlich abgebrochen wird (siehe Abschnitt 4.8).

In klinischen Prüfungen wurden Absetzsymptome nach Absetzen von Sertralin bei 23 % der Patienten beobachtet, im Vergleich zu 12% bei Patienten, die die Behandlung mit Sertralin fortsetzten. Das Risiko von Absetzreaktionen kann von mehreren Faktoren abhängen, einschließlich Dauer der Behandlung, Dosis und Geschwindigkeit der Dosisreduktion. Schwindelgefühl, Empfindungsstörungen, (einschließlich Parästhesien), Schlafstörungen (einschließlich Schlaflosigkeit und intensiver Träume), Erregt­heit oder Angst, Übelkeit und/oder Erbrechen, Zittern und Kopfschmerzen sind die am häufigsten berichteten Reaktionen. Im All­gemeinen sind diese Symptome leicht bis mäßig schwer, bei einigen Patienten können sie jedoch schwerwiegend sein.

Sie treten normalerweise innerhalb der ersten Tage nach Absetzen der Behandlung auf, aber in sehr seltenen Fällen wurde von solchen Symp­tomen bei Patienten nach unbeabsichtigtem Auslassen einer Dosis berichtet. Im Allgemeinen bilden sich diese Symptome von selbst zurück und klingen innerhalb 2 Wochen ab. Bei einigen Personen können sie länger anhalten (2-3 Monate oder länger). Es wird daher empfohlen bei einer Beendigung der Behandlung mit Sertra TAD 50 mg/- 100 mg die Dosis über einen Zeitraum von mehreren Wochen oder Monaten schrittweise zu redu­zieren, entsprechend den Bedürfnissen des Patienten (siehe „Absetzsymptome bei Beendigung der Behandlung mit SSRI’s im Abschnitt 4.2).


Blutungen:

Bei der Behandlung mit SSRIs wurden Fälle abnormaler Hautblutungen, wie z.B. Ekchymosen und Purpura, berichtet. Vor­sicht ist angebracht bei Patienten, die mit SSRIs behandelt werden, insbesondere bei gleichzeitiger Anwendung von Gerinnungs­hemmern, Arzneimitteln, die bekannter­maßen die Funktion der Blutplättchen beeinträchtigen (z.B. atypische Antipsycho­tika und Phenothiazine, die meisten trizykli­schen Antidepressiva, Acetylsalicylsäure und steroidfreie Entzündungshemmer (NSAIDs)), sowie bei Patienten, die unter Blutungsstörungen leiden bzw. gelitten haben (siehe ebenfalls Abschnitt 4.5, „Wechselwirkungen mit anderen Arznei­mitteln und sonstige Wechselwirkungen“).


Herzerkrankungen:

Bei Patienten, die vor kurzem einen Herzin­farkt erlitten haben oder an einer instabilen Herzerkrankung leiden, ist die Sicherheit von Sertralin nicht erwiesen. Patienten, bei denen diese Erkrankungen diagnostiziert wurden, wurden von klinischen Studien ausgeschlossen. Die Elektrokardiogramme von Patienten, die im Rahmen doppelt verblindeter klinischer Studien mit Sertralin behandelt wurden, deuten darauf hin, dass Sertralin nicht zu signifikanten EKG-Abwei­chungen führt.

Hyponatriämie

Hyponatriämie kann infolge einer Behandlung mit SSRIs oder SNRIs einschließlich Sertralin auftreten. In vielen Fällen scheint dies auf ein Syndrom der inadäquaten Sekretion des antidiuretischen Hormons (SIADH) zurückzuführen zu sein. Fälle von Serumnatrium-Spiegeln unter 110 mmol/1 wurden berichtet. Bei älteren Patienten, die mit SSRIs und SNRIs behandelt werden, kann ein höheres Risiko für die Entstehung einer Hyponatriämie bestehen. Auch können Patienten, die Diuretika einnehmen oder die aus anderen Gründen eine Hypovolämie aufweisen, stärker gefährdet sein (siehe „Anwendung bei älteren Patienten"). Bei Patienten mit einer symptomatischen Hyponatriämie ist das Absetzen von Sertralin in Betracht zu ziehen und eine geeignete Behandlung einzuleiten. Die Symptomatik der Hyponatriämie umfasst Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, eingeschränktes Erinnerungsvermögen, Verwirrtheit, Schwäche und Gleichgewichtsstörung, was zu Stürzen führen kann. Zur Symptomatik schwererer und/oder akuter Fälle gehören Halluzinationen, Synkope, Krampfanfälle, Koma, Atemstillstand und Tod.

Anwendung bei älteren Patienten

Über 700 ältere Patienten (> 65 Jahre) nahmen an klinischen Studien teil. Die Art und Häufigkeit der unerwünschten Ereignisse war bei älteren und jüngeren Patienten ähnlich. SSRIs oder SNRIs einschließlich Sertralin wurden allerdings mit Fällen von klinisch signifikanter Hyponatriämie bei älteren Patienten in Verbindung gebracht, bei denen das Risiko dieses unerwünschten Ereignisses erhöht sein könnte (siehe Hyponatriämie).


Schizophrenie:

Bei schizophrenen Patienten kann es zu einer Verstärkung von psychotischen Symptomen kommen.


Eingeschränkte Leberfunktion:

Sertralin wird in großem Umfang in der Leber metabolisiert. Eine pharmakokineti­sche Studie zur wiederholten Dosierung bei Patienten mit leicht ausgeprägter und stabili­sierter Zirrhose zeigte eine verlängerte Eliminationshalbwertszeit sowie eine ca. dreimal größere AUC und maximale Plasmakonzentration (Cmax) im Vergleich zu Patienten mit normaler Leberfunktion. Bezüglich der Plasmaproteinbindung zeigte sich kein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen. Sertralin sollte bei Patienten mit schwerwiegenden Funktionsstörungen der Leber nicht angewendet werden (zur Anwendung von Sertralin bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen siehe Abschnitt 4.2, „Dosierung, Art und Dauer der Anwen­dung“).


Eingeschränkte Nierenfunktion:

Auf Grund der umfangreichen Verstoff­wechselung in der Leber wird lediglich ein unbedeutender Anteil von Sertralin über die Nieren ausgeschieden. Bei Patienten mit leichten bis mittelschweren (Kreatinin-Clearance 30 – 60 ml/min) bzw. mittel­schweren bis schweren (Kreatinin-Clearance 10 – 29 ml/min) Störungen der Nierenfunk­tion zeigten sich in Bezug auf die pharma­kokinetischen Parameter (AUC0-24 und Cmax) keine signifikanten Unterschiede im Ver­gleich zu Patienten mit normaler Nieren­funktion. Die Halbwertszeiten waren einan­der ähnlich, und bezüglich der Plasma­proteinbindung waren zwischen den unter­suchten Gruppe keine Unterschiede festzu­stellen. Diese Studie zeigt, dass – wie in Anbetracht der geringen renalen Elimina­tionsrate zu erwarten war – bei Störungen der Nierenfunktion keine Anpassung der Dosierung von Sertralin erforderlich ist.


4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arz­neimitteln und sonstige Wechselwirkun­gen

Kontraindiziert:

Monoaminoxidase-Hemmer

Irreversible MAO-Hemmer (Selegilin)

Sertralin darf nicht zusammen mit irreversiblen MAO-Hemmern, wie z. B. Selegilin, gegeben werden. Die Behandlung mit Sertralin darf nicht vor Ablauf von mindestens 14 Tagen nach Beendigung der Behandlung mit einem irreversiblen MAO-Hemmer begonnen werden. Sertralin muss mindestens 7 Tage vor Beginn der Behandlung mit einem irreversiblen MAO-Hemmer abgesetzt werden (siehe Abschnitt 4.3).

Reversible selektive MAO-Hemmer (Moclobemid)

Wegen der Gefahr eines Serotonin-Syndroms wird die Kombination von Sertralin mit einem reversiblen und selektiven MAO-Hemmer, wie z. B. Moclobemid, nicht empfohlen. Nach der Behandlung mit einem reversiblen MAO-Hemmer kann vor dem Beginn der Sertralin-Therapie eine kürzere Auswaschphase als 14 Tage gewählt werden. Es wird empfohlen, Sertralin mindestens 7 Tage vor Beginn der Behandlung mit einem reversiblen MAO-Hemmer abzusetzen (siehe Abschnitt 4.3).

Reversible nichtselektive MAO-Hemmer (Linezolid)

Das Antibiotikum Linezolid ist ein schwacher, reversibler und nichtselektiver MAO-Hemmer. Es sollte Patienten, die mit Sertralin behandelt werden, nicht verabreicht werden (siehe Abschnitt 4.3).

Bei Patienten, die kürzlich die Therapie mit einem MAO-Hemmer abgebrochen und mit Sertralin weitergeführt oder Sertralin vor der Weiterbehandlung mit einem MAO-Hemmer abgesetzt haben, wurden schwerwiegende Nebenwirkungen beobachtet. Dazu zählten Tremor, Myoklonus, Diaphorese, Übelkeit, Erbrechen, Flush, Benommenheit und Hyperthermie mit Erscheinungen ähnlich einem malignen neuroleptischen Syndrom, Krämpfe und Todesfälle.

Pimozid

In einer Studie wurden nach einer niedrigen Einmaldosis Pimozid (2 mg) um etwa 35 % erhöhte Pimozid-Spiegel beobachtet. Diese erhöhten Spiegel waren nicht mit Veränderungen im EKG verbunden. Der Mechanismus der Wechselwirkung ist unbekannt. Aufgrund der geringen therapeutischen Breite von Pimozid ist die gleichzeitige Einnahme von Sertralin und Pimozid kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Die gleichzeitige Gabe mit Sertralin wird nicht empfohlen:

ZNS-dampfende Arzneimittel und Alkohol

Die Wirkung von Alkohol, Carbamazepin, Haloperidol oder Phenytoin auf die kognitive und psychomotorische Leistungsfähigkeit bei Gesunden wurde durch gleichzeitige Einnahme von 200 mg Sertralin pro Tag nicht verstärkt; dennoch wird der Konsum von Alkohol während der Therapie mit Sertralin nicht empfohlen.

Andere serotonerge Arzneimittel

Die gleichzeitige Gabe von Sertralin und anderen Arzneimitteln, die die Wirkung der serotonergen Neurotransmission verstärken, wie z. ß. Tryptophan, Fenfluramin oder 5-HT-Agonisten, oder dem pflanzlichen Arzneimittel Johanniskraut (Hypericum perforatum) sollte mit Vorsicht erfolgen und aufgrund des pharmakodynamischen Interaktionspotenzials möglichst vermieden werden (siehe Abschnitt 4.4.)

Besondere Vorsichtsmaßnahmen

Lithium

Bei gleichzeitiger Einnahme von Lithium und Sertralin zeigte sich in einer plazebokontrollierten Studie bei Gesunden keine signifikante Veränderung der Pharmakokinetik von Lithium, jedoch zeigte sich eine höhere Inzidenz von Tremor im Vergleich zu den Personen, die Plazebo erhielten, was auf eine mögliche pharmakodynamische Interaktion hinweist. Bei gleichzeitiger Gabe von Sertralin und Lithium sollten die Patienten entsprechend überwacht werden.

Phenytoin

Die langfristige Gabe von 200 mg Sertralin pro Tag zeigte in einer plazebokontrollierten Studie bei Gesunden keine klinisch signifikante Hemmung des Metabolismus von Phenytoin. Dennoch sollten die Plasmakonzentrationen von Phenytoin nach Beginn einer Sertralin-Therapie kontrolliert werden und gegebenenfalls eine angemessene Anpassung der Phenytoin-Dosis erfolgen, da einige Fälle von hoher Phenytoinexposition unter Sertralin berichtet wurden. Die gleichzeitige Gabe von Phenytoin kann zudem die Plasmaspiegel von Sertralin verringern.


Triptane

Nach der Gabe von Sertralin und Sumatriptan wurde in der Anwendung nach Markteinführung in seltenen Fällen über Schwäche, Hyperreflexie, Inkoordination, Verwirrtheit, Angst und Agitiertheit berichtet. Die Symptome eines Serotonin-Syndroms können auch bei anderen Arzneimitteln aus der gleichen Klasse (Triptane) auftreten. Wenn die gleichzeitige Gabe von Sertralin und Triptanen klinisch erforderlich ist, sollte der Patient entsprechend überwacht werden (siehe Abschnitt 4.4).

Warfarin

Bei gleichzeitiger Gabe von 200 mg Sertralin pro Tag und Warfarin zeigte sich eine geringfügige, aber statistisch signifikante Erhöhung der Prothrombinzeit, was in einigen seltenen Fällen zu einem Ungleichgewicht des INR-Wertes führen kann. Daher sollte die Prothrombinzeit sorgfältig kontrolliert werden, wenn eine Therapie mit Sertralin begonnen bzw. beendet wird.


Sonstige Arzneimittelwechselwirkungen (Digoxin, Atenolol, Cimetidin)

Die gleichzeitige Verabreichung mit Cimetidin verursachte eine erhebliche Abnahme der Eliminationsrate von Sertralin. Die klinische Bedeutung dieser Veränderungen ist nicht bekannt. Sertralin zeigte keinen Effekt auf die beta-adrenerge Blockadewirkung von Atenolol, ebenso wenig zeigten sich bei der Gabe von 200 mg Sertralin pro Tag Interaktionen mit Digoxin.


Arzneimittel, die die Thrombozytenfunktion beeinträchtigen

Das Blutungsrisiko kann erhöht sein, wenn Arzneimittel, die die Thrombozytenfunktion beeinträchtigen (beispielsweise NSAR, Acetylsalicylsäure und Ticlopidin) oder andere Arzneimittel, die das Blutungsrisiko steigern könnten, gleichzeitig mit SSRIs, einschließlich Sertralin, gegeben werden (siehe Abschnitt 4.4).


Durch Cytochrom P450 metabolisierte Wirkstoffe

Sertralin kann CYP 2D6 leicht bis mäßig hemmen. Die Langzeitgabe von 50 mg Sertralin pro Tag führte zu einer moderaten Erhöhung (im Mittel 23 - 37 %) der Steady-State-Plasmaspiegel von Desipramin (einem Marker der CYP 2D6 Isozymaktivität). Klinisch relevante Interaktionen mit anderen CYP 2D6-Substraten mit enger therapeutischer Breite, beispielsweise Antiarrhythmika der Klasse 1C wie Propafenon und Flecainid, trizyklische Antidepressiva und typische Psychopharmaka, können auftreten und sind insbesondere bei höheren Sertralin-Dosierungen zu beobachten.

CYP 3A4, CYP 2C9, CYP 2C19 und CYP 1A2 werden durch Sertralin nicht in klinisch signifikantem Ausmaß gehemmt. Das konnte in In-vivo-lnteraktionsstudien mit CYP 3A4-Substraten (endogenes Kortison, Carbamazepin, Terfenadin, Alprazolam), mit dem CYP 2C19-Substrat Diazepam und den CYP 2C9-Substraten Tolbutamid, Glibenclamid und Phenytoin gezeigt werden. In-vitro-Studien zeigen, dass Sertralin nur ein geringes oder kein Potenzial zur Hemmung von CYP 1A2 besitzt.

Antipyrin

Die Halbwertszeit von Antipyrin (Phenazon) vermindert sich bei gleichzeitiger Einnahme von Sertralin, was auf eine klinisch nicht signifikante hepatische Enzyminduktion hinweist.


4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Kontrollierte klinische Studien bei Schwangeren wurden nicht durchgeführt. Eine umfangreiche Datenlage liefert jedoch keine Hinweise, dass Sertralin zu angeborenen Missbildungen führt. In tierexperimentellen Studien wurden Auswirkungen auf die Reproduktion gezeigt. Diese sind wahrscheinlich auf die durch die pharmakodynamische Wirkung der Substanz bedingte Toxizität bei der Mutter und / oder die direkte pharmakodynamische Wirkung der Substanz auf den Fötus zurückzuführen (siehe Abschnitt 5.3).

Daten aus epidemiologischen Studien deuten darauf hin, dass die Anwendung von Selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Inhibitoren (SSRI) in der Schwangerschaft, insbesondere im späten Stadium einer Schwangerschaft, das Risiko für das Auftreten einer primären pulmonalen Hypertonie bei Neugeborenen (PPHN, auch persistierende pulmonale Hypertonie genannt) erhöhen kann. Das beobachtete Risiko lag bei etwa 5 Fällen pro 1000 Neugeborenen. In der Gesamtbevölkerung treten 1 bis 2 Fälle von PPHN pro 1000 Neugeborenen auf.

Bei einigen Neugeborenen, deren Mütter während der Schwangerschaft Sertralin eingenommen hatten, wurden ähnliche Symptome wie nach Absetzen von Sertralin beobachtet. Dieses Phänomen wurde auch unter anderen selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRIs) beobachtet. Die Einnahme von Sertralin während der Schwangerschaft wird nicht empfohlen, es sei denn, der klinische Zustand der Patientin lässt einen Nutzen der Behandlung erwarten, der das potentielle Risiko übertrifft. Neugeborene, deren Mütter Sertralin bis in spätere Stadien der Schwangerschaft, insbesondere bis ins dritte Trimenon, angewendet haben, sollten beobachtet werden. Folgende Symptome können beim Neugeborenen auftreten, wenn die Mutter Sertralin in späteren Stadien der Schwangerschaft anwendet: Atemnot, Zyanose, Apnoe, Krampfanfälle, Instabilität der Körpertemperatur, Schwierigkeiten beim Füttern, Erbrechen, Hypoglykämie, Hypertonie, Hypotonie, Hyperreflexie, Tremor, Muskelzittern, Reizbarkeit, Lethargie, anhaltendes Weinen, Somnolenz und Schlafstörungen. Diese Symptome könnten sowohl auf serotonerge Wirkungen als auch auf Entzugssymptome zurückzuführen sein. In den meisten Fällen setzen diese Symptome unmittelbar oder bald (< 24 Stunden) nach der Geburt ein.


Stillzeit

Veröffentlichte Daten zu Sertralin-Spiegeln in der Muttermilch zeigen, dass kleine Mengen an Sertralin und dessen Metabolit N-Desmethylsertralin in die Muttermilch ausgeschieden werden. Generell wurden vernachlässigbare bis nicht messbare Sertralin-Spiegel im kindlichen Serum ermittelt, ausgenommen bei einem Säugling, dessen Serum-Spiegel etwa 50 % des mütterlichen Spiegels betrug (eine Auswirkung auf die Gesundheit zeigte sich bei diesem Säugling allerdings nicht). Bisher wurden keine gesundheitsschädlichen Nebenwirkungen bei Säuglingen berichtet, deren Mütter Sertralin während der Stillzeit anwenden; ein Risiko kann jedoch nicht ausgeschlossen werden. Die Einnahme von Sertralin in der Stillzeit wird nicht empfohlen, es sei denn, der behandelnde Arzt beurteilt den Nutzen der Behandlung höher als das Risiko.


Tierexperimentelle Studien zeigten keinen Einfluss von Sertralin auf die Fertilitätsparameter (siehe Abschnitt 5.3).

Fallberichte in Zusammenhang mit einigen SSRIs haben gezeigt, dass die Wirkung auf die Spermienqualität beim Menschen reversibel ist.

Ein Einfluss auf die Fertilität beim Menschen wurde bislang nicht beobachtet.


4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüch­tigkeit und das Bedienen von Maschinen

Sertra TAD 50 mg/- 100 mg kann im Einzel­fall bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zum Lenken von Kraftfahrzeu­gen, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten unter potenziell gefährlichen Bedingungen beeinträchtigt wird.

Dies gilt in verstärktem Maße bei Behand­lungsbeginn und Präparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol sowie mit Arzneimitteln, die die Funktion des Zentral­nervensystems beeinflussen.

Bis die Auswirkungen von Sertralin im Einzelnen bekannt sind, sollten die Patienten beim Lenken von Kraftfahrzeugen sowie beim Arbeiten in potenziell gefährlichen Situationen zu besonderer Vorsicht angehal­ten werden.


4.8 Nebenwirkungen

Bewertung der Häufigkeit:


Sehr häufig

> 1/10

Häufig:

> 1/100, < 1/10

Gelegentlich:

> 1/1.000, < 1/100

Selten:

> 1/10.000, < 1/1.000

Sehr selten:

<1/10.000, einschließlich Einzelfälle


Unter Sertralin wurden in klinischen Mehr­fachdosis-Studien folgende Nebenwirkungen beobachtet:

Gastrointestinale Störungen:

Sehr häufig: Übelkeit, Diarrhöe/weicher Stuhl

Häufig: Dyspepsie


Störungen des vegetativen Nervensystems:

Sehr häufig: Mundtrockenheit

Häufig: vermehrtes Schwitzen


Störungen des Zentralnervensystems:

Sehr häufig: Tremor, Schwindel

Selten: psychomotorische Unruhe/Akathisie (siehe Abschnitt 4.4).


Psychische Störungen:

Sehr häufig: Schlaflosigkeit, Somnolenz, Anorexie

Selten: Suizidgedanken und suizidales Verhalten (siehe Abschnitt 4.4).


Nieren- und Harnwegsstörungen:

Sehr häufig: Sexualstörungen (bei Männern hauptsächlich Ejakulationsverzögerung)


Seit Markteinführung wurden Spontanbe­richte über folgende Nebenwirkungen gemeldet:


Allgemeine Störungen:

Häufig: Asthenie, Müdigkeit, Hitzewallun­gen

Gelegentlich: Unwohlsein, Gewichtszu­nahme, Gewichtsabnahme, Fieber

Selten: anaphylaktoide Reaktion, allergische Reaktionen, Allergie


Beeinträchtigungen des Blut- und Lymph­systems:

Gelegentlich: Purpura, veränderte Funktion der Blutplättchen, veränderte Blutungsnei­gung (wie Epistaxis, gastrointestinale Blu­tungen oder Hämaturie)

Selten: Leukopenie, Thrombozytopenie


Endokrine Störungen:

Selten: Gynäkomastie, Hyperprolaktinämie, Galaktorrhöe, Hypothyreose, Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion


Störungen der Haut und des Unterhautgewe­bes:

Häufig: Hautausschlag

Gelegentlich: Pruritus, Alopezie, Erythema multiforme

Selten: Lichtempfindlichkeit der Haut, Urtikaria, Quincke-Ödem, schwere Haut­exfoliation wie z. B. Stevens-Johnson-Syndrom und epidermale Nekrolyse


Störungen des hepatobiliären Systems:

Gelegentlich: schwere Leberstörungen (einschließlich Hepatitis, Gelbsucht und Leberversagen), asymptomatische Erhöhun­gen der Serum­transaminasen (SGOT und SGPT). Die Transaminasenveränderungen traten zumeist innerhalb der ersten 9 Wochen der Behandlung auf und verschwanden rasch wieder nach Absetzen der Therapie.


Kardiovaskuläre Störungen:

Häufig: Brustschmerz, Palpitationen

Gelegentlich: periphere Ödeme, Hypertonie, periorbitale Ödeme, Synkope, Tachykardie


Laborwerte:

Gelegentlich: abnorme Laborwerte


Gastrointestinale Störungen:

Häufig: Verstopfung, abdominelle Schmer­zen, Erbrechen

Gelegentlich: verstärkter Appetit, Pankreati­tis


Störungen des Gehör- und des Gleich­gewichtssinnes:

Häufig: Tinnitus


Störungen des vegetativen Nervensystems:

Gelegentlich: Mydriasis

Selten: Priapismus


Störungen des Zentralnervensystems:

Häufig: Kopfschmerzen, Bewegungsstörun­gen (einschließlich extrapyramidale Symptome wie Hyperkinesie, erhöhter Muskeltonus, Zähneknirschen oder Gang­störungen), Parästhesie, Hypästhesie

Gelegentlich: Migräne

Selten: unwillkürliche Muskelkontraktionen, Koma, Krampfanfälle, Anzeichen und Symptome, die mit einem Serotonin-Syndrom assoziiert sind: Agitiertheit, Ver­wirrung, Diaphorese, Diarrhö, Fieber, Hypertonie, Rigidität und Tachykardie. In einigen Fällen traten diese Symptome zusammen mit dem gleichzeitigen Gebrauch von serotonergen Arzneimitteln auf.


Psychische Störungen:

Häufig: Gähnen, Agitiertheit, Angst

Gelegentlich: Euphorie, depressive Symptome, Halluzinationen, Manie, Hypo­manie

Selten: Libidoverlust (bei Frauen und Män­nern), Albträume, aggressive Reaktionen, Psychose


Störungen der Atemwege, des Thorax und des Mediastinums:

Selten: Bronchospasmus


Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen:

Selten: Hyponatriämie, die sich nach Abset­zen der Therapie zurückbildete. Einzelne Fälle standen möglicherweise im Zusam­menhang mit dem Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion. Zumeist traten diese Nebenwirkungen bei älteren Patienten auf sowie bei Patienten, die Diuretika oder andere Medikamente einnahmen. Erhöhte Serumcholesterinwerte.


Störungen des Muskel- und Skelettsystems, des Bindegewebes und der Knochen:

Gelegentlich: Arthralgie


In epidemiologischen Studien, die hauptsächlich mit Patienten durchgeführt wurden, die 50 Jahre oder älter waren, wurde bei denen, die mit Selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Inhibitoren (SSRI) oder tricyclischen Antidepressiva (TCA) behandelt wurden, ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Knochenbrüchen beobachtet. Der Mechanismus, der zu diesem Risiko führt, ist nicht bekannt.


Nieren- und Harnwegsstörungen:

Häufig: Menstruationsstörungen

Gelegentlich: Harninkontinenz

Selten: Gesichtsödem, Harnretention


Sehvermögen:

Häufig: Sehstörungen


Absetzreaktionen bei Beendigung einer Behandlung mit Sertra TAD 50 mg/- 100 mg

Das Absetzen von Sertra TAD 50 mg/- 100 mg führt, insbesondere wenn es abrupt geschieht, häufig zu Absatz­reaktionen. Schwindelgefühl, Empfindungs­störungen (einschließlich Parästhesien), Schlaf­störungen (einschließlich Schlaflosigkeit und intensiver Träume), Erregtheit oder Angst, Übelkeit und/oder Erbrechen, Zittern und Kopfschmerzen sind die häufigsten berichteten Reaktionen. Im All­gemeinen sind diese Symptome leicht bis mäßig schwer und gehen von selbst zurück, bei einigen Patienten können sie jedoch schwerwiegend sein und länger andauern (siehe Abschnitt 4.4). Es wird daher geraten, wenn eine Behandlung mit Sertra TAD 50 mg/- 100 mg nicht mehr erforderlich ist, die Dosis schrittweise zu reduzieren (siehe Abschnitt 4.2 und Abschnitt 4.4).


SSRIs oder SNRIs einschließlich Sertralin wurden mit Fällen von klinisch signifikanter Hyponatriämie bei älteren Patienten in Verbindung gebracht, bei denen das Risiko dieses unerwünschten Ereignisses erhöht sein könnte (siehe Abschnitt 4.4).


4.9 Überdosierung

Symptome einer Überdosierung von Sertra­lin beinhalten Serotonin-vermittelte Neben­wirkungen wie Benommenheit, gastro­intestinale Störungen (z. B. Übelkeit und Erbrechen), Tachykardie, Tremor, Agitiert­heit und Schwindel. Selten wurde Koma beobachtet.

Die vorliegenden Daten zeigen, dass Sertra­lin bei Überdosierung einen breiten Sicher­heitsspielraum aufweist. Es liegen Berichte über die alleinige Einnahme von bis zu 13,5 g Sertralin vor. Todesfälle traten bei Intoxi­kation mit Sertralin in erster Linie dann auf, wenn gleichzeitig andere Medikamente und/oder Alkohol eingenommen wurden. Daher sollte jede Überdosierung aggressiv behandelt werden.


Ein spezifisches Antidot für Sertralin ist nicht bekannt. Folgende Maßnahmen sollten durchgeführt werden: Freihalten der Atem­wege mit ausreichender Ventilation und O2-Versorgung. Aktivkohle, eventuell in Kom­bination mit Sorbit-Lösung oder einem ande­ren Purgativum, ist mindestens ebenso effektiv wie eine Magenspülung. Induziertes Erbrechen wird nicht empfohlen. Eine gene­relle Überwachung der Herz-Kreislauf-Funktionen sowie allgemeine unterstützende Maßnahmen sollten durchgeführt werden.

Forcierte Diurese, Dialyse, Hämoperfusion oder Austauschtransfusion sind aufgrund des großen Verteilungsvolumens von Sertralin wenig Erfolg versprechend.


5. Pharmakologische Eigenschaften

Stoff- und Indikationsgruppe:

Selektiver Serotoninaufnahmehemmer

ATC-Code: N06AB06


5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Sertralin hat sich in vitro als potenter und selektiver Hemmer der neuronalen Wiederaufnahme von Serotonin erwiesen, wodurch im Tier­modell dessen physiologische Wirkung verstärkt wurde. Es hat nur sehr schwache Effekte auf die neuronale Norepinephrin- und Dopamin-Aufnahme. In klinisch wirk­samen Dosierungen hemmt Sertralin die Aufnahme von Serotonin in menschliche Thrombozyten.

Sertralin hat sich in den tierexperimentellen Untersuchungen als frei von stimulierenden, sedierenden oder anticholinergen bzw. kar­diotoxischen Effekten erwiesen. In experi­mentellen Studien bei Gesunden zeigte Sertralin keine sedierenden Eigenschaften und veränderte nicht die psychomotorische Leistungsfähigkeit.

Wegen seiner selektiven Hemmwirkung auf die Serotonin-Wiederaufnahme beeinflusst Sertralin die Katecholaminaktivität nicht. Es weist darüber hinaus keine Affinität zu Muskarin-, Serotonin-, Dopamin-, Hista­min‑, Benzodiazepin-, GABA- oder adrener­gen Rezeptoren auf. Wie auch bei anderen klinisch wirksamen Antidepressiva war die chronische Verabreichung von Sertralin mit einer Verminderung der Ansprechbarkeit zerebraler Norepinephrinrezeptoren verbun­den.

In Studien am Menschen und in Tierversu­chen zeigte Sertralin kein Missbrauchs­potenzial.


5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Absorption:

Das pharmakokinetische Verhalten von Sertralin zeigt Dosisproportionalität über den Bereich von 50 bis 200 mg.

Nach einmal täglicher oraler Aufnahme von 50 bis 200 mg Sertralin über 14 Tage werden maximale Plasmaspiegel nach 4,5 bis 8,4 Stunden erreicht.

Aus Wiederfindungsraten im Urin und den Faeces lässt sich abschätzen, dass die Ab­sorption nach oraler Gabe mindestens 70 % beträgt. Die Bioverfügbarkeit wird durch den First-Pass-Effekt vermindert.

Gleichzeitige Nahrungsaufnahme verändert die Bioverfügbarkeit von Sertralin-Tabletten nicht wesentlich.


Verteilung:

Die Plasmaproteinbindung von Sertralin beträgt ca. 98 %. Tierexperimentelle Daten weisen auf ein großes Verteilungsvolumen hin.

Dementsprechend werden Steady-state-Konzentrationen nach etwa 1 Woche bei einmal täglicher Einnahme erreicht; die Sertralin-Konzentrationen sind im Vergleich zu den Plasmakonzentrationen nach der Anfangsdosis bei einmal täglicher Gabe verdoppelt.


Metabolismus:

Sertralin und sein Hauptmetabolit N-Desmethylsertralin unterliegen einer ausge­prägten hepatischen Metabolisierung. In vitro zeigte sich N-Desmethylsertralin deut­lich (etwa 20fach) weniger aktiv als die Muttersubstanz. In-vivo-Modelle für Depression zeigten keine Aktivität des Metaboliten.

In-vitro-Untersuchungen konnten zeigen, dass die Metabolisierung von Sertralin über das Enzym CYP 3A4 vermittelt wird, mit nur geringer Beteiligung von CYP 2D6. In der üblichen Dosierung von 50 mg zeigt Sertralin nur geringfügige Effekte auf die Metabolisierung von Substanzen, die über CYP 2D6 oder CYP 3A4 vermittelt werden.

Ausscheidung:

Die mittlere terminale Eliminationshalb­wertszeit von Sertralin beträgt rund 26 Stun­den. Die Halbwertszeit von N-Desmethyl­sertralin beträgt 62 bis 104 Stunden, sodass die gleichen Plasmaspiegel wie bei der Muttersubstanz erreicht werden.

Die Metaboliten von Sertralin und N-Desmethylsertralin werden zu gleichen Teilen in Faeces und Urin ausgeschieden. Im Urin findet sich nur ein kleiner Anteil (unter 0,2 %) unverändertes Sertralin wieder.


Ältere Patienten:

Das pharmakokinetische Verhalten von Sertralin ist bei älteren Patienten ähnlich wie bei jüngeren.


Leberinsuffizienz:

Zur Pharmakokinetik von Sertralin bei Patienten mit Zirrhose siehe Abschnitt 4.2, „Dosierung, Art und Dauer der Anwendung“ und 4.4, „Warnhinweise und Vorsichtsmaß­nahmen für die Anwendung“.


5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Basierend auf konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter Gabe, Genotoxizität und zum kanzerogenen Potenzial lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen. Tierexperimentelle Studien zur Reproduktionstoxizität ergaben keinen Hinweis auf Teratogenität oder unerwünschte Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit beim Männchen. Die beobachtete Fetotoxizität stand vermutlich mit toxischen Wirkungen bei der Mutter in Zusammenhang. Das Überleben der Jungtiere nach der Geburt und deren Körpergewicht waren lediglich während der ersten Tage nach der Geburt verringert. Es wurde nachgewiesen, dass die frühe postnatale Mortalität auf die Exposition in utero nach dem 15. Tag der Trächtigkeit zurückzuführen war. Postnatale Entwicklungsverzögerungen bei Jungtieren von behandelten Muttertieren traten wahrscheinlich infolge der Auswirkungen auf die Muttertiere auf und waren für das Risiko beim Menschen daher nicht relevant.


Tierexperimentelle Studien an Nagern und Nichtnagern zeigten keinen Einfluss auf die Fertilität


6. Pharmazeutische Angaben

6.1 Hilfsstoffe

Tablettenkern:

Mikrokristalline Cellulose,

Calciumhydrogenphosphat-Dihydrat,

Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A),

Hyprolose, Magnesiumstearat.


Filmüberzug:

Hypromellose,

Titandioxid (E 171),

Macrogol 400,

Talkum.


6.2 Inkompatibilitäten

Keine bekannt.


6.3 Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre.


6.4 Besondere Lagerungshinweise

Keine.


6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Blisterpackung aus weißer, undurchsichtiger PVC-Folie mit PVDC-Beschichtung auf der Innenseite; Rückseite aus Aluminiumfolie mit Heißsiegellack-Beschichtung oder Verbundfolienbeutel.


Sertra TAD 50 mg:

Packung mit 20, 48, 50, 98 oder 100 Filmtabletten.


Sertra TAD 100 mg:

Packung mit 20, 48, 50, 98 oder 100 Filmtabletten.

Anstaltspackung mit 300 (ggf. 6 x 50) Film­tabletten.

Anstaltspackung mit 5000 Filmtabletten.

Eventuell sind nicht alle Packungsgrößen im Handel erhältlich.


6.6 Hinweise für die Handhabung und Entsorgung

Keine speziellen Anforderungen.


7. Pharmazeutischer Unternehmer

TAD Pharma GmbH

Heinz-Lohmann-Str. 5

27472 Cuxhaven

Telefon: (04721)606-0

Telefax: (04721)606-333

E-Mail: info@tad.de

Internet: www.tad.de


8. Zulassungsnummer

Sertra TAD 50 mg:

52627.00.00


Sertra TAD 100 mg:

52627.01.00


9. Datum der Zulassung/Verlängerung der Zulassung

28.01.2003 / 22.07.2009


10. Stand der Information

Juli 2012


11. Verschreibungspflichtig/Apotheken­pflicht

Verschreibungspflichtig


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