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Togal Naproxen 200 Mg Filmtabletten

Fachinformation

(Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels / SPC)

Togal®

TOGAL-WERK MÜNCHEN Naproxen 200 mg Filmtabletten


1. Bezeichnung des Arzneimittels

Togal Naproxen 200 mg Filmtabletten


2. Qualitative und quantitative
Zusammensetzung


Wirkstoff: Naproxen-Natrium

1 Togal Naproxen 200 mg Filmtablette enthält 220 mg Naproxen-Natrium, entsprechend 200 mg Naproxen.

(Sonstige Bestandteile siehe Punkt 6.1)


3. Darreichungsform


Filmtabletten


4. Klinische Angaben


4.1 Anwendungsgebiete


- Leichte bis mäßige starke Schmerzen,
wie Kopfschmerzen, Zahnschmerzen,
Regelschmerzen.

- Fieber.


4.2 Dosierung, Art und Dauer der Anwendung


Soweit nicht anders verordnet, gelten folgende Dosierungsempfehlungen:


Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren nehmen zu Beginn der Behandlung als Initialdosis 1 - 2 Togal Naproxen 200 mg Filmtabletten und gegebenenfalls nach 8 bis 12 Stunden eine weitere Einzeldosis von 1 Filmtablette. Die Tageshöchstdosis beträgt 3 Togal Naproxen 200 mg Filmtabletten (entsprechend 660 mg Naproxen-
Natrium).


Togal Naproxen 200 mg Filmtabletten werden unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit und möglichst vor den Mahlzeiten (bei akuten Beschwerden auch auf nüchternen Magen) einge­nommen. Dies beschleunigt den Wirkungseintritt.


Für Patienten, die einen empfindlichen Magen haben, empfiehlt es sich, Togal Naproxen 200 mg Filmtabletten während der Mahlzeiten einzunehmen.


Togal Naproxen 200 mg Filmtabletten sollten ohne ärztlichen oder zahnärztlichen Rat nicht länger als 4 Tage eingenommen werden.


Besondere Patientengruppen

Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion

Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion sollten nicht mehr als 2 Filmtabletten pro Tag, verteilt auf 2 Einzeldosen, einnehmen.


Kinder und Jugendliche

Togal Naproxen 200 mg Filmtabletten dürfen bei Kindern unter 12 Jahren nicht angewendet werden, da der Wirkstoffgehalt zu hoch ist (s. Abschnitt 4.3).


4.3 Gegenanzeigen


Togal Naproxen 200 mg Filmtabletten dürfen nicht angewendet werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Naproxen oder einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels;

  • Asthmaanfällen, Nasenschleimhautentzündungen oder Hautreaktionen nach der Einnahme von Acetylsalicylsäure oder anderen nicht-steroidalen Ent­zündungshemmern in der Vergangenheit;

  • ungeklärten Blutbildungsstörungen;

  • bestehenden oder in der Vergangenheit wiederholt aufgetretenen peptischen Ulzera oder Hämorrhagien (mindestens 2 unterschiedliche Episoden nachgewiesener Ulzeration oder Blutung);

  • gastrointestinalen Blutungen oder Perforation in der Anamnese im Zusammenhang mit einer vorherigen Therapie mit nicht-steroidalen Antirheumatika / Antiphlogistika (NSAR);

  • zerebrovaskulären Blutungen oder anderen aktiven Blutungen;

  • schweren Nieren- oder Leberfunktionsstörungen;

  • schwerer Herzinsuffizienz;

  • Schwangerschaft im letzten Drittel;

  • Kindern unter 12 Jahren, da der Wirkstoffgehalt zu hoch ist.


4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung


Gastrointestinale Sicherheit

Die Anwendung von Togal Naproxen 200 mg Filmtabletten in Kombination mit NSAR, einschließlich selektiver Cyclooxygenase-2-
Hemmer, sollte vermieden werden.


Nebenwirkungen können reduziert werden, in­dem die niedrigste wirksame Dosis über den kürzesten, zur Symptomkontrolle erforderlichen Zeitraum angewendet wird (s. gastrointestinale und kardiovaskuläre Risi­ken weiter unten).


Ältere Patienten:

Bei älteren Patienten kommt es unter NSAR-Therapie häufiger zu unerwünschten Wirkun­gen, vor allem zu gastrointestinalen Blutungen und Perforationen, auch mit letalem Ausgang.


Gastrointestinale Blutungen, Ulzera und Perforationen:

Gastrointestinale Blutungen, Ulzera oder Per­forationen, auch mit letalem Ausgang, wurden unter allen NSAR berichtet. Sie traten mit oder ohne vorherige Warnsymptome bzw. schwer­wiegende gastrointestinale Ereignisse in der Anam­nese zu jedem Zeitpunkt der Therapie auf.


Das Risiko gastrointestinaler Blutung, Ulze­ration oder Perforation ist höher mit steigen­der NSAR-Dosis, bei Patienten mit Ulzera in der Anamnese, insbesondere mit den Kompli­ka­tionen Blutung oder Perforation (s. Abschnitt 4.3), und bei älteren Patienten. Diese Patienten soll­ten die Behandlung mit der niedrigsten verfüg­baren Dosis beginnen. Für diese Patien­ten sowie für Patienten, die eine begleitende Thera­pie mit niedrig dosierter Acetyl­salicylsäure (ASS) oder anderen Arzneimitteln, die das gastrointesti­nale Risiko erhöhen können, benötigen, sollte eine Kombinationstherapie mit protektiven Arzneimitteln (z.B. Misoprostol oder Protonenpumpenhemmer) in Betracht ge­zogen werden (s. unten und Abschnitt 4.5).

Patienten mit einer Anamnese gastro­intesti­naler Toxizität, insbesondere in höherem Alter, sollten jegliche unge­wöhnliche Symptome im Bauch­raum (vor allem gastrointestinale Blutun­gen) be­sonders am Anfang der Therapie melden.


Vorsicht ist angeraten, wenn die Patienten gleich­zeitig Arzneimittel erhalten, die das Risi­ko für Ulzera oder Blutungen erhöhen können, wie z.B. orale Corticosteroide, Anti­koagu­lan­tien wie Warfarin, selektive Serotonin-Wieder­aufnahmehemmer oder Thrombozytenaggre­gations­hemmer wie ASS (s. Abschnitt 4.5)


Wenn es bei Patienten unter Togal Naproxen 200 mg Filmtabletten zu gastrointesti­na­len Blutungen oder Ulzera kommt, ist die Be­hand­lung abzusetzen.

NSAR sollten bei Patienten mit einer gastro­intestinalen Erkrankung in der Anamnese (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn) mit Vorsicht angewendet werden, da sich ihr Zustand ver­schlechtern kann (s. Abschnitt 4.8).


Kardiovaskuläre und zerebrovaskuläre Wirkungen

Vorsicht (Erörterung mit dem Arzt oder Apo­theker) ist vor Beginn einer Behandlung von Patienten mit einer Vorgeschichte an Blut­hoch­druck und / oder Herzinsuffizienz ge­boten, da Flüssigkeitseinlagerung, Bluthoch­druck und Ödeme in Verbindung mit NSAR-Behandlung berichtet wurden.


Klinische Studien und epidemiologische Daten legen nahe, dass die Anwendung von manchen NSAR (insbesondere bei hohen Dosen und bei Langzeitbehandlung) möglicher­weise mit einem geringfügig erhöhten Risiko von arteriellen thrombotischen Ereignissen (z. B. Herzinfarkt oder Schlaganfall) verbunden ist.

Obwohl Daten darauf hinweisen, dass die Anwendung von Naproxen (1000 mg täglich) möglicherweise mit einem niedrigeren Risiko verbunden ist, ist ein gewisses derartiges Risiko nicht auszuschließen. Es liegen keine ausreichenden Daten zu Wirkungen von niedrig-dosiertem Naproxen (220 - 275 mg Naproxen-Natrium, entsprechend 200 - 250 mg Naproxen) vor, um sichere Schlussfolgerungen über mögliche Thromboserisiken ziehen zu können.


Hautreaktionen

Unter NSAR-Therapie wurde sehr selten über schwer­wiegende Hautreaktionen, einige mit letalem Ausgang, einschließlich exfoliative Derma­titis, Stevens-Johnson-
Syndrom und toxische epidermale Nekro­lyse (Lyell-Sydrom) berichtet (s. Abschnitt 4.8). Das höchste Risiko für derartige Reaktionen scheint zu Beginn der Thera­pie zu bestehen, da diese Reaktionen in der Mehrzahl der Fälle im ersten Behand­lungs­monat auftraten. Beim ersten Anzeichen von Hautausschlägen, Schleimhautläsionen oder sonstigen Anzeichen einer Überempfind­lichkeits­reaktion sollten Togal Naproxen 200 mg Filmtabletten abgesetzt werden.


Sonstige Hinweise

Togal Naproxen 200 mg Filmtabletten soll­ten nur unter strenger Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses angewendet werden:

- bei angeborener Störung des Porphyrin­stoff­wech­sels (z. B. akute intermittierende Porphyrie);

- bei systemischem Lupus erythematodes (SLE) und Mischkollagenose (mixed connective tissue disease) (s. Abschnitt 4.8).


Eine besonders sorgfältige ärztliche Über­wachung ist erforderlich:

- bei eingeschränkter Nierenfunktion;

- bei Leberfunktionsstörungen;

- direkt nach größeren chirurgischen Eingriffen;

- bei Patienten, die an Heuschnupfen, Nasen­polypen oder chronisch obstruktiven Atem­wegs­erkrankungen leiden, da für sie ein er­höhtes Risiko für das Auftreten allergischer Re­aktionen besteht. Diese können sich äußern als Asthmaanfälle (sog. Analgetika-Asthma), Quincke-Ödem oder Urtikaria

- bei Patienten, die auf andere Stoffe allergisch reagieren, da für sie bei der Anwendung von Togal Naproxen 200 mg Filmtabletten ebenfalls ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Überempfindlichkeitsreaktionen besteht.


Schwere akute Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. anaphylaktischer Schock) werden sehr selten beobachtet. Bei ersten Anzeichen einer schweren Überempfindlichkeitsreaktion nach Einnahme von Togal Naproxen 200 mg Filmtabletten muss die Therapie abgebrochen wer­den. Der Symptomatik entsprechende, medi­zi­nisch erforderliche Maßnahmen müssen durch fachkundige Personen ein­geleitet werden.


Naproxen, der Wirkstoff von Togal Naproxen 200 mg Filmtabletten, kann vorüber­gehend die Blutplättchenfunktion (Thrombozyten­aggre­ga­tion) hemmen. Patienten mit Gerinnungsstörungen sollten daher sorgfältig überwacht werden.


Bei länger dauernder Gabe von Togal Naproxen 200 mg Filmtabletten ist eine regel­mäßige Kontrolle der Leberwerte, der Nieren­funktion sowie des Blutbildes erforder­lich.


Bei längerem Gebrauch von Schmerz­mitteln können Kopfschmerzen auftreten, die nicht durch erhöhte Dosen des Arzneimittels behandelt werden dürfen.

Ganz allgemein kann die gewohnheitsmäßige Einnahme von Schmerzmitteln, insbesondere bei Kombination mehrerer schmerzstillender Wirkstoffe, zur dauerhaften Nierenschädigung mit dem Risiko eines Nierenversagens (Analgetika- Nephropathie) führen.


Bei Anwendung von NSAR können durch gleichzeitigen Genuss von Alkohol, Wirkstoff-bedingte Nebenwirkungen, insbesondere solche, die den Gastrointestinal­trakt oder das zentrale Nervensystem betreffen, ver­stärkt werden.


Siehe Abschnitt 4.6 bezüglich weiblicher Fertilität.


4.5 Wechselwirkungen mit anderen Mitteln und sonstige Wechselwirkungen


Naproxen (wie andere NSAR) sollte nur mit Vorsicht zusammen mit den fol­genden Arzneistoffen eingenommen werden:

- andere NSAR einschließlich Salicylate:

Die gleichzeitige Gabe mehrerer NSAR kann das Risiko gastrointestinaler Ulzera und Blu­tungen aufgrund eines synergistischen Effekts erhöhen. Daher soll die gleichzeitige Anwendung von Naproxen mit anderen NSAR vermieden werden (s. Abschnitt 4.4)


- Digoxin, Phenytoin, Lithium:

Die gleichzeitige Anwendung von Togal Naproxen 200 mg Filmtabletten mit Digoxin- Phenytoin- oder Lithiumpräparaten kann den Serumspiegel dieser Arzneimittel erhöhen. Eine Kontrolle der Serum-Lithium-Spiegel, der Serum-Digoxin-Spiegel und der Serum-Phenytoin-Spiegel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung (maximal über 4 Tage) in der Regel nicht erforderlich.


- Diuretika, ACE-Hemmer und Angiotensin-II- Antagonisten:


Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) kön­nen die Wirkung von Diuretika und Antihyper­tensiva abschwächen. Bei Patienten mit ein­geschränkter Nierenfunktion (z. B. exsikkierte Patienten oder ältere Patienten) kann die gleichzeitige Einnahme eines ACE-Hemmers oder Angiotensin-II- Antagonisten mit einem Arzneimittel, das die Cyclooxygenase hemmt, zu einer weiteren Verschlechterung der Nieren­funktion, einschließlich eines möglichen aku­ten Nierenversagens, führen, was gewöhnlich reversibel ist. Daher sollte eine solche Kombi­nation, vor allem bei älteren Patienten, nur mit Vorsicht angewendet werden. Die Patien­ten müssen zu einer adäquaten Flüssigkeits­einnahme aufgefordert werden und eine regel­mäßige Kontrolle der Nierenwerte sollte nach Beginn einer Kombinationstherapie in Erwägung gezogen werden.

Die gleichzeitige Gabe von Togal Naproxen 200 mg Filmtabletten und kalium­sparenden Diuretika kann zu einer Hyper­kaliämie führen.


- Glucocorticoide:

erhöhtes Risiko gastrointestinaler Ulzera oder Blutungen (s. Abschnitt 4.4)


- Thrombozytenaggregationshemmer wie Acetyl­salicylsäure und selektive Serotonin-
Wiederauf­nahmehemmer (SSRI):

erhöhtes Risiko gastrointestinaler Blutungen (s. Abschnitt 4.4)


- Methotrexat:

Die Gabe von Togal Naproxen 200 mg Filmtabletten innerhalb von 24 Stunden vor oder nach Gabe von Methotrexat kann zu einer erhöhten Konzentration von Methotrexat und einer Zunahme seiner toxischen Wirkung führen.


- Ciclosporin:

Das Risiko einer nierenschädigenden Wir­kung durch Ciclosporin wird durch die gleich­zeitige Gabe bestimmter NSAR, zu diesen zählt auch Naproxen, erhöht.


- Antikoagulantien:

NSAR können die Wirkung von Antikoagulantien wie Warfarin verstärken (s. Abschnitt 4.4)


4.6 Anwendung während Schwangerschaft und Stillzeit


Schwangerschaft

Die Hemmung der Prostaglandinsynthese kann die Schwangerschaft und/oder die embryo-fetale Entwicklung negativ beeinflussen. Daten aus epidemiologischen Studien weisen auf ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten sowie kar­diale Missbildungen und Gastroschisis nach Anwendung eines Prostaglandinsynthese­hemmers in der Frühschwanger­schaft hin. Es wird angenommen, dass das Risiko mit der Dosis und der Dauer der Therapie steigt.


Bei Tieren wurde nachgewiesen, dass die Gabe eines Prostaglandinsynthesehemmers zu erhöhtem prä- und post-implantärem Verlust und zu embryo-fetaler Letalität führt. Ferner wurden erhöhte Inzidenzen ver­schie­dener Missbildungen, einschließlich kardio­vaskulärer Missbildungen, bei Tieren berich­tet, die während der Phase der Organo­genese einen Prostaglandinsynthesehemmer erhielten.


Während des ersten und zweiten Schwanger­schaftstrimesters sollte Naproxen nur ge­geben werden, wenn dies unbedingt not­wendig ist. Falls Naproxen von einer Frau angewendet wird, die versucht schwanger zu werden oder wenn es während des ersten oder zweiten Schwangerschaftstrimesters an­gewendet wird, sollte die Dosis so niedrig und die Behandlungsdauer so kurz wie möglich gehalten werden.


Während des dritten Schwangerschafts­trimesters können alle Prostaglandin­synthese­hemmer:

- den Fetus folgenden Risiken aussetzen:

kardiopulmonale Toxizität (mit vorzeitigem Verschluss des Ductus arteriosus und pulmonaler Hypertonie);

Nierenfunktionsstörung, die zu Nierenversagen mit Oligohydramniose fortschreiten kann;


- die Mutter und das Kind, am Ende der Schwan­gerschaft folgenden Risiken aussetzen:

mögliche Verlängerung der Blutungszeit, ein thrombozyten-aggregationshemmen­der Effekt, der selbst bei sehr geringen Dosen auf­treten kann;

Hemmung von Uteruskontraktionen, mit der Folge eines verspäteten oder verlängerten Geburts­vorganges.


Daher ist Naproxen während des dritten Schwangerschaftstrimesters kontraindiziert.


Togal Naproxen 200 mg Filmtabletten sollten wegen möglicher Verstärkung der postpartalen Blutung nicht im Wochenbett angewendet werden.


Stillzeit:

Der Wirkstoff Naproxen und seine Abbauprodukte gehen in geringen Mengen in die Muttermilch über. Eine Anwendung von Togal Naproxen 200 mg Filmtabletten während der Stillzeit sollte vorsichtshalber vermieden werden.


Fertilität:

Es existiert eine gewisse Evidenz dafür, dass Arzneistoffe, die die Cyclooxygenase / Prostaglandinsynthese hemmen, die weibliche Fertilität über eine Wirkung auf die Ovulation beeinträchtigen können. Dies ist nach Absetzen der Behandlung reversibel.


4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtig­keit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen


Da bei der Anwendung von Togal Naproxen 200 mg Filmtabletten in höherer Dosierung zentralnervöse Nebenwirkungen wie Müdigkeit und Schwindel auftreten kön­nen, kann im Einzelfall die Reaktionsfähigkeit verändert und die Fähigkeit zur aktiven Teil­nahme am Straßenverkehr und zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt werden. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammen­wirken mit Alkohol.


4.8 Nebenwirkungen


Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:


Sehr häufig

1/10

Häufig

1/100 bis < 1/10


Gelegentlich

1/1.000 bis < 1/100


Selten

1/10.000 bis < 1/1.000


Sehr selten

< 1/10.000


Nicht bekannt

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar.


Die Aufzählung der folgenden unerwünschten Wirkungen umfasst alle bekannt gewordenen Nebenwirkungen unter der Behandlung mit Naproxen, auch solche unter hoch dosierter Langzeittherapie bei Rheumapatienten. Die Häufigkeitsangaben, die über sehr seltene Meldungen hinausgehen, beziehen sich auf die kurzzeitige Anwendung bis zu Tagesdosen von maximal 750 mg Naproxen für orale Darreichungsformen (= mehr als 3 Togal Naproxen 200 mg Filmtabletten).


Bei den folgenden unerwünschten Arzneimittelwirkungen muss berücksichtigt werden, dass sie überwiegend dosisabhängig und von Patient zu Patient unterschiedlich sind.


Die am häufigsten beobachteten Neben­wirkungen betreffen den Verdauungstrakt:

Peptische Ulzera, Perforationen oder Blutungen, manchmal tödlich, können auftreten, insbe­son­dere bei älteren Patienten (siehe Abschnitt 4.4). Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö, Blähungen, Ver­stopfung, Verdauungs­beschwerden, abdominale Schmer­zen, Teerstuhl, Hämatemesis, ulze­rative Stomatitis, Verschlimmerung von Colitis und Morbus Crohn (siehe Abschnitt 4.4) sind nach Anwendung berichtet worden. Weniger häufig wurde Gastritis beobachtet. Insbeson­dere das Risiko für das Auftreten von Magen-Darm-Blutungen ist abhängig vom Dosis­bereich und der Anwendungsdauer.


Ödeme, Bluthochdruck und Herzinsuffizienz wurden im Zusammenhang mit NSAR-Behand­lung berichtet.


Klinische Studien und epidemiologische Daten legen nahe, dass die Anwendung von manchen NSAR (insbesondere bei hohen Dosen und bei Langzeitbehandlung) möglicherweise mit einem geringfügig erhöhten Risiko von arteriellen thrombotischen Ereignissen (z. B. Herzinfarkt oder Schlaganfall) verbunden ist (s. Abschnitt 4.4).


Herzerkrankungen:

Sehr selten:

Herzinsuffizienz.


Erkrankungen des Blutes und des Lymph­systems:

Sehr selten:

Störungen der Blutbildung (Leuko­penie, Thrombo­zytopenie, Panzytopenie, Agranu­lozytose)

Erste Symptome können sein: Fieber, Hals­schmer­zen, oberflächliche Wunden im Mund, grippe­artige Beschwerden, starke Abgeschla­gen­heit, Nasenblutungen und Hautblutungen.

Bei Langzeittherapie sollte das Blutbild regel­mäßig kontrolliert werden.


Erkrankungen des Nervensystems:

Häufig:

Zentralnervöse Störungen wie Kopfschmerzen oder Schwindel.


Augenerkrankungen:

Gelegentlich:

Sehstörungen.


Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths:

Sehr selten:

Tinnitus, Hörstörungen.


Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts:

Häufig:

Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Sod­brennen, Magenschmerzen.


Gelegentlich:

Völlegefühl, Obstipation oder Diarrhöe.

Gastrointestinale Ulzera, unter Umständen mit Blutungen (Hämatemesis oder/und Meläna) und Durchbruch.


Selten:

Erbrechen.


Der Patient ist anzuweisen, bei Auftreten von stärkeren Schmerzen im Oberbauch oder bei Meläna bzw. Hämatemesis Togal Naproxen 200 mg Filmtabletten ab­zusetzen und sofort einen Arzt aufzu­suchen.


Erkrankungen der Nieren und Harnwege:

Gelegentlich:

Verminderung der Harnausscheidung. Ausbildung von Ödemen.


Sehr selten:

Nierenschäden (Papillennekrosen), insbesondere bei Langzeittherapie;

Hyperurikämie;

periphere Ödeme, besonders bei Patienten mit Hypertonie oder Niereninsuffizienz;

akutes Nierenversagen, nephrotisches Syndrom, interstitielle Nephritis.

Die Nierenfunktion sollte bei längerer Anwendung regelmäßig kontrolliert werden.


Erkrankungen der Haut und des Unter­haut­zellgewebes:

Selten:

Erhöhte Lichtempfindlichkeit.

Sehr selten:

Alopezie (meist reversibel). Pseudo­porphyrie. Bullöse Hautreaktionen wie Stevens-Johnson-Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse (Lyell-Syndrom).


Infektionen und parasitäre Erkrankungen:

Sehr selten:

Symptomatik einer aseptischen Meningitis mit starken Kopfschmerzen, Übelkeit, Er­brechen, Fieber, Nackensteifigkeit oder Bewusstseins­trübung.

Prädisponiert scheinen Patienten mit Auto­immunerkrankungen (SLE, mixed connective tissue disease) zu sein.


Sehr selten

ist in zeitlichem Zusammenhang mit der sys­temischen Anwendung von NSAR eine Verschlechterung infektiöser Erkrankungen (z. B. Ent­wick­lung einer nekrotisierenden Fasciitis) be­schrieben worden. Dies steht möglicherweise im Zusammenhang mit dem Wirk­mecha­nismus der NSAR.


Sollten während der Anwendung von Togal Naproxen 200 mg Filmtabletten Zeichen einer Infektion neu auftreten oder sich ver­schlimmern, wird daher dem Patienten emp­fohlen, unverzüglich den Arzt aufzusuchen. Es ist zu prüfen, ob die Indikation für eine antiinfektiöse / antibiotische Therapie vorliegt.


Gefäßerkrankungen:

Sehr selten:

Hypertonie.


Erkrankungen des Immunsystems:

Gelegentlich:

Überempfindlichkeitsreaktionen mit Exanthem, Pruritus, Purpura oder Ekchymosen,

angioneurotisches Ödem.


Sehr selten:

Asthmaanfälle (evtl. mit Blutdruckabfall);

Bronchospasmen; eosinophile Pneumonie: schwere allgemeine Überempfindlichkeits­reaktionen. Anzeichen hierfür können sein: Gesichts-, Zungen- und Kehlkopfödeme, Atemnot, Tachykardie, Blutdruckabfall bis hin zum lebensbedrohlichen Schock.

Bei Auftreten dieser Erscheinungen, die schon bei Erstanwendung auftreten können, ist sofortige ärztliche Hilfe erforderlich.


Leber- und Gallenerkrankungen:

Sehr selten:

Leberschäden, insbesondere bei Langzeittherapie.


Psychiatrische Erkrankungen:

Gelegentlich:

Schlaflosigkeit, Erregung, Reizbarkeit, Müdigkeit.


4.9 Überdosierung


a) Symptome einer Überdosierung

Als Symptome einer Überdosierung können zentralnervöse Störungen mit Kopfschmerzen, Schwindel, Benommen­heit und Bewusstlosigkeit, sowie Ab­domi­nalschmerzen, Übelkeit und Er­brechen auftreten. Des weiteren sind das Auftreten von gastrointestinalen Blutungen sowie Funktionsstörungen von Leber und Nieren möglich. Ferner kann es zu Hypo­tension, Atemdepression und Cyanose kommen.


b) Therapiemaßnahmen bei Überdosierung

Ein spezifisches Antidot existiert nicht.

Es sollte eine symptomatische Therapie erfolgen.


5. Pharmakologische Eigenschaften


5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften


Pharmakotherapeutische Gruppe:

Nicht-steroidale Antiphlogistika und Anti­rheumatika

Propionsäure-Derivate


ATC-Code: M01A E02

Naproxen ist ein nicht-steroidales Antiphlogistikum / Analgetikum, das sich über die Prostaglandinsynthesehemmung in den üblichen tierexperimentellen Entzündungsmodellen als wirksam erwiesen hat. Beim Menschen reduziert Napro­xen Schmerzen, Schwellungen und Fieber.

Ferner hemmt Naproxen reversibel die Plättchenaggregation.


5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften


Nach oraler Applikation wird Naproxen-
Natrium zum Teil schon im Magen und anschließend vollständig aus dem Dünndarm resorbiert.

Maximale Plasmaspiegel werden innerhalb 1 - 2 Stunden nach Einnahme erreicht. Die therapeutisch wirksame Plasmakonzentration liegt oberhalb 15 µg/ml, die Plasmaproteinbindung liegt bei 99 % und das Verteilungsvolumen beträgt etwa 0,1 l/kg. Nach hepatischer Metabolisierung erfolgt die Elimination hauptsächlich renal. Die Eliminationshalbwertszeit beträgt beim Gesunden und Nierenkranken 10 - 18 Stunden.


Naproxen-Natrium passiert die Plazentaschranke und geht auch in die Mutter­milch über (1 %). Bei Patienten mit stark eingeschränkter Leberfunktion ist die Plasmakonzentration ungebundenen Naproxens erhöht. Bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz ist die renale Ausscheidung von Naproxen und dessen Metaboliten vermindert.


5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit


Die subchronische und chronische Toxizität von Naproxen zeigte sich in Tierversuchen vor allem in Form von Läsionen und Ulcera im Magen-Darm-Trakt sowie, bei hohen Dosen, in Form von Nierenschädigungen.


In-vitro und In-vivo-Studien haben keinen Hinweis auf ein mutagenes Potential von Naproxen ergeben.

Eine Zweijahresstudie an der Ratte erbrachte keinen Hinweis auf ein kanzerogenes Potential von Naproxen.


Naproxen wies an Ratte und Kaninchen embryotoxische Wirkungen auf. Untersuchungen an drei Tierspezies (Ratte, Maus, Kaninchen) haben jedoch keine Hinweise auf ein teratogenes Potential ergeben. An der Ratte wurde bis zu einer Dosis von 30 mg/kg pro Tag keine nachteilige Wirkung auf die männliche und weibliche Fertilität festgestellt. Hohe Naproxen-Dosen führten jedoch zu einer Hemmung der Ovulation beim Kaninchen. In einer peri/postnatalen Studie an der Ratte führte Naproxen-Gabe zu Störungen des Geburtsvorgangs (Wehenhemmung, Blutungen), hatte jedoch keine nachteilige Wirkung auf die postnatale Entwicklung der Nachkommen.


6. Pharmazeutische Angaben


6.1. Liste der sonstigen Bestandteile


Mikrokristalline Cellulose, Talkum, Povidon K25, Hypromellose, Magnesium­stearat (Ph.Eur.), Macrogol 4000, Titandioxid, gereinigtes Wasser.


6.2 Inkompatibilitäten


Keine bekannt.


6.3 Dauer der Haltbarkeit


5 Jahre


6.4 Besondere Lagerungshinweise


In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.


6.5 Art und Inhalt des Behältnisses


Art des Behältnisses:

Blisterstreifen mit 10 Filmtabletten


Packungsgrößen:

10 Filmtabletten

20 Filmtabletten

30 Filmtabletten


Es werden möglicherweise nicht alle Packungs­größen in Verkehr gebracht.


7. Pharmazeutischer Unternehmer / Zulassungsinhaber


TOGAL-WERK AG

Kardinal-Faulhaber-Str. 5

D-80333 München


Telefon: 089 / 92 59 - 0

Telefax: 089 / 92 59 - 95

eMail: info@togal.de


8. Zulassungsnummer


52018.00.00


9. Datum der Zulassung /
Verlängerung der Zulassung


Datum der Zulassung: 10.04.2003

Datum der Verlängerung der Zulassung:

19.08.2008


10. Stand der Information


12/2012


11. Verkaufsabgrenzung


apothekenpflichtig


3bd0e1f91f0a9b5facb48b6ef59f0f97.rtf Seite 19 / 19 Stand: Dezember 2012