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Xomolix 2,5 Mg/Ml Injektionslösung

Document: 09.04.2008   Fachinformation (deutsch) change

1717- 11 -


FA Anlage


zum Zulassungsbescheid Zul.-Nr. 67161.00.00

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FB Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen Angaben



Fachinformation



FC 1. Bezeichnung des Arzneimittels


Xomolix 2,5 mg/ml Injektionslösung


Droperidol



FD 2. Qualitative und quantitative Zusammensetzung


1 ml Injektionslösung enthält 2,5 mg Droperidol.


Sonstige Bestandteile: Natrium < 23 mg pro ml. Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.



FE 3. Darreichungsform


Injektionslösung

Klare, farblose Lösung frei von sichtbaren Partikeln.

Der pH-Wert der Droperidol Injektionslösung liegt zwischen 3,0 – 3,8. Die Osmolarität beträgt ungefähr 300 Milliosmol/kg Wasser.



FG 4. Klinische Angaben



FH 4.1 Anwendungsgebiete


Zur Vorbeugung und Behandlung von Übelkeit und Erbrechen nach Operationen bei Erwachsenen und als Therapie der 2. Wahl bei Kindern und Jugendlichen.

Zur Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen bei Erwachsenen, induziert durch Morphinderivate bei der postoperativen Patienten-kontrollierten Analgesie (PCA).

Zu Vorsichtsmaßnahmen bei der Anwendung von Droperidol: siehe Abschnitte 4.2, 4.3 und 4.4.



FN 4.2 Dosierung, Art und Dauer der Anwendung


Zur intravenösen Anwendung.


Vorbeugung und Behandlung von Übelkeit und Erbrechen nach Operationen (PONV)


Erwachsene:0,625 mg – 1,25 mg (0,25 – 0,5 ml).

Ältere Patienten: 0,625 mg (0,25 ml)


Patienten mit Leber- und Niereninsuffizienz:0,625 mg (0,25 ml)


Kinder (über 2 Jahre) und Jugendliche:20 - 50 Mikrogramm/kg (bis maximal 1,25 mg).


Kinder (bis 2 Jahre): Eine Anwendung wird nicht empfohlen


Die Anwendung von Droperidol soll 30 Minuten vor dem voraussichtlichen Operationsende erfolgen.

Eine weitere Dosis kann je nach Bedarf alle 6 Stunden verabreicht werden.


Die Dosierung soll der individuellen Empfindlichkeit des Patienten angepasst werden. Zu berücksichtigen sind Faktoren wie Alter, Gewicht, Applikation weiterer Arzneimittel, Art der Anästhesie und Operationstyp.


Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen, induziert durch Morphinderivate bei der postoperativen Patienten-kontrollierten Analgesie (PCA).


Erwachsene:15 - 50 Mikrogramm Droperidol pro mg Morphin, Maximaldosis pro Tag 5 mg Droperidol.


Ältere Patienten und Patienten mit Leber- und Niereninsuffizienz: keine Daten bezüglich der PCA verfügbar.


Kinder (über 2 Jahre) und Jugendliche: Bei PCA nicht indiziert.


Bei Patienten mit nachgewiesener ventrikulärer Arrhythmie oder einem vermuteten Risiko hierfür sollte eine fortlaufende Puls-Oximetrie durchgeführt, und für 30 Minuten nach jeder i.v. Injektion fortgeführt werden.


Angaben zur Verdünnung des Arzneimittels vor Injektion: siehe Abschnitt 6.6.


Siehe auch Abschnitte 4.3, 4.4 und 5.1.



FI 4.3 Gegenanzeigen


Droperidol darf nicht angewendet werden bei Patienten mit:

Überempfindlichkeit gegen Droperidol oder einen der sonstigen Bestandteile;

Überempfindlichkeit gegen Butyrophenone;

bekannten oder vermuteten verlängerten QT-Intervallen (QTc > 450 msek. bei Frauen und > 440 msek. bei Männern). Dies gilt auch für Patienten mit kongenital verlängerten QT-Intervallen, Patienten mit kongenital verlängerten QT-Intervallen in der Familienanamnese und Patienten unter Behandlung mit Arzneimitteln, die bekanntermaßen die QT-Intervalle verlängern (siehe Abschnitt 4.5);

Hypokaliämie oder Hypomagnesämie;

Bradykardie (< 55 Herzschläge pro Minute);

Bekannter Begleitmedikation, die zu Bradykardie führen kann;

Phäochromozytom;

Komatösen Zuständen;

Parkinson-Krankheit;

Schwerer Depression.



FK 4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung


Zentralnervensystem

Droperidol kann die durch andere ZNS-depressiv wirkende Arzneimittel hervorgerufene ZNS-Depression verstärken. Patienten unter Allgemeinanästhesie oder Medikamenten mit ausgeprägt ZNS-depressiver Wirkung sowie Patienten, die Symptome einer ZNS-Depression zeigen, sollten engmaschig überwacht werden.


Die gleichzeitige Anwendung von Metoclopramid und anderen Neuroleptika kann zu einer Zunahme extrapyramidaler Symptome führen und sollte daher vermieden werden (siehe Abschnitt 4.5).


Die Anwendung sollte mit Vorsicht erfolgen bei Patienten mit Epilepsie (oder Epilepsie in der Anamnese) bzw. mit Erkrankungen, die zu erhöhter Epilepsie- oder Krampfneigung führen.


Herzkreislaufsystem

Leichte bis mäßige Hypotonie und gelegentliche (Reflex-)Tachykardie sind bei der Anwendung von Droperidol beobachtet worden. Diese Reaktion klingt für gewöhnlich spontan wieder ab. Bei persistierender Hypotonie sollte jedoch eine mögliche Hypovolämie in Betracht gezogen werden und ein entsprechender Flüssigkeitsausgleich erfolgen.


Patienten, die folgende Risikofaktoren für eine kardiale Arrythmie aufweisen oder bei denen ein entsprechender Verdacht besteht, sollten vor der Anwendung von Droperidol genau untersucht werden:

schwere Herzkrankheit in der Anamnese einschließlich schwerer ventrikulärer Arrythmie, AV-Block 2. oder 3. Grades, Sinusknoten-Dysfunktion, kongestive Herzinsuffizienz, ischämische Herzkrankheit, linksventrikuläre Hypertrophie;

plötzlicher Herztod in der Familienanamnese

Niereninsuffizienz (besonders bei chronischen Dialysepatienten);

schwere, chronisch obstruktive Lungenerkrankungen und Ateminsuffizienz;

Risikofaktoren für Elektrolytstörungen, z. B. bei Patienten unter Einnahme von Abführmitteln, Glucocorticoiden, Diuretika, die zu einer verstärkten Kaliumausscheidung führen, in Zusammenhang mit der Verabreichung von Insulin in akuten Fällen oder bei Patienten mit länger andauerndem Erbrechen und/oder Diarrhö.


Bei Patienten mit einem Risiko für kardiale Arrythmien müssen die Serum-Elektrolytwerte und der Kreatininwert untersucht und eine QT-Verlängerung vor der Anwendung von Droperidol ausgeschlossen werden.

Bei Patienten mit nachgewiesener ventrikulärer Arrhythmie oder einem vermuteten Risiko hierfür sollte eine fortlaufende Puls-Oximetrie durchgeführt, und für 30 Minuten nach jeder i.v. Injektion fortgeführt werden.


Allgemein

Um einer QT-Verlängerung vorzubeugen, ist besondere Vorsicht geboten, wenn Patienten Arzneimittel einnehmen, die zu einer Störung des Elektrolyt-Haushalts (Hypokaliämie und/oder Hypomagnesämie) führen können, wie z. B. Diuretika, die zu einer verstärkten Kaliumausscheidung führen, Abführmittel und Glucocorticoide.


Substanzen, die die Aktivität der Cytochrom P450 Iso-Enzyme (CYP) CYP1A2 und/oder CYP3A4 hemmen, können den Abbau von Droperidol verlangsamen und die pharmakologische Wirkungsdauer verlängern. Daher ist Vorsicht geboten, wenn starke CYP1A2- und CYP3A4-Hemmer gleichzeitig mit Droperidol verabreicht werden (siehe Abschnitt 4.5).


Patienten, bei denen ein Alkoholmissbrauch bekannt ist oder vermutet wird, oder die aktuell große Mengen an Alkohol zu sich genommen haben, sollten vor der Gabe von Droperidol sorgfältig untersucht werden.


Im Falle einer ungeklärten Hyperthermie muss die Behandlung unbedingt abgebrochen werden, da dies ein Hinweis für ein malignes neuroleptisches Syndrom sein kann.


Die Dosis sollte für ältere Personen und Patienten mit eingeschränkter Nieren- und Leberfunktion reduziert werden (siehe Abschnitt 4.2).


Dieses Arzneimittel enthält Natrium, aber weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro ml, d. h. es ist nahezu „natriumfrei“.



FM 4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen


Droperidol darf nicht in Kombination mit folgenden Arzneimitteln angewendet werden


Arzneimittel, die zu einem verlängerten QTc-Intervall führen, dürfen nicht gleichzeitig mit Droperidol angewendet werden. Beispiele dafür sind bestimmte Antiarrythmika der Klasse IA (z. B. Chinidin, Disopyramid, Procainamid) und der Klasse III (z. B. Amiodaron, Sotalol); Makrolid-Antibiotika (z. B. Azithromycin, Erythromycin, Clarithromycin), Fluorchinolon-Antibiotika (z. B. Sparfloxacin); bestimmte Antihistaminika (z. B. Astemizol, Terfenadin); trizyklische Antidepressiva (z. B. Amitriptylin); bestimmte tetrazyklische Antidepressiva

(z. B. Maprotilin); bestimmte antipsychotisch wirksame Arzneimittel (z.B. Amisulprid, Chlorpromazin, Haloperidol, Melperon, Phenothiazine, Pimozid, Sulpirid, Sertindol, Tiaprid); SSRIs (z. B. Fluoxetin, Sertralin, Fluvoxamin); Antimalaria-Mittel (z. B. Chinin, Chloroquin, Halofantrin); Cisaprid, Pentamidin, Tacrolimus, Tamoxifen und Vincamin.


Eine gleichzeitige Anwendung mit Arzneimitteln, die extrapyramidale Symptome hervorrufen, z. B. Metoclopramid und andere Neuroleptika, kann zu einer erhöhten Inzidenz dieser Effekte führen und sollte daher vermieden werden.


Auf den Konsum von alkoholischen Getränken oder alkoholhaltigen Arzneimitteln sollte verzichtet werden.


Vorsicht ist bei gleichzeitiger Anwendung von Droperidol mit folgenden Arzneimitteln geboten


Um einer QT-Verlängerung vorzubeugen, ist besondere Vorsicht geboten, wenn Patienten Arzneimittel einnehmen, die zu einer Störung des Elektrolyt-Haushalts (Hypokaliämie und/oder Hypomagnesämie) führen können, wie z. B. Diuretika, die zu einer verstärkten Kaliumausscheidung führen, Abführmittel und Glucocorticoide.


Droperidol kann die Wirkung von Beruhigungsmitteln (Barbiturate, Benzodiazepine, Morphinderivate) verstärken. Dasselbe gilt für antihypertensive Arzneimittel, was eine orthostatische Hypotonie zur Folge haben kann.


Wie andere Beruhigungsmittel kann auch Droperidol die respiratorisch-depressive Wirkung von Opioiden verstärken.


Da Droperidol Dopamin-Rezeptoren blockiert, kann die Wirkung von Dopamin-Agonisten wie z.B. Bromocriptin, Lisurid und L-Dopa abgeschwächt werden.


Substanzen, die die Aktivität der Cytochrom P450 Iso-Enzyme (CYP) CYP1A2 und/oder CYP3A4 hemmen, können den Abbau von Droperidol verlangsamen und die pharmakologische Wirkungsdauer verlängern.

Daher ist Vorsicht geboten, wenn Droperidol gleichzeitig mit CYP1A2-Hemmern (z. B. Ciprofloxacin, Ticlopidin), CYP3A4-Hemmern (z. B. Diltiazem, Erythromycin, Fluconazol, Indinavir, Itraconazol, Ketoconazol, Nefazodon, Nelfinavir, Ritonavir, Saquinavir, Verapamil) oder Hemmern beider Isoenzyme (z. B. Cimetidin, Mibefradil) angewendet wird.



FL 4.6 Schwangerschaft und Stillzeit


Schwangerschaft

In einer prospektiven Studie erhielten 80 Patientinnen mit hyperemesis gravidum (persistierender Schwangerschaftsübelkeit) eine hohe Dosis Droperidol (durchschnittlich 1 mg/h über 50 Stunden) zur Kontrolle von Übelkeit und Erbrechen. Gestationsalter bei der Entbindung, mittleres Geburtsgewicht, Frühgeburtsinzidenz und Inzidenz einer geringen Körpergröße in Relation zum Gestationsalter waren vergleichbar mit den Ergebnissen einer historischen Kontrollgruppe. In einer anderen Studie, in welcher 28 Patientinnen 1 mg Droperidol / Stunde über durchschnittlich 40 Stunden verabreicht wurde, zeigten sich zwischen der behandelten und einer historischen Kontrollgruppe keine wesentlichen Unterschiede in Bezug auf Spontanabort, Schwangerschaftsabbruch, Apgar-Score, Gestationsalter bei der Entbindung und Geburtsgewicht.

Untersuchungen mit Droperidol an Ratten ergaben keine Hinweise auf teratogene Wirkungen. Tierstudien geben nur unzureichend Aufschluss über die Auswirkungen auf Schwangerschaft und Embryo/Fötus, Geburt und postnatale Entwicklung.

Bei Neugeborenen, deren Mütter unter Langzeitbehandlung hoher Dosen von Neuroleptika standen, konnten vorübergehende neurologische Störungen extrapyramidaler Natur festgestellt werden.


In der Praxis wird als Vorsichtsmaßnahme von der Verwendung von Droperidol während der Schwangerschaft abgeraten. Sollte im fortgeschrittenen Stadium einer Schwangerschaft die Anwendung notwendig sein, wird die Kontrolle der neurologischen Funktionen des Neugeborenen empfohlen.


Stillzeit

Butyrophenon-Neuroleptika werden durch die Muttermilch ausgeschieden; die Behandlung mit Droperidol sollte auf eine einzige Applikation beschränkt werden. Eine wiederholte Anwendung wird nicht empfohlen.



FQ 4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen


Droperidol hat großen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

Patienten sollten bis zu 24 Stunden nach der Anwendung von Droperidol keine Fahrzeuge führen und keine Maschinen bedienen.

FJ 4.8 Nebenwirkungen


Laut klinischen Erfahrungsberichten sind Benommenheit und Müdigkeit die am häufigsten, auftretenden Nebenwirkungen.Weniger häufig wurden ferner Hypotonie, kardiale Arrhythmie, malignes neuroleptisches Syndrom (NMS) und dessen Symptome sowie zusätzlich Bewegungsstörungen wie Dyskinesie und Fälle von Angst oder Unruhe beobachtet.


Organ­system-klasse

Häufig

1/100 bis < 1/10

Gelegentlich

1/1000 bis < 1/100

Selten

1/10,000 bis
< 1/1000

Sehr selten

< 1/10000

Unbekannt

(auf Grund-lage der verfügbaren Daten nicht abschätz-bar)

Erkran­kungen des Blutes und des Lymph­systems




Blutdys­krasie


Erkran­kungen des Immun­systems



Anaphy­laktische Reaktion; Angioneu­rotisches Ödem; Überemp­findlichkeit



Stoffwech­sel- und Ernäh­rungsstö­rungen





Unzurei­chende Sekretion des anti­diuretischen Hormons


Psychia­trische Erkran­kungen


Ängstlichkeit; Unruhe/

Akathisie

Verwirrt­heitszu-stände, Agitation

Dysphorie

Halluzina­tionen

Erkran-kungen des Nerven­systems

Benom­menheit

Dystonie, Oculo­gyration


Extra­pyra­midale Störun­gen, Krämpfe, Zittern

Epileptische Anfälle, Parkinson-Krankheit, Psycho-motorische Hyperakti­vität, Koma

Herzer­krankun­gen


Tachykardie, Schwindel

Kardiale Arrythmie, ein­schließ­­lich ventriku­lärer Ar­ryth­mien

Herz­stillstand

Torsade de pointes; verlänge­r­tes QT-Intervall im EKG



Gefäßer­krankun­gen

Hypotonie




Synkope

Erkran­kungen der Atem­wege, des Brust­raums und des Media­stinums





Broncho­spasmus; Laryngo­spasmus

Erkran­kungen der Haut und des Unter­hautzell­gewebes



Ausschlag



Allgemei­ne Erkran­kungen und Be­schwer­den am Verabrei­chungsort



Malignes neurolep­tisches Syndrom (NMS)

Plötz­licher Herz­tod



Gelegentlich wurden Symptome berichtet, die potentiell mit einem NMS assoziiert sind, z. B. veränderte Körpertemperatur, Muskelstarre und Fieber. Fälle von verändertem Geisteszustand mit Verwirrtheit oder Agitation oder Bewusstseinsveränderungen wurden beobachtet. Eine Instabilität des vegetativen Nervensystems kann sich als Tachykardie, schwankender Blutdruck, starkes Schwitzen/Speichelfluss und Tremor manifestieren. In Extremfällen kann NMS zu Koma, Störungen der Nierenfunktion und/oder hepatobiliären Störungen führen.


In einzelnen Fällen wurde in Zusammenhang mit einer längeren Einnahme bei psychiatrischer Indikation über Amenorrhö, Galactorrhö, Gynäkomastie, Hyperprolaktinämie und Oligomenorrhö berichtet.



FO 4.9 Überdosierung


Symptome

Die Symptome einer Überdosierung von Droperidol entsprechen einer Verlängerung seiner pharmakologischen Wirkung.

Die Symptome einer unbeabsichtigten Überdosierung sind Gleichgültigkeit mit Übergang zu Schlafzuständen, manchmal in Verbindung mit niedrigem Blutdruck.

Bei höherer Dosis oder empfindlichen Patienten können extrapyramidale Störungen auftreten (verstärkter Speichelfluss, abnormale Bewegungen, manchmal Muskelstarre). Bei toxischen Dosierungen können Krämpfe auftreten.

Selten wurden Fälle eines verlängerten QT-Intervalls, einer ventrikulären Arrythmie und eines plötzlichen Herztods berichtet.


Behandlung

Ein spezielles Gegenmittel ist nicht bekannt. Wenn jedoch extrapyramidale Reaktionen auftreten, sollte ein Anticholinergikum verabreicht werden.

Bei einer Überdosierung mit Droperidol sollten die Patienten engmaschig auf Anzeichen eines verlängerten QT-Intervalls überwacht werden.

Faktoren, die Torsades de Pointes begünstigen, z. B. Störungen im Elektrolythaushalt (besonders Hypokaliämie oder Hypomagnesämie) und Bradykardie, sollten berücksichtigt werden.

Eine ausgeprägte Hypotonie sollte durch Erhöhung des Zirkulationsvolumens und andere geeignete Maßnahmen behandelt werden. Auf die Freihaltung der Atemwege und ausreichende Sauerstoffzufuhr ist zu achten; die Verwendung einer Larynxmaske oder eines endotrachealen Tubus können erforderlich sein.

Falls erforderlich, sollte der Patient für 24 Stunden oder länger unter Beobachtung stehen; für eine Stabilisierung der Körpertemperatur und ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist zu sorgen.



FF 5. Pharmakologische Eigenschaften



F1 5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften


Pharmakotherapeutische Gruppe:Butyrophenon-Derivate

ATC-Code:N05AD08


Droperidol ist ein Butyrophenon-Neuroleptikum. Sein pharmakologisches Profil ist hauptsächlich durch eine Dopamin-hemmende und eineschwache

α1-adrenolytische Wirkung gekennzeichnet.Droperidol besitzt keine anticholinerge und antihistaminerge Wirkung.

Droperidol besitzt eine hemmende Wirkung auf dopaminerge Rezeptoren in der Chemotrigger-Zone der Area postrema und ist daher stark antiemetisch und besonders wirksam bei der Vorbeugung und Behandlung von Übelkeit und Erbrechen nach Operationen und/oder induziert durch opioide Analgetika.


Bei einer Dosierung von 0,15 mg/kg führt die Gabe von Droperidol zu einem Abfall des mittleren Blutdrucks (MBP). Dies ist in einer ersten Phase bedingt durch einen verminderten kardialen Output und nachfolgend durch die Verminderung des kardialen Preload. Diese Entwicklungen treten unabhängig von einer Veränderung in der myokardialen Kontraktilität oder des vaskulären Widerstands auf.Droperidol beeinträchtigt weder die myokardiale Kontraktilität noch die Herzfrequenz und hat deshalb keine negative, inotrope Wirkung.Seine schwache hemmende Wirkung auf α1-adrenerge Rezeptoren kann eine leichte Hypotonie verursachen, zu einem verringerten peripheren, vaskulären Widerstand führen und den Blutdruck in den Pulmonalarterien senken (besonders wenn dieser ungewöhnlich hoch ist). Es kann auch die Inzidenz einer durch Epinephrin ausgelösten Arrhythmie reduzieren, verhindert aber nicht andere Arten einer kardialen Arrythmie.

Droperidol besitzt bei einer Dosis von 0,2 mg/kg aufgrund seiner Wirkung auf die mykardiale Kontraktilität (Verlängerung der Refraktärperiode) und einer Senkung des Blutdrucks eine spezifische antiarrythmische Wirkung.


Zwei Studien (eine plazebo-kontrollierte Studie und eine Studie kontrolliert durch ein Vergleichsmedikament) die im Rahmen einer Allgemeinanästhesie durchgeführt wurden und zur genaueren Untersuchung der QTc-Veränderungen im Zusammenhang mit der Behandlung von Übelkeit und Erbrechen nach Operationen mit einer geringen Dosis Droperidol (0,625 und 1,25 mg intravenös bzw. 0,75 mg intravenös) dienten, zeigten eine Verlängerung des QT-Intervalls

3-6 Minuten nach Gabe von 0,625 und 1,25 mg Droperidol (um 15 ± 40 bzw.

22 ± 41 ms). Diese Veränderungen unterschieden sich jedoch nicht signifikant von den Beobachtungen bei der Anwendung von Kochsalzlösung (12 ± 35 ms).Es gab keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Droperidol- und Kochsalz-Gruppen bezüglich der Zahl von Patienten mit einer Verlängerung des QTc von mehr als 10 % im Vergleich zu den Ausgangswerten. Für eine durch Droperidol ausgelöste QTc-Verlängerung nach einer Operation gibt es keinen Nachweis.

Aus Elektrokardiogramm- oder 12-Kanal-EKG-Ableitungen ergeben sich keine Hinweise auf ektopische Herzschläge während der perioperativen Phase. Die o. g. Studie mit 0,75 mg Droperidol intravenös vs. Vergleichsmedikation weist eine signifikante Verlängerung des QTc-Intervalls auf (maximal 17 ±9 ms in der zweiten Minute nach der Droperidol-Injektion im Vergleich zu QTc-Messungen vor Behandlung), wobei das QTc-Intervall nach der 90. Minute signifikant niedriger ist.



F2 5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften


Die Wirkung einer intravenösen Einzeldosis setzt 2-3 Minuten nach Applikation ein. Die beruhigende und sedative Wirkung kann 2 - 4 Stunden lang anhalten, wobei die Aufmerksamkeit bis zu 12 Stunden beeinträchtigt sein kann.


Verteilung

Nach intravenöser Anwendung fällt die Plasmakonzentration während der ersten 15 Minuten rasch ab. Die Plasmaproteinbindung beträgt 85 - 90 %. Das Verteilungsvolumen beträgt ungefähr 1.5 l/kg.


Metabolismus

Droperidol wird in der Leber rasch metabolisiert und unterliegt einer Oxidation, Dealkylierung, Demethylierung und Hydroxylierung durch die Cytochrom P450 Isoenzyme 1A2 und 3A4 und in einem geringeren Ausmaß durch 2C19. Die Metaboliten zeigen keine neuroleptische Aktivität.


Elimination

Die Elimination erfolgt hauptsächlich durch Abbau; die Ausscheidung erfolgt zu 75 % durch die Nieren. Nur 1 % des Wirkstoffs wird unverändert über den Urin und 11 % über den Stuhl ausgeschieden. Die Plasma-Clearance beträgt

0,8 (0,4 – 1,8) l/min. Die Eliminationshalbwertszeit (t½ß) beträgt

134 ± 13 Minuten.



F3 5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit


Präklinische Daten aus den üblichen Studien zur Toxizität nach wiederholter Applikation, zum karzinogenen Potential und zur reproduktiven Toxizität lassen kein besonderes Risiko für Menschen erkennen. Droperidol wurde in einem In-vitro-Ames-Test mit 5 Bakterienstämmen als nicht mutagen identifiziert und verhielt sich in einem Knochenmarkstest an Ratten nach intravenöser Injektion negativ hinsichtlich der Induktion von Mikronuklei. Bei zwei unabhängig durchgeführten In-vitro- Tests an L5178Y-Maus-Lymphomzellen ergab sich in einem Test ohne metabolische Aktivierung (-S9) kein signifikanter mutagener Effekt, jedoch ein positives Resultat bei dem zweiten Test mit S9-Aktivierung. Innerhalb dieser Wirkstoffklasse finden sich widersprüchliche Resultate in bereits veröffentlichten Studien (Haloperidol). Es ist daher nicht möglich, aus dem positiven Genmutationsergebnis im letzten In-vitro-Assay mit Droperidol in Maus-Lymphomzellen einen Klasseneffekt zu folgern.

Elektrophysiologische In-vitro-und In-vivo-Untersuchungen ergaben für Menschen ein allgemeines Risiko einer Verlängerung des QT-Intervalls nach Gabe von Droperidol.


Die geschätzte Peak-Plasmakonzentration von Droperidol beim Menschen (siehe oben) ist ungefähr 4-fach höher bis 25-fach niedriger als die Endpunkt-beeinflussende Konzentration in den verschiedenen durchgeführten In-vitro-und In-vivo-Tests zur Beurteilung der Wirkung dieses Arzneimittels auf die kardiale Repolarisation. Der Plasmaspiegel fällt um eine Zehnerpotenz innerhalb der ersten 20 Minuten nach Injektion.



FR 6. Pharmazeutische Angaben



F7 6.1 Liste der sonstigen Bestandteile


Mannitol (Ph. Eur.)

Weinsäure (Ph. Eur.)

Natriumhydroxid (zur pH-Wert-Einstellung)

Wasser für Injektionszwecke



FS 6.2 Inkompatibilitäten


Inkompatibel mit Barbituraten. Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.



FT 6.3 Dauer der Haltbarkeit


Ungeöffnet: 3 Jahre


Nach dem erstmaligen Öffnen zum sofortigen Gebrauch bestimmt.


Nach Verdünnung: Die Kompatibilität von Droperidol mit Morphinsulfat in 0,9 % Natriumchlorid-Lösung (14 Tage bei Raumtemperatur) ist in Plastikspritzen nachgewiesen worden. Aus mikrobiologischer Sicht ist das verdünnte Arzneimittel sofort zu verwenden. Wenn das verdünnte Arzneimittel nicht sofort verwendet wird, ist der Anwender für die Dauer und die Bedingungen der Aufbewahrung verantwortlich. Sofern die Herstellung der verdünnten Lösung nicht unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen erfolgt, ist diese nicht länger als 24 Stunden bei 2 °C bis 8 °C aufzubewahren.



FX 6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung


In der Originalverpackung aufbewahren.



FY 6.5 Art und Inhalt des Behältnisses


Braune Glasampullen Typ 1 mit 1 ml Injektionslösung in Packungen zu 5 und 10 Ampullen.







F4 6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung


Nur zur einmaligen Anwendung bestimmt. Nicht verwendete Lösungen sind zu verwerfen.

Die Lösung soll vor Gebrauch visuell kontrolliert werden. Nur klare und farblose Lösungen frei von sichtbaren Partikeln sind zu verwenden.


Zur Anwendung bei der PCA: Ziehen Sie die Injektionsspritze mit Droperidol und Morphin auf und füllen Sie mit 0,9 %-iger Natriumchlorid-Injektionslösung auf.


Nicht verwendetes Produkt oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu entsorgen.



FZ 7. Inhaber der Zulassung


ProStrakan Limited

Galabank Business Park

Galashiels

TD1 1QH
Vereinigtes Königreich

Tel. +44 (0)1896 664000

Fax. +44 (0)1896 664001


Örtlicher Vertreter:

Arzneimittel ProStrakan GmbH

Moosstr. 7

82319 Starnberg



F5 8. Zulassungsnummer


67161.00.00



F6 9. Datum der Erteilung der Zulassung


[siehe Unterschrift]



F10 10. Stand der Information


...



F11 11. Verkaufsabgrenzung


Verschreibungspflichtig

17171711