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Alpha-vibolex 600 mg ampulle



Gebrauchsinformation Alpha-vibolex 600 mg ampulle

Gebrauchsinformation: Information für den Anwender


alpha-Vibolex® 600 mg Ampulle

Thioctsäure, Ethan-1,2-diamin-Salz (1:1)

Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung


Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, denn sie enthält wichtige Informationen für Sie.


Dieses Arzneimittel ist ohne Verschreibung erhältlich. Um einen bestmöglichen Behandlungserfolg zu erzielen, muss alpha-Vibolex® 600 mg Ampulle jedoch vorschriftsmäßig angewendet werden.



  • Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

  • Fragen Sie Ihren Apotheker, wenn Sie weitere Informationen oder einen Rat benötigen.

  • Wenn sich Ihre Beschwerden verschlimmern oder keine Besserung eintritt, müssen Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen.

  • Wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind, informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.


Diese Packungsbeilage beinhaltet:


1. Was ist alpha-Vibolex® 600 mg Ampulle und wofür wird es angewendet?

2. Was müssen Sie vor der Anwendung von alpha-Vibolex® 600 mg Ampulle beachten?

3. Wie ist alpha-Vibolex® 600 mg Ampulle anzuwenden?

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5. Wie ist alpha-Vibolex® 600 mg Ampulle aufzubewahren?

6. Weitere Informationen


1. Was ist alpha-Vibolex® 600 mg Ampulle und wofür wird es angewendet?


Thioctsäure, der Wirkstoff in alpha-Vibolex® 600 mg Ampulle, ist eine bei höheren Lebewesen im körpereigenen Stoffwechsel gebildete Substanz, die bestimmte Stoffwechselleistungen des Kör­pers beeinflusst. Darüber hinaus besitzt Thioctsäure die Nervenzellen vor reaktiven Abbaupro­dukten schützende (antioxidative) Eigenschaften.


alpha-Vibolex® 600 mg Ampulle wird angewendet bei Missempfindungen bei diabetischer Nerven­schädigung (Polyneuropathie).


2. Was müssen Sie vor der Anwendung von alpha-Vibolex® 600 mg Ampulle beachten?


alpha-Vibolex® 600 mg Ampulle darf nicht angewendet werden,


wenn Sie überempfindlich gegen Thioctsäure oder einen der sontigen Bestandteile von alpha-Vibolex® 600 mg Ampulle sind.


Besondere Vorsicht bei der Anwendung von alpha-Vibolex® 600 mg Ampulle ist erforder­lich,


Im Zusammenhang mit der Anwendung von alpha-Vibolex® 600 mg als Injektions- oder Infusi­onslösung wurden allergische Reaktionen (Überempfindlichkeitsreaktionen bis hin zum lebensbe­drohlichen Schock (plötzliches Kreislaufversagen) beobachtet (siehe Abschnitt 4.4 „Nebenwirkun­gen“). Deswegen wird Ihr behandelnder Arzt Sie während der Anwendung von alpha-Vibolex® 600 mg Ampulle auf das Auftreten von Frühsymptomen (z. B. Juckreiz, Übelkeit, Unwohlsein, etc.) überwachen. Falls diese auftreten, ist die Therapie sofort zu beenden; ggf. sind weitere Therapie­maßnahmen erforderlich.


Kinder

Kinder und Jugendliche sind von der Behandlung mit alpha-Vibolex® 600 mg Ampulle auszuneh­men, da keine ausreichenden Erfahrungen für diese Altergruppe vorliegen.


Bei Anwendung von alpha-Vibolex® 600 mg Ampulle mit anderen Arzneimitteln


Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einneh­men/anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.


Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch für vor kurzem angewandte Arzneimittel gelten kön­nen.


Es ist nicht auszuschließen, dass die gleichzeitige Anwendung von alpha-Vibolex® 600 mg Am­pulle zum Wirkungsverlust von Cisplatin (einem Krebsmittel) führt.


Die blutzuckersenkende Wirkung von Mitteln gegen Zuckerkrankheit (Insulin bzw. andere Mittel gegen Zuckerkrankheit, die eingenommen werden) kann verstärkt werden. Daher ist insbesondere zu Beginn der Therapie mit alpha-Vibolex® 600 mg Ampulle eine engmaschige Blutzuckerkon­trolle angezeigt. In Einzelfällen kann es zur Vermeidung von Unterzuckerungserscheinungen er­forderlich werden, die Insulindosis bzw. die Dosis des Mittels gegen Zuckerkrankheit gemäß den Anweisungen des behandelnden Arztes zu reduzieren.


Bei Anwendung von alpha-Vibolex® 600 mg Ampulle zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken


Der regelmäßige Genuss von Alkohol stellt einen bedeutenden Risikofaktor für die Entstehung und das Fortschreiten von Krankheiten, die mit Schädigungen der Nerven einhergehen, dar und kann dadurch auch den Erfolg einer Behandlung mit alpha-Vibolex® 600 mg Ampulle beeinträch­tigen. Daher wird Patienten mit diabetischer Nervenschädigung (Polyneuropathie) grundsätzlich empfohlen, den Genuss von Alkohol weitestgehend zu vermeiden. Dies gilt auch für therapiefreie Intervalle.


Schwangerschaft und Stillzeit


Fragen Sie vor der Einnahme/Anwendung von allen Arzneimitteln Ihre Arzt oder Apotheker um Rat.


Es entspricht den allgemeinen Grundsätzen der Pharmakotherapie, während der Schwanger­schaft und Stillzeit Arzneimittel nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung anzuwenden.


Schwangere und Stillende sollten sich einer Behandlung mit Thioctsäure nur nach sorgfältiger Empfehlung und Überwachung durch den Arzt unterziehen, da bisher keine Erfahrungen mit die­ser Patientengruppe vorliegen. Spezielle Untersuchungen an Tieren haben keine Anhaltspunkte für Fertilitätsstörungen oder fruchtschädigende Wirkungen ergeben.


Über einen möglichen Übertritt von Thioctsäure in die Muttermilch ist nichts bekannt.



Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen


Es sind keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen erforderlich.


3. Wie ist alpha-Vibolex® 600 mg Ampulle anzuwenden?


Wenden Sie alpha-Vibolex® 600 mg Ampulle immer genau nach der Anweisung in dieser Packungsbeilage an. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.


Die Injektionslösung wird über einen Zeitraum von 2 - 4 Wochen in der Anfangsphase der Be­handlung angewendet. alpha-Vibolex® 600 mg Ampulle wird in die Vene gespritzt, oder als Ve­nentropf angewendet.


Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis:


Bei stark ausgeprägten Missempfindungen einer diabetischen Polyneuropathie beträgt die tägliche Dosierung 1 Ampulle alpha-Vibolex® 600 mg Ampulle (entsprechend 600 mg Thioctsäure).


Wie und wann wird alpha-Vibolex® 600 mg Ampulle angewendet?


alpha-Vibolex® 600 mg Ampulle wird mit physiologischer Kochsalzlösung gemischt und als kurz­dauernder Venentropf (Kurzinfusion) angewendet (über mindestens 30 Minuten).


Wegen der Lichtempfindlichkeit des Wirkstoffs soll die Kurzinfusion erst kurz vor der Anwendung zubereitet werden. Die Infusionslösung ist mit Alufolie gegen Licht zu schützen. Die lichtge­schützte Infusionslösung ist ca. 6 Stunden haltbar.

Um die Behandlung weiterzuführen sollten 300 mg bis 600 mg Thioctsäure täglich in Kapsel-, Tabletten- oder überzogene Tablettenform eingenommen werden.


Wenn Sie eine größere Menge alpha-Vibolex® 600 mg Ampulle angewendet haben, als Sie sollten


Bei Überdosierung können Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen auftreten.


In Einzelfällen wurden bei Einnahme von mehr als 10 g Thioctsäure, insbesondere bei gleichzeiti­gem starkem Alkoholkonsum, schwere, z. T. lebensbedrohliche Vergiftungserscheinungen be­obachtet (wie z. B. generalisierte Krampfanfälle, Entgleisung des Säure-Base-Haushalts mit Lak­tazidose, schwere Störungen der Blutgerinnung).

Deshalb ist bei Verdacht auf eine erhebliche Überdosierung mit alpha-Vibolex® 600 mg Ampulle eine unverzügliche Klinikeinweisung und die Einleitung von Maßnahmen nach den allgemeinen Behandlungsgrundsätzen von Vergiftungsfällen erforderlich.


Wenn sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.


4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?


Wie alle Arzneimittel kann alpha-Vibolex® 600 mg Ampulle Nebenwirkungen haben.



Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrundegelegt:


Sehr häufig: mehr als 1 von 10 Behan­delten

häufig: weniger als 1 von 10, aber mehr als 1 von 100 Behandelten

Gelegentlich: weniger als 1 von 100, aber mehr als 1 von 1000 Behandelten

Selten: weniger als 1 von 1000, aber mehr als 1 von 10.000 Behandelten

Sehr selten: weniger als 1 von 10.000 Behandelten, einschließlich Einzelfälle


Mögliche Nebenwirkungen:


Reaktionen am Anwendungsort

Sehr selten: Reaktionen an der Injektionsstelle.


Überempfindlichkeitsreaktion

Allergische Reaktionen wie Hautausschlag, Nesselsucht (Urtikaria) und Juckreiz sowie auch Überempfindlichkeitsreaktion des ganzen Körpers bis hin zum Schock können auftreten.


Nervensystem

Sehr selten: Veränderung bzw. Störung des Geschmacksempfindens, Krampfanfälle sowie Dop­peltsehen.


Blut und Blutgefäße

Sehr selten: Hautblutungen (Purpura), Störungen der Blutplättchenfunktion und damit der Blutge­rinnung (Thrombopathien).

Körper insgesamt

Häufig: nach rascher intravenöser Injektion Kopfdruck und Atembeklemmung, die spontan abklin­gen.


Sehr selten: Aufgrund einer verbesserten Glukoseverwertung kann der Blutzuckerspiegel absin­ken. Dabei wurden Beschwerden wie bei einer Unterzuckerung mit Schwindel, Schwitzen, Kopf­schmerzen und Sehstörungen beschrieben.


Gegenmaßnahmen:


Sollten Sie die oben genannten Nebenwirkungen bei sich beobachten, soll alpha-Vibolex® 600 mg Ampulle nicht nochmals angewendet werden. Benachrichtigen Sie Ihren Arzt, damit er über den Schweregrad und gegebenenfalls erforderliche weitere Maßnahmen entscheiden kann.


Bei den ersten Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion ist das Arzneimittel abzusetzen und sofort Kontakt mit einem Arzt aufzunehmen.


Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in die­ser Gebrauchsinformation aufgeführt sind.


5. Wie ist alpha-Vibolex® 600 mg Ampulle aufzubewahren?


Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der Ampulle nach „verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht ich auf den letzten Tag des Monats.


Nicht über 25°C aufbewahren. Ampullen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.


Die zubereitete Infusionslösung ist lichtgeschützt 6 Stunden haltbar.


Sie dürfen alpha-Vibolex® 600 mg Ampulle nicht verwenden, wenn Sie folgendes bemerken: Sollte die Injektionslösung Ausfällungen oder Trübungen aufweisen, darf sie auch vor Ablauf des Verfalldatums nicht mehr verwendet werden.


Es bestehen keine besonderen Anforderungen für die Beseitigung.


6. Weitere Informationen


Was alpha-Vibolex® 600 mg Ampulle enthält:


Der Wirkstoff ist Thioctsäure.


1 Ampulle mit 24 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthält 755,2 mg Thioct­säure, Ethan-1,2-diamin-Salz (1:1) (entsprechend 600 mg Thioctsäure).


Die sonstigen Bestandteile sind

Ethylendiamin, Natriumchlorid, Wasser für Injektionszwecke, Stickstoff.


Wie alpha-Vibolex® 600 mg Ampulle aussieht und Inhalt der Packung:


Klare, grünlich-gelbe Lösung.


alpha-Vibolex® 600 mg Ampulle ist in Packungen zu 5, 10 und 20 Ampullen, sowie in Anstaltspa­ckungen mit 5 x 10 Ampullen erhältlich.


Sets bestehend aus 1 alpha-Vibolex® 600 mg Ampulle und 1 Infusionsset sind in Packungen zu 5, 10 und 20 Sets erhältlich.


Pharmazeutischer Unternehmer:


MIP Pharma GmbH

66440 Blieskastel

Tel.: 06842/ 9609 - 0

Fax.: 06842/ 9609 - 355


Hersteller


Chephasaar

Chem.-pharm. Fabrik GmbH

Mühlstr. 50

66386 St. Ingbert


Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im Juli 2008.

alpha-Vibolex 600 mg Ampulle

Fachinformation Alpha-vibolex 600 mg ampulle


Fachinformation


1. bezeichnung des arzneimittels


alpha-Vibolex® 600 mg Ampulle

Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung


2. qualitative und quantitative zusammensetzung


1 Ampulle mit 24 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthält 755,2 mg Thioct­säure, Ethan-1,2-diamin-Salz (1:1) (entsprechend 600 mg Thioctsäure).


Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.


3. darreichungsform


Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Klare, grünlich-gelbe Lösung.


4. klinische angaben


4.1 Anwendungsgebiete


Missempfindungen bei diabetischer Polyneuropathie


4.2 Dosierung, Art und Dauer der Anwendung


Bei stark ausgeprägten Missempfindungen einer diabetischen Polyneuropathie wird bei Erwachse­nen die intravenöse Applikation in einer Dosierung von 24 ml Infusionslösungskonzentrat pro Tag (ent­sprechend 600 mg Thioctsäure/Tag) empfohlen.


Das Infusionslösungskonzentrat wird intravenös appliziert, und zwar über einen Zeitraum von 2 bis 4 Wochen in der Anfangsphase der Behandlung.


Die intravenöse Gabe soll, nachdem der Inhalt von alpha-Vibolex® 600 mg Ampulle mit 250 ml Natri­umchloridlösung 0,9% gemischt wurde, über mindestens 30 Minuten als Kurzinfusion erfol­gen. Wegen der Lichtempfindlichkeit des Wirkstoffs soll die Kurzinfusion erst kurz vor der Anwen­dung zubereitet werden. Die Infusionslösung ist mit Alufolie gegen Licht zu schützen. Die lichtge­schützte Infusionslö­sung ist ca. 6 Stunden haltbar. Es ist sicherzustellen, dass die Mindestinfusi­onsdauer von 30 Minuten eingehalten wird.


Als weiterführende Therapie werden 300 mg bis 600 mg Thioctsäure in Darreichungsformen zur ora­len Einnahme angewendet.


Grundlage der diabetischen Polyneuropathie-Therapie ist die optimale Diabetes-Einstellung.


4.3 Gegenanzeigen


Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile.


Hinweis:

Kinder und Jugendliche sind von der Behandlung mit alpha-Vibolex® 600 mg Ampulle auszuneh­men, da keine klinischen Erfahrungen vorliegen.


4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung


Im Zusammenhang mit der parenteralen Anwendung von Thioctsäure wurden Überempfindlich­keits­reaktionen bis hin zu anaphylaktischen Schockreaktionen beobachtet (siehe Abschnitt 4.8). Patienten sind daher entsprechend zu überwachen. Im Falle des Auftretens von Frühsymptomen (z. B. Juckreiz, Übelkeit, Unwohlsein, etc.) ist die Therapie sofort zu beenden; ggf. sind weitere Therapiemaßnahmen erforderlich.


4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen


Wirkungsverlust von Cisplatin bei gleichzeitiger Thioctsäure-Behandlung.


Die blutzuckersenkende Wirkung von Insulin bzw. oralen Antidiabetika kann verstärkt werden. Da­her ist insbesondere im Anfangsstadium der Thioctsäure-Therapie eine engmaschige Blutzucker­kontrolle angezeigt. In Einzelfällen kann es zur Vermeidung von Unterzuckerungserscheinungen erforderlich werden, die Insulindosis bzw. die Dosis des oralen Antidiabetikums zu reduzieren.


Hinweis:

Der regelmäßige Genuss von Alkohol stellt einen bedeutenden Risikofaktor für die Entstehung und Progression neuropathischer Krankheitsbilder dar und kann dadurch auch den Erfolg einer Be­hand­lung mit alpha-Vibolex® 600 mg Ampulle beeinträchtigen. Daher wird Patienten mit diabeti­scher Poly­neuropathie grundsätzlich empfohlen, den Genuss von Alkohol weitestgehend zu ver­meiden. Dies gilt auch für therapiefreie Intervalle.


4.6 Schwangerschaft und Stillzeit


Es entspricht den allgemeinen Grundsätzen der Pharmakotherapie, während der Schwangerschaft und Stillzeit Arzneimittel nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung anzuwenden.

Schwangere und Stillende sollten sich einer Behandlung mit Thioctsäure nur unter strikter Indikati­onsstellung durch den Arzt unterziehen, wenngleich die reproduktionstoxikologischen Untersu­chungen keinerlei Anhaltspunkte ergeben haben, die eine Beeinflussung der Fertilität und der frü­hen Embryo­nalentwicklung betreffen und sich ferner fruchtschädigende Eigenschaften nicht fest­stellen ließen.


Über einen möglichen Übertritt von Thioctsäure in die Muttermilch ist nichts bekannt.


4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschi­nen


keine


4.8 Nebenwirkungen


Bei der Darstellung der Nebenwirkungen wurden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:


Sehr häufig: > 1/10

Häufig: > 1/100, < 1/10

Gelegentlich: > 1/1000, < 1/100

Selten: > 1/10000, < 1/1000

Sehr selten: < 10000, einschließlich Einzelfälle


Reaktionen am Applikationsort

Sehr selten wurde über Reaktionen an der Injektionsstelle berichtet.


Überempfindlichkeitsreaktionen

Allergische Reaktionen der Haut mit Urtikaria, Juckreiz, Ekzem und Hautausschlag sowie auch sys­temisch bis hin zum Schock können auftreten.


Störungen des Nervensystems

Sehr selten: Veränderung bzw. Störung des Geschmacksempfindens

Sehr selten wurden nach intravenöser Gabe von Thioctsäure Krampfanfälle sowie Doppeltsehen beobachtet.


Blut und Blutgefäße

Sehr selten wurden nach intravenöser Gabe von Thioctsäure Purpura und Thrombopathien be­obach­tet.


Allgemeine Nebenwirkungen

Häufig treten nach rascher intravenöser Injektion Kopfdruck und Atembeklemmung auf, die spon­tan abklingen.

Aufgrund einer verbesserten Glukoseutilisationkann sehr selten der Blutzuckerspiegel absinken. Da­bei wurden hypoglykämieartige Beschwerden mit Schwindel, Schwitzen, Kopfschmerzen und Sehstö­rungen beschrieben.


4.9 Überdosierung


Bei Überdosierung können Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen auftreten.


Nach akzidenteller oder suizidaler Einnahme oraler Dosen zwischen 10 und 40 g Thioctsäure in Ver­bindung mit Alkohol sind schwerwiegende Intoxikationen, teilweise mit letalem Ausgang be­obachtet worden. Das klinische Vergiftungsbild kann sich zunächst in psychomotorischer Unruhe oder Be­wusstseinstrübung äußern und geht im weiteren Verlauf typischerweise mit generalisierten Krampf­anfällen und der Ausbildung einer Laktazidose einher. Des weiteren wurden Hypoglykämie, Schock, Rhabdomyolyse, Hämolyse, disseminierte intravaskuläre Gerinnung (DIC), Knochen­marksdepression und Multiorganversagen als Folgen der Intoxikation mit hohen Thioctsäure-Do­sen beschrieben.


Therapiemaßnahmen bei Intoxikation:

Bereits bei Verdacht auf eine substantielle Intoxikation mit Thioctsäure (z. B. > 10 Ampullen zu 600 mg bei Erwachsenen und > 50 mg/kg KG bei Kindern) ist eine unverzügliche Klinikeinweisung und die Einleitung von Maßnahmen gemäß den allgemeinen Behandlungsgrundsätzen von Vergif­tungsfällen indiziert (z. B. induziertes Erbrechen, Magenspülung, Aktivkohle etc.). Die Behandlung generalisierter Krampfanfälle, der Lactazidose und aller anderen vital bedrohlichen Folgen einer Intoxikation müssen sich an den Grundsätzen der modernen Intensivtherapie orientieren und symptomatisch erfolgen. Der Nutzen des Einsatzes von Hämodialyse, Hämoperfusions- oder Fil­trationstechniken in der forcierten Elimination von Thioctsäure ist derzeit nicht gesichert.


5. Pharmakologische Eigenschaften


5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften


Thioctsäure ist eine vitaminähnliche, aber endogen gebildete Substanz mit Koenzymfunktion bei der oxidativen Decarboxilierung von alpha-Ketosäuren.


ATC-Code N07XB01


Durch die beim Diabetes mellitus verursachte Hyperglykämie kommt es zur Anlagerung der Glu­kose an die Matrixproteine der Blutgefäße und zur Bildung der sogenannten "Advanced Glycosyla­tion End Products". Dieser Prozeß führt zu einer Verminderung des endoneuralen Blutflusses und zu einer en­doneuralen Hypoxie/Ischämie, was mit einer erhöhten Produktion von freien Sauerstoff­radikalen ver­bunden ist, die den peripheren Nerv schädigen. Auch konnte im peripheren Nerv eine Depletion von Antioxidantien, wie Glutathion, festgestellt werden.


In Untersuchungen an Ratten interagierte Thioctsäure mit diesen, bei Streptozotocin-induziertem Dia­betes ausgelösten biochemischen Prozessen durch Verminderung der Bildung von Advanced Glyco­sylation End Products, Verbesserung des endoneuralen Blutflusses, Erhöhung des physiolo­gischen Antioxidantienspiegels von Glutathion sowie als Antioxidans für freie Sauerstoffradikale im diabeti­schen Nerv.

Diese in der experimentellen Situation beobachteten Wirkungen sprechen dafür, dass die Funktio­nalität der peripheren Nerven durch Thioctsäure verbessert werden kann. Das betrifft sensorische Störungen bei diabetischer Polyneuropathie, die sich durch Dysästhesien, Parästhesien wie z. B. Brennen, Schmerzen, Taubheitsgefühl, Ameisenlaufen, äußern können.


Ergänzend zu den bisherigen klinischen Erkenntnissen in der symptomatischen Behandlung der dia­betischen Polyneuropathie mit Thioctsäure wurden in einer 1995 durchgeführten multizentri­schen, placebokontrollierten Studie günstige Wirkungen von Thioctsäure auf die untersuchten Symptome Brennen, Parästhesien, Taubheitsgefühl und Schmerzen gefunden.


5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften


Thioctsäure unterliegt einem hohen First-pass-Effekt in der Leber. Es bestehen erhebliche interin­dividuelle Schwankungen in der systemischen Verfügbarkeit von Thioctsäure. Durch Oxidation der Seitenkette und Konjugation wird Thioctsäure biotransformiert und überwiegend renal eliminiert.


Die Plasmahalbwertszeit von Thioctsäure beträgt beim Menschen ca. 25 Minuten und die totale Plasma-Clearance 10-15 ml/min/kg. Am Ende einer 30minütigen Infusion von 600 mg finden sich Plasmaspiegel von ca. 20 mg/ml. Durch radioaktive Markierung konnte im Tierexperiment (Ratte, Hund) mit 80-90 % ein überwiegend renaler Ausscheidungsweg gezeigt werden, und zwar in Form von Metaboliten. Auch beim Menschen finden sich nur geringe Mengen intakt ausgeschiedener Sub­stanz im Urin. Die Biotransformation erfolgt hauptsächlich durch oxidative Seitenkettenverkür­zung (beta-Oxidation) und/oder durch S-Methylierung der entsprechenden Thiole.


Thioctsäure reagiert in vitro mit Metallionen-Komplexen (z. B. mit Cisplatin). Thioctsäure geht mit Zuckermolekülen schwerlösliche Komplexverbindungen ein.


5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit


a) Akute und chronische Toxizität

Das Toxizitätsprofil ist charakterisiert durch Symptome, die sowohl das vegetative Nervensystem als auch das zentrale Nervensystem betreffen.

Nach wiederholter Applikation sind weitere Zielorgane toxischer Dosen hauptsächlich die Leber und die Niere.


b) Mutagenes und tumorerzeugendes Potential

Untersuchungen zum mutagenen Potential ergaben keine Anhaltspunkte für Gen- oder Chromo­so­menmutationen. Hinweise auf ein tumorerzeugendes Potential von Thioctsäure ließen sich aus einer Kanzerogenitätsstudie nach oraler Gabe an einer Ratte nicht ableiten. Eine Studie über einen tumor-promovierenden Effekt von Thioctsäure im Zusammenhang mit dem Kanzerogen N-Nitroso-Dime­thylamin (NDEA) verlief negativ.


c) Reproduktionstoxizität

Thioctsäure besitzt keinen Einfluss auf die Fertilität und frühe Embryonalentwicklung bei der Ratte bis zu einer maximal geprüften oralen Dosis von 68,1 mg/kg. Bis in den maternal-toxischen Dosis­bereich finden sich nach intravenöser Injektion am Kaninchen keine Missbildung erzeugende Ei­genschaften.


6. pharmazeutische angaben


6.1 Liste der sonstigen Bestandteile


Ethylendiamin, Natriumchlorid, Wasser für Injektionszwecke, Stickstoff


6.2 Inkompatibilitäten


Thioctsäure reagiert in vitro mit Metallionen-Komplexen (z. B. mit Cisplatin). Thioctsäure geht mit Zuckermolekülen (z. B. Lävuloselösung) schwerlösliche Komplexverbindungen ein. alpha-Vibolex® 600 mg Ampulle ist inkompatibel mit Glukoselösung, Ringer-Lösung sowie mit Lösungen, von de­nen bekannt ist, dass sie mit SH-Gruppen bzw. Disulfidbrücken reagieren.


Als Trägerlösung für eine Infusionsanwendung von alpha-Vibolex® 600 mg Ampulle ist aus­schließlich physiologische Kochsalzlösung zu verwenden.


6.3 Dauer der Haltbarkeit


Die Dauer der Haltbarkeit im unversehrten Behältnis beträgt 24 Monate. Dieses Arzneimittel soll nach Ablauf des Verfalldatums nicht mehr angewendet werden.


Die Dauer der Haltbarkeit nach Zubereitung der Infusionslösung beträgt 6 Stunden.


6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung


Nicht über 25°C lagern. Ampullen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.


Zubereitete Infusionslösungen ebenfalls vor Licht schützen.


6.5 Art und Inhalt des Behältnisses


Ampulle


alpha-Vibolex® 600 mg Ampulle ist in Packungen zu 5 (N1), 10 (N2) und 20 (N3) Ampullen, sowie in Anstaltspackungen mit 5 x 10 Ampullen erhältlich.


Sets bestehend aus 1 alpha-Vibolex® 600 mg Ampulle und 1 Infusionsset sind in Packungen zu 5 (N1), 10 (N2) und 20 (N3) Sets erhältlich.


6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung


Keine besonderen Anforderungen.


7. inhaber der zulassung


MIP Pharma GmbH

Kirkeler Str. 41

66440 Blieskastel

Tel.: 06842/ 9609 - 0

Fax.: 06842/ 9609 - 355


8. zulassungsnummer(n)


45182.00.00


9. DAtum der erteilung der zulassung/verlängerung der zulassung


09.12.2003/19.06.2008


10. Stand der information


August 2008


Verkaufsabgrenzung


Apothekenpflichtig

alpha-Vibolex 600 mg Ampulle