+ iMedikament.de

Ebrantil 60mg



Gebrauchsinformation Ebrantil 60mg

Wortlaut der für die Gebrauchsinformation von Ebrantil® 60 mg vorgesehenen Angaben


Gebrauchsinformation: Information für den Anwender

Ebrantil®60 mg, Hartkapseln, retardiert

Wirkstoff: Urapidil


Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses Arz­neimittels beginnen.

  • Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

  • Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.

  • Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese dieselben Beschwerden haben wie Sie.

  • Wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind, informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.


Diese Packungsbeilage beinhaltet:

  1. Was ist Ebrantil 60 mg und wofür wird es angewendet?

  2. Was müssen Sie vor der Einnahme von Ebrantil 60 mg beachten?

  3. Wie ist Ebrantil 60 mg einzunehmen?

  4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

  5. Wie ist Ebrantil 60 mg aufzubewahren?

  6. Weitere Informationen


1. WAS IST EBRANTIL UND WOFÜR WIRD ES ANGEWENDET?


Ebrantil 60 mg ist ein Arzneimittel zur Senkung des Blutdrucks durch Erweiterung der Blutgefäße.

Ebrantil 60 mg wird angewendet zur Behandlung von Bluthochdruck.


2.WAS MÜSSEN SIE VOR DER EINNAHME VON EBRANTIL 60 MG BEACHTEN?


Ebrantil 60 mg darf nicht eingenommen werden,

- wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Urapidil oder einen der sonstigen Bestandteile von Ebrantil 60 mg sind.


Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Ebrantil 60 mg ist erforderlich bei

- Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche), deren Ursache in einer mechanischen Funktionsbehinderung liegt, wie z. B. bei Herzklappenverengung (Aortenklappen- oder Mitralklappenstenose), bei Lungenembolie oder bei durch Perikard (Herzbeutel)-Erkrankung bedingter Einschränkung der Herzaktion

- Kindern, da keine Untersuchungen hierzu vorliegen

- Patienten mit Leberfunktionsstörungen

- Patienten mit mäßiger bis schwerer Nierenfunktionsstörung

- Älteren Patienten

- Patienten, die gleichzeitig Cimetidin erhalten (siehe Abschnitt „Bei der Einnahme von Ebrantil 60 mg mit anderen Arzneimitteln“).


Die Behandlung des Bluthochdruckes mit diesem Arzneimittel bedarf der regelmäßigen ärztlichen Kontrolle. Sie sollten deshalb die Untersuchungstermine bei Ihrem Arzt regelmäßig einhalten.


Fragen Sie bitte Ihren Arzt, ob Sie Ebrantil 60 mg einnehmen dürfen, wenn die oben genannten Erkrankungen für Sie zwar heute nicht mehr gelten, aber früher einmal zutrafen.


Kinder

Besonderen Vorsicht bei der Einnahme von Ebrantil 60 mg ist bei Kindern erforderlich, da keine hinreichenden Untersuchungen hierzu vorliegen.


Ältere Menschen

Bei älteren Patienten kann bei Langzeitbehandlung eine Dosisverringerung von Ebrantil 60 mg erforderlich sein (s. Abschnitt 3. Wie ist Ebrantil 60 mg einzunehmen?).


Bei der Einnahme von Ebrantil 60 mg mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen / anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.


Die blutdrucksenkende Wirkung von Ebrantil 60 mg kann durch gleichzeitig verabreichte Alpha-Rezeptoren-blocker, andere gefäßerweiternde Mittel und durch andere blutdrucksenkende Arzneimittel sowie durch Zustände mit Volumenmangel (z. B. Durchfall, Erbrechen) und Alkohol verstärkt werden.

Bei gleichzeitiger Einnahme von Cimetidin ist mit einer Erhöhung des Urapidil-Serumspiegels zu rechnen.

Da noch keine ausreichenden Erfahrungen in der Kombinationsbehandlung mit ACE-Hemmern vorliegen, wird diese derzeit nicht empfohlen.

Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch für vor kurzem angewandte Arzneimittel gelten können.


Bei Einnahme von Ebrantil 60 mg zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Durch Alkohol kann die blutdrucksenkende Wirkung von Ebrantil 60 mg verstärkt werden.


Schwangerschaft und Stillzeit

Ebrantil 60 mg darf in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden, da Erfahrungen am Menschen bisher nicht vorliegen. Tierexperimentelle Studien haben keine Anhaltspunkte für eine Keimschädigung ergeben.


Fragen Sie vor der Einnahme/Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.


Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Durch individuell auftretende unterschiedliche Reaktionen kann das Reaktionsvermögen soweit verändert sein, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne festen Halt beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße bei Behandlungsbeginn, Dosis-erhöhung und Präparatewechsel sowie im Zusammenhang mit Alkohol.


Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Ebrantil 60 mg

Dieses Arzneimittel enthält Sucrose. Bitte nehmen Sie Ebrantil 60 mg erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.


3. WIE IST EBRANTIL 60 MG EINZUNEHMEN?


Nehmen Sie Ebrantil 60 mg immer genau nach der Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.


Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis:

Für eine behutsame Blutdrucksenkung wird die Behandlung mit einer zweimal täglichen Gabe von Ebrantil 30 mg (entsprechend zweimal täglich 30 mg Urapidil) begonnen.

Ist eine schnellere Blutdrucksenkung erwünscht oder notwendig, so kann die Behandlung auch mit einer zweimal täglichen Gabe von Ebrantil 60 mg (entsprechend zweimal täglich 60 mg Urapidil) begonnen werden.

Die Dosis kann schrittweise den individuellen Erfordernissen angepasst werden. Der Dosierungsbereich für die Erhaltungstherapie beträgt 60 - 180 mg Urapidil pro Tag, wobei die Gesamtmenge auf zwei Einzelgaben verteilt wird. Hierfür stehen Ebrantil Hartkapseln, retardiert zu 30 mg, 60 mg und 90 mg zur Verfügung.

Bei Leberfunktionsstörungen kann eine Dosisverringerung von Ebrantil 60 mg erforderlich sein.

Bei mäßiger und schwerer Nierenfunktionsstörung sowie bei älteren Patienten kann bei Langzeitbehandlung eine Dosisverringerung von Ebrantil 60 mg erforderlich sein.


Art der Anwendung

Die Hartkapseln, retardiert sollen morgens und abends zu den Mahlzeiten unzerkaut mit etwas Flüssigkeit
(z. B. ein halbes Glas Wasser) eingenommen werden.


Dauer der Anwendung

Über die Dauer der Behandlung entscheidet Ihr Arzt.

Die Behandlung mit Ebrantil 60 mg ist in der Regel eine Langzeittherapie.


Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Ebrantil 60 mg zu stark oder zu schwach ist.


Wenn Sie eine größere Menge Ebrantil 60 mg eingenommen haben als Sie sollten

Verständigen Sie bei Verdacht auf eine Überdosierung bzw. Vergiftung sofort einen Arzt/Notarzt, damit dieser über das weitere Vorgehen entscheiden kann!


Ärztliche Maßnahmen bei Überdosierung

Eine übermäßige Blutdrucksenkung kann durch Hochlagern der Beine und Volumensubstitution gebessert werden. Falls diese Maßnahmen nicht ausreichen, können gefäßverengende Präparate langsam und unter Blutdruckkontrolle i.v. injiziert werden. In ganz seltenen Fällen ist die intravenöse Gabe von Katecholaminen (z. B. Epinephrin 0,5 - 1,0 mg auf 10 ml verdünnt) notwendig.


Wenn Sie die Einnahme von Ebrantil 60 mg vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.


Wenn Sie die Einnahme von Ebrantil 60mg abbrechen

Sprechen Sie auf jeden Fall mit Ihrem Arzt, bevor Sie – z. B. aufgrund des Auftretens von Nebenwirkungen - eigenmächtig die Behandlung mit Ebrantil 60 mg unterbrechen oder vorzeitig beenden!


Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.


4. WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?


Wie alle Arzneimittel kann Ebrantil 60 mg Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem Behandelten auftreten müssen.


Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:


Sehr häufig: betrifft mehr als 1 Anwender von 10

Häufig: betrifft 1 bis 10 Anwender von 100

Gelegentlich: betrifft 1 bis 10 Anwender von 1.000

Selten: betrifft 1 bis 10 Anwender von 10.000

Sehr selten: betrifft weniger als 1 Anwender von 10.000

Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar


Mögliche Nebenwirkungen:


Häufigkeit

Organ-

system

häufig


gelegentlich


sehr selten


Herzerkrankungen


Herzklopfen; Beschleunigung oder Verlangsamung der Herzschlagfolge (Tachykardie; Bradykardie); Druckgefühl oder Schmerzen in der Brust (Angina-pectoris-ähnlich)


Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Übelkeit

Erbrechen; Durchfall; Mundtrockenheit


Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort


Müdigkeit

Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe (Ödeme)

Untersuchungen



Reversible Erhöhung leberspezifischer Enzyme;

Verminderung der Thrombozytenzahl#

Erkrankungen des Nervensystems

Schwindel;

Kopfschmerzen



Psychiatrische Erkrankungen


Schlafstörungen

Unruhe

Erkrankungen der Niere und Harnwege



Verstärkter Harndrang oder Verstärkung einer Harninkontinenz

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse



Dauererektion (Priapismus)

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums


Verstopfte Nase


Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes


Allergische Erscheinungen (Juckreiz, Hautrötung, Hautausschläge)


Gefäßerkrankungen


Blutdruckabfall beim Lagewechsel (orthostatische Dysregulation)



# In sehr seltenenEinzelfällen ist in zeitlichem Zusammenhang mit der Einnahme von Ebrantil 60 mg eine Verminderung der Zahl der Blutplättchen (Thrombozyten) beobachtet worden. Ein kausaler (ursächlicher) Zusammenhang mit der Ebrantil 60 mg Behandlung konnte - beispielsweise durch immunhämatologische Untersuchungen - nicht nachgewiesen werden.


Besondere Hinweise

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn einer der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation aufgeführt sind.


5. WIE IST EBRANTIL 60 MG AUFZUBEWAHREN?


Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.


Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf der Faltschachtel und dem Behältnis angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.


Aufbewahrungsbedingungen

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.


Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft die Umwelt zu schützen.


6. WEITERE INFORMATIONEN


Was Ebrantil 60 mg enthält

Der arzneilich wirksame Bestandteil ist Urapidil.

1 Hartkapsel, retardiert, enthält: 60 mg Urapidil


Die sonstigen Bestandteile sind:

Methacrylsäure-Methylmethacrylat-Copolymer (1:2) in Form von Eudragit S; Diethylphthalat; Talkum; Hypromellose; Fumarsäure; Ethylcellulose; Hypromellose Phthalat; Stearinsäure; Sucrose; Maisstärke; Gelatine; Titandioxid (E 171); Erythrosin (E 127); Indigocarmin (E 132); Eisenoxid, rot (E 172); Gereinigtes Wasser; Drucktinte


Wie Ebrantil 60 mg aussieht und Inhalt der Packung

Ebrantil 60 mg sind zweifarbig (rosa; rot) opake Kapseln mit schwarzer Beschriftung „Ebr 60“.


Ebrantil 60 mg ist in Packungen mit 50 Hartkapseln, retardiert bzw. 100 Hartkapseln, retardiert und Klinikpackungen erhältlich.





Pharmazeutischer Unternehmer



Takeda GmbH

Byk-Gulden-Straße 2

78467 Konstanz

Telefon: 0800 825332 5

Telefax: 0800 825332 9

E-mail: medinfo@takeda.de


Hersteller


Takeda GmbH

Betriebsstätte Oranienburg

Lehnitzstraße 70 – 98

16515 Oranienburg



Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:


Bosnien und Herzegowina: Ebrantil 60

Frankreich: Eupressyl 60 mg, Mediatensyl 60 mg, Paxistol 60 mg

Italien: Ebrantil 60

Kroatien: Ebrantil 60

Niederlande: Ebrantil 60

Österreich: Ebrantil retard 60 mg

Slowakei: Ebrantil 60

Slowenien: Ebrantil 60 mg

Tschechien: Ebrantil 60

Ungarn: Ebrantil






Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im November 2012.


10


RRI/RM-MB MED-RA-Ko MED-RA/KK MED-RA/KK MED-RA/CW

01.03.2007/F.12/VK 26.10.2007/F.13/VK 11.09.2008/F.14/VK 01.06.2011/F.15/VK 30.11.2012/F.16/VK

(Umfirmierung, Aufnahme (PVA 07/041, Anpassung PVA 2008/040 [PVA 2011/021] PVA 2011/147

Ret.kaps.“ nach Bezeichnung) an 14. AMG Novelle) Anpassung an NYDE/NYCO-Merger Merger

14. AMG Novelle

Ebrantil 60mg

Fachinformation Ebrantil 60mg

Fachinformation

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Ebrantil® 30 mg Ebrantil® 60 mg Ebrantil® 90 mg

Hartkapseln, retardiert

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Wirkstoff: Urapidil

1 Hartkapsel, retardiert Ebrantil    30 mg    enthalt:    Urapidil 30    mg

1 Hartkapsel, retardiert Ebrantil    60 mg    enthalt:    Urapidil 60    mg

1 Hartkapsel, retardiert Ebrantil    90 mg    enthalt:    Urapidil 90    mg

Die vollstandige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Hartkapseln, retardiert

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1    Anwendungsgebiete

Bluthochdruck

4.2    Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Fur eine behutsame Blutdrucksenkung wird die Behandlung mit einer 2-mal taglichen Gabe von Ebrantil 30 mg (entsprechend 2-mal taglich 30 mg Urapidil) begonnen.

1st eine schnellere Blutdrucksenkung erwunscht oder notwendig, so kann die Behandlung auch mit einer 2-mal taglichen Gabe von Ebrantil 60 mg (entsprechend 2-mal taglich 60 mg Urapidil) begonnen werden.

Die Dosis kann schrittweise den individuellen Erfordernissen angepasst werden. Der Dosierungsbereich fur die Erhaltungstherapie betragt 60 - 180 mg Urapidil pro Tag, wobei die Gesamtmenge auf zwei Einzelgaben verteilt wird. Hierfur stehen Ebrantil Hartkapseln zu 30 mg, 60 mg und 90 mg zur Verfugung.

Besondere Patientengruppen

Dosierung bei eingeschrankter Leberfunktion

Bei Leberfunktionsstorungen kann eine Dosisverringerung von Ebrantil 30 mg/60 mg/90 mg erforderlich sein. Dosierung bei eingeschrankter Nierenfunktion

Bei maGiger und schwerer Nierenfunktionsstorung kann bei Langzeitbehandlung eine Dosisverringerung von Ebrantil 30 mg/60 mg/90 mg erforderlich sein.

Altere Menschen

Bei alteren Menschen kann bei Langzeitbehandlung eine Dosisverringerung von Ebrantil 30 mg/60 mg/

90 mg erforderlich sein.

Kinder und Jugendliche

Hinsichtlich der Anwendung von Ebrantil bei Kindern und Jugendlichen liegen bislang nur unzureichende Erkenntnisse vor.

Art der Anwendung

Die Hartkapseln sollen morgens und abends zu den Mahlzeiten unzerkaut mit etwas Flussigkeit eingenommen werden.

Ebrantil 30 mg/60 mg/90 mg sind zur Langzeitanwendung geeignet.

Die Behandlung des Bluthochdrucks mit diesem Arzneimittel bedarf der regelmaGigen arztlichen Kontrolle.

4.3    Gegenanzeigen

Ebrantil 30 mg/60 mg/90 mg darf nicht angewendet werden bei:

-    Uberempfindlichkeit (Allergie) gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile

-    Schwangerschaft und Stillzeit

4.4    Besondere Warnhinweise und VorsichtsmaGnahmen fur die Anwendung

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Ebrantil 30 mg/60 mg/90 mg ist erforderlich bei

-    Herzinsuffizienz, deren Ursache in einer mechanischen Funktionsbehinderung liegt, wie z. B. Aortenklappen- oder Mitralklappenstenose, bei Lungenembolie oder bei durch Perikarderkran-kungen bedingter Einschrankung der Herzaktion,

-    Kindern, da keine Untersuchungen hierzu vorliegen,

-    Patienten mit Leberfunktionsstorungen,

-    Patienten mit maGiger bis schwerer Nierenfunktionsstorung,

-    alteren Patienten,

-    Patienten, die gleichzeitig Cimetidin erhalten (siehe Abschnitt 4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen).

Patienten mit der seltenen hereditaren Fructose-Intoleranz, Glucose-Galactose-Malabsorption oder Saccharase-Isomaltase-Mangel sollten Ebrantil nicht einnehmen.

4.5    Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Die blutdrucksenkende Wirkung von Ebrantil 30 mg/60 mg/90 mg kann durch gleichzeitig verabreichte Alpha-Rezeptorenblocker, Vasodilatatoren und durch andere blutdrucksenkende Arzneimittel sowie durch Zustande mit Volumenmangel (z. B. Durchfall, Erbrechen) und Alkohol verstarkt werden.

Bei gleichzeitiger Einnahme von Cimetidin ist mit einer Erhohung des Urapidil-Serumspiegels um 15 % zu rechnen.

Da noch keine ausreichenden Erfahrungen in der Kombinationsbehandlung mit ACE-Hemmern vorliegen, wird diese derzeit nicht empfohlen.

4.6    Fertilitat, Schwangerschaft und Stillzeit

Ebrantil 30 mg/60 mg/90 mg darf in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht verabreicht werden, da Erfahrungen am Menschen bisher nicht vorliegen.

Tierexperimentelle Studien haben keine Anhaltspunkte fur eine Keimschadigung ergeben.

4.7    Auswirkungen auf die Verkehrstuchtigkeit und die Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen

Durch individuell unterschiedliche Reaktionen kann Ebrantil 30 mg/60 mg/90 mg, auch bei bestimmungsgemaGem Gebrauch, die Fahigkeit zur aktiven Teilnahme am StraGenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeintrachtigen. Dies gilt im verstarkten MaRe bei Behandlungsbeginn, Dosiserhohung und Praparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol.

4.8 Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Haufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

Sehr haufig (> 1/10)

Haufig (> 1/100, < 1/10)

Gelegentlich (> 1/1.000, < 1/100)

Selten (> 1/10.000, < 1/1.000)

Sehr selten (< 1/10.000)

Nicht bekannt (Haufigkeit auf Grundlage der verfugbaren Daten nicht abschatzbar)

Haufigkeit

Organ—

system

haufig

gelegentlich

sehr selten

nicht bekannt

Psychiatrische

Erkrankungen

Schlafstorungen

Unruhe

Erkrankungen des Nervensystems

Schwindel,

Kopfschmer-

zen

Herzerkrankungen

Herzklopfen, Tachykardie, Bradykardie, Druckgefuhl oder Schmerzen in der Brust (Angina-pectoris-ahnlich)

GefaGerkrankun-

gen

orthostatische

Dysregulation

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Verstopfte Nase

Erkrankungen des

Gastrointestinal-

trakts

Ubelkeit

Erbrechen, Durchfall, Mundtrockenheit

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzell-gewebes

Allergische Reaktionen wie Juckreiz, Hautrotung, Exantheme

Angioodem,

Urtikaria

Erkrankungen der Niere und Harn-wege

Verstarkter Harndrang oder Verstarkung einer Harninkontinenz

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdruse

Priapismus

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Mudigkeit

Odeme

Untersuchungen

Reversible Erhohung

leberspezifischer

Enzyme,

Verminderung der Thrombozytenzahl#

#In sehr seltenen Einzelfallen ist in zeitlichem Zusammenhang mit der Einnahme von Ebrantil 30 mg/60 mg/90 mg eine Verminderung der Thrombozytenzahl beobachtet worden. Ein kausaler Zusammenhang mit der Urapidil 30 mg/60 mg/90 mg-Behandlung konnte - beispielsweise durch immunhamatologische Untersuchungen - nicht nachgewiesen werden.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von groRer Wichtigkeit. Sie ermoglicht eine kontinuierliche Uberwachung des Nutzen-Risiko-Verhaltnisses des Arzneimittels. Angehorige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut fur Arzneimittel und Medizinprodukte,

Abt. Pharmakovigilanz Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3 D-53175 Bonn Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9 Uberdosierung

a.    Symptome einer Uberdosierung

-    seitens des Kreislaufs: Schwindel, orthostatischer Blutdruckabfall, Kollaps

-    seitens des Zentralnervensystems: Mudigkeit und verminderte Reaktionsfahigkeit

b.    TherapiemaSnahmen bei Uberdosierung

Eine ubermaRige Blutdrucksenkung kann durch Hochlagern der Beine und Volumensubstitution gebessert werden. Falls diese MaRnahmen nicht ausreichen, konnen gefaRverengende Praparate langsam und unter Blutdruckkontrolle intravenos injiziert werden. In ganz seltenen Fallen ist die intravenose Gabe von Katecholaminen (z. B. Adrenalin, 0,5 - 1,0 mg auf 10 ml mit isotonischer Natriumchloridlosung verdunnt) notwendig.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1    Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe:

Antiadrenerge Mittel, peripher wirkend ATC-Code: C02CA06

Wirkmechanismus

Urapidil fuhrt zu einer Senkung des systolischen und diastolischen Blutdrucks durch Verminderung des peripheren Widerstandes.

Die Herzfrequenz bleibt weitgehend konstant. Das Herzzeitvolumen wird nicht verandert; ein infolge erhohter Nachlast vermindertes Herzzeitvolumen kann ansteigen.

Urapidil hat zentrale und periphere Angriffspunkte.

Peripher blockiert Urapidil vorwiegend postsynaptische Alpha-1-Rezeptoren und hemmt somit den vasokonstriktorischen Angriff der Katecholamine.

Zentral moduliert Urapidil die Aktivitat der Kreislaufregulationszentren; dadurch wird eine reflektorische Zunahme des Sympathikotonus verhindert oder der Sympathikotonus gesenkt.

5.2    Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Urapidil wird nach oraler Gabe zu 80 - 90 % im Magen-Darm-Trakt resorbiert. Die maximale Plasmakonzentration der Retardformulierungen wird nach ca. 4 - 6 Stunden erreicht, die Eliminationshalbwertzeit betragt ca. 4,7 (3,3 - 7,6) Stunden.

Die absolute Bioverfugbarkeit der Hartkapseln, retardiert gegenuber dem i.v.-Standard betragt ca. 72 (63 -80) %. Die relative Bioverfugbarkeit der Hartkapseln, retardiert gegenuber der oral applizierten Losung betragt 92 (83 - 103) %.

Verteilung

Die Plasmaproteinbindung von Urapidil betragt ca. 80 %, das Verteilungsvolumen 0,77 l/kg KG. Die Substanz penetriert die Blut-Hirn-Schranke und ist placentagangig.

Biotransformation

Die Metabolisierung von Urapidil erfolgt vorwiegend in der Leber. Der Hauptmetabolit ist ein am Phenylkern in 4-Stellung hydroxiliertes Urapidil, welches keine nennenswerte antihypertensive Wirkung hat. Der Metabolit O-demethyliertes Urapidil verfugt etwa uber die gleiche biologische Aktivitat wie Urapidil, entsteht aber nur in geringem Umfang.

Elimination

Die Elimination von Urapidil sowie seiner Metaboliten erfolgt beim Menschen zu 50 - 70 % renal, davon ca. 15 % der applizierten Dosis als pharmakologisch aktives Urapidil. Der Rest wird fakal ausgeschieden.

Spezielle Patientengruppen

Bei fortgeschrittener Leber- und/oder Niereninsuffizienz sowie bei alteren Patienten sind das Verteilungsvolumen und die Clearance von Urapidil reduziert, die Eliminationshalbwertzeit ist verlangert.

5.3 Praklinische Daten zur Sicherheit

a.    Akute Toxizitat

Zur akuten Toxizitat wurden Untersuchungen mit Urapidilhydrochlorid an Mausen und Ratten durchgefuhrt. Die LD50-Werte (bezogen auf Urapidil-Base) liegen nach oraler Gabe zwischen 508 und 750 mg/kg KG und nach intravenoser Applikation zwischen 140 und 260 mg/kg KG.

Vorherrschend im Vergiftungsbild waren Sedierung, Ptosis, Motilitatsminderung, Ausfall der Schutzreflexe und Hypothermie, Dyspnoe, Cyanose, Tremor und Krampfe mit Todesfolge.

b.    Chronische Toxizitat / Subchronische Toxizitat

Studien zur chronischen Toxizitat wurden an Ratten nach oraler Gabe mit dem Futter uber 6 und 12 Monate mit Dosierungen bis zu 250 mg/kg KG/ Tag sowie nach oraler Gabe mit Schlundsonde uber 3 und 12 Monate mit Dosierungen bis zu 125 mg/kg KG/Tag durchgefuhrt. Beobachtet wurden Sedierung, Ptosis, verminderte Korpergewichtszunahme, eine Verlangerung des Oestruszyklus und verminderte Uterusgewichte.

Am Hund wurde die chronische Toxizitat in Studien uber 6 und 12 Monate mit Dosierungen bis zu 64 mg/kg KG gepruft. Dosierungen ab 30 mg/kg KG/Tag verursachten Sedierung, Hypersalivation und Tremor. Klinische oder histopathologische Veranderungen wurden am Hund nicht festgestellt.

c.    Mutagenes und tumorerzeugendes Potential

Urapidil zeigte in Untersuchungen an Bakterien (AMES-Test, Host Mediated Assay), an Humanlymphozyten und im Knochenmark-Metaphasetest an der Maus keine mutagenen Eigenschaften. Ein Test auf DNS-Reparatur an Rattenhepatozyten verlief negativ.

Aus Kanzerogenitatsuntersuchungen an Mausen und Ratten uber 18 und 24 Monate haben sich keine fur den Menschen relevanten Hinweise auf ein tumorerzeugendes Potential ergeben. In speziellen Untersuchungen an Ratten und Mausen zeigte sich, dass Urapidil den Prolaktinspiegel erhoht. Beim Nager fuhrt ein erhohter Prolaktinspiegel zur Stimulation des Wachstums von Mammagewebe. Aufgrund der Kenntnisse uber den Wirkungsmechanismus ist diese Wirkung fur den Menschen bei therapeutischer Dosierung nicht zu erwarten und konnte in klinischen Studien nicht nachgewiesen werden.

d.    Reproduktionstoxizitat

Reproduktionstoxikologische Untersuchungen an Ratte, Maus und Kaninchen ergaben keine Hinweise auf eine teratogene Wirkung.

Eine Verlangerung des Oestruszyklus bei weiblichen Ratten wurde in den Reproduktionsstudien, wie auch in den Untersuchungen zur chronischen Toxizitat festgestellt. Dieser Effekt, wie auch die verminderten Uterusgewichte im chronischen Versuch werden als Folge des beim Nager nach Behandlung mit Urapidil auftretenden erhohten Prolaktinspiegels angesehen. Die Fertilitat der Weibchen war nicht beeintrachtigt.

Aufgrund der erheblichen Speziesunterschiede gibt es jedoch keinen Anhalt fur eine Relevanz dieser Befunde fur den Menschen. In klinischen Langzeitstudien konnte eine Beeinflussung des Hypophysen-Gonaden-Systems bei der Frau nicht festgestellt werden.

6.    PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1    Liste der sonstigen Bestandteile

Ebrantil 30 mg

Methacrylsaure-Methylmethacrylat-Copolymer (1:2) (Ph. Eur.), Diethylphthalat, Talkum, Hypromellose, Fumarsaure, Ethylcellulose, Hypromellosephthalat, Stearinsaure, Sucrose, Maisstarke, Gelatine, Eisenoxid, gelb (E 172), Titandioxid (E 171), gereinigtes Wasser, Drucktinte

Ebrantil 60 mg

Methacrylsaure-Methylmethacrylat-Copolymer (1:2) (Ph. Eur.), Diethylphthalat, Talkum, Hypromellose, Fumarsaure, Ethylcellulose, Hypromellosephthalat, Stearinsaure, Sucrose, Maisstarke, Gelatine, Titandioxid (E 171), Erythrosin (E 127), Indigocarmin (E 132), Eisenoxid, rot (E 172), gereinigtes Wasser, Drucktinte

Ebrantil 90 mg

Methacrylsaure-Methylmethacrylat-Copolymer (1:2) ) (Ph. Eur.), Diethylphthalat, Talkum, Hypromellose, Fumarsaure, Ethylcellulose, Hypromellosephthalat, Stearinsaure, Sucrose, Maisstarke, Gelatine, Titandioxid (E 171), Erythrosin (E 127), Indigocarmin (E 132), gereinigtes Wasser, Drucktinte

6.2    Inkompatibilitaten

Nicht zutreffend.

6.3    Dauer der Haltbarkeit

2 Jahre.

6.4    Besondere VorsichtsmaGnahmen fur die Aufbewahrung

Fur diese Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5    Art und Inhalt des Behaltnisses

WeiGes Kunststoffbehaltnis mit grauem Schraubverschluss; beide aus Polyethylen.

Packung mit 50 Hartkapseln, retardiert Packung mit 100 Hartkapseln, retardiert Klinikpackung mit 500 (10 x 50) Hartkapseln, retardiert

6.6    Besondere VorsichtsmaGnahmen fur die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7. Inhaber der Zulassung

Takeda GmbH

Byk-Gulden-StraGe 2 78467 Konstanz Telefon: 0800 825332 5

Telefax: 0800 825332 9 E-mail: medinfo@takeda.de

8. ZULASSUNGSNUMMER(N)

1056.00.01

1056.01.01

1056.02.01

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLANGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung:    04.05.1981 (Ebrantil 30 mg)

23.06.1986 (Ebrantil 60 mg und 90 mg) Datum der letzten Verlangerung der Zulassung: 18. Januar 2005

10. STAND DER INFORMATION

November 2014

11. Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig

7

Ebrantil 60mg