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Hydroson Tabletten 10 Mg

Document: 19.03.2009   Fachinformation (deutsch) change

Dermapharm AG


Anlage 2 zur ÄA vom 05.03.2009


Hydrocutan Tabletten 10 mg

Zul.-Nr. 42997.00.00

Fachinformation, Seite 0 von 15




Fachinformation



1. Bezeichnung des Arzneimittels

Hydrocutan®Tabletten 10 mg



2. Qualitative und quantitative Zusammensetzung

1 Tablette enthält 10 mg Hydrocortison.


1 Tablette enthält 76 mg Lactose.

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.



3. Darreichungsform

Runde weiße Tablette mit einseitiger Bruchkerbe sowie einem eingeprägten „H“ auf der anderen Seite.


Die Tablette kann halbiert werden.



4. Klinische Angaben


4.1 Anwendungsgebiete

Hydrocutan Tabletten 10 mg sind angezeigt zur

- Substitutionstherapie

Primäre Nebennierenrinden-Insuffizienz (z.B. Morbus Addison, Zustand nach

Adrenalektomie), sekundäre Nebennieren-Insuffizienz (z.B. Sheehan-Syndrom,

Zustand nach Hypophysektomie)

- Hemmtherapie

Adrenogenitales Syndrom (AGS)


4.2 Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Wegen der möglichen Gefährdung in Stresssituationen ist für den Patienten ein

Notfall-Ausweis auszustellen.

Dosierung bei Substitutionstherapie

Tagesdosis für Erwachsene: 10 - 20 mg, maximal 30 mg Hydrocortison (entsprechend

1 - 2, maximal 3 Tabletten) pro Tag.

Tagesdosis für Kinder: 10 - 15 mg Hydrocortison/m² Körperoberfläche pro Tag.

Wenn noch eine Restaktivität der Nebennierenrinde erhalten ist, können geringere

Dosen ausreichen.

DieDosierungistin jedem Fall individuell zu handhaben,wobei die physiologische

Tagesrhythmik der Nebennierenrindenfunktion nachgeahmt wird. Die Tagesdosis wird

dementsprechend auf zwei Einzeldosen aufgeteilt (z.B. 15 mg um 6:00 - 8:00 Uhr

und 5 mg um 14:00 Uhr). Eine Aufteilung in drei Einzeldosen (z.B. 10 mg morgens,

5 mg nachmittags und 5 mg abends) ist bei Patienten, die nachts besonders aktiv

sind (Sport, Spät- oder Nachtschicht), zu empfehlen.

Bei besonderen körperlichen Belastungen (z.B. Trauma, Operation), interkurrenten

Infekten usw. wird eine Dosiserhöhung um das 2-3fache, bei extremen Belastungen

(z.B. Geburt) bis zum 10fachen notwendig. Bei Salzverlustsyndrom, Morbus Addison

und nach Adrenalektomie ist die zusätzliche GabeeinesMineralokortikoids erfor­derlich.

Für die Schwangerschaft gilt:

1. Trimenon: Normale Dosis

2. Trimenon: Erhöhung der täglichen Substitutionsdosis um 5 mg

3. Trimenon: Erhöhung der täglichen Substitutionsdosis um weitere 5 mg

Nach der Schwangerschaft wird die Dosis auf die normale Substitutionsdosis redu-

ziert.

Dosierung bei Hemmtherapie

Initial beträgt die Tagesdosis bei adrenogenitalem Syndrom im allgemeinen 15 - 20

mg/m² Körperoberfläche/Tag. Die Tagesgesamtdosis sollte in der Regel in 3 Einzel-

gaben aufgeteilt werden:

Früher Morgen: z.B. 1/2der Tagesgesamtdosis

Früher Nachmittag: z.B. 1/4der Tagesgesamtdosis

Bettgehzeit: z.B. 1/4der Tagesgesamtdosis (zur Unterdrückung des frühmorgendli-

chen ACTH-Anstiegs).

BeientsprechenderEigenproduktionder Nebennierenrinde kann eine geringere Tages-

dosis ausreichen.

Die Hydrocortisondosis zur Suppression muss so gewählt werden, dass sie für die

Androgensuppression ausreicht, jedoch kein Cushing-Syndrom bzw. bei Kindern keine

Hemmung des Längenwachstums auftritt.

Hinweis:

Bei besonderen körperlichen Belastungen (Stresssituationen wie Unfall, akute Er-

krankung, starke physikalische Reize, Operation) muss die Dosis auf die doppelte

bis dreifache Menge gesteigert werden. Bei akuten schweren Belastungen (z.B. Ge-

burt) werden bis zu 100 mg Hydrocortison als Infusion gegeben.

Art und Dauer der Anwendung

Die Tabletten werden unzerkaut mit Flüssigkeit währendoderunmittelbarnach einer

Mahlzeit eingenommen.

Die Substitutionstherapie bei Nebennierenrinden-Insuffizienz und die Behandlung

des AGS erfolgen in der Regel lebenslang.


4.3 Gegenanzeigen

Hydrocutan Tabletten 10 mg sind kontraindiziert bei Überempfindlichkeit gegen

Hydrocortison oder einen der sonstigen Bestandteile.


4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

BeiderTherapiemitHydrocutan Tabletten 10 mg ist es erforderlich, den Pa-

tienten sorgfältig individuell auf das Präparat einzustellen, einschließlich ent-

sprechender Kontrolluntersuchungen z.B. von Gewicht, Blutdruck, Elektrolyten (bei

AGS auch Hormonparameter), bei Kindern zusätzlich Längenwachstum.

Eine Dosisanpassung ist bei besonderen körperlichen Belastungen notwendig (siehe

auch 4.2 Dosierung, Art und Dauer der Anwendung).

Eine besondere ärztliche Überwachung ist bei Magen-Darm-Ulzera, schwerer Osteopo-

rose, Kortikoid-induzierter Psychose sowie schwerer Hypertonie und Herzinsuffi-

zienz erforderlich.

Insbesondere in der Einstellungsphase der Behandlung mit Hydrocutan Tabletten

10 mgsolltenbeiEng-undWeitwinkelglaukomenregelmäßigeaugenärztliche Kontrol-

len erfolgen.

Bei Diabetikern ist ein eventuell erhöhter Bedarf an Insulin oder oralen Antidia-

betika zu berücksichtigen.

Die Anwendung von Hydrocutan Tabletten 10 mg im Wachstumsalter erfordert eine

strenge ärztliche Überwachung.

Dieses Arzneimittel enthält Lactose (76 mg pro Tablette, entsprechend 0,0063 BE).

Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder

Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Hydrocutan Tabletten 10 mg nicht ein-

nehmen.

Die Anwendung von Hydrocutan Tabletten 10 mg kann bei Dopingkontrollen zu

positiven Ergebnissen führen.


4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Herzglykoside: Die Glykosidwirkung kann durch Kaliummangel verstärkt werden.

Saluretika: Die Kaliumausscheidung wird vermehrt.

Antidiabetika: Die blutzuckersenkende Wirkung wird vermindert.

Cumarin-Derivate: Die Antikoagulanzienwirkung wird abgeschwächt.

Bei gleichzeitiger Anwendung wird eine Dosisanpassung der Antikoagulanzien erfor-

derlich.

Rifampicin,Phenytoin,BarbiturateundPrimidon:Die Kortikoidwirkung wird vermin-

dert.

Nichsteroidale Antiphlogistika/Antirheumatika, Salicylate und Indometacin: Die

Gefahr von Magen-Darm-Blutungen wird erhöht.

Nicht-depolarisierende Muskelrelaxanzien: Die Muskelrelaxation kann länger anhal-

ten (s.a. 4.8 Nebenwirkungen)

Östrogene (z.B. Ovulationshemmer): Die Kortikoidwirkung kann verstärkt werden.

Atropin, andere Anticholinergika: Zusätzliche Augeninnendrucksteigerungen bei

gleichzeitiger Anwendung mit Hydrocutan Tabletten 10 mg sind möglich.

Praziquantel: Durch Kortikosteroide ist ein Abfall der Praziquantel-Konzentration

im Blut möglich.

Chloroquin, Hydroxychloroquin, Mefloquin: Es besteht ein erhöhtes Risiko des Auf-

tretens von Myopathien, Kardiomyopathien.

Somatropin: Die Wirkung von Somatropin kann bei Überdosierung von Hydrocortison

vermindert werden.

Protirelin: Der TSH-Anstieg bei Gabe von Protirelin kann reduziert sein.

Ciclosporin:DieBlutspiegelvon Ciclosporin werden erhöht: Es besteht eine erhöh-

te Gefahr zerebraler Krampfanfälle.


4.6 Schwangerschaft und Stillzeit

Während der Schwangerschaft ist eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung

erforderlich. Zur Dosierung von Hydrocutan Tabletten 10 mg für die Substitu-

tionstherapie bei Nebennierenrinden-Insuffizienz in der Schwangerschaft siehe 4.2

Dosierung bei Substitutionstherapie.

Im Tierversuch ergaben sich Hinweise auf Fehlbildungen und andere embryotoxische

Wirkungen von Glukokortikoiden (siehe 5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit). Für

die Anwendung von Hydrocortison beim Menschen im Rahmen der Substitutionstherapie

haben diese Befunde jedoch keine Bedeutung.

Glukokortikoide gehen in geringen Mengen in die Muttermilch über. Für Hydrocorti-

son selbst liegen keine Untersuchungen vor. Bei einer Substitutionsbehandlung

sind jedoch keine negativen Auswirkungen auf den gestillten Säugling zu erwarten.


4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Bisher liegen keine Hinweise vor, dass Hydrocutan Tabletten 10 mg die Fähigkeit

zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen be-

einträchtigen. Gleiches gilt auch für Arbeiten ohne sicheren Halt.


4.8 Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zu Grunde

gelegt:

Sehr häufig (1/10)

Häufig (1/100 bis 1/10)

Gelegentlich (1/1.000 bis 1/100)

Selten (1/10.000 bis 1/1.000)

Sehr selten (1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar.)


AußerderMöglichkeiteinerÜberempfindlichkeitgegenHydrocutan Tabletten10mg

(s. 4.3 Gegenanzeigen) sind bei der Substitutionstherapie keine Nebenwirkungen zu

erwarten.

Eine Überdosierung über längere Zeit kann zu den für Glukokortikoide typischen

unerwünschten Wirkungen (Symptome eines Cushing-Syndroms) führen, die in unter-

schiedlicher Ausprägung zu erwarten sind, wie:

- Fettverteilungsstörungen wie Vollmondgesicht, Stammfettsucht, sehr selten auch

reversible epidurale mediastinale oder epikardiale Lipomatosen

- Gewichtszunahme

- Natriumretention mit Ödembildung

- vermehrte Kaliumausscheidung

- Hypertonie

- Störungen der Sexualhormonsekretion (Amenorrhoe, Impotenz)

- Inaktivität bzw. Atrophie der Nebennierenrinde

- Wachstumshemmung bei Kindern

- verminderte Glucosetoleranz, Diabetes mellitus

- Osteoporose, aseptische Knochennekrosen (Femur- und Humeruskopf)

- Muskelschwäche (bei Patienten mit Myasthenia gravis kann eine reversible Ver-

schlechterung der Muskelschwäche auftreten, die zu einer myasthenischen Krise

fortschreiten kann)

- AuslösungeinerakutenMyopathiebei zusätzlicher Anwendung von nicht-depolari-

sierenden Muskelrelaxanzien (siehe auch 4.5 Wechselwirkungen)

- Magen-Darm-Ulzera, Pankreatitis, Oberbauchbeschwerden

- Vaskulitis

- verzögerte Wundheilung

- Striae rubrae, Petechien, Ekchymosen, Steroidakne

- Schwächung der Immunabwehr mit Erhöhung des Infektionsrisikos (bestimmte virus-

bedingte Erkrankungen (z.B. Varizellen, Herpes simplex oder - während der virä-

mischen Phase - Herpes zoster) können einen schweren, manchmal auch lebensbe-

drohlichen Verlauf nehmen)

- psychische Störungen

- Erhöhung des Thromboserisikos

- Katarakt, Glaukom


Sehr selten Überempfindlichkeitsreaktionen bis zum Schock (insbesondere bei Pa-

tienten mit Asthma bronchiale und nach Nierentransplantation)


4.9 Überdosierung

Nur bei Überdosierung über längere Zeit ist mit verstärkten Nebenwirkungen (s.

4.8 Nebenwirkungen), insbesondere auf Endokrinium, Stoffwechsel und Elektrolyt-

haushalt zu rechnen.



5. Pharmakologische Eigenschaften


5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Glukokortikoide

ATC-Code: H02AB09

Die Cushing-Schwellendosis für Erwachsene wird mit 30 - 40 mg pro Tag angegeben.

Mit der biologischen Halbwertzeit von über 8 – 12 Stunden gehört Hydrocortison zu

den kurz wirksamen Glukokortikoiden, aufgrund der kurzen Wirkungsdauer führt Hy-

drocortison damit bei einer täglichen kontinuierlichen Gabe nicht zu Kumulation.


5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Nach Nüchterneinnahme von Hydrocortison werden maximale Serumkonzentrationen

innerhalb von 1 Stunde erreicht, die Serumhalbwertszeit beträgt ca. 11/2Stunden.

Durch Einnahme während einer Mahlzeit wird die Resorption verzögert, aber nicht

vermindert. Die Eiweißbindung ist dosisabhängig; im niedrigen Bereich ist Hydro-

cortisonzuüber90% gebunden,hauptsächlich an Transkortin, schwächer an Albumin.

Hydrocortison wird vor allem in der Leber metabolisiert, die Metaboliten (Tetra-

hydro-, 6-Hydroxy-, 11-Keto- und 20-Hydroxyverbindungen) sind hormonell inaktiv

und werden als Glukuronate renal ausgeschieden (ca. 90% der applizierten Dosis

innerhalb von 48 Stunden). Bei eingeschränkter Nierenfunktion ist die Inaktivie-

rung von Hydrocortison nicht beeinträchtigt; eine Dosisanpassung ist daher nicht

erforderlich. Die Wirkdauer ist länger als die Verweilzeit im Serum, sie beträgt

im mittleren Dosisbereich 8 - 12 Stunden.


5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Akute Toxizität

Hydrocortison hat eine sehr geringe akute Toxizität. Die LD50wurde bei Ratten

nach intraperitonealer Applikation mit 150 mg/kg KG und nach subcutaner Verab-

reichung mit 449 mg/kg KG bestimmt.

Chronische Toxizität

Zur chronischen Toxizität bei Mensch und Tier liegen keine Erkenntnisse vor.

Kortikoidbedingte Vergiftungserscheinungen sind nicht bekannt. Bei einer länger-

fristigen Therapie mit Dosen im Bereich bzw. oberhalb der Cushing-Schwelle (30 –

40 mg/Tag) muss mit ausgeprägten Nebenwirkungen gerechnet werden (s. 4.8 Neben-

wirkungen).

Mutagenes und tumorerzeugendes Potenzial

Vorliegende Untersuchungsbefunde für Glukokortikoide ergeben keine Hinweise auf

klinisch relevante genotoxische Eigenschaften.

Reproduktionstoxizität

Im Tierversuch zeigte Cortison die für Glukokortikoide typischen teratogenen Ef-

fekte (Gaumenspalten) und andere embryotoxische Wirkungen. Nach hochdosierter

Glukokortikoid-Gabe wurden intrauterineWachstumsstörungen beobachtet.


6. Pharmazeutische Angaben


6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Lactose-Monohydrat

Talkum

Kartoffelstärke

Gelatine

Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (Ph.Eur.)

Magnesiumstearat (Ph.Eur.)


6.2 Inkompatibilitäten

Bisher nicht bekannt.


6.3 Dauer der Haltbarkeit

5 Jahre


6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 30 °C lagern


6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

10er-Blister aus Aluminium- und PVC/PVDC-Folie in Packungen zu

20 Tabletten N1

50 Tabletten N2

100 Tabletten N3


6.6Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Entfällt.



7. Inhaber der Zulassung

Dermapharm AG

Luise-Ullrich-Straße 6

82031 Grünwald

Tel.: 089/64186-0

Fax: 089/64186-130



8. Zulassungsnummer

42997.00.00



9. Datum der Erteilung der Zulassung / Verlängerung der Zulassung

10.01.2000 / 05.11.2007



10. Stand der Information

Dezember 2008



11. Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig

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