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Hypnomidate

Document: 12.12.2005   Gebrauchsinformation (deutsch) change

GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR DEN ANWENDER


Hypnomidate.


Hypnomidate ist als Injektionslösung in 10 ml Ampullen erhältlich. Jede 10 ml Ampulle enthält 20 mg Etomidat (2 mg/ml).


Etomidat


Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwen­dung dieses Arzneimittels beginnen.

- Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

- Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

- Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese dieselben Symptome haben wie Sie.

- Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind oder wenn Sie Erfahrungen mit einer der aufgeführten Nebenwir­kungen gemacht haben, die schwerwiegend sind, informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.



Diese Packungsbeilage beinhaltet:


1. Was ist Hypnomidate und wofür wird es angewendet?

2. Was müssen Sie vor der Anwendung von Hypnomidate beachten?

3. Wie ist Hypnomidate anzuwenden?

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5. Wie ist Hypnomidate aufzubewahren?

6. Weitere Angaben



1. WAS IST HYPNOMIDATE UND WOFÜR WIRD ES ANGEWENDET?


Hypnomidate ist ein i.v. Kurzhypnotikum, das besonders zur Einleitung von Neurolept­analgesien und Inhalationsnarkosen indiziert ist.



2. WAS MÜSSEN SIE VOR DER ANWENDUNG VON HYPNOMIDATE BEACHTEN?


Hypnomidate darf nicht angewendet werden,

- wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Etomidat oder einen der sonstigen Bestandteile von Hypnomidate sind,

- bei Kindern unter 6 Jahren, da dies aufgrund lokaler Unverträglichkeit infolge der noch kleinen Blutgefäße nicht empfohlen wird.


Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Hypnomidate ist erforderlich,

da Etomidat nur von einem Arzt angewendet werden darf, der die endotracheale Intubation beherrscht, und wenn die Möglichkeit zur künstlichen Beatmung besteht.


Hypnomidate darf nur intravenös verabreicht werden.


Die Narkoseeinleitung mit Hypnomidate kann von einem leichten und vorüber­gehenden Blutdruckabfall infolge einer Abnahme des peripheren Gefäßwiderstandes begleitet sein. Bei ge­schwächten Patienten, bei denen eine Hypotonie gefährlich sein kann, sind die folgen­den Maßnahmen zu ergreifen:


1. Vor der Narkoseeinleitung sollte zur Steuerung des zirkulierenden Blutvolumens ein intravenöser Zugang geschaffen werden.


2. Andere Mittel zur Narkoseeinleitung sollten so weit wie möglich vermieden werden.


3. Die Narkoseeinleitung sollte am liegenden Patienten durchgeführt werden.


4. Das Arzneimittel sollte langsam injiziert werden (z. B. 10 ml in 1 Min.).


Bei der Anwendung von Hypnomidate müssen, wie bei jeder anderen intravenösen Narkose, die notwendigen apparativen und medikamentö­sen Maßnahmen für eventuelle Narkose­zwischenfälle (Atemdepression, mögliche Apnoe) einsatzbereit zur Verfügung stehen.

Der Patient muss nach dem Erwachen aus der Narkose unter Aufsicht bleiben.


Unter Hypnomidate können die Plasma‑Glucocorticoid‑ und Mineralocorticoid‑Spiegel absin­ken und deren stressbedingte und ACTH-induzierte Erhöhung ausbleiben. Diese gingen nicht mit Veränderungen der Vitalfunk­tionen oder Anzeichen einer erhöhten Mortalität einher. Bei Patienten mit bekannter relati­ver (Stre­sssituation) und absoluter Nebennierenrinden­insuffizienz und bei sehr langen chi­rurgischen Eingriffen sollte daher eine einmalige prophylaktische Corticoidsubstitution erwogen werden. Auf mögliche Nebenwirkungen einer einmaligen Corticoidsubstitution wird hinge­wiesen.

In derartigen Situationen ist eine Stimulation der Nebennieren mit ACTH nicht sinnvoll.


Wenn Etomidat als kontinuierliche Infusion oder wiederholt verabreicht wird, kann als direkte Folge eine prolongierte Suppression des endogenen Kortisols und Aldosterons auftreten, und daher sollte diese Art der Applikation ver­mieden werden.

In derartigen Situationen ist eine Stimulation der Nebennieren mit ACTH nicht sinnvoll.


Bei Patienten mit Leberzirrhose oder vorangegangener Prämedikation mit Neuroleptika, Opioiden oder Sedativa, muss die Dosis von Etomidat verringert werden.


In einer oder mehreren Muskelgruppen kann es insbesondere bei nicht prämedi­zierten Patienten zu Myoklonien kommen. Diese Bewegungen sind als Enthem­mung physiologi­scher dien­ze­phaler Erregungsabläufe zu er­klären. Sie lassen sich durch die intravenöse Gabe kleiner Dosen von Fentanyl mit Diazepam 1-2 Minuten vor der Narkose­einleitung mit Hypnomidate weitgehend vermeiden.


Während der Applikation von Hypnomidate werden insbesondere bei Injektion in eine kleine Vene Myoklonus und Schmerzen, einschließlich Venenschmerzen, bei der Injektion beob­achtet. Häufig kommt es zu einer Thrombophlebitis. Venenschmerzen können durch Prä­medikation mittels intravenöser Gabe einer geringen Dosis geeigneter Opioide wie z. B. Fentanyl 1-2 Minuten vor der Narkoseeinleitung weitgehend vermieden werden.


Hypnomidate sollte bei älteren Patienten mit Vorsicht angewendet werden, da die Möglich­keit einer Abnahme des Herzminutenvolumens besteht, die unter einer höhe­ren als der empfohlenen Dosierung berichtet wurde (siehe Abschnitt "Wie ist Hypnomidate anzuwen­den?").


Da Hypnomidate keine analgetische Wirkung besitzt, sollten während chirurgi­schen Eingrif­fen geeignete Analgetika verwendet werden.


Bei Anwendung von Hypnomidate mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen bzw. vor kurzem eingenommen haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.


Opioide, Sedativa (einschließlich Alkohol) und Neuroleptika verstärken die hypnotische Wirkung von Hypnomidate. Gelegentlich kann es zu kurzfristigen Apnoen kommen.

Es wurde berichtet, dass die gleichzeitige Gabe von Etomidat und Alfentanil die terminale Halbwertszeit von Etomidat auf etwa 29 Minuten verkürzt. Wenn beide Arzneimittel zusammen verabreicht werden, ist Vorsicht geboten, da die Konzentrationen von Etomidat unter die hypnotische Schwelle fallen können.


Bei Kombination von Hypnomidate mit Pharmaka, die den Blutdruck beeinflussen können, ist zu beachten, dass Hypnomidate zu einer gerin­gen Ver­minderung des peripheren Gefäß­wider­standes führt.


Die gleichzeitige Gabe von Etomidat und Ketamin scheint keinen signifikanten Einfluss auf die Plasmakonzentrationen oder die pharmakokinetischen Parameter von Ketamin oder seinen Hauptmetaboliten Norketamin zu haben.


Hypnomidate darf nicht mit anderen Produkten gemischt werden.


Schwangerschaft und Stillzeit


Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.


Schwangerschaft

Wegen möglicher em­bryotoxi­scher Wirkun­gen des Lösungs­ver­mitt­lers Propylen­glycol sollte Hypnomidate während der Schwangerschaft nur dann angewendet werden, wenn der potentielle Nutzen die Risiken für den Feten überwiegt.

Bei einer geburtshilflichen Anästhesie tritt Etomidat in die Pla­zenta über.

Die Apgar-Werte der Neuge­borenen sind ver­gleichbar mit denen nach Anwen­dung ande­rer Hypnotika. Ein vorübergehender, etwa sechs Stunden anhaltender Abfall der Plas­ma-Kortisolspiegel beim Neugeborenen wurde beobachtet, nachdem die Mutter zur Anästhesie Hypnomidate erhalten hatte, wobei die erniedrigten Plasmaspiegel im unteren Normbereich waren.


Stillzeit

Etomidat tritt in die Muttermilch über. Wenn eine Anwendung von Hypnomidate wäh­rend der Stillzeit erfor­derlich ist, sollten Sie das Stillen erst nach 24 Stunden wie­der aufnehmen und die Milch in der Zwischen­zeit verwerfen.


Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Sie dürfen sich mindestens 24h nach einer Narkose mit diesem Arzneimittel nicht an das Steuer eines Fahrzeugs setzen oder eine Maschine bedienen. Danach hat der Arzt indivi­duell zu ent­scheiden. Sie sollten Sie sich gegebenenfalls nur in Begleitung nach Hause begeben und keinen Alko­hol zu sich nehmen.



3. WIE IST HYPNOMIDATE ANZUWENDEN?


Etomidat darf nur von einem Arzt angewendet wer­den, der die endotra­chea­le Intuba­tion be­herrscht, und wenn die Möglichkeit zur künstlichen Beat­mung be­steht.


Die effektive hypnotische Dosis von Hypnomidate liegt zwischen 0,15 mg/kg KG und 0,30 mg/kg KG.

Hypnomidate sollte langsam und ausschließlich i.v. injiziert werden (Einzeldosis in etwa 30 Sekunden), gegebenenfalls in fraktionierten Gaben. Die Gesamtdosis von 60 mg (3 Am­pullen) sollte nicht überschrit­ten werden.

Es ist darauf zu achten, dass Hypnomidate nicht intraarteriell gespritzt wird.

Beim Erwachsenen führt die Verabreichung von 1 Ampulle in der Regel zu einer Schlaf­dauer von 4-5 Minuten. Bei Kindern zwischen 6 und 15 Jahren und bei äl­te­ren Patienten sollte eine Dosis von 0,15-0,2 mg/kg KG gegeben wer­den; je nach Wirkung kann die Dosis ent­sprechend ange­passt wer­den (siehe Abschnitt 2. "Was müssen Sie vor der Anwendung von Hypnomidate beachten?").


Hinweise:

Bei Patienten mit manifestem Anfallsleiden oder er­höhter Krampfbereit­schaft ist Etomidat rasch, d. h. in wenigen Sekunden, zu injizieren, um einen langsa­men Übertritt ins Gehirn zu vermei­den. Die gute biologi­sche Verfügbarkeit und die rasche Verteilung im Gehirn verhin­dern eine Akti­vierung der Anfälle.


Zur Unterbrechung eines Status epilepticus oder einer Serie epileptischer Anfälle sollte eine ausreichend hohe Dosis Etomidat (0,3 mg/kg KG) schnell innerhalb von 10 Se­kunden injiziert werden. Diese Dosis kann gegebenenfalls wiederholt werden.


Hypnomidate sollte bei älteren Patienten mit Vorsicht angewendet werden, da die Möglich­keit einer Abnahme des Herzminutenvolumens besteht, die unter einer höhe­ren als der empfohlenen Dosierung berichtet wurde (siehe Abschnitt 2. "Was müssen Sie vor der An­wendung von Hypnomidate beachten?").


Bei Patienten mit Leberzirrhose oder vorangegangener Prämedikation mit Neuroleptika, Opioiden oder Sedativa, muss die Dosis von Etomidat verringert werden.


Da Hypnomidate keine analgetische Wirkung besitzt, wird empfohlen, 1-2 Minuten vor einer Hypnomidate Injektion ein geeignetes Opioid, wie z. B. 1-2 ml Fentanyl i.v., zu verabreichen.



4. WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?


Wie alle Arzneimittel kann Hypnomidate Nebenwirkungen haben.


Daten aus klinischen Studien


Die unerwünschten Ereignisse wurden entsprechend ihrer aufgetretenen Häufigkeit unter Verwendung der folgenden Vereinbarung klassifiziert:


Sehr häufig: 1/10

Häufig: 1/100 bis < 1/10


Unerwünschte Ereignisse unabhängig vom Kausalzusammen­hang, die in einer randomi­sierten, kontrollierten Studie mit Etomidat versus einer aktiven Vergleichs­substanz bei 1 % der Patienten in beiden Therapie­gruppen berichtet wurden:


Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig: Dyskinesie, Myoklonus (leicht und schwer), tonisch-klonische Bewe­gungen

Häufig: Störungen der Augenbewegungen, Kopfschmerzen


Psychiatrische Erkrankungen

Häufig: Agitation


Herzerkrankungen

Sehr häufig: Arrhythmie

Häufig: EKG-Veränderungen, Bradykardie, Tachykardie, Arrhythmie


Gefäßerkrankungen

Sehr häufig: Hypertonie


Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Sehr häufig: Schluckauf

Häufig: Apnoe, Husten, Hyperventilation, Hypoventilation, Laryngospasmus


Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig: Übelkeit (kurz und lang andauernd), Hypersalivation, Erbrechen (gelegentlich)

Häufig: Erbrechen (häufig)


Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Sehr häufig: Schmerzen an der Injektionsstelle, Hyperhidrose, Schüttelfrost



Daten nach Markteinführung


Unerwünschte Arzneimittelreaktionen aus Spontanmeldungen wurden entsprechend ihrer aufgetretenen Häufigkeit wie folgt klassifiziert:


Sehr häufig: 1/10

Häufig: 1/100 bis < 1/10

Gelegentlich: 1/1.000 bis < 1/100

Selten: 1/10.000 bis < 1/1.000

Sehr selten: < 1/10.000, einschließlich Einzelfälle


Die angegebenen Häufigkeiten beziehen sich auf unerwünschte Arznei­mittelreaktionen aus Spontanberichten und stellen keine genaueren Berech­nungen der Häufigkeit dar, wie sie in klinischen oder epidemiologischen Studien gewonnen werden könnten.


Berichte unerwünschter Arzneimittelreaktionen nach Markteinführung:


Erkrankungen des Immunsystems

Selten: Allergische Zustände (einschließlich anaphylaktischer Schock, anaphylakti­sche Reaktionen und anaphylaktoide Reaktionen)


Endokrine Erkrankungen

Sehr selten: Nebenniereninsuffizienz


Erkrankungen des Nervensystems

Sehr selten: Konvulsion (einschließlich Grand-mal-Anfall), Myoklonus und Dyski­ne­sie


Herzerkrankungen

Sehr selten: Herzstillstand


Gefäßerkrankungen

Sehr selten: Schock, Hypotonie, Hypertonie, Thrombophlebitis (tiefe und ober­fläch­liche) und Phlebitis (tiefe und oberflächliche)


Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Selten: Atemdepression

Sehr selten: Apnoe, Bronchospasmus (einschließlich tödlich verlaufender Fälle)


Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr selten: Stevens-Johnson-Syndrom, Urtikaria und Exanthem


Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Sehr selten: Trismus


Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Sehr selten: Schmerzen an der Injektionsstelle


Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Packungsbeilage aufgeführt sind oder wenn Sie Erfahrungen gemacht haben mit einer der aufgeführten Nebenwirkungen, die schwerwiegend sind.





5. WIE IST HYPNOMIDATE AUFZUBEWAHREN?


Nicht über 25°C aufbewahren.


Nach Anbruch Rest verwerfen.


Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.


Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Etikett, dem Umkarton und dem Behältnis angegebenen Verfallsdatum nicht mehr anwenden.



6. WEITERE ANGABEN


Was Hypnomidate enthält:



Wie Hypnomidate aussieht und Inhalt der Packung


Hypnomidate ist eine durchsichtige, farblose, wässrige Injektionslösung.


Originalpackung:

5 Ampullen zu 10 ml Injektionslösung (N1)

Klinikpackung: 50 Ampullen zu 10 ml Injektionslösung


Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller:


JANSSEN-CILAG GmbH

41457 Neuss

Tel.: (02137) 955-0


Hersteller:

JANSSEN PHARMACEUTICA N.V.

Turnhoutseweg 30

2340 Beerse

Belgien



Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet am 29.11.2005.



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