Implanon Nxt
21
Implanon, Implantat
Zul.-Nr. 44868.00.00
Wortlaut der für die kombinierte Gebrauchs- und Fachinformation vorgesehenen Angaben:
Liebe Patientin!
Bitte lesen Sie folgende Gebrauchsinformation
aufmerksam, weil sie wichtige Informationen darüber enthält, was
Sie bei der Anwendung dieses Arzneimittels beachten sollen. Wenden
Sie sich bei Fragen bitte an Ihren Arzt oder
Apotheker.
G e b r a u c h s i n f o r m a t i o n
Implanon
Wirkstoff: 68 mg Etonogestrel
Implantat zur subkutanen Anwendung
Zusammensetzung
Bei Implanon handelt es sich um ein kleines,
halbstarres Kunststoffstäbchen mit 4 cm Länge und
2 mm Durchmesser, das 68 mg der arzneilich
wirksamen Substanz Etonogestrel enthält. Eine kleine Menge
Etonogestrel wird kontinuierlich in den Blutstrom abgegeben. Das
Stäbchen selbst ist aus Ethylenvinylacetat hergestellt, ein
Kunststoff, der sich im Körper nicht auflöst.
Darreichungsform und Inhalt
1 Packung enthält 1 Implantat.
N1
Stoff- oder Indikationsgruppe bzw. Wirkungsweise
Implanon wird direkt unter die Haut eingesetzt.
Eine kleine Menge eines weiblichen Hormons, das Gestagen
Etonogestrel, wird kontinuierlich aus Implanon gelöst und geht in
den Körper über. Es wirkt über zwei Wege:
Es verhindert die Freigabe einer Eizelle aus den Eierstöcken.
Es bewirkt eine Veränderung des Gebärmutterschleims, wodurch es für die Spermien schwierig wird, in die Gebärmutter einzudringen.
Infolgedessen schützt Sie Implanon über eine Zeitspanne von 3 Jahren vor einer Schwangerschaft. Implanon ist eine von verschiedenen Methoden der Schwangerschafts-verhütung. Eine andere, oft verwendete Methode der Empfängnisverhütung ist die Einnahme der kombinierten Pille. Im Gegensatz zur kombinierten Pille kann Implanon auch von Frauen angewendet werden, die keine Estrogene anwenden dürfen oder wollen. Bei Implanon brauchen Sie nicht jeden Tag an die Einnahme der Pille zu denken, daher ist Implanon sehr zuverlässig. Wenn Sie Implanon anwenden, kann die Monatsblutung unregelmäßig sein oder ganz ausfallen, schmerzhafte Perioden können sich bessern. Sie können die Anwendung von Implanon jederzeit beenden (siehe auch "Wenn Sie die Anwendung von Implanon beenden wollen").
Pharmazeutischer Unternehmer
Organon GmbH
85762 Oberschleißheim
Telefon: 089 31562-00
Telefax: 089 31562-218
Hersteller
N.V. Organon
P.O. Box 20
5340 BH Oss
Niederlande
Telefon: 0031 412 66-1222
Telefax: 0031 412 66-2617
Anwendungsgebiet
Schwangerschaftsverhütung
Gegenanzeigen
Wann darf Implanon nicht angewendet werden?
Implanon darf nicht angewendet werden, wenn eine der unten genannten Bedingungen bei Ihnen zutrifft. Sollte dies der Fall sein, so informieren Sie Ihren Arzt vor dem Einsetzen von Implanon. Ihr Arzt wird Ihnen vielleicht zur Anwendung einer nicht-hormonellen Methode der Empfängnis-verhütung raten.
Thrombose. Bei einer Thrombose handelt es sich um die Bildung eines Blutgerinnsels in einem Blutgefäß [z. B. in den Beinen (tiefe venöse Thrombose) oder in den Lungen (Lungenembolie)].
Gelbsucht (Gelbfärbung der Haut) oder schwere Lebererkrankungen.
Gestagenabhängiger Tumor.
Nicht abgeklärte vaginale Blutungen.
Überempfindlichkeit gegen einen der Bestandteile von Implanon.
Sollte eine der oben genannten Bedingungen während der Anwendung von Implanon erstmalig auftreten, suchen Sie bitte umgehend Ihren Arzt auf.
Was muss in Schwangerschaft und Stillzeit beachtet werden?
Implanon darf bei schwangeren Frauen oder bei
Frauen, die vermuten, dass sie schwanger sein könnten, nicht
angewendet werden.
Implanon beeinflusst weder die Produktion noch die Qualität (Protein-, Laktose- oder Fettgehalt) Ihrer Muttermilch. Kleine Mengen des arzneilich wirksamen Bestandteils (Etonogestrel) gehen in die Muttermilch über. Ungefähr 2,2 % Ihrer täglichen gewichtsbezogenen Dosis und etwa 0,2 % Ihrer täglichen absoluten Dosis werden bei einer angenommenen Milchmenge von 150 ml je Kilogramm Körpergewicht durch das von Ihnen gestillte Kind durchschnittlich aufgenommen. Die Ausscheidung des Wirkstoffes nimmt während der Stillperiode kontinuierlich ab.
Begrenzte Langzeitdaten liegen für Kinder vor, deren Mütter 4 bis 8 Wochen nach der Geburt mit der Anwendung von Implanon begonnen haben. Die Auswertung für Wachstum, physische und psychomotorische Entwicklung zeigte keinerlei Unterschiede im Vergleich zu gestillten Kindern, deren Mütter eine Kupferspirale nutzten. Basierend auf den verfügbaren Daten können Sie Implanon in der Stillzeit anwenden.
Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung und Warnhinweise
Welche Vorsichtsmaßnahmen müssen beachtet werden?
Wie alle hormonellen empfängnisverhütenden Methoden schützt auch Implanon nicht vor HIV-Infektionen (AIDS) oder anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen.
Vor dem Einsetzen von Implanon
Bei Vorliegen folgender Bedingungen kann eine
sorgfältige Überwachung notwendig sein. Ihr Arzt kann Ihnen
erklären, was zu tun ist. Informieren Sie deshalb Ihren Arzt vor
dem Einsetzen von Implanon, wenn eine Bedingung davon bei Ihnen
zutrifft.
Behandelter oder bestehender
Brustkrebs
Lebererkrankungen
Thrombose in der Vorgeschichte
Diabetes
Übergewicht
Epilepsie
Tuberkulose
Hoher Blutdruck
Chloasma (gelblich-braune Pigmentflecken, insbesondere im Gesicht); wenn ja, vermeiden Sie zu starke Sonneneinstrahlung oder UV-Strahlung.
Was Sie bei der Verhütung mit Implanon wissen sollten
Brustkrebs
Bei jeder Frau besteht die Gefahr, an Brustkrebs
zu erkranken, ob sie nun zur Empfängnisverhütung Hormone anwendet
oder nicht. Bei Frauen, die die Pille einnehmen, wurde geringfügig
häufiger Brustkrebs diagnostiziert als bei Frauen gleichen Alters,
die die Pille nicht einnehmen. Das Risiko nimmt nach Absetzen der
Pille kontinuierlich ab und entspricht 10 Jahre nach dem Absetzen
dem von Frauen, die niemals die Pille genommen haben. Brustkrebs
tritt selten bei Frauen unter 40 Jahren auf, das Risiko steigt
jedoch mit zunehmendem Alter. Die Zahl der zusätzlich
diagnostizierten Fälle von Brustkrebs hängt von dem höheren Alter
der Frauen, die die Pille einnehmen, ab. Die Dauer der
Pilleneinnahme ist dabei weniger ausschlaggebend.
Pro 10.000 Frauen, die die Pille über einen
Zeitraum von bis zu 5 Jahren eingenommen haben, aber die Anwendung
im Alter von 20 Jahren beendeten, wurde 10 Jahre nach Beendigung
der Einnahme weniger als ein zusätzlicher Fall, zu den 4
normalerweise in dieser Altersgruppe diagnostizierten Fällen, von
Brustkrebs gefunden. Ebenso wurden bei 10.000 Frauen, die die Pille
über einen Zeitraum von bis zu 5 Jahren eingenommen haben, aber die
Einnahme im Alter von 30 Jahren beendeten, zu den 44 normalerweise
diagnostizierten Fällen 5 zusätzliche Fälle diagnostiziert. Bei
10.000 Frauen, die die Pille über einen Zeitraum von bis zu 5
Jahren eingenommen haben, aber die Einnahme im Alter von 40 Jahren
beendeten, wurden zu den 160 normalerweise diagnostizierten Fällen
20 zusätzliche Fälle festgestellt.
Die Wahrscheinlichkeit, dass der Brustkrebs
weniger fortgeschritten ist, scheint bei Frauen, die die Pille
einnehmen, größer zu sein als bei Frauen, die die Pille nicht
einnehmen. Es ist nicht bekannt, ob das unterschiedliche Risiko, an
Brustkrebs zu erkranken, auf die Einnahme der Pille zurückzuführen
ist. Es ist möglich, dass diese Frauen häufiger untersucht werden,
so dass der Brustkrebs früher festgestellt wird.
Diese Angaben betreffen Frauen, die
Kombinationspräparate einnehmen, sie können aber ebenfalls Frauen
betreffen, die andere hormonelle empfängnisverhütende Methoden
anwenden, wie z. B. Implantate.
Thrombose
Bei einer Thrombose handelt es sich um die
Bildung eines Blutgerinnsels, das zum Verschluss eines Blutgefäßes
führen kann. Eine Thrombose tritt manchmal in den tiefen Beinvenen
auf (tiefe venöse Thrombose). Löst sich das Gerinnsel von der
Stelle, an der es entstanden ist, kann es die Arterien der Lunge
erreichen, diese blockieren und eine sogenannte "Lungenembolie"
verursachen. Daraus können lebensbedrohliche Situationen entstehen.
Tiefe venöse Thrombosen kommen selten vor. Sie können auftreten,
unabhängig davon, ob Frauen die Pille einnehmen oder nicht. Dies
kann ebenso während der Schwangerschaft geschehen. Das Risiko ist
bei Pillen-Anwenderinnen größer als bei Nicht-Anwenderinnen. Es ist
nicht bekannt, ob dies ebenfalls bei Frauen der Fall ist, die reine
Gestagen-Präparate wie z. B. Implanon zur Empfängnisverhütung
anwenden. In jedem Fall ist das Risiko geringer als während der
Schwangerschaft. Wenn Sie mögliche Anzeichen einer Thrombose
bemerken, sollten Sie sofort Ihren Arzt aufsuchen (siehe
auch "Wann sollten Sie Ihren Arzt
aufsuchen?").
Vaginalblutungen
Während der Anwendung von Implanon kann es in
unregelmäßigen Abständen zu Blutungen kommen. Es kann sich um
leichte Verfärbungen handeln, oder um eine stärkere, sogenannte
"Durchbruchblutung", ähnlich einer Monatsblutung. Es kann auch
sein, dass die Blutungen ganz ausbleiben. Dies bedeutet nicht, dass
Implanon für Sie nicht geeignet ist, oder Sie nicht vor einer
Schwangerschaft schützt. Im Allgemeinen müssen Sie nichts
unternehmen. Bei sehr starker oder langanhaltender Blutung sollten
Sie jedoch Ihren Arzt aufsuchen.
Eierstockzysten
Während der Anwendung von niedrigdosierten hormonellen Methoden der Empfängnisverhütung kann es in den Eierstöcken zur Entwicklung von kleinen, mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen (Eierstockzysten) kommen. Sie bilden sich meist von selbst zurück, manchmal verursachen sie leichte Bauchschmerzen. Nur selten können sie zu ernsteren Beschwerden führen.
Wann sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen?
Regelmäßige Untersuchungen
Wenn Sie sich für Implanon entschieden haben,
wird Ihnen Ihr Arzt raten, regelmäßig Kontrolluntersuchungen
durchführen zu lassen. Die Häufigkeit und Art dieser
Kontrolluntersuchungen hängt von Ihnen ab.
Suchen Sie Ihren Arzt so schnell wie möglich auf, wenn
Sie mögliche Anzeichen einer Thrombose feststellen (z. B. starke Schmerzen in einem Bein oder starke Beinschwellung, ungeklärte Schmerzen im Brustraum, Atemlosigkeit, ungewöhnlicher Husten, insbesondere wenn Sie Blut husten).
Ihre Haut eine Gelbfärbung aufweist oder Sie plötzlich starke Magenschmerzen haben (Anzeichen möglicher Lebererkrankungen).
Sie ein Engegefühl in der Brust haben.
Sie einen plötzlichen starken Schmerz im unteren Teil des Bauches oder des Magens spüren (mögliche Anzeichen einer ektopischen Schwangerschaft; hierbei handelt es sich um eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter).
Sie ungewöhnliche, starke vaginale Blutungen haben.
Sie ruhiggestellt sind (z. B. Bettruhe) oder operiert werden sollen; suchen Sie Ihren Arzt mindestens 4 Wochen im voraus auf.
Sie vermuten, dass Sie schwanger sind.
Was müssen Sie im Straßenverkehr sowie bei der Arbeit mit Maschinen und bei Arbeiten ohne sicheren Halt beachten?
Es liegen keine Hinweise dafür vor, dass Implanon
die Wachsamkeit und die Konzentrationsfähigkeit
beeinflusst.
Wechselwirkungen mit anderen Mitteln
Welche anderen Arzneimittel beeinflussen die Wirkung von Implanon, wie beeinflusst Implanon die Wirkung von anderen Arzneimitteln, und was müssen Sie beachten, wenn Sie zusätzlich andere Arzneimittel einnehmen?
Bitte informieren Sie Ihren Arzt immer darüber, welche Arzneimittel
Sie anwenden. Die Wirksamkeit von Implanon kann durch bestimmte
(sogenannte leberenzyminduzierende) Arzneimittel verringert werden.
Dazu gehören Arzneimittel zur Behandlung der Epilepsie (u. a. .
Primidon, Hydantoine, Barbiturate, Carbamazepin, möglicherweise
Oxcarbamazepin, Felbamat, Topiramat) oder Tuberkulose (z. B.
Rifampicin, Rifabutin), die Virustatika Ritonavir und Nelfinavir,
das Antibiotikum Griseofulvin und das pflanzliche Arzneimittel
Johanniskraut, das vorwiegend zur Behandlung von depressiven
Verstimmungen eingesetzt wird. Setzen Sie auch bei vorübergehender
Behandlung und bis zu 28 Tage nach Beendigung einer Therapie mit
den genannten Arzneimitteln zusätzlich zu Implanon mechanische (z.
B. Kondome) und/oder chemische Verhütungsmethoden ein.
Bei einer Behandlung über einen längeren Zeitraum mit den angegebenen Arzneimitteln sollten Sie mit Ihrem Arzt eine Entfernung von Implanon in Erwägung ziehen und anschließend nicht-hormonelle Methoden zur Verhütung einsetzen.
Es besteht die Möglichkeit, dass hormonelle Verhütungsmittel, so auch Implanon, die Wirksamkeit anderer Arzneimittel beinflussen können.
Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch für vor kurzem angewandte Arzneimittel gelten können.
Dosierungsanleitung, Art und Dauer der Anwendung
Wie und wann sollte Implanon angewendet
werden?
Bevor Implanon eingesetzt wird, sprechen Sie
bitte mit Ihrem Arzt über eine bestehende oder vermutete
Schwangerschaft.
Ein Implantat wird subkutan, d. h. unter die Haut eingesetzt.
Implanon darf nur durch einen Arzt eingesetzt und
wieder entfernt werden. Der Arzt wird nach Rücksprache mit Ihnen
den geeignetsten Zeitpunkt für das Einsetzen festlegen. Dies hängt
von Ihrer persönlichen Situation ab (z. B. von der Methode der
Empfängnisverhütung, die Sie zur Zeit anwenden). Vor dem Einsetzen
oder dem Entfernen von Implanon wird Ihr Arzt eine lokale Betäubung
vornehmen. Implanon wird direkt unter die Haut eingesetzt, an der
Innenseite Ihres Oberarms (der Arm, mit dem Sie nicht schreiben,
siehe auch "Mehr über Implanon"). Das Verfahren ist ähnlich einer
Blutabnahme. Die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, ist bei
richtiger Anwendung sehr gering.
Es wurden einige Fälle berichtet, in denen Implanon trotz Verwendung des Applikators nicht (korrekt) eingelegt wurde. Der dann fehlende Empfängnisschutz führte gelegentlich zu einer ungewollten Schwangerschaft. Daher sollten Sie Ihren Arzt daran erinnern, dass er nach erfolgter Einlage des Implantats, das Vorhandensein von Implanon in Ihrem Arm sicher bestätigt. Eine einfache Art der Überprüfung ist das Tasten. Sollte dies zu keinem sicheren Nachweis führen, muss Ihr Arzt andere Methoden der Darstellung, wie unter “Mehr über Implanon” am Ende dieser Gebrauchsinformation beschrieben, einsetzen.
Wie lange sollte Implanon angewendet werden?
Implanon sollte spätestens 3 Jahre nach dem
Einsetzen entfernt oder ersetzt werden. Gelegentlich ist das
Entfernen etwas schwierig, wenn sich das Implantat von der
ursprünglichen Stelle entfernt hat.
Wenn Sie die Anwendung von Implanon beenden wollen
Sie können die Anwendung von Implanon, wann immer
Sie wollen, beenden. Bitten Sie Ihren Arzt, Implanon zu entfernen
(siehe auch "Mehr über Implanon"). Wenn Sie nicht schwanger werden
möchten, fragen Sie Ihren Arzt nach anderen zuverlässigen Methoden
der Empfängnisverhütung.
Wenn Sie die Anwendung von Implanon beenden, weil Sie eine Schwangerschaft wünschen, sollten Sie im Allgemeinen solange warten, bis Sie eine natürliche Monatsblutung hatten, bevor Sie versuchen, schwanger zu werden. Die Errechnung des Geburtstermins wird dadurch erleichtert.
Überdosierung und andere Anwendungsfehler
Was müssen Sie bezüglich einer möglichen
Überdosierung beachten?
Das vorhandene Implantat ist vor dem Einsetzen
eines neuen Implantats stets zu entfernen. Es sind keine Daten
hinsichtlich Überdosierung mit Etonogestrel
verfügbar.
Generell ist über schwerwiegende unerwünschte Wirkungen im Falle einer Überdosierung von empfängnisverhütenden Methoden noch nicht berichtet worden.
Was müssen Sie beachten, wenn Sie die Behandlung
unterbrechen oder vorzeitig beenden wollen?
Siehe unter "Wenn Sie
die Anwendung von Implanon beenden wollen".
Nebenwirkungen
Welche Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Implanon auftreten und welche Gegenmaßnahmen sind zu ergreifen?
Die am häufigsten unter der Anwendung von
Implanon berichteten Nebenwirkungen waren: Kopfschmerzen, Akne,
Scheidenentzündung, Zunahme des Körpergewichts und Brustspannen
sowie –schmerzen. In Zusammenhang mit der Implanon-Anwendung stehen
möglicherweise folgende Nebenwirkungen:
Organsystem |
Häufigkeit der NebenwirkungenHäufig ≥ 1/100) Gelegentlich < 1/100, ≥ 1/1000 |
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Haut- und Hautanhangssysteme |
Akne, Haarausfall |
Juckreiz, Juckreiz im Genitalbereich, Hautausschlag, vermehrte Körperbehaarung |
Zentrales und peripheres Nervensystem |
Kopfschmerzen, Schwindel |
Migräne |
Psychische Störungen |
Depressive Zustände, Emotionale Labilität, Nervosität, Libidoveränderungen, verminderter Appetit |
Angstzustände, Schlafstörungen, Schläfrigkeit |
Magen- und Darmsystem |
Bauchschmerzen, Übelkeit, Blähungen |
Durchfallerkrankungen, Erbrechen, Verstopfung |
Stoffwechsel- und Ernährungssystem |
Gewichtsveränderungen |
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Harn- und Genitaltrakt |
|
Beschwerden beim Wasserlassen, Infektionen des Harn- und Genitaltraktes |
Fortpflanzungssystem |
Brustschmerzen, Scheidenentzündung, schmerzhafte Monatsblutung, unregelmäßige Blutungen |
Übermäßiger Ausfluss, Beschwerden der Scheide, Brustvergrößerungen, Milchsekretion ohne vorangegangene Schwangerschaft, Unterbauchkrämpfe |
Allgemeine körperliche Reaktionen |
Grippesymptome, Schmerzen, Müdigkeit, Hitzewallungen |
Rückenschmerzen, Fieber, Wassereinlagerungen, Allergische Reaktionen |
Atmungssystem |
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Entzündung im Rachenbereich, Schnupfen |
Injektionsstelle |
Schmerzen oder Reizung an der Injektionsstelle |
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Muskelskelettsystem |
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Gelenk- und Muskelschmerzen, Knochenschmerzen |
Das Einsetzen oder Entfernen von Implanon kann zu Blutergüssen, Reizungen, Schmerzen oder Jucken führen. Gelegentlich können an der Injektionsstelle Bindegewebsvermehrung (Fibrosen) oder Narbenbildung vorkommen.
Unabhängig von diesen Nebenwirkungen können gelegentlich venöse und arterielle Blutgerinnsel (Thrombosen), Blutdruckanstieg, hormoninduzierte Tumoren (einige Lebertumoren, Brustmalignome) oder UV(Sonnenlicht)-empfindliche Pigmentflecken (Chloasma) durch Implanon ausgelöst werden. Siehe hierzu auch “Was Sie bei der Verhütung mit Implanon wissen sollten?” unter “Brustkrebs” und “Thrombose”. Bitte lesen Sie den beschriebenen Abschnitt zur ergänzenden Information.
Bitte suchen Sie Ihren Arzt auf, wenn Sie eine dieser Nebenwirkungen als störend empfinden, oder diese fortbesteht.
Wenn Sie Nebenwirkungen bei sich beobachten, die nicht in dieser Packungsbeilage aufgeführt sind, teilen Sie diese bitte Ihrem Arzt oder Apotheker mit.
Hinweise und Angaben zur Haltbarkeit des Arzneimittels
Das Verfallsdatum dieses Arzneimittels ist auf
der Blisterpackung und auf der Faltschachtel aufgedruckt. Verwenden
Sie diese Packung nicht mehr nach diesem Datum!
Wie ist Implanon aufzubewahren?
Implanon ist bei 2 °C bis 30 °C, vor Licht und Feuchtigkeit geschützt, aufzubewahren.
Arzneimittel sorgfältig und für Kinder unzugänglich aufbewahren!
Stand der Information
Juli 2003
Mehr über Implanon
Bei dem Einsetzen und Entfernen von Implanon handelt es sich um einfache, nur minimal invasive Verfahren, die rasch durchgeführt werden können. Vor dem Einsetzen oder Entfernen sollte eine lokale Betäubung erfolgen.
Wie soll Implanon eingesetzt werden?
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Die Haut wird gespannt (Abb.1) und die Nadel in ihrer gesamten Länge direkt unter die Haut eingeführt. Dabei bleibt der Arzt mit der Kanüle parallel zur Hautoberfläche (Abb. 2 – 4). |
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Wie soll Implanon entfernt werden?
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Ihr Oberarm wird desinfiziert und lokal betäubt (Abb. b). |
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Genau unterhalb des Endes des Implantats wird ein kleiner Einschnitt in Längsrichtung des Arms vorgenommen (Abb. c).
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Bei Schriftwechsel bitte die hinter Ch.-B. (Chargenbezeichnung) aufgeführte Zahlenreihe angeben.
F a c h i n f o r m a t i o n
1. Bezeichnung des Arzneimittels
Implanon
Wirkstoff: 68 mg Etonogestrel
Implantat zur subkutanen
Anwendung
2. Qualitative und quantitative
Zusammensetzung
Ein Implantat enthält 68 mg Etonogestrel; die
Freisetzungsrate beträgt
60 - 70 Mikrogramm/Tag in den Wochen 5 - 6 und
ist am Ende des ersten Jahres auf ungefähr 35 - 45 Mikrogramm/Tag,
am Ende des zweiten Jahres auf ca. 30 - 40 Mikrogramm/Tag und am
Ende des dritten Jahres auf ca. 25 - 30 Mikrogramm/Tag
abgesunken.
Hilfsstoffe siehe 6.1
3.
Darreichungsform
Implantat zur subkutanen Anwendung (biologisch nicht abbaubares weißes bis weißliches flexibles Stäbchen).
4. Klinische Angaben
4.1 Anwendungsgebiete
Kontrazeption
Verträglichkeit und Wirksamkeit wurden an Frauen
im Alter zwischen 18 und 40 Jahren nachgewiesen.
4.2 Dosierung, Art und Dauer der Anwendung
4.2.1 Anwendung von Implanon
Vor der Einlage von Implanonsollte eine Schwangerschaft
ausgeschlossen werden.
Vor der Einlage von Implanon sollten Sie die
Anwendungshinweise zum Einsetzen (siehe Abschnitt
4.2.2 Einsetzen von Implanon) und zur Entfernung des Implantats (siehe Abschnitt
4.2.4 Entfernung von Implanon) sorgfältig lesen.
Implanonist ein
langwirkendes Kontrazeptivum. Ein Implantat wird subkutan
eingesetzt. Die Anwenderin sollte darüber informiert werden, dass
das Implantat jederzeit auf ihren Wunsch hin wieder entfernt werden
kann, das Implantat aber nicht länger als 3 Jahre liegen sollte.
Die Entfernung - auf Wunsch oder am Ende der 3-jährigen
Anwendungsdauer - sollte von einem Arzt, der mit der entsprechenden
Technik vertraut ist, vorgenommen werden. Der kontrazeptive Schutz
bleibt erhalten, wenn das Implantat entfernt und sofort durch ein
neues ersetzt wird.
Um ein komplikationsloses Entfernen zu
gewährleisten, ist es wichtig, Implanonrichtig,
d. h. direkt unter die Haut, einzulegen. Bei
Befolgung der Anweisungen dieser Produktinformation ist das Risiko
einer Komplikation gering. Es wurden einige Fälle berichtet, in
denen das Implantat nicht korrekt oder überhaupt nicht eingelegt
wurde. Gelegentlich führte die inkorrekte Einlage zu einer
ungewollten Schwangerschaft. Solche Zwischenfälle können vermindert
werden, wenn die Anweisungen unter “4.2.2 . Einsetzen von Implanon”
dieser Produktinformation genau befolgt werden. Das Vorhandensein
des Implantats sollte durch Palpation direkt nach der Applikation
überprüft werden. Wenn das Implantat nicht getastet werden kann
oder das Vorhandensein zweifelhaft erscheint, müssen andere
Methoden zur Bestätigung des Vorhandenseins des Implantats gewählt
werden (siehe 4.2.2. Einsetzen von Implanon). Bis zur sicheren
Darstellung des Implantats müssen andere kontrazeptive Methoden
genutzt werden.
Ärzten, die wenig Erfahrung mit der
subkutanen Implantation haben, wird empfohlen, sich die korrekte
Technik unter Aufsicht eines erfahreneren Kollegen anzueignen.
Zusätzliche Informationen und detailliertere Anweisungen zum
Einsetzen und Entfernen von Implanonkönnen auf Wunsch kostenlos
von Organon GmbH zur Verfügung gestellt
werden.
Eine Implanon Packung enthält die
Besitzerkarte für die Implanon-Anwenderin und ein Klebeetikett für
die Patientinnenkartei des Arztes. Die Besitzerkarte gibt die
Chargenbezeichnung des Implantats, das Datum der Einlage, den Arm
der Einlage, die Arztpraxis und den Tag der Entfernung an. Das
Klebeetikett gibt Chargenbezeichnung und das Datum der Einlage
an.
4.2.2 Einsetzen von Implanon
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Das Einsetzen von Implanon soll unter aseptischen Bedingungen und ausschließlich von einem mit dieser Technik vertrauten Arzt durchgeführt werden.
-
Das Einsetzen erfolgt mit einem Applikator, der speziell für diese Anwendung entwickelt wurde. Die Handhabung unterscheidet sich grundsätzlich von derjenigen klassischer Injektionsspritzen. Die korrekte Anwendung des Applikators inkl. seiner Einzelkomponenten (Kanüle, Kolben (Obturator) und der Nadel mit doppelt angewinkelter Schräge) ist in dieser Produktinformation dargestellt, um deren spezifische Funktionen zu verdeutlichen.
-
Die Vorgehensweise zum Einsetzen des Implantats steht im Gegensatz zu einer klassischen Injektion. Wenn Implanon eingelegt wird, muss der Obturator fixiert bleiben, während die Nadel der Kanüle aus dem Arm zurückgezogen wird. Für gewöhnliche Injektionen wird der Stempel der Injektionsspritze vorgestoßen und der Spritzenzylinder wird fixiert.
-
Die Patientin sollte auf dem Rücken liegen und den weniger beanspruchten Arm (der nicht der Schreibhand entspricht) nach außen gedreht und mit durchgestreckten Ellenbogen halten.
-
Implanon sollte auf der Innenseite des Oberarms (weniger beanspruchter Arm) etwa 6 – 8 cm oberhalb des Ellenbogens in der flachen Senke zwischen Bizeps und Trizeps (Sulcus bicipitalis medialis) implantiert werden.
-
Markieren Sie die Insertionsstelle.
-
Reinigen Sie die Insertionsstelle mit Desinfektionsmittel.
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Anästhesieren Sie die Einstichstelle mit einem lokalanästhetischen Spray oder mit 2 ml Lidocain (1 %) direkt unter der Haut entlang des vorgesehenen Insertionskanals.
-
Entnehmen Sie den sterilen Einwegapplikator mit dem Implantat der Blisterpackung und entfernen Sie die Schutzkappe der Nadel.
-
Halten Sie den Applikator bis zur Einlage des Implantats stets aufrecht (d.h. mit der Nadel nach oben). Dies verhindert das Herausfallen des Implantats.
-
Verifizieren Sie visuell das Vorhandensein des Implantats in der Nadel. Das Implantat ist als weiße Spitze wahrzunehmen. Falls das Implantat aus der Kanüle (Nadel) herausragt, bringen Sie es in seine Ausgangsposition zurück, indem Sie an den Plastikteil der Kanüle (Applikator) klopfen. Nadel und Implantat müssen dabei steril bleiben. Bei einer Kontamination muss ein neuer steriler, originalverpackter Applikator eingesetzt werden.
-
Spannen Sie die Haut um die Insertionsstelle mit Daumen und Zeigefinger (Abb. 1).
-
Führen Sie nur die Spitze der Nadel leicht angewinkelt ein (etwa 20°; Abb. 2).
-
Entspannen Sie die Haut.
-
Bringen Sie die Kanüle in eine horizontale Stellung und bleiben Sie anschließend mit der Kanüle so oberflächlich wie möglich parallel zur Hautoberfläche (Abb.3).
-
Heben Sie die Haut mit der Spitze der Nadel an, wobei Sie mit der Nadel in subdermalem Bindegewebe (Abb. 4) bleiben.
-
Während Sie die Haut gefühlvoll mit der Nadel anheben, führen Sie sie in voller Länge und ohne Kraftanwendung ein.
-
Bleiben Sie mit dem Applikator während der Einlage parallel zur Hautoberfläche.
-
W
enn das Implantat zu tief gesetzt wird, kann das Entfernen später Schwierigkeiten bereiten.
-
Brechen Sie die Versiegelung des Applikators (Abb. 5).
-
Drehen Sie den Obturator um 90° (Abb. 6).
-
Fixieren Sie den Obturator mit einer Hand am Arm und ziehen Sie mit der anderen Hand langsam die Nadel aus der Insertionsstelle des Armes zurück (Abb. 7).
-
Schieben Sie niemals den Obturator.
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Kontrollieren Sie die Kanüle auf die Abwesenheit des Implantats in der Nadel. Nach dem Zurückziehen der Kanüle sollte die gerillte Spitze des Obturators sichtbar sein (Abb. 8).
-
Prüfen Sie deshalb immer das Vorhandensein des Implantats unter der Haut durch Palpation.
-
Kann das Implantat nicht palpiert werden oder ist dessen Vorhandensein zweifelhaft, müssen andere Methoden zur Bestätigung der Einlage eingesetzt werden. Geeignete Methoden zur Lokalisierung des Implantats ist erstens die Darstellung im Ultraschall und zweitens die Kernspintomographie. Vor der Anwendung von Ultraschall- oder Kernspintomographie-Methoden, sollte die Organon GmbH für eine entsprechende Unterweisung über Besonderheiten der Darstellung des Implantats konsultiert werden. Falls die bildgebenden Methoden kein eindeutiges Ergebnis liefern, wird das Vorhandensein des Implantats über die Messung der Etonogestrelspiegel in einer Blutprobe empfohlen. In diesem Fall wird Sie die Organon GmbH über das geeignete Testverfahren informieren.
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Es müssen bis zur sicheren Bestätigung des Vorhandenseins des Implantats andere kontrazeptive Barrieremethoden genutzt werden.
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Legen Sie sterile Tupfer mit einem Druckverband an, um Blutergüsse zu vermeiden.
-
Füllen Sie die Besitzerkarte vollständig aus und händigen Sie diese der Anwenderin von Implanon aus, damit das Datum der zukünftigen Entfernung des Implantats sicher bestimmt werden kann.
-
Der Applikator ist zur einmaligen Anwendung bestimmt und muss entsprechend der gesetzlichen Vorschriften zur Beseitigung von biologisch bedenklichem Abfall entsorgt werden.
4.2.3 Zeitpunkt der Implantation von
Implanon
Keine vorangegangene Verwendung von hormonellen
Kontrazeptiva
Implanonsollte an den
Tagen 1 – 5, jedoch spätestens am Tag 5,des natürlichen Zyklus (Tag
1 ist der erste Tag der Menstruationsblutung) eingesetzt
werden.
Wechsel von einem kombinierten oralen
Kontrazeptivum (KOK)
Implanonsollte
vorzugsweise am Tag nach Einnahme der letzten (Wirkstoff-haltigen)
Tablette des KOK eingesetzt werden, spätestens jedoch am Tag nach
dem tablettenfreien Intervall oder der letzten Placebotablette des
bisher eingesetzten KOK.
Wechsel von einer reinen Gestagen-Methode
(Minipille, Injektion, anderes Implantat)
Implanonkann an jedem
beliebigen Tag eingesetzt werden, wenn von einer Minipille
umgestellt wird (am Tag der Entfernung eines anderen Implantats
bzw. wenn die nächste Injektion fällig wäre).
Nach einem Abort im ersten Trimenon
Implanonsollte sofort
eingesetzt werden. In diesem Fall sind keine zusätzlichen
kontrazeptiven Maßnahmen erforderlich.
Nach einer Geburt oder einem Abort im zweiten
Trimenon
Für stillende Frauen siehe Abschnitt “Anwendung
während Schwangerschaft und Stillzeit”.
Implanonsollte an den Tagen 21 - 28 nach einer Geburt oder einem Abort im zweiten Trimenon eingesetzt werden. Wenn das Implantat später eingesetzt wird, sollte der Frau geraten werden, während der ersten 7 Tage nach dem Einsetzen zusätzlich ein mechanisches Verhütungsmittel zu verwenden. Wenn bereits Geschlechtsverkehr stattgefunden hat, sollte eine Schwangerschaft ausgeschlossen oder die erste natürliche Menstruation vor Einsetzen des Implantats abgewartet werden.
4.2.4 Entfernung von Implanon
-
Das Entfernen von Implanon sollte nur von einem mit der Technik vertrauten Arzt durchgeführt werden.
-
Die genaue Lage des Implantats ist auf der Benutzerkarte der Patientin angegeben.
-
Lokalisieren Sie das Implantat durch Ertasten und markieren Sie das distale Ende. Für den Fall, dass Implanon nicht getastet werden kann, wird unbedingt die Darstellung im Ultraschall oder mit Kernspintomographie empfohlen. Vor Einsatz von Ultraschall oder Kernspintomographie sollten Sie die Organon GmbH zu sachgerechten Hinweisen kontaktieren (Abb. a).
-
Ein nicht tastbares Implantat muss zunächst durch Ultraschall (oder Kernspintomographie) lokalisiert werden und anschließend mit Unterstützung von Ultraschall entfernt werden.
-
W
aschen und desinfizieren Sie die Implantationsstelle.
Anästhesieren Sie den Arm mit 0,5 - 1 ml
Lidocain (1 %) an der Insertionsstelle, die sich direkt unter dem
distalen Ende des Implantats befindet.
Achtung: Applizieren Sie das Lokalanästhetikum
unterhalb des Implantats. Die Applikation des Lokalanästhetikums
über dem Implantat führt zu einem Anschwellen der Haut. Dies kann
die Lokalisierung des Implantats erschweren (Abb.
b).
N ehmen Sie eine 2 mm lange Inzision in
longitudinaler Richtung des Arms am distalen Ende des Implantats
vor (Abb. c).
Schieben Sie das Implantat vorsichtig zur Einschnittstelle, bis dessen Ende sichtbar ist. Fassen Sie das Implantat mit einer Pinzette (vorzugsweise Mosquito-Pinzette) und entfernen Sie es (Abb. d).
Wenn sich das Implantat verkapselt hat, sollte die Kapselhülle durch einen Schnitt geöffnet und danach das Implantat mit einer Pinzette herausgenommen werden (Abb. e und f).
-
W
enn die Spitze des Implantats nicht sichtbar ist, schieben Sie vorsichtig eine Pinzette in die Inzision und fassen Sie das Implantat (Abb. g und h). Mobilisieren Sie mit einer zweiten Pinzette sorgfältig das Gewebe um das Implantat und entfernen Sie nun das Implantat (Abb. i).
-
Schließen Sie die Inzisionsstelle mit einem “Butterfly”-Pflaster.
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Legen Sie einen Druckverband aus steriler Gaze an, um einen Bluterguss zu verhindern.
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Es gibt Einzelfallberichte über eine Verlagerung des Implantats; üblicherweise handelt es sich dabei um eine geringfügige Verschiebung gegenüber der ursprünglichen Position. Das Entfernen kann dadurch jedoch etwas erschwert sein.
4.3 Gegenanzeigen
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Aktive venöse thromboembolische Erkrankungen.
-
Gestagenabhängige Tumoren.
-
Bestehende oder vorausgegangene schwere Lebererkrankungen, solange die Leberfunktionswerte noch nicht auf normale Werte zurückgegangen sind.
-
Nicht abgeklärte vaginale Blutungen.
-
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der Bestandteile von Implanon.
4.4 Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
4.4.1 Warnhinweise
Bei Vorliegen eines im folgenden erwähnten
Zustandes/Risikofaktors sollte eine individuelle Abwägung der
Vorteile einer Gestagenbehandlung gegenüber den möglichen Risiken
vorgenommen und mit der Frau besprochen werden, bevor sie sich für
die Anwendung von Implanonentscheidet. Die Anwenderin
sollte darauf hingewiesen werden, sich mit ihrem Arzt in Verbindung
zu setzen, sobald sie eine Verschlechterung oder ein erstmaliges
Auftreten eines der beschriebenen Zustandsbilder beobachtet. Der
Arzt hat dann darüber zu entscheiden, ob Implanonentfernt werden
sollte.
-
Das Brustkrebsrisiko steigt allgemein mit zunehmendem Alter. Während der Einnahme von oralen Kontrazeptiva ist das Risiko der Diagnosestellung eines Mammakarzinoms geringfügig erhöht. Dieses erhöhte Risiko verringert sich innerhalb von 10 Jahren nach Absetzen oraler Kontrazeptiva kontinuierlich und ist unabhängig von der Dauer der Anwendung, jedoch abhängig vom Alter der Frau während der Einnahme des oralen Kontrazeptivums . Die erwartete Zahl diagnostizierter Fälle pro 10.000 Frauen, die kombinierte orale Kontrazeptiva (KOKs) anwenden (bis zu 10 Jahren nach dem Absetzen) im Vergleich zu Nicht-Anwenderinnen im gleichen Zeitraum, wurde für die jeweiligen Altersgruppen folgendermaßen errechnet: 4,5/4 (16 - 19 Jahre), 17,5/16 (20 - 24 Jahre), 48,7/44 (25 - 29 Jahre), 110/100 (30 - 34 Jahre), 180/160 (35 - 39 Jahre) und 260/230 (40 - 44 Jahre). Möglicherweise liegt das Risiko bei Verwendung eines reinen Gestagen-Kontrazeptivums in einer ähnlichen Größenordnung wie bei kombinierten Kontrazeptiva. Jedoch ist für diese Methoden der Beweis weniger schlüssig. Verglichen mit dem generellen Risiko, im Laufe des Lebens an Brustkrebs zu erkranken, ist die Risikoerhöhung durch die Anwendung oraler Kontrazeptiva gering. Mammakarzinome bei Frauen, die ein orales Kontrazeptivum eingenommen haben, waren zum Zeitpunkt der Diagnosestellung tendenziell weniger weit fortgeschritten als bei Frauen, die nie ein orales Kontrazeptivum eingenommen haben. Die beobachtete Risikoerhöhung kann sowohl auf eine frühzeitigere Diagnosestellung als auch auf biologische Wirkungen von oralen Kontrazeptiva oder auf beide Faktoren gemeinsam zurückzuführen sein. Da ein biologischer Einfluss von Hormonen nicht ausgeschlossen werden kann, muss bei Frauen mit Mammakarzinom in der Anamnese oder bei Frauen, bei denen im Laufe der Anwendung von Implanon ein Mammakarzinom diagnostiziert wird, eine individuelle Nutzen/Risiko-Bewertung vorgenommen werden.
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Epidemiologische Studien lassen vermuten, dass die Anwendung von kombinierten oralen Kontrazeptiva (KOKs) mit einem vermehrten Auftreten von venösen Thromboembolien (VTE, tiefe Venenthrombose und Lungenembolie) verbunden ist. Obwohl die klinische Relevanz dieser Ergebnisse für die Verwendung von Etonogestrel (dem biologisch aktiven Metaboliten von Desogestrel) als Kontrazeptivum ohne Estrogen-Komponente nicht bekannt ist, sollte Implanon bei Auftreten einer Thrombose entfernt werden. Das Entfernen von Implanon sollte ebenso bei längerfristiger Immobilisation aufgrund einer Operation oder Erkrankung in Erwägung gezogen werden. Frauen mit thromboembolischen Erkrankungen in der Anamnese sollten auf ein mögliches Wiederauftreten aufmerksam gemacht werden.
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Wenn sich während der Anwendung von Implanon eine anhaltende Hypertonie entwickelt oder ein signifikanter Anstieg des Blutdrucks durch Antihypertensiva nicht ausreichend zu behandeln ist, sollte Implanon entfernt werden.
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Bei akuten oder chronischen Störungen der Leberfunktion ist die Frau zur Untersuchung und Beratung an einen Spezialisten zu verweisen.
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Die Anwendung von gestagenhaltigen Kontrazeptiva kann die periphere Insulinresistenz und Glukosetoleranz beeinflussen. Diabetikerinnen sollten daher in den ersten Monaten der Implanon-Anwendung sorgfältig überwacht werden.
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Insbesondere bei Frauen mit anamnestisch bekanntem Chloasma gravidarum kann es gelegentlich zu einem Chloasma kommen. Bei erhöhter Chloasmaneigung soll während der Anwendung von Implanon direkte Sonneneinstrahlung oder UV-Strahlung vermieden werden.
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Die kontrazeptive Wirkung von Implanon hängt von den Plasmaspiegeln des Etonogestrels ab, welche umgekehrt proportional zum Körpergewicht sind und mit der Zeit nach der Implantation abnehmen.
Die klinische Erfahrung mit Implanon bei Frauen mit erhöhtem Körpergewicht im
3. Jahr der Anwendung ist begrenzt. Es kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass die kontrazeptive Wirkung bei diesen Frauen im 3. Jahr der Anwendung geringer ist als bei normalgewichtigen Frauen. Aus klinischer Sicht könnte daher erwogen werden, bei Frauen mit einem erhöhten Körpergewicht das Implantat vorzeitig zu entfernen. -
Das Implantat kann ausgestoßen werden, falls es nicht richtig eingelegt wurde.
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Wie bei allen niedrigdosierten hormonellen Kontrazeptiva kommt es zu einer Follikelentwicklung und gelegentlich kann ein Follikel über die Größe, die er in einem normalen Zyklus erreichen würde, hinauswachsen. Im Allgemeinen verschwinden diese vergrößerten Follikel spontan wieder. Meist sind sie asymptomatisch; in einigen Fällen sind sie mit leichten Abdominalschmerzen verbunden. In seltenen Fällen ist eine chirurgische Intervention erforderlich.
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Bei traditionellen Gestagen-Monopräparaten ist der Schutz vor ektopischen Schwangerschaften nicht so gut wie bei kombinierten oralen Kontrazeptiva, was mit dem Auftreten häufiger Ovulationen in Verbindung gebracht wird. Obwohl Implanon die Ovulation hemmt, sollte bei Amenorrhoe oder Bauchschmerzen eine ektopische Schwangerschaft bei der Differentialdiagnose in Betracht gezogen werden.
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Folgende Zustände wurden sowohl während der Schwangerschaft als auch während der Einnahme von Sexualhormonen beobachtet, ein Zusammenhang mit der Anwendung von Gestagenen konnte jedoch bislang nicht hergestellt werden: Gelbsucht und/oder Pruritus aufgrund einer Cholestase; Bildung von Gallensteinen; Porphyrie; systemischer Lupus erythematodes; hämolytisches urämisches Syndrom; Sydenham´sche Chorea; Herpes gestationis; Otosklerose-bedingter Hörverlust.
4.4.2 Untersuchungen
Vor (Wieder-)Einsetzen von Implanonsollte eine komplette
medizinische Anamnese (einschließlich Familienanamnese) erhoben
werden. Eine Schwangerschaft sollte ausgeschlossen werden. Der
Blutdruck sollte gemessen und eine allgemeinmedizinische
Untersuchung, unter Berücksichtigung der Kontraindikationen
(Abschnitt 4.3) und Warnhinweise (Abschnitt 4.4.1), vorgenommen
werden. Es wird empfohlen, dass die Patientin 3 Monate nach
Einsetzen von Implanonzu einer Nachuntersuchung erscheint. Bei dieser Untersuchung
sollte der Blutdruck gemessen und die Patientin über mögliche
Fragen, das Auftreten von Nebenwirkungen oder Beschwerden befragt
werden. Die Häufigkeit und Art der Folgeuntersuchungen sollten für
jede Frau individuell und der medizinischen Beurteilung
entsprechend festgelegt werden.
Die Frauen sollten darauf hingewiesen werden,
dass Implanonkeinen Schutz vor HIV (AIDS) oder anderen sexuell
übertragbaren Erkrankungen bietet.
4.4.3 Verminderte Wirksamkeit
Die Wirksamkeit von Implanonkann bei gleichzeitiger
Anwendung anderer Arzneimittel beeinträchtigt sein (siehe
Wechselwirkungen 4.5).
4.4.4 Verändertes
Blutungsverhalten
Wie bei anderen Gestagen-Monopräparaten können
während der Anwendung von Implanonbei einigen Frauen häufigere
oder länger andauernde Blutungen auftreten. Bei anderen Frauen
können die Blutungen seltener werden oder ganz ausbleiben (etwa 1
von 5 Frauen). Information, Beratung und die Benutzung eines
Blutungskalenders kann die Akzeptanz des Blutungsverhaltens der
Frauen erhöhen. Eine Beurteilung der vaginalen Blutungen sollte ad
hoc erfolgen und kann eine Untersuchung zum Ausschluss
gynäkologischer Erkrankungen oder einer Schwangerschaft
umfassen.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Wechselwirkungen
Wechselwirkungen zwischen hormonellen
Kontrazeptiva und anderen Arzneimitteln können zu
Durchbruchblutungen und/oder Versagen des Konzeptionsschutzes
führen. Mit Implanon wurden keine spezifischen Studien bezüglich Wechselwirkungen
durchgeführt. Folgende Interaktionen sind in der Literatur
berichtet worden (hauptsächlich in Zusammenhang mit kombinierten
oralen Kontrazeptiva, gelegentlich jedoch auch mit Kontrazeptiva,
die nur Progesteron enthielten).
Hepatobiliärer Metabolismus: Wechselwirkungen
können mit Arzneimitteln auftreten, die mikrosomale Enzyme
induzieren, besonders cytochrome P450 Enzyme, die zu
erhöhter Clearance von Sexualhormonen führen können. Die erhöhte Clearance
der Sexualhormone tritt beispielsweise nach
Anwendung von Hydantoinen, Barbituraten,
Primidon, Carbamazepin, Rifampicin und möglicherweise
Oxcarbamazepin, Troglitazon, Felbamat, Ritonavir, Nelfinavir,
Griseofulvin und dem pflanzlichen Arzneimittel Johanniskraut
auf.
Frauen, die mit diesen Arzneimitteln behandelt werden, sollten vorübergehend eine Barrieremethode zusätzlich zu Implanon nutzen. Die zusätzliche Verhütungsmethode sollte während der gesamten Dauer und 28 Tage nach Ende der Behandlung mit enzyminduzierenden Arzneimitteln eingesetzt werden.
Bei einer Langzeitbehandlung mit
leberenzyminduzierenden Arzneimitteln werden die Entfernung von
Implanon und der weitere Einsatz von nicht-hormonellen
Verhütungsmethoden empfohlen.
Es besteht die Möglichkeit, dass hormonale
Kontrazeptiva den Metabolismus anderer Stoffe beeinträchtigen. Die
Plasma- und Gewebskonzentrationen könnten entsprechend beeinflusst
sein (z. B. Cyclosporin).
Anmerkung: Die Beschreibungen eventueller
Begleitmedikationen sollten zu Rate gezogen werden um mögliche
Wechselwirkungen zu ermitteln.
4.5.2 Labortests
Daten von kombinierten oralen Kontrazeptiva haben
gezeigt, dass Steroide die Ergebnisse bestimmter Labortests,
einschließlich biochemischer Parameter der Leber-, Schilddrüsen-,
Nebennieren- und Nierenfunktion, Plasmaspiegel von
(Träger-)Proteinen (z. B. kortikosteroidbindendes Globulin und
Lipid-/Lipoproteinfraktionen), Parameter des
Kohlenhydratstoffwechsels sowie der Blutgerinnung und Fibrinolyse
beeinflussen können. Die Werte bleiben jedoch im Regelfall im
Normbereich. In welchem Ausmaß dies auch auf Gestagen-Monopräparate
zutrifft, ist nicht bekannt.
Anwendung während Schwangerschaft und
Stillzeit
Implanon darf während
der Schwangerschaft nicht angewendet werden. Tritt während der
Anwendung von Implanon eine Schwangerschaft ein, so sollte das
Implantat entfernt werden. Tierversuche haben gezeigt, dass sehr
hohe Dosen gestagenartiger Substanzen zu einer Maskulinisierung des
weiblichen Fötus führen können. Ausgedehnte epidemiologische
Studien haben weder ein erhöhtes Risiko von Geburtsschäden bei
Kindern, deren Mütter vor der Schwangerschaft OKs (orale
Kontrazeptiva) angewendet haben, noch teratogene Effekte gezeigt,
wenn OKs während der Schwangerschaft irrtümlich angewendet wurden.
Obwohl dies wahrscheinlich für alle OKs zutrifft, ist nicht klar,
ob dies auch für Implanon
gilt. Arzneimittelsicherheitsdaten zu
verschiedenen Desogestrel-haltigen kombinierten OKs (Etonogestrel
ist ein Metabolit von Desogestrel) weisen nicht auf ein erhöhtes
Risiko hin.
Implanon beeinflusst weder die Produktion noch die Qualität (Protein-, Laktose- oder Fettgehalt) der Muttermilch. Kleine Mengen Etonogestrel gehen in die Muttermilch über. Ausgehend von einer täglichen Milchmenge von 150 ml je Kilogramm Körpergewicht ist die durchschnittlich vom Kind aufgenommene Etonogestrel-Dosis ungefähr 27 Nanogramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag und wurde kalkuliert nach der Freisetzung im ersten Anwendungsmonat. Dies entspricht ungefähr 2,2 % der täglichen gewichtsbezogenen Dosis der Mutter und etwa 0,2 % der täglichen absoluten Dosis der Mutter. Danach vermindert sich die Etonogestrel-Konzentration innerhalb der Stillperiode.
Limitierte Langzeitdaten liegen für 38 Kinder vor, deren Mütter 4 bis 8 Wochen nach der Geburt mit der Anwendung von Implanonbegonnen haben. Sie wurden für eine durchschnittliche Dauer von 14 Monaten gestillt und bis zu einem Alter von 36 Monaten nachuntersucht. Die Auswertung für Wachstum, physische und psychomotorische Entwicklung zeigte keinerlei Unterschiede im Vergleich zu gestillten Kindern, deren Mütter ein IUP (n = 33) nutzten. Dennoch sollten Wachstum und Entwicklung des Kindes sorgfältig verfolgt werden. Basierend auf den verfügbaren Daten kann Implanonin der Stillzeit verwendet werden.
4.7 Auswirkungen auf die
Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
Keine bekannt.
4.8 Nebenwirkungen
Am häufigsten traten folgende Nebenwirkungen in klinischen Studien mit Implanon auf: Kopfschmerzen, Akne, Vaginitis, Zunahme des Körpergewichts, Brustspannen und –schmerzen. Möglicherweise mit der Anwendung von Implanon in Zusammenhang stehende Nebenwirkungen sind in der nachfolgenden Tabelle aufgelistet:
Organsystem |
Häufigkeit der NebenwirkungenHäufig ≥ 1/100 Gelegentlich <1/100, ≥1/1000 |
|
Haut- und Hautanhangssysteme |
Akne, Alopezie |
Pruritus, genitaler Pruritus, Hautausschlag, Hypertrichosis |
Zentrales und peripheres Nervensystem |
Kopfschmerzen, Schwindel |
Migräne |
Psychische Störungen |
Depressive Zustände, Emotionale Labilität, Nervosität, Libidoveränderungen, verminderter Appetit |
Angstzustände, Schlafstörungen, Schläfrigkeit |
Gastrointestinales System |
Abdominale Schmerzen, Nausea, Flatulenz |
Diarrhoe, Erbrechen, Obstipation |
Stoffwechsel und Nahrungsaufnahme |
Gewichtsveränderungen |
|
Urogenital System |
|
Dysurie, Infektionen des Urogenitalsystems |
Reproduktionssystem |
Brustschmerzen, Vaginitis, Dysmenorrhoe, irreguläre Blutungen |
Leukorrhoe, vaginale Beschwerden, Brustvergrößerungen, non-puerperale Laktation, Beckenbodenkrämpfe |
Allgemeine körperliche Reaktionen |
Grippesymptome, Schmerzen, Müdigkeit, Hitzewallungen |
Rückenschmerzen, Fieber, Ödeme, Allergische Reaktionen |
Respirationssystem |
|
Pharyngitis, Rhinitis |
Injektionsstelle |
Schmerzen oder Reizung an der Injektionsstelle |
|
Muskelskelettsystem |
|
Arthralgien, Myalgien, Knochenschmerzen |
Die Einlage oder das Entfernen von Implanon kann Hämatome, leichte lokale Irritationen, Schmerzen oder Jucken verursachen. Gelegentlich können Fibrosen oder Narbenbildung an der Injektionsstelle vorkommen.
Einige Nebenwirkungen unter der Anwendung kombinierter oraler Kontrazeptiva wurden berichtet, die detailliert unter “4.4. Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung” diskutiert werden. Dies schließt ein: Venöse und arterielle Thromboembolien, Hypertonie, Hormon-induzierte Tumoren (einige Lebertumoren, Brustmalignome) und Chloasma.
4.9 Überdosierung
Das vorhandene Implantat ist vor dem Einsetzen
eines neuen stets zu entfernen. Es sind keine Daten hinsichtlich
Überdosierung mit Etonogestrel verfügbar.
Generell ist über schwerwiegende unerwünschte
Wirkungen im Falle einer Überdosis von Kontrazeptiva noch nicht
berichtet worden.
5. Pharmakologische Eigenschaften
5.1 Pharmakodynamische
Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Gestagene /
ATC-Code: G03A C08
Implanonist ein
biologisch nicht abbaubares Implantat zur subkutanen Applikation,
das Etonogestrel enthält. Etonogestrel ist der biologisch aktive
Metabolit von Desogestrel, einem in oralen Kontrazeptiva häufig
eingesetzten Gestagen. Es ist strukturell vom 19-Nortestosteron
abgeleitet und weist eine hohe Bindungsaffinität zu den
Gestagenrezeptoren der Zielorgane auf.
Die kontrazeptive Wirkung von Implanonberuht primär auf einer
Hemmung der Ovulation. Ovulationen wurden in den ersten zwei Jahren
der Anwendung nie, im dritten Jahr nur selten
beobachtet.
Neben der Hemmung der Ovulation bewirkt
Implanonauch eine
Veränderung des Zervikalschleimes, wodurch die Passage der Spermien
verhindert wird. Klinische Studien wurden mit Frauen zwischen 18
und 40 Jahren durchgeführt. In diesen Studien konnte gezeigt
werden, dass in der untersuchten Population der Implanon-Anwenderinnen mit einer
Gesamtexposition von 59.800 Zyklen keine Schwangerschaften
auftraten. Der Pearl-Index in diesen Studien war Null (95 %
Vertrauensintervall 0,00 - 0,08), aber wie bei jeder anderen
kontrazeptiven Methode wird die Zuverlässigkeit niemals 100 %
betragen. Dieser hohe Schutz vor Schwangerschaft wird vor allem
deshalb erreicht, weil, im Gegensatz zu oralen Kontrazeptiva, die
kontrazeptive Wirkung von Implanonnicht von einer regelmäßigen
Tabletteneinnahme abhängig ist.
Die kontrazeptive Wirkung von Implanonist reversibel, was sich
durch eine rasche Normalisierung des Menstruationszyklus nach der
Entfernung des Implantats zeigt. Obwohl die Ovulation durch
Implanongehemmt wird,
wird die ovarielle Aktivität nicht vollständig unterdrückt. Die
mittleren Estradiolkonzentrationen bleiben oberhalb der Werte der
frühen Follikelphase. In einer Zweijahresstudie an 44
Implanon-Anwenderinnen
wurde die Knochendichte mit einer Kontrollgruppe von 29
IUP-Anwenderinnen verglichen und keine unerwünschten Einflüsse auf
die Knochenmasse beobachtet.
Während der Anwendung von Implanonsind keine klinisch
relevanten Wirkungen auf den Lipidmetabolismus beobachtet worden.
Die Anwendung von gestagenhaltigen Kontrazeptiva kann einen
Einfluss auf die Insulinresistenz und Glukosetoleranz
haben.
In klinischen Studien konnte außerdem gezeigt
werden, dass bei Implanon-Anwenderinnen die
Menstruationsblutungen oft weniger schmerzhaft
waren.
Pharmakokinetische Eigenschaften
Resorption
Nach dem Einsetzen von Implanon wird Etonogestrel rasch in
die Blutzirkulation resorbiert. Ovulationshemmende
Plasmakonzentrationen werden innerhalb eines Tages erreicht. Die
maximalen Plasmaspiegel (zwischen 472 und 1270 pg/ml) werden
innerhalb von 1 bis 13 Tagen erreicht.
Die Wirkstofffreisetzung des Implantats sinkt mit
der Zeit. Aus diesem Grund nehmen die Plasmakonzentrationen während
der ersten Monate schnell ab. Am Ende des ersten Jahres wird eine
durchschnittliche Konzentration von ca. 200 pg/ml
(150 - 261 pg/ml) gemessen, die bis Ende des
dritten Jahres langsam auf 156 pg/ml (111 - 202 pg/ml)
absinkt.
Die beobachteten Schwankungen der
Serumkonzentrationen können teilweise auf unterschiedliches
Körpergewicht zurückgeführt werden.
Verteilung
Etonogestrel wird zu 95,5 - 99 % an
Plasmaproteine, vorwiegend an Albumin und in geringerem Maße auch
an sexualhormonbindendes Globulin, gebunden. Das zentrale bzw.
gesamte Verteilungsvolumen beträgt 27 l bzw. 220 l. Diese Werte
bleiben während der gesamten Anwendungsdauer von
Implanon stabil.
Metabolismus
Etonogestrel unterliegt der Hydroxylierung und
Reduktion. Die Metaboliten werden zu Sulfaten und Glukoroniden
konjugiert. Tierstudien haben gezeigt, dass der enterohepatische
Kreislauf zur Gestagenaktivität von Etonogestrel wahrscheinlich
nicht beiträgt.
Elimination
Nach intravenöser Administration von Etonogestrel
beträgt die durchschnittliche Eliminationshalbwertszeit ca. 25
Stunden. Die Plasmaclearance liegt bei ca. 7,5 l/Stunde. Beide
Werte bleiben während der Anwendung von Implanon konstant. Die Ausscheidung
von Etonogestrel und dessen Metaboliten, in Form von freien
Steroiden oder als Konjugate, erfolgt über den Urin und die Fäzes
(Verhältnis 1,5 : 1). Nach oraler Verabreichung von Desogestrel an
stillende Frauen wird der aktive Metabolit Etonogestrel in einem
Verhältnis der Milch/Serum-Konzentration von 0,37 - 0,55 in die
Muttermilch ausgeschieden. Pro kg Körpergewicht des Säuglings
werden maximal 2,2 % der täglichen Dosis (bezogen auf kg
Körpergewicht der Mutter) vom Säugling aufgenommen. Die
Konzentration zeigt eine lineare, statistisch signifikante Abnahme
über die Zeit der Anwendung.
5.3 Präklinische Daten zur
Sicherheit
In toxikologischen Studien wurden, unabhängig von
der Art der Anwendung, keine Effekte außer jenen, die durch die
hormonellen Eigenschaften von Etonogestrel erklärt werden können,
beobachtet.
6. Pharmazeutische Angaben
6.1 Hilfsstoffe
Implantat
Innen: Poly(ethylen-co-vinylacetat) 28 %
Vinylacetat
Außen: Poly(ethylen-co-vinylacetat) 14 %
Vinylacetat
6.2 Inkompatibilitäten
keine
6.3 Dauer der Haltbarkeit
5 Jahre
Implanondarf nach Ablauf
des auf dem Behältnis angegebenen Verfallsdatums nicht mehr
eingesetzt werden.
6.4 Besondere Lagerungshinweise
In der Originalverpackung aufbewahren um den
Inhalt vor Licht zu schützen.
6.5 Art und Inhalt des
Behältnisses
Die Packung enthält 1 Implantat (4 cm Länge und 2
mm Durchmesser) in der Kanüle eines sterilen Einweg-Applikators.
Der Applikator besteht aus einem Acrylnitril-butadien-styrol-Körper
mit einer rostfreien Stahlnadel und einem Polypropylen-Schutz. Der
Applikator, der das Implantat enthält, ist in eine Blisterpackung
aus transparentem Polyethylenterephtalatglycol, verschlossen mit
beschichtetem Papier, eingesiegelt.
N 1
6.6 Hinweise für die Handhabung und
Entsorgung
Siehe 4.2 (Dosierung, Art und Dauer der
Anwendung).
Der Applikator ist zur einmaligen Anwendung
bestimmt.
7. Name/Firma und Anschrift des
pharmazeutischen Unternehmers
Organon GmbH
85762 Oberschleißheim
Telefon: 089 31562-00
Telefax: 089 31562-218
8. Zulassungsnummer
44868.00.00
9. Datum der Zulassung / Verlängerung der Zulassung
28. August 2003
10. Stand der Information
Juli 2003
11. Verschreibungsstatus/Apothekenpflicht
Verschreibungspflichtig
Dieses Arzneimittel enthält einen Stoff, dessen
Wirkungen in der medizinischen Wissenschaft noch nicht allgemein
bekannt sind. Der pharmazeutische Unternehmer hat deshalb der
zuständigen Bundesoberbehörde einen Erfahrungsbericht nach § 49
Abs. 6 AMG vorzulegen.
Der Implanon Applikator und seine Bestandteile
Datei: /home/sh/public_html/mediportal/data/dimdi/download/64288a80b298ce3741c7f79da588d028.rtf