iMedikament.de

Methizol Sd 5mg

Document: 14.11.2006   Gebrauchsinformation (deutsch) change


Fachinformation


1. Bezeichnung des Arzneimittels


Methizol®SD 5mg

Wirkstoff: Thiamazol


2. Verschreibungsstatus/Apothekenpflicht


Verschreibungspflichtig


3. Zusammensetzung des Arzneimittels


3.1. Stoff- oder Indikationsgruppe


Thyreostatikum, Thioharnstoff-Derivat


3.2. Arzneilich wirksame Bestandteile nach Art und Menge


1 Tablette enthält 5mg Thiamazol.



3.3. Weitere Bestandteile

Kartoffelstärke, Lactose-Monohydrat, Magnesiumstearat, Talkum.



4. Anwendungsgebiete

Medikamentöse Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion, die ohne oder

nur mit kleiner Schilddrüsenvergrößerung (Kropf) einhergeht, sowie bei

jüngeren Patienten

Operationsvorbereitung bei allen Formen der Schilddrüsenüberfunktion


Vorbereitung von Patienten mit Schilddrüsenüberfunktion vor einer geplante

Radiojodthera­pie; Anweisung durch den behandelnden Arzt

Intervallbehandlung nach einer Radiojodtherapie

In Ausnahmefällen zur Dauerbehandlung der Schilddrüsenüberfunktion,

wenn definitive Thera­piemaßnahmen wegen des Allgemeinzustandes oder

aus persönlichen Gründen nicht durch­führbar sind oder abgelehnt werden

und wenn Methizol® SD 5 mg (in möglichst geringer Dosierung) gut

verträglich ist.


Prophylaktische Behandlung bei aus der Vorgeschichte bekannter oder

latenter Schilddrüsen­überfunktion und autonomen Adenomen, wenn eine

Jodexposition (z.B. eine Untersuchung mit jodhaltigen

Röntgenkontrastmitteln) unumgänglich ist.



5. Gegenanzeigen


Methizol®SD 5mg darf nicht angewendet werden bei:

- bekannter Überempfindlichkeit gegen Thioharnstoffderivate

- Patienten mit Blutbildveränderungen (Granulozytopenie)

- einer vor Therapiebeginn bestehenden Cholestase

- früherer Knochenmarkschädigung nach einer Behandlung mit Thiamazol

oder Carbimazol


Methizol®SD 5mg sollte nicht angewendet werden bei:

- weniger gefährlichen früheren Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B.

allergische Exantheme, Pruritus).


Methizol®SD 5mg sollte nur kurzfristig und unter sorgfältiger Überwachung angewendet werden bei:

- größeren Strumen mit Einengung der Trachea wegen der Gefahr eines

Strumawachstums.


Anwendung während Schwangerschaft und Stillzeit:


Während der Schwangerschaft sollte Methizol®SD 5mg, wenn erforderlich, nur

in der niedrigsten noch wirksamen Dosierung gegeben werden. Eine

zusätzliche Therapie mit Schilddrüsenhormonen ist kontraindiziert.


Unter Therapie mit Methizol®SD 5mg kann gestillt werden, jedoch werden nur niedrige Dosen bis zu 10 mg/Tag empfohlen (siehe Ziffer 13.2).


6. Nebenwirkungen


- Allergische Hauterscheinungen (Pruritus, Exanthem, Urtikaria) wechselnder

Ausprägung treten häufig auf. Sie zeigen meist einen leichten Verlauf und

sind oft unter fortgeführter Therapie rückbildungsfähig.

Schwere Verlaufsformen bis zur generalisierten Dermatitis wurden nur in

Einzelfällen beschrieben.


- In etwa 0,3 - 0,6 % der Fälle treten Agranulozytosen auf. Sie können sich

auch noch Wochen bis Monate nach Therapiebeginn manifestieren und

zwingen zum Absetzen des Medikamentes. Meist sind sie spontan

rückbildungsfähig.


- Arzneimittelfieber tritt selten auf.


- Geschmacksstörungen (Dysgeusie, Ageusie) treten selten auf; sie sind nach

dem Absetzen rückbildungsfähig, wobei die Normalisierung mehrere Wochen

dauern kann.


- Arthralgien, die sich in der Regel schleichend und noch nach mehrmonatiger

Therapiedauer entwickeln, wurden in Einzelfällen mitgeteilt. Klinische

Zeichen einer Gelenkentzündung fehlen.


- Einzelfälle von cholestatischem Ikterus oder toxischer Hepatitis wurden

beschrieben. Die Symptome bilden sich im allgemeinen nach Absetzen des

Medikaments zurück. Klinisch inapparente Cholestasezeichen unter der

Behandlung sind abzugrenzen von einer bereits vor Therapiebeginn

erhöhten Aktivität der GGT im Serum als Zeichen einer Enzyminduktion

durch die Hyperthyreose sowie einer Erhöhung der alkalischen

Phosphatase bzw. ihres Knochen-Isoenzyms.


- In Einzelfällen wurden beschrieben: Eine generalisierte Lymphadenopathie,

akute Speicheldrüsenschwellung, Thrombopenie, Panzytopenie, Neuritiden,

Polyneuro pathien, ein medikamentös induzierter Lupus erythematodes

sowie ein Insulin-Autoimmunsyndrom (mit starkem Abfall des

Blutzuckerwertes).


- Durch Verminderung des krankhaft gesteigerten Energieverbrauchs bei

Hyperthyreose kann es zu einem (im allgemeinen erwünschten) Anstieg des

Körpergewichts unter der Behandlung mit Methizol®SD 5mg kommen. Die

Patienten sollen darauf hingewiesen werden, daß sich mit Besserung des

Krankheitsbildes der Energieverbrauch normalisiert.


Infolge zu hoher Dosierung kann es zu einer subklinischen oder klinischen

Hypothyreose sowie zum Strumawachstum kommen, bedingt durch einen

TSH-Anstieg. Aus diesem Grunde soll die Dosis von Methizol®SD 5mg nach

Erreichen der euthyreoten Stoffwechsellage reduziert werden, und/oder es

sollte zusätzlich Levothyroxin-Natrium gegeben werden. Nicht sinnvoll ist,

Methizol®SD 5mg ganz abzusetzen und mit Schilddrüsenhormonen

weiterzubehandeln.


Wachstum der Struma unter der Therapie mit Methizol®SD 5mg bei

supprimierte TSH ist als Folge der Grunderkrankung anzusehen und durch

zusätzliche Behandlung mit Schilddrüsenhormonen nicht zu verhindern.


Auftreten oder Verschlimmerung einer endokrinen Orbitopathie ist weitgehend

unabhängig vom Verlauf der Schilddrüsenerkrankung; eine solche

Komplikation ist, für sich genommen, kein Anlaß, das Therapiekonzept

(Thyreostatika, Operation, Radioiod) zu ändern, und sie ist nicht als

Nebenwirkung einer sachgemäß durchgeführten Therapie mit Methizol®SD

5mg aufzufassen.


In einem geringen Prozentsatz kommen auch nach thyreostatischer Therapie

ohne zusätzliche ablative Maßnahmen Späthypothyreosen vor. Hierbei dürfte

es sich nicht um eine Nebenwirkung des Medikaments, sondern um

entzündliche und destruktive Prozesse im Schilddrüsenparenchym im

Rahmen der Grunderkrankung handeln.



7. Wechselwirkungen mit anderen Mitteln


Iodmangel erhöht, Iodüberschuß vermindert das Ansprechen der Schilddrüse

auf Methizol®SD 5mg. Weitere direkte Wechselwirkungen mit anderen

Medikamenten sind nicht bekannt. Es ist jedoch zu beachten, daß bei einer

Hyperthyreose Metabolismus und Elimination anderer Medikamente

beschleunigt sein können. Mit zunehmender Normalisierung der

Schilddrüsenfunktion normalisieren sich diese gleichfalls. Gegebenenfalls sind

Dosiskorrekturen vorzunehmen.



8. Warnhinweise


Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoloranz, Lactase-Mangel

oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Methizol SD 5mg nicht

einnehmen.



9. Wichtigste Inkompatibilitäten


Keine bekannt.



10. Dosierung mit Einzel- und Tagesgaben

Konservative Hyperthyreosetherapie

Im allgemeinen reichen bei der niedrigen Jodversorgung in Deutschland 25

Bis maximal 40 mg Thiamazol aus, um die Schilddrüsenhormonsynthese zu

hemmen. Die Dosierungsempfehlungen sind unterschiedlich:


a) Nach einer höher dosierten Initialtherapie ( etwa in Höhe der voll

blockierenden Dosis ) Fortsetzung der Behandlung mit einer

Erhaltungsdosis von 1 bis 4 Tabletten Methizol®SD 5mg ( entsprechend 5

bis 20 mg Thiamazol ) pro Tag; bei dieser nur partiell blockierenden Dosis

ist gewöhnlich die Supplementierung mit Schilddrüsenhormon erforderlich.


b) Monotherapie mit Tagesdosen von ½ -2 Tabetten Methizol®SD 5mg

(entsprechend 2,5 bis 10mg Thiamazol ).

Die Dosis richtet sich nach der individuell zu kontrollierenden

Stoffwechsellage des Patienten, wobei dem Verhalten des TSH besondere

Beachtung zu schenken ist.

Es ist bisher nicht entschieden, welches Therapieverfahren bessere

Resultate (im Sinne einer Dauerremission der Hyperthyreose) liefert. Bei

iod-induzierten Hyperthyreosen sind möglicherweise höhere Dosierungen

erforderlich.


- Präoperative Behandlung:

Herstellen einer euthyreoten Stoffwechsellage wie oben beschrieben. Sobald

diese erreicht ist, sollte operiert werden, oder es müssen

Schilddrüsenhormone supplementiert werden. In den letzten 10 Tagen vor

der Operation kann, wenn vom Chirurgen bevorzugt, Iod zur Verfestigung

des Schilddrüsengewebes gegeben werden. Die Behandlung kann am Tag

vor der Operation beendet werden.


- Behandlung vor einer Radioiodtherapie:

Insbesondere bei schweren Hyperthyreosen vor der Radioiodtherapie

Herstellung einer euthyreoten Stoffwechsellage wie oben beschrieben.


Hinweis:

Thioharnstoff-Derivate können die Strahlenempfindlichkeit des

Schilddrüsengewebes herabsetzen. Bei geplanter Radioiodtherapie

autonomer Adenome muß gewährleistet sein, daß das paranoduläre

Gewebe durch eine Vorbehandlung nicht aktiviert wird.


- Thyreostatische Intervalltherapie nach Radioiodgabe:

Behandlungsdauer und -dosis müssen individuell festgelegt werden, je nach

der Schwere des Krankheitsbildes und dem geschätzten Intervall bis zum

Eintritt der Radioiodwirkung.


- Thyreostatische Dauertherapie in Fällen, bei denen eine Remission der

Erkrankung nicht zu erzielen ist und definitive Therapiemaßnahmen nicht in

Betracht kommen oder abgelehnt werden:

Möglichst niedrige Dosierung: 1/2 - 2 Tabletten Methizol®SD 5mg pro Tag

(entsprechend 2,5 bis 10 mg Thiamazol) ohne Zusatz oder zusammen mit

einer geringen Menge von Schilddrüsenhormonen.

- Prophylaktische Behandlung, wenn die Gefahr besteht, daß durch

diagnostische Gabe iodhaltiger Substanzen eine Hyperthyreose ausgelöst

wird:

2 - 4 Tabletten Methizol®SD 5mg ( entsprechend 10 bis 20 mg Thiamazol )

und 1g Perchlorat über 8 bis 10 Tage ( z. B. bei nierengängigen

Röntgenkontrastmitteln ).


- Dosierung bei Kindern:

Kinder werden mit einer Initialdosis von 0,3 bis 0,5mg Thiamazol/kg

Körpergewicht täglich und einer Erhaltungsdosis von 0,2 bis 0,3 mg

Thiamazol/kg Körpergewicht täglich behandelt. Dabei kann ebenfalls eine

Zusatztherapie mit Levothyroxin erforderlich werden.


Bei Leberinsuffizienz ist die Plasmaclearance von Thiamazol vermindert, die

Dosis sollte darum möglichst niedrig gehalten werden.


11. Art und Dauer der Anwendung


Die Einnahme erfolgt unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit

Bei der Initialtherapie der Hyperthyreose sollten die oben angegebenen

Einzeldosen in regelmäßigen Abständen über den Tag verteilt eingenommen

werden.

Die Erhaltungsdosis kann morgens nach dem Frühstück auf einmal

eingenommen werden.

Bei der konservativen Behandlung der Hyperthyreose beträgt die

Therapiedauer im allgemeinen ½ bis 2 Jahre (im Mittel 1 Jahr), wobei

statistisch die Heilungswahrscheinlichkeit mit der Behandlungsdauer ansteigt.


Zur Operationsvorbereitung hyperthyreoter Patienten kann die Behandlung mit Methizol®SD 5mg etwa 3-4 Wochen vor dem geplanten Operationstermin begonnen (im Einzelfall auch früher) und am Tag vor der Operation beendet werden.

Bei der Vorbereitung von Patienten mit autonomem Adenom oder latenter

Hyperthyreose vor einer notwendigen Iodexposition richtet sich die Dauer der

Gabe von Methizol®SD 5mg nach der Verweildauer der iodhaltigen Substanz

im Organismus.

Patienten mit größeren Strumen und Einengung der Trachea sollten nur bedingt kurzfristig mit Methizol®SD 5mg behandelt werden, da es bei langfristiger Gabe zum Strumawachstum kommen kann; gegebenenfalls muß die Therapie besonders sorgfältig überwacht werden (TSH-Spiegel, Tracheallumen). Die Therapie erfolgt vorzugsweise in Kombination mit Schilddrüsenhormonen.


12. Notfallmaßnahmen, Symptome und Gegenmittel


Überdosierung führt zu Hypothyreose und durch Rückkoppelungseffekt zur

Aktivierung des Hypophysenvorderlappens mit anschließendem

Strumawachstum. Die Abhilfe besteht in rechtzeitiger Dosisreduktion bei

Erreichen der euthyreoten Stoffwechsellage und gegebenenfalls in der

Zugabe von Schilddrüsenhormonen (s. a. Ziff. 10 und 13).

Negative Folgen akzidenteller Einnahmen höherer Methizol®SD 5mg

Dosen sind nicht bekannt.

Bei sehr hohen Dosen (etwa 120 mg Thiamazol pro Tag) sind gehäuft

knochenmarktoxische Nebenwirkungen beschrieben worden. Diese

Dosierungen sollten nur besonderen Indikationen vorbehalten sein (schwere

Krankheitsverläufe, thyreotoxische Kri- se). Das Auftreten einer

Knochenmarkschädigung unter der Therapie mit Methizol®SD 5mg erfordert

das Absetzen des Arzneimittels und ggf. das Ausweichen auf ein

Thyreostatikum einer anderen Stoffgruppe.



13. Pharmakologische und toxikologische Eigenschaften, Pharmakokinetik, Bioverfügbarkeit, soweit diese Angaben für die therapeutische

Verwendung erforderlich sind


13.1. Pharmakologische Eigenschaften


Thiamazol hemmt dosisabhängig den Iodeinbau in Tyrosin und damit die

Neusynthese von Schilddrüsenhormonen. Diese Eigenschaft ermöglicht die

symptomatische Therapie der Schilddrüsenüberfunktion, unabhängig von

ihrer Ätiologie. Ob Thiamazol darüber hinaus bei der immunologisch bedingten

Form der Hyperthyreose (M. Basedow) den “natürlichen Verlauf” der

Erkrankung beeinflußt, also den zugrunde liegenden immunpathogenetischen

Vorgang unterdrückt, läßt sich zur Zeit noch nicht mit Sicherheit entscheiden.

Nicht beeinflußt wird die Freisetzung der bereits synthetisierten

Schilddrüsenhormone. Hierdurch erklärt sich eine im Einzelfall unterschiedlich lange Latenzperiode bis zur Normalisierung der Serumkonzentrationen von

Thyroxin und Triiodthyronin und damit bis zur klinischen Besserung. Nicht

beeinflußt wird auch die Hyperthyreose infolge Hormonfreisetzung nach Destruktion von Schilddrüsenzellen, z. B. nach einer Radioiodtherapie oder bei Thyreoiditis.


Toxikologische Eigenschaften

a) Akute Toxizität

Bei Mäusen beträgt die LD50bei oraler Gabe von Thiamazol ca. 800

mg/kg, bei Ratten 1250 mg/kg.


b) Chronische Toxizität / Subchronische Toxizität

s. Ziffer 6, Nebenwirkungen


c) Mutagenes und tumorerzeugendes Potential

Für Thiamazol liegt keine beurteilbare Mutagenitätsprüfung vor. Vorläufige

Befunde weisen auf ein mutagenes Potential hin.

Es existieren Hinweise auf ein tumorigenes Potential von Thiamazol bei

Ratten und Mäusen. Umfassende Langzeituntersuchungen stehen jedoch

aus.


d) Reproduktionstoxizität

Im allgemeinen wird eine Hyperthyreose durch die Schwangerschaft positiv

beeinflußt. Trotzdem ist oft speziell in den ersten

Schwangerschaftsmonaten eine Hyperthyreosetherapie erforderlich.

Unbehandelte Hyperthyreosen in der Schwangerschaft können zu

schwerwiegenden Komplikationen wie Frühgeburten und Mißbildungen

führen, aber auch Hypothyreosen infolge einer fehldosierten

Thiamazoltherapie sind mit einer Neigung zum Abort verbunden.


Thiamazol passiert die Plazentaschranke und erreicht im fetalen Blut

gleiche Konzentrationen wie im maternalen Serum, was bei

unangemessener Dosierung zu Hypothyreose beim Fetus sowie zu einem

erniedrigten Ge burtsgewicht führen kann. Es wurde auch wiederholt über

Kinder von mitThiamazol behandelten Müttern berichtet, die mit einer

partiellen Aplasia cutis im Kopfbereich geboren wurden, die nach wenigen

Wochen aber spontan abheilte. Eine thyreostatische Therapie während

der Schwangerschaft muß deshalb so niedrig wie möglich durchgeführt

werden. Thiamazol geht in die Muttermilch über und kann dort eine dem

mütterlichen Serumspiegel entsprechende Konzentration erreichen, so

daß die Gefahr einer Schilddrüsenunterfunktion beim Säugling besteht.

Eine niedrig dosierte Therapie unter 10 mg/Tag kann aber durchgeführt

werden.

Propylthiouracil bietet in der Stillperiode gegenüber Thiamazol den Vorteil

einer geringeren Sezernierung in die Muttermilch aufgrund einer höheren

Eiweißbindung im Blut.







13.3. Pharmakokinetik


Die Resorption von Thiamazol erfolgt schnell und vollständig. Nach Gabe von

9 mg Thiamazol werden innerhalb von 0,4 - 1,2 Stunden maximale

Serumspiegel von 150ng/ml erreicht. Die Eiweißbindung ist zu

vernachlässigen. Thiamazol wird in der Schilddrüse angereichert, wo es nur

langsam metabolisiert wird, so daß sich trotz schwankender Serumspiegel ein

Konzentrationsplateau ausbildet. Dies führt zu einer Wirkdauer von fast 24

Stunden für eine Einzeldosis. Die Kinetik des Thiamazols ist nach bisherigen

Erkenntnissen unabhängig von der Schilddrüsenfunktionslage. Die Eliminationshalbwertszeit beträgt ca. 3 Stunden und ist bei Leberinsuffizienz

verlängert. Thiamazol wird sowohl renal als auch biliär eliminiert, die fäkale

Exkretion ist allerdings gering, was auf einen enterohepatischen Kreislauf

schließen läßt. Renal werden innerhalb von 24 Stunden 70 % der Substanz

ausgeschieden, davon nur geringe Mengen in unveränderter Form. Über die

pharmakologische Aktivität der Metaboliten liegen z. Zt. noch keine

Erkenntnisse vor.



14. Sonstige Hinweise


Die Patienten sollen vor Behandlungsbeginn auf die Symptome einer

Agranulozytose (Stomatitis, Pharyngitis, Fieber) hingewiesen werden. Sie

sollen bei Auftreten dieser Symptome, besonders in den ersten

Therapiewochen, das Medikament unverzüglich absetzen und sich zu einer

Blutbildkontrolle zum Arzt begeben.


15. Dauer der Haltbarkeit


Die Dauer der Haltbarkeit beträgt 3 Jahre.

Dieses Arzneimittel soll nach Ablauf des Verfalldatums nicht mehr

angewendet werden.


16. Besondere Lager- und Aufbewahrungshinweise

Keine.


17. Darreichungsformen und Packungsgrößen

Packung mit 20 Tabletten (N1)

Packung mit 50 Tabletten (N2)

Packung mit 100 Tabletten (N3)


18. Stand der Information


Oktober 2006






19. Name oder Firma und Anschrift des pharmazeutischen Unternehmers

mibe GmbH Brehna

Münchener Str. 15

06796 Brehna

Tel.: 034954/

Fax: 03946/4657