iMedikament.de

Posterine Salbe

Document: 07.03.2006   Gebrauchsinformation (deutsch) change

3


Liebe Patientin! Lieber Patient!

Bitte lesen Sie folgende Gebrauchsinformation aufmerksam, weil sie wichtige Informationen darüber enthält, was Sie bei der Anwendung die­ses Arzneimittels beachten sollen. Wenden Sie sich bei Fragen bitte an Ih­ren Arzt oder Apotheker.

GEBRAUCHSINFORMATION

Posterine Salbe

Wirkstoff:Fluidextrakt aus Hamamelisblättern (1 : 2), Auszugsmittel: Ethanol 60 % (V/V)

Zusammensetzung

Arzneilich wirksamer Bestandteil:

1 g Posterine Salbe enthält 200 mg Fluidextrakt aus Hamamelisblättern (1 : 2), Auszugsmittel: Ethanol 60 % (V/V).

Sonstige Bestandteile:

(Pentaerythrit, octadecanol) [alkan (C12 - C18) oat, citrat] - Mikrokristalline Kohlenwasserstoffe - Glycerolmonooleat - Aluminiumstearat - Propylenglycol (40:30:22,5:5:2,5) (enth. Butylhydroxy-anisol), Glycerolmono(palmitat, stearat), Isopropylmyristat (Ph. Eur.), Dünnflüssiges Paraffin, Weißes Vaselin (enth. α-Tocopherol), Wollwachs (enth. Butylhydroxytoluol).

Darreichungsform und Inhalt

Posterine Salbe ist in Packungen zu 25 g (N 1) Salbe erhältlich.

Stoff- oder Indikationsgruppe

Pflanzliches Hämorrhoidenmittel

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Dr. Kade Pharmazeutische Fabrik GmbH

Rigistraße 2, D - 12277 Berlin

Tel.: 0 30 / 7 20 82-0, Telefax: 0 30 / 7 20 82-200, eMail: Info@kade.de

Anwendungsgebiete

Zur Linderung von Juckreiz, Nässen und Brennen in den Anfangsstadien von Hämorrhoidalleiden sowie bei Entzündungen (z. B. Analekzem) und oberflächlichen Hautverletzungen im Analbereich. Bei akut einsetzenden Beschwerden, stark nässenden oder gelblich belegten Hautveränderungen sowie fehlender Besserung innerhalb von 3 Tagen sollte ein Arzt aufgesucht werden. Blut im Stuhl bzw. Blutungen aus dem Enddarmbereich bedürfen grundsätzlich der Klärung durch den Arzt.

Gegenanzeigen

Wann dürfen Sie Posterine Salbe nicht anwenden?

Posterine Salbe darf nicht angewendet werden, wenn bei Ihnen eine Überempfindlichkeit gegenüber Hamamelis, Wollwachs oder einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels be­steht.

Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung und Warnhinweise

Welche Vorsichtsmaßnahmen müssen beachtet werden?

Wechselwirkungen mit anderen Mitteln

Keine bekannt.

Dosierungsanleitung, Art und Dauer der Anwendung

Anwendung auf der Haut bzw. rektale Anwendung.

Die folgenden Angaben gelten, soweit Ihnen Ihr Arzt Posterine Salbe nicht anders verordnet hat. Bitte halten Sie sich an die Anwendungsvorschriften, da das Medikament sonst nicht richtig wirken kann!

Wie viel von Posterine Salbe und wie oft sollten Sie Posterine Salbe anwenden?

Gewöhnlich wird Posterine Salbe 2-mal täglich angewendet. Bei stärkeren Beschwerden kann die Salbe zeitweise auch häufiger angewendet werden. Die Menge richtet sich nach der Größe der zu behandelnden Haut- und Schleimhautpartien.

Wie und wann sollten Sie Posterine Salbe anwenden?

Vor der Anwendung sollte die Analregion sorgfältig gereinigt und abgetrocknet werden.

Die Anwendung sollte morgens und abends, möglichst nach der Stuhlentleerung, erfolgen. Zur leichteren Handhabung empfiehlt es sich, die Salbe bei Zimmertemperatur (18 °C bis ma­ximal 25 °C) aufzubewahren.

Zur Anwendung am äußeren Afterbereich wird die Salbe mit dem Finger dünn aufgetragen und leicht eingerieben.

Um scharfe Knickstellen zu vermeiden, empfiehlt es sich, die Tube nach jeder Benutzung vom hinteren Ende her so aufzurollen, dass der vordere Teil stets prall gefüllt ist.

Der Packung liegt ferner eine Kanüle mit seitlichen Austrittsöffnungen bei, mit deren Hilfe die Salbe gleichmäßig und in ausreichender Menge im Analkanal und angrenzenden End­darmbereich verteilt wird.

Anwendung der Salbenkanüle: CE

Zur Anwendung wird die Kanüle auf die Tube geschraubt und die Kappe abgezogen. Durch Druck auf die Tube wird die Salbe so weit in die Kanüle gepresst, bis sie aus den seitlichen Öffnungen austritt. Danach wird die Kanüle bis zum deutlich spürbaren Anschlag vorsichtig in den After ein­geführt. Die Gleitfähigkeit kann durch Bestreichen der Kanüle mit etwas Salbe erhöht werden. Durch erneuten Druck auf die Tube wird die Salbe dann in den Anal­kanal abgegeben. Eine ausrei­chende Verteilung der Salbe wird durch vorsichtiges Drehen der Tube erreicht. Die Reinigung der Kanüle nach Gebrauch erfolgt am besten durch Auspressen von etwas Salbe an den seitlichen Öff­nungen, Abwischen der Oberfläche mit saugfähigem Papier und Aufsetzen der Verschlusskappe, um ein Austrocknen der Salbe in der Kanüle zu vermeiden.

Wird die Salbe über längere Zeit nicht benutzt, sollte die Kanüle abgeschraubt und mit warmem Wasser gereinigt werden.

Hinweis:

Bei der Anwendung von Salben und Zäpfchen im Afterbereich kann es - bedingt durch die Kör­perwärme - zu einer Verschmutzung der Wäsche kommen. Es empfiehlt sich deshalb, eine Vorlage zu verwenden (z. B. Papiertaschentuch oder Wattebausch).

Wie lange sollten Sie Posterine Salbe anwenden?

Die Behandlungsdauer richtet sich nach der Art und Schwere des Krankheitsverlaufs. Prinzipiell kann Posterine Salbe bis zum Abklingen der Beschwerden an­gewendet werden. Eine Selbstbehandlung ohne Hinzuziehen eines Arztes sollte jedoch den Zeitraum von 2 Wochen nicht überschreiten. Bitte beachten Sie zur Behandlungsdauer auch die Angaben unter “Anwendungsgebiete” und “Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung und Warnhinweise”.

Anwendungsfehler und Überdosierung

Was ist zu tun, wenn Posterine Salbe in zu großen Mengen angewendet wurde (beabsichtigte oder versehentliche Überdosierung)?

Bei bestimmungsgemäßer Anwendung von Posterine Salbe sind keine Überdosierungen be­kannt.

Wird Posterine Salbe, z. B. von Kindern, in erheblichen Mengen eingenommen, so sind keine schweren Vergiftungserscheinungen zu erwarten. Es können jedoch Beschwerden wie Leib­schmer­zen und Übelkeit auftreten.

Sofern Sie Posterine Salbe einmal oder mehrere Male versehentlich häufiger angewendet haben als vorgesehen, sind keine unerwünschten Nebenwirkungen zu erwarten. Vermindern Sie in diesem Fall die Anwendung auf die vorgesehene Dosis und halten Sie im Übrigen den Be­handlungsplan ein.

Nebenwirkungen

Wie alle Arzneimittel kann Posterine Salbe Nebenwirkungen haben.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zu Grunde gelegt:

Sehr häufig:

mehr als 1 von

10 Behandelten

Häufig:

mehr als 1 von

100 Behandelten

Gelegentlich:

mehr als 1 von

1 000 Behandelten

Selten:

mehr als 1 von

10 000 Behandelten

Sehr selten:

1 oder weniger von 10 000 Behandelten (einschließlich Einzelfälle)


Sehr selten können bei örtlicher Anwendung allergische Reaktionen auf Hamamelis-haltige Arzneimittel auftreten. Auch bei Überempfindlichkeit gegenüber Wollwachs können allergische Reaktionen auftreten.

Welche Gegenmaßnahmen sind bei Nebenwirkungen zu ergreifen?

Bei Auftreten entsprechender Anzeichen wie z. B. Hautrötung, gegebenenfalls verbunden mit Juckreiz, beenden Sie bitte die Anwendung von Posterine Salbe und suchen Sie gegebenenfalls Ihren Arzt auf.

Falls Sie andere Nebenwirkungen beobachten als die hier genannten, teilen Sie dies bitte Ihrem Arzt oder Apotheker mit.

Hinweise und Angaben zur Haltbarkeit des Arzneimittels

Das Verfalldatum ist auf der Verpackung aufgedruckt. Verwenden Sie diese Packung nicht mehr nach diesem Datum!

Nach Anbruch darf Posterine Salbe höchstens 3 Monate verwendet werden.

Nicht über 25 °C aufbewahren!

Stand der Information

September 2005

____________________________________

Achten Sie stets darauf, dass Sie Posterine Salbe so aufbewahren, dass das Arzneimittel für Kinder nicht zu erreichen ist!

______________________________________________________________________________

Wichtige Hinweise für Patienten mit Hämorrhoidalbeschwerden

Sehr verehrte Patientin!

Sehr geehrter Patient!

Die Firma DR. KADE ist seit 1922 einer der führenden Hersteller von Arzneimitteln gegen Hämorrhoidalbeschwerden. Mit unseren jahrzehntelangen Erfahrungen in Herstellung und Betreu­ung dieser Präparate möchten wir deren Anwendung durch einige zusätzliche Patientenhinweise unterstützen.

Was versteht man unter einem Hämorrhoidalleiden?

Für den Feinverschluss des Afters sind weiche, breit aufsitzende, stark mit Blut gefüllte Ge­fäßpol­ster im Bereich des Darmausgangs, die oberhalb des Schließmuskels unter der Schleim­haut liegen, von großer Bedeutung.

Beschwerden entstehen dann, wenn sich die Gefäßpolster durch Blutstauung vergrößern und kno­tige Verdickungen bilden. Man spricht dann von Hämorrhoiden. Ursachen für die Entste­hung von Hämorrhoidalbeschwerden sind einseitige, ballaststoffarme Ernährung, chronische Verstopfung und zu starkes Pressen beim Stuhlgang, häufiger Gebrauch von Abführmitteln, sitzende Tätigkeit und zum Teil auch eine Bindegewebsschwäche.

Als Patient werden Sie gewöhnlich durch Druckgefühl oder Blutungen während und nach dem Stuhlgang auf Ihr Leiden aufmerksam. Diese Blutungen werden durch Verletzungen der die Hämorrhoiden umgebenden Schleimhäute oder durch Einreißen von Hämorrhoidalknoten ausgelöst. Im weiteren Verlauf können lästiges und teilweise schmerzhaftes Stechen, Jucken, Brennen und Nässen im Afterbereich mit Entzündung und Ausschlag auftreten. Im fortge­schrittenen Stadium kann es zu vorübergehendem oder dauerndem Vorfall von Hämorrhoi­dalknoten aus dem After kommen.

Welche therapeutischen Möglichkeiten gibt es?

Ihr Arzt hat Ihnen nach eingehender Untersuchung Hinweise für die Behandlung Ihres Lei­dens ge­geben. Die Anwendung von Salben und Zäpfchen bessert die akuten Beschwerden wie Jucken, Stechen, Brennen, Nässen und Schmerzen im Anfangsstadium der Erkrankung sowie vor und nach operativen Eingriffen. Vergrößerte Hämorrhoidal­knoten können durch diese Therapie jedoch nicht beseitigt werden. Bei fortschreitendem Leiden müssen die krankhaft vergrößerten Hämorrhoiden verödet, ab­gebunden oder operativ entfernt wer­den.

Was können Sie selbst tun?

Ihre eigene Vorsorge betrifft vor allem die Regulierung des Stuhlgangs und die Analhygiene:

Da zu harter Stuhl das Hämorrhoidalleiden begünstigt, muss für regelmäßigen (nicht unbe­dingt täg­lichen) und weichen Stuhl gesorgt werden.

Erzwingen Sie jedoch nicht durch Anwendung von Abführmitteln einen zu weichen Stuhl, da dieser die Analhaut reizt und schwächt. Regulieren Sie Ihren Stuhlgang vielmehr durch eine besser angepasste Ernährung mit ballaststoffreicher Nahrung (Obst, nicht blähendes Gemüse, Vollkornbrot und Kleie), mit Milchprodukten und ausreichenden Flüssigkeitsmengen. Ver­meiden Sie aber stark ge­würzte Speisen, hochprozentige alkoholische Getränke und zur Ver­stopfung führende Nahrung. Kontrollieren und reduzieren Sie Ihr überflüssiges Körperge­wicht.

Sorgen Sie ferner - vor allem bei vorwiegend sitzender Tätigkeit - für regelmäßige körperliche Be­wegung wie Wandern und Schwimmen. Vermeiden Sie zu kühle Sitzflächen.

Wesentlich ist schließlich eine regelmäßige und gründliche Analhygiene. Benutzen Sie nach jedem Stuhlgang nur weiches Toilettenpapier oder säubern Sie den After mit lauwarmem Wasser unter Zuhilfenahme eines weichen Waschlappens ohne Seife, ohne Desinfektions­mittel und ohne zu reiben.Zumindest abends sollte der Analbereich auf diese Weise gründlich gereinigt werden. Durch gutes und behutsames Abtrocknen mit weichem Toilettenpapier oder Watte beugen Sie außerdem einer Infektion durch Bakterien, Pilze und Hefen vor.

Die Gefahr eines hämorrhoidalen Blutstaus können Sie durch durchblutungsfördernde Übun­gen vermindern, indem Sie den Afterschließmuskel alle 2 Sekunden insgesamt 3 Minuten täglich an­spannen und lockern. Auch ein Sitzbad oder Abduschen des Afters mit kühl tem­periertem Wasser fördert die Durchblutung und lindert durch Kältereiz das Jucken und Brennen.

Was sollten Sie dringend beachten?

Da sich gelegentlich hinter Hämorrhoidalbeschwerden ernsthaftere Erkrankungen verbergen kön­nen, ist es notwendig, bei blutigem Stuhl und bei häufiger auftretenden oder über längere Zeit an­haltenden Beschwerden Ihren Arzt aufzusuchen. Werden Ihnen von Ihrem Arzt Arz­neimittel ver­ordnet, so lesen Sie die beiliegende Gebrauchsinformation gut durch und richten Sie sich nach den Angaben des Arztes über Dosierung und Art der Anwendung.

Lassen Sie ferner zu Ihrer eigenen Sicherheit auch ohne akute Beschwerden in regelmäßigen Ab­ständen eine Vorsorgeuntersuchung des Enddarms durchführen.

Wir wünschen Ihnen gute Besserung!


DR. KADE PHARMAZEUTISCHE FABRIK GMBH

Rigistraße 2, D - 12277 Berlin

Tel.: 030 / 7 20 82-0, Telefax: 030 / 7 20 82-200

eMail: Info@kade.de, www.kade.de


Anlage zur Änderungsanzeige vom 07.03.2006