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Xusal



Gebrauchsinformation Xusal

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GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FUR DEN ANWENDER

Xusal 5 mg Filmtabletten

Levocetirizindihydrochlorid

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfaltig durch, bevor Sie mit der Einnahme

dieses Arzneimittels beginnen.

-    Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht mochten Sie diese spater nochmals lesen.

-    Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

-    Dieses Arzneimittel wurde Ihnen personlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Symptome haben wie Sie.

-    Wenn eine der aufgefuhrten Nebenwirkungen Sie erheblich beeintrachtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind, informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.

Diese Packungsbeilage beinhaltet:

1.    Was ist Xusal und wofur wird es angewendet?

2.    Was mussen Sie vor der Einnahme von Xusal beachten?

3.    Wie ist Xusal einzunehmen?

4.    Welche Nebenwirkungen sind moglich?

5.    Wie ist Xusal aufzubewahren?

6.    Weitere Informationen

1. WAS IST XUSAL UND WOFUR WIRD ES ANGEWENDET?

Levocetirizindihydrochlorid ist der Wirkstoff von Xusal.

Xusal dient zur Behandlung von Allergien.

Zur Behandlung von Krankheitszeichen (Symptomen) bei:

-    allergischem Schnupfen (einschlieBlich persistierendem allergischen Schnupfen);

-    Nesselsucht (Urtikaria).

2. WAS MUSSEN SIE VOR DER EINNAHME VON XUSAL BEACHTEN?

Xusal darf nicht eingenommen werden,

-    wenn Sie uberempfindlich (allergisch) gegen Levocetirizin, ein Antihistaminikum oder einen der sonstigen Bestandteile von Xusal sind (siehe „Was Xusal enthalt“)

-    wenn Ihre Nierenfunktion stark eingeschrankt ist (schwere Niereninsuffizienz mit einer Kreatinin-Clearance unter 10 ml/min)

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Xusal ist erforderlich

Fur Kinder unter 6 Jahren wird die Anwendung von Xusal Filmtabletten nicht empfohlen, da mit den Filmtabletten keine Dosisanpassung moglich ist.

Wenn Sie móglicherweise Ihre Blase nicht vollstandig entleeren kónnen (wie z.B. bei einer Ruckenmarksverletzung oder einer vergróBerten Prostata), fragen Sie bitte Ihren Arzt um Rat.

Bei Einnahme von Xusal mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen / anwenden bzw. vor kurzem eingenommen / angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Bei Einnahme von Xusal zusammen mit Nahrungsmitteln und Getranken

Vorsicht ist geboten, wenn Xusal zusammen mit Alkohol eingenommen wird.

Bei empfindlichen Patienten kónnte die gleichzeitige Gabe von Cetirizin oder Levocetirizin und Alkohol bzw. anderen zentral dampfenden Mitteln Auswirkungen auf das zentrale Nervensystem haben, obwohl fur das Razemat Cetirizin gezeigt wurde, dass die Wirkung von Alkohol nicht verstarkt wird.

Schwangerschaft und Stillzeit

Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie schwanger sind bzw. werden móchten oder stillen.

Verkehrstuchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Bei einigen Patienten kann unter der Therapie mit Xusal Schlafrigkeit/Benommenheit, Mudigkeit und Abgeschlagenheit auftreten. Vorsicht ist geboten beim Fahren oder Bedienen von Maschinen, bis Sie wissen, wie dieses Arzneimittel bei Ihnen wirkt.

In besonderen Untersuchungen wurde jedoch keine Beeintrachtigung der Aufmerksamkeit, des Reaktionsvermógens und der Fahrtuchtigkeit gesunder Testpersonen durch Einnahme von Levocetirizin in der empfohlenen Dosierung festgestellt.

Wichtige Informationen uber bestimmte sonstige Bestandteile von Xusal

Dieses Arzneimittel enthalt Lactose. Bitte nehmen Sie Xusal daher erst nach Rucksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unvertraglichkeit gegenuber bestimmten Zuckern leiden.

3. WIE IST XUSAL EINZUNEHMEN?

Nehmen Sie Xusal immer genau nach Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Dosierung:

Falls vom Arzt nichts anders verordnet, ist die ubliche Dosis:

Die normale Dosis fur Erwachsene und Kinder ab 6 Jahren ist 1 Filmtablette taglich.

Spezielle Dosierungsanleitungen fur bestimmte Patientengruppen:

Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion erhalten gegebenenfalls eine geringere Dosis, die sich nach dem Schweregrad der Nierenerkrankung und bei Kindern zusatzlich nach dem Korpergewicht richtet. Die Dosis wird von Ihrem Arzt festgelegt.

Patienten mit stark eingeschrankter Nierenfunktion durfen Xusal nicht einnehmen.

Patienten mit ausschlieBlich eingeschrankter Leberfunktion sollten die normale vorgeschriebene Dosis einnehmen.

Patienten mit gleichzeitig eingeschrankter Leber- und Nierenfunktion erhalten gegebenenfalls eine geringere Dosis, die sich nach dem Schweregrad der Nierenerkrankung und bei Kindern zusatzlich nach dem Korpergewicht richtet. Die Dosis wird von Ihrem Arzt festgelegt.

Fur Kinder unter 6 Jahren wird die Anwendung von Xusal Filmtabletten nicht empfohlen.

Sofern die Nierenfunktion normal ist, ist bei alteren Patienten keine Dosisanpassung erforderlich.

Wie und wann sollten Sie Xusal einnehmen?

Die Filmtabletten sollten unzerkaut mit Wasser eingenommen werden. Die Einnahme kann zu oder unabhangig von den Mahlzeiten erfolgen.

Wenn Sie eine grofiere Menge von Xusal eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie eine groBere Menge Xusal eingenommen haben, als Sie sollten, kann bei Erwachsenen Schlafrigkeit auftreten. Bei Kindern kann es zunachst zu Erregung und Ruhelosigkeit und anschlieBend zu Schlafrigkeit kommen.

Bei Verdacht auf eine Uberdosierung mit Xusal benachrichtigen Sie bitte Ihren Arzt. Dieser wird uber die gegebenenfalls erforderlichen MaBnahmen entscheiden.

Wenn Sie die Einnahme von Xusal vergessen haben

Wenn Sie die Einnahme von Xusal vergessen oder eine niedrigere Dosis als von Ihrem Arzt verschrieben eingenommen haben, nehmen Sie deswegen keine doppelte Dosis ein. Warten Sie bis zu dem Zeitpunkt, an dem Sie die nachste Dosis einnehmen sollen und nehmen Sie dann die normale, von Ihrem Arzt verschriebene Dosis ein.

Wenn Sie die Einnahme von Xusal abbrechen

Das Beenden der Einnahme sollte keine schadlichen Auswirkungen haben. Die Symptome der Erkrankung konnen wiederauftreten, aber sie sollten nicht schlimmer als vor der Behandlung sein.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

4.


WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MOGLICH?

Wie alle Arzneimittel kann Xusal Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten mussen.

Haufige Nebenwirkungen: kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen Mundtrockenheit, Kopfschmerzen, Mudigkeit und Schlafrigkeit/Benommenheit

Gelegentliche Nebenwirkungen: kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen Abgeschlagenheit und Bauchschmerzen

Nicht bekannt: Haufigkeit auf Grundlage der verfugbaren Daten nicht abschatzbar Weitere Nebenwirkungen wie Herzklopfen, beschleunigter Herzschlag/Herzrasen, Krampfe, Kribbeln, Schwindelgefuhl, plotzlicher BewuBtseinsverlust, Zittern, gestortes Geschmacksempfinden, Drehschwindel, Sehstorungen, verschwommenes Sehen, erschwertes oder schmerzhaftes Wasserlassen, unvollstandige Blasenentleerung, vermehrte Wasseransammlungen im Gewebe (Ódem), Schwellung von Haut und Schleimhaut, vor allem im Gesicht- und Rachenbereich (Angioneurotisches Ódem), Juckreiz, fluchtiger Hautausschlag, Nesselsucht (Schwellung, Rotung und Jucken der Haut), an gleicher Stelle auftretender Hautausschlag (fixes Arzneimittelexanthem), Kurzatmigkeit, Gewichtszunahme, Muskelschmerzen, aggressives oder erregtes Verhalten, Sehen oder Horen von Dingen, die nicht wirklich sind (Halluzination), Depression, Schlaflosigkeit, haufige Gedanken an oder Beschaftigung mit Selbsttotung, Leberentzundung (Hepatitis), abnorme Leberfunktionswerte, Erbrechen, Appetitsteigerung und Ubelkeit wurden ebenfalls berichtet.

Bei den ersten Anzeichen einer Uberempfindlichkeitsreaktion beenden Sie die Einnahme von Xusal und informieren Sie Ihren Arzt. Symptome einer Uberempfindlichkeitsreaktion konnen sein: Schwellungen im Bereich des Mundes, der Zunge, des Gesichts und/oder des Halses, Schwierigkeiten beim Atmen oder Schlucken (Engegefuhl in der Brust oder keuchende Atmung), Nesselausschlag, plotzlicher Blutdruckabfall, der zu Kollaps oder Schock fuhrt, was todlich sein kann.

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgefuhrten Nebenwirkungen Sie erheblich beeintrachtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

5. WIE IST XUSAL AUFZUBEWAHREN?

Arzneimittel fur Kinder unzuganglich aufbewahren.

Sie durfen Xusal nach dem auf dem Blisterstreifen und Umkarton nach „Verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Fur dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6. WEITERE INFORMATIONEN Was Xusal enthalt

- Der Wirkstoff ist: 5 mg Levocetirizindihydrochlorid

Eine Filmtablette enthalt 5 mg Levocetirizindihydrochlorid.

- Die sonstigen Bestandteile sind: Mikrokristalline Cellulose, Lactose-Monohydrat, hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat (Ph.Eur.), Hypromellose (E464), Titandioxid (E171), Macrogol 400

Wie Xusal aussieht und Inhalt der Packung

Die Filmtabletten sind weiB bis fast weiB, oval und haben ein Y-Logo auf einer Seite.

Sie werden in Blisterpackungen zu 1, 2, 4, 5, 7, 10, 2 x 10, 10 x 10, 14, 15, 20, 21, 28, 30, 40, 50, 60, 70, 90 und 100 Tabletten verpackt.

Móglicherweise werden nicht alle PackungsgróBen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer

UCB Pharma GmbH Alfred-Nobel-StraBe 10 40789 Monheim Telefon: 02173/48-4848 Telefax: 02173/48-4841

Hersteller

Aesica Pharmaceuticals S.r.l.

Via Praglia, 15 I-10044 Pianezza (TO)

Italien

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedstaaten des Europaischen Wirtschaftsraumes unter folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Osterreich: Xyzall Belgien: Xyzall Tschechische Republik: Xyzal Zypern: Xyzal Danemark: Xyzal Estland: Xyzal Finnland: Xyzal Frankreich: Xyzall Ungarn: Xyzal Deutschland: Xusal Griechenland: Xosal Irland: Xyzal Italien: Xyzal Lettland: Xyzal Litauen: Xyzal Luxemburg: Xyzall Malta: Xyzal Niederlande: Xyzal Norwegen: Xyzal Polen: Xyzal Portugal: Xyzal Slowakische Republik: Xyzal Slowenien: Xyzal

Spanien: Xazal

Vereinigtes Konigreich: Xyzal

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt im Juli 2013 uberarbeitet.

Xusal

Fachinformation Xusal

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ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

Fachinformation

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Xusal

5 mg Filmtabletten

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Eine Filmtablette enthalt 5 mg Levocetirizindihydrochlorid.

Sonstige Bestandteile: 63,50 mg Lactose-Monohydrat / Tablette

Die vollstandige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.    DARREICHUN GSFORM

Filmtabletten

WeiBe bis fast weiBe, ovale Filmtabletten mit einem Y-Logo auf einer Seite

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1    Anwendungsgebiete

Zur symptomatischen Behandlung der allergischen Rhinitis (einschlieBlich persistierende allergische Rhinitis) und Urtikaria.

4.2    Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Die Filmtablette sollte unzerkaut mit Flussigkeit eingenommen werden. Die Einnahme von Xusal kann zu oder unabhangig von den Mahlzeiten erfolgen. Es wird empfohlen, die Tagesdosis auf einmal einzunehmen.

Fur Kinder von 2 bis 6 Jahren ist mit den Filmtabletten keine geeignete Dosisanpassung moglich. Es wird empfohlen, eine padiatrische Darreichungsform von Levocetirizin zu verwenden.

Aufgrund fehlender Daten fur diese Altersgruppe ist die Anwendung von Levocetirizin bei Sauglingen und Kleinkindern unter 2 Jahren nicht zu empfehlen.

Kinder von 6 bis 12 Jahren:

Die empfohlene Tagesdosis betragt 5 mg (1 Filmtablette).

Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene:

Die empfohlene Tagesdosis betragt 5 mg (1 Filmtablette).

Áltere Patienten:

Bei alteren Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion (siehe unten „Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion“) sollte die Dosis angepasst werden.

Erwachsene Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion:

Die Dosisintervalle sind je nach Nierenfunktion individuell einzustellen. Die Dosisanpassung sollte gemaB der folgenden Tabelle vorgenommen werden. Bei der Anwendung dieser Tabelle zur Dosisanpassung muss der Wert der Kreatinin-Clearance (CLcr) des Patienten in ml/min abgeschatzt werden. Die CLcr in ml/min kann aus dem Serum-Kreatinin (mg/dl) nach folgender Formel bestimmt werden:

CL„ = I140 ~ Alter (Jahre)] x Gewicht (kg) ^ 0,85 bei prauen) 72 x Serum - Kreatinin (mg/dl)

Dosisanpassung bei Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion

Gruppe

Kreatinin-Clearance

(ml/min)

Dosis und

Einnahmehaufigkeit

Normal

> 80

1 Filmtablette taglich

Leicht

50 - 79

1 Filmtablette taglich

MaBig

30 - 49

1 Filmtablette alle 2 Tage

Schwer

< 30

1 Filmtablette alle 3 Tage

Terminale Niereninsuffizienz - dialysepflichtige Patienten

< 10

kontraindiziert

Bei Kindern mit eingeschrankter Nierenfunktion muss die Dosis individuell unter Berucksichtigung der renalen Clearance und des Korpergewichts des Patienten angepasst werden. Es gibt keine spezifischen Daten fur Kinder mit eingeschrankter Nierenfunktion.

Patienten mit eingeschrankter Leberfunktion:

Bei Patienten mit ausschlieBlich eingeschrankter Leberfunktion ist keine Dosisanpassung erforderlich. Bei Patienten mit gleichzeitig eingeschrankter Leber- und Nierenfunktion ist die Dosis anzupassen (siehe oben „Patienten mit eingeschrankter Nierenfunktion“).

Dauer der Anwendung:

Intermittierende allergische Rhinitis (Symptome an < 4 Tagen pro Woche oder wahrend weniger als 4 Wochen) muss entsprechend der Erkrankung und ihrer Vorgeschichte behandelt werden; die Behandlung kann abgesetzt werden, sobald die Symptome verschwunden sind, und wieder aufgenommen werden, wenn Symptome wiederkehren. Bei persistierender allergischer Rhinitis (Symptome an > 4 Tagen pro Woche und mehr als 4 Wochen lang) kann dem Patienten wahrend der Kontaktzeit mit den Allergenen eine kontinuierliche Therapie vorgeschlagen werden. Klinische Erfahrungen mit 5 mg Levocetirizin als Tabletten liegen uber 6 Monate Anwendung vor. Bei chronischer Urtikaria und chronisch allergischem Schnupfen liegen klinische Erfahrungen fur das Razemat bis zu einem Jahr vor.

4.3 Gegenanzeigen

Uberempfindlichkeit gegen Levocetirizin, andere Piperazinderivate oder einen der sonstigen Bestandteile.

Schwere Niereninsuffizienz mit einer Kreatinin-Clearance unter 10 ml/min.

4.4    Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmafinahmen fur die Anwendung

Fur Kinder unter 6 Jahren wird die Anwendung der Filmtabletten nicht empfohlen, da mit dieser Darreichungsform keine geeignete Dosisanpassung moglich ist. Es wird empfohlen, eine padiatrische Darreichungsform von Levocetirizin zu verwenden.

Vorsicht ist geboten, wenn Xusal zusammen mit Alkohol eingenommen wird (siehe Wechselwirkungen).

Bei Patienten mit Risikofaktoren fur ein Harnverhalten (z.B. bei Ruckenmarksverletzung, Prostatahyperplasie) ist Vorsicht geboten, da das Risiko einer Harnretention durch Levocetirizin erhoht werden kann.

Patienten mit der seltenen hereditaren Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.

4.5    Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Mit Levocetirizin wurden keine Studien zu Wechselwirkungen durchgefuhrt (auch keine Studien mit CYP3A4-Induktoren); in Studien mit dem Razemat Cetirizin wurde gezeigt, dass keine klinisch relevanten Wechselwirkungen (mit Phenazon, Pseudoephedrin, Cimetidin, Ketoconazol, Erythromycin, Azithromycin, Glipizid und Diazepam) auftreten. Bei einer Studie mit mehrtagiger Gabe von Theophyllin (400 mg taglich) wurde eine geringe Abnahme der Cetirizin-Clearance (16 %) beobachtet, wahrend die Verfugbarkeit von Theophyllin durch die gleichzeitige Cetirizin-Gabe nicht verandert wurde.

Bei einer Studie mit Mehrfachgabe von Ritonavir (600 mg zweimal taglich) und Cetirizin (10 mg taglich) wurde das AusmaB der Cetirizinexposition um etwa 40 % gesteigert, wahrend die Verfugbarkeit von Ritonavir bei gleichzeitiger Cetirizingabe leicht (-11 %) verandert wurde.

Das AusmaB der Resorption von Levocetirizin wird durch gleichzeitige Nahrungsaufnahme nicht verringert, obwohl die Resorptionsgeschwindigkeit abnimmt.

Bei empfindlichen Patienten konnte die gleichzeitige Gabe von Cetirizin oder Levocetirizin und Alkohol bzw. anderen zentral dampfenden Mitteln Auswirkungen auf das zentrale Nervensystem haben, obwohl fur das Razemat Cetirizin gezeigt wurde, dass die Wirkung von Alkohol nicht verstarkt wird.

4.6    Schwangerschaft und Stillzeit

Fur Levocetirizin liegen keine klinischen Daten zur Anwendung wahrend der Schwangerschaft vor. Tierexperimentelle Studien geben keine Hinweise auf direkt oder indirekt schadliche Wirkungen auf Schwangerschaft, embryonale/fetale Entwicklung, Entbindung oder postnatale Entwicklung. Bei der Verschreibung an Schwangere oder Stillende ist Vorsicht geboten.

4.7    Auswirkungen auf die Verkehrstuchtigkeit und die Fahigkeit zum Bedienen von Maschinen

Vergleichende klinische Studien ergaben fur Levocetirizin bei Einnahme in der empfohlenen Dosierung keinen Hinweis auf eine Beeintrachtigung der Aufmerksamkeit, des

Reaktionsvermogens und der Fahrtuchtigkeit. Allerdings kann bei einigen Patienten unter der Therapie mit Xusal Somnolenz, Mudigkeit und Abgeschlagenheit auftreten. Daher sollen Patienten, die Auto fahren, ohne sicheren Halt arbeiten oder Maschinen bedienen, die individuelle Reaktion auf das Arzneimittel berucksichtigen.

4.8 Nebenwirkungen

Klinische Studien

In klinischen Studien bei Frauen und Mannern im Alter von 12-71 Jahren traten bei 15,1 % der Patienten der Levocetirizin 5 mg-Gruppe Nebenwirkungen auf, verglichen mit 11,3 % in der Placebo-Gruppe. 91,6 % dieser Nebenwirkungen waren leicht bis maBig.

In klinischen Studien betrug der Anteil der Patienten, die aufgrund von unerwunschten Wirkungen die Studie fruhzeitig abbrachen, 1,0 % (9/935) unter 5 mg Levocetirizin und

1,8 % (14/771) unter Placebo.

An klinisch therapeutischen Studien mit Levocetirizin nahmen 935 Patienten teil, die das Arzneimittel in der empfohlenen Tagesdosis von 5 mg einnahmen. Bei Zusammenfassung dieser Daten ergab sich folgende Inzidenz von Nebenwirkungen mit einer Haufigkeit von mindestens 1 % (haufig: >1/100 bis < 1/10) unter 5 mg Levocetirizin bzw. Placebo:

Preferred Term

Placebo

5 mg Levocetirizin

(WHOART)

(n = 771)

(n = 935)

Kopfschmerzen

25 (3,2 %)

24 (2,6 %)

Somnolenz

11 (1,4 %)

49 (5,2 %)

Mundtrockenheit

12 (1,6 %)

24 (2,6 %)

Mudigkeit

9 (1,2 %)

23 (2,5 %)

Weiterhin wurde gelegentlich (> 1/1000 bis^< 1/100) das Auftreten von Nebenwirkungen wie Abgeschlagenheit und Bauchschmerzen beobachtet.

Sedierende Nebenwirkungen wie Somnolenz, Mudigkeit und Abgeschlagenheit traten danach unter 5 mg Levocetirizin insgesamt haufiger (8,1 %) auf als unter Placebogabe (3,1 %).

Kinder und Jugendliche

In 2 placebokontrollierten Studien mit Kindern und Jugendlichen zwischen 6 und 11 Monaten und im Alter von 1 Jahr bis unter 6 Jahren wurden 159 Patienten Levocetirizin in Dosierungen von 1,25 mg taglich fur 2 Wochen beziehungsweise 1,25 mg zweimal taglich verabreicht. Die folgenden Nebenwirkungshaufigkeiten wurden mit einer Inzidenzrate von 1 % oder groBer unter Levocetirizin oder Placebo angezeigt.

Systemorganklassen und Preferred Term

Placebo (n=83)

Levocetirizin (n=159)

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Diarrho

0

3 (1,9 %)

Erbrechen

1 (1,2 %)

1 (0,6 %)

Obstipation

0

2 (1,3 %)

Erkrankungen des Nervensystems

Somnolenz

2 (2,4 %)

3 (1,9 %)

Psychiatrische Erkrankungen

Schlafstorungen

0

2 (1,3 %)

Doppelblinde, placebokontrollierte Studien wurden an 243 Kindern im Alter von 6 bis 12 Jahren mit Dosen von 5 mg Levocetirizin taglich uber einen variablen Zeitraum von weniger als 1 Woche bis zu 13 Wochen durchgefuhrt. Die folgenden Nebenwirkungshaufigkeiten wurden mit einer Inzidenzrate von 1 % oder gróBer unter Levocetirizin oder Placebo angezeigt.

Preferred Term

Placebo (n=240)

Levocetirizin 5mg (n=243)

Kopfschmerzen

5 (2,1 %)

2 (0,8 %)

Somnolenz

1 (0,4 %)

7 (2,9 %)

Erfahrungen nach der Zulassung:

Nebenwirkungen nach der Zulassung werden nach Systemorganklassen und nach Haufigkeiten aufgefuhrt.

Bei den Haufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt: sehr haufig (> 1/10); haufig (> 1/100 bis < 1/10); gelegentlich (> 1/1000 bis < 1/100); selten (> 1/10000 bis < 1/1000); sehr selten (< 1/10000); nicht bekannt (Haufigkeit auf Grundlage der verfugbaren Daten nicht abschatzbar).

•    Erkrankungen des Immunsystems:

Nicht bekannt: Uberempfindlichkeitsreaktionen inkl. Anaphylaxie

•    Stoffwechsel- und Ernahrungsstórungen:

Nicht bekannt: Appetitsteigerung

•    Psychiatrische Erkrankungen:

Nicht bekannt: Aggression, Erregung, Halluzination, Depression, Schlaflosigkeit, Suizidgedanken

•    Erkrankungen des Nervensystems:

Nicht bekannt: Konvulsion, Parasthesie, Schwindelgefuhl, Synkope, Tremor, Geschmacksstórung

•    Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths:

Nicht bekannt: Vertigo

•    Augenerkrankungen:

Nicht bekannt: Sehstórungen, verschwommenes Sehen

•    Herzerkrankungen:

Nicht bekannt: Palpitationen, Tachykardie

•    Erkrankungen der Atemwege, des Brustraumes und Mediastinums:

Nicht bekannt: Dyspnoe

•    Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts:

Nicht bekannt: Ubelkeit, Erbrechen

•    Leber- und Gallenerkrankungen:

Nicht bekannt: Hepatitis

•    Erkrankungen der Nieren und Harnwege:

Nicht bekannt: Dysurie, Harnretention

•    Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:

Nicht bekannt: Angioneurotisches Ódem, fixes Arzneimittelexanthem, Pruritus, Rash, Urtikaria

•    Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen:

Nicht bekannt: Myalgie

•    Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort:

Nicht bekannt: Odeme • Untersuchungen:

Nicht bekannt: Gewichtszunahme, abnorme Leberfunktionstests

4.9 Uberdosierung

a)    Symptome

Symptome einer Uberdosierung umfassen bei Erwachsenen Schlafrigkeit, bei Kindern initial Agitiertheit und Ruhelosigkeit, gefolgt von Schlafrigkeit.

b)    MaBnahmen bei Uberdosierung.

Fur Levocetirizin ist kein spezifisches Gegenmittel bekannt.

Im Falle einer Uberdosierung wird eine symptomatische oder unterstutzende Behandlung empfohlen. Eine Magenspulung kann sinnvoll sein, sofern die Uberdosierung noch nicht lange zuruckliegt. Levocetirizin ist nur unvollstandig dialysierbar.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Systemische Antihistaminika des Respirationssystems, Piperazinderivate

ATC-Code: R06A E09

Levocetirizin, das (R)-Enantiomer von Cetirizin, ist ein potenter, selektiver, peripherer H1-Rezeptorantagonist.

Bindungsstudien haben ergeben, dass Levocetirizin eine hohe Affinitat zu humanen H1-Rezeptoren hat (Ki = 3,2 nmol/l). Die Affinitat von Levocetirizin ist damit doppelt so hoch wie die von Cetirizin (Ki = 6,3 nmol/l). Levocetirizin dissoziiert von den H1-Rezeptoren mit einer Halbwertszeit von 115 ± 38 min.

Die Rezeptorbesetzung von Levocetirizin betrug nach einmaliger Anwendung 90 % nach 4 Stunden und 57 % nach 24 Stunden.

In pharmakodynamischen Studien bei gesunden Probanden wurde gezeigt, dass Levocetirizin in nur halber Dosierung von Cetirizin sowohl auf der Haut als auch in der Nase eine mit Cetirizin vergleichbare Wirkung hat.

Die pharmakodynamische Aktivitat von Levocetirizin wurde in randomisierten, kontrollierten Studien untersucht:

In einer Vergleichsstudie zu den Wirkungen von Levocetirizin 5 mg, Desloratadin 5 mg und Placebo auf die histamininduzierte Erythem- und Quaddelbildung fuhrte die Levocetirizin-Therapie im Vergleich zu Placebo und Desloratadin zu einer signifikant reduzierten Erythem- und Quaddelbildung, die in den ersten 12 Stunden am ausgepragtesten war und 24 Stunden lang anhielt (p<0,001).

In placebokontrollierten Studien wurde mittels Modell der Allergenprovokationskammer fur Levocetirizin 5 mg zur Kontrolle von polleninduzierten Symptomen der Wirkungseintritt 1 Stunde nach Substanzeinnahme beobachtet.

In-vitro-Studien (Boyden-Kammer und Zellschicht-Techniken) ergaben, dass Levocetirizin die Eotaxin-induzierte transendotheliale Migration von Eosinophilen sowohl durch Haut- als auch durch Lungenzellen inhibiert. Verglichen mit Placebo, konnten in einer pharmakodynamisch-experimentellen In-vivo-Studie (Hautkammer-Technik) an 14 erwachsenen Patienten drei wesentliche inhibitorische Wirkungen von 5 mg Levocetirizin gezeigt werden, die in den ersten 6 Stunden einer polleninduzierten Reaktion auftreten: Hemmung der VCAM-1-Freisetzung, Modulation der vaskularen Permeabilitat und eine verminderte Anlockung von Eosinophilen.

Die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit von Levocetirizin wurde in mehreren doppelblinden, placebokontrollierten klinischen Studien bei erwachsenen Patienten mit saisonaler allergischer Rhinitis, perennialer allergischer Rhinitis oder persistierender allergischer Rhinitis nachgewiesen. Es wurde gezeigt, dass Levocetirizin die Symptome der allergischen Rhinitis, in einigen Studien einschlieBlich der nasalen Obstruktion, signifikant verbessert.

In einer 6-monatigen klinischen Studie bei 551 erwachsenen Patienten (von denen 276 mit Levocetirizin behandelt wurden) mit persistierender allergischer Rhinitis (Symptome an 4 Tagen pro Woche uber mindestens 4 aufeinander folgenden Wochen) sowie Hausstaubmilben- und Graserpollensensibilisierung wurde gezeigt, dass 5 mg Levocetirizin die Gesamtsymptomatik der allergischen Rhinitis uber die ganze Studiendauer klinisch und statistisch signifikant besser linderte als Placebo. Eine Tachyphylaxie wurde nicht beobachtet. Wahrend der gesamten Studiendauer verbesserte Levocetirizin signifikant die Lebensqualitat der Patienten.

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Levocetirizin Tabletten bei Kindern wurde in zwei placebokontrollierten klinischen Studien bei Patienten im Alter von 6 bis 12 Jahren untersucht, die an saisonaler bzw. perennialer allergischer Rhinitis litten. In beiden Studien fuhrte Levocetirizin zu einer signifikanten Verbesserung bei den Symptomen und einer Zunahme bei der gesundheitsbezogenen Lebensqualitat.

Bei Kindern unter 6 Jahren wurde die klinische Sicherheit in mehreren Kurz- und Langzeitstudien untersucht:

-    bei einer klinischen Studie wurden 29 Kinder im Alter von 2 bis 6 Jahren mit allergischer Rhinitis uber 4 Wochen zweimal taglich mit 1,25 mg Levocetirizin behandelt.

-    bei einer klinischen Studie wurden 114 Kinder mit allergischer Rhinitis oder chronischer idiopathischer Urtikaria im Alter von 1 bis 5 Jahren fur 2 Wochen zweimal taglich mit 1,25 mg Levocetirizin behandelt.

-    bei einer klinischen Studie wurden 45 Kinder mit allergischer Rhinitis oder chronischer idiopathischer Urtikaria im Alter von 6 bis 11 Monaten einmal taglich 2 Wochen lang mit 1,25 mg Levocetirizin behandelt.

-    bei einer klinischen Langzeitstudie (uber 18 Monate) wurden 255 mit Levocetirizin behandelte Patienten mit atopischem Ekzem im Alter von 12 bis 24 Monaten eingeschlossen.

Das Sicherheitsprofil entsprach dem der Kurzzeitstudien, die mit Kindern im Alter zwischen 1 und 5 Jahren durchgefuhrt wurden.

In einer placebokontrollierten klinischen Studie bei 166 Patienten mit chronischer idiopathischer Urtikaria wurden 85 Patienten mit Placebo und 81 Patienten mit Levocetirizin 5 mg einmal taglich 6 Wochen lang behandelt. Die Behandlung mit Levocetirizin fuhrte zu einem signifikanten Ruckgang des Juckreizschweregrades in der ersten Woche und uber die gesamte Behandlungsdauer im Vergleich zu Placebo. Levocetirizin fuhrte im Vergleich zu Placebo auch zu einer gróBeren Verbesserung bei der gesundheitsbezogenen Lebensqualitat, die anhand des Dermatology Life Quality Index beurteilt wurde.

Die chronisch idiopathische Urtikaria wurde als ein Modell fur urtikarische Zustande untersucht. Die Histaminfreisetzung ist ein ursachlicher Faktor fur urtikarielle Erkrankungen. Zusatzlich zur chronischen idiopathischen Urtikaria wird Levocetirizin als wirksam zur unterstutzenden symptomatischen Linderung fur andere urtikarielle Zustande betrachtet.

Beziehung zwischen Pharmakokinetik und Pharmakodynamik:

Die Wirkung auf die histamininduzierten Hautreaktionen ist nicht phasengleich mit den Plasmakonzentrationen.

In EKG-Ableitungen wurden keine relevanten Auswirkungen von Levocetirizin auf das QT-Intervall beobachtet.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Die Pharmakokinetik von Levocetirizin ist linear sowie dosis- und zeitunabhangig, wobei die interindividuelle Variabilitat gering ist. Das pharmakokinetische Profil von Levocetirizin ([R]-Enantiomer von Cetirizin) ist mit dem von Cetirizin (Razemat) identisch. Im Verlauf der Resorption und Elimination tritt keine chirale Inversion auf.

Resorption:

Levocetirizin wird nach oraler Applikation schnell und umfassend resorbiert. Maximale Plasmakonzentrationen werden 0,9 Stunden nach Einnahme erreicht. Der Steady-State-Plasmaspiegel wird nach 2 Tagen erreicht. Die maximalen Konzentrationen nach einer Einmalgabe von 5 mg bzw. nach einer mehrtagigen Gabe von 5 mg/d betragen 270 ng/ml bzw. 308 ng/ml. Das AusmaB der Resorption ist dosisunabhangig und wird durch gleichzeitige Nahrungsaufnahme nicht verandert, die maximale Plasmakonzentration wird aber hierdurch reduziert und erst verzógert erreicht.

Verteilung:

Zur Verteilung von Levocetirizin im menschlichen Gewebe liegen keine Daten vor, auch nicht zur Uberwindung der Blut-Hirn-Schranke. Bei Ratten und Hunden wurden die hóchsten Gewebespiegel in Leber und Nieren gefunden, die niedrigsten im ZNS-Kompartiment.

Beim Menschen ist Levocetirizin zu 90 % an Plasmaproteine gebunden. Das Verteilungsvolumen ist restriktiv und betragt 0,4 l/kg.

Biotransformation:

Beim Menschen werden weniger als 14 % der Levocetirizin-Dosis metabolisiert. Daher ist anzunehmen, dass Unterschiede aufgrund genetischer Polymorphismen oder gleichzeitiger Einnahme von Enzyminhibitoren vernachlassigbar sind. Zu den Metabolisierungsprozessen gehóren aromatische Oxidation, N- und O-Dealkylierung und Taurinkonjugation. Die Dealkylierung wird primar uber CYP 3A4 vermittelt, wahrend zahlreiche und/oder nicht identifizierte CYP-Isoformen an der aromatischen Oxidation beteiligt sind. Levocetirizin hat in Konzentrationen, die weit uber den nach einer oralen Dosis von 5 mg erreichten maximalen Konzentrationen liegen, keine Wirkung auf die Aktivitaten der CYP-Isoenzyme 1A2, 2C9, 2C19, 2D6, 2E1 und 3A4.

Da Levocetirizin nur zu einem geringen Teil metabolisiert wird und zu keiner Enzyminhibition fuhrt, sind Wechselwirkungen mit anderen Substanzen unwahrscheinlich.

Elimination:

Die Plasmahalbwertszeit bei Erwachsenen betragt 7,9 ± 1,9 Stunden. Die mittlere apparente Gesamtkorperclearance betragt 0,63 ml/min/kg. Die renale Ausscheidung von Levocetirizin und seinen Metaboliten betragt durchschnittlich 85,4 % der eingenommenen Dosis. Mit den Fazes werden nur 12,9 % der Dosis ausgeschieden. Levocetirizin wird sowohl mittels glomerularer Filtration als auch mittels aktiver tubularer Sekretion ausgeschieden.

Eingeschrankte Nierenfunktion:

Die apparente Korperclearance von Levocetirizin korreliert mit der Kreatinin-Clearance. Bei Patienten mit maBig bis stark eingeschrankter Nierenfunktion sollten daher die Dosisintervalle von Levocetirizin entsprechend Abschnitt 4.2 angepasst werden. Bei Patienten mit anurischer terminaler Niereninsuffizienz ist die Gesamtkorperclearance verglichen mit Gesunden um etwa 80 % verringert. Im Verlauf einer 4-stundigen Standardhamodialyse werden < 10 % der Levocetirizinmenge aus dem Plasma entfernt.

Kinder und Jugendliche:

Ergebnisse aus einer padiatrischen Pharmakokinetikstudie mit oraler Anwendung einer einzigen Dosis von 5 mg Levocetirizin bei 14 Kindern im Alter von 6 bis 11 Jahren und einem Korpergewicht zwischen 20 und 40 kg zeigen, dass die Cmax- und AUC-Werte rund doppelt so hoch sind wie die in einem Cross-Over-Studienvergleich bei gesunden, erwachsenen Probanden festgestellten Werte. Die mittlere Cmax, die nach durchschnittlich 1,2 Stunden auftrat, betrug 450 ng/ml. Die gewichtsnormalisierte Gesamtkorper-Clearance bei dieser padiatrischen Gruppe war um 30 % groBer und die Eliminationshalbwertszeit um 24 % kurzer als bei Erwachsenen. Spezielle pharmakokinetische Studien wurden bei padiatrischen Patienten unter 6 Jahren nicht durchgefuhrt. Eine retrospektive,

populationspharmakokinetische Analyse wurde bei 324 Patienten (181 Kinder im Alter von 1 bis 5 Jahren, 18 Kinder 6 bis 11 Jahre alt und 124 Erwachsene im Alter von 18 bis 55 Jahren) durchgefuhrt, die Einfach- oder Mehrfachdosen von Levocetirizin in Hohe von 1,25 mg bis hin zu 30 mg erhalten hatten. Die Ergebnisse dieser Analyse deuten darauf hin, dass die Plasmakonzentrationen bei Anwendung von einmal taglich 1,25 mg bei Kindern im Alter von 6 Monaten bis zu 5 Jahren vergleichbar mit denen von Erwachsenen sind, die 5 mg Levocetirizin pro Tag erhalten hatten.

Áltere Patienten:

Fur altere Patienten liegen nur begrenzte pharmakokinetische Daten vor. Bei einer einmal taglich wiederholten Gabe von 30 mg Levocetirizin uber einen Zeitraum von 6 Tagen an 9 alteren Patienten (65 bis 74 Jahre) war die Gesamtkorperclearance um etwa 33 % geringer im Vergleich zu jungeren Erwachsenen. Die Disposition von racemischem Cetirizin war starker abhangig von der Nierenfunktion als vom Alter. Dieses Ergebnis gilt auch fur Levocetirizin, da sowohl Levocetirizin als auch Cetirizin uberwiegend uber den Urin ausgeschieden werden. Daher sollte bei alteren Patienten die Dosierung von Levocetirizin entsprechend der Nierenfunktion angepasst werden.

Geschlecht:

Die pharmakokinetischen Ergebnisse von 77 Patienten (40 Manner, 37 Frauen) wurden auf mogliche geschlechtsspezifische Effekte hin ausgewertet. Die Halbwertszeit war bei Frauen (7,08 ± 1,72 Stunden) geringfugig kurzer als bei Mannern (8,62 ± 1,84 Stunden); dennoch

erscheint die korpergewichtsbezogene Clearance bei Frauen (0,67 ± 0,16 ml/min/kg) vergleichbar mit der bei Mannern (0,59 ± 0,12 ml/min/kg) zu sein. Fur Manner und Frauen mit normaler Nierenfunktion gelten die gleichen Tagesdosen und Anwendungsintervalle.

Rasse:

Ein rassespezifischer Effekt von Levocetirizin wurde nicht untersucht. Da Levocetirizin primar renal ausgeschieden wird und keine rasserelevanten Unterschiede bei der Kreatininclearance bestehen, werden keine pharmakokinetischen Unterschiede bei Levocetirizin aufgrund der Rasse erwartet. Rasserelevante Kinetikunterschiede von racemischem Cetirizin wurden nicht beobachtet.

Eingeschrankte Leberfunktion:

Die Pharmakokinetik von Levocetirizin bei eingeschrankter Leberfunktion wurde nicht untersucht. Bei Patienten mit chronischen Lebererkrankungen (hepatozellulare, cholestatische und biliare Zirrhose), denen 10 oder 20 mg racemisches Cetirizin als Einzeldosis verabreicht wurde, war die Halbwertszeit, verglichen mit gesunden Patienten, um 50 % erhoht und die Clearance um 40 % reduziert.

5.3 Praklinische Daten zur Sicherheit

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizitat bei wiederholter Gabe, Genotoxizitat, Kanzerogenitat oder Reproduktionstoxizitat lassen die praklinischen Daten keine besonderen Gefahren fur den Menschen erkennen.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1    Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern:

Mikrokristalline Cellulose Lactose-Monohydrat Hochdisperses Siliciumdioxid Magnesiumstearat (Ph.Eur.)

Filmuberzug:

Opadry® Y-1-7000 bestehend aus

-    Hypromellose (E464)

-    Titandioxid (E171)

-    Macrogol 400

6.2    Inkompatibilitaten

Nicht zutreffend.

6.3    Dauer der Haltbarkeit

4 Jahre

6.4    Besondere Vorsichtsmafinahmen fur die Aufbewahrung

Fur dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5 Art und Inhalt des Behaltnisses

Blisterstreifen aus Aluminium - OPA/Aluminium/PVC

Packungen zu 1, 2, 4, 5, 7, 10, 2 x 10, 10 x 10, 14, 15, 20, 21, 28, 30, 40, 50, 60, 70, 90, 100 Filmtabletten.

Móglicherweise werden nicht alle PackungsgróBen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmafinahmen fur die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

UCB Pharma GmbH Alfred-Nobel-StraBe 10 40789 Monheim Telefon: 02173/48-4848 Telefax: 02173/48-4841

8. ZULASSUN GSNUMMER(N)

49903.00.00

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLANGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 03.01.2001

Datum der letzten Verlangerung der Zulassung: 22.04.2013

10.    STAND DER INFORMATION

Juli 2013

11.    VERSCHREIBUNGSSTATUS / APOTHEKENPFLICHT

Verschreibungspflichtig

Xusal