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Zaditen



Gebrauchsinformation Zaditen

Liebe Patientin, lieber Patient!

Bitte lesen Sie die folgende Gebrauchsinformation aufmerksam, weil sie wichtige Infor­mationen darüber enthält, was Sie bei der Anwendung dieses Arzneimittels beachten sollen. Wenden Sie sich bei Fragen bitte an Ihren Arzt oder Ihren Apotheker.


Gebrauchsinformation


Zaditen Hartkapseln

Wirkstoff: Ketotifenhydrogenfumarat


Zusammensetzung

1 Hartkapsel enthält:

Arzneilich wirksamer Bestandteil:

1,38 mg Ketotifenhydrogenfumarat, entsprechend 1,0 mg Ketotifen


Sonstige Bestandteile:

Gelatine, Magnesiumstearat (Ph.Eur.), Maisstärke. Mannitol (Ph.Eur.), hochdisperses Siliciumdioxid, Titandioxid (E171)


Darreichungsform und Inhalt

20 (N1), 50 (N2) bzw. 100 (N3) Hartkapseln


Stoff- oder Indikationsgruppe

Zaditen ist ein Arzneimittel zur Vorbeugung von asthmatischen Beschwerden.


Pharmazeutischer Unternehmer; Einfuhr, Umpackung und Vertrieb:

ACA Müller ADAG Pharma AG, 78244 Gottmadingen


Hersteller

Novartis Farma – Produtos Farmaceuticos, S.A., Rio de Mouro, Portugal


Anwendungsgebiete

- Zur Behandlung der Krankheitszeichen bei allergischem Schnupfen und allergischen Haut­erkrankungen.

- Zur Vorbeugung von asthmatischen Beschwerden bei Heufieber und allergischer Bronchitis.

- Längerfristige Anwendung zur Vorbeugung von asthmatischen Beschwerden und von Asthma-Anfällen. Zu Behandlungsbeginn sollte eine vorherige Behandlung mit Bronchodilatatoren, Theophyllin oder Kortikoiden zunächst fortgeführt werden.


Hinweis:

Zur Behandlung des akuten Asthma-Anfalles ist Zaditen nicht geeignet.


Gegenanzeigen

Wann dürfen Sie Zaditen Hartkapseln nicht einnehmen?

Sie dürfen Zaditen Hartkapseln nicht einnehmen bei bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Ketotifen oder einen der sonstigen Bestandteile.


Was müssen Sie in Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Obwohl aus Tierversuchen keine Hinweise auf eine Schädigung der Nachkommenschaft vorlie­gen, sollen Zaditen Hartkapseln während der Schwangerschaft nur auf ausdrückliche Anwei­sung des Arztes nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung eingenommen werden.

Ketotifen geht in die Muttermilch über. Es bestehen jedoch keine Anhaltspunkte für eine Gefährdung des Säuglings. Aus allgemeinen Vorsichtsgründen sollte jedoch bei einer Anwendung während der Stillzeit abgestillt werden.


Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung und Warnhinweise

Was müssen Sie im Straßenverkehr sowie bei der Arbeit mit Maschinen und bei Arbeiten ohne sicheren Halt beachten?

Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Be­dienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird. Sie können dann auf unerwartete und plötzliche Ereignisse nicht mehr schnell und gezielt ge­nug reagieren. Fahren Sie in dieser Zeit nicht Auto oder andere Fahrzeuge! Bedienen Sie keine elektrischen Werkzeuge oder Maschinen! Arbeiten Sie nicht ohne sicheren Halt! Beachten Sie besonders, dass Alkohol Ihre Verkehrstüchtigkeit noch weiter verschlechtert!


Wechselwirkungen mit anderen Mitteln

Welche anderen Arzneimittel beeinflussen die Wirkung von Zaditen Hartkapseln?

Die Wirkung von Beruhigungsmitteln, Schlafmitteln, Mitteln gegen Allergien oder Erkältungs­krankheiten (z. B. so genannte Antihistaminika) kann durch Zaditen Hartkapseln verstärkt wer­den.

Es sind keine Wechselwirkungen mit anderen, häufig angewendeten Mitteln gegen Asthma bekannt.

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Zaditen Hartkapseln und zur Einnahme bestimmten blut­zuckersenkenden Arzneimitteln wurde in einigen Fällen ein vorübergehender Abfall der Anzahl der Blutplättchen (Thrombozyten) festgestellt. Bis zur endgültigen Klärung dieser Beobachtun­gen ist die Kombination von Zaditen Hartkapseln und solchen Arzneimitteln zu vermeiden. In­formieren Sie daher Ihren Arzt, wenn Sie Arzneimittel zur Blutzuckersenkung einnehmen.


Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch für vor kurzem angewandte Arzneimittel gelten können.


Welche Genussmittel, Speisen und Getränke sollten Sie meiden?

Die Wirkung von Alkohol kann durch Zaditen Hartkapseln verstärkt werden. Sie sollten daher während der Behandlung mit Zaditen Hartkapseln möglichst keinen Alkohol zu sich nehmen.



Dosierungsanleitung, Art und Dauer der Anwendung

Die folgenden Angaben gelten, soweit Ihnen Ihr Arzt Zaditen Hartkapseln nicht anders verord­net hat. Bitte halten Sie sich an die Anwendungsvorschriften, da Zaditen Hartkapseln sonst nicht richtig wirken können!


Wie viel Zaditen Hartkapseln und wie oft sollten Sie Zaditen Hartkapseln einnehmen?

Erwachsene, Jugendliche und Kinder ab 3 Jahren nehmen während der ersten 3 - 4 Tage der Behandlung abends 1 Hartkapsel Zaditen (entsprechend 1 mg Ketotifen) ein, danach je 1 Hart­kapsel Zaditen morgens und abends.

Falls notwendig, kann bei Erwachsenen und Kindern ab 10 Jahren die Dosis auf maximal je 2 Hartkapseln Zaditen (entsprechend 2 mg Ketotifen) morgens und abends erhöht werden.


Wie sollten Sie Zaditen Hartkapseln einnehmen?

Nehmen Sie Zaditen Hartkapseln unzerkaut mit etwas Flüssigkeit (z. B. Tee oder Fruchtsaft) ein.


Wie lange sollten Sie Zaditen Hartkapseln einnehmen?

Da mit einer Vollwirkung erst nach einer Behandlungsdauer von 8 - 12 Wochen zu rechnen ist, sollte die Behandlung entsprechend lange durchgeführt werden. Halten Sie bitte diese Zeit auch ein, wenn Sie sich bereits früher besser fühlen. Eine Verringerung der Begleitmedikation sollte erst nach Ablauf dieses Zeitraums erwogen werden.

Eine besondere Begrenzung der Anwendungsdauer ist nicht vorgesehen.


Überdosierung und andere Anwendungsfehler

Was ist zu tun, wenn Zaditen Hartkapseln in zu großen Mengen eingenommen wurden (beabsichticite oder versehentliche Überdosierung)?

Bei erheblicher Überdosierung von Zaditen Hartkapseln können Müdigkeit, Schläfrigkeit, Verwirrtheitszustände, Orientierungsschwierigkeiten, verlangsamte oder beschleunigte Herz­schlagfolge, Blutdruckabfall, beschleunigte Atmung, Atemnot, bläuliche Verfärbung der Haut und der Schleimhaut durch Sauerstoffmangel im Blut, Übererregbarkeit und Krämpfe (beson­ders bei Kindern) sowie tiefe Bewusstlosigkeit (Koma) auftreten. Verständigen Sie bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort einen Arzt, damit dieser über das weitere Vorgehen entscheiden kann!


Ärztliche Maßnahmen bei Überdosierung:

Je nach Schwere der Überdosierung sind folgende Maßnahmen zu ergreifen:

- sofortige Magenentleerung durch herbeigeführtes Erbrechen oder Magenspülung

- Verminderung der Aufnahme aus dem Magen-Darm-Trakt ins Blut durch medizinische Kohle

- Beschleunigung der Ausscheidung durch salinische Laxantien.


Eine ggf. erforderliche symptomatische oder spezifische Behandlung sollte folgende Maßnah­men umfassen:

- Überwachung der Herz-Kreislauf- und Atemfunktion

- bei anticholinergen Effekten Physostigmin

- bei Erregung oder Krämpfen kurzwirksame Barbiturate oder Benzodiazepine.


Was müssen Sie beachten, wenn Sie zu wenig Zaditen Hartkapseln eingenommen oder eine Einnahme vergessen haben?

Nehmen Sie beim nächsten Mal nicht etwa die doppelte Menge ein, sondern setzen Sie die Behandlung mit der verordneten Dosis fort.


Was müssen Sie beachten, wenn Sie die Behandlung unterbrechen oder vorzeitig beenden?

Zaditen Hartkapseln sollen nicht abrupt abgesetzt werden, sondern allmählich über einen Zeit­raum von 2 - 4 Wochen, da dabei die zuvor bestehenden Beschwerden verstärkt wieder auftre­ten können.

Sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt, bevor Sie - z. B. aufgrund des Auftretens von Nebenwirkun­gen - eigenmächtig die Behandlung mit Zaditen Hartkapseln unterbrechen oder vorzeitig been­den!


Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Zaditen Hartkapseln auftreten?

Unter der Behandlung mit Zaditen Hartkapseln kann es zu Müdigkeit, Mundtrockenheit, Schwindel, Übelkeit und Kopfschmerzen kommen. Mit zunehmender Behandlungsdauer kön­nen diese Nebenwirkungen weitgehend abklingen.

Weiterhin ist eine Gewichtszunahme infolge Appetitsteigerung möglich.

In seltenen Fällen können, bevorzugt bei Kindern, zentralnervöse Störungen, wie z. B. Unruhe, Aggressivität, Verwirrtheit, Schlafstörungen und Nervosität, auftreten.

Vereinzelt wurden nach Anwendung von Zaditen Hartkapseln ein allergisch bedingter Hautaus­schlag (Exanthem) und so genannte Nesselsucht (Urtikaria) beobachtet. In seltenen Fällen wurde über eine Blasenentzündung (Zystitis) im Zusammenhang mit der Ketotifen-Gabe berichtet.

In sehr seltenen Fällen können Zaditen Hartkapseln zu einem Anstieg der Leberwerte und einer Hepatitis führen.

Über schwere Hautreaktionen (Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom) wurde in Ein­zelfällen berichtet.

In sehr seltenen Fällen wurde während einer Behandlung mit Zaditen Hartkapseln über Krampfanfälle berichtet. Da Zaditen Hartkapseln die Krampfschwelle absenken können, sollten sie nur mit Vorsicht bei bekannter Epilepsie-Erkrankung eingesetzt werden.


Wenn Sie Nebenwirkungen bei sich beobachten, die nicht in dieser Packungsbeilage aufgeführt sind, teilen Sie diese bitte Ihrem Arzt oder Ihrem Apotheker mit.


Hinweise und Angaben zur Haltbarkeit des Arzneimittels

Das Verfallsdatum dieser Packung ist auf dem Blisterstreifen und auf der Faltschachtel aufge­druckt. Verwenden Sie diese Packung nicht mehr nach diesem Datum!


Wie sind Zaditen Hartkapseln aufzubewahren?

Bei Aufbewahrung im Originalbehältnis sind keine besonderen Maßnahmen erforderlich.


Stand der Information

Oktober 2003


Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren!


Druckfreigabe: 04.2004 ZADI/102003


Zaditen

Fachinformation Zaditen

Fachinformation


Zaditen ACA Müller ADAG Pharma AG


1. Bezeichnung des Arzneimittels


Zaditen


Wirkstoff: Ketotifenhydrogenfumarat


2. Verschreibungsstatus/Apothekenpflicht


Verschreibungspflichtig


3. Zusammensetzung des Arzneimittels


3.1 Stoff- oder Indikationsgruppe


Antihistaminika, Antiasthmatika


3.2 Arzneilich wirksame Bestandteile


1 Hartkapsel enthält:

1,38 mg Ketotifenhydrogenfumarat, entsprechend 1,0 mg Ketotifen


3.3 Sonstige Bestandteile


Gelatine, Magnesiumstearat (Ph.Eur.), Maisstärke, Mannitol (Ph.Eur.), hochdisperses Siliciumdioxid, Titandioxid (E171)


4. Anwendungsgebiete


Längerfristige Anwendung zur Vorbeugung von asthmatischen Beschwerden und von Asthma-Anfällen. Zu Behandlungsbeginn sollte eine vorherige Behandlung mit Bronchodilatatoren, Theophyllin oder Kortikoiden zunächst fortgeführt werden.


Zur Vorbeugung von asthmatischen Beschwerden bei Heufieber und allergischer Bronchitis.


Zur Behandlung der Krankheitszeichen bei allergischem Schnupfen und allergischen Hauterkrankungen.


Hinweis

Zur Behandlung des akuten Asthma-Anfalles ist Zaditen nicht geeignet.


5. Gegenanzeigen


Zaditen Hartkapseln dürfen nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegenüber Ketotifen oder einen der sonstigen Bestandteile.


Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit

Obwohl aus Tierversuchen keine Anhaltspunkte für eine teratogene Wirkung von Ketotifen bestehen, soll Ketotifen während der Schwangerschaft nur nach strenger Indikationsstellung verordnet werden. Mit der Anwendung in der Schwangerschaft liegen nur begrenzte Erfahrungen vor.


Ketotifen geht in geringen Mengen in die Muttermilch über, so dass bei bestehender Therapie mit Ketotifen nicht gestillt werden sollte.


6. Nebenwirkungen


Bei Behandlung mit Zaditen kann es zu Müdigkeit, Mundtrockenheit, Schwindel, Übelkeit und Kopfschmerzen kommen. Mit zunehmender Behandlungsdauer können diese Nebenwirkungen weitgehend abklingen.


Weiterhin ist eine Gewichtszunahme infolge Appetitsteigerung möglich.


Vereinzelt wurden nach Ketotifen allergisch bedingte Exantheme (Hautausschlag) und Urtikaria (Nesselsucht) beobachtet.


In seltenen Fällen können, bevorzugt bei Kindern, zentralnervöse Störungen wie z. B. Unruhe, Aggressivität, Verwirrtheit, Schlafstörungen und Nervosität auftreten.


In seltenen Fällen wurde über eine Zystitis im Zusammenhang mit der Ketotifen-Gabe berichtet.


In sehr seltenen Fällen kann Zaditen zu einem Anstieg der Leberwerte und einer Hepatitis führen.


Über schwere Hautreaktionen (Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom) wurde in Einzelfällen berichtet.


In sehr seltenen Fällen wurde während einer Behandlung mit Zaditen über Krampfanfälle berichtet. Da Zaditen die Krampfschwelle absenken kann, sollte es nur mit Vorsicht bei bekannter Epilepsieerkrankung eingesetzt werden.


7. Wechselwirkungen mit anderen Mitteln


Die Wirkung von Beruhigungsmitteln, Schlafmitteln, Antihistaminika und Alkohol kann durch Zaditen verstärkt werden.


Es sind keine Wechselwirkungen mit anderen, häufig angewendeten Anti-Asthmamitteln bekannt.


Bei gleichzeitiger Verabreichung von Zaditen und oralen blutzuckersenkenden Arzneimitteln wurde in einigen Fällen ein reversibler Abfall der Thrombozyten festgestellt. Bis zur endgültigen Klärung dieser Beobachtungen ist die Kombination von Zaditen mit solchen Präparaten zu vermeiden.


8. Warnhinweise


Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird. Dies gilt im verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol und Arzneimitteln, die ihrerseits das Reaktionsvermögen beeinträchtigen können.


9. Wichtigste Inkompatibilitäten


Keine bekannt.


10. Dosierung mit Einzel- und Tagesgaben


Erwachsene, Jugendliche und Kinder ab 3 Jahre nehmen während der ersten 3 - 4 Tage der Behandlung abends 1 Hartkapsel Zaditen (entspricht 1 mg Ketotifen) ein, danach morgens und abends je 1 Hartkapsel Zaditen.


Falls notwendig, kann bei Erwachsenen und Kindern über 10 Jahren die Dosis auf maximal 2 Hartkapseln Zaditen (entspricht 2 mg Ketotifen) morgens und abends erhöht werden.


11. Art und Dauer der Anwendung


Die Hartkapseln sind mit Flüssigkeit einzunehmen.


Da mit einem Wirkungseintritt erst nach einer Behandlungsdauer von 8 - 12 Wochen zu rechnen ist, sollte die Behandlung entsprechend lange durchgeführt werden. Eine Reduzierung der Begleitmedikation sollte erst nach Ablauf dieses Zeitraums erwogen werden.


Eine besondere Begrenzung der Anwendungsdauer ist nicht vorgesehen.


12. Notfallmaßnahmen, Symptome und Gegenmittel


a) Symptome der Intoxikation

Bisher ist die Einnahme von Einzeldosen bis zu 120 mg Ketotifen bekannt geworden. Ein letaler Ausgang ist dabei nicht vorgekommen. Nach Einnahme extrem hoher Dosen können folgende Symptome auftreten:

Müdigkeit, Schläfrigkeit, Konfusion, Desorientierung, Brady- oder Tachykardie, Hypotension, Tachypnoe, Dyspnoe, Zyanose, Übererregbarkeit und Krämpfe (besonders bei Kindern), Koma.


b) Therapie von Intoxikationen

Entfernung aus dem Gastrointestinaltrakt durch

- Magenspülung,

- medizinische Kohle,

- salinische Laxanzien.


Ketotifen ist nicht dialysierbar.


Eine ggf. erforderliche symptomatische oder spezifische Behandlung sollte folgende Maßnahmen umfassen:

- Überwachung der Herz-Kreislauf- und Atemfunktionen;

- bei anticholinergen Effekten Physostigmin;

- bei Erregung oder Krämpfen kurz wirksame Barbiturate oder Benzodiazepine.


13. Pharmakologische und toxikologische Eigenschaften, Pharmakokinetik und Bioverfügbarkeit, soweit diese Angaben für die therapeutische Verwendung erforderlich sind


13.1 Pharmakologische Eigenschaften


Ketotifen ist ein oral wirksames trizyklisches Benzocycloheptathiophen-Derivat mit verschiedenen pharmakologischen Eigenschaften. So zeigt Ketotifen eine Aktivität als Antihistaminikum mit einer starken Spezifität für H1-Rezeptoren sowie schwache anticholinerge Wirkungen. Ketotifen ist ein nicht bronchodilatatorisch wirksames Antiasthmatikum, das die Wirkungen verschiedener körpereigener Entzündungsmediatoren hemmt und dadurch eine antiallergische Wirkung ausübt.


Als weitere Eigenschaften, die für die Prävention des Asthma bronchiale von Bedeutung sein können, wurden nachgewiesen:

- Hemmung der Mastzelldegranulation mit verminderter Freisetzung von Mediatoren wie Histamin und Leukotrienen,

- Inhibierung der durch SRS-A induzierten Bronchokonstriktion,

- Kalzium-Antagonismus,

- Anhebung des intrazellulären cAMPSpiegels durch Phosphodiesterasehemmung,

- Prävention oder Wiederherstellung einer verminderten Empfindlichkeit von b2-Rezeptoren,

- Unterdrückung der Stimulation von Eosinophilen durch rekombinante humane Cytokine und dadurch Verhinderung des Eindringens von Eosinophilen in die Entzündungsstellen,

- Hemmung der Entwicklung einer bronchialen Hyperreaktivität verbunden mit einer Thrombozytenaktivierung durch den PAF (plättchenaktivierenden Faktor) oder verursacht durch neurale Aktivierung als Folge der Anwendung von Sympathomimetika oder der Allergenexposition.


Im Gegensatz zu seiner Wirksamkeit als Prophylaktikum hat Ketotifen keine therapeutische Wirkung auf den akuten Asthma-Anfall und besitzt keine dilatatorischen Eigenschaften. Der Wirkungseintritt erfolgt nach etwa 8 – 12 Wochen, die Wirkung einer Einzeldosis hält bis zu 12 Stunden an.


Ketotifen kann initial sedierend wirken. Dieser Effekt geht überwiegend nach der ersten Behandlungswoche zurück.


13.2 Toxikologische Eigenschaften


a) Akute Toxizität

Studien zur akuten Toxizität von Ketotifen an Mäusen, Ratten und Kaninchen ergaben LD50-Werte über 300 mg pro kg Körpergewicht bei oraler und zwischen 5 und 21 mg/kg bei intravenöser Verabreichung. Durch Überdosierung hervorgerufene unerwünschte Wirkungen waren Dyspnoe und neuromuskuläre Erregung, gefolgt von Krämpfen und Somnolenz. Die toxischen Erscheinungen verschwanden wieder innerhalb einiger Stunden; es gab keine Anzeichen für kumulative oder verzögerte Effekte. Andere Studien ergaben einen oralen LD50-Wert für Ketotifen an Ratten von 161 mg/kg und zeigten, dass die Toxizität von Zaditen Sirup (LD50 31,1 ml/kg) mit großer Wahrscheinlichkeit auf den hohen Anteil der Hilfsstoffe zurückzuführen ist, da der Anteil von Ketotifen im Sirup nur 0,02 % beträgt. Eine Tagesdosis von 10 ml Zaditen Sirup, die einem Kind von 30 kg Körpergewicht verabreicht wird, würde 0,33 ml Zaditen Sirup und 0,07 mg Ketotifen-Base pro kg Körpergewicht entsprechen. Ein ausreichend großer Sicherheitsabstand zur toxischen Dosis ist somit gewährleistet.

Die intrakutane Applikation von Ketotifen bei Meerschweinchen erbrachte keine Hinweise auf ein hautreizendes Potenzial von Ketotifen.


b) Chronische Toxizität

In Untersuchungen zur chronischen Toxizität wurden bei Ratten (p.o.) über 13 Wochen 10 mg/kg/Tag und beim Hund (p.o.) bis zu einem Jahr 5 mg/kg/Tag als nicht toxische Dosis ermittelt.


c)Tumorerzeugendes und mutagenes Potenzial

Ketotifen und/oder seine Metaboliten zeigten kein genotoxisches Potenzial in In-vitro-Untersuchungen auf Genmutationen an Salmonella typhimurium, auf Chromosomenaberrationen an V79-Zellen des chinesischen Hamsters oder auf primäre DNASchäden an Rattenleberzellkulturen.

In vivo wurde keine klastogene Aktivität beobachtet (zytogenetische Analyse von Knochenmarkzellen des chinesischen Hamsters, Knochenmark-Microkerntest an Mäusen). Ebenso wurden beim Dominant-Letal-Test keine mutagenen Effekte auf die Keimzellen männlicher Mäuse festgestellt.


Bei Ratten, denen über 24 Monate kontinuierlich Ketotifen mit der Nahrung zugeführt wurde, zeigten die höchsten vertragenen Dosen von 71 mg/kg Ketotifen pro Tag kein kanzerogenes Potenzial.

Bei Mäusen, die über 74 Wochen mit der Nahrung Dosen bis zu 88 mg/kg Körpergewicht erhielten, zeigten sich ebenfalls keine Hinweise auf tumorerzeugende Wirkungen.


d) Reproduktionstoxizität

Bei Untersuchungen an Ratten und Kaninchen fand sich kein Hinweis auf embryotoxische oder teratogene Wirkungen. Bei männlichen Ratten, die vor der Paarung 10 Wochen lang (d. h. länger als einen vollständigen Spermiogenesezyklus) mit Ketotifen behandelt wurden, wurde die Fertilität bei einer vertragenen Dosis von 10 mg/kg/Tag nicht beeinflusst.


Die Fertilität weiblicher Ratten, die Schwangerschaft, die pränatale Entwicklung und die Entwöhnung der Nachkommen wurde durch Ketotifen in oralen Dosen bis zu 50 mg/kg/Tag nicht nachteilig beeinflusst, obwohl bei Dosen von 10 mg/kg/Tag und darüber eine unspezifische Toxizität bei den trächtigen Weibchen beobachtet wurde. Ebenso wurde für die Perinatalphase kein nachteiliger Einfluss der Ketotifenbehandlung festgestellt. Aufgrund der bei den Muttertieren festgestellten Toxizität wurden bei der hohen Dosierung

von 50 mg/kg/Tag eine erhöhte Sterblichkeit und eine verminderte Gewichtszunahme während der ersten Tage der postnatalen Entwicklung der Jungtiere festgestellt.


Ketotifen passiert die Plazentaschranke bei Ratten; geringe Mengen finden sich vor allem in der Lunge, der Leber und im Darmtrakt der Feten.


13.3 Pharmakokinetik


Ketotifen wird nach oraler Gabe zu über 80 % resorbiert.


Maximale Plasmaspiegel werden nach 2 – 4 Stunden erreicht. Ketotifen wird biphasisch eliminiert, mit einer kurzen Halbwertszeit von 3 – 5 und einer längeren von 21 Stunden. Die therapeutische Plasmakonzentration beträgt 1 – 4 μg/ml, die Plasmaproteinbindung ca. 75 %.


Ketotifen wird zum größten Teil in der Leber glukuronidiert und demethyliert. Als Hauptmetabolit entsteht das inaktive N-Glukuronid-Derivat; weiterhin die N-Demethyl-Form, die pharmakologisch aktiv ist. Bei Kindern findet sich als Zeichen einer schnelleren Verstoffwechselung eine signifikant erhöhte N-Demethyl-Metabolitenkonzentration. Muttersubstanz (weniger als 1 % unverändert) und Metaboliten werden zu über 60 % mit dem Urin ausgeschieden, ein geringer Anteil mit den Fäzes.


Die Elimination bei eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion wurde bisher nicht untersucht.


13.4 Bioverfügbarkeit


Die Bioverfügbarkeit beträgt 30 – 50 % infolge eines First-pass-Effektes in der Leber von annähernd 50 %. Sie wird von der Nahrungsaufnahme nicht beeinflusst.


14. Sonstige Hinweise


Keine


15. Dauer der Haltbarkeit


Die Dauer der Haltbarkeit beträgt: 5 Jahre


Dieses Arzneimittel soll nach Ablauf des Verfallsdatums nicht mehr angewendet werden.


16. Besondere Lager- und Aufbewahrungshinweise


Keine


17. Darreichungsformen und Packungsgrößen


Packungen mit

20 (N 1) , 50 (N 2) und 100 (N 3) Hartkapseln


18. Stand der Information


Oktober 2003


19. Name oder Firma und Anschrift des pharmazeutischen Unternehmers


ACA Müller ADAG Pharma AG

Gewerbestr. 10

78244 Gottmadingen

Telefon: (07731) 917033

Telefax: (07731) 917035

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